Kategorien
Meh

.47: Verfluchte Realität

Der ursprüngliche Plan war, mit einem E-Moped in und durch die Schweiz zu fahren.

Aber nur E-Moped wäre zu wenig Bewegung gewesen (gab coronabedingt davon nicht so viel, die letzten Monate), deswegen: ersetze E-Moped mit E-Bike (Pedelec).

Blöde Realität aber: Ich bin alt geworden und zudem nicht fit. Der Plan, am vergangenen Wochenende mal so 100km ohne Motorunterstützung zu fahren, ging komplett schief. Nach 60 km haben die Muskeln einfach ihre Arbeit verweigert. „Du machst jetzt hier die paar Kilometer auch noch!“ – „Nö, ich mach gar nix mehr…“

Gestern dann folglich die Kapitulation: mit kompletter E-Unterstützung Richtung Euskirchen. 55km insgesamt. Keine eigene Leistung eigentlich, aber wenigstens halbwegs entspannt. So könnte es gehen. Nebenbei gab’s das idyllische Kleinbüllesheim zu sehen:

Malerisch!

Point is: Im schlimmsten Fall wird’s halt die Eifel statt der Schweiz. Muss es zwingend immer die Schweiz sein? Aber echt jetzt…

Hart finde ich die Diskrepanz trotzdem: In deinen Träumen cruised du irgendwo gechilled durch die Heidi-mäßigen Berge, findest nach der Etappe einen idyllischen Bergsee, vor dem du campen kannst, deine Hängematte aufbaust und abends im Resto nebenan zu einem fairen Preis dein Fondue isst. Überlaufen ist der Platz natürlich auch nicht, weil die Schweizer ja auch kaum auf die Idee kommen, dieses Jahr zuhause Urlaub zu machen. Easy baust du deine Hängematte auf, es ist warm und regnet natürlich nie, und am nächsten Morgen trinkst du in Ruhe deinen supergünstigen Milchkaffee und fährst die nächste Etappe…

Schon die letzten Wochen gingen fast komplett mit Sichtung und Bestellung der richtigen Taschen, Camping-Items, Bekeidung, Zubehör, allein schon der passenden Handyhalterung drauf… Ich kam noch nicht mal dazu, den Reiseführer zu lesen. Wo genau will ich eigentlich hin?

Urlaub planen nervt.

Kein Urlaub machen aber auch…

Spontane Idee: heute Morgen einen Teamchat starten. Kollege Frank kam dazu und sprach davon, dass er gerade (im anderen Job) die Marke Duplo betreut. Nun ratet mal, wer den ganzen Tag Bock auf Duplo hatte und am Ende…

Verdammte Werbung…

Schon wieder 1 cooler Song (aber sonderbares Video):

Und noch paar Bilder vom Wochenende:

Kategorien
Meh

.34: Random Thoughts

  • Browser-Anbieter: Bitte in eure nächsten Versionen Tools einbauen, die automatisch jedes Standard-Cookie bestätigen und nach 7 Tagen automatisch wieder löschen, wenn ich die Seite nie wieder besuche. Außerdem jede frickin‘ Anfrage sofort blocken, ob ich Browser-Benachrichtigungen dieser Seiten abonnieren möchte (möchte ich nicht! Möchte keiner!!!) und Anfragen nach Newsletter-Abos automatisch herausfiltern.
  • Online-Redaktionen und Webdesigner: Nur weil es technisch möglich ist, ist es kein Grund, all diesen Mumpitz in eine Seite einzubauen. Das war bei Laufschrift in den 90ern auch schon so.
  • Und wenn ihr schon dabei seid, baut eure Seiten bitte so, dass die 27 Ads, die ihr einfügt, nicht andauernd die Seitenstruktur verändern. So dass der Text in den 30 Sekunden, die die Seite mit allen Trackern und Ads laden muss, nicht kreuz und quer durch die Gegend springt.
  • Alle, die sich depressiv, verängstigt, nicht mehr in Kontakt mit der Welt fühlen und Angst haben, dass wir auf dem Weg in eine Diktatur sind oder der Weltuntergang naht, schmeißt als erstes bitte alle Breaking-News-Apps von eurem Smartphone. Da. kommt. nichts. Breaking-News-Mäßiges. Ihr verpasst nichts, wenn ihr 1x morgens und abends die WDR5- und DLF-Radio-Nachrichten hört oder 1x die Tagesschau guckt.
  • Meldet euch als zweites von Facebook ab. Da verpasst ihr noch viel weniger.
  • Drittens: Von Twitter. Nein, ihr müsst den Ignoranten dort nicht die Welt erklären oder euch von ihnen beleidigen lassen.
  • Geht anschließend eine Runde um den Block und überzeugt euch davon, dass da gerade kein Mord- und Totschlag stattfindet.
  • Ich mache das mal eben gerade selbst, sonst drehe ich hier durch. Augenblick…

  • Hersteller von Camping-Ausrüstung: Bitte Aufbau-Anleitungen standardmäßig um Wieder-Zusammenpack-Anleitungen ergänzen. Beim ersten Auspacken achtet doch keine Sau genau drauf, wie so ein Schlafsack zusammengefriemelt war…

Was ich gerade mache, hat mit Minimalismus wenig zu tun, es läuft allem, was ich eigentlich machen wollte zuwider, und vielleicht bin ich deswegen so unausgeglichen. Der ganze geplante Trip in die Schweiz samt dem E-Bike, der Camping-Ausrüstung, neuer Fahrradklamotten etc. kostet mich Tausende. Ich kaufe das halbe Internet leer, statt Dinge wegzuschmeißen. In meiner Küche stapeln sich schon wieder die Kartons, dabei hatte ich die alten gerade weggeräumt.

Vieles davon ist idealerweise nachhaltig, wird mich also über Jahre begleiten (das Zelt, die Luma, der Schlafsack…). Bei den geplanten Fahrradklamotten, den Fahrradtaschen (kosten 50-70 Euro das Stück!) und überhaupt dem E-Bike weiß ich das noch überhaupt nicht. Werde ich jetzt zum E-Tourenweltmeister oder verkaufe ich das direkt wieder? Man wird sehen.

Um das alles zu kompensieren, habe ich erstmal ein paar alte Klamotten in der Altkleidertonne entsorgt. Hat sich gut angefühlt. Aber ich werde nicht für immer Dinge wegschmeißen können…

Würdet ihr für einen E-Mail-Dienst über 100 US-Dollar im Jahr zahlen?

Auch nicht, wenn er verdammt chic ist und die E-Mail gehörig aufbohrt?

Für das Trendblog habe ich Hey.com getestet, das seit heute frei zugänglich (aber nach der Testphase eben kostenpflichtig) ist. Ich bin über viele frische Ideen gestolpert, ein paar Dinge haben mich aber auch direkt genervt… Wenn ihr das mal testen wollt, schreibt mir zwei Zeilen an jvielmeier@hey.com!

Was für ein Bild! Leider nur eine Zeichnung, leider auch nicht von mir (sondern von der IPAC), aber so ungefähr darf man es sich vorstellen, wenn zwei Schwarze Löcher auf Kollisionskurs sind:

Caltech/R. Hurt (IPAC)

Mein Bild des Tages hält da nicht ganz mit…

Wird ne kurze Nacht. Auf dem Frankenbadplatz steigt die Party des Jahres. Bose, JBL und Co.: Was musstet ihr Bluetooth-Lautsprechern auch so einen Wumms verpassen?

Ich mochte den Corona-Lockdown…

Kategorien
Meh

.31: ¯\_(ツ)_/¯

Wenn sich jetzt schon der Heimathorst in die Debatte um einen taz-Satirebeitrag einschaltet, sogar die Autorin anzeigt, dann ist entweder Sommerloch oder er will von was ablenken.

Nö, falle ich nicht drauf rein.

¯\_(ツ)_/¯

Wahrscheinlich sollte ich mich sogar darüber aufregen, dass nun alle davon sprechen, die taz hätte geschrieben, Polizisten gehörten auf der Müllkippe entsorgt (hat sie nicht). Dass Seehofer ernsthaft glaubt, so ein Beitrag hätte etwas mit den Krawallen in Stuttgart zu tun, glaube ich ihm schon nicht. Dann hätte er entweder selbst vergessen (oder will, dass wir vergessen haben), dass er selbst vor gar nicht langer Zeit noch gegen Flüchtlinge gehetzt und sich hinterher erschüttert gezeigt hat, dass es immer mehr Angriffe auf Flüchtlinge gäbe.

Trotzdem tippe ich einfach mal auf Sommerloch. Corona ist vorbei (zumindest auf dem Bonner Frankenbadplatz), viele Leute sind im Urlaub, die meisten Wahlkämpfe beginnen erst später. Von daher:

¯\_(ツ)_/¯

Außer in Bonn übrigens, da ist der Wahlkampf schon losgegangen, unter anderem bei der SPD:

Hm… nein!

Also, „nein“ im Sinne von: Mit solchen Bildern könnt ihr dem aktuellen Amtsträger nichts anhaben.

Causa Amthor: An Zufälle glaube ich ja nicht. Warum deckt der „Spiegel“ das ausgerechnet jetzt auf, kurz bevor Amthor für den Vorsitz der CDU in Mecklenburg-Vorpommern kandidieren will? Zufall? Oder war der Zeitpunkt der Veröffentlichung geplant? (<- ja, das ist eine Frage, die ich dem „Spiegel“ stellen sollte, sonst wird daraus ein Verschwörungsmythos und dann bin ich nix besser als die Anderen. Ich hoffe, ich finde die Woche über mal die Zeit dazu, da nachzufragen.)

¯\_(ツ)_/¯

War nett, von HBO, die Serie „Watchmen“ über das Wochenende weltweit kostenlos zur Verfügung zu stellen. (Noch netter wäre es gewesen, wenn auch die letzten drei Folgen in Deutschland funktioniert hätten, aber na gut). Ein Zufall war es offenbar nicht, denn die Serie spielt in Tulsa, Oklahoma, just dort, wo anno 1921 ein weißer Mob 100 bis 300 Schwarze getötet und ihre Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht hat. Das Tulsa-Massaker wird anfangs in der Serie thematisiert. Bisher sehr gute Serie übrigens, hat (zum Glück) mit dem Film von 2008 nicht viel zu tun.

Donald Trump hielt seine erste große Wahlkampfrede nach Ende der Corona-Maßnahmen just an diesem Wochenende in – Tulsa, Oklahoma.

Apple WWDC 2020: Das erfrischendste an der Keynote war tatsächlich die Keynote selbst. Weil die Konferenz diesmal nicht vor Ort stattfindet, hat Apple die Keynote schon vorher aufgezeichnet und die Chance für ein wenig Dramaturgie genutzt. Sah gut aus – und wirkte irgendwie wie eine Comedy ohne eingespielte Lacher. Ich hoffe, das macht Schule, auch wenn Corona wieder vorbei ist! Auffällig auch das gleich doppelte Statement: Tim Cook bezieht Position für #BlackLivesMatter, und im Video selbst sind fast nur Apple-ProjektleiterInnen zu sehen, die eben keine weißen Männer sind. Auch so viele Frauen hat man in einer Tech-Präsentation selten gesehen. Kudos Apple!

Ach so, inhaltlich? Ein hübsches Redesign für macOS (Icons jetzt nicht mehr rund, sondern mit abgerundeten Ecken), Widgets für iOS (zehn Jahre nach Android), neue Watchfaces für watchOS („beautiful“), Memojies mit Mundschutz (aktuell) und um die Jahreswende die ersten Macs mit Apples eigenen ARM-Chips statt mit Intel.

¯\_(ツ)_/¯

Laut Apple bezeichnen „viele“ die 2021 auf Apple TV+ startende Serie „Foundation“ als „die beste Science-Fiction-Serie“ aller Zeiten. Ist ne Ansage (und sieht mir noch nicht wirklich so aus). Jared Harris spielt auf jeden Fall wieder mit:

Jahaha, Instagram-Werbe-Algorithmus! Du weißt, dass ich eine Schwäche für Kaffeetassen habe, dass ich Wortspiele mag und sowas auch durchaus witzig finde. Aber du hast nicht an die Form gedacht. Ich kaufe nur flachere, bauchige Kaffeetassen. Tja. Better luck next time…

Jetzt auch noch Spin. Bonn hat jetzt mindestens vier E-Scooter-Leihdienste. Mein Favorit bleibt vorerst Bird.

Fast schon mediterran. Fast.

¯\_(ツ)_/¯

Kategorien
Meh

.30: Story

Welcher Zweitklässler hat sich Ende von „The Mandalorian“ ausgedacht?! (Dicke Spoiler im nächsten Abschnitt! Scrollt zum Foto)

Wir haben euch umzingelt, wir haben nen TIE Fighter, eine Protonenlaserkanone auf euch gerichtet, 100 Stormtrooper, die auf euch zielen, 20 Elite-Einheiten, nebenbei haben wir gerade den Vermögenswert in unsere Gewalt gebacht, ihr habt überhaupt nichts mehr, wofür wir euch bräuchten, und ich bin sowieso der evilste Dude seit Kylo Ren. Deswegen nehmen wir euch jetzt an Ort und Stelle auseinander geben wir euch eine Viertelstunde, damit ihr euch noch verpissen könnt und danach lassen wir uns alle von euch totschießen.

¯\_(ツ)_/¯

Bild: Disney+

So gut mir die Serie gefallen hat, ich finde klare Abzüge in der B-Note. Ohnehin ein komischer Zeitgeist gerade. Sei es „The Witcher“, sei es neulich „See – Reich der Blinden“ oder eben „The Mandalorian“. Mich wundert, mit welcher Selbstverständlichkeit in jeder Serie inzwischen die Statisten im Dutzend abgemurkst werden. Im Rahmen der ersten „See“-Staffel dürften Hunderte über den Jordan gegangen sein, bei „Mandalorian“ ebenfalls.

Fand ich bei beiden Serien überflüssig und nebenbei unglaubwürdig. Ihr wärt gerne Game of Thrones, schon klar. Bei „See“ kaufe ich den (blinden!) Beteiligten die Präzision nicht ab, mit der sie ihre Gegner abmurksen. Und bei „Mandalorian“ kann ich mir beim Kanonenfutter so wenig Überlebenstrieb nicht vorstellen. Die warten geduldig auf ihren Gnadenschuss und sagen sofort nichts mehr. Soll das besonders familienfreundlich sein, damit es auf Disney+ laufen darf? Ich finde, eine gute Geschichte geht sparsam mit ihren Charakteren um, auch mit den bösen.

Speaking of gute Geschichte: Watchmen läuft dieses Wochenende kostenlos weltweit auf HBO.com. Aber nur dieses Wochenende. Der Dienst will nur einmal eine fiktive E-Mail und ein fiktives Geburtsdatum (Altersfreigabe) von euch. Ich kenne die Geschichte noch nicht, aber Hendrik meint: wäre gut. 🙂 Bekommt wohl zusätzliche Brisanz durch die aktuellen Unruhen in den USA.

Ich finde die Idee interessant, es ist fast wie Fernsehen. Ihr müsst zu einer beinahe bestimmten Zeit einschalten, sonst verpasst ihr’s. Klar könntet ihr auch noch am Sonntagabend damit anfangen, aber dann schafft ihr die 9 einstündigen Episoden nicht mehr.

Lange gesucht, das hier gefunden: Trekking-Zelt von Nightcat

Zum Thema Camping muss ich noch ergänzen: Sooo viel hat sich im Vergleich zu vor 30 Jahren dann doch wieder nicht getan. Die Luftmatratzen sehen heute anders aus, aber sie sind immer noch zu dünn und vor allem viel zu schmal. Es ist doch nicht alles so günstig und auch nicht alles vorrätig (etwa das Zelt, das ich eigentlich wollte, gab es gestern noch, heute aber nicht mehr). 70 cm für eine LuMa wären schon viel, meine hat nur 60. Ist halt Camping, sagt man sich dann. Aber auf 60-70cm kann ich mich nichtmal gefahrlos umdrehen. Warum darf es beim Camping nicht auch mal bisschen bequem sein? Breitere Luftmatratzen gibt es zwar auch, aber die kosten gleich einiges mehr, und ihr pustet schon wieder deutlich länger.

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Man muss meistens zwei Tode sterben. Ich wollte ein möglichst kleines Packmaß, möglichst gut, möglichst bequem, möglichst schnell aufgebaut, möglichst günstig, halbwegs schnell geliefert. Gibt es in dieser Kombination äußerst selten. Wäre vielleicht auch bisschen viel verlangt…

Ich werde dennoch bei <200 Euro für ein komplettes, kompaktes Campingset bestehend aus Zelt, Luma, Schlafsack, Stuhl, Handtuch und Hängematte bleiben. Qualität sieht in Ordnung aus, Packmaß so, dass alles idealerweise in 1 bis 1,5 Gepäcktaschen passt. Soll alles im Laufe der kommenden Woche geliefert werden. Kann man nicht meckern.

Ganz im Gegensatz zum Ebike-Versand. Von denen habe ich seit der Bestellung am Dienstag nichts mehr gehört…

Tatort Biergarten. Ich erwähnte, die Weißwürstchen hätten eventuell schon „was komisch geschmeckt“. Die Chefin nahm sich der Sache an…

… und schenkte mir einen großzügig bemessenen Schnaps als Medizin. Es ging mir auch gleich besser…

Wir machen das mit dem Leidartikel-Buch! Ich habe einen (verdächtig) günstigen Online-Service gefunden, und Jens war so nett, die ganze Sache bereits vorzufinanzieren. Jetzt heißt es eigentlich „nur“ noch, die alten Texte zu sichten, ein PDF aus den besten zu basteln, und dann kann es auch bald losgehen. Geplante Seitenzahl: 144. Geplante Auflage: 25. Bin gespannt, was das wird. 🙂

Redwood City Bad Godesberg:

Kategorien
Meh

.24: Vom Winde zerlegt

Tja, das haben wir jetzt davon… Und ich fürchte, ich habe gerade auch meinen Teil dazu beigetragen. Vermutlich ging es vielen Leute wie mir. Sie wollten sehen, wie schlimm „Vom Winde verweht“ wirklich ist.

Und ja, geht gar nicht. Die Darstellung der Schwarzen als tumbe Taugenichtse, die froh sein können, dass gütige, weiße Herrenmenschen sie überhaupt für lau auf den Plantagen schuften lassen, ist noch nicht einmal das Schlimmste. Das hatte man ja für die Zeit, in der der Film gedreht wurde, fast schon erwartet. Viel übler ist eigentlich das Setting, das die Südstaaten zur Zeit der Sezession als sonnige, kleine Welt darstellt, in die dann irgendwann der böse Yankee einfällt. Noch einen drauf setzt die deutschen Synchronfassung (die ich gucken musste, weil ich den Südstaatenakzent nur zur Hälfte verstanden habe). Laut der können die Schwarzen sogar ihre eigene Sprache nicht richtig sprechen. Im Original reden sie schlicht Slang.

Das ist aber nicht das einzige Problem, das ich mit dem Film habe. Erschwerend kommt hinzu, dass es eine elendige, vierstündige, von Theatralik triefende Schmonzette ist. Ja, Clark Gable und Vivien Leigh spielen super. Spaß macht’s vor allem, wenn sie sich gegenseitig aufziehen. Dann hat der Film seine größten Momente. Die übrigen dreieinhalb Stunden hätte ich mir trotz wirklich aufwändiger Kostüme, Kulissen und Massenszenen lieber gespart.

Sieht gut aus!

Tough but fair…

Und noch paar Bildchen, dann schon genug für heute.

Kategorien
Meh

.20: Rassismus ist 80er

Versteht mich nicht falsch: Rassismus ist immer noch ein Riesenproblem, wie die letzten Tage gezeigt haben, auch in Deutschland. Gleichberechtigung ist immer noch nicht durch und auf Klimawandel und Umweltzerstörung reagieren wir mit: noch mehr Konsum.

Hab einen Bekannten mit einem E-Bike-Geschäft gefragt, ob er auch Gebrauchträder verkauft. Seine Antwort, sinngemäß: Er würde mir ja gerne helfen, aber die Kunden rennen ihm gerade wegen Neugeräten die Bude ein. Und mit den Anfragen für gebrauchte E-Bikes könnte er am Ende der Stadt ein eigenes Großlager aufmachen.

Läuft da nicht irgendwas schief?

Aber zurück zum Thema: Etwas kindlich-naiv formuliert: Das hatten wir doch eigentlich alles schon hinter uns, seit ich klein war. In meinem Umfeld waren Frauen gleichberechtigt, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass das anders hätte sein können. Dass Mädchen mindestens genauso schlau waren wie Jungs und alles werden können, was sie wollten, war da längst bekannt. Ich meine auch, es war in der Grundschule der katholische Religionsunterricht (den viele heute für Teufelszeug halten), wo unser Lehrer uns Offenheit und Toleranz gegenüber Menschen anderer Glaubensrichtungen eingeschärft hat. In der Schülerzeitung in der 5. Klasse (das war etwa 1989 rum) habe ich damals einen Beitrag darüber geschrieben, wie gefährlich Autoabgase seien und dass wir was dagegen tun müssten. Michael Jackson (lange vor Bekanntwerden seine Pädophilie, ein weiteres Problem, das gerade wieder aktuell ist) sang ein paar Jahre später einen tollen Popsong gegen Rassismus. Und alles war gut.

Spätestens da waren die Themen eigentlich für mich erledigt. Und heute, 30 Jahre später, schlagen wir uns allen Ernstes immer noch mit ihnen herum? Das darf doch alles nicht wahr sein! Was ist da bitte schief gelaufen?


Minimalismus letztes Level

Besiegte, weil fertig aussortierte Räume:

  • Auto (✓)
  • Keller (✓)
  • Küche (✓)
  • Bad (✓)

Fehlen noch Schlafzimmer, Flur und vor allem Arbeitszimmer. Hier vor allem die Kommode mit allem Papierkram. Letzte Gegner:

  • Einkommensteuer-Erklärung 2019 (ein letztes Mal auf Papier)
  • Papierlose Strategie
  • Alte Kladden, Tagebücher, Briefe
  • Alte Dokumente auf der Festplatte
  • 80.000 Fotos (immer noch)
  • Altersvorsorge
  • Vorsorgevollmacht & Co.
  • Fachbücher, die ich mal angeschafft, nie gelesen, vor dem Wegschmeißen aber dann doch mal durchgearbeitet haben wollte

Nebenbei: Was bin ich froh, dass ich DIESES Mistbuch endlich durch (und sofort in den öffentlichen Bücherschrank outgesourct) habe. Klingt eigentlich spannend, und das Thema hat mich auch interessiert, aber war unfassbar dröge zu konsumieren. Hab fast ein halbes Jahr daran gelesen.

Letzte Geräte zum Wegminimieren:

  • MacBook Air 2013 (bereits vergeben)
  • Dell Multifunktionsdrucker (dto.)
  • Alte Speicherkarten, hauptsächlich MicroSD (jemand Interesse?)
  • Eventuell doch noch die Fotokamera (Canon EOS M6 Mark I)

Morgen entscheidet sich auch, ob ich den Dell XPS 13 behalte. Sieht nicht gut für ihn aus.

Das ist noch gut und gerne Arbeit für ein paar Wochen. Aber das Ende ist in Sicht. 🙂


WHERE ARE MY DRAGONS?!?

Ach so, da oben…

Hrhr…

A few pics. All taken this weekend in Bonn, Germany:

Kategorien
Meh

Aventure Pieces #18: Wer mag schon Realität

Da fallen ganze Bäume auf mein Auto. Also mache ich eben ein wenig Foto-Kunst draus. Hier wieder einmal mit dem Smartphone.

Ohnehin überlege ich, meine Kamera im Rahmen des Minimalismus-once-and-for-all-Programms auch noch wegzubeordern. Sie macht schönere Fotos als mein Smartphone, ja. Aber dann wiederum reicht mir in den meisten Fällen das, was das Smartphone kann. 80% sind ohnehin Bildgestaltung und Komposition. Das Galaxy S10 overperformed fast immer, einige Kamera-Spielereien lassen sich mit dem Pro-Modus auch einstellen.

Seit etwa 3 Jahren befasse ich mich verstärkt mit Fotografie. Und das ist nun die Quintessenz? Vielleicht lese ich erst nochmal eins der Fotobücher, die ich wegminimieren wollte. 🙂

Was jeder weiß und was für jeden sofort klar ist: Wenn ein Notebook-Hersteller „bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit“ angibt, dann kommen am Ende 6 Stunden dabei heraus. Weil, ist ja klar, weiß ja jeder warum. Warum? Weil sie sich alle auf einen sonderbaren, sechs Jahre alten Benchmark beziehen. Nur unter Labor- und Optimalbedingungen erreichbar, versteht sich. Und nur bei bestimmten Szenarien.

Das Dell XPS 13 9300 hatte ich heute 6 Stunden laufen, bevor der Akku in die Knie ging. Ich hatte die Helligkeit fast ganz runtergepegelt und die Tastaturbeleuchtung auch. Ich habe extra die Version mit FHD+ statt UHD bestellt, in der Hoffnung, dass die niedrigere Auflösung sparsamer ist (eine geringere bietet Dell auch gar nicht an). Ich hatte eine gute Handvoll Tabs im Firefox offen und daneben noch zwei bis drei kleinere Programme. Okay, ich habe einen Core i7 genommen statt einem Core i5. Aber trotzdem: 14 Stunden Unterschied zwischen Werbung und Realität. Das ist schon bitter enttäuschend. So enttäuschend, dass ich, obwohl sonst eigentlich zufrieden mit dem Ding bin, tatsächlich darüber nachdenke, es noch zurückzugeben.

Ja, Realität wird überbewertet. Aber es ist dann doch die, mit der sich die blöden Kunden am Ende herumschlagen müssen. Es ist das gleiche wie mit diesen unrealistischen Reichweiten von Elektrofahrzeugen jeglicher Art. Hersteller, seid doch wenigstens ehrlich!

Ein wunderbares Dessert (oder Frühstück), kanntet ihr sicher schon seit Jahren, ich hab’s heute für mich entdeckt: Knack-und-Back-Croissants mit Schoko-Philadelphia:

Leave a light on for me:

Kategorien
Meh

Aventure Pieces #16: Och Mensch!

Mein neuer Rechner ist da. Es ist der neue Dell XPS 13 und der erste Eindruck ist sogar besser als erwartet. Angenehm klein. Und die Details hat Dell verbessert, etwa mit einer größeren Enter-Taste (ja, sowas ist wichtig). Tolles Design, Touch! Also los, kurz Windows einrichten, dann Ubuntu drauf, für immer glücklich sein.

Ubuntu will aber nicht installieren. Startet live, erkennt die komplette Hardware ohne Murren und sagt dann: Musst du erst RST im BIOS abschalten.

Na gut.

Ich ins BIOS, kein RST zu finden. Lese den Supportbeitrag auf Ubuntu. Wenn Ubuntu einfach so installiert: alles gut! Wenn das System aufmuckt und dich auffordert, RST auszuschalten: alles schlecht. Dann darfst du dich drauf einstellen, dass du Windows nie wieder benutzen kannst.

Ich schreibe euch jetzt also von Windows und google nach weiteren Lösungen. Nachdem ich vorher schon zahlreiche Updates von Hand eingespielt habe, will Dell Command ein weiteres GB Updates holen und gleich neu installieren. Der Support Assistent meldet sich minütlich mit brandheißen News, WaveMaxx Pro wurde installiert. Windows behauptet, es wäre 21:30 Uhr, obwohl es schon 23:30 Uhr ist (ein altbekanntes Problem, das Microsoft offenbar nicht gelöst bekommt). Und wo ist eigentlich McAfee?

Windows…

Windows nervt, ich will das nicht. Ubuntu? Will mich nicht. Ich sehe mich am Ende doch zu einem MacBook zurückkehren. Nicht weil es das Beste ist, sondern wirklich nur, weil da einfach einmal alles sofort funktioniert und keine blöden Benachrichtigungen nerven.

Rezo hat jetzt auch die Presse zerstört. Und ich hab’s ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen. Anlass dafür gibt es bestimmt genug. Neu daran dürfte auch nicht viel sein. Aber dem Manne hören ja wenigstens ein paar Leute zu, unter anderem die Presse.

Wobei ich immer noch dieses Henne-Ei-Problem sehe. Warum kaspern so viele Medien so rum? Weil sonst einfach zu wenig Geld reinkommt. Weil Klickzahlen immer noch die Währung sind, ein TKP mit Glück ein paar Euro bringt und du nur auf deine Klickzahlen kommst, wenn du den Voyeur im Menschen bedienst und die Leute verdummst.

Und solche dummen Leute machen dann Jagd auf dich und deine Journalisten-Kollegen (also die echten) während Demos. Nicht nur der aufgebrachte Pöbel übrigens, mittlerweile auch die Polizei. Einzelfälle bisher zum Glück nur, aber es gibt sie, in Deutschland genauso wie jetzt in den USA. Es ist zum Kotzen.

Passend dazu: Schade, schade, sehr sehr schade. Medienkritiker Hans Hoff verlässt die Bühne, einer den ich vor allem die letzten Jahre wirklich gerne gelesen habe. In einem herrlichen letzten Stück für DWDL blickt er auf sein Leben zurück, wie er mit einer 5 in Deutsch seine erste Rezension für ein großes Musikmagazin schrieb, wie er einmal seine Freunde für einen Beitrag auf ein Konzert schickte, weil er selbst nicht vor Ort sein konnte oder wie es dazu kam, dass er plötzlich den Lörres von Sting… Ach, einfach schön!

Die Profis spielen schon wieder Tischtennis. Timo Boll hat die ersten Düsseldorf Masters gewonnen. Vor leeren Rängen und unter einem strengen Sicherheitskonzept. Unter anderem muss der Ball nach jedem (!) Aufschlag desinfiziert werden. Auf so nen Scheiß habe ich ehrlich gesagt gar keinen Bock.

„Aus bewirtschafteten Forstbeständen“ – ist das irgendeine Art von Qualitätskriterium?

Ich gucke jetzt doch mal Rezo. Vielleicht heitert mich das ja wieder auf.

Bild des Tages. Crazy Luna und crazy Nachtmodus:

Kategorien
Meh

Aventure Pieces #11: 48 Stunden vegan

Voll das Aventure, mich 48 Stunden lang vegan zu ernähren… Ging natürlich für die kurze Zeit vergleichsweise einfach. Hummus auf Toast, einmal zum veganen Burger ausgebaut, Kartoffel-Gemüsepfanne, Baked Beans, Kaffee mit Hafermilch, sogar zum Mäcces hätte ich gehen können. Einen Cappuccino machte ich versehentlich mit Kuhmilch und nahm einen Schluck. Als Wiedergutmachung habe ich aus den aufgetragenen 36 Stunden 48 gemacht.

Aber auch keine Sekunde länger, das sage ich euch! Der Nachtisch nach exakt 48:01 Stunden enthielt schon wieder Kuhmilch. Schaue ich in meinen Kühlschrank, ist da kaum etwas mit Fleisch, aber tierische Produkte sind dann doch in fast allem, vom Kräuterbutterbaguette über den Käse (klar), die Burgersauce bis hin zum Schokoriegel. Ich könnte mich über Wochen vegetarisch ernähren ohne groß was zu vermissen, aber vegan? Ist ein zehnmal härteres Kaliber und hätte ich ganz ehrlich keinen Bock drauf.

Botschaft angekommen! Und meinen größten Respekt (ja, im Ernst) an jeden, der das hauptberuflich macht. Paar leckere vegane Sachen gibt’s aber durchaus:

Dell hat mal wieder alle neuen XPS-13-Laptops im Angebot außer dem, den ich haben möchte. Von wegen „frei konfigurierbar“. Ich will ja eigentlich gar nicht viel, nur 16 GB RAM (dass 8 GB immer noch Standard sind, ist völliger Quatsch) und ein Full-HD-Display mit Touch (UHD frisst viel zu viel Strom). Als Alternative hatte ich das Lenovo Ideapad C340 ins Auge gefasst. Klingt nach nix, hatte aber eigentlich alles, was ich brauche – nur leider auch keine 16 GB. Ein neues Notebook und ich, es soll wohl einfach nicht sein.

Es gibt schon ulkige Namen manchmal:

Public Cloakroom:

Habe den Juni zum endgültigen Monat erklärt. Danach würde ich gerne fertig sein, mit dem Minimalismus-Ding, mit allem eigentlich. Das wird noch einmal viel Arbeit werden… Aber dann wäre ich auch durch.

Bin raus für heute. Macht euern Scheiß alleine… (#Scheißtag)

Kategorien
Meh

Aventure Pieces #10: Zahnlose „Bild“, ich bin enttäuscht

Nicht unbedingt High Class, dass die „Bild“ angebliche Gegner von Dr. Drostens bisher noch nicht veröffentlichter, neuer Studie aufgetrieben, mit höchstens einem von ihnen wirklich gesprochen, sich ansonsten bei Twitter-Zitaten bedient und Drosten selbst für eine Stellungnahme zu komplexen Vorwürfen gerade mal 1 Stunde Zeit gegeben hat. Drosten hat das kritisiert, die vermeintlichen Zitatgeber haben sich auf seine Seite gestellt, die „Bild“ viel Kritik für ihre Herangehensweise einstecken müssen. Und der Beitrag, der dann heute trotz allem erschienen ist, ist an Unsäglichkeit kaum zu… er trieft vor… er ist unfassbar… harmlos.

Kein „DROSTEN LÜGT“, kein „Die Wahrheit über den Corona-Besserwisser“ oder „SO FALSCH LIEGT DROSTEN“ oder „UNWAHR!!! DAS SAGEN STATISTIKER ÜBER MERKELS STAR-VIROLOGEN“.

Statt dessen eine Überschrift mit Nebensatz, beinahe sachlich. „‚Wir empfehlen, den Fehler einzugestehen und die Studie zurückzuziehen'“? Da fuck?!

Es folgt eine recht sachliche, wenn auch dünne, Argumentation, die schon erwartet wenigen Zitate, die keine direkte Antwort auf die Studie sind, die noch gar nicht fertig ist. Dass die genannten Experten, einer mit „Sir“ im Titel, eher die Methodik bemängeln, nicht den Inhalt der Studie, steht da höchstens zwischen den Zeilen. Und, ja, er fällt, der Satz: „Jetzt ist klar: Die Ergebnisse der Drosten-Studie sind wissenschaftlich nicht haltbar.“

Ganz ehrlich: So ein „Bild“-Beitrag muss im öffentlichen Diskurs erlaubt sein, Kritik am Vorzeige-Virologen auch. So einen Artikel muss Drosten aushalten können, aber ganz ehrlich: Das kann er auch, problemlos.


Nicky hat gesagt, ich soll Trennzeichen hier einbauen. Oben seht ihr so eins. Ich bin noch nicht überzeugt…

Wobei es heute eh nichts zu erzählen gibt. Ruhiger, ereignisloser Tag. Nichts, was mich aufregen könnte, hat mich wirklich aufgeregt, nicht einmal die „Bild“… ach egal… Ein ebensolches noch, dann lassen wir’s für heute gut sein:

Kategorien
Meh

When did Binge-Watching lose its fun?

In einer Viertelstunde ca. läuft mein Netflix-Abo aus. Zum ersten Mal nach gut 5 Jahren. Ich habe bei der Gelegenheit noch schnell die 4. Staffel „Haus des Geldes“ nachgeholt. Und ganz ehrlich: Ich hätte in der Zeit lieber ein paar Kapitel weiter „Wiener Straße“ von Sven Regener gelesen.

Es liegt gar nicht mal an „Haus des Geldes“. Auch die 4. Staffel war wieder munter, spannend, hatte fiese Antagonisten. Aber irgendwie ist der Reiz selbst aus guten Serien vollkommen raus. Oder anders gesagt: Ich will eigentlich gar nicht mehr viele Stunden in der Woche meiner kostbaren Lebenszeit damit verbringen, mir komatös irgendwelche Serien reinzukloppen. Da hat das Leben ja auch noch Anderes zu bieten. Ja, selbst in Zeiten verordneten Zuhausebleibens.

Irgendwie lese ich mittlerweile lieber. Romane im Moment sehr viel, auch Fachbücher, wenn sie leicht verdaulich sind. Ja, hält den Geist immer noch fitter als nur stumpf was zu gucken.

Es gibt noch viele Serien, die ich gerne gucken würde. „The Mandalorian“ interessiert mich, „The Handmaid’s Tale“ wollte ich immer noch mal gucken. Aber ich habe jetzt keine Eile mehr damit und außerdem gar nicht mehr das Gefühl irgendwas zu verpassen. Der Reiz aus Binge-Watching ist völlig raus. Vielleicht auch einfach nur, weil man viel nachzuholen hatte und es ein Trend war, der wie alle anderen Trends eben irgendwann einmal zu Ende geht.

Und keine Sorge, ich bereue nichts! Es war guter Stoff dabei, richtig tolle Serienkunst, selbst aus deutschen Landen (talking about „Bad Banks“ oder „How to sell drugs online fast“). „Game of Thrones“, „Breaking Bad“, „House of Cards“ oder auch zuletzt noch: „The Morning Show“ auf Apple TV+, in meinen Augen ein Meisterwerk. War eine gute Zeit, aber jetzt würde ich mich gerne mal wieder was Anderem widmen.

Und ihr?

Kategorien
Meh

Call It a Day

Es gibt so Tage, da geht einfach nichts. Es will dir kein gutes Wort einfallen, du kannst dich nicht aufraffen etwas zu tun, jeder Handgriff geht daneben, plötzlich ist es schon 1300 Uhr und du dachtest, es wäre erst 12.

Normal habe ich mich in solchen Fällen immer durchgeschleppt. Stundenlang weiterprobiert und irgendwann um 2000 Uhr viel zu spät und entnervt Feierabend gemacht, ohne was Signifikantes geschafft zu haben.

Heute habe ich das deswegen mal gelassen, gegen 1600 Uhr aufgegeben, mich auf die Couch gelegt und Netflix angeschmissen. Die letzte Staffel „Haus des Geldes“ wollte noch geguckt werden, bevor das Abo in ein paar Tagen ausläuft.

Nachdem ich die erste Folge hinter mich gebracht und mich gewundert hatte, wie viel vom Inhalt ich schon wieder vergessen habe, stellte ich erstaunt fest, dass ich direkt bei Folge 5 eingestiegen war. Wie auch immer das passiert ist.

Egal, ich kochte mir einen Kaffee, aß ein paar Giotto dazu, ging diesmal zurück zur ersten Folge und schaute die auch noch.

Und plötzlich wurde ich wach. Mir kamen ein paar Ideen für meinen Testbericht, die ich noch schnell runterschrieb. Mit dem Ergebnis, dass ich den am Ende fast fertig bekam. Ein Bild nahm ich dazu noch auf, um wenigstens das Gefühl zu haben, etwas Produktives geschafft zu haben. Und plötzlich hatte ich wieder Lust zu bloggen, darüber, warum ich eigentlich mein Netflix-Abo jetzt kündigen will.

Ich schrieb ein paar Zeilen und dabei mir fiel auf, dass das eigentlich ein viel spannenderes Thema für die Arbeit wäre. Also verlegte ich das Schreiben kurzerhand dorthin. (Text dürfte in ein paar Tagen dort erscheinen.)

Und am Ende packte mich doch noch die Lust rauszugehen, unterwegs eine Shawarma zu essen, eine Runde durch die Stadt zu spazieren und ein paar Fotos zu machen, die ich gleich noch auf Instagram hochladen möchte. Also zusammengefasst:

Ursprungsplan für heute:

  • Testbericht fertig schreiben
  • Noch irgendwie rausgehen danach.
  • Weiter mit dem neuen Testgerät (Chromebook) herumspielen

Plan B gegen Nachmittag:

  • Alles bleiben lassen und mit Netflix auf der Couch versacken

Letztendlich tatsächlich umgesetzt:

  • 2 Folgen „Haus des Geldes“ auf Netflix geguckt
  • Testbericht fast fertig bekommen
  • Durch Netlflix zu weiterem Bericht inspiriert worden und den direkt aufgeschrieben
  • Danach noch irgendwie rausgegangen & Shawarma gegessen
  • Bilder gemacht
  • Am Chromebook rumgespielt (Linux da drauf zu hauen, ist gar nicht so einfach, eh?)
  • Ge-instagramt
  • Gebloggt (diesen Beitrag hier)
  • Gleich sicher noch was lesen und weiter netflixen

Man kann festhalten: Viel mehr geschafft, eben weil ich den Tag drangegeben habe.

Das deckt sich mit meiner Erfahrung, dass ich an Wochenendtagen, an denen ich mir nichts vornehme, am Ende meist viel mehr erledigt kriege als an solchen, an denen ich mir viel vornehme. Also einfach gar nichts mehr vornehmen und gleich von Anfang an auf die Couch? Das klappt auch nicht, leider.

Die einzige Lehre, die ich gerade daraus ziehe: Wenn an einem Tag gar nichts geht, es dann auch einfach mal lassen und nicht krampfhaft irgendwas versuchen. Denn das scheint immer die schlechteste Wahl zu sein.

Kategorien
Meh

Lasst es!

Das wär’s ja! Wenn in diesen Zeiten des Stillstands und der Ungewissheit wenigstens die Bundesliga wieder spielen dürfte! Geisterspiele zwar nur, aber dank zehntausender ungenutzter Tests würde keinem was weggenommen, wir hätten endlich wieder etwas Abwechslung. Die Teams testen bereits und bilden erste Trainingsgruppen, und auch der Heimathorst hat sich am Sonntag dafür ausgesprochen, die Spiele unter den notwendigen Bedingungen bald wieder stattfinden zu lassen.

(Lasst es!)

Die Meldung überschnitt sich damit, dass drei Spieler des 1. FC Köln positiv auf Covid-19 getestet wurden. Damit hätten dann eigentlich nach den besprochenen Maßnahmen alle Spieler des FC quarantiniert werden müssen; dorthin geschickt wurden nur die drei.

Insgesamt 10 Funktionäre (Spieler oder Personal) von 1.700 in Liga 1 und 2 aktiven Verantwortlichen wurden im letzten Test positiv getestet. Ein vertretbarer Prozentsatz. Eigentlich.

Aber wie sollte das denn eigentlich funktionieren? Da wird ein Spieler positiv auf Covid-19 getestet und dann sollen seine ganze Mannschaft und die des Gegners in Quarantäne. Zwei Wochen lang. Schon ein einziger Fall von Covid-19 also würde den Spielplan komplett durcheinander bringen, denn wenn man das Programm noch bis zum Spätsommer über die Bühne bringen will, müssten zwei Spiele pro Woche gespielt werden.

(Lasst es!)

Und dann passierte heute noch das: Salomon Kalou, einer der Führungsspieler von Hertha BSC, nahm ein Live-Video von sich im Trainingsgelände auf, in dem er es mit den Abstandsregeln, nun ja, alles andere als genau nimmt.

Er begrüßt Mitspieler per Faust, einen Funktionär per Handschlag, platzt in den Corona-Test (!) eines Mitspielers mit dem Mannschaftsarzt und beschwert sich ganz nebenbei noch darüber, dass man ihm wegen der Corona-Krise das Gehalt gekürzt habe.

(Lasst es!)

Kam nicht gut an, quasi alle sind außer sich. Hertha hat Kalou – und das ging sehr schnell – bereits suspendiert.

Kann man machen, muss man wohl auch machen, war eindeutig drüber von ihm. Aber ganz ehrlich? Wie habt ihr euch das denn bitte vorgestellt, wenn die Spiele wieder laufen? Dass bei einer Ecke im Strafraum alle 1,50m Abstand voneinander halten? Keine Manndeckung, kein Geschubse mehr? Dass keiner mehr in einen Zweikampf gehen darf? Dass die Spieler schon beim Training brav Abstand voneinander halten, weil Fußball ja ein körperloser Sport ist?

(Lasst es!)

Das Beispiel Kalou zeigt eigentlich nur, was passieren wird, wenn die Spiele wieder laufen, weil Fußball ohne Abstand und Kontakt eben nicht geht. Weil es verrückt ist anzunehmen, dass bei 81 noch ausstehenden Spielen in der 1. Liga mit >50 Funktionären pro Spiel kein einziger Corona-Fall auftreten wird. Und weil jeder Spieler eben noch ein Privatleben hat, in dem er wer weiß wie viele andere Menschen trifft und man das wohl kaum kontrollieren kann.

Und weil es Wichtigeres gibt. Ja, wirklich. Die Vereine bekommen ganz, ganz große finanzielle Probleme, wenn die Spiele nicht weitergehen? Joa… wisster was? Dann knallt das da halt mal.

Dann betrifft es alle, und dann ist die Chance auf einen Neuanfang da, mit weniger horrenden Spielergehältern und Ablösesummen, ohne mit Korruption vergebene Weltmeisterschaften, ohne kriminelle Machenschaften eines undurchsichtigen Beratergeflechts und dubioser Spielertransfers. Ohne Versicherungskonzerne, die die Namen altehrwürdiger Stadien tragen, ohne Milliardäre, die sich in Meisterschaften einkaufen. Vielleicht ist das endlich mal die Chance auf den heiß ersehnten Neuanfang…

Natürlich nur, wenn in anderen Profiligen derweil nicht doch gespielt würde, das ist klar.

Aber so oder so: Fußballvereine sind auch nicht wichtiger als jede andere Industrie, die gerade stillstehen muss und auch keine Ausnahmeregel erhält. Die Bundesliga wieder starten zu lassen, mag ein netter Gedanke gewesen sein, um uns bei Laune zu halten, aber dahinter steht die falsche Absicht, die Ansteckungsgefahr ist immens, funktionieren dürfte es nur durch ein Wunder, und ganz nebenbei wäre es alles andere als hübsch anzuschauen.

Lasst es!

Kategorien
Meh Tech

Störungsmelder hat eine Störung

Powered by Vodafone.

Kannste dir nicht ausdenken. 🙂

Kategorien
Meh

Zoned

1 Irgendein Film läuft gerade, und es ist ziemlich sicher der falsche. Seit sie die Kontaktbeschränkungen gelockert haben, wirkt auf der Straße alles wie früher. Nur dass irgendwie gar nichts wie früher ist.

2 Vorhin war ich im Body Shop, um mir ein Shampoo zu kaufen (the things you get hooked on) und hab mir vorher schon fast routinemäßig eine Gesichtsmaske aufgezogen. Auch wenn das erst ab Montag vorgeschrieben ist. Die Verkäuferin trug auch eine Maske und hat mich angelächelt. Glaube ich.

3 Die TV-Serie „The Leftovers“ beginnt damit, dass 2% der Weltbevölkerung auf einen Schlag verschwinden. Niemand weiß wieso, niemand hat eine Erklärung. Aber der Alltag läuft danach unverändert weiter, weil es anders eben nicht geht. Außer dass die verbliebenen 98% in kollektive Depression gestürzt werden und sich davon nicht mehr so richtig erholen. Ein wenig erinnert mich das Ganze daran.

4 Ich sitze mit meinem Laptop auf meinem kleinen Balkon, während ich hier blogge. Unten hat einer auf dem Frankenbadplatz auf seinem Bluetooth-Speaker Salsa-Musik angemacht und tanzt dazu. Der ziemlich alkoholisierte DJ will ein paar Bulgaren, die in der Nähe stehen, dazu animieren mitzutanzen. Er zeigt ihnen ein paar Schritte, aber die haben keine Lust, wollen außerdem Abstand halten, und das Ganze verläuft sich ziemlich schnell.

5 Solange das Wetter gut ist, geht es auch mir gut, und mein Optimismus ist ungebrochen. Ich bin unglaublich energetisch in letzter Zeit, erledige meine Arbeit schneller, beginne den Tag oft erst einmal mit ein paar Gymnastikübungen. Nach der Arbeit lese ich viel, immer 1 Fachbuch, 1 Roman gleichzeitig. Ich habe wieder angefangen „Don’t Starve“ zu spielen. Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es im Sommer zu einem Urlaub in Mitteleuropa reicht. Ich würde gerne in die Schweiz.

6 Die Bulgaren machen ein paar Meter weiter ihre eigene Disco auf. Jetzt gerade läuft Balkan-Musik vs. Bob Marley. Die Kakophonie treibt alle Anderen auseinander. Mittendrin steht der Typ, der sonst immer vor dem Bistro Flott sitzt, was er gerade nicht kann. Er steht verloren zwischen den beiden Musikquellen und gießt sich ein Bier hinter die Binde. Er leidet, das sieht man.

7 Ich bin schnell gereizt im Moment. Als neulich auf Quora ein „politisch Inkorrekter“ meinte, mir dumm kommen zu müssen, habe ich ihn in Grund und Boden geschrieben. Mir fehlt der Ausgleich. Tischtennis hat meine Nerven beruhigt, an der Rudermaschine im Studio habe ich mich ausgetobt. Beides fehlt mir gerade. Laufen kann ich nur alle 3-4 Tage und tue das auch, mehr machen meine Gelenke nicht mit.

8 Ich habe ein People Deficit. 4 Wo habe ich als Bilderbuch-Introvertierter ganz gut durchgehalten, mich sogar gefreut, dass hier niemand in der Wohnung stresst und mir auf die Nerven gehen kann. Aber langsam fehlen mir Sozialkontakte. Interessant, solche Eigenschaften über sich selbst mal in Zahlen vorliegen zu haben. Aber introvertiert hin oder her: Ich bin gar nicht mal so gut darin, mich selbst zu beschäftigen.

9 Der Wunsch ist, besser aus der ganzen Sache herauszukommen, als man reingegangen ist. Schade wär’s, wenn die Maßnahmen eines Tages enden würden und man feststellt, dass man den Kram, um den man sich kümmern wollte, immer noch da rumliegen hat, obwohl man doch Zeit ohne Ende hatte. Ich hatte für mich selbst ja die Minimalismus-Endstufe ausgerufen. Und obwohl sie die dafür extremst hilfreiche Spendenbox in der Nähe wegen Corona abgebaut haben, ist jetzt doch eigentlich die allerbeste Zeit dafür. Und doch muss ich kämpfen, dass es weiter geht. Es wäre einfacher, wenn gerade alles normal wäre. Bilde ich mir zumindest ein.

10 Das kann doch alles eigentlich nicht friedlich enden. Die Leute drehen doch durch so ohne Normalität, und dann gehen sie irgendwann aufeinander los. Denke ich mir zumindest. Vielleicht bin es aber auch nur ich, der gerade aggressiv ist.

11 Nee, bitte, macht dass das alles bald vorbei ist. Wir haben noch nicht einmal die Hardcore-Version, und es ist auch so schon kaum auszuhalten.

Kategorien
Meh

Kreativ, Duden!

Wirklich kreativ! Aber was denn jetzt? Der oder das Cookie? Hättet ihr ruhig noch dazu schreiben können!

Spoiler: Geht beides. Ich hab für euch nachgeschaut.

Kategorien
Meh

1-hour Tax

Spaß hat sie noch nie gemacht, eingebettet habe ich sie stets in viel, viel Prokrastination: die vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung.

Vor ein paar Wochen habe ich dann ja beschlossen, papierlos zu werden. Das würde dann auch die Steuer betreffen. Das Gute daran habe ich mir gerade mal im Geiste ausgemalt. Dadurch fiele nicht nur der Papierkampf weg, die Steueranmeldung könnte sogar um ein paar Schritte kürzer werden und damit noch schneller gehen. Zum Vergleich.

Papier-Steuervoranmeldung:

  • Kontoauszüge der letzten 3 Monate herunterladen
  • Ausdrucken
  • Durchgehen und mit dem Textmarker alles anstreichen, das relevant sein könnte
  • Die Markierungen überprüfen, ob sie auch wirklich relevant sind.
  • Bei der Gelegenheit die relevanten Rechnungen gleich herunterladen
  • Alle relevanten Rechnungen ausdrucken
  • Sortieren
  • Rechnungen und Einträge auf dem Kontoauszug nummierieren
  • Alles stapeln und mit dem Online-Steuerberater einbuchen
  • Nach Einbuchung wegelstern, also drahtlos an das Finanzamt übertragen
  • Buchungsjournal ausdrucken
  • Alles lochen und im dicken Aktenordner abheften

Alles in allem eine wahnwitzige Arbeit von meist knapp 3 Stunden. Es endete meist mit Rückenschmerzen und Schweiß auf der Stirn. Der Plan jetzt:

Papierlose Steuervoranmeldung:

  • Onlinekonto aufrufen und relevante Belege enttarnen
  • Entsprechende Belege abrufen und herunterladen
  • Sofort einbuchen beim Online-Steuerberater
  • Buchungen wegelstern
  • Buchungsjournal herunterladen
  • Heruntergeladene Dateien analog zum Buchungsjournal nummerieren.
  • Alles in den gleichen Ordner verschieben
  • Zusätzlich in der Cloud sichern

Ich probiere das gerade mal aus. Wünscht mir Glück…

Update/Ergebnis:

Yo, besser! Hat jetzt doch 1:30h gedauert, viele Rechnungen waren es diesmal auch nicht (danke, Minimalismus!). Etwas länger gedauert als gedacht hat das Ordnen und Umbenennen der Rechnungen und das Scannen der wenigen papiernen Rechnungen mit dem Smartphone. Das ging mit dem Galaxy S10 eigentlich ganz gut, aber die Scans musste ich mir dann wieder auf den Rechner schicken… Dann alles bei Dropbox hochladen. Alles in allem eine gute Entscheidung. Spart ca. 1 Stunde und dazu noch Nerven. 🙂 Wenn sich das Ganze langfristig auf unter 1 Stunde drücken ließe, wäre das ein riesiger Gewinn, und es würde weiter an Schrecken verlieren.

Kategorien
Meh

Genug geheult, Corona ist jetzt Alltag

Die ersten Tage waren noch ganz lustig. Endlich mal zuhause bleiben, ohne schlechtes Gewissen Serienkoma, passende E-Learning-Kurse heraussuchen. Auch eine Gymnastikmatte und ein paar Widerstandsbänder mit Türschnalle habe ich mir bestellt und direkt 1x benutzt.

Das alles macht mir nichts. Mein Job ist safe, die Leute brauchen Online-News und Dinge, die sie bestellen können, jetzt umso mehr. Ich kann jederzeit draußen spazieren und joggen gehen. Der Penny um die Ecke hat zwar kein Klopapier, aber sonst eigentlich alles. Ich komme klar.

Nach einer Woche „Maßnahmen“ ein erster kleiner Anflug von Unwohlsein. Die Arbeit läuft normal weiter, und ich habe gar nicht so viel Zeit, um mit meinen E-Learnings, Büchern und Serien hinterherzukommen, von denen jetzt plötzlich viele kostenlos sind. In den Supermärkten gelten nun Abstandsregeln, Mehl ist ausverkauft. Jeden Tag Spazierengehen ist dröge. Mir fehlen ein paar Gesichter aus dem Fitnessstudio und die Verdötschten aus dem Tischtennisverein. Und ob ich nicht doch mal überprüfen könnte, ob Einsparpotenzial da ist, fragt der Kunde. Nur für den Fall.

Zwei Wochen jetzt, oder drei, vier? Wie lange gelten die Maßnahmen schon? Mir ist jedes Zeitgefühl abhanden gekommen. Was ist heute überhaupt? Dienstag oder Mittwoch? Alles läuft normal weiter, außer dass normal irgendwie anders geworden ist. Wie lange soll das eigentlich noch gehen? Und wie wird die Welt danach aussehen? Der Nachbar im Treppenhaus, der immer so gerne plauscht, wirkt niedergeschlagen. Mir fehlen die täglichen Fußballergebnisse. Etwas Belangloses, das mich ablenkt. Die belgische Profiliga beendet die Saison vorzeitig, unser Tischtennisverband auch. Ich brauche ein neues Notebook, ganz unabhängig von der Krise, aber nichts passt für mich. Bei einem potenziellen Kandidaten steigt die Lieferzeit auf 24 (!) Wochen.

Und dann kommt er, der schwarze Donnerstag (oder ist es ein Mittwoch?). Ich will so nicht mehr, ich möchte meine Leute sehen, ich mag keinen Sport zuhause. Würde gerne wegfahren, nach Italien oder Südostasien, aber ich kann da nicht hin. Die Straßen sind voll von Spaziergängern, aber sie gehen mir auf den Geist, alleine weil sie da sind. Ich will meine Normalität zurück. Oder, um es mit den Worten eines hoch geschätzten, ehemaligen Mitschülers zu sagen: „Ich mag das hier aber alles nicht!“

Es ist tatsächlich ein mittlerweile virales Video von Mai Thi Nguyen-Kim, das mich irgendwie erdet. Vielleicht, weil darin einfach mal jemand ausspricht, was sich eigentlich jeder schon zusammenreimen konnte aber keiner wirklich wahrhaben wollte. Dass das hier noch eine ganze Weile weiter gehen wird. Mehr noch: Dass das hier jetzt das neue Normal ist. Besser, Jung, du gewöhnst dich dran.

So eine Erkenntnis setzt neue Kräfte frei. Dann wird eben Ausmisten mein neuer Sport. Da war ich ja eh noch nicht ganz fertig mit. Ich wollte meine letzten Übrigbleibsel bei eBay verticken, meine letzten Bücher noch einmal lesen, bevor ich sie weggebe. Meine Fotos sortieren. Und dann, wenn alles fertig ist, vielleicht das mit dem sprichwörtlichen Tapetenwechsel doch endlich mal konkret in Angriff nehmen. Und ein wenig Disziplin. Du brauchst Bewegung, damit es dir gut geht? Dann sorg da täglich für. Und wenn sich rausstellt, dass du doch ein halbes Jahr nicht ins Fitnessstudio kannst, dann kauf halt die scheiß Rudermaschine und spende sie danach den Armen.

Es geht jetzt wohl darum, kluge Lösungen für das Ganze zu finden. Und aktiv zu werden. Corona als der innere Antreiber, der zum ständigen Begleiter wird. Muss jetzt halt, ist dann eben so. Kriegen wir auch noch hin!

Kategorien
Meh

Was wurde eigentlich aus der Abschaffung der Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung, die uns gestern Nacht wieder eine Stunde Schlaf gekostet hat, sollte eigentlich abgeschafft werden. Der damalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sprach sich Anfang 2019 dafür aus und forderte von den Mitgliedsstaaten eine rasche Einigung, so dass die Zeitumstellung spätestens 2021 Geschichte sein sollte. Wie viele andere stimmte ich vergangenen Frühling für die dauerhafte Beibehaltung der Sommerzeit. Seitdem ist aber nicht viel passiert. Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich nicht einigen können.

Klingt nach üblicher europäischer Bürokratie und kleinstaatlichem Hühnerhaufen, hat aber, je mehr man darüber liest, durchaus nachvollziehbare Gründe. So haben etwa das westspanische La Coruna und die rund 2.000 km weiter östlich gelegene polnische Hauptstadt Warschau die gleiche Zeitzone (MEZ). Das hat eher politische als geografische Gründe. Demnach wäre die mitteleuropäische Zeit eigentlich nur in Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze korrekt, das auf genau 15 Grad östlicher Länge von Greenwich liegt. Hier erreicht der Sonnenstand nach „Normalzeit“ um 12 Uhr mittags den höchsten Punkt. In Westspanien wäre das erst weit nach 13 Uhr der Fall, in Ostpolen hingegen schon gegen 11 Uhr. Bei dauerhafter Sommerzeit alles eine Stunde später, in La Coruna also erst gegen 14 Uhr.

Damit würde es in La Coruna mit dauerhafter Sommerzeit auch erst zwei Stunden später hell, als eigentlich „natürlich“ wäre. Gleich doppelt schlecht etwa für Schulkinder: Sie müssten gerade in den Wintermonaten morgens deutlich länger im Dunkeln zur Schule (wo statistisch gesehen mehr Unfälle passieren) und wären dazu noch unausgeschlafen, weil das blaue Tageslicht beim Wachwerden hilft.

Und dann gibt es noch Länder wie Finnland, in denen es im Sommer überhaupt kaum mal dunkel wird, was dafür sorgt, dass die Leute schlechter schlafen. Ein wenig mehr Dunkelheit zu früherer Stunde wäre höchst willkommen. In Finnland ist die Mehrheit deswegen für die dauerhafte Winterzeit.

Alles für mich nachvollziehbare Gründe. In Deutschland freuen wir uns über lange Sommernächte und hätten auch nichts gegen etwas später noch Tageslicht in den tristen Wintermonaten. Wir haben aber auch gut Reden, wenn wir nah dran an der „natürlichen“ Zeit sind.

Also wieder mehr Zeitzonen einführen? Sollen die Spanier halt eine Stunde vor gehen und die Polen eine Stunde zurück? Würde auch nicht wirklich dafür sorgen, dass wir in Europa näher zusammenwachsen, und wäre für pan-europäischen Transit eher hinderlich. Klingt mir aber eigentlich nach einer besseren Lösung als ein „großeuropäischer Zeitenkompromiss“, der so einfach wohl nicht möglich ist.

Das nur als Erinnerung, dass die Anderen nicht alle doof sind, sondern das das mit einer einheitlichen, dauerhaften Sommer- oder Winterzeit so einfach eben nicht ist.

Kategorien
Meh

Okay, so langsam wird mir langweilig

And that might be a good thing.

Kategorien
Meh

Verhängt lieber gleich eine Ausgangssperre

Die Bundesregierung möchte lieber abwarten, bevor sie eine Ausgangssperre verhängt. Sie appelliert an die Vernunft der Leute, sich an einem sonnigen Samstag, in der alle Freizeit haben, nicht in großen Gruppen zu treffen. Lasst mich raten, wie gut das funktionieren wird… gar nicht. Vielleicht zeigen sich sogar 90 Prozent vernünftig, das reicht aber nicht. Die Zahl der Infizierten in Deutschland hat mittlerweile die 10.000 locker überschritten. Selbst in Italien, das die Ausgangssperre schon verhängt hat, steigt die Zahl der Infizierten (und die der Todesfälle) munter weiter. Warum sollten wir das ganze noch weiter eskalieren lassen?

Kategorien
Meh

Corona Pros & Cons

Krise, welche Krise? Heute auf dem Frankenbadplatz vor meinem Haus war Stimmung wie immer. Straßenmusiker spielten die Rolling Stones, der Caféwagen war wie immer da, die Kinder tobten, die Leute saßen in Gruppen zusammen und tranken Bier. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag, die Stimmung ansteckend. Alles wie immer, könnte man fast meinen. Man muss nur das Beste draus machen.

Und mittlerweile kann ich der Corona-Geschichte sogar Positives abgewinnen. Seit klar ist, dass wir uns einschränken müssen, spüre ich einen beinahe ungekannten Zusammenhalt in meinem Haus. Die WhatsApp-Gruppe ist aktiv, eine Nachbarin aus dem Nebenhaus, die ich gar nicht kannte, hängt einen Zettel auf, in dem sie anbietet, für eingeschränkte Personen einkaufen zu gehen. So viele Gespräche mit Nachbarn (aus sicherer Entfernung) wie in den letzten Tagen habe ich schon lange nicht mehr geführt. Wir bieten uns gegenseitig Hilfe an. Corona schweißt zusammen.

„Ist dir was aufgefallen?“, meinte mein Nachbar im Treppenhaus dann noch: „Plötzlich redet keiner mehr von einer Flüchtlingskrise.“ Oder überhaupt von irgendwas anderem. An einer Straßenecke fällt mir die Werbung eines Internetproviders auf: „Endlich WLAN in jeder Ecke deiner Wohnung“. Vor zwei Wochen noch hätte mich das brennend interessiert. Heute reicht es mir, in meinem Arbeitszimmer WLAN zu haben und die Leitung mit zwei Nachbarn teilen zu können, ohne große Einbußen zu haben.

Ich denke viel an meine Ex-Freundin. Erst vor zwei Wochen haben wir beschlossen es zu beenden, weil es irgendwie schwierig geworden war. Heute würde ich mir wünschen, sie wäre hier. Die Prioritäten haben sich komplett verschoben, alles andere wirkt so klein. Wie so oft merken wir wohl erst in Zeiten der Krise, was wirklich wichtig ist.

Gegen Abend ist die goldene Stimmung dann aber auch schnell vorbei. Mit den schnell fallenden Temperaturen verschwinden die Leute. Ich gehe noch einmal zum Supermarkt etwas einkaufen, auf dem Weg dahin begegne ich nur einem kleinen Mädchen, ihrem Hund und ihrer Mutter. Wir gehen alle auf Distanz. Eine Frau wandert langsam durch die Straßen, das Licht an ihrem Smartphone dauerhaft eingeschaltet. Es wirkt bizarr. Die Straßen sind deutlich leerer als sonst, die Restaurants, die noch geöffnet haben, natürlich auch. Dafür umso mehr Polizeipatrouillen. Ich sehe in der kurzen Zeit 5 Streifenwagen durch das Viertel fahren. Es herrscht eine fast gespenstische Stimmung und noch ist nicht einmal eine Ausgangssperre beschlossen.

Im Edeka das gleiche Bild wie im Penny heute Nachmittag. Einzelne Lebensmittel und Bedarfsgegenstände sind überall ausverkauft. Seife gibt es so gut wie keine mehr, Klopapier ist völlig aus. Selbst Waschmittel finde ich kaum noch. Eine Frau an der Kasse neben mir beklagt sich, dass es in keinem Supermarkt mehr Mehl gäbe. Auch Pasta wird knapp. Toilettenpapier-Memes fluten die sozialen Netzwerke, Desinfektionsmittel gibt es schon seit Tagen nicht mehr.

Das sei nur ein logistisches Problem, sagen Politiker und die Handelsketten. Es herrsche kein Notstand. Nun ja, aber offenbar doch, sonst gäbe es ja was. Notstand kann auch durch Hamsterkäufe verursacht werden. Und was ist eigentlich, wenn im Sommer Erntehelfer fehlen, weil jedes Land in Europa gerade seine Grenzen willkürlich dicht macht und Arbeitskräfte fehlen? Da herrscht ein völliges Gegeneinander, kein Miteinander.

Mittlerweile hat die Zahl der Infizierten in Deutschland 7.000 überschritten. Von gestern auf heute ist Zahl enorm geklettert. Das ist dieses exponentielle Wachstum, von dem man viel gelesen hat, aber es nicht wahrhaben wollte. In wenigen Tagen werden wir hier italienische Verhältnisse haben, die Maßnahmen werden verstärkt werden müssen. Das wird den Leuten nicht gefallen. Und schlechte Stimmung ist ebenso ansteckend wie gute.

Noch bin ich frohen Mutes. Es könnte schlimmer sein. Das Wetter könnte schlecht sein, man hat mir eine Jobgarantie ausgesprochen (die natürlich auch nur solange gilt, wie mein Hauptauftraggeber noch Umsätze macht). Aber ob wir wirklich, wie erhofft, Ende April mit allem durch sein werden, Staatshilfen uns gerettet haben und wir weiter machen können wie bisher: das ist eben die große Frage.

Aber vielleicht müssen wir auch gar nicht weitermachen wie bisher. Vielleicht haben wir dann endlich das Miteinander neu gelernt.

Kategorien
Meh

Corona, Corona, Corona

Ich halte es ja einerseits für übertrieben, dass sie in den nächsten Wochen wohl komplett Europa lahmlegen werden, weil gerade ein besseres Erkältungsvirus unterwegs ist. Ist das verhältnismäßig? Würden sie das für die Grippewelle machen? Haben sie das beim Noro-Virus getan, das in meinen Augen viel gefährlicher war? Aktuell brechen die Finanzmärkte ein wie zuletzt 2007, viele Menschen verlieren wichtige Aufträge oder gleich ihre Arbeit, weil gefühlt alle durchdrehen.

Andererseits wäre es irgendwo auch zynisch zu sagen: „Die Grippe rafft jedes Jahr mehr Leute dahin, und Corona trifft nur die Alten und Schwachen. Also was soll’s!“ Nee, da denke doch jeder an seine Verwandten älteren Kalibers und ob man nicht lieber mal ein paar Wochen lang alle nach Hause schickt, um Leben zu retten.

Dass es alles nervt wie die Sau, darüber brauchen wir nicht zu reden. Das geht allen so. Ich hoffe, wir wenden das Schlimmste ab, nach 4, 5 Wochen Tabularasa ist das alles gegessen, das Virus ausgerottet, die Gesundheitssysteme beim nächsten Mal besser vorbereitet. EM und Olympia können stattfinden und wir werden unsere Reisefreiheit in Europa nicht nur besser zu schätzen lernen, sondern auch mal richtig ausnutzen, auf dass es ein toller Sommer werde. Hoffentlich.

Kategorien
Meh

Bananenrepublik

Seit Freitag bin ich etwas krank, fühle mich schlapp, hab Kratzen im Hals, huste auch leicht. Normale Erkältung oder was ganz was Anderes? Meine Freundin, aus Singapur, meinte sogleich: „Geh zum Arzt! Du musst das checken lassen! Du könntest sonst weitere Leute anstecken.“

Ganz so abwegig ist der Gedanke ja nicht. Vor drei Wochen noch in Norditalien gewesen, Symptome, die durchaus in die Richtung Corona gehen, das außerdem weitgehend symptomarm verlaufen kann.

Meine Antwort trotzdem: „So einfach ist das hier nicht. Erst einmal ist Freitagnachmittag, da hat kein Arzt mehr auf. Du kannst dich höchstens in die überfüllte Notaufnahme setzen und dann andere Leute anstecken. Außerdem wollen die gar nicht, dass du zu einem Arzt gehst und dann weitere Leute ansteckst. Du sollst zuhause bleiben und dich bei den Behörden melden.“

Bei den Behörden melden ist so eine Sache, wie auch ein Erfahrungsbericht auf Jetzt.de sehr schön beschreibt. Es ist nämlich keiner zuständig für dich. Die, die es kümmert, sind hoffnungslos überlastet. Kaum einer mit Symptomen wird wirklich getestet, das kann das System gar nicht leisten. Das Virus verbreitet sich also munter weiter, die Zahlen können überhaupt nicht akkurat erfasst werden. Aber ein karrieregeiler Gesundheitsminister kann sich hinstellen und sagen, wir hätten das alles im Griff.

Wann haben wir dieses Gesundheitssystem eigentlich aufgegeben und warum? Es war mal nicht schlecht. Heute ist es ein zerfahrener Mist. Keiner ist für dich zuständig, Ärzte sind die meiste Zeit mit Schreibarbeit beschäftigt, wichtige Medikamente zahlen die Kassen nicht, auf einen Facharzttermin wartest du Monate. Das ist nicht alles Spahns Schuld, das haben größtenteils seine Vorgänger verbrochen. Etwas daran ändern will die Regierung aber offenbar auch nicht.

Wie das in Singapur läuft? Verdachtsfälle können eine Nummer anrufen, bei der rund um die Uhr jemand drangeht und sich kümmert. Sie können dann entweder selbst zum Arzt gehen, wo sie mit Mundschutz ausgestattet und isoliert werden, oder jemand zu sich nach Hause holen, der einen Test durchführt. Verdachtsfälle kommen kostenfrei ins Krankenhaus und werden mit bis zu 100 Singapur-Dollar (etwa 66 Euro) pro Tag entschädigt.

Ja, Singapur ist kleiner, hat weniger Einwohner, wird autoritär und zentral regiert. Dinge funktionieren dort. Ich will nicht sagen, dass wir hier eine autoritäre Regierung brauchen, aber der Föderalismus darf doch bitte keine Ausrede dafür sein, dass manche Dinge hier so dermaßen schlecht funktionieren. Was, wenn sich mal ein wirklich gefährliches Virus auf den Weg macht?

Kategorien
Meh

Wenn ich noch einmal irgendwo vom „neuartigen“ Corona-Virus lese, raste ich aus!

Ja, diese Form des Virus‘ ist verhältnismäßig neuartig. Es gibt aber kaum noch 1 Menschen auf dieser ganzen Welt, der bis zum heutigen Tage nichts davon gehört hat. Kommt eine neue Form von Grippe-Virus, sagen auch alle nur „Grippe“. Die Medien wollen wohl nur irgendwie gelehrter klingen, indem sie ein „neuartig“ davor setzen. Sagt doch einfach: „das Corona-Virus“, oder „SARS CoV-2“, wenn ihr als schlau gelten wollt. Und fertig. Bitte!