Kategorien
Yeah

Ärger sublimieren und nebenbei zum Tier werden

Ich hatte mir im Frühjahr vorgenommen abzunehmen, was zufällig mit der Fastenzeit zusammenfiel.

Ich hatte gerade angefangen, da gab es eine ziemlich hässliche Trennung meiner gerade erst begonnenen Liebschaft.

Unabhängig davon wollte ich es durchziehen und tat es. Das Ergebnis verblüffte mich derart, dass ich bis heute rätsele, wie das so passieren konnte:

  • 5-8 Kilo in 2 Wochen. Es ging von ca. 88 auf 80 runter. Selbst wenn die Waage an dem einen Tag gesponnen hat, was ich mittlerweile glaube, waren es immer noch 5 kg.
  • Und dann noch einmal 3 Kilo in den übrigen 5 Wochen.

Und dann noch einmal 1-2 Kilo zusätzlich durch das Wandern auf dem Fisherman’s Trail in Portugal kürzlich. Derzeit bin ich recht stabil bei 75-77 kg.

Damit will ich mich nicht brüsten. Mein Punkt ist: Ich habe irgendwie so nebenbei abgenommen. Ja, ich wollte abnehmen, aber mein Kopf und Geist waren in der Zeit wahrlich zu 98 Prozent mit anderen Dingen beschäftigt.

Es ist fast so, als hätte es deswegen besonders gut funktioniert, weil ich dem nicht all zu viel Bedeutung beigemessen habe.

Jetzt, ein paar Wochen später dreht sich mein Kopf wieder um andere Dinge, aber irgendwie meldet der Körper gerade, dass er gerne obenrum Muskeln aufbauen würde.

Es kam nicht von ungefähr. Beim Fernwandern mit einem 10-Kilo-Rucksack habe ich gemerkt, dass an meinem Körper eigentlich nur die Schultern schmerzen.

Kein Wunder: Ich habe im Hals- und Schulterbereich nur sehr schwach ausgeprägte Muskeln, und das wollte ich eigentlich lange schon mal ändern. Außerdem ist es an der Zeit, mal aufrecht und mit erhobenem Kopf durchs Leben zu gehen.

Dafür habe ich mir bei Zeiten im Fitnessstudio mal einen Trainingsplan aufgestellt, den ich derzeit emsig durchziehe. War in den letzten fünf Tagen dreimal im Gym, einmal wandern und einmal Tischtennis spielen. Hab mich gestern an der Rudermaschine völlig verausgabt. Morgen geht es wieder ins Gym. Ich glaube, ich sehe sogar schon die ersten Effekte.

Positiver Nebeneffekt: Ärger hat in der Zeit keine Chance zu gewinnen, weil er sublimiert wird. Der Gedanke kam mir heute an der Rudermaschine.

Was ich damit meine? Aus der Schule weiß man vielleicht noch: Sublimation bedeutet den direkten Übergang von fest in gasförmig, etwa bei Wasser von Eis direkt in Dampf; der flüssige Zustand wird übersprungen. Das Mittel dafür ist Hitze, Druck oder beides:

Bei Ärger/Frust ist es genauso. Er kann sich verflüssigen, dann werden negative Gedanken daraus. Oder er kann sublimiert werden, dann löst er sich in Luft/Dampf auf. Das Mittel dazu ist Rudermaschine:

Interessanterweise kennt die Psychologie bereits den Begriff des Sublimierens. Und der funktioniert ganz ähnlich: Die Umwandlung von „schädlichen“ Trieben in etwas Sinnvolles/gesellschaftlich Anerkanntes. Sexualtrieb etwa in Malerei, Bildhauerei oder Bloggen…

Und jetzt mit genug anderen Dingen, um die mein Kopf sich gerne kümmern würde, probiere ich also mal zum Tier werden. Ganz nebenbei. Mit viel Sublimation. Sollte niemandem schaden, außer den negativen Gedanken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.