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Quarterly Adjustment of Compensation

Ich habe seit ein paar Monaten einen neuen, jungen Steuerberater. In den letzten Zügen „unserer“ Steuererklärung für 2020 fragte er noch einen Beleg über den Laptop an, den ich mir in dem Jahr gekauft hatte, und schrieb mir anschließend:

„Es freut mich, dass wir die Steuerlast durch Ihr MacBook weiter senken konnten!“ 😀💪🏻✌🏻

Steuerberater des Aventurers. Emoticons zur Unterstreichung von mir.

Mich auch, Steuerberater, mich auch.

Ich wollte nur, ich könnte auch nur annähernd eine ähnliche Begeisterung für das Thema aufbringen.

Seit nunmehr auch schon 15 Jahren schlage ich mich Quartal für Quartal mit der Umsatzsteuervoranmeldung herum, und es wird nicht besser. Jedes Mal, wenn es wieder so weit ist, gehe ich erneut die Wände hoch, mein Puls rast, ich lache hysterisch, finde mich plötzlich im Bad wieder, enthusiastisch den Fußboden schrubbend und das Klo wienernd.

Erleuchtete Buddhisten aus dem Himalaya beherrschen das vollkommene Loslassen, das Freiwerden vom eigenen Ich. Sogar meine Krankenkasse rät zu Zazen, einer speziellen Meditationstechnik, die zum Ziel hat, alles, was wir tun, ohne Bewertung wahrzunehmen. (Zazen-Kurse bezuschussen tut sie allerdings nicht). Aber müssen Buddhisten aus dem Himalaya auch Tankquittungen aus geschäftlich durchgeführten Fahrten mit dem Privat-PKW ins Fahrtenbuch eintragen, mit 30 Cent/Kilometer ansetzen und relevante Verpflegungsmehraufwendungen für eintägige Auswärtstätigkeiten bei mehr als 12, aber mindestens 14 Stunden Abwesenheit von der regulären Tätigkeitsstätte kontieren? Und dabei nicht werten?

Westliche Lifecoaches raten dazu, unangenehme Aufgaben angenehm zu machen, sich einen Yogitee zu kochen und die nicht zu bewertende Aufgabe in möglichst kleine Einzelschritte zu unterteilen. Oder auf eine Belohnung hinzuarbeiten, sich das Gefühl der anschließenden Freude über das Geschaffte zu vorvergegenwärtigen oder sich zumindest über das Geld zu freuen, dass man durch die Erklärung wiederbekommt. Was gar nicht aufgeht, denn wenn ich nicht gerade einige größere Ausgaben getätigt habe, muss ich eher noch etwas nachzahlen.

Nein, Schluss, aus. Es geht nicht mehr anders. Ich muss das Ganze irgendwie auf meine Art positivieren. Nur wie?

Okay. Fangen wir mal klein an. Im Grunde sind es ja schon der Name „Steuer“ oder das Wortungetüm „Umsatzsteuervoranmeldung“, die mir den Hals zuschnüren. „Worte sind Fenster oder sie sind Mauern“, sagte Ruth Bebermayer.

Nehmt den Krieg in der Ukraine als Beispiel, der in Russland „Militärische Spezialoperation“ heißt. Und schon wirkt das alles nach einem Abenteuerausflug und weit, weit weg.

Sehr gut funktionieren ja auch immer englische Buzzwords. Ein Hausmeister ist der miesgelaunte Typ im Blaumann, der studiert hat und trotzdem (oder gerade deswegen) dreimal die Woche mit dem Pömpel das verstopfte Schulklo wieder flottmachen muss. Ein Facility Manager hingegen strahlt Autorität aus. Bei dem überlegst du es dir schon zweimal, ob du ihm noch ein freches Wort hinterherwirfst. Gleiches beim Verkäufer, der dich auf Schritt und Tritt verfolgt. Heißt er Sales Manager, bist du viel eher geneigt, ihn mal höflich um Rat zu fragen.

Gut, also, machen wir’s doch auch so: Verenglischen wir die Steuererklärung!

Die heißt laut Linguee „tax declaration“, „tax return“ oder schlicht: „return“. Das klingt doch schon viel besser, wenn ihr mich fragt. Nicht: „Ich muss noch meine Umsatzsteuervoranmeldung erledigen, mir geht’s nicht gut“, sondern „Isch hänge da noch in meine Return vör diese Quartahl. Kann leidör erst um 20 Ührr!“

„Return“ klingt weit weg von „Steuer“ und suggeriert sogar, dass man da auf jeden Fall was wiederbekommt. Schonmal nicht schlecht!

Man könnte das auch weiter abstrahieren. Klar, es geht im Prinzip darum, dem korrupten Bullenstaat noch Geld in den Schlund zu werfen dem geliebten Vaterlande und den distinguierten Persönlichkeiten, die in ihm residieren, etwas zurückzugeben. Aber es geht natürlich auch um Geld. Über das spricht man bekanntlich nicht, man verklausuliert es und nennt es lieber Vergütung, Rente, Tantieme, Fonds, Devise, Zahlungsmittel oder Kompensation.

Geht es dann noch darum in einem Wort zu vermitteln, was man da eigentlich tut, könnte man es Management nennen, Bilanzierung oder – oh ja! – Anpassung. Vierteljährlich, das ganze bei mir. Und dann hätten wir’s ja:

Quarterly Adjustment of Compensation

Wer würde den Akt der Steuererklärung dahinter vermuten?

Mir selbst reicht es eine Portion kleiner. Ich mag das Wort „tax“, es löst bei mir keinerlei innere Aufruhr aus. Ich nenne das Ganze also künftig einfach:

Tax Management

Und jetzt. Wie kriegt man es noch hin, die einzelnen Arbeitsschritte erträglich zu machen? Ich habe mir überlegt, es mal mit ein wenig Gamification zu probieren:

  • Zieh dir Sportklamotten an und betrachte es als Training! Dusche hinterher. 😅
  • Schaffst du es, die Zeit zu unterbieten, die du beim letzten Mal die Kontoauszüge durchgegangen bist? Ja, das ist doch mal ein Ziel!
  • Unterbietest du auch die Zeit, die du für das Ganze beim letzten Mal gebraucht hast? Das gäbe einen Extrapunkt.
  • Findest du einen Weg, eintreffende Rechnungen per E-Mail und PDF-Anhang mit einem Klick zu speichern, so dass du sie später nicht mehr heraussuchen musst? Das Heil in der Automatisierung suchen. Wenn GMail-Mail mit Stern markiert, dann verschiebe Anhang in Dropbox oder Google Drive.
  • Schaffen Sie noch 20 Liegestütze? Auf geht’s, Soldat!
  • Mit welcher Scan-App kannst du papierne Belege am smoothesten scannen? Zeit für einen Wettbewerb!
  • Schaffst du es, beim Heraussuchen alle anderen online vorliegenden Rechnungen in 5 Minuten zusammenzusuchen? Geht nicht? Gibt’s nicht!
  • Besorg dir eine Hotelklingel oder ein anderes Gerät, das ein motivierendes Geräusch macht und klingel jedes Mal aus, wenn du eine weitere Rechnung als Datei vorliegen hast. Die Nachbarn halten das einmal alle drei Monate schon aus, irgendwie…
  • UUUAUAUAUAURGH!

So weit meine ersten Ideen. Morgen werde ich das mal ausprobieren. Tax Management, die erste. Vielleicht arbeite ich auch zusätzlich nach dem Belohnungsprinzip, indem ich mich in den Alkohol flüchte hinterher was Leckeres essen gehe, da wo ich schon nicht immer hingehe. Die Befreiung naht!

Hab heute das neue Google Pixel 7 Pro für die Redaktion eingekauft. Mit 256 GB für 999 Euro. Aber das ist noch nicht alles:

Google legt aktuell noch die ebenfalls neue Pixel Watch kostenlos obendrauf, sogar egal ober WLAN- oder LTE-Version. Ich hab letztere bestellt, für die Google regulär eigentlich 429 Euro haben will.

Also Highend-Smartphone und Highend-Watch für zusammen 999 Euro. Bei Apple zahlst du für ein iPhone 14 Pro (Max) mit 256 GB und eine Apple Watch Series 8 zusammen das Doppelte. Würde sagen, der Preiskampf ist wieder in vollem Gange. Und Google könnte dem gierigen Apple zumindest in Deutschland tatsächlich Kunden abjagen.

😍😍😍😍😍😍😍😍😍

Gosh, I miss Singapore!

„Das Weiße Haus am Rhein“, Teil 2: Es geht weiter mit Intrigen, Erpressung, Straßenkämpfen, Künstlerkommunen, Charlie Chaplin, Rassismus und – natürlich – Hitler. Sie haben wirklich an alles gedacht!

Aber okay, ein paar der Schauspieler sind echt nicht schlecht und die Anekdote, wie Charlie Chaplin im Nebenzimmer von Adolf Hitler absteigt und sich dabei eventuell einen Teil der Inspiration für „Der große Diktator“ geholt hat… ist natürlich Unfug, aber gewollter Unfug, also eigentlich eine ganz witzige Idee.

Yours truly war heute Abend übrigens auf Location Hunting:

Hätte doch bei Tag fahren sollen, da ist das natürlich imposanter.

Ob sie den Schriftzug vor 100 Jahren auch schon hatten? 🤔😉

Buch: Die Designerin macht sich noch einmal ans Cover, ich mich am Wochenende noch einmal ans Manuskript. Und dann kann es auch langsam losgehen mit den finalen Arbeiten.

Mr. Harrigan’s Phone (Netflix). Steven-King-Verfilmung über einen Smartphone-süchtigen Rentner, der auch nach seinem Tod noch Nachrichten schickt. Würde ich mir bei Zeiten anschauen, ich mag die Botschaft. 🙂

Marvel’s Werewolf by Night (Disney+). Also das ist schon schräg. Count me in!

Auf Niederländisch lassen sich Dinge einfach am besten auf den Punkt bringen:

Mine: Katzen (2014):

Die Frau ist ja der Wahnsinn!

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Hallo Welt

Dann wollen wir mal…

Und, ach du Scheiße, ist das ein dicker Schinken! Hat auf der Katalogseite viel kleiner gewirkt. Nimmste schon nicht mal eben mit auf eine Weltreise…

Geht weiter mit dem Buch. Ich hab jetzt tatsächlich die Person aus dem Screenshot von gestern damit beauftragt, mir für 100 US-Dollar ein Buchcover zu erstellen. Ich hab keine Ahnung, wer dahinter steht, m/w/d, wie alt, wo lebend… Ich vertraue alleine auf ihre bisherigen Arbeiten, mein Gespür und die Fiverr-Community.

Ein Weckruf war die Vorab-Frage nach Buchtitel und Seitenzahl. Ja, keine Ahnung noch nicht. Manuskript muss ja erst ganz fertig, Bilder müssen rein und überhaupt: Karten! Hab jetzt immerhin angefangen, welche zu machen, werden dann ungefähr so aussehen…

Dazu fiel mir bei einem Spaziergang die letzte noch fehlende Komponente für den Inhalt ein: kleine touristische und leicht humorvoll formulierte Infoblöcke in jedem Kapitel. Dann sollte aber auch gut sein.

Fährst du Porsche, darfst du überall parken. 🙂

Mogwai: Hungry Face (2013):

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Slowing down

Seit drei Wochen bin ich jetzt krank, zwei davon habe ich eine ausgewachsene Bronchitis, die sich als verdammt hartnäckig erweist. Und ich habe deswegen keine Wahl: Ich muss piano machen. Also kein Sport, kein Stress, keine Anstrengung whatsoever.

Und das ziehe ich durch, weil ich muss, und das klappt irgendwie. Und es scheint mir ganz nebenbei auch noch gut zu tun, und es hat erstaunliche „Nebenwirkungen“.

Etwa die, dass ich überhaupt nicht mehr müde bin, seit ich halblang mache. Okay, zum einen schlafe ich nachts sehr viel, um die Krankheit wegzuschlafen. Zum anderen werde ich aber auch tagsüber kaum mal müde, was ich eigentlich früher immer hatte. Kann praktisch pausenlos stundenlang Sachen machen.

Dass ich vor allem abends überhaupt nicht mehr müde werde, ist indes gar nicht mal so toll. Aber da helfen die Headspace Soundscapes ungemein. Audio-Aufnahmen von Gebirgsbächen, Lagerfeuer, Dschungel bei Nacht, Regen, der auf Zeltwand tropft usw. 20 Minuten davon und ich schlafe wie ein Stein.

Normal hetze ich so durch den Tag, springe von einem Event zum nächsten, haste von Text zu Text, bringe meine Alltagsaufgaben auch noch irgendwo unter. Das kann ich gerade nicht. Aber das scheint meine Produktivität kein Stück zu schmälern. Ich bekomme vielleicht ein wenig später, aber dann doch alles früh genug geschafft, was ich möchte, und auch im Monat September habe ich trotz Krankheit alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte.

Früher war Texteschreiben für die Arbeit für mich immer mit einem gewissen Stresslevel verbunden. Alles musste schnell-schnell gehen, es musste anstrengend sein, sonst war es keine Arbeit. Vielleicht habe ich den Druck auch ein wenig gebraucht, um gute Texte schreiben zu können.

Das alles war jetzt nicht möglich, denn Stress ist Gift für entzündete Bronchien. Also diesmal ganz in Ruhe Texte schreiben. Und siehe da: Das ging auch und hat noch nicht einmal länger gedauert. Für schlechter halte ich meine Texte auch nicht.

Ich hatte spontan Lust auf neue Dinge, die ich dann direkt umgesetzt habe: Ukulele-Unterricht nehmen, ein Bullet-Journal kaufen und füllen, mich mal bei Meetup für einen Spieleabend anmelden, ein neues Computerspiel spielen (mache ich sehr selten). Eigentlich auch noch tanzen lernen, aber da warte ich erst einmal, bis ich wieder ganz fit bin.

Irgendwie habe ich mich gut gefühlt dabei, glücklich, energetisch, nachsichtiger mit anderen, weit weniger misanthropisch als sonst. Und noch etwas Überraschendes habe ich dabei entdeckt: Ich habe mir selbst ziemlich gut gefallen dabei. Etwas, was bei mir auch nicht selbstverständlich ist…

Das alles könnte eigentlich auch gerne so weiter gehen. Also muss ich mich eigentlich nur noch selbst ein wenig bremsen, wenn ich jetzt – hoffentlich – langsam wieder gesund werde. Und das wird die eigentliche Herausforderung werden…

Buch: Ich komme nicht weiter. Das Manuskript ist ja fertig – auch wenn ich immer noch nicht zu 100% davon überzeugt bin. Jetzt muss ich noch Bilder heraussuchen, Karten gestalten und vor allem: das Cover gestalten lassen. Das kann ich nicht selbst. Deswegen habe ich mich gerade mal bei Fiverr umgeschaut. Hat da mal jemand von euch Erfahrung mit gemacht?

Ich habe da jemanden angeschrieben, dessen bisherige Arbeiten mir gefallen haben (also den aus dem Screenshot 👆🏻 und bei dem ein Preis von 76€ für ein Cover stand. Er hat sofort geantwortet und wollte wissen, welches Budget ich für das Buch habe. Warum ist das relevant und: woher soll ich das wissen?

Bin da auf jeden Fall guter Dinge. Mit einem Cover im Rücken würde der Rest eigentlich von selbst gehen. Stelle ich mir zumindest so vor.

Amazon ist irgendwie komisch gerade mit riesengroßen Suchvorschlägen und sonderbaren Übersetzungsfehlern. Was ist da los?

Und ja, ich suche ein Buch, um mal ein bisschen was über Designgrundlagen zu lernen. Möglichst bildlastig mit vielen Beispielen. Jemand eine Idee?

Der Autofokus im iPhone 14 Pro hat tatsächlich Schwierigkeiten bei Nacht. Da habe ich mich auch in epischer Breite heute im Trendblog drüber ausgelassen. Kommen halt solche „schimmigen“ Bilder zustande. Auch mal witzig:

Und dann aber auch sowas Rock’n’roll-Mäßiges hier 😳😍:

Insgesamt ist das schon ein schönes iPhone. Darüber schreibe ich dann auch noch.

They’re gone… 🙁

Gab noch einen gemütlichen Abschlussdrink gestern im Flynn’s, und ab jetzt roame ich die Straßen der Altstadt dann erstmal wieder alleine. Bestest of luck in Portugal, Nicky and Juan!!!

Geht doch, Spotify, geht doch!

Wobei nicht alle so begeistert sind. Und die mobile App… Ach, egal, das kriegen sie halt nicht mehr hin…

Und nehmen wir doch direkt einen Song aus dem Screenshot, denn die sind alle drei toll. 🙂

The Paper Kites: Bloom (2010):

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Getting „Serious“ With My Uke

Ich wollte Ukulele-Unterricht, und dazu habe ich den erstbesten Google-Eintrag kontaktiert. Heute war die erste Stunde. Ist ein Typ, der nicht weit von hier wohnt, leicht vercheckt, all over the place, unglaublich musikalisch, supernett, toll!

Er hat mich vorab gefragt, welchen Song ich gerade übe, und ich antwortete: „Du trägst keine Liebe in dir“. Und den haben wir heute zusammen analysiert und geprobt.

Also, besonders viel habe ich nicht gelernt, auch wenn er auf alle meine Fragen eingegangen ist. Ich habe irgendwie auch nicht das Gefühl, dass da groß was bei rumkommen wird, glaube sogar eher, ich werde mir das meiste zuhause selbst beibringen müssen. Aber irgendwie hat das trotzdem so viel positive Vibes erzeugt 🧘🏻‍♂️ (yeah!), dass ich da unbedingt mehr von haben will. Wir treffen uns nächste Woche direkt wieder. 🙂

Ich brauchte eine neue Maus, weil meine alte verusselt ist. Hätte nicht gedacht, dass das so ein Act wird. Die alte hatte ich vor Jahren mal nebenbei geshoppt. Sie tat, was sie soll, lag gut in der Hand, konnte Bluetooth, sah hübsch dabei aus, machte motivierende Geräusche, kostete 20 Euro. So etwas wollte ich wieder haben.

Keine Chance!

Mäuse von heute sind entweder urhässlich, haben nur diesen üblen 2,4-GHz-Empfänger, der immer einen USB-Port belegt – wenn du überhaupt noch USB-A hast, mein Notebook nicht. Oder gar Kabel. Vor allem aber ist jede Maus, die ein bisschen nach was aussieht, heute geräuschlos. Die Hersteller preisen diesen Silent Mode an. Was soll das denn?! Kann ja sein, dass das die Lautstärke in einem Großraumbüro um 2 dB reduziert, aber wer arbeitet da schon freiwillig! Ich brauche meine mich produktiv machenden Klickgeräusche!

Nach dem stundenlangen Durchwühlen von etlichen Online-Shopping-Seiten ist es jetzt schließlich die hier geworden. Macht Geräusche, kann Bluetooth, ist minimalistisch, mit 30 Euro noch erschwinglich, sieht noch halbwegs nach was aus. Den Hersteller erratet ihr nie, es ist… * Auflösung am Ende.

Aber was soll das eigentlich: Warum gibt es Technik so oft nur noch so, wie man sie eben nicht möchte. Sind geräuschlose Mäuse wirklich das, was die Welt braucht? Ihr auch? I kinda doubt that!

Der Dönermann in der Kölnstraße an der Haltestelle Chlodwigplatz, in den ich heute eingefallen bin, hatte extrem leckeres Brot. Weil auch der Rest der Falafeltasche zumindest in Ordnung war, bin ich insgesamt hellauf begeistert. Weißer Teig, beinahe Focaccia-mäßig luftig, locker und ohne jeden Widerstand.

Mattes, der just am gleichen Tag heute auch da war, war nicht ganz so hin und weg wie ich. Ich muss das also noch einmal ausprobieren, bevor ich eine generelle Empfehlung aussprechen kann. Nicht dass das am Ende nur Zufall war.

Höhö

Als Pluto noch ein Planet war. <3 (Und die Welt noch in Ordnung? 🤔)

Júníus Meyvant: Signals (2014):

Das Violinen-Solo am Schluss! Wait for it!

* Dell!

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Social Anxiety Trav(el)log

Meine besten Freunde sind auf dem Sprung, ich habe in Bonn mein Glück nicht gefunden, es ist kalt, die Rezession kommt, die Inflation ist schon da, die Mieterhöhung auch, die Zukunft ist ungewiss, ich bin krank, Single, beruflich in einer Sackgasse, habe Angst vor einer Weltreise, aber eigentlich gar keine Alternative als eine, aber natürlich keinerlei Ahnung, wie ich das angehen soll.

Warum ist mir so leicht zumute? 🙂

Mein Lieblings-YouTuber (ja, ich hab einen, nein, ich bin keine 14 mehr) Matt D’Avella spricht in einem Video davon, wie er unter Sozialphobie litt und wie YouTube ihm dabei half, sie zu überwinden – und quasi zum coolsten Typen der Gegenwart zu werden (meine Beurteilung, nicht seine):

Finde ich sehr mutig. Okay, der hat’s schon geschafft und hat jetzt gut reden. Er kann mehr oder weniger machen, was er will. Aber mir gefällt die Idee: youtuben, um den letzten Rest Sozialphobie auch noch loszuwerden. Vielleicht sogar reisen, um die Angst vor dem Alleinsein unterwegs loszuwerden. 🤔

Da kam mir die Idee zu einem Social Anxiety Travlog. Reisen und über die eigenen Ängste dabei auf YouTube einen erzählen (oder auf Tiktok?).

Wäre ich nur nicht so scheißenfaul, was Videoproduktion angeht (das ist eine Heidenarbeit, wenn es gut aussehen soll, wissen viele gar nicht) und hätte ich nicht gleichzeitig so verflucht hohe Ansprüche an alles, was ich tue…

Mein neue Wunderwaffe. 🦾 Vielleicht hilft sie mir dabei…

P.S. B6 ist DAS Journal-Format!

Gestern surfe ich so auf Kicker.de rum, sehe das hier…

… und denke mir: Oh, da wäre jetzt eine kurze Zusammenfassung des Spiels spannend. Ich gehe auf YouTube und bekomme das auf meiner personalisierten Startseite angezeigt:

Zufall? Glaube nicht. Etwas Ähnliches ist mir neulich nämlich schon einmal passiert.

Könnte man sich sicher drüber aufregen. Tue ich aber nicht. Finde ich nämlich eigentlich ziemlich praktisch und dürfte es sogar noch viel öfter geben. Wenn ich schon auf jeder einzelnen Website Cookies auswählen oder ablehnen muss (und oft genug zu faul bin, mehr als 1x zu drücken), Newsletter-Abos wegklicken und eure dämlichen Push-Nachrichten nicht abonnieren (KEINER will das, JEMALS!), dann will ich auch wenigstens etwas davon haben.

The Playlist (Netflix): Das wird (ab 13. Oktober) die Spotify-Story, oder zumindest so ähnlich. Und ich weiß ja nicht, so spannend war die Geschichte um deren Gründung doch eigentlich gar nicht, oder? The Pirate Bay: ja. Napster: auch. KaZaA: zur Not auch noch. Spotify? Das waren doch diese bodenständigen Typen, die von Stockholm aus einfach in völliger Nüchternheit alles legal und richtig gemacht haben und auch heute noch ein vorbildlich geführtes Unternehmen sind. Wo ist da die Story? Deswegen musste Netflix sie noch künstlich aufbauschen, wie es heißt. Weiß ja nicht, ob das dann noch sehenswert ist…

Alle so: „Woah! Die Apple Watch Ultra!!!1!11“. Typ mit Hammer so: Druff!

Ich mag die absolute Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit, mit der er dabei vorgeht. 🙂

Tier-Freund:

Classic:

Bloc Party: The Good News (2015):

🎶 For the good, good news, for the good, good news… 🎵

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Herbst

Der Herbst ist da, und ich bin weder ausgebrannt, noch trübsinnig, noch macht mir der Regen etwas aus. Ich freue mich sogar drüber: Es war jetzt sooo trocken die letzten Monate, es war schon nicht mehr hübsch. Ein paar Wochen Regenwetter täte uns allen gut, den Böden, Pflanzen und Tieren genauso wie uns Menschen, tatsächlich. Allein schon, weil wir Abwechslung mögen.

Wenn’s mir gut geht – und das tut es erstaunlicherweise gerade – scheine ich weniger zu verbloggen zu haben. Zu kämpfen habe ich eigentlich nur noch mit meinem völlig gestörten Schlafrhythmus durch die Krankheit. Vor 0200 Uhr bin ich einfach nicht mehr müde. Ich setze deswegen seit ein paar Tagen auf Soundscapes aus der Meditations-App Headspace. Soundscapes sind Geräusche, die dich zum Einschlafen bringen sollen. Meeresrauschen, Regen, der auf Steine fällt, Lagerfeuer… Es klappt bisher bei mir ausgezeichnet!

Ringe der Macht: wurden im Internet ziemlich verrissen. Ich find’s aber eigentlich gar nicht so schlecht bisher. Ist mal ein ganz anderer Ansatz. Wirklich etwas heller, als man es sich so vorstellt, und sie versuchen auffällig, ein paar „Game of Thrones“-Vibes reinzubringen. Ich werde aber bisher gut unterhalten, ich mag viele der Charaktere und tauche tief ein in diese Fabelwelt. Und ich mag, wie sich da langsam etwas zusammenbraut. Werde auf jeden Fall weitergucken.

Preis hat sich ja nicht einmal verdreifacht. Lame. 🙄

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Rules for a trip (called life)

An meinem zweiten Tag in Karlsruhe nach einer ziemlich miesen Nacht, noch nicht wissend, ob und wann es weitergehen kann, und in schlechter Stimmung, beschließe ich, mir ein Notizbuch zu kaufen und ein paar Gedanken festzuhalten. Ich werde gleich direkt gegenüber in der Bahnhofsbuchhandlung fündig.

Die meisten der folgenden Ideen notiere ich mir anschließend bei einem Kaffee in der Eisdiele. Es sind ein paar Glaubenssätze, die ich auf der Reise am liebsten gleich anwenden würde. Dinge, die mir sinnvoll erscheinen, aber erst aufgeschrieben werden wollen, damit sie sich festsetzen können.

Und so halte ich fest:

  1. Ich kann mit jedem kommunizieren, der das auch möchte.
  2. Ich muss aber selbst in der richtigen Stimmung/Verfassung dafür sein.
  3. Laute und extrovertierte Menschen lasse ich mehr reden, als dass ich selbst rede, sage aber längst nicht ja und amen zu allem, was sie sagen.
  4. Ich möchte die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wenn ich zwischendurch meine Rückzugsräume brauche, stehe ich klar dafür ein.
  5. Ich versuche, mein bestes Ich zu sein, niemand anders.
  6. Ich verstelle mich nicht.
  7. Ich halte meine Emotionen nicht zurück.
  8. Ich bin laut, wenn ich will.
  9. Ich akzeptiere, dass nicht alles immer nach Plan verläuft.
  10. Was immer ich tue und versuche, es wird Rückschläge geben. Damit rechne ich.
  11. Das gleiche gilt für Trauer und schlechte Erfahrungen. Sie gehören zum Leben dazu, gehen vorüber und machen mich letztlich stärker.
  12. Dass Probleme auftreten und gelöst werden wollen, ist die Regel, nicht die Ausnahme. Ich preise das in mein Zeitkontingent ein.
  13. Ich werde mich weiter bilden, verändern und offen für Neues bleiben, bis ans Ende meiner Tage.
  14. Ich möchte bis zum Ende meines Lebens von netten Menschen umgeben bleiben.
  15. Lebensgefühl und Freude vor Bequemlichkeit und Luxus! Ich erfreue mich mehr an den kleinen Dingen.
  16. Ich lasse mich nicht hetzen, auch nicht von mir selbst.
  17. Gute Gespräche über alles andere. Lieber mal zu spät wohin kommen, als die Chance auf ein gutes Gespräch auslassen.
  18. Ich kann über mich selbst und meine Missgeschicke lachen.
  19. Ich sorge dafür, dass die Leute sich wohl fühlen, wenn sie bei mir sind.
  20. Gegen Neid hilft Abschauen und Lernen, Besinnung auf deine eigenen Qualitäten, nicht Werten und dreimal tief Durchatmen.
  21. Ich atme dreimal tief durch, bevor ich einem ersten Impuls sofort nachgebe. Ist der Impuls danach noch da?
  22. Ich lasse los und maße mir nicht an, alles immer im Griff zu haben.

Vielleicht klingt das eine oder andere rätselhaft für jemanden, der nicht introvertiert ist und keine leichte bis mittelschwere Sozialphobie hatte. Alle Anderen können Regeln wie diese beflügeln. Oder zumindest erst einmal eine weite Reise deutlich angenehmer machen.

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Alles auf null

Ich wollte erst „Kurz vor dem Nullpunkt“ schreiben, aber das klang zu negativ. „Balance“ wäre zu blumig. Ich meine zumindest den Punkt, dem ich mich nähere, an dem alles neu beginnen kann.

Wie ihr wisst, sortiere ich aus, nehme ab, ich befasse mich mit mir selbst und meinen Problemen. In letzter Zeit noch einmal besonders viel davon. Ich analysiere, auch Dinge, die ich hier nicht alle öffentlich teilen möchte. Das Thema Selbstliebe zum Beispiel. Wenn wenig davon da ist: warum eigentlich? Wann hat das angefangen? Wo kommt das her? Ist das noch zeitgemäß? Manchmal triggert irgendwer oder irgendwas etwas, was bei mir „Thema“ ist. Und dann analysiere ich, sobald ich mich wieder beruhigt und die Zeit dazu habe. Das tut gut, es ist heilsam.

Auch wenn es nicht ganz so blumig ist, wie es klingt. Es sind ereignisreiche Zeiten für mich im Moment, es geht aufwärts. Es ist aber auch ungeheuer anstrengend, es gibt deprimierende Tage und welche, an denen einfach keine Motivation da ist. Und dann geht es irgendwie doch weiter, langsam aber sicher.

Vor allem ist faszinierend, wie das alles zusammenhängt. Wenn alles klappt, wird es eine Punktlandung. Dann besitze ich keinen Gegenstand mehr, den ich nicht brauche, habe kein Gramm Ballast am Körper zu viel, auch mit der Vergangenheit aufgeräumt und keine der berühmten Altlasten mehr. Alles zum gleichen Zeitpunkt.

Dann wäre ich frei, ziellos zwar, alleine irgendwo auch, aber frei.

Ein ganz schön beängstigender Gedanke. Ich muss zusehen, dass ich mich auf den letzten Metern deswegen jetzt nicht noch selbst sabotiere. 🙂

Drückerkolonnen und Paketboten

Sonderbar eigentlich. Zu Paketboten bin ich immer besonders nett, zu Drückern gar nicht. Dabei sind eigentlich beide Berufsgruppen arme Schweine.

Paketboten komme ich meist entgegen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich weiß, wie viel Stress die haben, ich mag es ihnen nicht zumuten, tonnenschwere Sachen bei mir in den 3. Stock hochzutragen. Deswegen bin ich ihnen vor Corona immer auf halbem Wege entgegen gekommen (was die meisten über die Maßen überrascht hat, das tut nämlich niemand sonst). Seit sie wegen Corona ihre Prozesse umgestellt haben, mache ich es ihnen noch einfacher und bitte sie gleich an der Gegensprechanlage, die Sendung einfach ins Treppenhaus zu legen. Machen alle sofort, und auch gerne. Und ich kann ich schon ein bisschen Frühsport machen, wenn ich die Päckchen unten abhole, was mir gut tut.

Zu Drückern an der Gegensprechanlage bin ich hingegen schonmal pampig geworden.

– „Telekom, guten Tag, es geht um Ihren Internetanschluss!“
– „Was soll mit dem sein, ich habe keinen von Ihnen.“
– „Lassen Sie mich doch bitte mal rein, dann können wir das besprechen.“
– „Nö“

Oder auch:

– „Telekom!“
– „Äh. Ja, und?“
– „Es geht um Ihren Internetanschluss.“
– „Was soll mit dem sein?“
– „Wir haben da was für Sie.“
– „Was denn?“
– „Machen Sie bitte mal auf, dann können wir das besprechen.“
– „Nee.“

Heute standen zwei vor meiner Wohnungstür, sie müssen es irgendwie ins Treppenhaus geschafft haben. Aber sie hatten Glück, ich war gut drauf. Und redselig. Und freundlich zu ihnen. Neinein, Internetanschluss habe ich schon, den alten sogar gerade gekündigt und der neue wird am Montag geschaltet, also der ist von NetCologne und gerade frisch beauftragt also ich bin da gut versorgt. Dankedanke.

Die beiden haben dann gar nicht mehr groß diskutieren wollen, nur noch einmal zusammengefasst, dass ich dann schon versorgt wäre, derzeit nichts brauche und dann auch schon danke und noch einen schönen Tag.

Man hat ja jeden Grund, genervt von denen zu sein. Aber besonders Gentleman-like ist das nicht. Ich halte es für kompletten Blödsinn, Leute loszuschicken und Breitbandanschlüsse an der Haustür zu verkaufen. Viele der Drücker sind arme Schweine, manche wissen es vielleicht nur nicht. Aber nett zu ihnen zu sein, selbstverständlich ohne irgendwas an der Haustür abzuschließen, hat viel mehr Stil. Außerdem kann ich meine rhetorischen Fähigkeiten an ihnen testen. Also ich muss die nicht jeden Tag im Haus haben, aber ich freue mich tatsächlich auf die nächsten.

Daily sort-out: 30 Seiten unbekannte Vokabeln aus Niederländisch-Kinderbuch nachgeschlagen und in den Vokalbetrainer eingetragen (ist das ein Mist!), Selbstliebe analysiert (s.o.), gleich noch Selbsthilfebuch lesen, sonst erstmal nichts.

Dinge, die du NICHT von deinem Steuerberater hören willst…

Vor allem dann nicht, wenn du fest davon ausgegangen warst, dass der Vorgänger die Steuererklärung 2020 längst eingereicht hatte. 🤨🙄

Eil, Breaking… WTF!

Nichts davon war in den Abendnachrichten noch ein Thema.

DAS hingegen ist ne echte Killermeldung. Kommt nämlich tatsächlich überraschend:

Wie man hört, hat er sich mit den Arbeitnehmerverbänden überworfen und damit die „Herrscherfamilien“ gegen sich aufgebracht. Ich kenne mich zu wenig mit den Interna dort und generell mit Autos aus. Aber was ich so verfolgt habe in den letzten Jahren, hat er definitiv Mut bewiesen mit der frühen Entscheidung, die VW-Flotte komplett auf Elektroautos umzustellen, zu einem Zeitpunkt, in dem das Verbrenner-Aus noch in weiter Ferne lag. Das muss man sich im konservativen Deutschland mit der noch konservativeren KFZ-Industrie erst einmal trauen.

Whuät?!

Kein Spam, chinesisches Marketing. Was der Titel soll und warum er dann unten trotzdem auf Englisch schreibt… verstehe einer die Chinesen…

Hab trotzdem geantwortet, abgelehnt und sehr nett erklärt warum. Hatte heute wohl einen guten Tag. Email-Marketer sind ja auch irgendwo Drücker…

Auf vielfachen Wunsch noch einmal die geplante Strecke meiner Deutschlandtour. Wer wo in der Nähe wohnt, sagt Bescheid! Rainers Wohnort liegt tatsächlich direkt auf der Route. Freue mich aufs Wiedersehen! 🙂

Und danach dann noch irgendwie zurück. Mal sehen, wie…

The Fog Joggers: Waiting in the Wings (2011): Auf alter Playlist wiedergefunden. Ihr kennt den Tune aus einer überprominenten Bierwerbung. Das tut dem Song aber in meinen Augen unrecht, denn er ist trotzdem ein echter Ohrwurm (im positiven Sinne):

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Scheiß drauf, ich lese lieber

Ja, es gibt Tage, da lese ich lieber als dass ich schreibe. Ist selten, aber kommt auch vor. Könnte aber auch mit dem 2.200-Wörter-Testbericht zusammenhängen, den ich heute runtergetippt habe… Oder damit, dass ich gar nicht so viel zu erzählen habe. Es geht ja erst Ende nächster Woche in den Urlaub. Und der naht mit Riiieeesenschritten. Was einerseits toll ist und andererseits mal wieder für Stress sorgt.

Daily sort-out: Ich hab neulich ein Bild ausgedruckt, das ich am Ende lieber noch größer haben wollte. Der neue Ausdruck wird in Kürze in einem Riesenrahmen bei mir im Arbeitszimmer hängen. Und den alten – hätte ich wegschmeißen können. Habe ich aber statt dessen zusammengerollt und unten auf die Fensterbank meines Nachbarn gelegt. Da wo mein ganzer anderer Krempel auch hinkommt und ihn sich einer wegholt.

Und was soll ich sagen: ein paar Stunden später war es weg. Also praktisch das erste Kunstwerk, das ich selbst gemacht habe, nun verschenke und das dann auch jemand haben wollte. Vielleicht der Start einer verheißungsvollen Karriere. 🙂

Es ist übrigens dieses Motiv:

Oh Wonder: Techicolour Beat (2014):

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Schreiben und Reden

In Übungen in Lebenshilfebüchern geht es oft darum, was man gut kann und gerne macht. Ich lese sehr viele davon, vermutlich habe ich es nötig. Jedenfalls fielen mir heute zwei Dinge auf, die ich gerne tue, die mich meist beruhigen, die mir leicht fallen:

  1. Schreiben
  2. Reden

Moment. Reden? Ich? Der für gewöhnlich so maulfaul daher kommt wie Clint Eastwood in „Dirty Harry“ (oder Clint Eastwood generell)? Scheint wirklich so zu sein. Nicht immer, keinesfalls immer. Aber irgendwie doch immer häufiger in letzter Zeit. Gerade habe ich ein paar Sprachnachrichten abgesetzt und eine Sprachaufnahme in Tagebuchform getätigt. Und dabei erstaunt festgestellt, dass mich die alle überhaupt keine Mühe gekostet haben.

Vielleicht braucht auch Sprechen nur genug Training. Ich mache davon deutlich mehr als früher. Also vielleicht gar nicht so überraschend, dass man darin irgendwann besser wird. Dass es mir mittlerweile leicht fällt und sogar zeitweise Spaß macht, das wundert mich hingegen schon. Das ist neu.

Daily sort-out: 30 weitere Seiten im aktuellen Lebenshilfebuch gelesen (jaja!) und 10 weitere Seiten die unbekannten Vokabeln aus dem Niederländisch-Kinderbuch in den Vokabeltrainer eingegeben. Ich werde nicht nur 3, sondern 10 Kreuze schlagen, wenn ich damit endlich fertig bin und das Scheißbuch wegkommt!

Habe meinen Kellerschlüssel verloren. Also den zu einem Vorhängeschloss, das meinen Kellerverschlag verschließt. Der ist leider miniklein und liegt vermutlich irgendwo im Garten, wo wir am Samstag Feuer gemacht haben. Hab schon alles abgesucht und sogar mit einem Kühlschrankmagneten (den einzigen, den ich hatte) den Rasen abgegrast. Nichts. Letzte Chance, bevor im Laufe der Woche unsere Reinigungskraft kommt und den Rasen mäht: Das Schloss irgendwie knacken. Aber wie denn? Dann finde ich heute auf YouTube diesen Trick:

Also das probiere ich dann morgen mal aus. Aber wenn das wirklich SOOO einfach ist, dann… ach du Scheiße!

Heute waren es angeblich schon 36 Grad in Bonn (ach ja? Wo waren die genau?). Morgen dann 38 Grad. Bin sehr gespannt.

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Über den eigenen Schatten springen

Ich hatte mich gestern ein wenig über einen Freund geärgert, der mich versetzt hatte. Heute habe ich dann selbst einen Freund versetzt.

Matthias meldete sich spontan am Freitag. Ob ich Lust hätte, am Sonntagabend mit auf ein Konzert von Andrew Bird in Köln zu kommen. Sein Kumpel hätte kurzfristig abgesagt.

Andrew wer?

Ich hörte bei Spotify kurz rein. Klang ganz nett, aber nicht nach etwas, wozu ich unbedingt auf ein Konzert gehen müsste. Was die Karte denn kosten würde? 40. Nee, da wäre ich dann raus! Für bis zu 20 Euro bin ich eigentlich bereit, mir beinahe jede Musik aufs Geratewohl einmal anzuhören. Allein, weil Livemusik eigentlich immer ein Erlebnis ist. Aber 40?!

Matthias meldete sich dann gestern noch mal: „Hab’s abgeklärt, kannst für 20 mitkommen. Der Kumpel ist froh, wenn er wenigstens ein bisschen Geld wiederbekommt.“ Ich so: na gut.

Heute Abend dann am Bonner HBF: Ich will den Zug um 19:04 nehmen. Kurz vorher kommt die Durchsage: Sorry, Notarzteinsatz am Gleis. Alle Bahnen Richtung Köln fallen aus (und die, die aus Köln hätten kommen sollen auch). Reisende können mit Bussen Richtung Siegburg fahren (die Straßenbahnen fahren gerade auch nicht) und dort ihr Glück versuchen. Oder mit der U-Bahn nach Köln.

Ich runter zur U-Bahn: Erste Bahn fährt mir gerade vor der Nase weg. Na toll. Die nächste kommt in etwa 10 Minuten. Sie brauchen gut 1 Stunde von Bonn in die Kölner Innenstadt. Wenn ich überhaupt einen Platz darin bekomme. Und ich bin eh schon spät dran. Ich rufe Matthias an und sage ab. Sorry, das wird nichts mehr. Ich käme dann ja erst um halb 9 frühestens in Köln an.

Oh okay, könne er verstehen. Also, das Gloria wäre nicht weit vom Neumarkt entfernt, wo die 16 und die 18 beiden halten. Und mit Vorband und weil große Künstler nie pünktlich anfangen, würde ich es schon noch schaffen. Aber ich blieb dabei, und sagte ab. Und ich muss gestehen, es fiel mir leicht. Ein Künstler, von dem ich nicht überzeugt war, eigentlich auch gar nicht wirklich Lust. Und statt dessen die Chance, auf einen ruhigen Abend mit Buch auf der Couch. Vielleicht sogar noch vorher in die Eisdiele. Oh ja, das wäre es jetzt!

Noch auf dem Weg zur Eisdiele erinnerte ich mich daran, wie ich mich gestern gefühlt hatte, als der Freund mich versetzt hatte. Aber mehr noch. Ich würde mir nicht nur die Chance nehmen, einen Freund zu treffen, den ich nur selten sehe, sondern auch die Möglichkeit, mal etwas völlig Anderes zu erleben, mal über meinen eigenen Schatten zu springen und FÜR jemanden etwas zu tun. Ist das nicht das, was Freundschaft eigentlich ausmacht?

Was denkt ihr, habe ich gemacht?

a) Bin Eisessen gegangen, hab gemütlich mein Buch gelesen und bin in Bonn geblieben.
b) Bin doch noch nach Köln gefahren.

Na, na?! 🙂

Die Auflösung:

Ich machte auf dem Absatz kehrt, checkte die Bahn-App, rief Matthias noch einmal an und lief zum Bahnhof zurück. Und der Rest war dann wirklich ein kleines Aventure. Die Linie 16 kam natürlich zu spät und war schon rappelvoll, als sie ankam. Die Leute auf dem vollen Bahnsteig quetschten sich trotzdem irgendwie rein. Ich erwischte noch einen engen Stehplatz direkt an der Tür.

Als nächstes gingen die Türen nicht zu. Ich hab ein Video aufgenommen, wie ein hilfsbereiter Wartegast sie von außen zuschiebt:

Die Türen hakten natürlich bei jedem weiteren Stopp. Die Leute schoben sich durch die Gegend. Ich schrieb Matthias, er solle schonmal reingehen, es würde wohl noch dauern. „Du kommst wahrscheinlich genau passend“, schrieb er zurück. Gerade lief noch die Vorband.

Und tatsächlich: Um 2035 Uhr, über eine Stunde später, erreichte ich Köln-Neumarkt, wenig später war ich an der Konzerthalle, Matthias holte mich rein, wir hatten sogar noch Zeit für ein Bier und dann ging es auch bald los mit dem Konzert.

Und? War es das beste Konzert, das ich jemals gesehen habe? Habe ich den besten Abend meines Lebens gehabt und auf dem Rückweg noch meine Frau fürs Leben kennengelernt?

Nein, das alles nicht. Aber es war ein schöner Abend, ein richtig tolles Konzert eines echten Virtuosen (Wahnsinnsstimme, spielt darüber hinaus noch ausgezeichnet Violine und Gitarre) und all das ist am Ende deutlich besser, als alleine zu Hause auf der Couch zu hängen. Der Herr Aventurer… Mein Buch las ich auf dem Rückweg und mein Eis bekam ich sogar noch auf dem Hinweg.

Also, ja, öfter mal über den eigenen Schatten springen. Dann hab ich hier auch mehr zu erzählen. 🙂

Andrew Bird: Manifest:

Daily sort-out: Lebenshilfebuch zur Hälfte geschafft. Aus 60 Seiten Niederländisch-Kinderbuch die unbekannten Vokabeln rausgeschrieben (Sind. Das. Viele!) und jetzt mal gute Nacht, ist ja schon spät. 🙂

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Wer war das?

Ich bin meinen Aussortiert-Ordner noch einmal durchgegangen und hab unter anderem das hier gefunden. Ich höre alte Playlists durch und sortiere sie aus. Und ich registriere: Ja, ich kann denjenigen, der ich damals war, verstehen. Ich kann verstehen, warum der gehört hat, was er gehört hat. Oder dass er so ausgesehen hat, wie er ausgesehen hat. Von der Mode bis zum Gesichtsausdruck. Aber so richtig erkenne ich mich nicht wieder. Als war es jemand anderes damals oder etwas, aus dem ich rausgewachsen bin. Und damit auch aus alten Erinnerungen, Gedankenmustern. Zeit, die Vergangenheit langsam abzuschließen, Zeit, noch noch einmal ganz neu anzufangen!

King of Stonks – endet anders als der Wirecard-Skandal! 😳 So viel sei gespoilert. Trotzdem: War keine cineastische Offenbarung, aber irre Spaß hat’s gemacht! Finde, der Hauptdarsteller ist keine Idealbesetzung, man versteht ein Drittel der Dialoge akustisch nicht, die erste Folge ist noch was lame. Aber dann geht’s los. Ähnlich wie „How to sell drugs online (fast)“: Anfangs ist man skeptisch, ob man da richtig ist. Und spätestens am Ende weiß man: hell yeah! Passt wie der Deckel auf den Topf. Gerne mehr Produktionen von der bildundtonfabrik!

Zum Beispiel das hier:

Nebenbei: Nice one! Erinnert mich seltsam an den Ukrainekrieg. Aber meine Einschaltquote habt ihr! Vielleicht sogar gerade deswegen…

Kula Shaker: Infinite Sun (2016):

Der Mond kommt krass:

So, ich date mal up auf macOS Ventura. Die Public Beta ist da. Fotos sind gesichert, viele Bugs sind normal nicht mehr da. Schleicht’s euch. 😀

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Drei Wochen vor dem Urlaub packen

Klingt superspießig – und ist es wahrscheinlich auch. Eigentlich plane ich, in etwa drei Wochen zur Radtour aufzubrechen. Gepackt habe ich größtenteils trotzdem schonmal heute. Ist ja auch gar nicht so viel. Meine zwei Radtaschen mit dem Campingzeug. Eine Tasche mit Klamotten + Essentials. Hatte ich in den letzten zwei Jahren ja auch immer schon dabei und hat selten was gefehlt.

Warum jetzt schon? Weil das Packen eigentlich immer der größte Stressfaktor für mich vor einem Urlaub ist. Zögert man das auf die letzte Woche hinaus, artet das in Monsterstress aus. Die Woche vor dem Urlaub läuft man für gewöhnlich sowieso schon auf 200%. Besser, man reduziert das schon vorher deutlich runter.

Das hat dann den Vorteil, dass man sich jetzt schon in aller Ruhe überlegen kann, was einem noch an Equipment fehlt und was man noch bestellen kann.

Merino-Shirts zum Beispiel. Ich hab ja jetzt beschlossen, meine Kleidung nach und nach auf wenige Merino-Shirts herunterzureduzieren. Allerdings will ich dafür auch nichts wegschmeißen. Und meinen Kleiderschrank habe ich ja eigentlich schon auf das wichtigste herunterreduziert. Deswegen jetzt eine langsame Umstellung. Besonders hübsche Merino-Radtrikots gibt es im Übrigen auch nicht. Aber durchaus ansehnliche T-Shirts und Pullover mit Merino-Anteil:

Von Norden nach Süden durch Deutschland oder von Süden nach Norden? Eigentlich war mir klar, dass ich von Norden nach Süden fahren würde. Aber – die Eingebung kam mir heute im Schlaf – jetzt könnte ich mir andersherum (bergab!) durchaus genauso gut vorstellen. Hab noch 2-3 Wochen, mir das genau zu überlegen.

Südostasien. Das ist die Antwort!

Auf die Frage, wohin so eine Weltreise so zuerst gehen könnte. Wenn’s im Winter losgeht, ist es dort warm, ich kenne mich dort schon bisschen aus, kann Bekannte in Singapur besuchen und diesmal den Radius ein bisschen darauf ausdehnen, wo ich noch nie war oder dringend mal wieder hin müsste: Johor Bahru, Kuala Lumpur, Sabah, Mt. Kinabalu (?) (Malaysia), Bangkok, Chiang Mei (Thailand), Cebu City (Philippinen), generell Vietnam und Indonesien, Hongkong! (okay, technisch gesehen nicht mehr Südostasien). Und von da dann weiter nach Australien, wo zu der Zeit gerade Sommer ist? Könnte passen.

Ich habe nicht die Sehnsucht, unbedingt weg zu müssen. Allerdings schon das Bedürfnis, mal was Anderes zu sehen. Beim Reisen kommt bei mir der Appetit beim Essen. Erst keinen Bock loszufahren, aber wenn ich erstmal da bin… Höre ich auf meine innere Stimme, sagt die mir aber auch: In Bonn alle Zelte abzubrechen und deine Wohnung dranzugeben, ist gar nicht mal so eine gute Idee. Ich denke, ich sollte sie erstmal behalten und für die Zeit eventuell untervermieten. Fühlt sich richtiger an.

Bierbrauen und dabei nochmal jung sein. Wir haben in der Küche zu „No good“ getanzt, wir haben im Garten Flunkyball gespielt und wir haben noch allen möglichen anderen Scheiß gemacht. 😅 Nur das Bier müssten wir eigentlich völlig „verknallt“ (Niederländisch für „versaut“) haben. Die Maische zu heiß gekocht, den Sud umgerührt, obwohl da keine Luft mehr dran sollte, die Frischhefe ein paar Stunden in der Sonne liegen lassen. 😅😅 Bin sehr gespannt, was das für ein Gebräu wird!

Früher hat man wochenlang nach dem richtigen DSL-Anbieter gesucht. Vorhin stand ich da noch 5 Minuten und dachte mir: wirklich schon bestellen?!

Okay, meine Kriterien waren überschaubar: 50 Mbit/s, monatlich kündbar (gibt es nicht so viele), noch halbwegs bezahlbar, NICHT Vodafone!!!1!11

Und weil’s da nur zwei ernst zu nehmende Anbieter gab und weil der eine das bessere Angebot dafür hatte, heißt mein neuer Anbieter nun NetCologne. Bin sehr gespannt, wie gut das klappt, wie die Rückkehr von Kabel zu DSL wird und wie schnell die mich jetzt connecten (haben noch gut 1 Monat Zeit).

Stranger Things Staffel 4 Finale (Minor spoilers ahead): Optisch einiges aufgefahren, tolle Story, Spannung bis zum Ende. Vor allem aber eine 2:20h (!) lange, finale Episode. Nach der kurzen Unterbrechung nach 7 Folgen kamen also nur noch zwei, allerdings episch lange Folgen. Fast so, als hätte Netflix noch einmal richtig mit dem Genre spielen wollen. Der alte Hase hat es immer noch drauf!

Buch: Eins meiner Lieblingskapitel: Die Warnung vor den vermeintlichen Must-Sees. Viel Touristennepp gibt es in Singapur allerdings gar nicht. Kapitel 14 ist jetzt jedenfalls fertig.

Daily sort-out: Heute nur Kleinvieh: Alte Briefumschläge, Umstecker, Ladekabel. Gestern „the final shrank“ zumindest mal etwas entstaubt und sortiert. Das vor anderthalb Jahren mal gekaufte und gelesene Niederländisch-Kinderbuch noch einmal angefangen zu lesen (verstehe jetzt fast alles).

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Glaubenssätze umkehren

Bei einem Daily sort-ort neulich habe ich ein altes Erfolgsjournal von mir wiedergefunden. Ist schon ein paar Jahre her, dass ich da mal eine Zeitlang meinen Tag protokolliert habe, aber habe ich eigentlich als gute Zeit in Erinnerung behalten.

Was ich mir damals nicht genau angeschaut habe, diesmal aber schon, ist die Einleitung. Der Autor rät dazu, sich parallel zum täglichen Protokoll auch über Visionen, Glaubenssätze und Werte Gedanken zu machen.

Aber nicht nur irgendwie, sondern Visionen realistisch-optimistisch und klar zu formulieren, so als hätte man sie schon erreicht. Etwa: „In einem Monat sitze ich auf Sylt am Strand im Urlaub, bin die Ruhe selbst, habe vorher alles Schritt für Schritt abgearbeitet, hatte keinen Stress beim Packen, sondern schon Wochen vorher begonnen, alles in die Hand zu nehmen“.

Und Werte so zu formulieren, dass sie als Maxime greifbar werden. Also nicht einfach „Freiheit“ als Wert, sondern genauer formuliert: „Freiheit ist mir wichtiger als alles andere, sogar als eine Partnerschaft, die mich einengt“.

Und negative Glaubenssätze umzukehren. Vor allem diese Übung hat mir die Augen geöffnet. Gar nicht mal so kompliziertes Muster, aber da muss man erstmal drauf kommen: Glaubenssatz aufschreiben, kurz drüber nachdenken und dann drunter schreiben, was man künftig lieber glauben möchte.

Also statt: „Ich tauge nichts.“
Lieber: „Ich tauge eigentlich schon was. Ich kann zum Beispiel … und habe mir in drei Wochen … beigebracht.“

Also einen negativen Glaubenssatz mit ein wenig Logik und Ehrlichkeit mal eben schnell ins Positive umkehren. Ich glaube, das hat das Potenzial, massive Verbesserungen herbeizuführen. Der Autor, Matthias Hechler, rät dazu, sich eine Weile zu beobachten, immer dann einen Glaubenssatz aufzuschreiben, wenn einem einer auffällt und ihn direkt umzudrehen. So bekommt man sich über die Zeit völlig umprogrammiert. Zum Guten hin natürlich. Cleverer Autor!

Buch: Wenig Zeit heute – deswegen freue ich mich, dass mein Vergangenheits-Ich diesmal gute Vorarbeit geleistet hat und ich mit der Überarbeitung schnell durch war. Kapitel 12 ist fertig:

Daily sort-out: Bis auf das Nocheinmal-Lesen des Erfolgsjournals (s.o.) heute mal ein Tag Pause. Morgen könnte ich dann mit etwas Muße den finalen Schrank (the final shrank, yeah!) angehen und den schonmal etwas vorsortieren. Oder anders formuliert: Ich stelle mir vor, wie ich morgen am frühen Nachmittag da glücklich sitze und den Schrank aufgeräumt und paar Dinge schon aussortiert habe. 🙂

Schönes Wochenende!

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Zeitpaket

Heute Abend hatte ich die Chance, das letzte Play-off-Halbfinalspiel zwischen den Telekom Baskets und Bayern München zu sehen. Felix hätte eine Karte gehabt. Für einen kurzen Moment war die Abendplanung klar. Allerdings sagte Felix dann ab (hatte sich noch nicht freitesten können 🙄) und ich hätte alleine gehen müssen. Darauf hatte ich keine Lust.

Was macht man mit einem solchen Zeitpaket, einem Abend, der plötzlich frei wird? Ich entschied mich, endlich nochmal mein Buch in Angriff zu nehmen. Und zwar nicht erst dann, auch schon am Morgen für ein Kapitel, heute Nachmittag in der Bahn auf dem Weg nach Köln, wo ich eine Tesla-Probefahrt hatte (s.u.), und auch wieder auf dem Weg zurück. Dann noch einmal am Abend, unterbrochen nur von einem Spaziergang, was zu essen, meiner eigentlichen Arbeit (für die ich heute mal nur das Minimum gemacht habe) und ein paar Blicke auf den Liveticker vom Spiel (die Baskets haben leider verloren 🙁 ).

Ergebnis: 9 Kapitel neu geschrieben oder überarbeitet! Das war’s, jetzt bin ich endgültig über’m Berg. Damit fehlen nur noch 5 Kapitel, von denen ich auf 4 sogar richtig Lust habe. Dann aussortieren, alles noch einmal überarbeiten, Bilder sortieren und hinzufügen, Karten zeichnen, layouten, Korrektur lesen lassen und das ganze bei Amazon einstellen. Ja, ist schon noch viel Arbeit, aber jetzt ist das Schlimmste definitiv geschafft.

Eine Vermutung, eine völlig vage These, die sich kaum jemals beweisen lässt, deswegen formuliere ich sie als Frage und gebe sie an euch weiter:

Je größer eine Stadt, desto schöner die Menschen? Kann das sein? Wenn ja, warum ist das so?

Ein Technikjournalist, der im Jahr 2022 erstmals einen Tesla probefährt. Ja nun…

Ich kann jetzt zumindest verstehen, warum alle™️ darauf abgehen. Autofahren war noch nie so einfach und hat sich so wenig ums Autofahren selbst gedreht. Man braucht eigentlich nur noch das Gaspedal. Bremsen muss man nicht, weil die Rekuperation so hart eingestellt ist, dass der Wagen von selbst bremst, wenn du den Fuß vom Gas nimmst. Der Wagen flitzt davon, wenn du einmal aufs Pedal trittst, und schalten musst/kannst du bei einem Elektroauto bekanntlich auch nicht mehr. Das übertrumpft sogar die feinste Automatik eines Verbrenners. Highlights sind aber eh das riesige Touchdisplay mit den vielen Apps (auch Spotify, Netflix usw.) und der subtile Komfort. Das Auto „weiß“ zum Beispiel, dass du als sein Fahrer jetzt kommst und losfahren willst und auch wann du die Fahrt beendest. Einen Schlüssel brauchst du also nicht (Handy reicht) und du musst auch keine Zündung oder so betätigen, keinen Schlüssel drehen oder eine Ein-Aus-Taste drücken. Das geht alles von selbst. Also das ideale Fortbewegungsmittel für einen Minimalisten und, ja, man kann es schon das „iPhone für Autos“ nennen, der Vergleich passt. Apple kann sich in Sachen Minimalismus und Komfort sogar noch ein paar Scheiben von Tesla abschneiden.

Kaufen werde ich mir trotzdem keinen.

Wenn man erst einmal Pläne für eine Weltreise geschmiedet hat, gerät alles ein Stück weit in den Hintergrund. Wo ich unter anderem auch noch hin möchte:

  • Neufundland
  • Azoren
  • Polynesien
  • Noch irgendwo nach Afrika
  • Griechenland
  • Oman
  • Indien
  • Neuseeland
  • Philippinen
  • Vietnam
  • Indonesien (war ich noch nie so „richtig“, nur Bali, Batam und Bintan)
  • 1x durch die Eifel wandern (jaja!)

Daily sort-out: Alte Fotos in der Küche. Die neuen passen leider nicht, damn it. Wer hat denn da die falschen Maße bestellt? 🙄

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Indestructable?

Mein chinesisches Horoskop hat mir für 2022 eigentlich keine gute Gesundheit vorausgesagt, dafür aber ein gutes Dating-Klima. Sagen wir, es kam bisher eher anders herum. Ich werde mich ganz sicher nicht über meine derzeit exzellente Gesundheit beschweren, noch wollen, dass daran etwas endet. Ich klopfe dreimal auf Holz.

Aber bisher habe ich keinen Anflug von Corona, auch wenn ich schon mehrmals morgens dachte: jetzt hat es dich auch erwischt. Nicky kam mit Kratzen im Hals von Rock am Ring zurück. Ich war gestern was platt und dann eine Stunde joggen, heute 2 Stunden beim TT. So fit habe ich mich im Übrigen seit Jahren nicht gefühlt. Neulich lief ich die 10km in 50 Minuten (vor ein paar Monaten noch: 60 Minuten). Im Tischtennis spiele ich offensiver und kraftvoller als noch vor ein paar Monaten. Es geht mir gut. Ich ernähre mich leider immer noch nicht besonders gesund, ich nehme nur Nahrungsergänzungsmittel statt vitaminreichem Essen und treibe halt viel Sport.

Rund um mich herum bekommen die Leute nach und nach Corona. Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr sonderlich vorsichtig damit und bin bisher ohne Erkrankung davongekommen. Ob es mir geholfen hat, auf dem Festival auf Dixie-Klos – hauptsächlich gegen den Gestank – immer eine FFP2-Maske zu tragen? Ich weiß es nicht. Ich finde nur, so kann es gerne weitergehen. 🙂

Daily sort-out: Alte Island-Fotos, ausgedruckte. Fiel mir erstaunlich leicht, sie ins Altpapier zu geben (gehören sie da eigentlich hin?).

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Not a care in the world

Manchmal ist es ja gut, gar nicht so viel Zeit zu haben, sich auf etwas vorzubereiten. Ich nehme mir den Freitag frei, arbeite aber ansonsten normal in dieser Woche, komme nebenher gerade mal dazu, ein bisschen zu packen. Nicky kümmert sich dankenswerterweise um den Hauptteil der Orga.

Und dann geht’s auch schon los. Donnerstagabend mit meinem bis beinahe obenhin gefüllten VW Lupo Richtung Eifel: Rock am Ring! Zum ersten Mal in meinem Leben. Und ich muss gestehen: Je näher wir dem Geschehen kommen, desto nervöser werde ich. Keinerlei Ahnung, was uns Greenhorns dort erwartet. Wo müssen wir eigentlich genau hin, wie voll ist es, wie läuft das da alles ab und: kriegen wir wohl überhaupt noch einen Zeltplatz?

Wir verfahren uns einmal, müssen an einer Straßensperrung vorbei, sehen überhaupt nur ein Schild zu unserem Camping-Abschnitt, dann ziemlich lange keins mehr und sind auf einmal ziemlich lost. Irgendwann sehen wir eine Autoschlange am Straßenrand, wir fahren langsamer und Nicky fragt die beiden Insassen im letzten Auto in der Schlange, wofür sie anstehen. Als sie „Wir denken: Green Camping“ sagen, reihen wir uns spontan hinter ihnen ein – hier noch nicht ahnend, dass die beiden später unsere Nebenzelter und Festival-Buddies werden und wir auch gemeinsam zum Green-Day-Auftritt gehen würden.

Geparkt, die ersten Sachen aufgeladen und rüber zum Eingang des Zeltplatzes geschleppt. Kurze Taschenkontrolle durch einen Späthippie, dem alles ziemlich egal ist. Er gibt uns Chip und Bändchen und lässt uns rein. Kurz hinter dem Eingang spielt die erste Gruppe enthusiastisch Flunkyball, der Platz ist schon sehr voll und wir haben ein recht großes Zelt im Gepäck. Nicky und Ursula aus unserem Nachbarauto checken den ganzen Platz und finden schließlich eine noch kleine, freie Fläche in Mitten des Geschehens. Jan und ich hocken erst einmal ab und lernen uns ein wenig kennen. Immerhin: Die beiden anderen finden was!

Als ich mein Zeug aufschultere und die letzten hundert Meter des Weges gehen will, spricht mich ein junger Typ neben mir an: „Oh, das sieht schwer aus. Komm, ich helf dir!“. Trägt einfach mit mir zusammen die schwere Kiste bis zum Platz. Als wir die Zelte aufgebaut haben, lassen wir uns erstmal kurz in die Campingstühle fallen. Ich biete Jan ein Bier an. Als der Typ ein Zelt weiter davon hört, dass wir einen Gummihammer für die Heringe brauchen könnten, besorgt er uns prompt seinen und fragt, ob wir auch einen Blasebalg brauchen (tun wir nicht). Ein Dritter kommt mit einem Teller voll (feinstem!) Grillfreisch dazu und bittet (!) uns, den anzunehmen, sie hätten viel zu viel gegrillt und bekämen das im Leben nicht mehr auf.

Die erste Nacht wird dann weniger harmonisch. Zwei Zelte in unmittelbarer Nähe haben jeweils ihre Anlage bis zum Anschlag laufen, und so werden wir die halbe Nacht von links und rechts mit völlig unterschiedlicher Musik beschallt, was für das Gehirn kaum zu computen ist. An die verordnete Nachtruhe von 1 bis 8 Uhr halten sie sich natürlich auch nicht, und so wird die erste Nacht ziemlich kurz. Im Nachhinein denke ich, wir hätten einfach mitfeiern sollen, statt zu versuchen zu schlafen. Denn die nächsten Nächte werden deutlich ruhiger und der Körper holt sich irgendwann sowieso den Schlaf, den er braucht.

Am Freitag, unserem zweiten Tag, brechen wir nach bisschen Chillen und Organisieren zum Festivalgelände auf. Ich erwarte, dass das schon nicht so weit weg sein wird, aber am Ende sind es stolze 3 km vom Zelt bis zur ersten Bühne. Und das macht irgendwann keinen Spaß mehr. Dafür ist das Wetter top und wir sehen noch das Ende der Donots. Ich wundere mich noch, warum sie etwas von den Ärzten und den Toten Hosen spielen. Das liegt ganz einfach daran, dass die Hosen als Special Guest mit aufgetreten sind. Shit, leider nur gehört, nicht gesehen, aber passt schon. Zum minutenlangen „So long“ am Schluss singen wir mit.

Wir checken die Lage am Ring, essen und trinken was, gucken Weezer (ziemlich cool), Måneskin (sehr geil) und Offspring (slightly underwhelming), aber ich gehe in mein erstes Moshpit vor Ort. Nach „Self Esteem“ umarmen sich die drei Jungs und ich uns herzlich, mit denen ich am intensivsten gemosht habe. Die Leute haben echt was nachzuholen. Und dieses Gefühl zieht sich durchs ganze Festival. Es ist nicht das beste Line-up aller Zeiten, aber eigentlich alle Leute vor Ort, Bands wie Fans und Offizielle, haben richtig, richtig Bock, nach fast drei Jahren Zwangspause mal wieder richtig Gas zu geben.

Auf friedliche Art übrigens. Die Leute sind größtenteils nett zueinander, scherzen miteinander, feiern miteinander, die Bands propagieren Frieden und „Liebe für alle“. Die Welt kann doch manchmal ganz schön gut sein.

Abends gehen wir „kurz“ zurück ins Zelt, um uns was wärmer anzuziehen und kommen kurz mit unseren Buddies Jan und Ursula aus dem Nebenzelt ins Gespräch. Sie sind beide Anfang/Mitte 20, also fast 20 Jahre jünger als wir. Sie hören deutlich mehr Deutschrap als wir, aber ansonsten auch sehr gerne Rockmusik. „Wie kann das eigentlich sein?“, fragen wir. „Als wir in unserer Jugend Nirvana, Green Day und Co. gehört haben, wart ihr doch noch gar nicht auf der Welt“. Ja, sagen sie, aber sie hätten das schon als Kinder gehört, weil es halt im Radio lief. Und heute gebe es halt so gut wie keine neuen Rock-Acts mehr.

Was mich halt immer wieder wundert – und auch ärgert: der Bedarf ist da, der Altersdurchschnitt auf Festivals wie Rock am Ring liegt gefühlt bei unter 30. Trotzdem schafft heute kaum noch eine Rock-Combo den internationalen Durchbruch. Ich sehe da einen Großteil der Verantwortung auch schlicht bei Radiosendern wie – dem mittlerweile unterirdischen – 1live. Wenn man lieber nur noch schlechten Deutschrap spielt und jeden Furz als Popsensation bringt, den Rita Ora auf Insta raushaut, statt mal einen Musikredakteur nach ein paar aufstrebenden Rockbands suchen zu lassen, ist es ja irgendwo auch klar, dass es so gekommen ist.

Ich gehe mit Jan und Ursula danach noch zu Green Day – Nicky zieht einen Abend Pause bei einem Glas Wein am Zelt vor. Der Weg hinauf zum Festivalgelände nervt langsam, aber wir unterhalten uns unterwegs prima und schauen bei Ankunft zuerst noch ein paar Minuten Marteria. Und ich bin ehrlich überrascht, wie gut das klingt und wie genial die Bühnenshow ist – obwohl das eigentlich sonst so gar nicht meine Musik ist.

Und dann Green Day! Sie sehen aus, als wären sie schon auf der Bühne zur Welt gekommen, sie spielen sauber alle Hits, sie interagieren bei jedem Song mit dem Publikum, sie machen richtig Spaß. Billy Joe holt erst jemanden auf der Bühne, der einen Song mit ihm singt. Es kommen Basket Case, She, American Idiot und Wake me up when September ends. Jan und Ursula verabschieden sich plötzlich mittendrin, um noch beim Lidl Rockstore einzukaufen, bevor es zu spät wird – ich kann es kaum fassen. Ich bin plötzlich alleine in einem Pulk voller mir unbekannter Menschen. Aber ich fühle mich nicht alleine. Es ist, als wäre ich mit den drei Jungs auf der Bühne hier und mit den anderen Menschen wie auf einer gigantischen Party verbunden.

Billy Joe fragt dann plötzlich die Fans in der ersten Reihe, wer von ihnen Gitarre spielen kann. „Du? Du? Du! Ja, wirklich? Na gut. Kommt Leute, ich brauche einen oder eine, die Gitarre spielen kann. Sind nur drei Akkorde, mehr können wir auch nicht. Du?! Ja, klasse, dann rauf auf die Bühne.“

Eine junge Frau, die einen Sonnenhut trägt, wird auf die Bühne gehoben. Billy Joe drückt ihr eine Gitarre in die Hand und setzt sich selbst ihren Sonnenhut auf. Traumhafter Moment. Sie spielen tatsächlich einen Song zusammen, Billy Joe verabschiedet sie anschließend mit einem „Thank you, I love you!“, bevor er zum letzten Song anstimmt. Es kommt mein Green-Day-Lieblingslied „Time of my Life“ und für einen kurzen Moment bin ich der glücklichste Mensch auf dem ganzen Planeten.

Spätestens am dritten Tag bin ich auch endlich in der Festivalwelt angekommen. Die Nacht ist zwar wieder recht laut, aber – das kenne ich noch vom Bund – der Körper nimmt sich irgendwann den Schlaf, den er braucht.

Es kommt der Samstag und legen einen Chilltag ein. Uns interessieren erst die Bands, die abends spielen, also schlafen wir aus, tragen schon einmal in weiser Voraussicht ein paar Dinge ins Auto, die wir im Zelt nicht brauchen, damit wir das am letzten Tag nicht mehr müssen, besuchen den Lidl-Rockstore – eine fantastische Parallelwelt neben dem Festivalgelände mit eigener Chillout-Zone, halbbesoffenen Menschenmassen am Fließband und gängeweise Festivalbedarf – und klettern die nahe gelegene Nürburg hinauf. Schon ein toller Ausblick über Festival, Campingplatz und die Eifel in allen Richtungen.

Später sitzen wir mit einem Bier im Campingstuhl without a care in the world. Wir grillen, wir trinken gemütlich Bier, wir grüßen Wildfremde, die an unserem Zelt vorbei kommen und versuchen unsere überschüssigen Bratwürstchen loszuwerden – und dann geben wir noch mal Gas. Placebo, die Kassierer, Muse! Bei den Kassierern ist am einzigen Bierstand neben der Stage allen Ernstes das Bier alle – kannste dir nicht ausdenken. Muse ist handwerklich die wahrscheinlich beste Band, die ich je gesehen habe. Placebo sind auch richtig, richtig gut. Die Kassierer eine ganz andere Liga, aber ich mag ihren trockenen Humor: „Wir sind die einzige Band mit einem Song über Quantenphysik, und weil wir ihn jetzt spielen, habe ich mir mal den Text dazu ausgedruckt und mitgebracht“. 😂

Als wir um kurz vor 2 Uhr nachts am Zelt ankommen, fällt uns ein: Wir müssen noch Dosen-Ravioli auf dem Campingkocher machen und essen! Sonst ist es nicht real! Gesagt getan. Die Luft ist kalt, es schmeckt schlimm, aber wir haben damit – außer Flunkyball – eigentlich alles erfüllt, was wir uns an Festival-Must-dos vorgenommen haben.

Und so fies ist das dort alles gar nicht. Zumindest auf dem Green Camping – vom General Camping kann ich nicht sprechen, da scheint ja allerhand möglich. Aber bei uns: erstaunlich zivilisierte Zustände. Dixie-Klos, die mehrmals täglich geleert und gereinigt werden, Trinkwasser, das ebenso oft wieder aufgefüllt wird, Duschkabinen in erstaunlich gutem Zustand, wenn auch mit gefühlten 120% Luftfeuchtigkeit – in der Umkleide davor immerhin geht die Party weiter, weil ein paar Jungs einfach ihre Anlage hier mit reingeschleppt haben. Keiner fällt einem besoffen aufs Zelt und kotzt danach noch rein. Keine überlaufenden oder umgestoßenen Dixies, während du drin sitzt. Beinahe schade…

Für den letzten Tag ist Regen angekündigt. Wir sind mittlerweile dann doch langsam mit der Energie am Ende, beschließen, spätestens abends zurück zu fahren. Die Verlockung auf das eigene Bett und einen Chilltag zu Hause, bis der Alltag wieder beginnt, sind verlockender als Volbeat, Beatsteaks und Billy Talent, die uns nur so halb interessieren. So packen wir gegen Mittag alles zusammen, treffen unsere Freunde vom Nachbarzelt am Parkplatz wieder, chillen noch ein wenig und checken den Wetterradar. Für mich fehlt noch etwas, wenn ich nicht mindestens einmal nass geworden bin und im Regenponcho getanzt habe, also breche ich ein wenig vor den anderen auf, werde zumindest ein klein wenig nass und werfe schon einmal einen Blick auf The Faim (ganz nice) und Skynd (abgefahren!), bis auch die anderen kommen und wir uns noch einmal zusammen Grandson anschauen.

Endlich fängt es wirklich einmal ein wenig an zu regnen, aus dem Moshpit fliegt ein gelber Gummistiefel auf die Bühne. Grandson sprintet rüber, zieht ihn sich an, bittet um das passende Gegenstück, bekommt es und zieht auch das an. In Gummistiefeln klettert er schließlich die Balustrade hoch und singt einfach von oben weiter. Schon eine coole Aktion und tolle Show, auch wenn die Akustik auf der kleinsten Bühne leider nur mäßig ist.

Und das war es dann. Unsere beiden Freunde wollen tatsächlich noch bis zum Ende bleiben, obwohl sie noch nach Bremen zurückfahren müssen und Ursula am nächsten Tag arbeiten muss (Respekt!). Wir Alten verabschieden uns und brausen wenig später als weit und breit einzige von dannen. Ich habe kaum noch Stimme, Nicky versucht auf der Rückfahrt auffällig emsig, mich in Gespräche zu verwickeln, weil ich offenbar schläfrig wirke und wir ja noch heil ankommen wollen. Es gelingt. Während ich in meiner Wohnung die Bilder, die in der Zwischenzeit angekommen sind, in meiner Küche in Rahmen stecke, streame ich die letzten Konzerte von Volbeat und Billy Talent und fühle mich noch einmal kurzzeitig wieder vor Ort. Klar, man hätte das jetzt auch noch mitnehmen können, aber ich bereue nichts. Denn es war schön, aber dann war auch gut.

War ein großartiges Erlebnis! Und ich könnte mir fast vorstellen, das trotz meines hohen Alters noch einmal zu machen. Auch wenn ein kürzeres Festival ebenso in Ordnung wäre.

Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Gar nicht so viel, aber ich würde wahrscheinlich noch aufgeschlossener den anderen Leuten dort gegenübertreten, mich vorstellen, mit ihnen zusammen feiern, noch mehr austauschen. Zum Beispiel haben wir die Clique im Nachbarzelt erst beim Abbauen kurz kennengelernt. Uns einfach ohne hi zu sagen am ersten Tag direkt vor ihre Nase zu setzen, war vielleicht auch nicht die feine englische Art.

Was nehme ich von dem Ganzen mit? Warum nicht einfach die ganze Welt von jetzt an als gigantisches Festivalgelände betrachten! 🤔 Erst einmal nett zu allen sein, das Beste, nicht das Schlechteste annehmen, sich gegenseitig helfen, mit Fremden auf der Straße quatschen. Könnte man ja eigentlich einfach mal machen. Ohnehin ein Event wie die meisten meiner Reisen bisher: So etwas wie Vorfreude kenne ich nicht, ich kenne nur den Stress in der Woche vor dem Urlaub. Aber wenn ich dann da bin – egal ob am Urlaubsort oder auf dem Festivalgelände – blühe ich auf.

Sollte ich vielleicht mit der ganzen Welt an sich so machen. 🤔

Daily sort-out/Epilog: Ich habe meine alten Kladden noch einmal durchgearbeitet (da war noch Material von diversen Fortbildungen drin…) und bin mit einem Campingstuhl runter auf den Frankie, um bei einem Kaffee das Buch „500 einmalige Erlebnisse: Deutschland“ noch einmal durchzublättern, bevor ich es wegminimiere. Es fing an zu regnen. Ich bin demonstrativ sitzen geblieben.

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So macht das Spaß

Heute mal über Fußball. Ja, sicher ist das langweilig, wenn Bayern München zum zehnten (!) Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnt. Die Bundesliga hat dann die Außenwahrnehmung der Betriebssportveranstaltung einer Bananenrepublik. In echten Profiligen wie in England oder Spanien gibt es eine solche Dominanz nicht; ja nicht einmal in Frankreich hat der Scheichklub Paris St. Germain ein derartiges Abo auf die Meisterschaft.

Was diese Liga in der nun endenden Saison aber durchaus hatte, war Drama und Leidenschaft. Und davon so viel, dass man sagen muss: Abschalten und sich nicht mehr für Fußball interessieren, wäre definitiv auch die falsche Entscheidung gewesen. Als Beispiele:

  • Der SC Freiburg, dieser ewige Underdog mit dem engagiertesten aller Trainer, Christian Streich, der plötzlich um die Champions-League-Plätze mitspielt und die am Ende mit Platz 6 nur knapp verpasst…
  • Zuletzt nur noch überholt von Union Berlin. Dieser zweite, zwangsweise bodenständige Klub aus Köpenick, der nun schon zum dritten Mal in Folge seit dem Aufstieg aber auch gar nichts mit dem Abstieg zu tun hat, statt dessen nun sogar Platz 5 erreicht und damit zum zweiten Mal in Folge europäisch spielt.
  • Ganz anders als dieser andere Club aus der Hauptstadt, der eigentlich seit Jahren gerne da wäre, wo der Lokalrivale jetzt ist: Hertha BSC bot in dieser Saison herrlich viel Theater um hohe Ansprüche, hunderte Millionen versenktes Investorengeld, gescheiterte Träume, innere Zäsuren, ernüchternde Realitäten und die ebenso überraschende wie hochinteressante Rückkehr von „Quäl-Opa“ Felix Magath.
  • Der muss nun in der Relegation gegen den HSV ran, der plötzlich seinerseits erstaunlich bodenständig wirkt (ist das die neue Erfolgsformel?) und nach drei vierten Plätzen in Folge nun tatsächlich mal eine Zweitliga-Saison nach einem überraschend nervenstarken Schlussspurt auf Platz 3 abschließt. Zwei Clubs also, die in den letzten Jahren viel Anlass für Schadenfreude boten, nun gegeneinander in zwei Entscheidungsspielen. Das wird Drama pur. Entzückend!
  • Werder Bremen dafür tatsächlich nach nur einem Jahr zweite Liga direkt wieder aufgestiegen. 🥳 Hätte ich mir kaum träumen lassen.
  • Allerorten übrigens, wo die entscheidenden Erfolge gefeiert wurden, Platzstürme (nicht immer ganz ungefährlich) und ganz viel Leidenschaft.
  • So etwa auch bei Frankfurts Husarenstück, der Übernahme des Camp Nou und dem sensationellen Auswärtssieg beim FC Barcelona. Jetzt sogar noch mit der Chance, die Europa League zu gewinnen.
  • Oder Kölns Coup, statt gegen den Abstieg zu spielen, am Ende sorgenfrei Siebter zu werden, augenscheinlich allein geschuldet der Verpflichtung des schnodderigen Fischkopps mit der kultigen Schlappmütze, Steffen Baumgart.
  • So viele Bewiese dafür, dass eben nicht immer nur das schnöde Geld gewinnt, wie Adi Hütters erfolgloses Engagement in Mönchengladbach (vor der Saison für 7,5 Mio. € geholt), Bayerns überraschendes Ausscheiden gegen den „Dorfklub“ Villareal im Viertelfinale der Championsleague oder eben die Er.folge von Freiburg, Köln und Union Berlin in der Liga.

Nee, war schon schön alles. In der Zukunft würde ich mir noch ein bisschen mehr klare Kante wünschen wie einen Boykott der WM in Katar oder eine europäische Gehaltsobergrenze. Aber vielleicht war diese Saison die Wende zum Besseren. Möchte ich wirklich gerne glauben.

Landtagswahl. Grüne rocken NRW – am selben Tag, wie Grün-Weiß Bremen rockt. Und irgendwie geht und ging die Wahl beinahe völlig an mir vorbei diesmal. Ist wie ein spannendes Fußballspiel, für das du ein Ticket hast. Mehr aber eigentlich nicht.

Gut, musikalisch war ich eher für die Niederlande, Norwegen und Moldawien. Aber auch den ukrainischen Beitrag fand ich so gut, dass ich mit der eindeutig politischen Wahl selbstverständlich gut leben kann.

Tolle ESC-Party übrigens bei uns, von der auf jeden Fall alles Gesagte für immer im Raum bleiben muss, weil sonst alle Anwesenden für den Rest ihres Lebens sozial geächtet wären (und mehr sage ich dazu selbstverständlich auch nicht). 😀

Adriaan!

Daily sort-out. Ich sehne den Tag herbei, an dem ich keine Bilder mehr aussortieren „muss“. Ja gut, ich habe selbst in der Hand, was ich tue und wann. Aber wenn mein Reiseführer irgendwann mal fertig sein soll, sollten auch die Bilder dafür bereit sein. Wie kann ein Mensch so viele Fotos machen? Ich muss da echt umdenken…

Trotzdem, natürlich und immer noch: hach, Singapur!

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Prenzlauer Berg

Ich mag das hier. Und hab gerade zu meiner Überraschung festgestellt, dass ich schon 5 Tage hier bin und es bald wieder zurückgeht. In meiner unmittelbaren Umgebung, dem Gleimviertel, gibt es:

  • Einen Sportpark mit Tartanbahn
  • Einen Drittliga-Fußballverein (Viktoria Berlin)
  • Den Mauerpark mit Action quasi rund um die Uhr
  • Zahlreiche Spätis, Schankräume, Cafés, Restaurants
  • Ein paar zu viele vietnamesische Restaurants höchstens. Gefühlt jedes zweite Restaurant hier ist vietnamesisch.
  • Hab deswegen gestern bei einem Indonesier gegessen und das war sehr lecker.
  • Viele Hipster, viele freakige Typen, sehr viele Normalos
  • Und insgesamt einfach viele nette Menschen

Praktisch täglich warte ich darauf, dass mich einer auf der Straße komisch anschaut oder gar blöd von der Seite anmacht. Für was auch immer, vielleicht dass ich nicht hip genug aussehe. Aber es ist bisher noch nicht passiert. Ich werde sogar hin und wieder angelächelt, was mir in Bonn nie passiert.

Trotzdem habe ich mittlerweile nach fünf Tagen das Gefühl, hier im Kiez (der sich ungefähr von der Ringbahn im Norden bis runter zum Alex erstreckt) alles gesehen zu haben. So schnell kann das gehen.

Wenn ich jetzt noch paar Leute kennen würde und Britta die Wohnung nicht mehr zwingend bräuchte, könnte ich auch direkt hier bleiben. 🙂

Habe beschlossen, mir ein Übergangs-Smartphone zu kaufen. Die aktuellen iPhones gefallen mir zu wenig, als dass ich dafür 1.000+ Euro ausgeben würde, außerdem gibt es ja bald schon wieder neue. Und auch die aktuell getesteten Samsungs und Xiaomis ließen zu viel Luft nach oben. Ich mag das Google Pixel 6, aber das ist mir zu viel Google. Ergo: ein Ding kaufen, das mich eine Weile begleitet, bis mich irgendwas wirklich umhaut. Ansprüche an das Gerät:

  • Gute Frontkamera mit 4K-Aufllösung, weil ich damit vloggen möchte
  • Android 12, möglichst mit Update-Garantie
  • Ein Akku, der was durchhält
  • OLED-Display, um damit Bücher zu lesen
  • Schnelllademodus
  • Und wenn es dann noch irgendwie Joy sparkt…

Tja, und ich wette, darauf wärt ihr in 20 Jahren nicht gekommen. Vorhin im Mädchenmarkt ausprobiert, für tauglich befunden (außer dem Schnelllademodus) und was dann sogar ein wenig Joy gesparkt hat: das Samsung A33 in weiß. Ja, im Ernst. Ja, ich bin noch bei Trost.

Kostet knapp unter 400 Euro, bekäme Updates, dürfte seinen Zweck erfüllen, sieht toll aus und sparkt durchaus ein wenig Joy.

Wobei, vielleicht wird’s doch noch das A53. Das sieht fast genauso aus, kostet fast das gleiche, kann aber noch bisschen mehr. 🤔 Ich schlafe jetzt nochmal drüber.

Wir schreiben das Jahr 2022 und noch immer gibt es keine sorgenfreie Möglichkeit, um Dateien von einem Android-Phone kabellos zu einem Mac zu übertragen. Vorhin habe ich tatsächlich ein paar Bilder via Bluetooth vom S22 Ultra zum MacBook rübergeschoben, weil das MacBook Wifi direct nicht erlaubt. Bilder gingen auch recht flott rüber, das 200 MB große Video brauchte so 20 Minuten…

Mein Soundtrack für die aktuelle Berlin-Woche. Ich höre den Song rauf und runter und weiß gar nicht mal, wo der plötzlich wieder herkam, nur dass er plötzlich da war und mir immer besser gefällt, je öfter ich ihn höre:

Daily sort-out, immer noch und wohl für immer Singapur…

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Berlin

Ach, eigentlich habe ich Berlin immer schon gemocht..