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138: Nederlands

Das sind schon eine verrückte Sprache und ein ulkiges Völkchen …

Das Opfertier ins Schlachthaus?

Nee, das Opfer ins Krankenhaus. Schlachtopfer. Ts…

Kaufen und tun sind (manchmal) das gleiche Verb:

Boodschappen. <3

Humor ist bei denen gleichbedeutend mit Stimmung…

Winkelwagen. 🙂

Verdrietig. 🙂

I feel you bro…

And you…

Und überhaupt:

Een moeilijk huwelijk – wenn man das fehlerfrei schreiben kann, ist man irgendwo auch angekommen. 🙂

So, die Folgen 2 und 3 von Long Way Up haben für die dekadente 1. Folge komplett entschädigt. Sie haben trotz allem fette Probleme, ihre Motorräder in Feuerland aufzuladen, die Autos bleiben liegen. Es ist bitterkalt und sie wissen nicht, ob sie die einzige Fähre noch erwischen…

Bild: Apple, Long Way Up Productions

Und überhaupt zeigen sie da wunderbare Bilder, treffen die nettesten Menschen (A(d)venturer!), fahren einfach bei irgendwelchen Leuten auf den Hof und werden prompt zum Essen eingeladen. Darunter mischen sich absurd komische Szenen wie die, wo sie in einem kleinen Laden was einkaufen und dort der Fernseher läuft. „Hey, den Film kenne ich, da spiele ich doch mit!“, freut sich Ewan. Und der ganze Laden guckt 20 Minuten lang den oppulenten Sandalenfilm, bis endlich die Szene kommt, in der ein 15 Jahre jüngerer Ewan seinen kleinen Auftritt hat.

Nee doch, macht mittlerweile richtig Spaß. Noch dazu war ich zum ersten Mal seit Monaten wieder mit Kopfhörern unterwegs, um Musik zu hören. Die ziemlich coole (inoffizielle) Playlist von Long Way Up.

Ich komme aus dem Apple-Universum derzeit nicht raus. Aber das ist schon echt beeindruckend:

Bild des Tages:

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136: Einfach mal yeah

Drei lange Tage habe ich überlegt, welches Smartphone ich eigentlich vor dem S10 hatte, das in Kürze zwei Jahre alt wird. Drei Tage, und ich kam nicht drauf.

Als ich vorhin mit dem iPhone 12 Mini durch die Straßen zog und ein paar Fotos von der Gegend machte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es war das iPhone SE. Und das 12 Mini erinnert mich wie kein anderes daran.

Warum nur hat das so wenig bleibenden Eindruck hinterlassen?

Und warum gibt es überhaupt nichts Wichtigeres hier zu berichten?

Vielleicht weil ich schon gestern alles zu Corona und Weihnachten gesagt habe?

Weil es um Trump langsam ruhiger wird?

(Verstörende Idee übrigens: Er könnte 2024 noch einmal antreten!)

Oder weil wir heute gerelauncht haben?

Hab übrigens schon lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Testgerät (und dem Darüber-Schreiben) gehabt wie mit dem Samsung Galaxy Z Fold2 5G, und ich glaube, das merkt man auch. 🙂 Vielleicht auch, weil’s das Dekadenteste war, was ich jemals ausprobieren durfte.

Seit ich wieder ein paar modernere Smartphones teste, wirkt übrigens die Kamera in meinem S10 immer weniger sensationell. Hat das früher schon immer so gerauscht oder ist das neu? Irgendwas ist da seltsam. Die Bilder des iPhone 12 Mini (links) hinterlassen im Vergleich zum S10 jedenfalls einen sehr guten Eindruck.

5G funktioniert auf dem iPhone 12 Mini dafür bisher nicht, das scheint etwas komplexer zu sein:

(Vom iPhone 12 Mini macht das Galaxy S10 dann doch wieder ein hübsches Bild.)

Dafür hat die Speedtest-App, die ich heute viermal benutzt habe, um zu gucken, ob schon 5G da ist, mal eben schnell 1,1 GB (!) dafür verbraucht. 😱 Ich hab auf meiner Telekom-Prepaid-Testkarte überhaupt nur 3 GB…

In den Niederlanden sind Cousinen und Nichten dasselbe?! 😳

Ich geb zu, ich hab auch meine Schwierigkeiten, bei Familienkonstellationen immer den richtigen Begriff zu erwischen, aber einen Unterschied sehe ich da schon…

Schoonmoeder ist jetzt wieder ein ulkiger Begriff. Wörtlich übersetzt: Saubermutter.

So, dann haben wir’s heute. Bild des Tages habt ihr ja schon (oben). Macht’s gut! 🙂

Na okay, eins noch (wieder vom 12 Mini, weil’s so schön war):

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134: Werde ich auf meine alten Tage doch noch Apple-Fanboy?

Nein, dazu bin ich zu sehr Skeptiker. Speicherupgrades machen sie zu teuer, ein iPad und eine Apple Watch brauche ich nicht, iPhones sind toll, aber die Chinesen bei der Hardware vielfach trotzdem weiter, und wann, endlich, wird es ein MacBook mit Touchscreen geben?

Trotzdem fiel es mir noch nie so leicht, einen so teuren Impulskauf zu tätigen:

Ein neues MacBook Air mit dem neuen M1-Chip. Dafür gebe ich mein eigentlich noch recht frisches, aber ungeliebtes MacBook Pro in Zahlung. Die Argumente dafür sind: eine mindestens doppelt so hohe Akkulaufzeit, endlich Schluss mit der TouchBar (wir passen einfach nicht zusammen) und iPad-Apps auf macOS. Spiele, angenehm reduzierte Bildbearbeitungs-Apps: der App Store hat eine tolle Auswahl. Ich glaube, das könnte passen.

Paar feine Sachen macht Apple dann doch…

Corona-Maßnahmen aus der Hölle:

Im Rossmann in der Bonner Sternstraße muss sich jeder Kunde einen Einkaufswagen nehmen. Wäre an sich kein Problem, wäre das Ladenlokal nicht auf zwei Etagen aufgeteilt und der Keller mit einem Einkaufswagen nur per Fahrstuhl zu erreichen. Wo sich ein Pulk von 20 Wartenden gebildet hatte, die sich dann zu zweit in den Fahrstuhl zwängen. Ich hatte eigentlich in den Keller gemusst, aber hab dann den Einkaufswagen zurückgestellt, den Laden verlassen, bin zwei Häuser weiter in den dm gegangen und hab meinen Kram da gekauft. Ganz ohne Einkaufswagenpflicht. Und jetzt habe ich ein veganes Duschgel. 🙂

Na gut, es gibt dort auch keine Einkaufswägen, aber was ist denn das für ein Quatsch? Hat ein Laden Einkaufswägen, dann muss man sie benutzen, um? Ja, um was? Abstände nach vorne und hinten, okay. Aber Rossmänner und dms sind ohnehin immer so eng gepackt, dass man sich im Vorbeigehen nahe kommt. Und die Gefahr, sich ausgerechnet dabei anzustecken, wo doch alle eine Maske tragen… Na ja.

DuoLingo ist richtig tiefgründig manchmal. 🙂

Stimmt nur nicht so ganz. Ist die Zukunft von heute nicht erst übermorgen Vergangenheit? 🤔

Bild des Tages: Never forget. Especially not in days like these.

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133: Tag der neuen Dinge

Heute kam ein 5G-Telefon zum Getestwerden, später die Woche sollen noch zwei kommen. Also Zeit, mal dieses 5G auszuprobieren. Im Telekom-Shop verkaufte mir die nette Lady einen 3-GB-Prepaid-Tarif für 1 Monat für knapp 15 Euro. Und der kann auch 5G. Nur das Telefon: irgendwie nicht.

Oder sagen wir: Ich hab es nicht selbst in der Hand… Genau das Problem hatte Kollege Daniel Wendorf neulich auch mit einem 5G-Motorola-Phone. Die Hersteller müssen passende Updates nachliefern, sonst bleibt es erst einmal beim Netzmix. Bin gespannt, ob das bei den anderen beiden Telefonen später die Woche anders läuft.

Ebenfalls neu für mich: ein Faltsmartphone (Samsung Galaxy Z Fold2 5G). Und nach dem ersten Eindruck muss ich sagen: Macht erstaunlich viel Spaß, ebenso wie es irgendwie überflüssig wirkt. Muss das noch genauer erörtern.

Und weil wir gerade beim Tag der neuen Dinge sind: Ebenfalls zum ersten Mal heute ausprobiert: Googles AirDrop-Pendant Nearby Share:

Beide Geräte laufen gerade auf meinem Account. Warum also erst bestätigen, warum erst entsperren, warum deaktiviert das S10 Nearby Share nach einer Übertragung direkt wieder und lässt mich keine zweite hinterherschicken?

Apple AirDrop ist mittlerweile 9 (!) Jahre alt. Und der Rest der Welt kriegt es noch immer nicht hin, etwas zu erschaffen, was auch nur ansatzweise so gut funktioniert. Das ist schon ziemlich erbärmlich!

Zumal die anderen nämlich Hardware können. Xiaomi mit einem Konzept für ein Smartphone mit ausfahrbarem Objektiv. Nein, besser als ihr denkt:

Niederländisch entpuppt sich immer mehr als Sprache der vielen, kleinen Wörter:

Erinnert sich noch jemand an das wunderbare present progressive aus dem Englischunterricht? (He is playing.) Nun, der Niederländer hat das, wie ihr oben seht, auch: aan het spelen zijn – wörtlich übersetzt: an dem spielen sein. Oder, wie der Rheinländer sagt: am spielen dran sein. Manchmal verblüffend, diese Verwandtschaft. 🙂

Hätte Lust, einen YouTube-Kanal zu eröffnen. Okay, ich hab schon einen, der vornehmend so Demo-Videos enthält (SUBSCRIBE!!!1!! If you didn’t already. And HIT THAT BELL!) und der bestimmt keinen Ästhetik-Preis gewönne. Nein, ich meine so richtig einen hübschen, in dem ich vor der Kamera einen erzähle und Dinge präsentiere. So wie der da. That guy’s my hero, by the way:

Werde das mal in aller Ruhe planen, diesen Winter. Das Erste, was ich dafür natürlich brauche, ist eine neue Kamera. 🙂 Mal sehen, was der Weihnachtsmann bringt.

Er wird wohl irgendwann mal Züge und Interkontinentalflüge ersetzen: der Hyperloop. Die erste Probefahrt mit Menschen an Bord verlief erfolgreich.

Ich bin also nicht der einzige, der sich das gefragt hat. 😉 Sollte Joe Biden noch vor Amtsantritt die Grätsche machen, kommt es drauf an, ob vor der Wahlmänner-Wahl oder danach. Danach wird Kamala Harris automatisch aufrücken, davor dürften die Demokraten noch jemand anderen benennen, es müsste nicht zwingend Harris sein. Trump kommt in den Szenarien aber auf jeden Fall nicht vor. 😉

Golem.de mit einer überraschenden Liebeserklärung an den Kultfilm „Spaceballs“. In meinen Augen zumindest nicht ganz zu Unrecht. Der war platt, aber stellenweise erstaunlich witzig.

Also schöne Bilder macht es, das Z Fold2 5G. Low-Light-Kamera kann Samsung:

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132: 30 Tage Niederländisch

Mal eben schnell eine neue Sprache lernen…

Ich spreche neben Deutsch eigentlich nur Englisch fließend. Von fünf Jahren Französisch auf der Schule (die ich gehasst habe, wie die ganze Schule selbst auch) weiß ich gerade noch genug, um in Paris etwas zu Essen zu bestellen. An Spanisch, eine Sprache, die ich viel schöner finde, habe ich mich ein paarmal versucht, bin aber nie über die Anfänge hinausgekommen. Auch einen Sprachkurs Chinesisch habe ich auf der Fachhochschule ein Semester lang einmal besucht, aber davon ist noch weit weniger geblieben. Ein besonderes Sprachtalent habe ich also nicht.

Und jetzt Niederländisch. Vor 30 Tagen fing ich damit auf DuoLingo an. Bisher habe ich jeden Tag durchgehalten:

Und richtig rangeklotzt. Teilweise mehrere Stunden am Tag, aber jeden Tag mindestens ein bisschen. Geschafft habe ich jetzt geschätzt 1/3 des ganzen Kurses. Und das finde ich ebenso bemerkenswert wie erschreckend. Denn mal eben so eine Sprache lernen, ist nicht. Es ist harte Arbeit, die allenfalls mit einem guten Tool etwas versüßt werden kann. (Und warum muss das eigentlich so f*ing aufwändig sein, eine Sprache zu lernen? Was hat die Natur sich dabei gedacht?)

Mit Niederländisch und mir lief es aber von Anfang an super, hat gerade in den ersten Tagen auch rich-tig Spaß gemacht. Sehr viele Wörter kann man sich aus dem (Nord-)Deutschen herleiten. Der Satzbau ist dem deutschen sehr, sehr ähnlich. Und weißt du mal ein Wort nicht, kannst du auf Verdacht einfach mal ein deutsches einsetzen. Sehr oft passt es. Ich habe schnell ein gutes Anfangsgefühl für die Sprache entwickelt. Und DuoLingo macht es dir leicht. Vor allem in den ersten Tagen schnappst du dir Baustein für Baustein:

Und du denkst, wenn das so weiter geht, bist du in ein paar Wochen fertig und kannst die Sprache vielleicht sogar schon zum größten Teil sprechen.

Mit ein paar Sätzen ist das bei mir jetzt auch der Fall. Natürlich nur bei solchen, die aus den Übungen stammen. Für den Alltag fehlen mir noch zu viele Vokabeln und Redewendungen, aber es kommt so langsam was. Und wie gesagt: 2/3 stehen noch aus.

Was mich freut und was vielleicht gar nicht so dumm war: Ich hab vor 30 Tagen einfach mal angefangen, ohne groß darüber nachzudenken. Ich wollte nicht anfangen, um irgendetwas zu erreichen, es ging mir auch nicht um Karriere oder irgendwas. Ich habe mir genau genommen gar keine Gedanken darüber gemacht, warum ich eigentlich anfange. Und wenn ihr mich heute fragt, kann ich mich auch gar nicht mehr genau erinnern, warum gerade dann und warum überhaupt. Ich würde gerne Niederländisch im Radio verstehen können, wenn ich in die Heimat fahre, um auf NDR2 und Radio ffn verzichten zu können, und das nächste Mal im Urlaub dort zumindest mit Service-Personal ein paar Worte wechseln können. That’s it.

Nach zwei Wochen hatte ich das erste kleine Tief. Jetzt, noch einmal zwei Wochen später habe ich das nächste. DuoLingo macht die Sache zunehmend schwerer und setzt sie leider auch nicht immer so klug um wie zu Beginn. Anfangs besteht jede Lektion aus 3-5 Kapiteln mit 5 Einzellektionen à 10-13 Übungen. Im Schnitt machst du also so 200 Übungen pro Thema, hämmerst dir die Ausdrücke durch ständiges Vervollständigen, Hörverstehen und selber Formulieren ins Gedächtnis ein und kommst sehr schnell vorwärts.

Mittlerweile besteht fast keine Lektion mehr aus weniger als 5 Kapiteln, einige haben sogar 7. Übungen gibt es nun 20 pro Einzellektion, von denen es ebenfalls wieder 5 gibt. Das heißt, du machst hier pro Thema mindestens 500 Übungen, also mehr als das Doppelte, und kommst kaum noch vorwärts. An den letzten 6 Kapiteln hier saß ich die ganze letzte Woche. Klingt wenig, aber um die abzuschließen, waren insgesamt mehr als 3.000 Übungen nötig.

Und langsam fragt man sich, warum DuoLingo das derart erschwert. Es geht auch zu Lasten des Spaßes. Zumal vieles aus Wiederholungen besteht. Das Kapitels Numbers 2 etwa behandelt Zahlen über 20. Und wenn du zum 20. Mal eingetippt hast, dass de boer drieëntwintig koeien hat, dann ist das auch eine ganze Menge Tipparbeit und nervt irgendwann.

Aber alles in allem ist DuoLingo schon ein tolles Tool. Macht Spaß, macht süchtig, hat das Sprachenlernen wunderbar gamifiziert. Und folgt dem simplen Konzept, dich den Stoff immer und immer wieder wiederholen und aus deinen Fehlern lernen zu lassen.

Ich werde jetzt weitermachen, aber das Tempo etwas verlangsamen. Es sind einfach jetzt zu viele Übungen zu absolvieren, um noch schnell vorwärts zu kommen. Irgendwo muss man auch akzeptieren, dass man keine 15 mehr ist, wo man Wissen (theoretisch!) aufsaugen konnte wie ein Schwamm. Andererseits habe ich hier den riesengroßen Vorteil, nach eigenem Tempo, außerhalb einer Schule, frei von schlechten Lehrern oder im Durckkessel Klassengemeinschaft zu lernen. Lieber so. So macht es Spaß. 🙂

Biden also jetzt wohl US-Präsident (wobei ich das erst sicher glaube, wenn er Ende Januar im Oval Office sitzt). Zumindest haben alle großen US-TV-Sender seinen Sieg verkündet. That’s why I think it’s safe to say:

Thank you, United States of America!

Der Aufstand der Anständigen – das war er für Amerika. Es ging überhaupt nicht darum, wer der richtige Kandidat ist und ob Joe Biden der bestmögliche Präsident wäre. Es ging einzig und allein darum, dass das Riesenbaby da aus dem Weißen Haus verschwindet. Dafür ist das rechtschaffene Amerika aufgestanden, hat alles und jeden zur Wahl mobilisiert, früh abgestimmt, ist auf die Straße gegangen, hat seine Demokratie (oder zumindest das, was noch davon übrig ist) verteidigt. Wie knapp das war, haben wir gesehen. Dass immer noch knapp die Hälfte der Amerikaner wieder den Bekloppten gewählt hat, ist erschreckend, ja. Aber zu sehen, dass es am Ende doch gereicht hat, macht Hoffnung. Amerika – und vor allem: der Rest der Welt – ist doch noch nicht verloren. Mir fällt ein Stern vom Herzen. Und euch?

Bild des Tages:

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130: Suspense!

Gestern schrieb ich, dass der Cineast in mir sich ein spannendes Rennen um die US-Präsidentschaft wünscht. Dass es so ein Splatter werden würde, hätte ich nicht gedacht…

Heute Morgen torkele ich ins Bad zu meinem Smart Speaker und sage mir: Was immer da jetzt für Nachrichten rauskommen, du kannst sie ertragen! DU KANNST sie ertragen.

Ich bin ja eher zart besaitet, was brutale Filme angeht. Aber mit der Botschaft hatte ich nicht gerechnet.

Die Nachrichten auf WDR5 beginnen erst einmal zu spät, bestimmt 15 Sekunden Stille, dann eine Entschuldigung und die Meldung, dass es eben noch kein Ergebnis gäbe. Die Amis wären noch nicht fertig mit dem Auszählen.

Das hindert Trump nicht daran, sich trotzdem schon einmal zum Sieger zu erklären. Das Böse triumphiert. Ich gehe in meine Kammer und halte mir erst einmal ein Kissen vor die Augen.

Stündlich der verstohlene Blick in die Online-Newspostillen. Nein, immer noch kein Ergebnis. Der Nervenkitzel: beinahe unerträglich. Dafür Abgesänge. Auf die Demokraten, auf die Republikaner, auf die Amerikaner, auf die Wahlforscher. Allesamt in der „Zeit“. Großartig! Ich senke das Kissen und greife verstohlen zum Popcorn.

Und noch einmal Zeit Online erlöst mich am Nachmittag mit der Meldung, dass es vor morgen eh nichts würde mit einem offiziellen Endergebnis. In Nevada würden sie zum Zählen länger brauchen. Warum auch immer.

Als erster Regierungschef gratuliert Janez Jansa aus Slowenien Trump zum Wahlsieg (WTF!), auf Deutschlandfunk Nova interviewen sie einen Wahlforscher, der glaubt, dass Trump gewinnen wird.

Irgendwann platzt die Meldung dazwischen, dann Kanye 60.000 Stimmen geholt hätte. Seine eigene für sich selbst ist wohl ungültig. Aber immerhin. Von wegen, nur ein Zwei-Parteien-System!

Derweil Hoffnung: Holt Biden Wisconsin und noch einen anderen Swing State, sieht es sehr gut für ihn aus. Und er holt ihn, noch am Abend!

Doch Trump fährt ihm direkt in die Parade. Neuauszählungen, Prozesse in jedem Staat, in dem die Republikaner knapp hinten liegen. Die ganze Klaviatur einmal heruntergespielt. Der Oberbösewicht hat die Frau in seiner Gewalt und hält ihr eine Puste an den Kopf. Kommt nicht näher, oder ich klage!

Später am Abend liegt Biden plötzlich klar in Führung. Er hat auch Michigan geholt, meldet Spiegel Online. Aber wird sich Trump das gefallen lassen?

Außerdem reicht es immer noch nicht. 270 Wahlmänner braucht Biden, und SpOn und Zeit sind sich uneins, wie viele er schon hat. 264 sagt Spiegel, 253 die Zeit. Der Teufel ist nen Sackgesicht. Er bringt Biden zur Not auf 269 und lässt Trump dann 271 holen.

Ich hoffe nur, die Demokraten klagen zurück, sollte Trump gewinnen, und fordern Nachauszählungen in den Staaten, in denen er nur knapp gewonnen hat.

Das wird noch ein paar Tage, wahrscheinlich Wochen so weiter gehen. Und übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Bisher der Blockbuster des Jahres. Okay okay! So viel Anderes lief nicht und Tenet habe ich noch nicht gesehen. Aber so viele Wendungen, so ein ungewisser Ausgang? Ich bin mir nicht sicher, ob Nolan das so hingekriegt hätte.

Der Tag hätte ansonsten besser beginnen können, als mit Trumps Coup und einem Teppich, der auf sonderbare Weise verschwindet…

Der Bote klingelt um 1000 Uhr mit dem Hinweis, er würde ihn jetzt ins Treppenhaus legen. Ich sage okay und vergesse ihn zwischendurch. Drei Stunden später schaffe ich es ins Treppenhaus. Und siehe da: kein Teppich.

WTFF? Hat den ein Nachbar sicherheitsverwahrt? Aber warum sollte er? Oder ist er gestohlen worden? Aber wer klaut denn einen 60-Euro-Teppich? Es war Sperrmüll am Morgen, zwar vor der Lieferung, aber der zieht ja bekanntlich allerlei windige Gestalten an. Ich frage in der Haus-WhatsApp-Gruppe nach: keiner weiß etwas.

Dazu komme ich mit meinem Testbericht vom iPad Air 4 nicht wirklich voran. Es mausert sich zu einem gebrauchten Tag. Irgendwann meldet sich Nicky und ich klage ihr mein Leid. Sie ist heillos optimistisch:

Ja klar, SO wird das laufen… Und Biden gewinnt noch zwei Swing States, Pferde galoppieren den Baum hinauf und der Nordpol friert wieder zu.

Aber das mit dem Kaffee ziehe ich durch:

Und kriege dabei den Kopf frei für den Testbericht. Nach einer halben Stunde packe ich den Stier bei den Hörnern, gehe zurück in die Kammer und schreibe, was noch zu schreiben ist. Es läuft.

Plötzlich klingelt es an der Tür: Es ist meine Nachbarin! Sie hat meinen Teppich!

Ja, hätte ihre Schwester angenommen, schonmal hochgeschleppt und erstmal bei sich gebunkert. Und die ist nicht in der WhatsApp-Gruppe, also hat sie meine Hilfeschreie nicht gehört. Aber hier nun, der Teppich!

Und, nun ja, was soll ich sagen. Um kurz nach fünf bin ich mit meinem Testbericht fertig, mein neuer Teppich liegt fein ausgerollt in der Kammer und Biden holt am Abend tatsächlich noch zwei Swing States.

Nicky hat das drauf mit den Prophezeiungen!

Warum nur hat sie zu Trump/Biden noch nichts gesagt…

Widgets auf dem iPad. Fummelig zu installieren, aber hübsch anzuschauen:

Haar-ha:

Wat ene fiese falsche Fründ!

Déjà-vu-Bild des Tages. Der Mond steht günstig, gerade:

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118: Ich lerne dann lieber

Diese Woche ist irgendwie nicht viel mehr los bei mir als iPhone 12 und DuoLingo. Das erste bestimmt meine Arbeit, das andere meine Freizeit.

Wobei, stimmt gar nicht. Heute habe ich (relativ) spontan (ich wollte eigentlich schon gestern, aber hatte dann keinen Bock) einen Outdoor-Gym-Kurs besucht. Oder genauer gesagt: einen Functional-Circle-Kurs. Und, ja, was soll man sagen: War zum Glück genauso (gut), wie ich mir das vorgestellt hatte. Recht anspruchsvolles Programm wie in einem Fitnessstudio-Kurs, sehr nette Trainerin, kleine Trainingsgruppe von nur noch vier weiteren Teilnehmer*innen außer mir, alles auf Abstand, keine Ansteckungsgefahr. Und anscheinend gibt es wohl mehrerer solcher Kurse. Ich probiere mich da mal durch.

Festgestellt, dass in kaum mehr als 2 Monaten Weihnachten ist, aber schlimmer noch: das Jahresende, an dem ich eigentlich so viel fertig haben, und anderem alles durchminimalisiert haben wollte. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend und zeitraubend das ist! Ein bisschen was möchte ich jetzt schon noch geschafft kriegen, alles wird was knapp.

Und Corona? Ja, was soll ich sagen. Irgendwie tangiert mich das gerade überhaupt nicht. Die zweite Welle ist längst da, die Reisewarnungen nehmen zu, der Lockdown naht. Aber was soll ich Anderes machen, als immer wieder zu dem zu raten, was längst hätte gemacht werden müssen, als außen Abstand zu halten, beim Einkaufen Maske zu tragen, möglichst nur Außengastronomie wahrzunehmen (wo es noch möglich ist)? Mir Sorgen machen? Traurig sein? Nö. Wird am Ende ja doch passieren, oder mit etwas Glück vielleicht nicht. Liegt nicht an mir.

Die Niederländer haben das, was wir hierzulande „Deppenapostroph“ nennen, offiziell in ihrer Grammatik, und ja, das schlimmere Deppenapostroph:

Die Armen!

Und, es tut mir Leid, aber ein paar der Ausdrücke sind einfach nur herrlisch. :))

Das Untergut. 🙂
Na, die Übersetzung kriegt ihr selbst hin. 🙂

Keep it comin‘, Jimmy! Keeeep it coming…

Aber echt nur schwer abzuschütteln, der Kerl!

Jeden Tag ein bisschen krasser:

Hätten sich meine Eltern wohl auch nicht träumen lassen, dass ich mal 2 Stunden an einem Abend Niederländisch lernen würde, weil es so viel Spaß macht, anstatt sonst irgendwie rumzudingsen. Ja, das Programm mag was seicht sein. Aber das muss man DuoLingo lassen: Sie haben das Sprachenlernen mal sowas von erfolgreich gamifiziert. Hands down!

Best one so far!

Das Bild des Tages ist heute mal indoor. Wenn ich schon Teile meiner Wohnung fotogen finde, dann wird es hier langsam wirklich mal wohnlich, schätze ich. 🙂

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116: Redet miteinander!

Hinterm Tuscolo an der Ampel haben sie bei Zeiten eine Zone für Radfahrer geschaffen. Hier dürfen Radfahrer sogar schon bei Rot den Fußgängerüberweg überqueren. Die eigentliche Fahrradampel ist aber davor, was zur Folge hat, dass Radfahrer nicht genau wissen, wann sie eigentlich grün haben. Eine weitere Ampel an der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung hat die Stadt vergessen anzubringen.

Irgendwann habe ich mal rausgefunden, dass man als Radfahrer im genau gleichen Moment grün bekommt wie die Fußgänger am Überweg links. Seitdem nutze ich die rote Zone und gucke die ganze Zeit angestrengt auf die Fußgängerampel. Heute Abend auch. Ein anderer Radler hinter mir kennt den Trick noch nicht und wartet derweil gezwungenermaßen vor dem Überweg.

Irgendwann rollt er zu mir nach vorne und spricht mich an: „Du sag mal, woher weißt du, wann grün ist, hier ist ja gar keine Ampel“. Ich erkläre es ihm. Netter, sympathischer Kerl, und ich finde es lustig, dass er mich einfach so zwanglos angesprochen hat. Wir quatschen noch kurz, dann wird es auch schon grün und wir brausen beide in unterschiedlichen Geschwindigkeiten davon.

Und immer wieder frage ich mich: Warum macht man sich nur immer so viele Gedanken, bevor man Fremde einfach anspricht? Im Urlaub habe ich da überhaupt kein Problem mit. Ich tue es einfach, und es kam eigentlich noch nie eine Beschwerde. Eher im Gegenteil. Die Leute haben sich gefreut. Klar, manchmal hat auch einer keinen Bock was zu sagen und reagiert eher einsilbig (so bin ich manchmal aber auch selbst), aber das ist die absolute Ausnahme. Nicht selten kommen tolle Gespräche dabei zustande und manchmal lernt man auch tolle Leute kennen.

Im Alltag tue ich das trotzdem so gut wie nie. Die meisten anderen Menschen, die ich kenne, auch nicht. Manch einer fragt nach dem Weg eher sein Handy als einen Anwohner. Aber: Woher kommt eigentlich diese Angst davor? Sind es schlechte Erfahrungen, die man doch mal gesammelt hat und nun interpoliert? Ist es die eingeimpfte Vorschrift, Fremde bloß in Ruhe zu lassen, um jeden Preis? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht, aber ich werde mal versuchen, das herauszufinden – und zu verändern.

Seit ein paar Tagen lerne ich Niederländisch, lese ein Buch, klimpere etwas mehr auf meiner Ukulele. Dazu habe ich mir vorgenommen, jeden Tag mindestens 5 Minuten an meinem neuen Vielleicht-Projekt zu arbeiten und jeden Morgen mache ich bisher seit immerhin zwei Wochen meinen Mini-Frühsport. Jetzt überlege ich noch, ein weiteres Hobby aufzunehmen und das mittlerweile gekündigte Fitnessstudio durch einen Outdoor-Gym-Kurs zu ersetzen. Das alles ist ganz schön hart in den Alltag zu integrieren, vor allem das mit dem Sprachenlernen.

Und so viel Spaß es auch macht, ich merke schon heute, am zweiten Tag nach dem Wochenende, an dem ich angefangen habe, wie es immer schwieriger wird. Es bleibt weniger Zeit, ich mache immer mehr Flüchtigkeitsfehler. Morgen und übermorgen sind wohl die Fly-or-Die-Tage. Wenn ich es da noch schaffe, meine Lektionen fortzusetzen, sieht es gut aus, da noch weiter zu machen.

Diese kleine Rangliste ist dabei übrigens Gold wert. Ich habe heute beim Niederländischlernen noch ein paar Lektionen drangehängt, als Oskar in Sichtweite war und Jimmy plötzlich auch nicht mehr fern (in your faces btw.!) 🙂

In den Niederlanden gilt derweil wieder ein Teil-Lockdown. Kneipen und Restaurants sind wegen zu hoher Infektionszahlen wieder geschlossen.

Jepp, das ist das Land, das schon ein paar Wochen vor uns wieder „Spaß“ hatte und das direkt an unsere Corona-Hotspots in Niedersachsen und NRW grenzt.

Der Tuscolo am Ende meiner Straße hat „passend“ dazu seine Außengastronomie wieder eingepackt… (Wenn ihr genau schaut, seht ihr da übrigens hinten im Bild die oben beschriebene rote Zone und einen Radfahrer, der schon davor hält. 😉

Der Tuscolo ist bei weitem nicht der einzige damit. Es ist ja jetzt kalt draußen, da schickt man die Leute lieber wieder rein – und erhöht die Ansteckungsgefahr massiv. Transparente Plastiktrennwände, die der Tuscolo drinnen aufgestellt hat, helfen allenfalls ein bisschen. Wenn ich mir anschaue, was da normal an einem Samstag- oder Sonntagabend für eine Party drinnen geht, dann kann ich mir ausmalen, wie wenig das helfen wird.

Was für eine dämliche Entscheidung! Ich vermute, in 2-3 Wochen haben wir auch hier wieder so viele Fälle, dass Restaurants und Kneipen wieder dicht gemacht werden. Um die, die ihren Gästen nicht mal mehr ermöglichen, sich draußen hinzusetzen, wird es mir deutlich weniger Leid tun.

Das neue iPhone 12 ist da. Oder sagen wir eher: Die neuen iPhone 12s sind da. Apple hat diesmal gleich vier vorgestellt, darunter ein süßes, kleines 12 Mini in fast gleicher Ausstattung. Und auch MagSafe kommt zurück. Finde ich alles in allem cool.

Ich spiele schon bisschen länger mit dem Gedanken, mir noch einmal ein Smartphone zu holen, das ich dann für ein paar Jahre behalte, das sozusagen „das Definitive“ wird und das viellllleicht sogar meine Kamera ersetzt. Minimalismus, wisster. An dem neuen Smartphone muss aber auch alles stimmen. Akkulaufzeit, Kamera, die besten Apps. Kann das neue iPhone 12 das werden? Ich weiß es noch nicht, und ich wüsste auch erst einmal gar nicht welches davon…

Bild des Tages:

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110: Damals und heute

Alte Schulfreunde… zu einigen wenigen hält man noch Kontakt, auch über die sozialen Netzwerke. Nur wenige trifft man tatsächlich noch einmal wieder. Den einen oder anderen möchte man vielleicht auch gar nicht wiedertreffen, weil man sich daran erinnert, wie er/sie damals war, und vielleicht sogar an den letzten Streit, aus dem man auseinander gegangen ist.

Fast alle alten Schulfreunde, die ich Jahre später wiedergetroffen habe, ob auf einem offiziellen Nachtreffen oder unabhängig davon, waren viel entspannter, als ich erwartet hatte. Und klar sind sie irgendwie auch sie selbst geblieben, mit den meisten Eigenschaften, die sie damals schon hatten (kaum einer dreht sich wirklich um 180 Grad). Aber eine bessere Version von sich, oft etwas ganz Anderes, als man in Erinnerung hatte. Und in den meisten Fällen: sehr sympathisch.

Man merkt, dass sie sich über die gleichen Dinge Gedanken machen, einiges sogar, von dem man dachte, man hätte die Meinung oder die Erfahrung exklusiv. Einiges scheint altersabhängig zu sein.

Worauf ich hinaus will? Trefft eure Leute von damals wieder! Sie haben die Chance verdient, euch die Weiterentwicklung von sich zu zeigen. Genauso wie ihr selbst euch auch weiterentwickelt habt.

(Aber trefft euch auf neutralem Ort in einem Café. Denn einige wenige sind schon immer noch die gleichen Idioten von damals. Aber das herauszufinden, kostet euch dann nur 1 Stunde eures Lebens und verpflichtet euch zu nichts.)

Man selbst ist natürlich auch irgendwo dazwischen. Klar bleiben Teile von einem immer gleich, aber anderswo entwickelt man sich weiter. Passend dazu bin ich dies Wochenende alle meine Bilder bei Google Fotos noch einmal durchgegangen, bevor ich sie gelöscht (und einige wenige gerettet) habe. Das hier war mein allererste auf Google Fotos aus dem Jahr 2011. Und Jössas, was und wer war ich denn bitte da, und was habe ich mir bei dem Bild gedacht? Dass so ein Chaos cool aussieht? Dass Bilder besser aussehen, wenn der Weißabgleich bei Glühlampenlicht auf Schatten gestellt wird? Klar, das war noch für meinen alten Job (siehe Display), die (Smartphone-)Fototechnik war offenbar noch eine Generation zurück, und was habe ich da alles für Zeugs auf dem Tisch rumfliegen? Du lieber Himmel!

Also, ja, man selbst entwickelt sich zum Glück irgendwo auch weiter. Heute mache ich eher solche Fotos. Auch nicht perfekt, aber schon irgendwie ganz anders… Nebenbei: Hach, der Herbst!

Und wo wir gerade bei Fotos sind. Kudos für dieses Bild von Sune Pedersen, einem der Gewinner des Huawei Netx-Image Awards 2020, das das Jahr 2020 irgendwie perfekt zusammenfasst!

Bild: Sune Pedersen

Ich wollte bei eBay dieses Solarpanel bestellen:

Maße waren keine angegeben. Also fragte ich beim Verkäufer nach und erhielt folgende Antwort:

Online-Handel ist schon manchmal seltsam. Was soll das heißen? Wir bieten unsere Produkte hier zwar an, aber sie sind nicht sicher genug, dass wir sie auch liefern dürfen? Standard-Liefermethode ist übrigens „Standardversand“, Lieferzeit 1 Woche…

Ich antwortete noch einmal, dass mich erstmal eigentlich nur die Maße interessieren würden (bitte einmal „Höhe“ und „Breite“ bei Google Translate eingeben). Diesmal folgende Antwort:

Auch das kommt überraschend. Denn das Panel auf dem Bild sieht so ziemlich quadratisch aus.

Und jetzt? Na ja, ich hab einfach mal bestellt. 🙂 Jetzt interessiert mich irgendwie auch, ob und was da letztendlich kommt. Ich werde berichten.

Was Amazon mir derweil empfiehlt…

Ganz schön alt geworden, die Jungs. Bon Jon will jetzt also aussehen wie Beethoven… Hab dann auch direkt mal reingehört (wenn auch nicht bei Amazon) und ja, klingt fast wie früher. Also nicht wie ganz früher, als sie noch sowas wie eine (Glam-)Rockband waren. Die Coolen waren sie nie, einen Hang zu schmalzigem Popgehabe hatten sie auch immer schon, und allerspätestens mit „Keep the Faith“ wurden sie dann auch endgültig zur Popband. Gehört habe ich sie trotzdem eine Zeitlang ganz gerne. „Livin‘ on a Prayer“, „Wanted Dead or Alive“, „Blaze of Glory“. Hach… Aber, nein, braucht man heute auch nicht mehr wirklich.

Hehe:

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107: Optimistische Internationale

Ich habe hier gestern ganz schön vom Leder gezogen und im Anschluss eine ganze Menge geträumt. Gute Dinge eigentlich. Wodurch sich der Bogen zu diesem Beitrag spannen lässt. Wir sind durch die letzten Jahre geneigt, immer vom Schlimmsten auszugehen. Aber lassen wir doch mal ein paar positive Töne anklingen, etwa was wäre, wenn alles einfach mal gut würde. Eine optimistische Internationale sozusagen. Und zwar eine, die gar nicht so unrealistisch ist.

  • Joe Biden gewinnt Anfang November die US-Präsidentschaftswahl. Dass Trump ein Pleitegeier ist, kaum Steuern gezahlt und Corona verharmlost hat, wird selbst seinen treuesten Anhängern zu viel. Sie sägen ihn ab und wählen den Anderen.
  • Biden bringt ein paar gute erste Gesetze auf den Weg. Dann stirbt er plötzlich eines natürlichen Todes. Seine automatische Nachfolgerin wird die Vize-Präsidentin Kamala Harris.
  • Und plötzlich stellt Amerika fest, die perfekte Staatslenkerin im Weißen Haus zu haben. Nicht-weiß, weiblich, klug und mit dem Herz am rechten Fleck. Sie schafft es, die beiden zerstrittenen Lager zu versöhnen.
  • In Deutschland hat derweil die AfD fertig. Selbst abgehängte Merkel-Hasser sehen ein, dass die Partei schlicht menschenverachtend und nicht mehr tragbar ist. Was von ihr noch übrig ist, kommt bei der Bundestagswahl auf unter 5 Prozent.
  • In Brasilien treten bei Jair Bolsonaro plötzlich Corona-Spätfolgen auf. Er sieht sich außer Stande, die Regierungsgeschäfte weiterzuführen. Es gibt Neuwahlen, eine indigene Staatslenkerin gewinnt.
  • Die Bundesregierung entschließt sich zu einer deutlich weiter reichenden Förderung von Solarstrom und verlängert auch die Förderung von Windkraft. Für den Bau neuer Windparks finden Bund, Länder und Kommunen eine gemeinsame Lösung.
  • Auch die Förderung für E-Autos geht weiter und wird ausgedehnt auf E-Bikes, Lastenfahrräder und normale Fahrräder.
  • Als Abschiedsgeschenk beschließt Merkel den deutlich früheren Ausstieg aus der Braunkohle. Hambi darf bleiben, Datteln 4 geht nicht mehr ans Netz.
  • Die Forschungen am Wasserstoff-Flugzeug werden erheblich intensiviert. Erste Prototypen gibt es bereits 2025; 2030 heben die ersten Maschinen damit ab. Aufgrund der Verluste durch Corona des heimischen Freizeit- und Hotelgewerbes bleiben Europäer für ein paar Jahre in Europa. Reisebusse und Bahnen feiern eine Renaissance.
  • Plastik zu vermeiden wird zum Trend. Unverpacktläden boomen so sehr, dass auch normale Supermärkte umdenken und Unverpackttheken einführen.
  • Um eine 2. Corona-Welle kommen wir derweil herum, ebenso wie um einen zweiten Lockdown, weil die Leute doch noch rechtzeitig vernünftig werden und sich wieder am Riemen reißen. Der Preis wäre einfach zu hoch. Im März 2021 ist Covid-19 Geschichte.
  • Es regnet den ganzen Herbst durch, die drei Dürrejahre bleiben die einzigen. Und überhaupt endet die Klimaerwärmung plötzlich. Die Energiewende verfolgen wir trotzdem bis zum Ende. Die „Wir haben’s doch gesagt“-Sager bleiben ungehört, weil wir inzwischen Social Media 2.0 haben, dezentrale, nicht-kommerzielle Lösungen, in denen ein grundfreundliches Klima herrscht.

Ja. Das hätte doch Hand und Fuß so. Und überhaupt: warum nicht! Was sind eure Ergänzungen?

<3 🙂

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103: Life and Death

Bin gerade mal wieder in der Heimat und wo, wenn nicht hier, kommt mir der Gedanke, was ich tun würde, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte. Den Spruch kennt jeder, aber habt ihr da jemals einen wirklichen Plan aufgestellt? Meiner sieht aktuell so aus:

  • Meine Family zuhause anrufen, mich verabschieden, für alles danken, sie bitten, den Rest der engeren Verwandtschaft zu informieren und möglichst nicht traurig zu sein.
  • Paar Kollegen, Freunde und Ex-Freundinnen noch mal anrufen oder anschreiben und ihnen für die gemeinsame Zeit danken.
  • Lecker Craftbeer kaufen und mit Nicky, Juan und Hendrik auf der Terrasse die Nacht durchsaufen (ja, da müssen sie durch). Paar torfige Whisky sollten auch dabei sein. Zwischendurch Schnitzel bestellen. Hinfahren würde ich mit dem E-Bike, um mir noch einmal den Wind um die Ohren sausen zu lassen. Und irgendwann nachts um 0500, es dämmert schon langsam, kommt der Sensemann und trinkt noch einen mit, bevor wir dann gehen.

Das ist alles? Ja, das ist alles. Kein Überdiesträngeschlagen, kein Auto zu Schrott fahren because: who cares, keinem Ex-Chef die Meinung geigen, keiner Frau, für die ich immer schon heimlich geschwärmt habe, meine Liebe gestehen, keinen Ferrari mit 300 Sachen über die Autobahn jagen oder das letzte Geld noch irgendwie verprassen (oder jemandem überweisen).

Denn all das hätte ich ja auch vorher schonmal irgendwie machen können, wenn ich es wirklich gewollt hätte. Aber irgendwie ist mir sowas gar nicht mehr so wichtig. Selbst wenn ich meinen von langer Hand geplanten, pazifistischen Weltroman, dessen Plot eigentlich schon feststeht, nicht mehr aufgeschrieben bekomme, ich am Ende nichts erreicht haben werde und nicht in den Geschichtsbüchern auftauche, ja im Leben nicht mal irgendwas Großes gerissen habe: Dann wäre das halt so. Ist mir mittlerweile relativ wurscht. 🙂 Und euch so?

Sollte ich aber doch noch alt werden, dann weiß ich, was ich mache: Ich nehme einen Podcast auf und blicke klugscheißerisch auf mein eventuell vorhandenes Lebenswerk zurück, so wie Gerhard Schröder in seiner „Agenda“. Dort trifft er in der aktuellen Folge Uwe Bahn, die Stimme des völlig weltfremden Fußballsenders NDR2 und beide ziehen vom Leder, was Fußball mit Politik zu tun hat und so weiter:

Und ja, ich gebe zu, ich hab mir das nur angehört, um mich darüber aufzuregen…

Und nein, so schlimm war es dann, leider, gar nicht.

Witzige Geschichte: Nicht wenige wollten in den letzten Tagen die Xbox Series X (neue Konsole) vorbestellen und haben statt dessen die Xbox One X (alte Konsole) erwischt. Denn, ja, bei all den X-en kommt man schonmal durcheinander, und das ist kein Vorwurf an die Kunden.

Mit dem Branding war Microsoft noch nie besonders gut… Auch dazu fiel mir vorhin ein, dass letztlich der einzige Grund, warum Windows Phone damals gefloppt ist, der Name gewesen sein könnte. Das System war frisch, ganz anders als die anderen, teilweise seiner Zeit voraus. Aber kein Mensch wollte damals auch nur irgendwas mit Windows oder Microsoft zu tun haben. Hätten sie es doch nur ausgegründet und „Sense“ oder sowas genannt…

Mein Schwager hat einen Playmobil DeLorean mit Doc Brown, Marty McFly, Plutonium-Kiste, dem Hund Einstein und dem Fluxkompensator, der Reisen in die Zeit überhaupt erst möglich macht:

Bin jetzt schon ein wenig neidisch.

Wir können hier nicht halten, das ist Eichenprozessionsspinner-Land!

(Aber wir können einen Aufkleber unseres jeweiligen Fußballvereins drunter anbringen.)

Und noch 1 Bild, weil: Blömsche bei Nacht:

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102: Zweite Welle mit Ansage

Wenn jetzt alle wütend sind, wenn einige Hochzeit feiern und dabei so tun, als dass es Corona nicht gäbe, dann muss ich fragen: Was genau habt ihr denn eigentlich erwartet? Dass die Braut nicht mit ihrem Vater tanzt, keine Spiele stattfinden, keiner mal eine Zeitlang vergisst, dass es Corona nicht gibt?

Ich hab mich bei Zeiten schon genug darüber aufgeregt, jetzt tue ich es nicht mehr.

Auch darüber nicht.

Oder darüber.

Nee, bin tiefengechillt heute Abend. Wetter war auch gut, mein E-Bike läuft wieder, auch ganz ohne Reparatur. Mit „Felix Krull“ bin ich jetzt endlich durch, siehe gestern. Kann und mag mich über nichts beklagen.

Hrhr:

Hab seit Ewigkeiten keine Serien mehr geguckt. Werd das jetzt mal nachholen. Seht zu!

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90: Social Media

Jürgen, du musst Social Media benutzen, du verpasst sonst alle Trends, wirst abgehängt, vergessen, für Journalisten ist das wichtig, du musst wissen, was die Menschen bewegt, Kontakt zu deinem Netzwerk halten!

Oha, na gut.

Twitter-Account entstaubt, eingeloggt.

Die Timeline diskutiert über die Farbe, die das neue iPhone haben könnte (blau), ob am 15. wirklich iPhones vorgestellt werden oder doch nur Watches oder iPads. Viele Tweets, wo Leute, denen ich folge, einfach nur wem geantwortet haben, massig Werbung dazwischen. Eine fährt eine Runde Motorrad, einer trinkt ein Glas Gin, noch einer will unbedingt ein neues E-Auto leasen, jemand ärgert sich über seine Brille.

Der Hashtag #appleevent bekommt ein eigenes Icon, einige jubeln, dass die Sache damit offiziell wird. Viele (morgen wird sicher in einigen Online-Postillen stehen: „das Netz“) ärgern sich über den Wunsch von Verkehrsminister Scheuer, auch Verbrennungsmotoren staatlich zu fördern. Neben einem Bericht der Drogenbeauftragten der CSU trendet auch die Deutsche Bank. Im ersten Tweet, den ich dazu finde, steht:

Aha.

Noch einmal die Timeline. Einer wirbt für sich selbst, ein anderer ärgert sich, dass es gar nicht 42 Corworking-Spaces in München gäbe, sondern nur 8, der Rest wären Shared Offices, Serviced Offices und Business Center. „WTF“.

Ja, in der Tat! WTF…

Jemand, an den ich mich nicht erinnere, schickt ein Bild mit Blättchen und Cannibis auf einem Tisch. Noch einer fordert, dass technische Schulden bezahlt werden müssten. Ein anderer stimmt ihm zu. Aber das wäre eh der Fall, wenn Consultants ins Spiel kämen.

Hm-mh.

Twitter wieder zu.

Joa, ich glaube, so viel habe ich vielleicht doch gar nicht verpasst und werde das auch in Zukunft nicht. Macht ihr mal! Ich bin dann solange gerne frei.

Zahnpasta-Verpackungen bei Alnatura. Noch kleinere Mengen, noch mehr Plastik. „Öko“ und „Bio“ sind doch ein Witz!

Vorsprung vor Technik (unfreiwilliger Werbe-Schnappschuss):

Bild des Tages, et Blömsche:

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88: Am Ende des Rheins

Irgendwann weit vor dem Wecker wache ich auf. Es ist irgendwas zwischen nicht mehr schlafen können und eigentlich fit genug sein. Meistens macht das Aufdieuhrgucken müde, deswegen stehe ich einfach auf und fang schonmal an zu packen, lüfte durch. Draußen auf dem Frankenbadplatz ist noch Party. Es muss also noch recht früh sein. Als ich fertig gepackt habe, gucke ich dann doch auf die Uhr: Es ist gerade mal 0400. Zeit für den ersten Powernap des Tages. 😉

Ich verstaue alle Taschen im Auto, mache mir einen schwarzen Kaffee, checke noch einmal die Route und den Parkplatz von ’s-Hertogenbosch, auf den ich möchte. Und dann kann’s eigentlich auch losgehen. Jetzt nur noch das Fahrrad in den Skoda Octavia, den ich mir am Vortag ausgeliefen habe. „Soll auf jeden Fall ein Kombi sein?“, hatte der Typ von Europcar gefragt. „Ja, ich möchte ein Fahrrad damit transportieren“. Und jetzt passt das Fahrrad nicht… Lenker und Vorderrad zusammen geben einen denkbar ungünstigen rechten Winkel. Doch nicht sowas jetzt…

Morgens um fünf ist noch nicht die Zeit für kreative Ideen. Ich beschließe, den Lenker abzumontieren. Das Werkzeug ist noch in meiner Wohnung. Dort angekommen nutze ich die Chance, um kurz das Internet nach „Fahrrad im Kombi transportieren“ zu fragen (warum nicht?). Und siehe da: Eine Seite schreibt ganz beiläufig: passt nicht immer, „manchmal muss man auch das Vorderrad abmontieren“. Ach cool, das hat doch einen Schnellspanner! Und 10 Minuten später sitze ich dann doch mit verstautem E-Bike im Auto. Kann losgehen. Muss es aber langsam auch, es ist bereits 05:30 Uhr.

Kurz hinter der Autobahnauffahrt erwartet mich ein gigantisches Blaulichtgewitter. Auf der Gegenspur scheint ein schwerer Unfall passiert zu sein, ich muss ganz schön schlucken.

Hinter Mönchengladbach schickt mich das Navi des Skoda plötzlich von der Autobahn runter. Ich solle Richtung Venlo jetzt über die Dörfer fahren. Ernsthaft, warum denn das? Aber okay, vielleicht kennt das Ding ja eine Abkürzung. Die Route kommt mir komisch vor. Das Navi schickt mich auf Straßen, in denen keinerlei Wegweiser mehr stehen, die Gegend wird immer ländlicher, es folgt ein Sackgassenschild. Ich fahre trotzdem rein, jetzt will ich’s wissen. Und plötzlich hört die Straße auf, gesperrt seit dem 20. Juli, sagt ein Schild. Hinter einem Abhang taucht ein Lichtermeer wie von fünf riesigen Frachtschiffen auf. Bin hier plötzlich am Rhein?

Als ich genauer schaue, stelle ich fest, dass es Bagger sind, monströs große Bagger. Ich bin mitten im Braunkohlerevier gelandet, ein ganz schön gespenstischer Anblick bei Dunkelheit. Als ich zurücksetze und einen weiteren Wagen mit auswärtigem Kennzeichen sehe, das etwas ratlos in der Gegend rumsteht, muss ich lachen: Da ist noch einer der Fehlinformation erlegen. Dem Navi traue ich jetzt auf jeden Fall nicht mehr blind.

Nach einer weiteren Pause mit dem zweiten Powernap des Tages auf einem KFC-Parkplatz komme ich schließlich in ’s-Hertogenbosch auf dem geplanten P+R-Parkplatz an. In wenigen Augenblicken habe ich alles startklar, auch das Vorderrad zurückmontiert, doch die Scheibenbremse schleift. Wieder geht eine Viertelstunde drauf, bis es die Ausrichtung stimmt. Dann, gegen 0830 Uhr kann es endlich losgehen.

Google Maps fand eine schöne Radstrecke, die nur 120 Kilometer lang sein soll. Die nehme ich jetzt und lasse mich einfach per Smartphone navigieren (was sich noch als Fehler herausstellen wird). Meinen Reserveakku habe ich dabei. Ohnehin ist der Plan, die letzte Etappe an einem Tag zurückzulegen. Ich hätte mehr Lust, am nächsten Tag auszuschlafen und auf der Couch zu liegen. Meine Campingsachen habe ich trotzdem für den Notfall dabei.

Ich sagte es schon einmal, ich sage es wieder (und ich werde nicht müde werden, es zu wiederholen): Die Niederlande haben das weltbeste Radverkehrsnetz. Du fährst wie auf der Autobahn auf bestens ausgebauten, breiten Wegen, auf denen du kaum jemals mit Autos ins Gehege kommst. Das System mit klar abgetrennten Fahrradspuren durchzieht nicht nur ein paar Gegenden und Städte, sondern das ganze Land. Es ist ein Traum. Du musst nur wissen, wohin du willst, dann wird die Reise zum Kinderspiel.

Und genau das ist das Problem mit Google Maps. Anfangs schiebe ich es noch auf meine eigene Schusseligkeit. Spätestens nach der Hälfte der Strecke ist aber klar: Es ist auch sehr, sehr oft die App. So gut Google Maps als Autonavi funktioniert, das Fahrradnavi schickt dich auf Gegenspuren, wo du den Ärger des Gegenverkehrs auf dich ziehst, auf Fußgängerwege, auch wenn 10 Meter daneben ein Radweg verläuft, kündigt vor Kreisverkehren nur die Straßennamen an, in die du fahren sollst, auch wenn es keine Straßenschilder gibt, schickt dich auf linker Seite am Kanal vorbei, und wenn du auf die rechte Seite wechselst, weil links eine Baustelle ist, soll der Weg plötzlich 8 Minuten länger sein… Es liegt daran, dass ich Komoot auch nicht besonders mag, weswegen ich immer wieder auf Maps hereinfalle.

Trotzdem komme ich eigentlich wunderbar voran. Dichte Bebauung und Wälder machen den eigentlich starken Gegenwind kaum spürbar. Die ersten 40km schaffe ich ohne Pause, danach fülle ich meine Trinkflasche zum Erstaunen der Anwesenden auf einem Friedhof kurz auf. Ich fahre die Route an der Maas entlang, die kurz vor Dordrecht in die Waal mündet (der Rhein heißt etwa ab der Grenze nicht mehr Rhein, sondern teilt sich in mehrere Arme auf, von der die Waal der größte ist). Erst kurz vor der gigantischen Waalbrücke vor Dordrecht schickt mich die App an den Fluss und es gibt reichlich Gegenwind. Ich fahre ein paar Kilometer tief nach vorne gebeugt, was mich gut und gerne 2 km/h schneller macht. Den Motor lasse ich auf Stufe 1/4, weil ich ahne, dass da später noch weit mehr Wind kommen könnte.

Hinter der Brücke geht es an Dordrecht vorbei, aber nicht direkt nach Rotterdam rein, sondern erst über eine Flussinsel zwischen neuer und alter Maas (das Gewirr an Flussarmen, Kanälen und Inseln ist gewaltig; schaut euch das mal auf einer Karte an!). Ich habe mittlerweile schon 70km hinter mir, als es Mittag wird, langsam schwinden meine Kräfte (ich hab noch gar nichts gegessen heute), die App schickt mich durch Tunnel und über Brücken, und wie es immer so ist: Wenn du ein Café oder eine Bäckerei suchst, kommt kilometerweit keine.

Ich bin schon kurz vor Rotterdam, als ich an einem Campingplatz vorbei komme und aus der Ferne das Wort „Pannekoekenhuis“ erspähe. Hin! Den (sehr leckeren) Pfannkuchen mit Vanilleeis und Sahne inhaliere ist fast, der Cappuccino dazu weckt Wunder. Auf der Toilette fülle ich noch einmal (mehr oder weniger) heimlich meine Trinkflasche auf, dann geht es gefühlt mit Siebenmeilenstiefeln weiter.

Und das muss es auch, denn der Wind weht langsam deutlich frischer. Es geht durch den Beneluxtunnel über die neue Maas endlich nach Rotterdam, beziehungsweise die Vororte. Hier ist keine Stadt mehr, hier ist eigentlich nur noch Hafen, kilometerweit. Und nach einem Hafen kommt noch ein Hafen und wieder ein Hafen. Das Ganze ist nicht unbedingt malerisch aber durchaus beeindruckend.

Wer immer bestimmt hat, dass die Rheinroute oder die offizielle Eurovelo 15 (deren Spur ich längst verloren habe) in Rotterdam enden soll, hat nicht ganz die Wahrheit gesagt. Denn was da als Fluss, Kanal oder was auch immer schließlich in die Nordsee fließt, tut das erst 30 Kilometer hinter Rotterdam bei Hoek van Holland.

Und 30 Kilometer können bei Gegenwind ganz schön lang sein. Zum Glück habe ich mir Akku aufgespart und kann nun etwas mehr in die Vollen gehen. Die Strecke ist nicht mehr die Allerhübscheste. Es geht durch eine Arbeitersiedlung, weitere Hafenanlagen… Es heißt zwar nicht mehr Rotterdam, aber der Hafen der Stadt geht hier nahtlos in weitere über. Ein Blick vom Deich auf den Fluss entschädigt aber für alle Strapazen.

Kurz vor dem Ziel gegen 1700 Uhr saust mir dann noch einmal richtig Wind um die Ohren. Der Himmel zieht sich langsam zu. Der Wetterbericht hält also Wort: Tagsüber trocken, abends Regen. Ich sehe zu, dass ich ans Ziel komme, und erreiche um 1730 schließlich den Strand von Hoek van Holland.

Hier warten natürlich kein Empfangskomitee oder eine Ziellinie, aber ein obligatorischer Wegweiser zu Orten wie Hamburg, New York oder Paris (der mir zu kitschig ist, um ihn zu fotografieren). Immerhin: ein paar Einheimische lächeln mich an, als sie mich in voller Montur kommen sehen.

So ganz alleine mache ich es denn auch kurz. Nehme ein paar Fotos und Selfies vom Ziel auf, gönne mir einen großen Schluck aus der Wasserpulle und gehe dann in der Fischbude um die Ecke (fantastische!) Fish and Chips essen. Das ist auch notwendig, mir ist ein bisschen kalt und ich bin erschöpft; schon das Reden fällt mir schwer. Der Imbissverkäufer wechselt freundlicherweise sofort auf Deutsch, nachdem ich ihm halb auf Niederländisch, halb auf Englisch meine Bestellung vornuschele (ich muss echt noch einmal an meinem Akzent arbeiten).

Dass ich mit meinem Motto („Irgendwie kommst du schon zurück“) diesmal gar nicht weit kommen würde, war mir vorher klar. Aber verschiedenste Apps zeigen mir einen absurden Weg von Hoek van Holland (wo es nur eine S-Bahn-Station gibt) zurück nach ’s-Hertogenbosch. Obwohl schon 125 km auf dem Tacho (ja, es werden immer mehr, als die Apps vorher ankündigen), entscheide ich mich schließlich, mich noch einmal aufs Rad zu schwingen und nach Den Haag zum Bahnhof zu fahren. Klingt furchtbar weit, sind aber nur 18 km, oder sollen es zumindest sein.

Denn hier versagt Google Maps schlussendlich völlig. Will mich quer über die Dünen schicken, weiß nicht, ob links oder rechts, schickt mich an der Gabelung rechts, um mich dann zurückzupfeifen: falsch abgebogen. Und am Ende sind es zum Bahnhof eher 24km. Ich verpasse deswegen meinen geplanten Zug und ärgere mich schwarz.

Allerdings nur fünf Minuten lang, als ich sehe, dass der nächste Zug nach Utrecht (da umsteigen nach ’s-Hertogenbosch) bloß 15 Minuten später fährt, der danach wieder 15 Minuten später und so weiter. Die Anschlüsse dann übrigens im selben Takt. Ich kann in aller Ruhe ein Ticket kaufen, meine FPP2-Maske aufsetzen und mein Fahrrad in den schon wartenden Zug einladen. Also ist nicht nur die Fahrradinfrastruktur in den Niederlanden Welten besser als in Deutschland, auch die Bahn.

Ach, mehr noch. Ich sehe an diesem Tag Menschen, die gemeinsam Sport machen, nicht nur Fußball, es gibt auch große Radfahrerpulks, Laufgruppen, Wanderer. Die Menschen unterwegs kommen mir insgesamt entspannt vor, der gesamte Straßenverkehr viel weniger ellenbogenartig, Radfahrer werden nicht von der Straße gewünscht, sondern auf ihrer eigenen Spur respektiert. Wie angenehm! (Note to self: Die Sprache lernen und überlegen, dahin auszuwandern.)

Von Den Haag sehe ich leider nicht mehr viel, nur kurz die Skyline und das Diplomatenviertel. Was ich sehe, erinnert mich an eine Planstadt. Ich komme durch zwei Straßen, in denen sich eine Botschaft an die nächste reiht, teilweise sogar thematisch gruppiert (hier etwa vier südostasische Länder direkt nebeneinander). Die Stadtplaner überlassen hier nichts dem Zufall.

Um kurz nach 9 kommt die Bahn in ’s-Hertogenbosch an. Ich rolle das Fahrrad nach draußen, stehe noch kurz vor dem Eingang und will die Navigation zum Parkplatz starten. Sofort kommen ein junger und ein alter Kerl arabischen Aussehens auf mich zugerannt. Ob sie eben mein Handy benutzen dürften, um jemanden anzurufen. Ich bin nicht überzeugt: „Actually no, I need my phone and I don’t even know you.“ Es wäre aber dringend, sie müssten einen Anruf tätigen um zu wissen, ob ihre Übernachtung klargehe. „Sorry, I don’t know. Maybe better ask a local to help you.“ Sie lassen nicht locker. Ob ich dann eine Nummer wählen könnte, die sie mir diktieren und dann auf Lautsprecher schalten. „Hm, okay, why not…“

Sie diktieren mir die lokale Nummer, ich wähle und schalte auf Lautsprecher, jemand hebt ab. Der Alte ruft einen kurzen Satz ins Telefon in einer Sprache, die ich nicht verstehe, die andere Seite antwortet mit einem Wort. Das war’s schon. Die beiden bedanken sich nicht übermäßig überschwänglich und gehen sofort ihren Weges. Sonderbare Begegnung… Sollte sich die nächsten Tage die Kripo bei mir melden, warum ich die Nummer eines internationalen Irgendwas-Händlerrings gewählt hätte, ich wäre nur mäßig überrascht.

Google Maps lotst mich durch die Innenstadt von ’s-Hertogenbosch (die hübscher ist als erwartet) zum Parkplatz. Ich verstaue Fahrrad und Sachen, sehe auf Google Maps dass ich gerade noch Zeit habe, einen Supermarkt zu besuchen, mache mich kurz dorthin, kaufe Käse, Milch im Kanister (jaja, ist nur Milch, aber damit fühle ich mich immer wie im Film), eine Flasche Wasser und um kurz vor 22 Uhr geht’s dann zurück.

Diesmal navigiere ich mit Google Maps statt dem Autonavi (dem traue ich nicht mehr, und KFZ-Navi kann Maps ja eigentlich) und lande auf einer Straße, auf der ich die ganze Zeit bis zur Grenze nur 80 fahren darf. Eindeutig eine andere Straße als die Autobahn, über die ich gekommen bin. Na ja, dann ist heute eben nicht Welttag der Navigationssysteme. Ich singe zu meiner Lieblingsplaylist, um mich wach zu halten, komme wieder an den schiffartigen Braunkohlebaggern vorbei und ansonsten ohne weitere Zwischenfälle um kurz vor Mitternacht zu Hause an. Packe noch aus, hänge meine Klamotten auf, dusche und falle gegen 0100 Uhr halbtot ins Bett. Was für ein Trip!

Ich bin den ganzen Rhein abgefahren. :)) In mehreren Zügen und Richtungen, klar, aber durch Wind und Wetter, über Stock und Stein. Erst von Bonn nach Koblenz, die eiskalte, erste Übernachtung auf dem Campingplatz, die regnerische Etappe gleich zu Anfang der Eurovelo 15 hinter Andermatt den Oberalppass hinauf, an der Rheinschlucht und dem Bodensee vorbei. Und schließlich am Niederrhein entlang durch die Niederlande. Die schönste Etappe? Tatsächlich die Mammutstrecke neulich linksrheinisch von Düsseldorf über Dusiburg, Moers, Krefeld, Xanten und so weiter bis nach und inklusive Arnheim. Ein richtig schönes Fleckchen Erde!

Und? Bin ich jetzt ein anderer Mensch? Ganz ehrlich: ja. Da hat sich etwas verändert in den letzten Wochen. Was das bedeutet und wie es nun weiter geht. Wir werden sehen. 🙂

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77: Es geht wieder los

Die Sachen sind gepackt, am Wochenende geht es los zum Endspurt Richtung Rotterdam. Wetter soll ganz okay werden. Diesmal nehme ich nur das Nötigste mit. Idee ist jetzt, mit teilweise Bahn, teilweise Rad wieder zurückzufahren. Paar bessere Masken versuche ich morgen noch aufzutreiben. Fühlt sich auf jeden Fall an wie ein guter Abschluss.

Ich hätte nicht gedacht, das mal zu sagen, aber eigentlich ist es ganz schön, dass es in diesen verrückten Zeiten wenigstens ein bisschen Fußball gibt. Auch das Abschlussturnier von Europa League und Champions League macht gerade sehr viel Spaß. Jeden Tag ein Topgame. Und in der CL wird’s jetzt zum Traumfinale Bayern – Paris kommen (Sonntag 2100 Uhr). Werde mal versuchen, bis dahin wieder da zu sein.

Für mich endet heute ein Lebensabschnitt und ein neuer beginnt. Weiß gar nicht, ob ich da hier näher drauf eingehen sollte, ist wohl zu privat. Aber ich schreibe hier ja irgendwie auch Tagebuch, um mich zu sortieren. Da wollte ich das wenigstens mal losgeworden sein. Und auf jeden Fall beginnt jetzt ein hervorragender Abschnitt!

Über meine neue Bialetti freue ich mich bislang jeden Tag. Merke aber auch: Der Kaffee ist um einiges stärker als der aus der French Press. Und starker Kaffee und ich, das ist überhaupt keine gute Kombination. Ich bin da nach mehreren Tagen meist nah an einer Psychose mit anschließender Depression. Muss mich da echt einschränken.

„Luft nach oben“, 3. Versuch. Ich sehe es selbst: Die Perspektive ist zu sehr Frosch, ich rede mal wieder zu schnell und ein Stativ könnte ich ruhig auch mal wieder benutzen. Schon gut, schon gut. 😉

Habe Bilder für meine große Wahlkampfanalyse gesammelt, aber gemerkt, dass man die besser tagsüber aufnimmt, wenn man sich über ihre schlechte Qualität lustig machen will. Kommt demnächst. Glaube übrigens alleine deswegen schon, dass die Bonner OB-Wahl entschieden ist, aber dazu dann mehr.

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.71: Urlaubslektüre

Drei Wochen Urlaub, acht Bücher insgesamt. Wollte kurz vorstellen, was ich da so gelesen habe.

  • Kurt Tucholsky: „Schloss Gripsholm“. Relativ seichte, halbautobiografische Sommer-Liebesgeschichte. Aber Tuchoslky verfügte wirklich über einen beneidenswerten Wortschatz.
  • Sun Tzu: „Die Kunst des Krieges“. Wollte ich immer schonmal lesen und interessierte mich vor allem, weil die beschriebenen Taktiken natürlich nicht nur militärisch zu verstehen sind. Aus unserem heutigen Verständnis ist das Buch wenig humanistisch, auch wenn Sun Tzu davon spricht, dass der kluge General einen Krieg nur als äußerstes Mittel einsetzt. Käme es doch dazu, solle man zusehen ihn nur im Ausland auszutragen und das auch auszuplündern…
  • Joey Kelly: „Hysterie des Körpers“. Das Mitglied der Kelly Family, das wohl den ungewöhnlichsten Weg gegangen ist, in einer Art Autobiografie. Kelly ist längst als Extremsportler unterwegs, kombinierte seine Wettkämpfe jahrelang mit musikalischen Auftritten und der Organisation der Kelly Family. In dem Buch beschreibt er, wie er seine Ängste besiegte und immer wieder über seine Grenzen ging, was ihn weiter brachte, als er sich jemals ausmalen konnte. Eine tolle Motivationshilfe, ohne die ich mir gar nicht mal sicher bin, ob ich zweimal den Gotthard passiert hätte.
  • Tim Krohn: „Nachts in Vals“. Ein Buch eines Schweizer Autors durfte natürlich nicht fehlen. Krohn hat sicher noch bessere im Angebot, die kurze Kurzgeschichtensammlung gefiel mir trotzdem vor allem wegen ihres schlanken Formats als Urlaubslektüre. Eigentlich haben alle Geschichten Spaß gemacht zu lesen, einen roten Faden zwischen ihnen vermisst man allenfalls.
  • Gerald Janssen: „Draußen unterwegs“. Eine kleine Einführung in das Leben draußen, mit schönen Illustrationen und vielen hilfreichen Tipps. Als „Outdoor-Survival-Guide“, wie es sich selbst nennt, ist es aber kaum ausreichend. Da bräuchte es genauere Tipps. Trotzdem eine schöne Einführung.
  • Val Williams: „Fotografie: 80 Meisterwerke verstehen“. Kaufte ich im Shop des Basler Kunstmuseums. Die Autorin geht 80 hübsche Bilder durch und beschreibt, was sie so besonders macht. Gab mir ein paar wertvolle Tipps und erzählte interessante Geschichten, aber ob ich mit allen Erklärungen so d’accord gehe, weiß ich nicht. Trotzdem angenehm zu lesen.

Dazu hatte ich noch den Schweiz-Reiseführer von Marc Engelhard (Marco Polo) dabei (ist in Ordnung!) und kaufte mir unterwegs den Veloguide für die Schweizer Nord-Süd-Route (bisschen mau, die Website dazu bot mehr Infos). All die Zeit zum Nachdenken auf dem Rad war zwar schön und hilfreich, aber irgendwann schrie mein Kopf dann auch nach Input.

Abgefahrene Idee, und schmeckt!

Ah-ah! Saviour of the universe:

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.70: Urlaubsgedanken

Drei Wochen Radreise und folgende Erkenntnisse:

  • Klassische Nachtmenschen können im Urlaub offenbar auch früh aufstehen. Im Schnitt kam ich gegen 0630 Uhr hoch. 0630!
  • Müde war ich dann eigentlich nur, wenn ich am Morgen kein klares Ziel vor Augen hatte und eben nicht so richtig wusste, wohin mit mir.
  • Ich fuhr im Schnitt fast 100 Kilometer am Tag, was einen ziemlichen Kalorienverbrauch bedeuten dürfte. Und trotzdem hatte ich nur wenige Male überhaupt Hunger. Wenn, dann war es meist Appetit. Mein Körper war genauso mit nichts zufrieden, wie wenn ich einen Burger mit Pommes (oder Rösti mit Bratwust) reinschob. Es war schlicht kein Unterschied.
  • Bei wenig Nahrungsaufnahme kam ich am nächsten Tag allenfalls langsamer voran, fühlte mich energieärmer. Das kann aber auch schlicht am Mangel von Vitaminen und Spurenelementen gelegen haben, von denen ich mangels Nahrung dann natürlich auch zu wenig aufnahm.
  • Wichtig war dennoch 1 Kaffee vor dem Start, durfte aber auch gerne ein schwarzer sein.
  • Rank und schlank bin ich übrigens trotzdem nicht geworden. Das scheint alles nichts damit zu tun zu haben.
  • Anfangs führte ich Smalltalks mit anderen Radreisenden noch enthusiastischer als am Ende, das stimmt schon. Aber alles in allem habe ich diese kurzen Kontakte und Erfahrungsaustausche sehr genossen. Einsam habe ich mich tatsächlich nur einmal kurzzeitig gefühlt, als ich in einer AirBnB-Wohnung untergekommen war.
  • Ich konnte es mir zwar anfangs nicht vorstellen, aber ich überlege jetzt, das E-Bike doch zu behalten. Berge und andere anspruchsvolle Strecken haben ihren Schrecken dadurch verloren. Das Weniger an Anstrengung im Vergleich zum nicht-motorisierten Radfahren dürfte sich damit ausgleichen, dass man doch eher geneigt ist, überhaupt mal eine Spritztour einzulegen und dann gleich etwas weiter zu fahren.
  • Schwiitzerdüütsch. Anfangs habe ich kein Wort verstanden, was meist kein Problem war. Die meisten Schweizer schalten sofort auf Schriftsprache um, sobald klar ist dass der Gesprächspartner der norddeutschen Tiefebene entstammt. Zum Schluss häuften sich die Fälle, wo die Schweizer einfach trotzdem weiter Schwiizerdüütsch mit mir sprachen. Sicher auch, weil sie dann merkten, dass ich das meiste verstand. Nehme ich mal als Kompliment.

Noch 300km oder drei Etappen, sagt Google Maps, dann hätte ich den ganzen Rhein abgefahren:

Mal sehen, wie am Wochenende so das Wetter wird. 😉

Was Deutschland von der Schweiz lernen könnte:

  • Trinkbrunnen überall. Eine wunderbare Infrastruktur für Reisende, aber auch für Einheimische. Mal eben schnell sein Wässerchen wieder auffüllen. Für einen Deutschen ungewohnt: Solche Trinkbrunnen sind in der Schweiz für gewöhnlich von Schmierereien, Fäkalien und Vandalismus verschont.
  • Überhaupt erlebt man zumindest als Reisender wenig Vandalismus, Graffiti oder Schmierereien in den meisten Orten. Klar, der Deutschschweizer gilt gemeinhin als etwas konservativer, Graffiti ist eher ein Ausdruck des linken Spektrums. Oder es fehlt den Leuten einfach der in Deutschland offenkundige Hass auf den Staat. Warum zerstören, womit man im Großen und Ganzen zufrieden ist?
  • Der Umgang mit Geld. In der Schweiz ist eigentlich alles teurer als in Deutschland, teilweise sogar erheblich. Der Gegenwert ist allerdings auch eigentlich immer höher. Ich gebe zwar 25-30 Franken für ein Abendessen aus, aber ich kann mir dann sicher sein, dass es auch gut ist. Lange Zeit hatten die Schweizer bei den Supermärkten fast nur die Wahl zwischen Migros und Coop (vergleichbar mit Edeka vs. Rewe minus der Billig-Hausmarken), mittlerweile haben auch Aldi und Lidl dort Fuß gefasst. Gut gefiel mir die Mentalität, dass – anders als in Deutschland – nicht alles immer möglichst billig sein muss. Der Deutsche ist dann glücklich, wenn er für 10 Euro ein möglichst großes Essen bekommt, Geschmack erstmal zweitrangig. In der Schweiz schien es für mein Gefühl anders herum zu sein.
  • Das setzt sich auch in anderen Bereichen fort. Mir fielen zum Beispiel in der Schweiz gerade sehr viele modisch gekleidete Männer auf. Trendige Frisuren, elegante aber nicht angeberische Kleidung und sogar Tattoos, die irgendwie in das jeweilige Konzept passten. Und das sage ich, der Tattoos gemeinhein nichts abgewinnen kann. Deutsche gehen nach dem Motto vor: Alle haben ein Tattoo, also muss ich auch eins haben. Tattoostudio, zeig mal Katalog, was wird gerade viel genommen? Bunte Blumenvase mit Totenkopf drauf? Okay, dann nehm ich so eins, aber möglichst groß, damit es jeder sieht. Wo ist am meisten Platz? Die Wade ist noch frei, dann los…
    Bei 95% aller Tattoos, die ich an Deutschen so sehe, bin ich peinlich berührt. Du wolltest halt unbedingt eins haben und in 5 Jahren wird das ungefähr noch so cool sein wie heute ein Arschgeweih. In der Schweiz sah ich sehr oft, dass Tattoos der einen oder anderen Person richtig gut standen und im Gesamtkonzept des jeweiligen Stils aufgingen. Fand ich überraschend ansehnlich.

Vielleicht werde ich doch noch zum Radnarr. Seit ich wieder hier bin, fahre ich täglich Rad, was auch sehr gut gegen die Hitze ist. Direkt vor der Haustür is‘ nämlich auch ganz hübsch:

Und es gibt überrascht guckende Bäume:

Mehr als 1 Jahr vor der nächsten Bundestagswahl und damit viel zu früh nominiert die SPD einen lieben, netten Onkel zum Kanzlerkandidaten. Das erinnert mich irgendwie an etwas von vor ein paar Jahren, weiß nicht mehr genau was, aber es hat bestimmt gut funktioniert…

Problem ist aber hauptsächlich, dass die SPD noch immer nicht verinnerlicht hat, was vor drei Jahren schon der Fall war: Dass sie bloß noch eine etwas zu groß geratene Splitterpartei ist, die eine eigene Opposition gleich eingebaut hat und sich ständig selbst sabotiert. Die hat das Recht einen Kanzlerkandidaten zu stellen und darf es auch versuchen, wird aber mit der Taktik niemals gewinnen. In Bayern reibt sich gerade ein gewisser Landesfürst die Hände.

Demokratie nervt. Wie die Sau. Ja, alles andere bereits Existierende ist mindestens genauso schlecht, sagte schon Winston Churchill. Aber dann wird es langsam mal Zeit, etwas Besseres zu erfinden. Jemand ne Idee?

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.49: Deutsch

Jetzt fängt er hier schon an, Schopenhauer zu zitieren, ohne ihn jemals gelesen zu haben…

Schönes Zitat auf jeden Fall von Schopi (neulich im Radio gehört), in dem er den Nationalstolz als platteste Art des Stolzes bezeichnet:

Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

Oder auch: wow! Wer es schafft, in eine scharfe Kritik auch noch ein Kompliment einzubauen, hat eigentlich schon halb gewonnen. Das Problem ist in meinen Augen nur weit vielschichtiger. Und zwar, dass einige leider gar nicht so dumme Köpfe Nationalstolz als Machtmittel erkannt haben und sehr erfolgreich auf Bauernfängerei bei eben den (vielfach wirklich) armen Schweinen gehen, die in der Tat oft nichts Anderes mehr haben als das. Und die lassen das dann an den noch ärmeren Schweinen raus. Das macht mich schon irgendwie traurig.

Ich frage mich gerade ohnehin: Ist Stolz nicht sowieso gegenüber der Freude das schwächere Gefühl? Bedarf es dann überhaupt Stolz für irgend etwas? Ich kann stolz darauf sein, wenn ich mir ein eigenes Haus gebaut habe. Aber wäre es ein nicht viel schöneres Gefühl, sich über die Errungenschaft zu freuen? Jedes Mal wieder. In meinen Augen ja.

Mit „Deutsch“ im Titel meine ich allerdings eigentlich die deutsche Rechtschreibung. Mit einem Kollegen zusammen arbeiten wir sie gerade noch einmal auf. Und, heftigster Dude, ich sage euch: Wäre das ein Videospiel, dann wären die drei mächtigsten Bosse, in der Reihenfolge:

  • Kommasetzung
  • Zusammen- und Getrenntschreibung
  • Groß- und Kleinschreibung (Endgegner)

Ich arbeite seit 20 Jahren irgendwie journalistisch, aber ich würde wahrscheinlich in einem Diktat für die 10. Klasse bestenfalls mit einem Ausreichend bestehen.

Was ich daran interessant finde: Nicht nur ich, womöglich auch der Duden. Denn der hat nach eigener Aussage selbst teilweise davor kapituliert. Ich zitiere aus seinem Regelwerk zu Getrennt- und Zusammenschreibung:

Allerdings ist die Unterscheidung von Wortgruppen und Zusammensetzungen nicht immer eindeutig möglich.

Wegen der Komplexität der Getrennt- und Zusammenschreibung kann es allerdings Grenzfälle geben, die mit diesen Regeln nicht eindeutig zu klären sind. Wenn auch das Wörterverzeichnis nicht weiterhilft, stehen den Schreibenden gewisse Freiräume für eigene Entscheidungen offen.

Soso, „gewisse Freiräume für eigene Entscheidungen“. Sehr nett.

In Regel D51 geht es um Wörter wie „abhandenkommen“ und „übereinstimmen“, die man zusammenschreibt, „wenn der erste Bestandteil als frei vorkommendes Wort ungebräuchlich ist“.

„Ungebräuchlich“ ist aber auch schon wieder eine schwammige Aussage und dürfte im Auge des Betrachters liegen. Mir kommt oft etwas abhanden, ich finde das ziemlich gebräuchlich.

Laut Regel D54 schreibt man Zusammensetzungen, deren erster Teil ein Substantiv ist, normalerweise getrennt, also:

  • Auto fahren
  • Rad fahren

Aaaber nicht, wenn das „Substantiv als verblasst gilt“, was auch schon wieder im Auge des Betrachters liegt. Laut Duden sind das Wörter wie:

  • eislaufen
  • nottun

„Rad fahren“ also auseinander, „eislaufen“ zusammen? Ja, völlig logisch.

Oder frei nach Schopenhauer: Der arme Tropf, der nichts hat, hat wenigstens seine Rechtschreibung, an der er sich hochziehen und mit der er andere belehren kann, sonst würde er sehen können, was für ein Unsinn das teilweise ist.

Dummerweise ist genau das Teil meines Jobs…

Bild: ZDF

Weniger bissig als erwartet, aber trotzdem eine jecke Idee der „Anstalt“, eine Folge von „Ich bin Rassist, holt mich hier raus“ zu drehen. Spielt im „Dschungel“ mit zwei schwarzen Moderatoren und vier weißen Deutschen, die von sich behaupten, keine Alltagsrassisten zu sein und die ganze Aufregung um vermeintlichen Rassismus in Deutschland nicht verstehen, bis sie den Spiegel vorgehalten bekommen. Ich fand die Charaktere etwas unecht, aber bei der ersten Challenge, vor allem dem Date, hab ich mich weggeschmissen.

Banksy vandalisiert die Londoner U-Bahn. Aber Banksy darf das:

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. . If you don’t mask – you don’t get.

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That’s what I call a ride!

Schade, ich mochte den Laden. Aber ernsthaft. Ihr macht (laut Deko) den Megamonstersale, und alles, was ihr bietet, sind 10 Prozent?!

Langsam wird’s abstrakt…

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.48: Ruhe

Eine sehr ungewöhnliche Beobachtung gestern Nacht. Ich wache auf und bin komplett ruhig. Liege da und bin im Einklang mit, nunja, dem Kosmos. Nichts, das sagt, mach dies, mach das, leg dich wieder schlafen, du hast morgen einen harten Arbeitstag vor dir, in fünf Tagen fährst du in Urlaub, das Bad könnte auch mal wieder geputzt werden.

Ich glaube, das ist das, was Leute, die meditieren, als die höchste Stufe ansehen. Du bist komplett ruhig und keine Sorgen plagen dich mehr. Was nicht heißt, dass sie nicht da wären, aber sie sagen nichts mehr. Keine inneren Stimmen, die sich melden.

Falls ihr gerade sagt: Wie, what’s the big deal, ist bei mir immer so. Dann stelle ich euch mal das Gegenteil vor. Sorgen, die sich im Laufe des Tages melden: „Wie lange bleibt Corona noch, geht die Wirtschaft kaputt, wovon lebst du dann, was ist, wenn du dir selbst das Virus holst?“ Irgendwelche Selbstzweifel oder Herausforderungen, die überwunden werden wollen: „Ist das ein guter Text oder könnte der mir um die Ohren fliegen, warum bist du nicht mehr so und so, dann wärst du viel mehr ach und ach.“

Als Jugendlicher lag ich abends meist noch Stunden wach, weil mir die Ereignisse des Tages im Kopf herumgespukt waren und mir irgendwas Sorgen gemacht hatte.

Das habe ich heute nicht mehr so stark, aber irgendwelche inneren Stimmen melden sich für gewöhnlich doch noch täglich. Oder, technisch ausgedrückt: irgendwelche Prozesse laufen da unbewusst im Hintergrund, und selbst wenn du sie entdeckst, weißt du gar nicht, was sie bedeuten und wie du sie abschalten kannst.

Gestern Abend war das alles auf null runtergefahren. Da war nichts, keine Stimmen, keine Prozesse, nur tiefer Frieden. Keine Ahnung, wo der plötzlich herkam, aber es hat sich gut angefühlt. 🙂

Ich muss ja gestehen, das Einkaufen der Ausrüstung für den Urlaub war schon irgendwie der halbe Urlaub. Zum einen war’s auch so teuer wie ein halber Urlaub. 🙂 Zum anderen hat’s irgendwo sehr viel Spaß gemacht, sich nach passender Ausrüstung umzuschauen, zu informieren, zu vergleichen und dann am Ende geilen Scheiß zu bekommen, der lange bleiben könnte. So freue ich mich zum Beispiel sehr (ja, freue) auf meine neue Regenjacke, die nicht einfach nur eine Regenjacke, sondern eine ultraleichte, sehr atmungsaktive und dennoch wind- und regendichte Trailrunner-Jacke mit kleinem Packmaß sein wird.

Oder die (im dritten Anlauf endlich) passende Handyhalterung fürs Fahrrad, die ich schnell abnehmen und schnell wieder aufmontieren kann, die die Kamera nicht verdeckt, aber das Handy schnell für Fotos freigibt. Oder die regenfeste Fronttasche, die ganze, minikleine Campingausrüstung. Jetzt gibt’s auch praktisch gar kein Zurück mehr, jetzt wäre es nicht mehr wirtschaftlich, nichts in Urlaub zu fahren… Zum Glück habe ich noch Lust, auch wenn ich nicht mehr zu 1000% auf die Schweiz festgelegt bin.

Mehr habe ich heute gar nicht. Es war halt einfach ruhig. Ich hab nicht mal ein Foto gemacht. Deswegen hier noch ein Nachzügler von Sonntag.

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.46: Wo sind die radikalen Demokraten?

Nach einer Empfehlung bei „6 vor 9“ habe ich mir heute Abend mal „Get me Roger Stone!“ auf Netflix angeschaut. Im Prinzip geht es darum, wie der Politikberater Roger Stone schon in jungen Jahren erkannt hat, wie der Hase läuft, und sich seit der Wiederwahl für Richard Nixon 1972 in verschiedene Wahlkämpfe auf Seiten der Republikaner eingeschaltet und letztendlich auch Trump zum Wahlsieg verholfen hat.

Das Erfolgsrezept dafür: Ein hohes Maß an Selbstbewusstsein, Charisma, Chuzpe, rhetorischer Gewandtheit, Gier, Negativität und Arglist, sehr viel Arglist. Und dann natürlich jemanden, der sich dahinstellt und Willens ist, den Zirkus auf die Spitze zu treiben und bis ans Äußerste zu gehen, sprich: im Wahlkampf ganz vorne mitzumischen und am Ende sogar Präsident zu werden. Bei all dem kommt Stone gar nicht mal so unsympathisch rüber. Vielleicht ist das der Trick dahinter.

Was ich mich dabei immer frage, ist: Warum klappt das fast immer nur bei eher radikalen Kandidaten des rechten (und manchmal) linken Spektrums? Warum gibt es sowas eigentlich nicht in der politischen Mitte? Jemand, der mit aller Vehemenz für Verfassung, Recht und Gerechtigkeit kämpft. Wo sind die radikalen Demokraten?

Aus journalistischer Neugier habe ich mir bei der Gelegenheit mal die Postillen der neuen Rechten in den USA angeschaut, sprich: Breitbart und Infowars. Hätte ich eigentlich vor 5 Jahren schon mal machen sollen, aber irgendwie hat mich das bis jetzt nie gereizt.

Bei Infowars mit Alex Jones sind sie gegen alles, außer eigene Corona-Masken.

Kurz gesagt: Optisch tatsächlich cool gemacht, zumindest Infowars. Spricht einen an, holt einen ab, das Ganze ist sehr videozentriert. Alex Jones, der an sich ja eine echte Type ist, scheint da den halben Tag live auf Sendung zu sein. Und das Studio, in dem er sitzt, ist von einem, wie CNN es hat, kaum zu unterscheiden. Selbst inhaltlich fand ich es für 5 Minuten mal erfrischend, da reinzuschalten und eine ganz andere Perspektive durchaus professionell präsentiert zu bekommen.

Dann hat’s mir aber auch schon gereicht, denn: Die scheinen da auf einer Agenda zu sein und das alles ernst zu meinen. Black Lives Matter sei zwar vom Kern her eine gute Sache, aber von einer marxistischen Organisation gesteuert. Schwarze, die einfach nur „echte Amerikaner“ sein wollten, würden von linken Homosexuellen vergewaltigt (kein Scheiß, sagen die wirklich). Der „Deep State“ sei bis ins letzte Amt links und deswegen würden harmlose Bürger von der Polizei verfolgt, die etwa einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen beschmutzt hätten.

Dieses Gegen-alles-Sein… Das muss einem als Moderator und Zuschauer doch irgendwann mal langweilig werden, sollte man meinen. Mich hat’s nach fünf Minuten angeödet. Zu durchschaubar auch, das Ganze.

Ich habe das Gefühl, den Amerikanern fehlt die Mitte. Die haben nur Sensationsnews, egal ob von CNN, FOX, MSNBC oder eben, unabhängiger, so etwas wie Infowars. Den fehlt etwas Nüchternes, Ruhiges wie die „Tagesschau“ oder das „Heute Journal“.

Freut euch und kämpft dafür, dass wir den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben! So langweilig der auch manchmal ist.

Volksverpetzer.de

In dem Zuge finde ich übrigens sehr interessant, was Volksverpetzer.de machen. Wehren sich gegen Rechts und gegen Verschwörungsmythiker, treten dabei aber laut auf und bedienen sich der durchaus effektheischerischer Mittel von Boulevard, Social Media und anderen „Lautsprechern“. Sprich: Sie legen den braunen Sumpf mit deren eigenen Waffen trocken. Ja. Vielleicht muss das genau so.

Das könnten die radikalen Demokraten sein, von denen ich oben sprach…

Breitbart schlachtet ein Thema aus.

Breitbart (oben) übrigens hat mich dann noch weniger tangiert. Die haben die (zugegeben höchst amüsante) Geschichte, dass in Georgia eine tote Katze eine Wahlbenachrichtigung bekommen hat, völlig ausgeschlachtet. Ziemlich suspekt allerdings, was sie mir dort als Werbung angezeigt haben (das riecht nach einer Verschwörung, da muss doch eine Verschwörung…):

Werbung auf Breitbart. Wird aber höchsten 250 Deutsche zu Millionären machen. 😉
dto

Seems it never rains in Southern Northrhine-Westfalia…

Als Kind im regnerischen Emsland hatte ich mir immer gewünscht, mal dort zu wohnen, wo es nie regnet. Das ist gerade in Bonn der Fall. Und so toll ist das bei genauerer Betrachtung auch wieder nicht. In diesem Jahr kann ich mich an drei verregnete Tage erinnern. Am letzten, in dieser Woche, hat es den ganzen Tag ein wenig genieselt, mehr aber auch nicht. Hin und wieder kommt mal ein kleiner Schauer runter, das war’s dann aber auch. Gewitter ziehen meist vorbei, Regenwolken in letzter Zeit irgendwie auch. Symptomatisch ein Bild von heute. Der Himmel in ein paar Kilometern Entfernung ist schwarz, das sogar für längere Zeit, aber es kommt kein Tropfen runter:

Da kütt nix.

Das ist schon bemerkenswert. Und irgendwie auch seltsam, denn so krass war das für mein Empfinden früher™ nicht. Der Boden ist staubtrocken, alles, was in diesem Jahr an Pollen hochgewirbelt worden ist, fliegt immer noch herum. Seit drei Jahren hat es kaum geregnet, und ich habe das Gefühl, dass das den Böden mal so gar nicht gut tut.

Kaum zu glauben, ich würde mir wünschen, dass es echt mal wieder ein paar Wochen durchregnet.

Natürlich erst nach meinem Urlaub!

Jedes Mal, wenn ich den Slogan lese, bin ich geneigt zu sagen: Come back when you’ve found it!

Das Ding (Asus ExpertBook B9, gerade im Test) macht aber auf jeden Fall einen sehr guten ersten Eindruck.

Der Rewe City hat das tatsächlich nur auf Englisch aufgehangen 🤔

Bilder:

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.45: Wo ist die App dafür?

Kaum zu glauben, eigentlich, aber um wenige Dinge habe ich mich zuletzt so sehr herumgedrückt wie meine Artikelserie über die Apple Watch. Monate habe ich das aufgeschoben. Schon der Gedanke daran sorgte dafür, dass sich in mir alles zusammenzog. Ich prokrastinierte, ärgerte mich, machte mir einen Heidenstress, war unausgeglichen, malte schwarz (siehe letzte Blogeinträge). Nun war der Zeitpunkt gekommen, da es sich nicht weiter aufschieben ließ…

Und jetzt im Nachhinein betrachtet, war es zwar ganz schön viel Arbeit, die Arbeit selbst dann so schlimm aber auch nicht. Der Hauptbeitrag ist jetzt geschrieben und er dürfte ganz gut geworden sein. Aber dieses Ding und ich, wir passen mal so gar nicht zusammen. Ich halte es für so überflüssig wie einen Kropf, und ich bin froh, wenn ich es wieder aus dem Haus habe. Alter…

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Nach der Arbeit fiel eine tonnenschwere Last von mir ab, ich spazierte durch die Straßen meiner Hood und muss gestrahlt haben wie ein Honigkuchenpferd. Selbst meine Steuer, die heute noch anstand, habe ich nebenbei größtenteils schon miterledigt, weil die mir nicht so schlimm vorkam.

Sollten derartige Errungenschaften nicht eigentlich belohnt werden? Warum gibt es noch keine App, die unliebsame Aufgaben gamifiziert? Morgens aufstehen: 5 Punkte. Waschen: 5 Punkte. Den Boden wischen: 10 Punkte. Steuervoranmeldung machen: 50 Punkte. Apple Watch testen: 100 Punkte…

Sammle Punkte, battle dich mit deinen Freunden, earne Badges, und wenn du 1.000 Punkte gesammelt hast, erlässt der Staat dir 1% deiner Steuern oder so.

Klar, die Herausforderung wird sein, glaubhafte Nachweise zu liefern. Kann ja jeder erzählen, dass er sich wirklich die Zähne geputzt hat. Erst ein olfaktorischer Test brächte den Beweis. Ob man eine Steuererklärung wirklich gemacht hat, ließe sich hingegen nachweisen, ein geschriebener Testbericht mit so und so vielen Wörtern eigentlich auch. Alles andere… muss noch geklärt werden. Wäre sonst eine ziemlich coole App, finde ich.

Viel mehr habe ich heute gar nicht. Das Chaos ist in der Welt, aber heute in der Post-Apple-Watch-Zeit ist mir das (erschreckend) egal. Nicht dass man am Ende vom eigenen Gefühl auf die Welt schließt. Werde das mal beobachten.

I’m addicted to this song!

Und noch ein Bild:

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.41: Härtetest

95-100 km auf dem E-Bike an einem Nachmittag. Ich wollte mir beweisen, dass es geht. Notes to my totally naive self:

  • Nimm niemals wieder Google Maps als Fahrradnavi!
  • Check den Wetterbericht nicht nur von da, wo du startest, sondern auch der Orte unterwegs!
  • Mach nicht am Anfang schon den Faulen, sonst ist der Akku nach ner Stunde leer (oder weniger übertrieben gesprochen: nach 1:30h auf 40%)
  • Zieh nen Funktionsshirt an und nimm dir auch ein zweites mit!
  • Nein, du wirst keine 25 km/h im Durchschnitt schaffen. Schon gar nicht, wenn du alle Nasen lang fotografierst.
  • Fotografiere nie, wenn du die Fahrradbrille aufhast:

Sonst wird nämlich die Hälfte deiner Bilder zu dunkel, zu schief oder einfach falsch belichtet. Der „Profi-Modus“ war völlig verstellt und ich hab’s nicht mal gesehen. Die Automatik hat’s schöner hingekriegt:

Ansonsten würde ich aber sagen: Härtetest bestanden. Mir tut diesmal nicht alles weh. Wenn man sich den Akku bisschen einteilt, kommt man damit ganz schön weit, auch über Berge. Auf ganz flacher Strecke geht vielleicht noch mehr.

Aber klar ist auch: Wenn ich da jeden Tag 100-150km abreißen will, danach schnell das Zelt aufbauen, Klamotten waschen, halbtot ins Bett auf die Luma fallen und am nächsten Morgen weiter, dann wird das eher ein Pilgerurlaub als alles andere. Und was soll ich eigentlich essen? Geld will ich natürlich auch möglichst wenig ausgeben.

Auf dem Weg war ich mal ein bisschen Location Hunting. Zwei Drehorte der (von mir hochgeschätzten) deutschen Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ sind in Bonn-Ippendorf:

Der Rest ist Schweigen, oder hier halt: paar Impressionen noch der Tour ins Ahrtal (wie „versprochen“, teils nicht so ideal belichtet):

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.39: Wir machen das

Erste Tour mit Gepäck, bei (ein wenig) Regen und bergauf. Iiiirgendwas ist komisch mit dem Ding, aber nachdem es, zumindest mit E-Unterstützung, problemlos den Petersberg hinauf kommt und die Fahrt auch so eigentlich Spaß gemacht hat, denke ich: Wir machen das. Ich behalte das E-Bike und dann wird es irgendwann in nicht mehr all zu ferner Zukunft damit in die Schweiz gehen.

Mit lauter Zeugs. Vor drei Jahren bin ich mehr oder weniger Hals über Kopf mit einem Auto, das ich gerade erst gekauft hatte, durch Skandinavien und zurück über Russland ans Nordkap gefahren. Eins der größten Aventures meines Lebens, aber irgendwas hat da auch nicht gestimmt. Ich hatte es etwa vor Beginn der Reise nicht mehr geschafft, die extra gekauften Vorhänge ins Auto einzubauen. Motto: Machste unterwegs. Als einige Wochen später der russische Grenzbeamte, der meinen Wagen durchsuchte, eben jene Vorhangsstangen in die Hand bekam, auf die Fenster zeigte und wissend nickte, da erst wusste ich: das ging alles zu schnell irgendwie.

Diesmal ist es anders, und ich merke, wie viel Zeit für das alles drauf geht. Was man an Zeug braucht, wie jedes einzelne Item (Fahrrad, Schloss, Akku, Seitentasche, Display, Regenjacke, Radhosen, Trikots, Handyhalter, Fahrradbrille, Zelt, Schlafsack, Handtücher, Isomatte… erst einmal aufwändig ausgesucht, bestellt, empfangen, begutachtet, verstanden, aufgesetzt, ausprobiert werden will. Gestern Abend im Dunkeln nach der anstrengenden Tour nach Köln stand ich etwa verzweifelt vor dem Akku, den ich einfach nicht ausgebaut bekam. Erst der Blick ins Handbuch heute verriet: Du musst ihn nicht nach oben herausziehen, sondern zur Seite wegschieben. Ah…

Diesmal habe ich mehr Zeit für alles, und vielleicht wird’s damit später auch entspannter, wenn es erstmal losgeht. Wobei man immer das Gefühl hat, dass Andere so eine Vorbereitung irgendwie aus dem Ärmel schütteln und unsere Eltern früher mit uns einfach losgefahren sind in den Urlaub. Ist gar nicht so?

Putin möglicherweise bis 2036 russischer Präsident, neues Sicherheitsgesetz in Hongkong – keine gute Zeit für die Demokratie gerade, die ganzen letzten Jahre schon nicht. Was mich zu zwei steilen Thesen veranlasst:

  1. Die Demokratie ist ein Auslaufmodell. Ist kein Wunsch, ist eine Beobachtung. Beliebt war sie noch nie, und man muss nicht erst Winston Churchill zitieren, um zu wissen: es gab nur noch nichts Besseres. Was die Leute eher zu wollen scheinen, ist einen starken Mann (USA, Brasilien, Russland, Türkei, China… Deutschland?).
  2. Die Demokratie ist in der Maslowschen Bedürfnispyramide sehr nah an der Spitze angesiedelt. These: Wenn es mir wirtschaftlich gut geht, ich einen okayen Job mit Aufstiegschancen habe, der genug Geld bringt, so dass ich mir jeden Morgen den Cappuccino und danach den neuen SUV kaufen, mit meiner schönen Frau und meinen zwei Kindern damit in den Urlaub fahren kann, dann ist mir die Staatsform herzlich egal.

Ideal ist das nicht. Vor allem dann nicht, wenn in Ländern wie Hongkong oder der Türkei ein Rückbau der Demokratie stattfindet. Weil die Leute hier Errungenschaften, die wichtig aber nur schwer greifbar sind, achtlos wegwerfen. Vielleicht müssen wir uns aber auch mal nach Nachfolgern, wenn möglich: Verbesserungen, der Demokratie umschauen. Gibt es da eigentlich was?

Das erste Halbjahr ist um, kurzes Kulturfazit.

Beste gesehene Serie: The Morning Show, mit weitem Abstand. Schlicht genial, vor allem die unerwartete Dynamik, die die Serie mit jeder Folge aufnimmt, und die sich im furiosen Finale entlädt. Ein Glanzstück.

Bild: Apple

Ohnehin finde ich die handverlesene Auswahl von Apple TV+ gar nicht schlecht. Auch See und Little America waren teils erwartet, teils überraschend gut.

Watchmen setzte ich auf Platz 2. Wahrscheinlich die tiefste Superheldengeschichte aller Zeiten.

Bestes gelesenes Buch: Wiener Straße, wenn auch schon was älter. Sven Regener liefert (bis auf Magical Mystery, sorry Fans) alle paar Jahre wunderbare Komödien und steigert sich immer weiter. In Wiener Straße zeichnet er Charaktere für die Ewigkeit und wirft sie Battle-Royale-mäßig in die Manege. Ich habe jede Seite herbeigesehnt und ich will das auf jeden Fall als Theaterstück sehen, wofür es sich wunderbar eignen würde.

Bester gesehener Film: 1917. Ich bin ein Story-Guy, ich brauche eine gute Geschichte. Von daher gibt es für gewöhnlich wenig Filme, die mich in erster Linie visuell begeistern. Aber alle paar Jahre kommt dann doch einer, der das schafft. Das war bei Mad Max: Fury Road der Fall (seitdem kann per Definition nichts Anderes mehr „Spektakel“ heißen), das hat Roma geschafft (wobei hier eine wahnsinnig gute Geschichte noch obendrauf kommt; mir liefen die Tränen, und ich kann nicht einmal sagen warum), das gelingt auf ganze andere Art auch 1917.

Untypisch für einen Kriegsfilm (wenn auch nicht einzigartig, siehe Tigerland, siehe Jarhead, siehe Apocalypse Now, siehe Johnny got his gun) gibt es in 1917 kaum Kriegshandlungen. Der 2-Take-Shot ist mehr ein Abenteuerfilm eines Soldaten, der einen lebenswichtigen Befehl an die Front bringen soll, während sich der Feind scheinbar zurückgezogen hat. Visuelles Highlight für mich: die Nachtszene in der zerstörsten Stadt. Aus irgendeinem Grund (sagt mir welchen) hat mich 1917 an die fantastischen Videospiele Limbo und Inside erinnert. Vielleicht weil es auch da in Einem durchgeht und Szenerie und Aufgaben für den Protagonisten sich trotzdem alle paar Minuten ändern.

Was ist euere Auswahl?

Schön ist es da oben eigentlich immer:

Und auf der anderen Seite auch:

Good riddance, Schwarzrheindorf, you had it coming!

Wie, der’s nicht echt? Klar ist der echt!

/cc Juan. thx 🙂
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.36: Manche Dinge ändern sich nie

Also Heidenheim in der Relegation. Unser kommender Gegner konnte es selbst kaum fassen, hatte er doch gerade 0:3 in Bielefeld verloren. Funktionäre sollen sich die Hände vors Gesicht geschlagen haben. Motto: Au weia, da haben wir jetzt aber mal so gar nicht hingewollt, und wir haben doch gerade alles dafür getan, damit der Hamburger SV noch Dritter wird.

Genannter Hamburger SV hatte da aber gerade zuhause (!) mit 1:5 (!) gegen den SV Sandhausen (!) verloren (!). Mehr Häme spare ich mir an dieser Stelle. Da gibt es spezialisiertere Medien für:

Ich habe die Schlussphase des HSV-Spiels auf NDR2 hören wollen, diesem Sender, der sich in mancher Hinsicht auch nach 30 Jahren kein Stück geändert hat.

Um 17:00, kurz vor der Entscheidung, schalte ich ein. Es laufen: die Nachrichten. Es folgen: Die Staumeldungen. Um 17:05 Uhr nach einer kurzen Begrüßung und Bekanntgabe des Zwischenstands (1-2): Musik (2 Titel). Dann kurz nach Hamburg geschaltet (1-3), wieder Musik. Dann doch noch die letzten paar Minuten der Schlusskonferenz im Wechsel mit dem Spiel in Bielefeld. Es fallen zwei weitere Tore für Sandhausen. Im Anschluss läuft „I can’t dance“ von Genesis.

Es war schon in den 90ern ein Running Gag, dass auf NDR2 mindestens 1x die Stunde Phil Collins, Sting, U2 oder Eurythmics liefen. Schon damals hat NDR2 von der Bundesliga-Schlusskonferenz immer nur die letzten 10 Minuten gespielt. Zum Vergleich: WDR2 spielt immer die letzte halbe Stunde komplett und lässt dafür sogar die obligatorischen Nachrichten zur vollen Stunde aus.

Ich hatte mich als Jugendlicher schon einmal so sehr darüber aufgeregt, dass ich mal einen Brief an die NDR2-Redaktion geschrieben habe. Als Antwort kam, sinngemäß: Jaha, lieber, kleiner NDR2-Hörer. Aber wir haben ja nicht nur Fußball-Hörer, die anderen wollen gerne Musik und Nachrichten hören und ob vor dem Elbtunnel wieder Stau ist. Deswegen machen wir das so und bleiben auch dabei.

Auch 25 Jahre später. In einer Sendung, die „Die NDR2 Bundesligashow“ heißt. Nee, ist klar. Da will jeder in der spannenden Schlussphase, wo es für den HSV um alles geht, Phil Collins hören.

Immerhin: Der Moderator ist diesmal konsterniert und spricht mehrfach von einer Blamage und Riesenenttäuschung. Das wäre in den frühen 90ern noch anders gewesen.

Etwa zu der Zeit bekamen wir dann auch endlich einen Kabelanschluss, der zum Glück auch neue Radioprogramme in unser Provinznest mitbrachte. Und ich lernte die Vorzüge der Sender des WDR, von Radio Bremen und Radio 3 FM (Niederlande) kennen.

Aber dass sich bei NDR2 Sport seitdem nichts geändert hat, das ist beinahe fast zum Lachen – wäre man nicht hin und wieder mit dem Auto auch im Norden unterwegs und auf die Halbinformationen des Senders angewiesen. Ich werde übrigens das Gefühl nicht los, dass das maßgeblich etwas mit dieser Person zu tun hat.

Klar spreche ich fließend Autokorrektur, aber ich habe halt auch einen trockenen Humor.

I <3 you, Ersatzhaltestelle!

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.35: Wahnsinn

Ich kann’s noch nicht ganz fassen! Heute um 15:30 Uhr ist Werder Bremen fast abgestiegen, nur ein Wunder kann den Klub noch retten. Um 17:30 Uhr hat er 6:1 gegen Köln gewonnen und es in die Relegation geschafft.

Möglich nur dank tatkräftiger Mithilfe des 1. FC Köln (praktisch keine Gegenwehr mehr) und vor allem von Union Berlin, das gegen Düsseldorf normal gespielt hat, obwohl es für sie um nichts mehr ging. Danke Union! <3 In diesem Sinne:

Jetzt Relegation gegen den HSV? Entscheidet sich morgen. Das wär’s!

Der „Express“ ist derweil nicht ganz so begeistert:

„Keine Witze über Nachnamen!“

„Ja, aber…“

„KEINE WITZE ÜBER NACHNAMEN!“

Die erste Fahrradtasche ist da…

Und die ganze Campingausrüstung passt rein. Yeehah!

Das‘ mal’n Prank! Aber all die Spaßbremsen da draußen machen eh nicht mit, oder? ODER?!!

Das borge ich mir aus. 🙂

Ich mag Spotify, aber ich hasse die Spotify-App.

Schon okay.

Hübsche Gegenden