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Möh

Life is much more simple when you’re young

15:

Findet die mich cool, finde ich die süß?
Herr Hospach hat uns echt viel aufgegeben.
Wenn ich groß bin, werde ich Schriftsteller!

45:

Ganz schön teuer geworden, so Wohnungen!
Wie mag das wohl erst in 20 Jahren aussehen?
Und wie soll ich das dann alles bezahlen?
Falls der Klimawandel dann nicht eh alles ruiniert hat.
Verdammt, die Grünen!
Ob sich die Klimakrise noch aufhalten lässt?
Und wie kriegen wir das hin, ohne dass wir Wohlstand aufgeben?
Weiß gar nicht, wo ich die ganze Arbeit unterbringen soll.
Muss ja nebenher noch neue Konzepte entwerfen.
Und Sport nicht vergessen, sonst werde ich gar nicht erst so alt.
Familie gründen wird wohl nichts mehr.
Wüsste aber auch eh nicht, wie ich das alles bezahlen sollte.
Verdammt! Die Autoversicherung ist wieder teurer geworden.
Und die Heizkosten erst.
Ich war doch gerade erst 35?!
Bleibt gar nicht mal mehr so viel Zeit, bis das Leben schon wieder vorbei ist.
Kann ich wenigstens noch 2 der Träume realisieren, die ich mal hatte?
Muss schon wieder zum Zahnarzt wegen so nem Mist.
Mann, bin ich aus der Puste!
War ich gestern wirklich nur ne Runde laufen? Komme mir vor, als wäre ich überfahren worden.
Schriftsteller werd ich wohl nicht mehr, ich wüsste gar nicht wann ich das machen sollte.
Aber immerhin mach ich sowas Ähnliches.

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Right

Deutsche und Niederländer

Okay, falls man das überhaupt verallgemeinern kann (ich finde: ein bisschen schon), so kommen mir viele Niederländer etwas direkter vor als Deutsche. Kein Verstecken im Kontext: Gerade heraus, was man denkt, egal ob Lob oder Kritik. Dass bei niederländischen Männern zwischen 40 und 60 gerade irgendwie die Beethoven-Mähne im Wet-Look in ist: wohl einfach nur eine andere Mode.

Dass uns das Land, was Infrastruktur, Architektur, Agrikultur, Innovation und Wohlstand angeht, um geschätzte 20 Jahre voraus ist, würde ich auf simples Vorhandensein der notwendigen Finanzen zurückführen. Denen fehlen eben keine 2.000 Milliarden in der Bilanz, die bei uns die Wiedervereinigung gekostet hat. Das ist ganz schön viel Geld, mit dem man viele tolle infrastrukturelle Projekte hätte anstoßen können.

Eins ist mir aber noch aufgefallen: Was ich bisher so gesehen habe, sind mir viele Niederländer weniger darauf bedacht, sich irgendwie anzupassen. Man ist dann mal da, man ist dabei auch schon mal laut, man macht direkt sein Ding und kümmert sich erst einmal wenig darum, was andere davon halten könnten. Klar, man tritt dabei schon niemanden auf den Fuß, und täte man es doch, würde man sich höflichst und ehrlichst entschuldigen. Aber man weiß auch, was man darf und kann und füllt diesen Raum voll aus. Fühlt sich jemand dadurch gestört, hat man auch kein Problem damit, sorry zu sagen und ein paar Oktaven tiefer zu singen. Aber man hat diesen vorauseilenden Gehorsam nicht, den ich Deutschland so oft sehe. Wir können hier nicht so laut sein, wir müssen uns hier so und so benehmen, wir gehen schon ganz rechts die Straße entlang, weil da irgendwann ein Auto kommen könnte. Da sind wir dann doch oft sehr angepasst.

Ja, blöde Generalisierungen… Gilt natürlich nicht für alle, sind nur Beobachtungen, gibt viele Gegenbeispiele… Ihr wisst, was ich meine.

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Yeah

Foto’s aan Zee

Falls noch einer überlegt, ob er mich besuchen will…

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OK

1/2 Woche in Scheveningen

Gerade bei der Hausaufgabe war es mir zum ersten Mal, dass ein Satz ohne nachzudenken geschossen aufs Papier kam. Ansonsten kostet mich alles viel Gehirnschmalz, aber die Zeit verfliegt und ist besonders intensiv. Mein vierter Tag hier geht schon gerade zu Ende.

Denke ich an frühere Bildungseinrichtungen zurück, gab es da eigentlich drei Typen:

  1. Schule: Eine Art Diktatur, bei der die Herrschenden die Allmacht haben (ist heute längst nicht mehr so, war es aber in den 90ern noch!) und die beherrschte Klasse den Druck aneinander ablässt oder sich Sündenböcke dafür sucht.
  2. Studium: Die Demokratisierung der Bildung. Du musst fast gar nichts (ist heute auch nicht mehr so), dabei interessiert sich aber auch keiner für dich. Weniger Druck untereinander als auf der Schule
  3. Echte Erwachsenenbildung: VHS-Kurse, Erste-Hilfe-Kurs, Fortbildungen. Wie du aussiehst, was du anhast, wie alt du bist, wer du überhaupt bist – alles egal. Du hast den Kurs bezahlt und damit die gleichen Rechte wie alle. Der Dozent kümmert sich um dich und deine dummen Fragen. Hier fallen die üblichen Rollenmodelle weg. Dafür gibt es meist keinerlei Evaluierung, ob du auch wirklich etwas lernst. Das ist dann deine Sache.

Ich fühle mich gerade wie bei einem Mix aus diesen 3 Typen. Wir haben Frontalunterricht, schreiben mit Kugelschreiber auf Papier ins Lehrbuch und bekommen Hausaufgaben auf. Das Niveau ist durchaus das eines Sprachkurses auf der Universität. Straffes Programm, viel nachzubereiten, dazu werden die Hausaufgaben noch abgefragt (andererseits gibt es keinen Eintrag in irgendein Klassenbuch, wenn du die Hausaufgaben nicht machst oder vom Sitznachbar abschreibst und dich dabei erwischen lässt). Aber es gibt nur ganz wenig Druck, der irgendwo abgelassen werden müsste.

Gut, es ist Tag 4. Und wir pauken ziemlich viel Stoff. Trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich etwa heute den Dude im Swapfiets-Büro (ich will mir eins ausleihen), direkt auf Englisch angesprochen habe. Die Schlange hinter mir ist lang, die Vertragsmodalitäten hätte ich nicht gut verstanden. Aber ja, ich drücke mich noch. Auch weil mir noch viele Alltagssätze fehlen.

Heute Abend am Eingang vom Supermarkt wollten ein anderer Mann und ich gleichzeitig rein und haben uns dann solange gegenseitig vorlassen wollen, bis er dann irgendwann lachte und einfach gegangen ist. Das wäre eigentlich der Moment gewesen, an dem ich dann irgendeinen lustigen Spruch hätte bringen können, um mit den jeweiligen Locals warmzuwerden. Aber mir wäre schon auf Deutsch nichts eingefallen… Und die Antwort hätte ich auch nicht verstanden. Ist noch ein weiter Weg.

Andererseits hilft es ungemein, 24 Stunden am Tag von Niederländisch und Niederländern (bis auf die erstaunlich vielen deutschen Touristen) umgeben zu sein. Wäre schon ein Wunder, wenn da nicht was hängen bliebe.

Die Hausaufgaben habe ich geschafft (Mann, ist das viel!), aber schon jetzt komme ich mit der Nachbereitung nicht ganz hinterher. Doch wie an der Uni damals…

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Right

Schulbank 3.0

Seit heute bin ich also wieder Schüler. Nun ist es jetzt nicht so, dass ich in den letzten Jahren nicht auch einiges Neues gelernt hätte. Aber dazu war ich meist auf nur einzelnen Fortbildungen oder VHS-Kursen. Nichts, bei dem man dauerhaft sonderlich gefordert worden wäre. Hier ist das anders.

Wir sind ein sehr kleiner Kurs, der in Niederländisch vom B1- aufs B2-Level gehievt werden will. Neben mir nur noch zwei Mitschüler: der Engländer, der beruflich viel mit niederländischen Firmen zu tun hat, und die Polin, deren Mann beruflich hierhin gezogen ist, und die mindestens B2-Level braucht, um hier arbeiten zu dürfen.

Der Engländer scheint mir schon recht flüssig in der Sprache zu sein. Die Polin und ich haben an unterschiedlichen Fronten mit ähnlichen vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ich bin ziemlich fit in der Grammatik, aber mir fehlen noch viele, viele Wörter und die, die ich schon kenne, fallen mir längst nicht immer ein. Aber daran arbeiten wir jetzt, denn der Kurs ist natürlich komplett auf Niederländisch.

Was hat sich getan seit der Schulbank in den 1990ern und dem Studium in den frühen 2000er-Jahren? Wenig und viel zugleich. Wir haben eine Art gruppenorientierten Frontalunterricht mit Whiteboard statt Tafel. Wir benutzen ein gedrucktes Kursbuch für den Unterricht, von dem es auch einen Online-Teil gibt.

Der Engländer war der erste, der per App für jeden unbekannte Wort auf seinem Smartphone rumgehämmert hat. Ich fragte nach seiner weapon of choice – Google Translate. Davor hatte ich schon iTranslate ausprobiert, heute Abend kamen noch DeepL, Linguee und noch eine NL-EN-Übersetzungsapp hinzu, die irgendwie keinen Namen hat. Sie haben eins gemeinsam: sie sind alle scheiße… Auf dem Notebook habe ich im Browser ein Lesezeichen zum Pons Online-Wörterbuch DE-NL gesetzt. Das ist zwar werbefinanziert, aber ansonsten erstaunlich gut.

Denn immerhin: Es gibt jetzt das Internet. Man kann alles nachschlagen, es müssen keine Wissenslücken bleiben. Nur ob die Informationen verlässlich sind – das muss leider immer wieder bezweifelt werden. Sooo viel scheint sich seit damals also doch nicht getan zu haben.

Ansonsten geht es mir gut. Scheveningen ist auch bei etwas kälterem Wetter noch schön. Jeder Sonnenstrahl wird natürlich dankend angenommen. Im Supermarkt habe ich mir heute automatisch eine Maske aufgesetzt – als einziger. Wahrscheinlich werde ich damit auch bald aufhören, weil mir das irgendwann zu affig wird, das als einziger zu tun, jetzt wo doch „alle“ geimpft sind. Morgen möchte ich mal in die Stadt und mich nach einem Swapfiets erkundigen. Sonderbarerweise sind parkende Fahrräder hier aber auch nicht viel lieber gesehen als Autos. A propos: Es wurde noch nicht abgeschleppt und hat auch noch kein Ticket erhalten. Ich scheine mit etwas Glück tatsächlich den einen von nur zwei Orten in ganz Scheveningen gefunden zu haben, an denen man kostenlos parken kann.

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Mein erstes politisches Gespräch auf Niederländisch

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne und so. Dabei komme ich erst nach fast 5 Stunden müde und mit massiven Rückenschmerzen in Scheveningen an. Nicht viel Zauber für den Anfang…

Und erstmal geht es weiter mit Herausforderungen. Meine Unterkunft finde ich recht schnell, sie sieht heel prachtig eruit! Aber parkeren? Ist hier so ne Sache. Schon unterwegs habe ich mal nach „parkeren scheveningen“ im Web gesucht und auch meine AirBnB-Hosts gefragt. Einhellige Meinung aller Quellen: wissen wir nicht so genau, ändert sich oft und ist auf jeden Fall teuer und sehr kompliziert. Vor dem Haus ist gerade ein Parkplatz frei… Come on, eben halten, ausladen und kurz alles in die Wohnung bringen. Ich riskier’s.

Und es passiert wirklich nichts. Die Wohnung ist toll, genau wie beschrieben. Ich gehe wieder runter und frage die erstbeste Passantin auf Niederländisch, wie es hier mit dem Parken aussehe. Wisse sie auch nicht so genau, sagt sie. Sie glaube, 2 Stunden für einen Mondpreis. Ich gehe noch einmal gucken und die Website des direkt angrenzenden Parkhauses checken. 30 Euro pro Tag! Bei Vorreservierung billiger. Die Website sagt: 200+ Euro pro Monat in der Hauptsaison, die immer noch läuft. Na klasse.

Auf dem Hinweg war mir, ich hätte da ein paar Autos wild an der Hauptstraße parken sehen. Da fahre ich jetzt wieder hin und will das auch machen. Es ist fast 2 km die Straße runter, aber es ist noch ein Platz frei und tatsächlich: kein Schild oder irgendwas. Und zwei Lücken vor mir: ein Auto mit Siegburger Kennzeichen. Ich parke da einfach mal. Meine Vermieter frage ich, ob ich das wohl darf – keine Antwort bisher. Morgen frage ich mal in der Sprachschule, ob die was wissen und sicherheitshalber werde ich noch einmal nachsehen, ob das Auto dann noch da steht…

Den Weg zurück laufe ich. Die Gegend ist wirklich schön. Ein kleiner Kanal, ein ziemlich großer Park, tatsächlich Menschen die für eine – ich vermute Familienfeier – direkt auf der Straßen feiern und tanzen. Ich komme an einem Skaterpark mit angrenzendem Koffieshop (so ein Zufall?) vorbei und muss wohl ein Stückchen zu weit gelaufen sein. Denn plötzlich stehe ich vor dem Strand:

Und den kannte ich bisher tatsächlich noch nicht. Und ist. das. schön. hier! Eine moderne Promenade, viel Sand, tolle Beachclubs, Restaurants, Bars. Ich mache ein paar Fotos, als ich plötzlich hinter mir eine Stimme höre:

„Goedenavond meneer, en hoe gaat het me jou?“

Der junge Typ im Anzug mit leichtem Seitenscheitel, den ich gerade schon dabei beobachtet habe, wie er Aufkleber mit einem akropolisartigen Symbol auf Laternen und Straßenschilder klebt.

Ich frage ihn in gebrochenem Niederländisch zurück, wie es ihm gehe und wofür die Aufkleber stünden. Er fragt, woher ich komme und ob es in Deutschland auch so wenig Auswahl bei den Parteien und wenig direkte Demokratie gebe. Käme drauf an, versuche ich zu sagen. Eigentlich hätten wir genug Demokratie und auch Parteien, auch wenn sich viele davon gar nicht so sonderlich voneinander unterscheiden würden und keine die echten Probleme angehe – aber da scheitere ich knapp dran. Ob es denn eine Partei gebe, die genau meinen politischen Ansichten entspräche, fragt er noch. Ich bekomme nichts anderes hin, als auf Volt zu verweisen, die es ja auch europaweit gebe. Ah, Volt, sagt er, die kenne er, die pro-europäische Partei. Ja genau, sage ich noch.

Er will noch etwas hinzufügen, lässt es dann. Seine Begleiterin grinst sonderbarerweise in sich hinein. Er verabschiedet sich sehr höflich per Händedruck, auch seiner Begleiterin gebe ich die Hand. Na also! Ich habe fast alles verstanden, was er gesagt hat, und die ganze Zeit über haben wir die Sprache nicht gewechselt. Mein erstes politisches Gespräch auf Niederländisch!

Später google ich die Partei namens Forum voor Democratie und da wird mir klar, warum seine Begleiterin so gegrinst hatte. Laut Wikipedia ist die FVD eine EU-skeptische, nationalkonservative Partei in den Niederlanden. 😂

Aber immerhin: Er ist gegenüber dem Gast sehr höflich geblieben, auch als er erkannt hat, dass ich politisch eher auf der anderen Seite stehe. Und irgendwie bin auch ich freundlicher geblieben, als ich es sicher wäre, hätte ich vorher gewusst, wer da vor mir steht. Ein wenig Unvoreingenommenheit – täte mancher politischer Diskussion gar nicht schlecht.

Ich schlendere noch ein wenig über die verdammt schöne Strandpromenade, besuche den „Pier“, eine schiffsförmige Mischung aus Mall und Restaurantmeile mit angrenzendem Riesenrad und Bungieturm direkt am Strand. Wunderschön!

Als ich Google Maps nach dem Rückweg frage, zeigt die App die beiden Punkte fast nebeneinander an. Meine Wohnung ist wirklich nur fünf Gehminuten vom Epizentrum entfernt! Die Gegend ist lebhaft, voller Cafés und Restaurants. Es ist alles was teurer, ja, aber wunderschön und belebt. Heute war das Wetter noch einmal super. Ob es bei Regen und Kälte auch alles noch so schön ist, wird sich zeigen. Aber bisher: wunderschön!

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Yeah

Bonn wacht auf

Jetzt, wo für mich mehr oder weniger ein neuer Lebensabschnitt beginnt, für den ich unbedingt aus Bonn raus kommen wollte, wird es hier plötzlich wieder hübsch. Es gibt Outdoor-Kinos, Live-Outdoor-Wahlkampfdebatten direkt vor meiner Tür (aber ich hatte keine Zeit dorthin zu gehen), Konzerte und Theater sowieso, die Leute machen Sport im Park, die Straßen sind voller Menschen. Vor dem Kaiserplatz kann man bei schönem Wetter mittlerweile ziemlich gut Fußball gucken oder kurz einen Blick auf die Fahrraddemo werfen, die dort lang geht.

Ein neues Brauhaus hat in der Innenstadt geöffnet (Sion zwar, aber was soll’s), auch die Gegend um den HBF kommt langsam aus dem Quark (auch wenn der Style da immer noch ghetto-chic ist). Die Wirte von Nyx und Flynn’s Inn wollen das Anno wiederbeleben. Ähnliches Konzept wie früher zwar, aber im Nebensatz ließen sie die Info fallen, dass der Laden 12 Zapfhähne bekommen soll. Beinahe eine Craftbeer Bar! Es geht aufwärts hier. Warum wollte ich noch mal weg?

Na ja, weil vor ein paar Wochen halt noch alles schlief, Corona noch am Start war, ich jeden Quadratmeter hier im Umkreis hundert mal abgelatscht hatte und man auf jeden Fall ja mal raus muss, aber irgendwie nicht konnte. Jetzt bin ich über beides froh. Dass ich doch noch mal hier weg komme und dass ich mich bei die Rückkehr nicht grämen muss. Bonn ist schön, Bonn lebt wieder, ich freue mich, bald wieder hier zu sein!

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Hm

In die Spur

Puh. Also Herbstdepression würde ich das jetzt nicht mehr nennen. Aber bisschen aus der Spur bin ich gerade. Klar, am Sonntag geht’s auch schon los mit meinem ersten echten längeren Auslandsaufenthalt seit 2004: Sieben Wochen Niederlande. (Fast auf den Tag genau in dem Moment übrigens, in dem ich, bis auf 1/2 Jahr Singapur, seit 20 Jahren in Bonn wohne.)

Und irgendwie kam das jetzt alles schneller als gedacht. Ja, ich musste hier mal raus, ja, manchmal muss ich mich selber auch zwingen, mal aktiv zu werden und coole Sachen zu machen, und ja, das könnte richtig klasse werden. Aber irgendwie fehlte mir zuletzt einfach mal ein Tag, um alles mal ein wenig sacken zu lassen. Ich hab die letzten Wochen irgendwie nur noch funktioniert. Das war auch nicht wirklich gesund. Ich hoffe, an der See bleibt mal ein bisschen Zeit um abzuschalten. Ich melde mich mit Fotos, wenn es so weit ist!

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Hm

Thoughts and Deeds

Die Herbstdepression hat mich dieses Jahr jetzt schon erwischt. Irgendwo auf dem Weg nach Düsseldorf und zurück letztes Wochenende ist meine Energie völlig auf der Strecke geblieben, und ich hänge gerade noch ziemlich durch. Nicht schlimm, aber irgendwo: ärgerlich.

Zumal ich es getan und die AirBnB-Wohnung in Scheveningen gebucht habe. Nachdem ich ein wenig mit dem Host auf Niederländisch gechattet hatte und er mir dann preislich sogar noch deutlich entgegengekommen ist, gab es kein Argument mehr dagegen. 🙂 7 Wochen Niederlande also jetzt. Already starting end of next week.

Und ja, es kann sein, dass mich das alles ein wenig überfordert hat. Im Sommer reiße ich manchmal Bäume aus und plane in der Geschwindigkeit auch den Herbst ein. Und mittendrin geht mir dann die Energie aus. Einfach unpraktisch, zumal man sowas wie einen Sprachkurs und einen Auslandsaufenthalt am besten ja mit Feuereifer angeht. Jetzt ist also erstmal Bremse angesagt.

74,4 kg zeigte die Waage gerade an, abends. Ich habe auf der Radreise neulich wirklich abgenommen und kann das weiter empfehlen für jemanden, der dringend und gesund Gewicht verlieren möchte. Aus „Spaß“ nochmal unter 70 kg kommen, das war eigentlich mein Ziel. Würde aber nochmal richtig schwer, zumal mir jetzt dafür auch Zeit und Energie fehlen und ich auch mit Campingplätzen irgendwie fertig bin.

Irgendwann im letzten Jahr scheint sich da etwas geändert zu haben. Vielleicht weil das ganze Land plötzlich in Campern oder als Bikepacker unterwegs war und dann irgendwo unterkommen musste, was wohl gar nicht so einfach war und zu Konflikten geführt hat. Ich hab mir in diesem Sommer schon einiges Geschimpfe oder sonderbar abweisendes Verhalten von Campingplatzbesitzern anhören dürfen. Aber der Campingchef vom letzten Wochenende hat dann alles getoppt. Und irgendwie habe ich jetzt gar nicht mehr so die Lust auf Campen. Die Platzbetreiber scheinbar auch nicht.

Kevin Can F*** Himself: Hat bei mir einen Nerv getroffen und ich habe mich königlich amüsiert. Klar gibt es Schwächen, zum Beispiel das „Warum eigentlich?“ und das Ende. Aber diese Mischung aus Sitcom und Drama fand ich von der Machart her herrlich unterhaltsam. Can recommend, at best in English.

Schreiben fällt mir gerade noch recht schwer irgendwie. Ich lasse es mal für heute dabei.

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Right

Aus kleinen Verhältnissen

Right…

Die eigentliche Wohnung, die ich mir für die Unterkunft zu einem Sprachkurs in Scheveningen ausgeguckt hatte, war jetzt nicht gannnnz so teuer. Aber doch, sie sprengt eigentlich mein Budget. Und wäre nicht wirklich notwendig, denn einige Kurse ließen sich auch ganz online buchen.

Der Witz ist: Es ließe sich schönrechnen. Es wäre eine Geschäftsreise/Bildungsreise/Werbungsaufwand, ich könnte die Kosten voll steuermindernd gelten machen und da ich in diesem Jahr im Grunde noch keine Geschäftsreise hatte, würde mich die Wohnung durch die Steuer, die ich durch sie einspare, am Ende etwa die Hälfte kosten. Und damit läge sie in meinem Budget.

Was dann dagegen spricht? Es ist alles in allem verdammt viel Geld für etwas, das nicht zwingend notwendig wäre. Und ich komme aus kleinen Verhältnissen. Ich bin eigentlich immer gut damit gefahren, die Kosten nicht ausufern zu lassen und auf sparsamem Fuß zu leben. Hat mir nicht geschadet, würde ich behaupten. Hat mir aber vielleicht doch den einen oder anderen „dekadenten“ Spaß nicht erlaubt.

Toll wäre es schon, also das mit der Wohnung. Ich wäre 7 Wochen mehr oder weniger nur in den Niederlanden, fast direkt am Meer, und würde nur Niederländisch hören und sprechen. Dann würde auch mal wirklich was hängen bleiben. Die nächstgünstigere Unterkunft ist auch gar nicht mal sooo viel preiswerter (die Randstad ist einfach verdammt teuer, siehe Bild oben!) und nebenbei könnte ich mir ein wenig die Startup-Szene vor Ort anschauen.

Ich kann mich nicht entscheiden und muss da wohl noch mal drüber schlafen… Zumindest davon weiß ich, dass es meistens hilft. 🙂

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Right

Essensmythen

Auf meinem Biketrip neulich habe ich ca. 2 bis 3 Kilogramm abgenommen. Mittlerweile wiege ich um die 75 kg und damit fast 20 kg weniger als zu meinen „schwersten“ Zeiten. Das schreibe ich nicht, um damit rumzuprahlen. Ich sehe es als Zeichen dafür, dass es mir sehr geholfen hat, ein paar Essensmythen, gelernte Verhaltensregeln und Denkmuster abzulegen, die ich mich früher eindeutig vom Schlanksein abgehalten haben. Vielleicht helfen sie dem einen oder anderen von euch auch.

  • „Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.“ -> Dachte ich lange und hab mir entsprechend morgens schon den Bauch vollgeschlagen. Dann hatte ich paar Stunden später schon wieder Hunger und vor allem Durst und das ging den ganzen Tag so weiter. Mittlerweile frühstücke ich eigentlich kaum noch, meistens ist meine erste „Mahlzeit“ des Tages ein Milchkaffee und dann kommt erst viel später was „Festes“. Auch auf Radreisen bin ich schon dutzende Kilometer gefahren, ohne auch nur eine einzige Kalorie zu mir genommen zu haben. Ein guter Tag ist es dann trotzdem geworden. Nur auf den Kaffee vorher mag ich nicht verzichten. Das kann aber zur Not ein schwarzer sein.

    Wichtiger finde ich, dass die erste Mahlzeit eine halbwegs nahrhafte ist, egal, wann sie dann stattfindet. Tage, die mit Schokolade oder anderen Süßigkeiten beginnen, enden bei mir komischerweise nie gut.
  • „Du musst doch was essen!“ -> „Sonst kippst du um“, „fällst vom Fleisch“ etc. Nee. Da passiert nichts. Alles ausprobiert von „ohne Frühstück aus dem Haus“ über „eine Mahlzeit übersprungen“ bis hin zu „einen ganzen Tag nichts gegessen“. Mir ging’s dabei immer noch gut. An heißen Tagen hatte ich allenfalls mal ein wenig „Kreislauf“ oder war mies gelaunt. Aber das war es dann auch schon.
  • „Hunger ist was Schreckliches!“ -> Ja, für diejenigen, die wirklich nichts haben und essen können. Aber für uns in der Überflussgesellschaft kommt es in meinen Augen darauf an. Seit ich intervallfaste, nehme ich Hunger unterschiedlich wahr. Manchmal ist es wirklich ein unangenehmes Gefühl, das ich beseitigen möchte. Viel öfter aber fühlt er sich beinahe befreiend an.
  • Wer nichts isst, kann auch nichts leisten. -> Stimmt vielleicht für den, der körperlich arbeitet. Der braucht auch was auf die Brust, sonst kann er keine Steine/Zementsäcke/LKW-Reifen mehr durch die Gegend schleppen. Und wir Büromenschen? Hier ist in meinen Augen das Gegenteil der Fall. Viele Mahlzeiten lähmen eher, weil sie den Verdauungstrakt über Gebühr beanspruchen. Wer den ganzen Tag auf seinem Schreibtischstuhl hockt, braucht erheblich weniger Nahrung und ist sogar leistungsfähiger, wenn er weniger isst.
  • „Drei Mahlzeiten am Tag“. -> Auch damit bin ich aufgewachsen. Dreimal ist eigentlich auch ein guter Rhythmus für einen gesunden Menschen. Ich habe das nur leider lange missverstanden mit „Schlag dir dreimal am Tag den Bauch voll“. Und ständig war ich müde deswegen, weil der Verdauungstrakt die ganze Energie beanspruchte. Einfaches Frühstück, mittags was Leichtes, abends je nach Gusto. Das würde ich einem gesunden Menschen heute empfehlen. Da passt dann sogar manchmal noch ein Stück Kuchen dazwischen.
  • „Frühstück, Mittag, Abendessen“ -> Es gibt mittlerweile Tage, an denen esse ich nur 1x. Meistens ist das der späte Nachmittag. Wie nennt sich dann diese Mahlzeit? Brinner? Problematisch an solchen Bezeichnungen finde ich, dass mit ihnen auch ein latenter Zwang einhergeht. Es ist Mittag – ich soll also essen, nur weil es die Uhrzeit so will? Das ist doch Quatsch. Essen wann man Hunger hat, klingt schon etwas besser. Nicht essen, wenn man keinen Hunger hat, finde ich noch viel besser.
  • „Wer nichts isst, wird magersüchtig.“ -> Nee, das ist was ganz anderes. Magersucht geht mit psychischen Problemen einher, das Verhältnis zu Nahrung und zum eigenen Körper ist getrübt. Wer einfach nur weniger und seltener isst, aber auf gesunde Ernährung und Sport achtet und dabei mit und nicht gegen seinen Körper arbeitet, hat wenig zu befürchten.

Also kurz gesagt: Wer weniger isst, fällt nicht vom Fleisch. Er fällt auch nicht um, wenn er mal eine Mahlzeit überspringt oder sogar mal einen ganzen Tag nichts isst. Der Tag kann immer noch gut werden, ihr könnt immer noch Leistung bringen. Hunger muss kein schlechtes Gefühl sein. Büromenschen brauchen deutlich weniger Kalorien am Tag als Menschen, die körperlich arbeiten. Und wir essen im Großen und Ganzen eher viel zu viel als zu wenig. Musste alles mal gesagt werden.

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OK

Traveling more lightly

Das sind die Dinge, die ich auf meinem Bikepacking-Trip kürzlich nicht (links) oder nur ganz selten (rechts) gebraucht habe:

Links seht ihr vor allem Notfallzeugs: Regenhose, Regengamaschen, Fahrradschlauch, Mantelheber, Notfallwasser. Dazu Extra-Masken, Wäscheleine, feuchte Reinigungstücher, Kaugummis.

Jeweils nicht gebraucht habe ich das zum einen, weil ich tatsächlich auch nach 7.500 km mit dem E-Bike noch nie eine Panne hatte (toi toi toi) und weil ich mit Hilfe von Wetter-Apps, Planung und Hotelzimmern i.d.R. versuche, Regentage komplett zu umgehen. Um meine 1-Liter-Flasche Wasser wieder aufzufüllen, steuere ich mit Hilfe von Google Maps meist Friedhöfe an.

Note to self: Beim nächsten Mal lieber mehr Kleidung zum Wechseln mitnehmen. Hosen gehen vielleicht auch zweimal, Shirts nicht. Bis auf Nässe und Kälte nervt nichts mehr, als andauernd waschen zu müssen.

Die nur 1x oder ganz selten benutzten Gegenstände sind zweites Ausgeh-T-Shirt, Gesichtscreme, Notfall-Studentenfutter (Radfahren macht kaum hungrig) und das Solarladegerät. Es gab schlicht zu wenig Sonne.

Ganz nebenbei könnte ich eigentlich schon wieder los. 🙂 Mal sehen ob es in der angeblich schönen kommenden Woche für ein paar Tagestrips reicht.

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Right

Nur 3 Songs

Der niederländische Radiosender NPO 3 FM, den ich sehr gerne höre, hat einen Podcast namens „Onbewoond Eiland“, in dem Leute über ihre Lieblingsmusik berichten. Das Szenario: Ihr seid auf einer einsamen Insel gestrandet und habt nur einen (solarbetriebenen?!) Bluetooth-Speaker dabei, auf dem tagein, tagaus nur dieselben drei Songs laufen können. Ihr wisst nicht ob ihr jemals gerettet werdet und ihr könnt nichts an der Auswahl verändern. Es müssten immer die gleichen Songs sein. Wenn ihr die Wahl hättet: welche wären das?

Ich finde die Frage fast schwerer zu beantworten als die drei Songs, die ich noch einmal gerne hören würde, bevor ich sterbe. Es müssten eben drei Songs sein, die euch maximal wenig auf die Nerven gehen. Das will weise ausgesucht werden. Mir fallen spontan ein paar ein, die ich damals rauf und runter gehört habe, über die ich mich danach trotzdem immer gefreut habe, wenn sie im Radio kamen und die ich auch heute noch gut hören kann. Warum weiß ich nicht. Es sind, zum Beispiel:

  • Fire, Water, Burn von Bloodhound Gang (the roof is on fire!)
  • Song 2 von Blur (mochte ich anfangs gar nicht)
  • Run Boy Run von Woodkid
  • Turn it up, fire it up (Busta Rhymes)
  • Zero Gravity von Kate Miller-Heidke (ein Beitrag zum Eurovision vor ein paar Jahren, aber der hat mich sowas von gekriegt)
  • Mist, sind schon fünf
  • Und natürlich noch viele, viele, die mir erst hinterher wieder einfallen würden, vor allem aus der Alternative-Schiene

Welche wären das bei euch? Und denkt daran: Es gäbe nie wieder was Anderes zu hören.

In der ersten Woche nach dem Urlaub habe ich mich nach dem ersten Schock wieder gefangen. Die Arbeit nur am Smartphone war sehr lehrreich, meine Pläne von Aufenthalten außerhalb Bonns leben noch und werden sogar realistischer und eigentlich bin ich gerade ziemlich happy. Genaueres bei Zeiten.

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Möh

Urlaubsspirit in den Alltag rüberholen (oder auch nicht, a sad story)

Ich kam einen Tag früher als geplant aus dem Urlaub wieder und hatte also noch den Sonntag übrig. Und eigentlich hatte ich gar keine Lust, wieder im Alltag anzukommen. Langweiliges Bonn… Ich wollte den Urlaubsspirit mitnehmen:

  • Direkt 1 Monat Aufenthalt in Amsterdam buchen für einen Sprachkurs und um die Startup-Szene dort zu erkunden
  • Vielleicht gleich ein neues Blog dazu starten, Gründer in Cafés zu Audio-Interviews treffen? Das alles auf Englisch? Warum nicht!
  • 1 Monat in Düsseldorf buchen, nur um die Stadt zu erkunden
  • 2-3 Monate in Singapur buchen, um das Zusammenleben mit Kristine zu testen. Das Land lässt (nur!) Deutsche wieder rein. How cool is that!
  • Planen, mir schnellstmöglich eine neue Brille zu kaufen
  • Für die Arbeit 1 Woche lang testen, nur mit dem Smartphone zu arbeiten (verrückte Urlaubsidee)
  • Bargeldlos first. Künftig immer erst fragen, ob ich mit Karte bezahlen kann. Bisschen Modernität in dieses Land bringen.
  • So schnell wie möglich nach Poppelsdorf und dort beim frittierenden Holländer Frikandel Spezial mit Patat und einer Portie Bitterballen bestellen.

Und es ging auch direkt gut los. Ich fand online ein bezahlbares, kleines Zimmer in Amsterdam, ein superhübsches WG-Zimmer zur Zwischenmiete in Düsseldorf, zusammen bewohnbar mit zwei Dudes. Und in Amsterdam noch einen Notnagel für verhältnismäßig wenig Geld auf AirBnB. Ich schrieb die beiden WGs direkt an.

Sie antworteten nicht. Wohnungen in Singapur schienen plötzlich exorbitant teuer, der Markt schien einfach noch nicht angesprungen zu sein. Und als ich heute noch einmal für Amsterdam schaute, war der günstige Notnagel schon weg. Plötzlich gab es nur noch Wohnungen auf AirBnB für mindestens 3.000 Euro. Gerne auch 8.000 oder noch mehr… Okay, dann Utrecht? Rotterdam? Genauso teuer. Nach Brillen schaute ich mich heute in der Bonner Innenstadt um, aber fand nichts, was mich auf Anhieb umgehauen hätte. Ohnehin müsste ich vorher einen Sehtest machen. Nächster freier Termin: am Mittwoch. Der nahende September füllte sich gleich mit fünf weiteren Terminen – in Bonn. Lohnte sich dann ein Monat in Düsseldorf überhaupt noch? Oder sollte ich nur Düsseldorf machen und dafür die Niederlande skippen? Aber was würde dann aus dem Sprachkurs – und der neuen Blog-Idee?

Und so sitze ich schon am ersten Arbeitstag nach meinem Urlaub ernüchtert danieder. Den Urlaubsspirit, die Leichtigkeit, das Grenzenlose mit in den Alltag zu nehmen, ist so ziemlich fehlgeschlagen. 🙁

Bis auf das 1-Woche-ohne-Laptop-Experiment. Damit habe ich trotz einiger Bauchschmerzen darüber, wie das eigentlich gehen soll, direkt angefangen (und es klappt bisher erstaunlich gut). Und bis auf das bargeldlose Zahlen. Als mich der Kellner im Restaurant (auch noch ein wenig Urlaubsspirit) fragte, ob mit Karte oder bar, sagte ich nicht mehr relfexartig „bar“, sondern antwortete nach kurzem Zögern mit „Karte“.

Am Abend fand ich dann doch noch ein paar halbwegs bezahlbare und sehr schöne AirBnBs in Singapur für Dezember und Januar. Eine Seite, die ich bis dahin noch nicht entdeckt hatte, bot ein gut aussehendes Zimmer in Amsterdam für immerhin unter 1.000 Euro an. Vielleicht sollte ich sowieso erstmal in Ruhe schauen, wo es Sprachkurse gibt, wann sie anfangen, wie das da mit Corona aussieht und auf welchem Level ich überhaupt bin. Und Düsseldorf? Vielleicht reichen da ja auch erstmal zwei Wochen.

Entscheide ich mich am Mittwoch nach dem Sehtest für eine hübsche Brille, wäre das eigentlich noch früh genug. Und als Belohnung gibt es anschließend in Poppelsdorf Frikandel Spezial. (Wer kommt mit?!)

Vielleicht muss man es einfach nur mal wieder etwas ruhiger angehen lassen… Dann klappt’s auch mit dem Spirit.

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Allgemein

Einmal durch die tiefen Lande

Die letzten Tage sind so dahin geflogen. Mittwochmorgen war ich noch in Nordholland, mittlerweile bin ich schon wieder zu Hause. Und auf dem Weg dahin ging es von Alkmaar durch Amsterdam nach Rotterdam, durch Gouda und Utrecht nach Arnhem und von dort über Düsseldorf zurück nach Bonn. Ein wenig wollte ich dem Regen entfliehen, ein wenig war es mir am liebsten, einfach unterwegs zu sein. Letztendlich musste ich aber auch zurück. Bleibt erstmal nicht viel als eine Menge Eindrücke. Hier in Kurzfassung.

Alkmaar: Eine richtig schöne kleine Großstadt, in der man gefühlt vom Boden essen kann. Bremstet natürlich.

Amsterdam ohne Massentourismus ist so, wie es mal gedacht war. Hübsch, gemütlich, herrlich entspannt.

Rotterdam ist die wohl modernste Stadt Europas. Ich hatte nichts erwartet und bin vor Staunen fast von einem der zahlreichen Leihmofas umgenietet worden.

Gouda hat einen sehr urigen Markt und natürlich viel gleichnamigen Käse.

Utrecht und ich hatten keinen besonders guten Nachmittag zusammen. Aber die Stadt hat eindeutig Potenzial.

Arnheim ist eine stille Schönheit. Modern und chic wie alle anderen Städte, die ich in NL gesehen habe. Und dabei erstaunlich hügelig.

Düsseldorf. Liegt bekanntlich nicht in den Niederlanden. Aber irgendwie lande ich in den letzten Wochen immer wieder dort und es gefällt mir besser, als ich je gedacht hätte. So sehr sogar, dass ich mir vorstellen könnte, dorthin zu ziehen. Spinnerte Ideen, die einen halt so während des Urlaubs überkommen.

Oder?

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Hm

Lelystad

Lelystad gibt es erst seit 55 Jahren. Kein Haus, keine Straße, kein Baum ist älter. Die Hauptstadt der niederländischen Provinz Flevoland liegt auf einem Polder, der dem IJsselmeer abgerungen wurde. Heute hat die junge Stadt knapp 80.000 Einwohner.

Und das ist wenig. Denn das ähnlich alte, benachbarte Almere ist dank der Nähe zu Amsterdam mittlerweile fast dreimal so groß. Lelystad liegt zu isoliert. So richtig kam die Entwicklung der Stadt nie in Schwung. Als ich am Samstag hier vorbei kam und einen Schlafplatz suchte, nutzte ich die Chance, mir das Örtchen einmal anzuschauen.

Schon kurz vor der Stadtgrenze wunderte ich mich: alles so ruhig hier, so richtig still. Und da soll jetzt gleich eine recht große Stadt kommen? Zunächst war ich optimistisch. Ich erreichte als erstes ein Wohngebiet, aber sah dort bis auf eine Spaziergängerin niemanden. Auf den fast 3km bis zum Campingplatz ebenfalls nur eine gute Handvoll Menschen. Es war beinahe nichts zu Hören als das Rauschen der vielen Bäume. Insgesamt SEHR wenig los für einen Samstagabend in einer nun auch nicht soo kleinen Stadt.

Am nächsten Morgen gegen 1030 Uhr fuhr ich in Richtung Innenstadt auf der Suche nach einem Kaffee. Das Zentrum war hier praktisch wie ausgestorben, kein Laden hatte geöffnet. Die wenigen Menschen, die ich sah, wirkten eher in sich gekehrt. Die Architektur entsprechend ihres Alters. Vieles leider natürlich in den 1970ern und 80ern entstanden.

Auf den Bildern seht ihr vielleicht, dass da irgendetwas Entscheidendes fehlt: Menschen. Die Stadt wurde durchaus auch so konzipiert, dass sie die Verkehrsströme voneinander trennt, Auto- und Radfahrer sich praktisch kaum mal begegnen und dass es einfach ruhig ist. Nicht wenige Städte und Stadtteile, gerade in den Niederlanden, sind derart geplant worden. Aber hier sind die Planer in meinen Augen übers Ziel hinausgeschossen: Lelystad ist ZU ruhig geworden, die Atmosphäre: gespenstisch.

So sehr mich das Konzept einer „ganz neuen Stadt“ auch interessiert hat. Der hier fehlte etwas. Und nicht nur ein paar hübsche, historische Gebäude. Etwas, das Zusammenhalt schafft. Etwas, dass die durchaus vorhandenen Einwohner auch mal rauskommen lässt. Eine Seele. Habe ich in Lelystad leider nicht gefunden.

CODA auf Apple TV+: Was für ein schöner Film! So herzerwärmend gespielt, man verzeiht ihm jedes Successstory-Klischee.

Deutsch ist keinesfalls die einzige Sprache mit nicht enden wollenden Wortungetümen:

Die medewerkerstevredenheidsonderzoek (Mitarbeiterzufriedenheitsuntersuchung -> im Deutschen tatsächlich noch ein paar Buchstaben länger) toppt auch die bezienswaardigheid (Sehenswürdigkeit).

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Sigh

Kabul und Deutschland

Ich bin fuchsteufelswild, wenn ich sowas lese. In Kabul kämpfen Menschen um ihr Leben, die mit Deutschland zusammengearbeitet haben und nun lässt Deutschland sie eiskalt fallen. Sagt: jaja, wir machen da was. Und dann wird es absichtlich auf die lange Bank geschoben, dann versandet es – wie so oft – in irgendeinem Zuständigkeitsgerangel und dann sind so viele andere Dinge plötzlich wichtiger. Dieses Land ist manchmal so zweitklassig, rückgrat- und ehrlos. Es ist beschämend.

🤯

Und ja, das soll man ruhig auch mal der nach 16 Jahren im Amt scheidenden Angie ankreiden, die sich immer gut rauszureden weiß und darauf vertraut, dass die Leute sie im Gesamtzusammenhang schon als recht fähige Kanzlerin in Erinnerung behalten werden. An den Händen der aktuellen Bundesregierung klebt Blut.

Und ich hoffe inständig, dass wir Laschet noch verhindern können:

Vor welchem Ort will er da jetzt wem humanitäre Hilfe leisten? Wie soll das von hier aus gehen? Tadschikistan und Pakistan die Suppe auslöffeln lassen, die man selbst versalzen hat? Bloß im fernen Asien belassen, das eigene Versagen, damit man nicht täglich dran erinnert wird?Meine Güte, wie erbärmlich!

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Aangekomen

Nederland is leuk. Ik geloof dat ik naar een paar dagen hier aangekomen ben. De mensen zijn vriendelijk en de landschap is mooi. Maar zie voor jezelf!

Also lasst mich das mal kurz zusammenfassen. 20 Jahre sind die USA und ihre Verbündeten (auch Deutschland) in Afghanistan, um die Welt vom den Taliban zu befreien, die Demokratie zu stärken und das Land in eine verheißungsvolle Zukunft zu entlassen. Dann beginnt Ende Mai der Abzug, weil es jetzt endlich so weit ist und dann dauert es gerade mal ein paar Wochen, bis die Taliban kapitulieren die Mehrheit des Landes wieder an sich reißen, Kabul quasi kampflos einnehmen und Afghanistan wieder beherrschen noch bevor der letzte US-Soldat überhaupt das Land verlassen hat?

Das ist nicht nur ein zweites Vietnam (das nicht einmal halb so lange gedauert hat), das ist eine der größten militärischen Niederlagen in der Geschichte. 20 Jahre für nichts und wieder nichts. Meine Güte, was für ein Desaster!

Der Müller Gerd (75) ist tot. 🙁 Und was mich daran am meisten schmerzt, ist, dass Lewy seinen Jahrhundertrekord (40 Tore in einer Saison) kurz vor seinem Tod noch gebrochen hat. Nichts dass ihn am Ende das noch ins Grab gebracht hat. Vergessen werden wir ihn trotzdem nie. 💪🏻

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On The Road Again

Ich kenne kein Gefühl, das dieses Unterwegssein beschreibt. Das Leben reduziert sich auf zwei simple Dinge: du und dein Rad (und okay: abends das Zelt). Es geht nur irgendwie darum, sicher von C nach D zu kommen. Andere Aufgaben hast du an einem Tag fast nicht. Und wohl auch deswegen kommst du so dazu, das Chaos in deinem Kopf zu sortieren. Besser noch: es sortiert sich von selbst.

Noch intensiver habe ich dieses Gefühl eigentlich nur beim Pilgern erlebt. Beim Radwandern rauschst du noch was schneller durch, nimmst alles anders intensiv wahr. Und doch gibt es Gelegenheiten, Menschen kennenzulernen. So gut es geht und so gut man sie auch eben kennenlernen will…

Heute gleich zwei Komplimente für mein Niederländisch bekommen. Das erste von einer Professorin (bestimmt 15 Jahre älter als ich), die mich auf den Rad ansprach und wir ein Stück zusammen fuhren, bevor sie mich hinter sich ließ. Das andere von der Rezeptionistin am Campingplatz. Ich habe mir vorgenommen, immer Niederländisch zu sprechen, wenn ich die Formulierung weiß, selbst wenn der/die andere mir zuliebe die Sprache wechselt.

Ich wollte ein Best of Bisher einfügen. Aber die WordPress-App wollte nur ein einziges Bild hochladen. Mein Selfie vor der Abfahrt. Na dann…

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Anpassen?

Wenn du mal durch die alte Heimatstadt streifst, Jahre nachdem du sie verlassen hast, und in Erinnerungen schwelgst, weniger guten, natürlich. Dann fällt dir auf…

Na, eigentlich nur zwei Dinge. Dass du langsam deinen Frieden mit dieser Stadt und den alten Zeiten gemacht hast, dass selbst ein Spaziergang über den Hof deiner alten Schule bei dir keine Beklemmungen mehr auslöst. Dass im nächsten Jahr aber auch das Jahr wird, in dem du länger in deiner neuen als deiner alten Heimat gewohnt haben wirst. Dann aber noch was anderes.

Dass dein Wunsch dazu zu gehören, von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Konnte nicht gelingen. War niemandes Schuld. Nicht deine, nicht die der Anderen.

Wie viel Energie verbrät ein Mensch eigentlich wohl im Laufe seines Lebens darauf dazu gehören zu wollen und Dinge zu tun, an denen er keinen Gefallen findet, nur um doch keine Anerkennung zu bekommen von den Leuten, die er eigentlich gar nicht mag? Was könnte er mit dieser Energie noch alles, Sinnvolles, anfangen?

Komplett nach vorne schauen etwa, sich von dem Gedanken lösen, dass der Weg, den die Anderen eingeschlagen haben, das Normale ist und dass du unterschwellig darauf hin arbeitest, es ihnen gleich zu tun. Dass du sein kannst wie und erreichen kannst, was du willst. Egal wo, auch oder gerade fernab dieser Stadt, in der du aufgewachsen bist. Weil du sie im Grunde trotz allem irgendwo liebst, ihr das Beste wünschst, ihr sogar das eine oder andere zu verdanken hast, ihr aber auch nichts schuldig bist. Nicht das geringste.

Woran du halt so denkst, wenn du nach Jahren mal wieder durch die alte Heimatstadt schlenderst…

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Campingplatz-Rezeptions-Aventure

Ich stehe mit vollgepacktem Rad vor dem Eingangshäuschen, das Rollo ist heruntergelassen. Ein anderer Camper kommt vorbei und weist auf ein Schild daneben, auf dem eine Telefonnummer steht. Da müsse ich anrufen, wenn ich den Rezeptionisten sprechen will.

Ich habe die Nummer noch nicht zu Ende eingetippt, da höre ich hinter dem Rollo jemanden telefonieren. „Nee, das mache ich heute nicht mehr. Das muss auch mal später.“ Und als ich schließlich die Nummer wähle, höre ich von hinter dem Rollo: „warte mal kurz, da ruft einer an.“

Ich stelle mich am Telefon kurz vor und teile ihm mit, was ich möchte und direkt vor seinem Rollo stehe. Warum da verrammelt ist, traue ich mich nicht zu fragen. Kurz darauf öffnet sich die Seitentür und ein kleines Männchen kommt heraus, mustert mich und mein Fahrrad und sagt dann: „Zelt und Fahrrad, hm? Na gut. Und wo kommst du her?“

Sein Tonfall ist nicht gerade charmant. Aber er scheint sich wenigstens zu interessieren. Er geht zurück in sein Häuschen, öffnet das Rollo und schiebt mir einen Meldebogen rüber, während er seinen Zigarettenrauch in meine Richtung bläst. „Hast du einen Test oder Impfnachweis, den du mir zeigen kannst?“

Ich beschließe, cool zu bleiben, lasse meine Maske auf, fülle ihm den Meldebogen aus, zeige ihm den CR-Code auf dem Handy und bleibe auch sonst betont sachlich. Das hier ist der Pott. Vielleicht redet man da einfach so miteinander. „Viel los im Moment?“, setze ich dann doch noch einmal zum Smalltalk an.

„Geht eigentlich“, antwortet er. Wir haben viele Dauercamper und nehmen sonst nur noch Zelte.“ – „Keine Camper?“, frage ich überrascht. „Mit denen hatten wir nur Ärger“, winkt er ab. Ich lache schwach und sage lieber nichts Falsches. Da scheine ich Glück gehabt zu haben.

Er bedeutet mir, hinter sich herzufahren, packt seinen nicht gerade furchteinflößend bellenden Schäferhund auf den Rücksitz seines Autos und fährt mit 10 km/h die geschätzten 250 Meter zu meinem Platz. „Strom haste da“, winkt er mir noch zu und braust davon.

Ich fange an abzusatteln und als erstes den Akku zu laden. Na toll! Die Steckdose passt nicht. Ich hab eigentlich keine Lust, mich noch einmal von ihm anmaunzen zu lassen, aber der E-Bike-Akku braucht Saft. Kurz gehe ich in das Sanitärhäuschen und überlege, ob ich da eine Steckdose für Rasierapparate zweckentfremden sollte. Aber wenn den Akku jemand findet, kassieren die den bestimmt den Akku ein und ich muss Lösegeld zahlen oder sowas. Ich trete den schweren Gang an und rufe ihn noch einmal auf seiner Nummer an.

„Ja,äh, tut mir Leid, aber der Stecker passt nicht. Ich brauche eine ganz normale Steckdose für so Schuco-Stecker.“ Er reagiert überraschend hilfsbereit: „Hm, das ist schlecht. Dann müssen wir den hier in der Rezeption laden. Komm doch in einer halben Stunde eben vorbei.“

Gesagt getan. Er bedeutet mir, das Gartentor zur Rezeption aufzumachen und in sein Reich einzutreten. Kleiner, leicht verwilderter Schottergarten neben dem Holzhäuschen. Wehte dort eine überdimensionale Deutschland-Flagge – ich wäre nicht überrascht. Sein Schäferhund bellt mich an, aber ich muss grinsen. Das ist so ein Bellen, das auch Lucy immer benutzt, wenn sie mich sieht. „Der tut nichts“, sagt sein Herrchen. „Einmal streicheln und dann ist gut.“ Und so ist es dann auch. Wie alt er ist, interessiert mich noch. 13, lautet die Antwort. Ein freundlicher Senior, wie schon gedacht.

Sein Herrchen schaut noch schnell ob alles läuft und fragt, wie lange der Akku laden muss. „Komm einfach vorbei, wann du willst. Ich bin sowieso 24 Stunden hier.“

Ein etwas eigensinniger, aber eigentlich ein ziemlich netter Kerl.

Ich lasse den Abend vor dem kleinen Bootshafen ausklingen. Es ist schön hier, aber ganz nebenbei habe ich nur hier auch wirklich mobilen Internetempfang. Ich bin nachdenklich. Es ist schön, wieder on Tour zu sein und ich komme langsam in den Modus. Kein Luxus mehr, nur die Natur und du. Es ist immer eine Umstellung. Aber es ist schön.

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Yeah

Erstmal Urlaub

„Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen.“

Sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, nachdem Deutschland erstmals auf bereits bestellten Astrazeneca-Impfstoff verzichtet und 1,3 Millionen Impfdosen an die Covax-Initiative abgibt, um auch Menschen in Entwicklungsländern zu impfen.

Dass das am gleichen Tag bekannt wird, an dem die Gesundheitsministerkonferenz beschließt, dass für Astrazeneca-Geimpfte eine dritte Impfung notwendig wird und erste Pharmazeuten das Vakzin als „verbrannt“ bezeichnen, ist natürlich Zufall. 😬

Aber genug vom Weltgeschehen. Ich mache erstmal Urlaub. Also richtig los geht’s wohl erst am Sonntag. Und dann über kurz oder lang in die Niederlande. Ob ich von unterwegs blogge, weiß ich noch nicht. Das Handy habe ich auf jeden Fall dabei. Eventuell wird’s hier mal wieder etwas bildlastiger. Oder ich blogge gar nicht? Aber mal sehen…

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OK

Post-Minimalismus

Die Welt wird nach Corona nicht mehr die gleiche sein. Und wahrscheinlich endet auch für mich persönlich dann ein Lebensabschnitt. Wenn alles klappt, bin ich dann „fertiger“ Minimalist, der alles in seinem Leben, was er nicht braucht, aussortiert hat. Und dann?

Was ich weiß, ist, dass ich nicht so weitermachen möchte, wie im Moment. Auf der Arbeit komme ich mir festgefahren und teilweise rückwärtsgewandt vor. Ich war selten offen für Neues. Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich mich die letzten Jahre viel mit der Vergangenheit beschäftigt habe. Das sollte dann auch bald mal ein Ende haben. Und Bonn? So schön es hier ist, immer nur hier zu sein, ist zu wenig inspirierend. Selbst der Trip nach Düsseldorf übers letzte Wochenende war befreiend und erbauend.

Ich möchte die Welt sehen – nicht nur aus privaten, auch aus beruflichen Gründen. Eine Art Inspirational World Trip. Mal das Silicon Valley sehen, China, Südostasien, Australien – mir Green Startups anschauen, Konzepte zur Stadtentwicklung, Gewinnung neuer Energien, Dinge, die den Planeten und das Leben darauf besser machen. Warum eigentlich nicht!

Ich hoffe nur, Corona „endet“ auch wirklich irgendwann mal und freies Reisen kehrt zurück.

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Argh

Mopped-Aventure, ungeplantes

Eigentlich sollte das gar kein Aventure werden. Ich wollte die 70-80km von Bonn nach Düsseldorf mit der E-Schwalbe zurücklegen. 120 km Reichweite zeigt das Display bei voll geladenem Akku normal an, und eine Langstreckenfahrt für meinen Testbericht fehlte eh noch. What could possibly go wrong…

Nun, zum einen schonmal, dass mir der Wind ziemlich schnell, ziemlich kräftig entgegen bläst. 120-130km schafft die Schwalbe bei idealen Bedingungen. Aber, nun ja, bei dem Sturm, der da am Niederrhein auf mich zu weht… Vielleicht hätte sogar alles gepasst, wenn ich mich zum anderen nicht noch einmal kapital verfahren hätte.

Wo genau ich falsch abbiege oder eben nicht abbiege, finde ich erst viel später heraus. Aber ohne Navi ist Köln die Hölle. Und Navi auf einem Moped? Das Smartphone mit Google Maps geht nicht mal eben an den Lenker. Bliebe eigentlich nur noch, AirPods in die Ohren zu stopfen und Ansagen zu hören. Aber 2 Stunden lang? Die fallen ja eh irgendwann raus. Aber ohnehin müßig, wenn man bei den AirPods vorher „brauche ich nicht“ denkt und sie absichtlich zu Hause lässt, genauso wie das iPhone-Ladgerät…

Ich verpasse also meine Ausfahrt irgendwo auf dem Kölner Militärring, weil dort nirgendwo etwas von „B9“, „Fühlingen“ oder „Worringen“ steht, und halte weiter munter auf Köln-West zu. Kurz vor der Autobahnauffahrt nach Aachen dämmert mir, dass da etwas nicht stimmen kann. So verliere ich etwa eine Dreiviertelstunde, womit ich auch langsam spät dran bin für das geplante Treffen und etwa 15 km extra abspule. Das soll sich noch rächen…

Wieder auf der richtigen Spur, beeile ich mich. Die Straßen rund um Dormagen sind nicht gut, der Wind braust richtig auf. Mir ist mittlerweile trotz Jacke und langer Hose bitterkalt. Vielleicht hätte ich doch vorher etwas essen sollen… Der Akkustand sinkt und sinkt – auf 40, 30, 20 Prozent, und Neuss will einfach nicht näher kommen. Immer wieder muss ich anhalten und auf Maps nach dem Weg schauen. Im Kopf schmiede ich längst den Plan B, einfach so weit zu fahren, wie der Akku mich trägt, das Ding vor einer Ladesäule zu parken mit dem Taxi ans Ziel zu gelangen.

Kurz vor der Rheinbrücke nach Düsseldorf sind noch 15 Prozent im Akku, beinahe pro Minute wird es 1 Prozent weniger. Ich wage die Überfahrt trotzdem. Je zentraler, desto mehr Ladesäulen ohnehin. Und so geht es in mehreren Spuren um Kurven, Autos brettern um mich herum. Aus Straßen wurden Tunnel, einer unterquert sogar die Altstadt. Wo bin ich genau, wo muss ich hin, was, wenn die Anzeige, die bei 8% angekommen ist, gar nicht so genau ist und das Ding im Tunnel einfach aus geht?

Auf letzter Rille und laut Display mit <5% Akku schaffe ich es schließlich doch noch in mein Hotel und parke direkt davor. Geschafft!

Oder?

Nein, eine Lademöglichkeit hätten sie leider nicht, sagt der Portier des Hotels, das mit eigenen Parkplätzen im Hof wirbt. Da könne man auch kein Kabel oder was rauslegen. Aber es gebe bestimmt Ladesäulen für E-Autos in Parkhäusern in der Nähe. Er wisse zufällig ein Parkhaus, könne aber nicht sagen, ob da auch Ladesäulen wären. Schon gut, winke ich ab, es gibt ja Apps. Mittlerweile bin ich aber so spät dran, dass ich keine Zeit mehr habe, mich darum zu kümmern, ich muss zum Treffpunkt in der Altstadt. Passenderweise nehme ich einen E-Scooter dorthin…

Als ich spät abends wiederkomme, untersuche ich eine Ladesäule der Stadtwerke Düsseldorf in der Nähe meines Hotels nach der Möglichkeit, mich dort per App anzumelden. Aber keine Chance. Die Säule hat keine QR-Codes, App-Angaben, irgendwas. Die Website der Stadtwerke Düsseldorf zeigt keine eigene App an. Die Säule besteht auf eine Entsperrung per Ladekarte, die ich nicht habe. Die App TankE, die mir in Bonn treue Dienste geleistet hatte, gilt auch für Köln, Dormagen, Leverkusen, Oberhausen und eigentlich alle Städte rund um Düsseldorf – außer Düsseldorf. Ich lade die App Chargemap, die außer der Säule, vor der ich stehe, und die ich wohl nicht benutzen kann, noch genau 5 weitere mit Schuco-Stecker im Düsseldorfer Innenstadtbereich findet. 2 davon in Parkhäusern, die jetzt und am Sonntag geschlossen haben. Bei 2 davon steht nicht beschrieben, wie sie sich nutzen lassen. Aber um mal eben dahin zu fahren und es zu probieren, reicht mein Restakku nicht mehr. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht: Dass das irgendwie ein Problem werden könnte, den Akku in Düsseldorf zu laden, um damit dann wieder nach Hause zu kommen.

Ich kehre konsterniert in mein Hotelzimmer zurück, es ist mittlerweile 1 Uhr. Aus Versehen fällt mir das Wasserglas im Bad aus der Hand und zerspringt in tausend Teile. Ich renne zur Rezeption und lasse mir Kehrblech und Handfeger geben und lade nach Beseitigung der Sauerei noch einige weitere Apps mit Ladekarten herunter. Mittlerweile geht auch der iPhone-Akku zur Neige. Wer hätte auch ahnen können, dass ich den dafür brauchen könnte… Irgendwann kann ich einfach nicht mehr, geschweige denn kann ich noch einen klaren Gedanken fassen. Und ich beschließe, dass mein Zukunfts-Ich sich darum kümmern muss. Gute Vorsätze mal sonstwohin gesteckt

Ich schlafe erstaunlich gut und sonntagsmorgens um 8 sieht die Welt schon deutlich rosiger aus. Ich stehe auf und beschließe, die Säule in der Nähe in noch einmal bei Tageslicht in Augenschein zu nehmen. Dabei setze mir eine Fallback-Lösung, mit der ich leben könnte: Im Notfall die Schwalbe halt in Düsseldorf stehen zu lassen, mit dem Zug nach Hause zu fahren und den Hersteller zu bitten, das Testmoped halt statt in Bonn, in Düsseldorf abzuholen… Selbst Schuld, wenn er die Akkus fest verbaut… 🙄

Als ich bei „meiner“ Ladesäule ankomme, sehe ich, dass die Klappe vor der Schuco-Steckdose, die gestern fest verriegelt war, diesmal nur angelehnt ist. Ich hebe sie an und, siehe da, ich komme an die Steckdose! Aber würde da auch Strom fließen? Ich beschließe, mein Glück zu versuchen, laufe zurück zum Hotel, hole den Helm und fahre die Schwalbe langsam rüber. Der Akku zeigt nun sogar wieder 8 Prozent an. Immerhin.

Aber meine Freude wehrt nicht lang: Zwar kann ich vor Ort den Ladestecker einstecken, aber es fließt nicht automatisch Strom. Ich probiere noch zwei weitere Apps, melde mich samt Zahlungsdaten bei zwei angeblich bundesweit operierenden Ladediensten und ihren Apps an. Ich kann darin sogar meine Ladesäule und die Steckdose, die ich möchte, auswählen und den Vorgang einleiten. Aber es passiert nichts, es kommt immer eine Fehlermeldung.

Eins habe ich aber noch nicht probiert. Auf der Klappe steht: „fest herunterdrücken“. Meinen die damit davor oder danach? Egal, ich probiere es: Stecker rein, Klappe zu, in der App den Ladevorgang starten, bange Sekunden warten, ob es klappt…

Es klappt nicht. Es kommt wieder die gleiche Fehlermeldung, die Klappe geht nicht mehr auf und der am Moped fest installierte Stecker ist nun darin gefangen. Ah ja, natürlich…

Mir bleibt keine andere Wahl mehr. Mit den mitterweile nur noch 25 Prozent Restakku im iPhone rufe ich den auf der Säule angegebenen Notruf an. Sonntagsmorgens um kurz vor 9. Ob da überhaupt schon jemand wach ist?

Aber ich habe tatsächlich Glück. Nach kurzer Wartezeit ist ein hilfsbereiter Mitarbeiter dran, ich erkläre ihm die Sachlage, er gibt Tipps, die nicht helfen, dann gibt er auf und sagt, er würde jetzt einen Techniker schicken. Dauere 15-20 Minuten. Und er hält Wort. Mit einem E-Smart kommt tatsächlich nach einer Viertelstunde ein netter Kerl vorgefahren.

Er bewundert die Schwalbe und ist gleichzeitig überrascht, dass es sowas auch elektrisch gibt. Mit ein paar Handgriffen hat er die Ladesäule geöffnet, die Luke entriegelt und den Stecker befreit. Ich erkläre ihm noch, was ich versucht habe, aber er winkt freundlich ab: damit kenne er sich auch nicht aus.

Wir kommen ins Gespräch. Ich sage ihm, dass ich aus Bonn käme und auch wieder dahin zurück müsse und ohne „Tankkarte“ der Stadtwerke wohl auch an anderen Ladesäulen keinen Erfolg haben dürfte. Er versteht und ist zum Glück die Sorte Notfallhelfer, die nicht eher geht, als dass das Gesamtproblem auch wirklich gelöst ist. Und er macht den Vorschlag, dass ich ihm zum Betriebsgelände der Stadtwerke hinterherfahre und die Schwalbe dort auf dem Hof lade. Ob der Akkustand dafür noch reichen würde? „3-4km gehen vielleicht noch“, sage ich. „Das sollte reichen“, sagt er. Und wir fahren los.

Es geht ein paar Kilometer weiter irgendwo ins Gewerbegebiet. Autohaus reiht sich an Autohaus. Da links plötzlich ein riesiger Hof mit grün-weißen Gebäuden und Fahrzeugen. Hier biegt er ab, ich folge ihm. Nach kurzem Tratsch mit dem Pförtner sind wir auf dem Gelände, ich fahre die Schwalbe unter ein Vordach (sie hat es wirklich noch geschafft), und tatsächlich: Hier ist eine Außensteckdose, an die ich die Schwalbe anschließe.

Wie lange die jetzt laden müsse, fragt der nette Techniker, der kurz davor ist, mich zu duzen? „Jetzt wo der Akku fast leer ist: 4 bis 5 Stunden“, sage ich. Mein Helfer in der Not ist verblüfft: „So lange noch? Also darauf hätte ich auf Dauer keine Lust.“ Ich zucke mit den Achseln, eher zustimmend als verneinend.

Nachdem ich mich herzlichst dankend verabschiedet habe und er nicht genau versteht, warum, mache ich mich vom Gelände, schalte einen E-Scooter frei, für den ich mich erst registrieren muss. Ich will anfahren, nichts passiert, nochmal – nichts. Das ist natürlich jetzt nichts Weltbewegendes mehr, aber was ist denn heute bloß los mit der Technik! Natürlich nicht weiter schlimm: Eine Straßenecke weiter steht ein weiterer Scooter (einer wieder anderen Marke) und der funktioniert.

Zurück im Hotel sucht der Portier auf meine Bitte aufopferungsvoll die gesamte Rezeption nach einem iPhone-Ladekabel ab. Er findet aber nur 27 Kabel mit anderen Stecker-Typen. Trotzdem danke. Ich dusche endlich in Ruhe, checke aus, kehre für einen Kaffee im best bewerteten Café der Gegend ein und frage auch dort nach einem iPhone-Ladekabel. Und siehe: sie haben eins und bieten mir an, mein iPhone direkt hinter der Theke zu laden. Dafür müsse ich es kurz hergeben, damit sie es an ihren Ladestecker anschließen können. So herum also… Etwas zögerlich beschließe ich, dass ich den Typen vertrauen kann (4.8/5 auf Google Maps, come on) und gebe mein iPhone für eine knappe halbe Stunde aus der Hand. Ein sonderbares Gefühl des Ausgeliefertseins. Nicht schön. Aber natürlich passiert nichts. Sie geben mir mein zu 45% geladenes iPhone am Ende einfach wieder.

Auch Phil, den ich danach zum Mittag treffe, ist vorgewarnt und bringt ein Ladekabel und ein iPad mit, an dem ich mein iPhone laden kann. (Allersuperherzlichsten Dank!) Nach einem Mittagessen und Kaffee und erstaunlich schnell vergangenen 2-3 Stunden bietet Phil mir an, über seinen Account ein Carsharing-Auto zu buchen (die Variante hatten wir noch nicht) und mich damit auf dem Weg zu seinem Park+Ride bei den Stadtwerken rauszulassen. Für den einzigen verfügbaren Wagen müssen wir gefühlt einmal durch die halbe Stadt laufen. Aber es ist witzig und je länger wir brauchen, desto voller wird der Akku der Schwalbe.

Und endlich klappt mal was auf Anhieb: Phil setzt mich wie geplant bei den Stadtwerken ab, der Pförtner lässt mich durch, die Schwalbe ist voll geladen, ich schaue mir auf Maps die erstaunlich einfache Wegbeschreibung durch die Stadt an und fahre den gleichen Weg zurück, den ich gekommen bin. Keine Experimente mehr heute!

Der Weg ist toll, ab Neuss einfach immer die B9 herunter, zwar schon wieder mit Gegenwind, aber deutlich weniger als gestern. Eine Gruppe entgegenkommender Moped-Fahrer grüßt. Auch verfahre ich mich nicht. Und obwohl die Fahrt erstaunlich lange 2:30h dauert, macht sie sehr viel Spaß. Und mit knapp 30 Prozent Restakku erreiche ich schließlich die Bonner City.

Was für ein verrückter Ritt! Ich behaupte ja, Abenteuer zu mögen, und hinterher habe ich immer was zu erzählen (was ihr gerade lest). Aber das Ganze hat auch Nerven gekostet und mich mehr altern lassen, als mir lieb ist. Die Art von Aventure brauche ich eigentlich nicht. Zumindest nicht so.

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Endgegner Steuer

Heute habe ich mir einen Traum wahr gemacht, ich habe in der 50er-Zone ein Auto mit dem Fahrrad überholt. Nicht von rechts, sondern von links, so wie Autos sich auch gegenseitig überholen würden.

Es war einer dieser von mir kürzlich kritisierten 35-in-der-50er-Zone-Fahrer und die habe ich langsam über.

Dass das überhaupt möglich war, lag daran, dass es bergab ging. Von Bonn-Ippendorf nach -Poppelsdorf herunter sind es 6 Prozent Gefälle. Mit dem Fahrrad bekomme ich hier gut und gerne mal 55 km/h auf den Tacho – wenn mich Autofahrer:innen wie die heute nicht ausbremsen.

Ganz ungefährlich war das nicht und sinnvoll eigentlich auch nicht, aber spaßig irgendwo schon. Hab leider nicht mitbekommen, was die Fahrerin dabei gedacht hat.

Aber ganz ehrlich: Die Leute nerven mich sooo sehr. Was soll das? Macht ihr das auch? Fahrt ihr 30 oder 40, da wo 50 erlaubt sind? Ich habe solche Schnarchnasen dauernd vor mir, die kein Hindernis vor sich haben und auch ganz sicher keinen Parkplatz suchen. Es scheinen mir immer mehr zu werden.

A propos immer mehr Autos: Steigt man Freitagmittag für eine Runde Sport aufs Rad, schiebt man sich natürlich an der Blechlawine vorbei. Und schaut man mal etwas genauer in die Cockpits, sieht man dort in den seltensten Fällen mehr als eine Person in einem Auto. Der so viel gescholtene Individualverkehr: er findet nach wie vor statt.

Was ich mich hier heute gefragt habe: Wenn doch eh jeder alleine fährt, warum dann eigentlich diese riesigen Autos? Selbst ein kleiner Viersitzer, wie ich ihn habe, ist für den Zweck noch überdimensioniert, von einer Limousine oder einem SUV ganz zu schweigen.

Muss nicht genau der sein und die gleichen Eigenschaften haben, aber wenn es nur ums Pendeln geht, hat der Renault Twizy genau die richtige Größe (Bild: Renault).

Den Luxus, den ein Auto bietet (flexibel, regendicht, schnell, bequem, keine Körperkraft notwendig) möchte niemand missen, verstehe ich gut. Aber warum belässt man es dann nicht bei Ultrakleinstwagen von der Größe (nicht unbedingt dem Aussehen und der Offenheit) eines Renault Twizy? Es würden mehr davon auf die Straße passen, Rückstaus würden kürzer, es würde weniger Abstellfläche benötigt. Platz für 1 Person + 1 Wocheneinkauf/zweite Person = das perfekte Pendlerauto. Warum nicht mehr davon?

An den letzten Abenden habe ich mich dazu gezwungen, meine Unterlagen für die Einkommensteuer 2019 + 2020 zusammenzusuchen und die für 2021 schon einmal vorzubereiten, mit allem, was schon da ist. Ist so ungefähr das spießigste, was man mitten im Hochsommer (falls man das so nennen kann) abends machen kann, aber ich wollte das ein für alle Mal erledigt haben.

Es gibt kaum etwas, wovor ich so sehr zurückschrecke, wie vor Buchhaltung, Steuer und anderem Papierkram – und was seinen Schrecken dann auch ebenso schnell verliert, wenn man einmal dabei ist. Wie der größte aller Endgegner, den du nach fünf Schuss dann doch schon erledigt hast.

Diesmal falle ich aber nicht in alte Verdrängungsmuster. Deswegen hier ein Reminder to my future Self, wie leicht so eine Einkommensteuererklärung(svorbereitung) eigentlich ist:

  • Du nimmst alle Nachweise, die du schon für deine Umsatzsteuervoranmeldungen herausgesucht und verbucht hast.
  • Du schaust die Kontoauszüge/“Finanzreporte“ der betreffenden Monate durch, was zusätzlich noch EKSt-relevant sein könnte und suchst auch dafür die Nachweise zusammen
  • Das sind Reisekosten, Gesundheitskosten, Fortbildungen, Versicherungen, Altersvorsorge, Handwerkerrechnungen, Wohnnebenkosten für das Arbeitszimmer, Spenden und andere Rechnungen, die aus irgendeinem Grund umsatzsteuerfrei waren oder dafür nicht relevant, nun aber noch zählen können.
  • Das alles sortierst du zusammen, elektronisch, Papier, egal, und gibst es dem Steuerberater, der den Rest macht. Fertig.
  • Wenn du schlau bist, suchst du die passenden Rechnungen schon dann heraus, wenn du gerade deine USt.-VA machst. Es kostet dich nur 5 Minuten extra.
  • Und wenn du die komplette Übersicht haben willst, verbuchst du die USt-VA mit samt den Extra-Rechnungen für die EKSt.-Erklärung nicht quartalsweise, sondern monatlich. Es wird dich nicht länger als eine halbe Stunde kosten.
  • Ja, dann bist du halt nen Spießer! Aber du hast 1 große Sorge weniger, die die jedes Mal viel Zeit und Geld kostet.

Okay, und jetzt weiter mit interessanten Themen.

Vielleicht ist es einfach allgemein keine gute Idee, wenn Politiker Bücher schreiben… Klar, sie haben viel zu sagen. Aber die geborenen Schriftsteller scheinen sie selten zu sein…

Müssen sie in meinen Augen aber auch nicht sein. Sie sollen gute Politik machen und sonst eigentlich nichts.