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OK

.43: Nä

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist positiv auf Covid-19 getestet worden… Kanste dir nicht ausdenken. Na dann hoffe ich für ihn mal, dass es wirklich nur die „leichte Grippe“ ist, die er es mal nannte. Man hört, sein einst ähnlich argumentierender, britischer Kollege Boris Johnson stimmt nach seiner eigenen Erkrankung inklusive Aufenthalt auf der Intensivstation deutlich leisere Töne an.

So ganz Unrecht kann ich den beiden ja nicht geben. Covid-19 verläuft in den meisten Fällen symptomarm, täglich sterben hunderte Menschen eines natürlichen Todes, nun halt mal ein paar mehr, nicht wahr? Ein wenig gehe ich auch durchs Leben nach dem Motto: Wir können uns nicht für immer vor allem abschotten. Ich treffe die notwendigsten Maßnahmen, und sollte ich mich doch irgendwann infizieren, dann wird’s schon nicht so schlimm werden, right? Nun ja, äh…

Nick Cordero war 41, Broadway-Schauspieler, gesund und gut durchtrainiert. Nachdem er sich das Coronavirus eingefangen hatte, lag er insgesamt 95 Tage im Krankenhaus, musste beatmet werden, brauchte eine Lungentransplantation. Kleine Blutgerinnsel lösten immer wieder Schlaganfälle bei ihm aus, am Ende mussten die Ärze ihm ein Bein amputieren. Und nun ist er letzendlich an Covid-19 gestorben

Nein, das zu bekommen und dann zu hoffen, dass schon alles gut geht, ist irgendwie doch keine Option. Ich will das nicht, aber mal so gar nicht…

Okay okay, ich bin spät dran mit „The Handmaid’s Tale“, aber die 1. Staffel war schon einmal sensationell. Erinnert mich ein wenig an Children of Men: Die Demokratien sind zusammengebrochen, es werden keine Kinder mehr geboren und aufgrund dessen sind die Herrschenden zu drakonischen Maßnahmen bereit. Aber ein Stück weit hat es auch was von Persepolis: wie es ist, wenn die Demokratie abgeschafft wird und religiöse Fundamentalisten an die Macht kommen. Und, ja, ich hoffe, der Durchschnitts-Amerikaner und -Deutsche ist in der Lage den Bogen zu schlagen. Bei Fundamentalisten ist es egal, ob es Muslime, Christen, Hinduisten, Buddhisten (ja, auch das gibt’s), Kommunisten, Nationalisten oder sonstwas sind. Es geht für die Bevölkerung selten gut aus, ganz sicher aber nicht für die, denen man die Schuld an allem gibt.

In „The Handmaid’s Tale“ legitimieren die Fundamentalisten einiges Handeln durch die Bibel, hier genauer: das Buch Genesis (1 Mose 30), und ich zitiere:

1 Als Rahel sah, dass sie Jakob keine Kinder gebar, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester. Sie sagte zu Jakob: Verschaff mir Söhne! Wenn nicht, sterbe ich.

2 Da wurde Jakob zornig auf Rahel und sagte: Nehme ich etwa die Stelle Gottes ein, der dir die Leibesfrucht versagt?

3 Sie antwortete: Da ist meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll auf meinen Knien gebären, dann komme auch ich durch sie zu Kindern.

4 Sie gab ihm also ihre Magd Bilha zur Frau und Jakob ging zu ihr.

5 Bilha wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn. (…)

7 Bilha, Rahels Magd, wurde abermals schwanger und gebar Jakob einen zweiten Sohn…

Jakob, der alte Stecher… angestachelt durch seine devote Ehefrau. Harter Tobac, hätten sie sich auf Pornhub… na egal. Das ganze geht auf jeden Fall noch ein paar Frauen und Kinder so weiter, und am Ende hat Gott ein Einsehen und lässt auch Rahel schwanger werden. Und in „The Handmaid’s Tale“ wird’s aus pragmatischen Gründen so umgesetzt.

Nun steht in der Bibel nicht: Gehet hin und machet es genauso, aber das muss es auch gar nicht. Gilt die Bibel als Gesetzbuch, dann reicht es ja, darauf zu verweisen.

Das erinnert mich an ein unliebsames Gespräch vor ein paar Jahren mit einer religiösen Fundamentalistin. Ich wusste da noch nicht, dass sie eine ist. Meine damaligen Mitbewohner hatten sie zum Essen eingeladen, und ich war auch dabei. Im Laufe des Abends stellten wir fest, dass wir eine gemeinsame Bekannte hatten, eine Freundin, die sich irgendwann zu ihrer Homosexualität bekannt hatte.

Machen wir es kurz und sagen wir, dass es in einem Streit darüber endete, ob es ihr nun gut mit der Erkenntnis gehe und Homosexualität keine Krankheit ist oder ob sie von anderen dazu verleitet worden war und Gott ihr hoffentlich auf den rechten Weg zurückhelfen würde. Dieses, ihr Zitat werde ich zumindest nicht mehr vergessen: „Wenn ich mich nicht mehr an das halten kann, was in der Bibel steht, woran dann?“

Na, an die Wissenschaft zum Beispiel…

Oder anders ausgedrückt: Gebt denen bloß keine Macht, die die Bibel, den Koran, das Kommunistische Manifest, Mein Kampf oder was auch immer all zu wörtlich nehmen! Diese Leute sind gefährlich.

„Ey kumma, die sind gegen Verkehrschaos! Und gegen Idiologie! Und Bevormundung. Und QR-Codes haben sie auch!“ – „Krass, die wähle ich!“

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OK

.42: Feiern

Nach dem 2:2 in der Relegation gegen Heidenheim, mit dem sich Werder Bremen ein weiteres Jahr Bundesliga gesichert hat, traf ich auf dem Heimweg eine Freundin, die auch Werder-Fan ist. „Freust du dich?“, fragte sie. Ich überlegte und zuckte dann mit den Achseln. „Und du?“. Ich glaube, nach so einem Spiel, nach so einer Saison gibt es nicht viel zu freuen, man ist bestenfalls vorübergehend erleichtert.

Jetzt fangen ja die Probleme erst an. Viele Spieler, die man gar nicht mehr so richtig will, muss man jetzt behalten oder sogar kaufen. Ob da von dem knappen Geld überhaupt noch was da ist, um dringend benötigte Verstärkungen in Offensive und Defensive zu holen, ist die Frage. Ich kann schon verstehen, warum der HSV damals aus dem Schlamassel gar nicht mehr raus gekommen ist.

Ich hab meistens ein Sub-Thema hier. Aber heute war beim besten Willen nicht mehr los. Vielleicht bleiben wir deswegen noch kurz beim Fußball, gepaart mit ein wenig Wirtschaftstheorie, und lauschen Karl-Heinz Rummenigges Erklärung, warum der FC Bayern so dominant ist. Angeblich, weil er immer mit dem Worst-Case-Szenario plant und dann doch alles besser kommt. Soso.

Ein Bild noch, dann schon genug für heute. Macht’s gut.

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Yeah

.41: Härtetest

95-100 km auf dem E-Bike an einem Nachmittag. Ich wollte mir beweisen, dass es geht. Notes to my totally naive self:

  • Nimm niemals wieder Google Maps als Fahrradnavi!
  • Check den Wetterbericht nicht nur von da, wo du startest, sondern auch der Orte unterwegs!
  • Mach nicht am Anfang schon den Faulen, sonst ist der Akku nach ner Stunde leer (oder weniger übertrieben gesprochen: nach 1:30h auf 40%)
  • Zieh nen Funktionsshirt an und nimm dir auch ein zweites mit!
  • Nein, du wirst keine 25 km/h im Durchschnitt schaffen. Schon gar nicht, wenn du alle Nasen lang fotografierst.
  • Fotografiere nie, wenn du die Fahrradbrille aufhast:

Sonst wird nämlich die Hälfte deiner Bilder zu dunkel, zu schief oder einfach falsch belichtet. Der „Profi-Modus“ war völlig verstellt und ich hab’s nicht mal gesehen. Die Automatik hat’s schöner hingekriegt:

Ansonsten würde ich aber sagen: Härtetest bestanden. Mir tut diesmal nicht alles weh. Wenn man sich den Akku bisschen einteilt, kommt man damit ganz schön weit, auch über Berge. Auf ganz flacher Strecke geht vielleicht noch mehr.

Aber klar ist auch: Wenn ich da jeden Tag 100-150km abreißen will, danach schnell das Zelt aufbauen, Klamotten waschen, halbtot ins Bett auf die Luma fallen und am nächsten Morgen weiter, dann wird das eher ein Pilgerurlaub als alles andere. Und was soll ich eigentlich essen? Geld will ich natürlich auch möglichst wenig ausgeben.

Auf dem Weg war ich mal ein bisschen Location Hunting. Zwei Drehorte der (von mir hochgeschätzten) deutschen Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“ sind in Bonn-Ippendorf:

Der Rest ist Schweigen, oder hier halt: paar Impressionen noch der Tour ins Ahrtal (wie „versprochen“, teils nicht so ideal belichtet):

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OK

.40: Puh

Schon wieder eine Woche fast rum. Ich könnte Urlaub brauchen. Ihr vom Lesen bestimmt auch. Machen wir es deswegen heute mal kurz.

Werder Bremen – kann froh sein, im Relegations-Hinspiel mit einem 0:0 gegen Heidenheim davongekommen zu sein. Der Gegner war besser. Meine Hoffnung fürs Rückspiel: Heidenheim kann aufsteigen, muss es aber nicht. Wir können es zwar nicht besser, aber wollen es mehr. Meistens geht das dann doch irgendwie gut.

Passend dazu: Kollege Peter Giesecke schaut kein Fußball mehr. Ich kann’s verstehen, wenn auch aus anderen Gründen als er.

Einen Verein mit Geld zum Meister machen? Haben schon ganz andere versucht, auch in Berlin schon paar mal. Hat in Deutschland noch nie funktioniert, zumindest nicht so. Wenn ich sowas lese, dann denke ich eher: Berlin muss aufpassen, in der übernächsten Saison nicht abzusteigen.

Von allen Cartoon-Serien, die möglich gewesen wären, kommen ausgerechnet Beavis & Butthead zurück. Ja, ich glaube, das geht heute immer noch, oder vielmehr: es geht wieder. Ich frage mich allerdings, was für Musikvideos sie heute noch verreißen oder wozu sie headbangen wollen. Rock’n’Roll ist ja in der Zwischenzeit gestorben.

Ja, sieht anders aus. Aber ganz ehrlich: Nachdem ich nach meinen ersten E-Bike-Trips Tonnen von Insekten aus meinen Tränensäcken puhlen musste, habe ich auf Amazon beim erstbesten 4,5-Sterne-Review auf Bestellen geklickt. Musste sein.

Heute war nicht viel mehr, muss auch mal reichen. Bild des Tages ist deswegen eine schnöde Wolke:

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Yeah

.39: Wir machen das

Erste Tour mit Gepäck, bei (ein wenig) Regen und bergauf. Iiiirgendwas ist komisch mit dem Ding, aber nachdem es, zumindest mit E-Unterstützung, problemlos den Petersberg hinauf kommt und die Fahrt auch so eigentlich Spaß gemacht hat, denke ich: Wir machen das. Ich behalte das E-Bike und dann wird es irgendwann in nicht mehr all zu ferner Zukunft damit in die Schweiz gehen.

Mit lauter Zeugs. Vor drei Jahren bin ich mehr oder weniger Hals über Kopf mit einem Auto, das ich gerade erst gekauft hatte, durch Skandinavien und zurück über Russland ans Nordkap gefahren. Eins der größten Aventures meines Lebens, aber irgendwas hat da auch nicht gestimmt. Ich hatte es etwa vor Beginn der Reise nicht mehr geschafft, die extra gekauften Vorhänge ins Auto einzubauen. Motto: Machste unterwegs. Als einige Wochen später der russische Grenzbeamte, der meinen Wagen durchsuchte, eben jene Vorhangsstangen in die Hand bekam, auf die Fenster zeigte und wissend nickte, da erst wusste ich: das ging alles zu schnell irgendwie.

Diesmal ist es anders, und ich merke, wie viel Zeit für das alles drauf geht. Was man an Zeug braucht, wie jedes einzelne Item (Fahrrad, Schloss, Akku, Seitentasche, Display, Regenjacke, Radhosen, Trikots, Handyhalter, Fahrradbrille, Zelt, Schlafsack, Handtücher, Isomatte… erst einmal aufwändig ausgesucht, bestellt, empfangen, begutachtet, verstanden, aufgesetzt, ausprobiert werden will. Gestern Abend im Dunkeln nach der anstrengenden Tour nach Köln stand ich etwa verzweifelt vor dem Akku, den ich einfach nicht ausgebaut bekam. Erst der Blick ins Handbuch heute verriet: Du musst ihn nicht nach oben herausziehen, sondern zur Seite wegschieben. Ah…

Diesmal habe ich mehr Zeit für alles, und vielleicht wird’s damit später auch entspannter, wenn es erstmal losgeht. Wobei man immer das Gefühl hat, dass Andere so eine Vorbereitung irgendwie aus dem Ärmel schütteln und unsere Eltern früher mit uns einfach losgefahren sind in den Urlaub. Ist gar nicht so?

Putin möglicherweise bis 2036 russischer Präsident, neues Sicherheitsgesetz in Hongkong – keine gute Zeit für die Demokratie gerade, die ganzen letzten Jahre schon nicht. Was mich zu zwei steilen Thesen veranlasst:

  1. Die Demokratie ist ein Auslaufmodell. Ist kein Wunsch, ist eine Beobachtung. Beliebt war sie noch nie, und man muss nicht erst Winston Churchill zitieren, um zu wissen: es gab nur noch nichts Besseres. Was die Leute eher zu wollen scheinen, ist einen starken Mann (USA, Brasilien, Russland, Türkei, China… Deutschland?).
  2. Die Demokratie ist in der Maslowschen Bedürfnispyramide sehr nah an der Spitze angesiedelt. These: Wenn es mir wirtschaftlich gut geht, ich einen okayen Job mit Aufstiegschancen habe, der genug Geld bringt, so dass ich mir jeden Morgen den Cappuccino und danach den neuen SUV kaufen, mit meiner schönen Frau und meinen zwei Kindern damit in den Urlaub fahren kann, dann ist mir die Staatsform herzlich egal.

Ideal ist das nicht. Vor allem dann nicht, wenn in Ländern wie Hongkong oder der Türkei ein Rückbau der Demokratie stattfindet. Weil die Leute hier Errungenschaften, die wichtig aber nur schwer greifbar sind, achtlos wegwerfen. Vielleicht müssen wir uns aber auch mal nach Nachfolgern, wenn möglich: Verbesserungen, der Demokratie umschauen. Gibt es da eigentlich was?

Das erste Halbjahr ist um, kurzes Kulturfazit.

Beste gesehene Serie: The Morning Show, mit weitem Abstand. Schlicht genial, vor allem die unerwartete Dynamik, die die Serie mit jeder Folge aufnimmt, und die sich im furiosen Finale entlädt. Ein Glanzstück.

Bild: Apple

Ohnehin finde ich die handverlesene Auswahl von Apple TV+ gar nicht schlecht. Auch See und Little America waren teils erwartet, teils überraschend gut.

Watchmen setzte ich auf Platz 2. Wahrscheinlich die tiefste Superheldengeschichte aller Zeiten.

Bestes gelesenes Buch: Wiener Straße, wenn auch schon was älter. Sven Regener liefert (bis auf Magical Mystery, sorry Fans) alle paar Jahre wunderbare Komödien und steigert sich immer weiter. In Wiener Straße zeichnet er Charaktere für die Ewigkeit und wirft sie Battle-Royale-mäßig in die Manege. Ich habe jede Seite herbeigesehnt und ich will das auf jeden Fall als Theaterstück sehen, wofür es sich wunderbar eignen würde.

Bester gesehener Film: 1917. Ich bin ein Story-Guy, ich brauche eine gute Geschichte. Von daher gibt es für gewöhnlich wenig Filme, die mich in erster Linie visuell begeistern. Aber alle paar Jahre kommt dann doch einer, der das schafft. Das war bei Mad Max: Fury Road der Fall (seitdem kann per Definition nichts Anderes mehr „Spektakel“ heißen), das hat Roma geschafft (wobei hier eine wahnsinnig gute Geschichte noch obendrauf kommt; mir liefen die Tränen, und ich kann nicht einmal sagen warum), das gelingt auf ganze andere Art auch 1917.

Untypisch für einen Kriegsfilm (wenn auch nicht einzigartig, siehe Tigerland, siehe Jarhead, siehe Apocalypse Now, siehe Johnny got his gun) gibt es in 1917 kaum Kriegshandlungen. Der 2-Take-Shot ist mehr ein Abenteuerfilm eines Soldaten, der einen lebenswichtigen Befehl an die Front bringen soll, während sich der Feind scheinbar zurückgezogen hat. Visuelles Highlight für mich: die Nachtszene in der zerstörsten Stadt. Aus irgendeinem Grund (sagt mir welchen) hat mich 1917 an die fantastischen Videospiele Limbo und Inside erinnert. Vielleicht weil es auch da in Einem durchgeht und Szenerie und Aufgaben für den Protagonisten sich trotzdem alle paar Minuten ändern.

Was ist euere Auswahl?

Schön ist es da oben eigentlich immer:

Und auf der anderen Seite auch:

Good riddance, Schwarzrheindorf, you had it coming!

Wie, der’s nicht echt? Klar ist der echt!

/cc Juan. thx 🙂
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Argh

.38: Alles tut weh

Mit tut alles weh. 60km-Tour nach Köln heute Abend, und auf dem Weg zurück habe ich mich irgendwo in den Lülsdorfer Wiesen verfranst.

Malerisch! Und hätte ich nur ein Bild davon gemacht. Aber es hat nur für die Alte Liebe in Köln-Rodenkirchen gereicht…

Ich bin nicht mehr gemacht für solche Strecken, auch wenn ich 60km gar nicht so schrecklich viel finde… Da muss ich wohl noch viel trainieren.

Nach der mittlerweile 3. Testfahrt innerhalb der zwei Tage denke ich mir: Irgendwie nicht ganz zu Ende gedacht, das Konzept E-Bike. Bis 25 km/h zieht der Motor rasant an, nur um dich dann bei 27 km/h deinem Schicksal zu überlassen. Knackpunkt ist die Schwelle. Jedes Mal, wenn du von einer hohen Unterstützung kommst und dann die 25 km/h überschreitest, fühlt es sich an, als würdest du rüde abgebremst.

Vermutlich trainierst du als E-Biker irgendwann, möglichst effizient die 25 km/h zu halten und möglichst selten zu überschreiten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum E-Bikes als Rentnerfahrzeug verschrieen sind. Ich würde so gerne 30 oder 35 damit fahren. Kann ich auch, aber dann mit Muskelkraft…

So im Nachhinein hätte ich mir vielleicht doch lieber ein S-Pedelec geholt (Unterstützung bis 45 km/h!). Ich recherchiere gleich noch mal…

Was ich dem Konzept E-Bike aber zugestehen muss: Kannst du nicht mehr (und das war bei mir am Ende der Tour heute der Fall), dann schaltest du einfach auf 3 oder 4 (höchste Stufe), bewegst die Beine ein bisschen und riderst damit easy mit 25 km/h weiter. Das ist im Grunde enorm – nur wenn ich noch gut kann, dann mir irgendwie zu wenig.


Heute Nacht stirbt eine stabile Demokratie, und keinen interessiert’s. Das Radio hat einmal heute Morgen kurz darüber berichtet, dass China das „Sicherheitsgesetz“ für Hongkong durchgewunken hat, es war von „internationaler Kritik“ die Rede, und das war’s dann auch. Heute Abend schon nichts mehr davon in den Nachrichten. Und das finde ich ganz schön schwach, verdammt schwach um genau zu sein. Bei allem Moralischen wird immer auf die Weltpolizei (USA) geschielt, aber, ernsthaft? Die haben sich nicht erst seit dem Donald zumindest vom Thema Gleichberechtigung verabschiedet. Eine Mini-Demokratie irgendwo südlich von China ist denen egal.

Uns aber auch, und das ärgert mich noch mehr. Was tun wir Europäer? Wo ist der Aufschrei? Haben wir gerade wirklich nur uns selbst und Corona im Blick, und wie wir möglichst schnell unser China-Zeugs nach Hause kriegen? Ich gehe nicht davon aus, dass wir die Chinesen groß umgestimmt hätten. Aber wir hätten es wenigstens versuchen können!

Speaking of which, auch als Ergänzung noch zu gestern: Journalisten sind meiner Meinung nach viel zu lange zu devot aufgetreten. Nur weil es einige schwarze Schafe unter uns gibt (und die gibt es, keine Frage!), heißt das noch lange nicht, dass wir uns gegenüber offensichtlichen Idioten reumütig oder gar unterwürfig verhalten sollten. Das bestärkt Verschwörungsmythiker wie Hildmann ja nur noch. Bei mir ist damit jetzt Schluss. Wer mir mit pauschalen Vorurteilen gegenüber Journalisten kommt, wird sich künftig was anhören müssen.

Philipp Daum hat auf Zeit.de einen Reisebericht über Alaska geschrieben, der eigentlich jetzt schon genauso Kult ist wie Jack Londons „Ruf der Wildnis“ oder Sean Penns Verfilmung von „Into the Wild“. Denn Daum war (wegen Corona) gar nicht da, aber hat alles unternommen, um mit allen Sinnen irgendwie doch da zu sein. Er hat die ganze Strecke auf Streetview abgeklappert, kam mit Einheimischen in Kontakt (per Telefon, Mail und Radio), ist mit einem Flugsimulator mitgeflogen, hat zeitgleich in seiner Berliner Altbauwohnung gezeltet, Lachs gebraten, ein Duschgel namens „Alaska“ gekauft. Da ist ein echtes Meisterwerk entstanden! Kudos, Philipp Daum, und auch Zeit.de dafür, sich auf so eine abgefahrene Idee einzulassen.

Mitten im Wald (war gestern noch mit dem E-Bike im Kottenforst) hast du plötzlich Kunst…

Wirkt schon alles bisschen Blair-Witch-mäßig… Denn ich kam noch an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein…

Was mag das hier für ne hübsche Gegend sein!

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Argh

.37: Wehrt euch!

Ihr habt mich selten so wütend gesehen.

Ein Journalistenteam filmt eine Demo gegen Corona-Lockdown-Maßnahmen, plötzlich kommt Attila Hildmann auf das Team zu. Er beleidigt die Journalisten als „Faschisten, wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter“, droht also eine Straftat an. Zu einem der Journalisten, die er ganz nebenbei duzt (Tatbestand der Beleidung, vor allem aber eine Respektlosigkeit), sagt er: „Zisch mal ab. Abflug!“, als er hätte er dort das Hausrecht. Was schon deswegen nicht geht, weil die Demo draußen in aller Öffentlichkeit vor dem Messegelände in Charlottenburg stattfindet.

Einige seiner Mitdemonstranten zücken die Handykameras, filmen ihrerseits die Journalisten. Das dürfen sie auch nicht einfach so. Jemanden ohne dessen Einverständnis zu filmen, etwa als Retourkutsche, ist etwas völlig anderes, als bewusst in eine Aufnahme zu laufen. Außerdem gibt es noch einen wichtigen Unterschied: Filmen darf man ein Ereignis der Zeitgeschichte, zu der auch eine Demonstration gehört, grundsätzlich, die Bilder auch veröffentlichen: kommt drauf an. Ein Grund für die Veröffentlichung ist dann gegeben, wenn das öffentliche Interesse den Schutz der Persönlichkeit übersteigen könnte. Hier sei zum Beispiel auf den berühmten Hutbürger hingewiesen. Da ist das öffentliche Interesse an der Person Hildmann natürlich größer als an ein paar unbekannten Journalisten.

Irgendwann wird einer der Demonstranten handgreiflich, die Polizei steht daneben. Der YouTuber Stefan Bauer, der zu den Demonstranten gehört, geht auf den Kameramann zu und missachtet bewusst den 1,50-Meter-Sicherheitsabstand mit dem Argument, er sei auch Journalist (korrekt, ist keine geschützte Berufsbezeichnung, im Prinzip ist nach Art. 5 (1) GG jeder ein Journalist), da dürfe er jeden einfach so interviewen (Blödsinn) und da müsse er keine Abstände einhalten (Schwachfug). Das Journalisten-Team hatte keine Abstände missachtet.

Einige Demonstranten fordern die Polizisten auf, einen der Journalisten nach seinem Presseausweis zu fragen, als wäre das Notwendigkeit dafür, eine Demonstration zu filmen (ist es nicht, darf praktisch jeder, siehe wieder Art. 5 (1) GG, sollte auch jeder wissen, zumindest Polizisten). Das Ganze schaukelt sich hoch, mehr Demonstranten kommen drohend auf die Journalisten zu, fragen: „Na, fühlen Sie sich bedroht?“. Die Polizisten greifen erst auf Bitten der Journalisten ein.

Überrascht über das alles bin ich nicht, irgendwo fassungslos dann aber doch. Was mich daran am meisten aufregt, mehr noch als das Selbstverständnis eines Angriffs auf Journalisten (als wären die plötzlich die Bösen in diesem Land, blöde, maßlos übertriebene Pauschalisierung), ist die devote Haltung der Journalisten gegenüber dem radikalen Koch und seinen außerirdischen Hohlköpfen. „Können Sie bitte ein bisschen Abstand halten“ ist schon die größte Beschwerde des Kameramanns. So als wäre das einzige Fehlverhalten des Verschwörungsmythikers, dass er die Corona-Abstandsregeln nicht einhält. Was ist aus „Keinen Fußbreit den Faschisten“ und Zero Tolerance gegenüber Dummheit geworden?

Wer bitte ist denn hier im Recht? Hildmann ja wohl nicht. Die Journalisten filmen die öffentliche Veranstaltung (dürfen sie), Hildmann tritt selbst vor die Kamera. Er darf als Person des öffentlichen Lebens außerhalb seiner Privatsphäre ohnehin gefilmt werden, ganz besonders aber auf einer öffentlichen Veranstaltung. Er stellt sich hier sogar noch in den Vordergrund, kommt von sich aus auf die Journalisten zu. Spätestens nach seinen Drohgebärden ist also auch das öffentliche Interesse da. Darf man filmen, zu 100 Prozent sicher. Im Video sieht man noch, wie die Journalisten versuchen, mit ihm in den Dialog zu treten, als wäre er dafür offen oder das Ganze der richtige Rahmen dafür.

Hildmanns Ziel ist ohnehin offensichtlich: Die Bühne zu nutzen, um seinen Jüngern zu zeigen, was man mit Journalisten in diesem Land anscheinend mittlerweile so alles machen kann. Beleidigen, einschüchtern, mundtot machen, Körperverletzung begehen.

So benimmt sich nur jemand, der offenbar meint, dass er dabei im Recht ist (ist er nicht) und keine Konsequenzen fürchten muss. Was bestärkt ihn? Dass er das offenbar wirklich nicht muss… Oder erwägt ein gewisser Bundesinnenminister auch hier eine Klage? Wohl nicht. Polizisten sollen geschützt werden (das ist seine Aufgabe, und das ist auch richtig), Journalisten aber offenbar nicht – dabei wäre das auch seine Aufgabe. Schärfere Gesetze gegen jeden Mist – warum nicht auch mal für den Schutz von Journalisten? Schutz vor körperlicher Versehrtheit, Schutz vor Angriffen wild gewordener Verschwörungsmythiker und – längst überfällig – eine Anonymisierung für Publizisten im Web. Die rechte PI-News etwa hat kein Impressum, jeder kleine Blogger muss eins haben – und kann damit am Telefon oder zuhause belästigt werden.

Grafik: RSF

Was ist das für ein Land, in dem die Jagd auf Journalisten eröffnet ist, indem die Jäger nichts zu befürchten haben? Wie lange sind wir dann noch eins der letzten 14 weiß markierten Länder in der Weltkarte der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ (s.o.)? Oder anders gefragt: Wie echt ist noch eine Demokratie, in der die Vierte Gewalt nicht gefahrlos arbeiten kann? Gibt es dann überhaupt noch Pressefreiheit?

Es fängt aber schon bei der Haltung der Journalisten an, auch untereinander. Wenn einer sogar Verständnis dafür äußert, dass ein Sido außerhalb seines Hauses gegenüber Journalisten handgreiflich wird, um sich danach in den sozialen Netzwerken dafür die Bestätigung zu holen, dann ist das ein Schritt zu weit. Wenn vermummte Demonstranten ein Team der Heute-Show brutal überfallen können, dann ist das viel zu viel. Wenn ein wild gewordener Verschwörer jedes Fernsehteam einfach so niedermachen kann, dann ist das un-er-träg-lich.

Es fängt allerdings schon bei der eigenen Arbeitseinstellung an oder sagen wir: zu devotem Verhalten. Vielleicht waren wir auch alle einfach zu lange zu nachsichtig, zu zurückhaltend, zu selbstunsicher. Sowohl im Netz, in Diskussionen am Stammtisch, bei der Arbeit auf der Straße. Das hier ist eine (relativ) neue Situation, und das hat so noch keiner erlebt, da steht man oft wie der Ochs vorm Berg. Aber hier ist Selbstbehauptung gefragt, keine Devotion. Warum hört man gegen einen Hildmann, der vor die Kamera tritt, nicht einmal so etwas wie „Verschwinden Sie!“, „Halten Sie gefälligst Abstand!“, „Was bilden Sie sich ein?“ oder „Wenn Sie nicht gefilmt werden wollen, dann gehen Sie nach Hause!“?

Ich bin wütend.

Die Spielregeln sollten natürlich auf beiden Seiten gelten. Ein eindeutiges „Ich möchte nicht gefilmt werden“ von Seiten einer Einzelperson – das muss akzeptiert werden, wenn das öffentliche Interesse nicht gegeben ist. Ja, auch bei einem Promi, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen und gerade nicht im öffentlichen Interesse steht. Das war aber bei Hildmann und bei Sido der Fall. Und das gilt natürlich nicht für größere Menschenansammlungen und schon gar nicht, wenn einer in die Kamera läuft.

Argh…

Noch bisschen was Erfreulicheres: Mein E-Bike wurde geliefert:

Erster Eindruck, leider: Gutes Teil, aber ich hatte mir das Ganze wohl etwas zu einfach vorgestellt. Das Ding hat 4 Stufen der Unterstützung. Mein erster Test heute den Bonner Kreuzberg hinauf (eine der höchsten Steigungen hier) mit Stufe 4 bedeutet aber nicht, dass ihr mal eben schnell den Berg rauffliegt. Ihr kommt mit 10 km/h recht gemütlich hinauf. Auf die Art schafft der Akku aber nicht einmal 20km. Außerdem würde ich eigentlich lieber schneller fahren als 10 km/h, aber dann muss ich doch wieder die meiste Kraft selbst leisten und komme ganz schön ins Schwitzen.

Deutlich weiter komme ich bei Stufe 1 (ca. 80km) oder 2 (50km). Das Problem hierbei: Das E-Bike ist verdammt schwer, etwa doppelt so schwer wie mein ohnehin schon recht schweres „Normalfahrrad“. Das heißt, um den Brocken überhaupt in der gleichen Geschwindigkeit anzuschieben, ist Stufe 2 schon notwendig.

Das dritte Problem: Die Unterstützung geht in allen Stufen nur bis 25 km/h. Darüber seid ihr auf euch alleine gestellt. Ich habe aber heute dank Tacho und Tests noch einmal gemerkt, dass meine Lieblingsgeschwindigkeit zumindest auf gerader Strecke eigentlich eher 30 km/h und noch etwas mehr ist. Das heißt, da strampel ich mir mit einem E-Bike fast genauso einen ab wie mit einem normalen Fahrrad. In diesem Sinne:

Jetzt ist die Frage, ob es sich auf langer Strecke, bei viel Gegenwind und krassen Steigungen (wie in der Schweiz zu erwarten) nicht doch irgendwie auszahlt. Ein 25er-Schnitt wäre ja an sich nicht schlecht und mit dem Ding fast zu halten. Das werde ich dann in den nächsten Tagen mal ausprobieren. Wenn das alles nicht überzeugend genug ist, dann, ganz ehrlich, muss das Ding eben wieder zurück…

Auf dem Kreuzberg ist’s aber immer hübsch:

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Yeah

.36: Manche Dinge ändern sich nie

Also Heidenheim in der Relegation. Unser kommender Gegner konnte es selbst kaum fassen, hatte er doch gerade 0:3 in Bielefeld verloren. Funktionäre sollen sich die Hände vors Gesicht geschlagen haben. Motto: Au weia, da haben wir jetzt aber mal so gar nicht hingewollt, und wir haben doch gerade alles dafür getan, damit der Hamburger SV noch Dritter wird.

Genannter Hamburger SV hatte da aber gerade zuhause (!) mit 1:5 (!) gegen den SV Sandhausen (!) verloren (!). Mehr Häme spare ich mir an dieser Stelle. Da gibt es spezialisiertere Medien für:

Ich habe die Schlussphase des HSV-Spiels auf NDR2 hören wollen, diesem Sender, der sich in mancher Hinsicht auch nach 30 Jahren kein Stück geändert hat.

Um 17:00, kurz vor der Entscheidung, schalte ich ein. Es laufen: die Nachrichten. Es folgen: Die Staumeldungen. Um 17:05 Uhr nach einer kurzen Begrüßung und Bekanntgabe des Zwischenstands (1-2): Musik (2 Titel). Dann kurz nach Hamburg geschaltet (1-3), wieder Musik. Dann doch noch die letzten paar Minuten der Schlusskonferenz im Wechsel mit dem Spiel in Bielefeld. Es fallen zwei weitere Tore für Sandhausen. Im Anschluss läuft „I can’t dance“ von Genesis.

Es war schon in den 90ern ein Running Gag, dass auf NDR2 mindestens 1x die Stunde Phil Collins, Sting, U2 oder Eurythmics liefen. Schon damals hat NDR2 von der Bundesliga-Schlusskonferenz immer nur die letzten 10 Minuten gespielt. Zum Vergleich: WDR2 spielt immer die letzte halbe Stunde komplett und lässt dafür sogar die obligatorischen Nachrichten zur vollen Stunde aus.

Ich hatte mich als Jugendlicher schon einmal so sehr darüber aufgeregt, dass ich mal einen Brief an die NDR2-Redaktion geschrieben habe. Als Antwort kam, sinngemäß: Jaha, lieber, kleiner NDR2-Hörer. Aber wir haben ja nicht nur Fußball-Hörer, die anderen wollen gerne Musik und Nachrichten hören und ob vor dem Elbtunnel wieder Stau ist. Deswegen machen wir das so und bleiben auch dabei.

Auch 25 Jahre später. In einer Sendung, die „Die NDR2 Bundesligashow“ heißt. Nee, ist klar. Da will jeder in der spannenden Schlussphase, wo es für den HSV um alles geht, Phil Collins hören.

Immerhin: Der Moderator ist diesmal konsterniert und spricht mehrfach von einer Blamage und Riesenenttäuschung. Das wäre in den frühen 90ern noch anders gewesen.

Etwa zu der Zeit bekamen wir dann auch endlich einen Kabelanschluss, der zum Glück auch neue Radioprogramme in unser Provinznest mitbrachte. Und ich lernte die Vorzüge der Sender des WDR, von Radio Bremen und Radio 3 FM (Niederlande) kennen.

Aber dass sich bei NDR2 Sport seitdem nichts geändert hat, das ist beinahe fast zum Lachen – wäre man nicht hin und wieder mit dem Auto auch im Norden unterwegs und auf die Halbinformationen des Senders angewiesen. Ich werde übrigens das Gefühl nicht los, dass das maßgeblich etwas mit dieser Person zu tun hat.

Klar spreche ich fließend Autokorrektur, aber ich habe halt auch einen trockenen Humor.

I <3 you, Ersatzhaltestelle!

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Yeah

.35: Wahnsinn

Ich kann’s noch nicht ganz fassen! Heute um 15:30 Uhr ist Werder Bremen fast abgestiegen, nur ein Wunder kann den Klub noch retten. Um 17:30 Uhr hat er 6:1 gegen Köln gewonnen und es in die Relegation geschafft.

Möglich nur dank tatkräftiger Mithilfe des 1. FC Köln (praktisch keine Gegenwehr mehr) und vor allem von Union Berlin, das gegen Düsseldorf normal gespielt hat, obwohl es für sie um nichts mehr ging. Danke Union! <3 In diesem Sinne:

Jetzt Relegation gegen den HSV? Entscheidet sich morgen. Das wär’s!

Der „Express“ ist derweil nicht ganz so begeistert:

„Keine Witze über Nachnamen!“

„Ja, aber…“

„KEINE WITZE ÜBER NACHNAMEN!“

Die erste Fahrradtasche ist da…

Und die ganze Campingausrüstung passt rein. Yeehah!

Das‘ mal’n Prank! Aber all die Spaßbremsen da draußen machen eh nicht mit, oder? ODER?!!

Das borge ich mir aus. 🙂

Ich mag Spotify, aber ich hasse die Spotify-App.

Schon okay.

Hübsche Gegenden

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Meh

.34: Random Thoughts

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  • Online-Redaktionen und Webdesigner: Nur weil es technisch möglich ist, ist es kein Grund, all diesen Mumpitz in eine Seite einzubauen. Das war bei Laufschrift in den 90ern auch schon so.
  • Und wenn ihr schon dabei seid, baut eure Seiten bitte so, dass die 27 Ads, die ihr einfügt, nicht andauernd die Seitenstruktur verändern. So dass der Text in den 30 Sekunden, die die Seite mit allen Trackern und Ads laden muss, nicht kreuz und quer durch die Gegend springt.
  • Alle, die sich depressiv, verängstigt, nicht mehr in Kontakt mit der Welt fühlen und Angst haben, dass wir auf dem Weg in eine Diktatur sind oder der Weltuntergang naht, schmeißt als erstes bitte alle Breaking-News-Apps von eurem Smartphone. Da. kommt. nichts. Breaking-News-Mäßiges. Ihr verpasst nichts, wenn ihr 1x morgens und abends die WDR5- und DLF-Radio-Nachrichten hört oder 1x die Tagesschau guckt.
  • Meldet euch als zweites von Facebook ab. Da verpasst ihr noch viel weniger.
  • Drittens: Von Twitter. Nein, ihr müsst den Ignoranten dort nicht die Welt erklären oder euch von ihnen beleidigen lassen.
  • Geht anschließend eine Runde um den Block und überzeugt euch davon, dass da gerade kein Mord- und Totschlag stattfindet.
  • Ich mache das mal eben gerade selbst, sonst drehe ich hier durch. Augenblick…

  • Hersteller von Camping-Ausrüstung: Bitte Aufbau-Anleitungen standardmäßig um Wieder-Zusammenpack-Anleitungen ergänzen. Beim ersten Auspacken achtet doch keine Sau genau drauf, wie so ein Schlafsack zusammengefriemelt war…

Was ich gerade mache, hat mit Minimalismus wenig zu tun, es läuft allem, was ich eigentlich machen wollte zuwider, und vielleicht bin ich deswegen so unausgeglichen. Der ganze geplante Trip in die Schweiz samt dem E-Bike, der Camping-Ausrüstung, neuer Fahrradklamotten etc. kostet mich Tausende. Ich kaufe das halbe Internet leer, statt Dinge wegzuschmeißen. In meiner Küche stapeln sich schon wieder die Kartons, dabei hatte ich die alten gerade weggeräumt.

Vieles davon ist idealerweise nachhaltig, wird mich also über Jahre begleiten (das Zelt, die Luma, der Schlafsack…). Bei den geplanten Fahrradklamotten, den Fahrradtaschen (kosten 50-70 Euro das Stück!) und überhaupt dem E-Bike weiß ich das noch überhaupt nicht. Werde ich jetzt zum E-Tourenweltmeister oder verkaufe ich das direkt wieder? Man wird sehen.

Um das alles zu kompensieren, habe ich erstmal ein paar alte Klamotten in der Altkleidertonne entsorgt. Hat sich gut angefühlt. Aber ich werde nicht für immer Dinge wegschmeißen können…

Würdet ihr für einen E-Mail-Dienst über 100 US-Dollar im Jahr zahlen?

Auch nicht, wenn er verdammt chic ist und die E-Mail gehörig aufbohrt?

Für das Trendblog habe ich Hey.com getestet, das seit heute frei zugänglich (aber nach der Testphase eben kostenpflichtig) ist. Ich bin über viele frische Ideen gestolpert, ein paar Dinge haben mich aber auch direkt genervt… Wenn ihr das mal testen wollt, schreibt mir zwei Zeilen an jvielmeier@hey.com!

Was für ein Bild! Leider nur eine Zeichnung, leider auch nicht von mir (sondern von der IPAC), aber so ungefähr darf man es sich vorstellen, wenn zwei Schwarze Löcher auf Kollisionskurs sind:

Caltech/R. Hurt (IPAC)

Mein Bild des Tages hält da nicht ganz mit…

Wird ne kurze Nacht. Auf dem Frankenbadplatz steigt die Party des Jahres. Bose, JBL und Co.: Was musstet ihr Bluetooth-Lautsprechern auch so einen Wumms verpassen?

Ich mochte den Corona-Lockdown…

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.33: Corona-Urlaub

4 Menschen sind laut offiziellen Angaben in Bonn gerade akut an Covid-19 erkrankt. 4! In einer Stadt mit über 300.000 Einwohnern. Es gab in der vergangenen Woche 0,91 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, sprich: 3 an der Zahl.

Angesichts dessen wirkt eigentlich alles, was es gerade so an Maßnahmen gibt, maßlos übertrieben. Die 4 bekannten und gemeldeten Fälle werden ziemlich sicher überwacht. Die Chance, sich bei denen anzustecken, ist verdammt gering. Eher hole ich mir derzeit irgendwo Typhus.

Trotzdem laufen die Maßnahmen weiter wie bisher. Maske tragen im Supermarkt, Abstände halten. Der Biergarten, in dem wir heute waren, hatte Ein- und Ausgang strikt getrennt. In der Schlange trugen längst nicht alle Mundschutz. Könnte ich ad-hoc aber auch nicht sagen, ob das überhaupt muss. Vermutlich ja, aber – bei wem soll man sich auch anstecken, denke viele. (In meinen Augen nicht ganz zu Unrecht.)

Die Regelungswut klingt zu Weilen ein wenig absurd. Ich zitiere aus der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 des Landes NRW, gültig seit dem 19.6.:

(2) Mehrere Personen dürfen im öffentlichen Raum nur zusammentreffen, wenn es sich

1. ausschließlich um Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerin-nen und Lebenspartner,

2. ausschließlich um Personen aus maximal zwei verschiedenen häuslichen Gemeinschaften,

3. um die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen,

4. um zwingend notwendige Zusammenkünfte aus betreuungsrelevanten Gründen oder

5. in allen übrigen Fällen um eine Gruppe von höchstens zehn Personen handelt.

Sagt mir bitte, was ich da gerade wieder falsch verstehe. Aber macht Punkt 5 nicht das ganze Bohei der anderen 4 Regeln davor überflüssig? Oder gelten die übrigen Punkte für noch größere Gruppen, etwa, wenn ich im Falle von Punkt 1 verdammt viele Eltern, Kinder und Lebenspartner habe?

Gestern beim Grillen bei einem Freund – wir waren zu siebt und saßen auf dem Balkon. Keiner trug eine Maske. Hätten wir das beim Reingehen gemusst? Wenn nur einer alleine reingeht, wenn zwei oder mehr Leute gleichzeitig reingehen? Ich kann es ehrlich nicht sagen.

Aber tatsächlich saßen wir da, genossen die Freiheit und das gute Wetter, tranken ein kühles Blondes, und Corona war verdammt weit weg. Fast ein wenig wie Urlaub von dem ganzen Mist. Denn man ahnt, dass das nicht für immer so bleiben wird. Also nimmt man das jetzt einfach mit und macht, was möglich ist. Urlaub von Corona also. Denn schon bald könnte es wieder losgehen.

Auch die Bonner Lokalpresse macht gerade ein wenig Corona-Urlaub, und das ist ebenso amüsant wie erfrischend. Nach dem Streit neulich um einen rausgerissenen Busch an der S-Bahn-Haltestelle Helmholtzstraße geht es diesmal um die hart geführte Diskussion um die Fußgängerampel vor dem Uni-Hauptgebäude.

Hach, Urlaub!

Speaking of which: Die Sommerlochposse um die taz, Polizisten und die Müllkippe. Hendrik Zörner kritisiert in einem wunderbaren Kommentar für den DJV Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Klage gegen die taz einreichen wollte:

„Der Minister also, der qua Amt die Pressefreiheit besonders schützen soll, holt den Knüppel aus der Schublade. Der Minister, der bisher trotz mehrmaliger Aufforderungen keine sichtbaren Anstrengungen unternommen hat, Journalisten vor rechtsextremistischem Hass zu schützen. Horst Seehofer zwingt damit mich und viele andere Journalisten zur Solidarität mit der taz-Kolumnistin. Das ist bitter. Denn ich finde die „Kolumne“ wirklich abgrundtief schlecht.“

Übrigens hat Seehofer trotz der Ankündigung bisher noch keine Klage eingereicht. Einige Tage war der Bundesinnenminister seltsam abgetaucht, bevor er sich heute am späten Nachmittag plötzlich mit einer Pressekonferenz wieder zurückmeldete. Ob er noch Klage einreiche, entscheide sich heute oder morgen, sagt er. Man munkelt, die Kanzerlin habe ihn zurückgepfiffen.

Hach, Angie!

Zwei halbe Ikonen haben just heute ihr Ende verkündet: Olympus-Kameras und Segway PTs. Genau, das eine sind die sußerspießigen, langsamen Fortbewegungsroller, meist eingesetzt für Touristengruppen, die einst als Zukunft der Mobilität galten. Dafür waren sie aber viel zu teuer. Ich könnte mir gut denken, dass letzendlich sogar E-Scooter ihre Nachfolge antreten. Schneller, praktischer, noch verhasster. Nach der Übernahme Segways durch Ninebot gibt es sogar E-Scooter aus eigener Produktion. Tatsächlich bin ich bis heute noch nie einen Segway gefahren. Ich werde mal versuchen, das noch nachzuholen.

Bild: maxmann

Und Olympus? Wundert mich auch nicht so richtig. Hatten zuletzt wenige attraktive Kameras und als einzige noch auf das, für mich, veraltete, kleine 4/3-Format gesetzt. Bessere Bilder dürften damit kaum rausgekommen sein. Fuji, Sony und Panasonic waren umtriebiger. Wobei ich die Pen-Serie echt chic fand!

Olympus Pen-F

In beiden Fällen: Good Riddance!

Hach, Sommer…

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Yeah

.32: Camping Attire

Geiles Zelt, ist wirklich in 10 Minuten auf- und wieder abgebaut:

Geile Luma, liegt sich erstaunlich bequem:

Dauert nur leider fast so lange wie das Zelt aufzubauen, sie mit dem integrierten Blasebalg aufzupumpen. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt:

Stuhl okay (bisschen tricky, den wieder zusammen zu friemeln)

Also insgesamt echt cooles Camping-Attire. Alles schön kleines Packmaß. Auch der Mini-Schlafsack ist da und lüftet gerade aus. Kann bald losgehen.

Wenn sie jetzt nur noch das E-Bike…

Ich muss mehr über Vögel in Erfahrung bringen. Mein Vater würde sich im Grabe umdrehen, wenn ich nicht mal weiß, was das für einer ist. Falke? Bussard? Meise? 😉 Weiß das einer von euch?

Neue Challenge: Wenn ich meinem Kollegen aufgebe, bis Ende nächster Woche alle Kommaregeln der deutschen Sprache zu verinnerlichen, dann kann ich mich davon natürlich nicht ausnehmen. Ein Refresh, den ich mir gerne erspart hätte, aber, ist, ja, sicher, für, was, gut. Macht noch einer mit?

Wird wohl nicht ganz so cool werden wie Staffel 1. Egal, ich hab euch trotzdem lieb:

That’s it for today. Muss ja auch nicht immer so viel und so.

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Meh

.31: ¯\_(ツ)_/¯

Wenn sich jetzt schon der Heimathorst in die Debatte um einen taz-Satirebeitrag einschaltet, sogar die Autorin anzeigt, dann ist entweder Sommerloch oder er will von was ablenken.

Nö, falle ich nicht drauf rein.

¯\_(ツ)_/¯

Wahrscheinlich sollte ich mich sogar darüber aufregen, dass nun alle davon sprechen, die taz hätte geschrieben, Polizisten gehörten auf der Müllkippe entsorgt (hat sie nicht). Dass Seehofer ernsthaft glaubt, so ein Beitrag hätte etwas mit den Krawallen in Stuttgart zu tun, glaube ich ihm schon nicht. Dann hätte er entweder selbst vergessen (oder will, dass wir vergessen haben), dass er selbst vor gar nicht langer Zeit noch gegen Flüchtlinge gehetzt und sich hinterher erschüttert gezeigt hat, dass es immer mehr Angriffe auf Flüchtlinge gäbe.

Trotzdem tippe ich einfach mal auf Sommerloch. Corona ist vorbei (zumindest auf dem Bonner Frankenbadplatz), viele Leute sind im Urlaub, die meisten Wahlkämpfe beginnen erst später. Von daher:

¯\_(ツ)_/¯

Außer in Bonn übrigens, da ist der Wahlkampf schon losgegangen, unter anderem bei der SPD:

Hm… nein!

Also, „nein“ im Sinne von: Mit solchen Bildern könnt ihr dem aktuellen Amtsträger nichts anhaben.

Causa Amthor: An Zufälle glaube ich ja nicht. Warum deckt der „Spiegel“ das ausgerechnet jetzt auf, kurz bevor Amthor für den Vorsitz der CDU in Mecklenburg-Vorpommern kandidieren will? Zufall? Oder war der Zeitpunkt der Veröffentlichung geplant? (<- ja, das ist eine Frage, die ich dem „Spiegel“ stellen sollte, sonst wird daraus ein Verschwörungsmythos und dann bin ich nix besser als die Anderen. Ich hoffe, ich finde die Woche über mal die Zeit dazu, da nachzufragen.)

¯\_(ツ)_/¯

War nett, von HBO, die Serie „Watchmen“ über das Wochenende weltweit kostenlos zur Verfügung zu stellen. (Noch netter wäre es gewesen, wenn auch die letzten drei Folgen in Deutschland funktioniert hätten, aber na gut). Ein Zufall war es offenbar nicht, denn die Serie spielt in Tulsa, Oklahoma, just dort, wo anno 1921 ein weißer Mob 100 bis 300 Schwarze getötet und ihre Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht hat. Das Tulsa-Massaker wird anfangs in der Serie thematisiert. Bisher sehr gute Serie übrigens, hat (zum Glück) mit dem Film von 2008 nicht viel zu tun.

Donald Trump hielt seine erste große Wahlkampfrede nach Ende der Corona-Maßnahmen just an diesem Wochenende in – Tulsa, Oklahoma.

Apple WWDC 2020: Das erfrischendste an der Keynote war tatsächlich die Keynote selbst. Weil die Konferenz diesmal nicht vor Ort stattfindet, hat Apple die Keynote schon vorher aufgezeichnet und die Chance für ein wenig Dramaturgie genutzt. Sah gut aus – und wirkte irgendwie wie eine Comedy ohne eingespielte Lacher. Ich hoffe, das macht Schule, auch wenn Corona wieder vorbei ist! Auffällig auch das gleich doppelte Statement: Tim Cook bezieht Position für #BlackLivesMatter, und im Video selbst sind fast nur Apple-ProjektleiterInnen zu sehen, die eben keine weißen Männer sind. Auch so viele Frauen hat man in einer Tech-Präsentation selten gesehen. Kudos Apple!

Ach so, inhaltlich? Ein hübsches Redesign für macOS (Icons jetzt nicht mehr rund, sondern mit abgerundeten Ecken), Widgets für iOS (zehn Jahre nach Android), neue Watchfaces für watchOS („beautiful“), Memojies mit Mundschutz (aktuell) und um die Jahreswende die ersten Macs mit Apples eigenen ARM-Chips statt mit Intel.

¯\_(ツ)_/¯

Laut Apple bezeichnen „viele“ die 2021 auf Apple TV+ startende Serie „Foundation“ als „die beste Science-Fiction-Serie“ aller Zeiten. Ist ne Ansage (und sieht mir noch nicht wirklich so aus). Jared Harris spielt auf jeden Fall wieder mit:

Jahaha, Instagram-Werbe-Algorithmus! Du weißt, dass ich eine Schwäche für Kaffeetassen habe, dass ich Wortspiele mag und sowas auch durchaus witzig finde. Aber du hast nicht an die Form gedacht. Ich kaufe nur flachere, bauchige Kaffeetassen. Tja. Better luck next time…

Jetzt auch noch Spin. Bonn hat jetzt mindestens vier E-Scooter-Leihdienste. Mein Favorit bleibt vorerst Bird.

Fast schon mediterran. Fast.

¯\_(ツ)_/¯

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Meh

.30: Story

Welcher Zweitklässler hat sich Ende von „The Mandalorian“ ausgedacht?! (Dicke Spoiler im nächsten Abschnitt! Scrollt zum Foto)

Wir haben euch umzingelt, wir haben nen TIE Fighter, eine Protonenlaserkanone auf euch gerichtet, 100 Stormtrooper, die auf euch zielen, 20 Elite-Einheiten, nebenbei haben wir gerade den Vermögenswert in unsere Gewalt gebacht, ihr habt überhaupt nichts mehr, wofür wir euch bräuchten, und ich bin sowieso der evilste Dude seit Kylo Ren. Deswegen nehmen wir euch jetzt an Ort und Stelle auseinander geben wir euch eine Viertelstunde, damit ihr euch noch verpissen könnt und danach lassen wir uns alle von euch totschießen.

¯\_(ツ)_/¯

Bild: Disney+

So gut mir die Serie gefallen hat, ich finde klare Abzüge in der B-Note. Ohnehin ein komischer Zeitgeist gerade. Sei es „The Witcher“, sei es neulich „See – Reich der Blinden“ oder eben „The Mandalorian“. Mich wundert, mit welcher Selbstverständlichkeit in jeder Serie inzwischen die Statisten im Dutzend abgemurkst werden. Im Rahmen der ersten „See“-Staffel dürften Hunderte über den Jordan gegangen sein, bei „Mandalorian“ ebenfalls.

Fand ich bei beiden Serien überflüssig und nebenbei unglaubwürdig. Ihr wärt gerne Game of Thrones, schon klar. Bei „See“ kaufe ich den (blinden!) Beteiligten die Präzision nicht ab, mit der sie ihre Gegner abmurksen. Und bei „Mandalorian“ kann ich mir beim Kanonenfutter so wenig Überlebenstrieb nicht vorstellen. Die warten geduldig auf ihren Gnadenschuss und sagen sofort nichts mehr. Soll das besonders familienfreundlich sein, damit es auf Disney+ laufen darf? Ich finde, eine gute Geschichte geht sparsam mit ihren Charakteren um, auch mit den bösen.

Speaking of gute Geschichte: Watchmen läuft dieses Wochenende kostenlos weltweit auf HBO.com. Aber nur dieses Wochenende. Der Dienst will nur einmal eine fiktive E-Mail und ein fiktives Geburtsdatum (Altersfreigabe) von euch. Ich kenne die Geschichte noch nicht, aber Hendrik meint: wäre gut. 🙂 Bekommt wohl zusätzliche Brisanz durch die aktuellen Unruhen in den USA.

Ich finde die Idee interessant, es ist fast wie Fernsehen. Ihr müsst zu einer beinahe bestimmten Zeit einschalten, sonst verpasst ihr’s. Klar könntet ihr auch noch am Sonntagabend damit anfangen, aber dann schafft ihr die 9 einstündigen Episoden nicht mehr.

Lange gesucht, das hier gefunden: Trekking-Zelt von Nightcat

Zum Thema Camping muss ich noch ergänzen: Sooo viel hat sich im Vergleich zu vor 30 Jahren dann doch wieder nicht getan. Die Luftmatratzen sehen heute anders aus, aber sie sind immer noch zu dünn und vor allem viel zu schmal. Es ist doch nicht alles so günstig und auch nicht alles vorrätig (etwa das Zelt, das ich eigentlich wollte, gab es gestern noch, heute aber nicht mehr). 70 cm für eine LuMa wären schon viel, meine hat nur 60. Ist halt Camping, sagt man sich dann. Aber auf 60-70cm kann ich mich nichtmal gefahrlos umdrehen. Warum darf es beim Camping nicht auch mal bisschen bequem sein? Breitere Luftmatratzen gibt es zwar auch, aber die kosten gleich einiges mehr, und ihr pustet schon wieder deutlich länger.

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Man muss meistens zwei Tode sterben. Ich wollte ein möglichst kleines Packmaß, möglichst gut, möglichst bequem, möglichst schnell aufgebaut, möglichst günstig, halbwegs schnell geliefert. Gibt es in dieser Kombination äußerst selten. Wäre vielleicht auch bisschen viel verlangt…

Ich werde dennoch bei <200 Euro für ein komplettes, kompaktes Campingset bestehend aus Zelt, Luma, Schlafsack, Stuhl, Handtuch und Hängematte bleiben. Qualität sieht in Ordnung aus, Packmaß so, dass alles idealerweise in 1 bis 1,5 Gepäcktaschen passt. Soll alles im Laufe der kommenden Woche geliefert werden. Kann man nicht meckern.

Ganz im Gegensatz zum Ebike-Versand. Von denen habe ich seit der Bestellung am Dienstag nichts mehr gehört…

Tatort Biergarten. Ich erwähnte, die Weißwürstchen hätten eventuell schon „was komisch geschmeckt“. Die Chefin nahm sich der Sache an…

… und schenkte mir einen großzügig bemessenen Schnaps als Medizin. Es ging mir auch gleich besser…

Wir machen das mit dem Leidartikel-Buch! Ich habe einen (verdächtig) günstigen Online-Service gefunden, und Jens war so nett, die ganze Sache bereits vorzufinanzieren. Jetzt heißt es eigentlich „nur“ noch, die alten Texte zu sichten, ein PDF aus den besten zu basteln, und dann kann es auch bald losgehen. Geplante Seitenzahl: 144. Geplante Auflage: 25. Bin gespannt, was das wird. 🙂

Redwood City Bad Godesberg:

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.29: Was maßen wir uns an?

Nachdem ich das Dell-Notebook zurückgeschickt und deswegen mit einer Service-Mitarbeiterin geschrieben hatte, teilte sie mir heute mit dass wahrscheinlich in Bälde eine Mail käme, in der ich ihre Arbeit auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten könne.

Wäre nicht das erste Mal, dass so eine Bewertungsmatrix kommt. Die ersten Male habe ich solche Formulare noch verwirrt ausgefüllt und eigentlich immer eine 10/10 gegeben, weil ich mit der Arbeit auch wirklich zufrieden war.

Aber eigentlich finde ich so eine Bewertung gehörig daneben. Gebe ich vielleicht nur eine 7/10, dann bekommt derjenige am Ende Ärger und vom Kontrollator in seinem Team einen auf die Finger? In einem solchen Betrieb kann doch eigentlich nur ein Arbeitsklima herrschen, das von Angst geprägt ist. Und das möchte ich nicht unterstützen.

Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Das Selbstverständnis, mit dem wir heute alles und jeden bewerten, muss aufhören. Woher nehmen wir uns das Recht, hier den römischen Kaiser zu spielen? Ist das nicht viel zu viel Macht, die uns da gegeben wird und die ja eigentlich nur korrumpieren kann?

Ja, verstehe schon. Servicequalität ist wichtig. Aber wo endet das? Bewerte ich eine App oder ein Produkt, scheint das noch legitim. Es gibt anderen Verbrauchern Rückschlüsse darüber, was sie davon erwarten können und kein Einzelner steht dafür in der Schusslinie. Aber schon hier führt eine 5-Sterne-Matrix oft in die Irre.

Lasse ich meine Texte bewerten, geht das schon einen Schritt weiter, denn dann steht mein Name drüber, die Haftung ist unmittelbarer und ich stehe in der Gefahr, mich auch persönlich angreifbar zu machen. Im Trendblog nutzen wir in eine solche 5-Sterne-Matrix, und ich habe mich im Zuge unseres Relaunchs dafür ausgesprochen, sie abzuschaffen. Weil sie zu wenig Rückschlüsse liefert. Jemand gibt meinem Text eine 2/5: was sagt das? Findet er den Text schlecht, das Produkt, über das ich schreibe, mag er nur mich nicht? Habe ich irgendwo einen Fehler gemacht, ist es mein Schreibstil, der ihm nicht passt oder das zweite Bild von unten?

Ich frage mich schon seit längerem, ob ich beim Gegenlesen ihrer Texte meinen Kollegen überhaupt noch Feedback abseits des Inhaltlichen geben soll. „Text gefällt mir diesmal nicht so gut“ oder „Toller Text!“: Lob ist wichtig, meint man, Tadel, wo angebracht, auch. Aber wer bin ich, dass ich mir das Urteil darüber anmaße? Ich bin zuletzt dazu übergegangen, es auf das Sachliche zu beschränken („habe 6 Passiv-Formulierungen geändert“). Die Frage, ob Lob für die Zusammenarbeit wichtig ist, ist umstritten. Ich tue mich schwer mit dem Thema.

Auf jeden Fall möchte ich niemals die Arbeit meiner Kollegen oder auch sonst irgendwessen auf einer Skala bewerten müssen. Dann sind wir ja nicht mehr weit von einem Social Rating System entfernt, wie es die von uns so vielkritisierten Chinesen einsetzen.

Ein Text in der taz polarisiert, und eigentlich sind sich fast alle einig: Die Autor_in ist hier zu weit gegangen. Hengameh Yaghoobifarah sinniert in ihrer Kolumne mit dem Titel „All Cops are berufsunfähig“ darüber, wohin Polizisten sollten, wenn man sie tatsächlich abschaffen würde. Vor allem folgender Satz sorgt für Empörung:

„Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind.“

Zwei Polizeigewerkschaften habe eine Klage wegen Volksverhetzung gegen die taz angekündigt, in den sozialen Medien (yada yada) bekam die Zeitung einen Shitstorm ab, in ihrem eigenen Kommentatbereich auch. Journalistenkollegen von Übermedien bis Tagesspiegel sind nicht begeistert und werfen der taz auch Inkonsequenz vor. Selbst in den Gängen der taz-Redaktion wird der Text angeblich kontrovers diskutiert, und die Chefredaktion sah sich zu einer Stellungnahme veranlasst. Ist ja auch klar. Wenn man schreibt, dass man Polizisten auf der Müllhalde entsorgen will, dann ist man auf AfD-Niveau herabgesunken.

Das hat Yaghoobifarah so aber eben nicht geschrieben. Wenn man das verstanden haben will, dann muss man sich die Textstelle so zusammenreimen. Denn sie lässt bei genauer Betrachtung auch ganz andere Interpretationen zu, etwa das Arbeiten auf der Müllhalde als Entsorger, ein durchaus ehrenwerter Beruf.

Das Ganze wird aber noch interessanter, wenn man die Hintergründe betrachtet, nach denen Yaghoobifarah hier als Opfer von Polizeigewalt spricht. Nach dem der umstrittene und weit rechts stehende Polizeigewerkschaftschef Rainer Wendt, der Klage eingereicht hat, als Hardliner bekannt ist und in der Berliner Polizei offenbar Personalratswahlen anstehen, für die er sich beliebt machen könnte. Stichwort: Aktionismus. Und wenn man Yaghoobifarahs Text als Satire betrachtet, die vielleicht nicht alles, aber dann doch so einiges darf. Schlecky Silberstein hat das etwa getan und stellt sich fast als einziger hinter Yaghoobifarah. Nach eigener Erfahrung mit einem Shitstorm und durchaus runder Argumentation (hört oder lest mal rein).

Auch mein erster Impuls war: geht nicht! Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger stört mich an dem Text. Und, na ja, es zeigt sich ja zuweilen, dass Nachdenken nicht immer falsch ist. Also vielleicht nicht immer dem ersten Impuls folgen und „Ans Kreuz mit ihm!“ schreien, sondern erst einmal die Hintergründe betrachten. Ob Yaghoobifarahs Text nun die beste Satire aller Zeiten ist, sei einmal dahingestellt, aber ich hoffe, die taz lässt ihn trotzdem stehen.

Wir haben alle gewusst, was für eine Sauerei die Massenproduktion von Fleisch ist, dass das Zeug zu billig ist und wir zu viel davon essen. Und wir haben trotzdem immer weiter gemacht. Gnädig über prekäre Arbeitsbedingungen hinweggesehen oder nichts darüber wissen wollen, eher noch genickt, als die Betreiber die Schuld auf die armen Schweine in der Produktion abgeschoben haben. Jetzt gerade bekommen wir gewissermaßen die Quittung dafür. Wäre jetzt nicht eigentlich ein idealer Zeitpunkt, um mit Billigfleisch aufzuhören?

Falls ihr euch fragtet, wie investigative Recherche funktioniert. Dieses 1:40-min-Video über den Fall Amthor zeigt es sehr schön:

30 Jahre alt und immer noch aktuell. George Carlin präsentiert auf sehr amüsante Art, wie wir unsere Sprache immer weiter verwässert haben, weil die schnöde Wahrheit zu hart klingen würde:

Bonn-Tannenbusch, 1 übelste Ghettouw:

Ohne weitere Worte:

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.28: Camping

Gibt wenig, was mir gerade so viel Spaß macht, wie nach neuer Camping-Ausrüstung zu schauen.

Und irgendwie hat mich das gedanklich in meine Kindheit zurückversetzt, in der ich im Jugendzeltlager irgendwie nicht so das beste Equipment hatte, aber wer hatte das schon…

  • Wir hatten Gemeinschaftszelte, um die wir erst einen Graben ziehen mussten. Wir mussten immer daran denken, den Boden über die Wände zu ziehen, weil das Wasser sonst reingeflutet wäre. Das hat einen von uns trotzdem nicht vorm Schlimmsten bewahrt, er ging in der Senke buchstäblich unter…
  • Irgendwie hat es damals auch immer geregnet, wenn man im Zeltlager war. Und Schnee hatten wir auch jedes Jahr, winters, sommers… So toll war das gar nicht…
  • Selbiger, bedauernswerter Zeitgenosse vergaß irgendwann, seine Taschenlampe auszuschalten. Als er sie das nächste Mal in die Hand nahm, waren sämtliche, vorher frische Batterien leer. Es waren diese riesigen D-Batterien, die man standardmäßig in seinen 1 Kilo schweren Totschläger von „Funzel“ stecke. Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch.
  • Wir lagen auf Luftmatratzen, die jeden Tag ein paar Liter Luft verloren, sei es durch undichtes Material oder Löcher, die man sich irgendwie eingefangen hatte. Sie zu befüllen, hieß, sich die Lunge aus dem Hals zu pusten und dabei die Gegend um das Ventil atemnass zurückzulassen, oder 20 Minuten auf dem Blasebalg herumzutreten, aus dem irgendwie gar keine Luft kam.
  • Im Schlafsack war es entweder zu heiß oder zu kalt. Beim Packen später konnte man drücken und pressen, wie man wollte. Das Ding ging einfach nicht wieder in seine Hülle zurück.
  • Für das ganze Zeug musstest du dir eine riesen Reisetasche mitbringen, was leichter klingt als gesagt, denn meine Schwester fuhr auch mit und so viele Reisetaschen hatten wir gar nicht.

Das waren die 80er. Und wenn die im Osten heute sagen: „Wir hatten ja nichts, nichtmal totgerösteten Eduscho-Kaffee“, dann muss ich entgegnen: Wir da in der westlichen Peripherie hatten auch nur theoretisch alles. Praktisch warst du darauf angewiesen, was Intersport Reiners in der Meppener Fußgängerzone überhaupt da hatte, und das war nicht viel. Besonders reich waren wir leider auch nicht. 150 Mark für einen besseren Schlafsack wären nicht drin gewesen. Meine Eltern beklagten sich schon, dass jedes Jahr eine neue LuMa her musste, und ob sich die alte nicht doch noch mal irgendie flicken…

Jetzt gerade stöbere ich auf Amazon für meinen geplanten Bike & Camp-Trip in die Schweiz. Dazu brauche ich noch ein Zelt, ein Kissen und vielleicht noch einen neuen Schlafsack. Eine schnellaufblasbare Komfortmatte mit besonders angenehmem Schlafmuster hatte ich mir bei Zeiten mal für 30 Euro via Instagram bestellt. Fünfmal reinpusten, fertig is‘.

Was soll’s sonst noch sein? Ein Sommer- oder ein Winterschlafsack? Typ Mumie oder Decke? Wenn du willst, auch mit ultrakompakten Packmaßen. Du hast nur 35 Euro Budget? Auch kein Problem, nimmste die Nicht-Marke aus China. Paarmal vorher waschen, dann hält das genauso gut. Das Quickdry-Nackenkissen aus Visco-Schaum mit thermoregulierendem, schnelltrocknendem Bezug? Kostet zwar fast so viel wie der Schlafsack, sind aber doch nur 25 Euro und bietet unnachahmlichen Schlafkomfort. Hängematte aus Fallschirm-Nylon noch dazu? Und das Zelt? Bike-friendly? Willst du ein Motorrad drin parken? Iglu-, Tunnel- oder Ruckzuck-Popupzelt mit verbesserten Schwarzwerten? Alles für unter 70 Euro, versteht sich. Passt auch in die Bike-Tasche.

Es hat sich alles geändert. Sicher, es liegt auch ein wenig daran, dass ich zum ersten Mal im Leben mal ein wenig Geld zur Verfügung habe und nicht jeden Cent umdrehen muss. Aber wir haben mit Amazon auch einen fast kompletten Markt mit unendlicher Auswahl und Transparenz, mit stichhaltigem Kunden-Feedback und Informationen bis ins kleinste Detail. Und nach 20 Jahren Amazon haben wir endlich auch das Skillset, uns schnell und kompetent in diesem Dschungel zurechtzufinden. Ich hatte selten so viel Freude beim Shoppen wie hier.

Unterschätzt das alles nicht! Amazon, so wie es jetzt ist, ist das kundenfreundlichste Instrument, das wir JE-MALS hatten. Und irgendwie ahnst du, dass es von jetzt an eigentlich nur noch schlechter werden kann…

Passend dazu, hrhr:

Dortmund und Leipzig, ihr vaterlandslosen Gesellen! Jetzt wird es wirklich eng für Werder. Düsseldorf oder wir, und dann auch maximal noch Relegation… Ich bin für uns.

How to Sell Drugs Online Fast gewinnt (völlig zu Recht!) den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Comedy, und die zweite Staffel kommt Ende Juli. Wird schwer, das Niveau zu halten, aber ich freue mich trotzdem riesig darauf!

Ist nicht euer Ernst, Techbook (oder vielmehr Apple)! 😉 Habt ihr Schwierigkeiten mit dem WLAN-Empfang auf eurem iPhone, dann ist der goldene Tipp, den Flugmodus einzuschalten und hier WLAN wieder zu aktivieren. Werde mal testen, ob das unter Android genauso funktioniert, habe da nämlich immer wieder Schwierigkeiten mit.

Ja sicher, wir können jetzt auf Stefan Raab rumhacken, wie er sich anno 2001 über Lesben und Schwule lustig gemacht hat (siehe Video) oder noch über viele andere, darunter Menschen mit Behinderung. (Ich glaube, ein Pocher würde das sogar heute noch machen.) Guter Beitrag auf jeden Fall wieder von Matthias Schwarzer! Motto: Kehren wir doch erst eimal vor unserer eigenen Tür, bevor wir auf Amerika zeigen. Und fassen wir das Ganze größer als „nur“ um das Thema Rassismus herum.

Denn, überhaupt: Warum nutzen wir nicht einfach mal die Gelegenheit und räumen jetzt endlich mal mit allem auf? Keine halbgaren Geschichten mehr, kein „Hätte ja vielleicht und eigentlich ja doch und wir machen das ja nur weil“, sondern klare Kante. Zum Beispiel hier, live in Bonn.

Sollten Straßen und Plätze in der ehemaligen „Hauptstadt der Demokratie“ noch nach jemandem benannt sein, der Hitler den Weg zur Macht geebnet hat? Der das Gesetz unterschrieben hat, mit dem er das Parlament auflösen ließ und mit dem die Demokratie in Deutschland faktisch abgeschafft wurde? Der zwar alt und greis war, der aber mitbekommen haben muss, dass Kommunisten, Sozialdemokraten und noch viele andere bereits in Folterlager interniert wurden? Und der die Macht gehabt hätte, etwas dagegen zu tun, dem es aber offensichtlich egal war.

Ich denke nein, der Mythos Hindenburg ist in der Geschichte mittlerweile entzaubert. Er hat die Demokratie gehasst, er hat die Diktatur eingeleitet, und selbst seine vermeintlichen Verdienste als Weltkriegs-1-General waren keine. Es ist Zeit, dem ein Ende zu setzen, und jedem anderen Wischiwaschi auch. Der Sommer 2020 könnte die Zeit des Rückgrats werden. Klarer Kampf gegen Rechts, gegen Rassismus, Chauvinismusm, Diskriminierung, für Gleichberechtigung. Nutzen wir die Chance und geben wir uns nicht mit weniger zufrieden!

Bild des Tages (vor ein paar Tagen miesepeterte hier noch Beethoven, aber der ist gerade auch wirklich nicht so wichtig):

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OK

.27: Die langweiligste App der Welt

Habt ihr auch schon ein paarmal in die neue Corona-Warn-App geschaut, um zu gucken, ob da endlich was passiert? 😉

Wird es nicht, sollte es auch besser nicht. So gesehen mag es wirklich die beste derartige App der Welt sein (auch wenn sich die Bundesregierung dafür irgendwie etwas zu sehr selbst auf die Schulter klopft). Sie ist damit aber irgendwie auch die langweiligste App der Welt…

E-Bike bestellt. Gibt sicher noch hübschere und bessere, aber hat eine 11-Gang-Nabenschaltung, den Akku im Rahmen und vor allem: einen Zahnriemen statt Kette (I like!). Und ist dafür letztendlich gar nicht mal so schrecklich teuer. Vor allem, weil ich es nach meiner geplanten Schweiz-Tour ja eigentlich wieder verkaufen möchte.

E-Bike Manufaktur 7ben - 600 Wh - 2018 - 28 Zoll - Diamant

Hat trotzdem mehr gekostet als mein Auto. Irgendwie absurd…

Gerhard Schröders Podcast „Die Agenda“… Warum mache ich auch den Fehler, da immer wieder reinzuhören. Seine Gespräche mit Ex-Regierungssprecher Bela Anda sind zwar launig, aber jeden möglichen Konflikt umschiffen sie bewusst. Schröders umstrittene Verbindungen zu Russland hätten eigentlich Thema der Folge „Russland“ sein müssen. Aber nein, heute reden wir nur über Land und Leute, und wie toll Wladimir Putin ist. Die Agenda 2010, in Schröders Worten: Die SPD hat die Chance verpasst, sich dahinter zu stellen, deswegen ist Deutschland heute nicht mehr die stärkste Sozialdemokratie in Europa und die SPD kann keinen Kanzler mehr stellen. (Keine kritische Nachfrage, kein Anflug von Zweifel. Anda geht zum nächsten Thema über.) Schröder lobt das Gesundheitssystem in Deutschland für seine Gerechtigkeit, dass auch arme Leute die gleiche Art von Behandlung bekämen wie Reiche…

Das ist von hinten bis vorne ein faules Ei. Vielleicht hört man Onkel Gerhard deswegen so gerne zu, weil es zu gut klingt, um wahr zu sein. Weil man sich nach der Welt sehnt, deren Bild er da malt, die aber mit der Realität nicht viel zu tun hat.

Hab noch ein Bild von vor >15 Jahren gefunden. Das kann eigentlich unmöglich von mir sein, dafür ist es zu gut. Ich hab da meine damalige Freundin im Verdacht, die konnte das besser. Die Szene mag ich auf jeden Fall. Früh morgens am Causeway zwischen Singapur und Malaysia.

Nichts Besonderes, aber ich mag die Bildstimmung – und sammle Erinnerungen für später:

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Yeah

.26: Please Mention the War!

So langsam reicht’s dann aber auch mal. Rassistische Filme aus dem Programm nehmen oder zumindest mit einem Disclaimer versehen: ja. Aber jetzt hat sogar die BBC eine Folge von „Fawlty Towers“ ausgelistet, weil sie anti-deutsche Ressentiments schüren könnte.

Wie weit ist es gekommen, dass normale Menschen das nicht mehr als wunderbare Satire erkennen könnten? Hotelchef Basil Fawlty alias John Cleese gibt (nachdem er einen Schlag auf den Kopf bekommen hat) beim Aufeinandertreffen mit deutschen Hotelgästen ein paar Nazi-Parodien zum Besten. Die Deutschen sind natürlich echauffiert. Leider fehlt der Schluss, in dem sich die Deutschen wundern: „Wie konnten die nur den Krieg gewinnen?“. Fawlty kriegt’s also, wie immer, selbst drauf, und die Moral von der Geschicht: Die Deutschen gewinnen am Ende doch irgendwie, genauso wie im Fußball.

Mir ist das tatsächlich mal passiert. In Dublin (s.u.) traf ich auf der Toilette auf einen betrunkenen Iren, der mir auf Lokalkolorit etwas zurief, was ich nicht verstand. Auf seine Frage, woher ich käme, begrüßte er mich mit „Sieg heil“. Und als ich das nicht ganz so lustig fand wie er, schob er noch eine Fawlty-ähnliche Parodie hinterher, nicht ohne mich danach mit einem aggressiven „Never mention the war, right?“ hinauszukomplimentieren.

Kann gut sein, dass daher meine latente Angst rührt, im Ausland nicht verstanden zu werden. Was ist also dran an der Debatte, dass Filme und Serien Ressentiments gegenüber einer bestimmten Bevölkerungsgruppe schüren, denen man dann auch noch vorwirft, keinen Humor zu haben?

Ich will das trotzdem nicht. Ich will eine Gesellschaft, in der die Leute empfänglich für Ironie, Satire und belesen in Politik und Geschichte sind, und wo keine Serien verboten werden müssen, die klar ironisch gemeint sind. People of the British Isles: Go ahead and mention the war! Just don’t insult us (or we are gonna win next time. ; )

Ich gönne mir gerade einen Monat Disney+. Mehr wird’s wohl auch nicht werden. Ich dachte, ich schaue mir noch einmal alte Simpsons-Folgen an, aber nach einer Folge habe ich gemerkt, dass es dafür noch zu früh ist.

Die guten Kritiken von The Mandalorian kann ich dagegen nachvollziehen. Wirkt ein wenig wie die inoffizielle Fortsetzung von Firefly. Ich hoffe, diesmal kriegen sie es hin mit mehr als einer Staffel. Und, ach du Scheiße, ist Baby-Yoda süß geworden!

Bild: Disney

Mein alter Mac ist Geschichte. Ich habe die letzten Daten rübergeholt und bin auf ein paar alte Bilder von Leidartikel.de gestoßen, die maßgeblich noch aus den Nullerjahren stammen. Hier noch einmal, weil’s so schön war:

Das war irgendwann Karneval, als Amnesty mit Bierverkauf die Spendeneinnahmen aufgebessert hat. Manchmal können die Zusammenhänge so einfach sein.
Und das ist dabei herausgekommen. 😉 (Vorsicht: Ironie)
Dublin
Hatte mich mal an nem Comic versucht.
Es gab tatsächlich mal ein monströses Unwetter in Bonn mit monsunartigen Regenfällen (jaja!) und Bäumen, die auf Autodächer regnen.
Oder Schnee…
Bevor es Smartphones gab (oder Digitalkameras, die im Dunkeln scharfstellen)
Alle Wege führen nach…
Ohne Bart wirkt der Zinken so groß…
Sommermärchen 2006 (aufgenommen in Flensburg)
Selber Ort
Bremen
Südostasien <3
Phuket (2008)
Dto. Riesiges Hotelzimmer mit Fensterläden vor der Badewanne (für 25€!)
Terminal 3, Singapur Changi Airport (2008)
So voll war es auf einer Rheinkultur (R.I.P.)
War schor vor >10 Jahren schön (Ich hab es damals noch für Flieder gehalten).

Cooler Hack, wenn euch Werbung auf YouTube nervt: Einfach einen Punkt setzen hinter youtube.com.

Mir tut der Hals weh vom Nicken. Heinrich Schmitz bringt es auf den Punkt. Ruhig mal ganz durchlesen (via Bildblog):

„Wer den Missbrauch von Kindern verhindern will, muss früher ansetzen. Strafgesetze greifen immer erst, sobald eine Tat begangen wurde. Dann ist es zu spät. Aber – und das macht den großen Reiz von Gesetzesverschärfungen für Politiker aus – verschärfte Gesetze kosten nichts und lassen sich im Wahlkampf gut vermarkten. Das ist wohl der Hauptgrund, warum so gerne lautstark nach ihnen gerufen wird. Wirksame Maßnahmen hingegen sind teuer und unpopulär.“

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Yeah

.25: Apple-Universum

Mein neues MacBook Pro macht schon Spaß, hat aber gar keine soo überragende Akkulaufzeit, und die Touchbar nervt mich bisher mehr als dass sie nützt.

Das habe ich jetzt davon: Ich habe das perfekte Notebook gesucht, und bin jetzt mit allem unzufrieden, was kommt. Ich feiere das Gerät aber auf jeden Fall für sein Display. Stellt Farben erheblich schöner dar als mein 7 Jahre altes Air, leuchtet heller, ist schärfer, wirkt einfach moderner. Das XPS ist schon vergessen,. Ich glaube, wir werden miteinander klarkommen.

Wieder zurück im Apple-Universum, wollte ich mal schauen, ob das iPhone X eigentlich fototechnisch mit meinem mittlerweile geliebten Galaxy S10 mithalten kann. Ein Vergleich (links Samsung, rechts Apple)

Die Bilder vom S10 wirken auf mich farbenfroher, detailreicher, heller. Besonders krass sieht man das beim Bild der Allee, wo es beim iPhone aussieht als wäre Herbst. Chef ist das iPhone X aber dafür im Porträtmodus, was ihr im letzten Bild seht. Die Blüte versinkt in einer angenehmen Hintergrundunschärfe; das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht von einer Aufnahme mit einer Spiegelreflex oder DSLM-Kamera zu unterscheiden. Beim Samsung-Bild (mit Live-View aufgenommen) ist einfach alles scharf, was ich hier gar nicht wollte. Auch wenn das S10 die Blüte viel farbenfroher darstellt.

Also, Fazit: Das S10 gewinnt, aber neidisch bin ich auf den Porträtmodus des iPhone X. Und ich glaube, 1, 2 Generationen noch (die neue mit S20 und iPhone 11 Pro ist ja schon am Start), und ich kann meine Canon DSLM wirklich einmotten.

Nach drei Monaten mal wieder ein paar Bälle Tischtennis spielen. Mensch, hat das gut getan! Auch wenn’s draußen war:

Living the life 🙂

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Meh

.24: Vom Winde zerlegt

Tja, das haben wir jetzt davon… Und ich fürchte, ich habe gerade auch meinen Teil dazu beigetragen. Vermutlich ging es vielen Leute wie mir. Sie wollten sehen, wie schlimm „Vom Winde verweht“ wirklich ist.

Und ja, geht gar nicht. Die Darstellung der Schwarzen als tumbe Taugenichtse, die froh sein können, dass gütige, weiße Herrenmenschen sie überhaupt für lau auf den Plantagen schuften lassen, ist noch nicht einmal das Schlimmste. Das hatte man ja für die Zeit, in der der Film gedreht wurde, fast schon erwartet. Viel übler ist eigentlich das Setting, das die Südstaaten zur Zeit der Sezession als sonnige, kleine Welt darstellt, in die dann irgendwann der böse Yankee einfällt. Noch einen drauf setzt die deutschen Synchronfassung (die ich gucken musste, weil ich den Südstaatenakzent nur zur Hälfte verstanden habe). Laut der können die Schwarzen sogar ihre eigene Sprache nicht richtig sprechen. Im Original reden sie schlicht Slang.

Das ist aber nicht das einzige Problem, das ich mit dem Film habe. Erschwerend kommt hinzu, dass es eine elendige, vierstündige, von Theatralik triefende Schmonzette ist. Ja, Clark Gable und Vivien Leigh spielen super. Spaß macht’s vor allem, wenn sie sich gegenseitig aufziehen. Dann hat der Film seine größten Momente. Die übrigen dreieinhalb Stunden hätte ich mir trotz wirklich aufwändiger Kostüme, Kulissen und Massenszenen lieber gespart.

Sieht gut aus!

Tough but fair…

Und noch paar Bildchen, dann schon genug für heute.

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Allgemein

.23: Es tut sich was

HBO Max nimmt „Vom Winde verweht“ aus dem Programm, die BBC und Netflix „Little Britain“. Man kann das übertrieben finden. „Vom Winde verweht“ ist 80 Jahre alt, die Macher von „Little Britain“ hatten sich längst von fragwürdigen, heute kritisierten Methoden wie Blackfacing distanziert. Ich finde dennoch, es setzt das richtige Zeichen. Man hat es beim Thema Rassismus lang genug Fünfe gerade sein lassen. Zeit, dass es mal in die andere Richtung geht.

Speaking of which: Eine Boulevard-Zeitung mit Rückgrat. Kudos, Hamburger Morgenpost!

Jetzt könnte man sagen: Das alles sind doch nur Kleinigkeiten. Sind es auch. Kleinigkeiten, die Mut machen, auf dass man sagt: Vielleicht ist die Welt doch gar nicht so schlecht. Sie sind notwendig.

Ich wollte anlässlich des Ganzen noch einmal „Vom Winde verweht“ sehen. Gucken, ob das mit dem Rassismus wirklich so schlimm ist, oder allgemein, was um die Geschichte für ein Gewese gemacht wird, Filmgeschichte halt.

Ich hatte plötzlich keinen Bock mehr darauf. Ob’s daran lag, dass der Film 4 (!) Stunden lang ist? Auch, aber nicht nur.

Ich habe mir stattdessen „Land im Sturm“ angeschaut, eine dreiteilige, portugiesische Familiensaga. Und das würde ich euch auch empfehlen. Gibt es noch ein paar Wochen lang auf Arte. Ist gut investierte Zeit.

Wenn David Lynch etwas macht, dass muss es abseitig sein. Selbst wenn es so etwas wie eine Comedyserie oder – ja, was soll das eigentlich sein? Es ist weder lustig, noch notwendig und alle tragen Häschenkostüme. Könnt ihr machen, wenn ihr wollt, könnt ihr aber auch lassen und statt dessen „Land im Sturm“ gucken.

Ein Glück, es ist wieder Alltag, der „General-Anzeiger“ berichtet jetzt über die brandheißen News:

Wenn du so stark bist, dass du das stärkste Fitnessband, das du hast, zerreißt…

… dann war es offenbar nix, und du solltest neue, bessere bestellen oder doch irgendwie wieder ins Fitnessstudio gehen.

Hab Nicky heute aus Blankenheim abgeholt. Hübsche Gegend, es sei auch das Bild des Tages:

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Yeah

.22: Horrorfilm Schule

Die Funk-Serie „Druck“ ist für den Deutschen Fernsehpreis nominiert; da wollte ich mir mal anschauen, was das eigentlich ist. Und hab es nicht lange ausgehalten. Nicht wegen der Qualität der Serie, die könnte zwar noch weit besser, ist aber okay. Und eigentlich eine ganz liebevolle Coming-of-Age-Geschichte aus weiblicher Sicht, für die ich allenfalls zu alt bin.

Dass ich das nicht lange ausgehalten habe, hat mit dem Setting „Schule“ zu tun. Wenn ich einen Film oder eine Serie über eine US-Highschool sehe, nehme ich das klar als Fiktion wahr. Serien über deutsche Schulen lösen in mir die gleichen Beklemmungen aus, wie wenn ich einen Horrorfilm sehe.

Das ganze ist sich auch nicht so unähnlich. Jeder Schritt der Heldin ist ein Spießrutenlauf. Du weißt, dass jederzeit von rechts oder links einer kommen könnte, der sie unvermittelt anrempelt, ihr etwas unfassbar Gemeines ins Gesichts sagt, weil Teenager da nicht groß drüber nachdenken, sondern es einfach tun. Weil jeder sie als Schlampe bezeichnen könnte, Gruppen sie ausgrenzen, der Lehrer sie zusätzlich auseinander nehmen. Puh! Viel zu reell, das alles.

Manchmal frage ich mich: Liegt all das am System Schule oder einfach daran, dass Dutzende Adoleszierende hier in einen Kessel geworfen werden, der an sich schon heiß ist, weil das Problem auch ohne Schule wäre, dass alle irgendwie erst lernen müssen, miteinanander klarzukommen? So oder so glaube ich, es ist kein Zufall, dass es so viele Highschool-Horrorfilme gibt. Das geht eh beides in die gleiche Richtung und Highschool-Horror ist dann entweder der Overkill oder neutralisiert sich ein bisschen.

Zehn Folgen von „Druck“ habe ich durchgehalten, dann war auch mal gut. Obwohl mich schon noch interessiert, ob Mira und Alex noch…

Ich vermisse „meine“ Rudermaschine und würde am liebsten ins Fitnessstudio gehen. Traue mich aber noch nicht so recht. Weil, wenn irgendwo Aerosol-Party ist, dann da. Da können sie an Maßnahmen treffen, was sie wollen. Was meint ihr?

Während das Dell XPS 13 gerade zurücksetzt, habe ich den Nachfolger bestellt. Der kommt jetzt vielleicht etwas überraschend:

Ja, ein MacBook Pro, ja eins vom vergangenen Jahr (noch mit der „bösen“ Butterfly-Tastatur), mit nur 128 GB und nur 8 GB RAM. Also allem, was ich eigentlich nicht wollte (außer der Farbe).

These nämlich: Selbst wenn ich 2.000 Euro in ein Notebook stecke: Irgendwas ist offenbar trotzdem immer. Also hole ich mir lieber eins, das deutlich erschwinglicher ist und seinen größten Wertverlust schon hinter sich hat, und verkaufe es wieder, wenn ein besseres kommt.

Gerüchten zufolge kündigt Apple nämlich bald an, bei MacBooks auf ARM-Technologie zu wechseln. Und dann bekäme ich vielleicht doch noch ein MacBook mit Touch? Na, wahrscheinlich nicht. Aber die Zeit hin bis zu Besserem überbrückt jetzt erstmal das Pro. Und das Beste: Es kommt schon Freitag.

Außerdem sind mir fast 2.000 Euro eigentlich eh ein bisschen viel für ein Notebook. Ich mag da gedanklich gar nicht die ganze Zeit dranhängen, vor allem, wenn ich unterwegs bin.

Bill & Ted waren eins der lustigsten Comedy-Duos meiner wilden (?) Jugend. Und jetzt kommt tatsächlich Teil 3! Und sie haben allen Ernstes die gleichen Jungs von damals wieder genommen, was im Falle der 2. Hauptrolle niemand Geringeres bedeutet als Keanu Reeves. Und dem Actionstar scheint die Rolle als alt gewordener Dummbrot-Musiker überhaupt nicht zu liegen. Ich hoffe, das kommt nur im Trailer so rüber:

Wenn du dir einen Scooter reservieren willst, aber die Uhr nicht weiterlaufen soll:

Und mal wieder ein paar Bilder von der Heimatfront:

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OK

.21: MacBook als das kleinere Übel

Okay, es ist entschieden. Das Dell XPS 13 geht zurück. Durchaus schweren Herzens. Aber wenn die Akkulaufzeit nicht mal halb so hoch ist wie angegeben, sehe ich es irgendwo nicht ein. Bericht dazu folgt auf dem Trendblog. Schön ist es schon… :`(

Und the new weapon of choice wird dann wohl wieder die alte weapon of choice sein: ein neues MacBook Air. Du hast gewonnen, Apple. Aber nicht, weil du so geil und engagiert bist, sondern weil die anderen es noch schlechter machen. Das sei an dieser Stelle betont. Es ist wie bei einer Bürgermeister- oder Bundestagswahl, in der man schon lange nicht mehr den besten Kandidaten wählt, weil es keinen gibt, sondern nur noch das kleinere Übel. Toll ist das schon nicht.

Ich versuche weiterhin täglich hier zu loggen (außer am Wochenende). Es sind jeweils Sammlungen, aber die Überschriften bekommen jetzt wieder ganz normale Titel. Zumindest experimentiere ich mal damit. Ich hoffe, es ist nicht zu verwirrend.

Iiirgendetwas stimmt hier nicht. 😉

Wenn der Voyeur in mir eins gerne liest, dann sind das Verrisse über Til-Schweiger-Filme. Im Grunde schlagen die Medienkritiker hier aber auch nur in eine Kerbe, die Schweiger seit 20 Jahren kontinuierlich selbst ausweitet. Schon die Überschrift „Bastian hätte mehr verdient als „SCHW(31NS7)EIGER“ lässt erahnen, dass der gute Til hier wieder nicht gut wegkommt.

Jan Freitag von DWDL tritt aber noch fester drauf:

„So stehen abgesehen von der Titelfigur drei Personen im Fokus dieser Dokumentation: Til Schweiger. Til Schweiger. Und Til Schweiger.“

Oder:

„Und wenn der Donald Trump des hiesigen Massenentertainments im Hintergrund die Fäden zieht, kann sein überdimensioniertes Ego gar nicht anders, als sich ständig zum Bühnenrand vorzudrängeln.“

Autsch. Der Mann muss schon einiges aushalten.

Und irgendwie hätte ich jetzt Lust, „SCHW31NS7EIGER“ gerade deswegen zu sehen.

Wobei mir jetzt schon so oft „The Last Dance“ empfohlen worden ist, dass ich meine kostbare Lebenszeit vielleicht besser damit verbringe.

Am Ende verbringe ich ebensolche Lebenszeit zuletzt aber doch meistens damit, Bücher zu lesen, mich mit meiner Altersvorsorge zu befassen und mich nach E-Bikes umzuschauen. Leider gar nicht so billig, um nur kurz eins für einen Urlaub anzuschaffen…

Bild des Tages:

Hab mich selten so sehr über Regen gefreut.

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Meh

.20: Rassismus ist 80er

Versteht mich nicht falsch: Rassismus ist immer noch ein Riesenproblem, wie die letzten Tage gezeigt haben, auch in Deutschland. Gleichberechtigung ist immer noch nicht durch und auf Klimawandel und Umweltzerstörung reagieren wir mit: noch mehr Konsum.

Hab einen Bekannten mit einem E-Bike-Geschäft gefragt, ob er auch Gebrauchträder verkauft. Seine Antwort, sinngemäß: Er würde mir ja gerne helfen, aber die Kunden rennen ihm gerade wegen Neugeräten die Bude ein. Und mit den Anfragen für gebrauchte E-Bikes könnte er am Ende der Stadt ein eigenes Großlager aufmachen.

Läuft da nicht irgendwas schief?

Aber zurück zum Thema: Etwas kindlich-naiv formuliert: Das hatten wir doch eigentlich alles schon hinter uns, seit ich klein war. In meinem Umfeld waren Frauen gleichberechtigt, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass das anders hätte sein können. Dass Mädchen mindestens genauso schlau waren wie Jungs und alles werden können, was sie wollten, war da längst bekannt. Ich meine auch, es war in der Grundschule der katholische Religionsunterricht (den viele heute für Teufelszeug halten), wo unser Lehrer uns Offenheit und Toleranz gegenüber Menschen anderer Glaubensrichtungen eingeschärft hat. In der Schülerzeitung in der 5. Klasse (das war etwa 1989 rum) habe ich damals einen Beitrag darüber geschrieben, wie gefährlich Autoabgase seien und dass wir was dagegen tun müssten. Michael Jackson (lange vor Bekanntwerden seine Pädophilie, ein weiteres Problem, das gerade wieder aktuell ist) sang ein paar Jahre später einen tollen Popsong gegen Rassismus. Und alles war gut.

Spätestens da waren die Themen eigentlich für mich erledigt. Und heute, 30 Jahre später, schlagen wir uns allen Ernstes immer noch mit ihnen herum? Das darf doch alles nicht wahr sein! Was ist da bitte schief gelaufen?


Minimalismus letztes Level

Besiegte, weil fertig aussortierte Räume:

  • Auto (✓)
  • Keller (✓)
  • Küche (✓)
  • Bad (✓)

Fehlen noch Schlafzimmer, Flur und vor allem Arbeitszimmer. Hier vor allem die Kommode mit allem Papierkram. Letzte Gegner:

  • Einkommensteuer-Erklärung 2019 (ein letztes Mal auf Papier)
  • Papierlose Strategie
  • Alte Kladden, Tagebücher, Briefe
  • Alte Dokumente auf der Festplatte
  • 80.000 Fotos (immer noch)
  • Altersvorsorge
  • Vorsorgevollmacht & Co.
  • Fachbücher, die ich mal angeschafft, nie gelesen, vor dem Wegschmeißen aber dann doch mal durchgearbeitet haben wollte

Nebenbei: Was bin ich froh, dass ich DIESES Mistbuch endlich durch (und sofort in den öffentlichen Bücherschrank outgesourct) habe. Klingt eigentlich spannend, und das Thema hat mich auch interessiert, aber war unfassbar dröge zu konsumieren. Hab fast ein halbes Jahr daran gelesen.

Letzte Geräte zum Wegminimieren:

  • MacBook Air 2013 (bereits vergeben)
  • Dell Multifunktionsdrucker (dto.)
  • Alte Speicherkarten, hauptsächlich MicroSD (jemand Interesse?)
  • Eventuell doch noch die Fotokamera (Canon EOS M6 Mark I)

Morgen entscheidet sich auch, ob ich den Dell XPS 13 behalte. Sieht nicht gut für ihn aus.

Das ist noch gut und gerne Arbeit für ein paar Wochen. Aber das Ende ist in Sicht. 🙂


WHERE ARE MY DRAGONS?!?

Ach so, da oben…

Hrhr…

A few pics. All taken this weekend in Bonn, Germany:

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OK

.19: Die Fehler der Anderen

Rezo hat für sein Video „Die Zerstörung der Presse“ fast 1.800 online verfügbare Beiträge über sich in einer Excel-Tabelle gesammelt und hier jeweils beschrieben, wenn die Autoren dieser Beiträge Fehler gemacht haben. Die Aussage scheint eindeutig: Die Presse macht Fehler, einige Presse-Erzeugnisse deutlich mehr als andere.

Die „Berliner Zeitung“ kam dabei neben der „Bild“ und der „FAZ“ besonders schlecht weg (Fehler in angeblich 55% der Beiträge über Rezo), die Verantwortlichen wunderten sich darüber. Medienjournalist Kai-Hinrich Renner hat diese Beiträge nun für die B.Z. analysiert, findet in Rezos Tabelle überhaupt nur 18 Beiträge der B.Z., von denen Rezo 11 bewertet haut und 6 davon laut Rezo Fehler aufweisen (6 von 11 = 55%). Das ist schon sonderbar gezählt, denn 1. waren es eigentlich mehr als 18 Artikel, und 2. hätte Rezo eigentlich 6 fehlerhafte von 18 zählen müssen, also nur 33%.

Renner schreibt einige der Fehler Kollegen aus der Mediengruppe DuMont zu, zu der die „Berliner Zeitung“ im Mai 2019 noch gehört hatte. Andere Fehler gibt er zu. Bei wieder anderen sieht er im jeweiligen B.Z.-Artikel keinen Fehler. Etwa, wenn der zuständige Redakteur die Zahl der Abonnenten von Rezos mehreren YouTube-Kanälen zusammenzählt und diese „Rezos Abonnenten“ nennt. Rezo weist in dem Fall darauf hin, dass viele Personen mehrere seiner Accounts abonniert hätten.

Ein Fehler also? Oder nur eine unterschiedliche Zählweise? Laut Renner ist es unüblich, dass im Mediengeschäft Mehrfachabos im ohnehin oft sonderbaren Zahlenzirkus herausgerechnet werden. Es bleibt für den genannten Artikel der einzige Fehler, den Rezo ausweist. Und gröbere Fehler in den 6 bemängelten B.Z.-Artikeln beziffert er selten. Renner moniert auch, dass Rezo einige Beiträge über ihn in der B.Z. gar nicht in seine Analyse mit einbezogen habe, obwohl diese sich nur mit Rezo befassten. Was am Ende dennoch stehen bleibt, ist die horrende Zahl von 55 Prozent Fehlern in B.Z.-Artikeln über Rezo.

Rezo hat außerdem Kommentare als falsch eingestuft, die ihm vorwerfen, die CDU zerstören zu wollen. Er erkläre nämlich in Minute 1:20 in seinem damaligen Video, dass er das keinesfalls wolle, das täte die CDU schon selbst. In seinem Video, das er „Die Zerstörung der CDU“ genannt hat. Und in dem er am Schluss dazu aufruft, (neben einigen anderen Parteien) nicht die CDU zu wählen. Darf man hier nicht zumindest die Vermutung äußern, dass Rezo die CDU eben doch zerstören wollte? Dass, wenn er damals die Zusammenstellung von Fakten gegen die CDU nicht veröffentlicht hätte, niemand auf die Idee einer Zerstörung gekommen wäre? Ist es falsch, wenn man in einem Kommentar die These dazu aufstellt? Oder eben auch nur Meinung?

Und ist es falsch, wenn ich hier Fragen stelle, die rein gar nichts beweisen? Ein eher feiges Verhalten, das Rezo in seinem Video „Zerstörung der Presse“ (zu Recht) Verschwörungsmythikern aber auch einigen Journalisten vorwirft.

Aber jetzt wird’s interessant, denn auch Renner macht in seinem Artikel, der über Fehler oder zumindest Ungenauigkeiten von Rezo handelt, zumindest einen kleinen Fehler, den er später selbst offenlegt. So heißt es in einer Anmerkung am Schluss:

In einer früheren Fassung stand, dass die Excel-Tabelle nicht verlinkt war. Tatsächlich konnten wir sie zunächst nicht finden, deshalb besorgten wir sie auf anderem Wege. Ein Leser wies uns daraufhin (sic!), dass sie unter dem Dokumentationslink zu finden sei. Ob die Tabelle dort von Anfang stand oder erst nachträglich eingefügt wurde, wissen wir nicht.

Und diese Kleinigkeit finde ich wichtig zu erwähnen, weil es zeigt, dass es praktisch unmöglich ist, keinerlei Fehler zu machen, egal, wie sehr man sich bemüht. Renner hat sich augenscheinlich bemüht, keinen Fehler zu machen und doch einen gemacht. Rezo hat in seiner umfangreichen Excel-Tabelle welche gemacht. Und zahlreiche Medien, die er kritisiert, haben dann auch wirklich Fehler in der Berichterstattung über ihn gemacht.

Man könnte nun schlussfolgern: Journalisten machen Fehler, also glaube ich jetzt nur noch solchen Leuten, die rein wissenschaftlich arbeiten. Rezo hat einen Masterabschluss in Informatik, den er an der Universität Dortmund abgelegt hat; das wissenschaftliche Arbeiten muss er dort also gelernt haben. Vor Fehlern schützt das offenbar trotzdem nicht. Also nur noch praktizierenden Wissenschaftlern mit Doktor- und Professorentiteln glauben, weil die keine Fehler machen?

Reicht leider nicht. Und sei es der Fehler, sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie mit einem PR-Team einzulassen (Streeck), ungeeignete statistische Methoden für eine geplante Studie anzuwenden (Drosten) oder zumindest den „Fehler“ zu machen, Kontaktdaten des Bild-Journalisten, der ihm eine zu kurze Reaktionszeit zugestanden hatte, auf Twitter zu veröffentlichen und ihn damit der Menge zum Fraß vorzuwerfen (ebenfalls Drosten, wenig später korrigiert). Oder anhand des Schätzwerts der Reproduktionszahl die Behauptung aufzustellen, die Kontaktbeschränkungen hätten keinerlei Auswirkungen auf die Verbreitung des Virus‘ gehabt (Homburg).

Und wer nun auf die Idee kommt, die herrschende Klasse lüge sowieso oder habe sich verschworen (wir haben’s ja immer gesagt, glauben wir also nur noch Verschwörungsmythikern), für den dürften die Passagen darüber in „Die Zerstörung der Presse“ eine Offenbarung oder zumindest eine Erheiterung sein.

Ja, Moment. Wer sagt denn nun die Wahrheit, nichts als die Wahrheit und die ganze Wahrheit?

Ich fürchte, keiner. Weil es oft auch gar nicht möglich ist.

Schaue ich mal auf meine eigene Arbeit, dann gehe ich jeden Text, den ich später veröffentliche, vorher in mühseliger Kleinarbeit durch. Stimmt das? Sagt die Quelle das Richtige? Schreibe ich hier das Richtige? Stimmt das ganz sicher, nur wahrscheinlich, nur ein bisschen oder eher nicht?

Die Zeit, die ich dafür zur Verfügung habe, ist etwas länger als die, die die meisten Online-Redaktionen haben. Und doch reicht sie nie aus, um 100 Prozent aller Behauptungen sicher und zweifelsfrei zu belegen und alle möglichen Fehler mit Sicherheit auszuräumen. Ich gehe dabei immer so weit, wie ich in der zur Verfügung stehenden Zeit kann, mit dem Wissen und der Erfahrung, die ich habe. Aber klar ist mir jedes Mal leider auch: Die 100 Prozent erreichst du nie.

Erreicht aber auch ein Informatiker in seiner Arbeit nie, ein Arzt nie, ein Lehrer nie, ein Wissenschaftler nie, ein Politiker nie, ein Verschwörungsmythiker: sowieso nie.

Ich habe mir die letzten Wochen gerade mit dem Aufkommen der Demos von Verschwörungsmythikern immer wieder die Frage gestellt, wie tendenziös meine Arbeit möglicherweise ist, wie ich Fehler möglichst ausschließen kann, wie ich gute Argumente für das sammeln kann, was ich tue, und wie ich meine Arbeit zur Not verteidigen kann.

Schaue ich mir diesen ganzen Zirkus jetzt an, habe ich eine Sache dabei zumindest gelernt. Wenn mir jemand vorwirft, ich wäre ja nur ein Vertreter der linksrechtsgrünversifften Regenbogenlügenpresse, wir würden ja nur Fakten verdrehen, es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen und täglich Fehler machen, dann werde ich müde lächeln und antworten: „Egal wer du bist: Du auch, und mit hoher Wahrscheinlichkeit noch viel mehr als ich.“