Kategorien
Yeah

107: Optimistische Internationale

Ich habe hier gestern ganz schön vom Leder gezogen und im Anschluss eine ganze Menge geträumt. Gute Dinge eigentlich. Wodurch sich der Bogen zu diesem Beitrag spannen lässt. Wir sind durch die letzten Jahre geneigt, immer vom Schlimmsten auszugehen. Aber lassen wir doch mal ein paar positive Töne anklingen, etwa was wäre, wenn alles einfach mal gut würde. Eine optimistische Internationale sozusagen. Und zwar eine, die gar nicht so unrealistisch ist.

  • Joe Biden gewinnt Anfang November die US-Präsidentschaftswahl. Dass Trump ein Pleitegeier ist, kaum Steuern gezahlt und Corona verharmlost hat, wird selbst seinen treuesten Anhängern zu viel. Sie sägen ihn ab und wählen den Anderen.
  • Biden bringt ein paar gute erste Gesetze auf den Weg. Dann stirbt er plötzlich eines natürlichen Todes. Seine automatische Nachfolgerin wird die Vize-Präsidentin Kamala Harris.
  • Und plötzlich stellt Amerika fest, die perfekte Staatslenkerin im Weißen Haus zu haben. Nicht-weiß, weiblich, klug und mit dem Herz am rechten Fleck. Sie schafft es, die beiden zerstrittenen Lager zu versöhnen.
  • In Deutschland hat derweil die AfD fertig. Selbst abgehängte Merkel-Hasser sehen ein, dass die Partei schlicht menschenverachtend und nicht mehr tragbar ist. Was von ihr noch übrig ist, kommt bei der Bundestagswahl auf unter 5 Prozent.
  • In Brasilien treten bei Jair Bolsonaro plötzlich Corona-Spätfolgen auf. Er sieht sich außer Stande, die Regierungsgeschäfte weiterzuführen. Es gibt Neuwahlen, eine indigene Staatslenkerin gewinnt.
  • Die Bundesregierung entschließt sich zu einer deutlich weiter reichenden Förderung von Solarstrom und verlängert auch die Förderung von Windkraft. Für den Bau neuer Windparks finden Bund, Länder und Kommunen eine gemeinsame Lösung.
  • Auch die Förderung für E-Autos geht weiter und wird ausgedehnt auf E-Bikes, Lastenfahrräder und normale Fahrräder.
  • Als Abschiedsgeschenk beschließt Merkel den deutlich früheren Ausstieg aus der Braunkohle. Hambi darf bleiben, Datteln 4 geht nicht mehr ans Netz.
  • Die Forschungen am Wasserstoff-Flugzeug werden erheblich intensiviert. Erste Prototypen gibt es bereits 2025; 2030 heben die ersten Maschinen damit ab. Aufgrund der Verluste durch Corona des heimischen Freizeit- und Hotelgewerbes bleiben Europäer für ein paar Jahre in Europa. Reisebusse und Bahnen feiern eine Renaissance.
  • Plastik zu vermeiden wird zum Trend. Unverpacktläden boomen so sehr, dass auch normale Supermärkte umdenken und Unverpackttheken einführen.
  • Um eine 2. Corona-Welle kommen wir derweil herum, ebenso wie um einen zweiten Lockdown, weil die Leute doch noch rechtzeitig vernünftig werden und sich wieder am Riemen reißen. Der Preis wäre einfach zu hoch. Im März 2021 ist Covid-19 Geschichte.
  • Es regnet den ganzen Herbst durch, die drei Dürrejahre bleiben die einzigen. Und überhaupt endet die Klimaerwärmung plötzlich. Die Energiewende verfolgen wir trotzdem bis zum Ende. Die „Wir haben’s doch gesagt“-Sager bleiben ungehört, weil wir inzwischen Social Media 2.0 haben, dezentrale, nicht-kommerzielle Lösungen, in denen ein grundfreundliches Klima herrscht.

Ja. Das hätte doch Hand und Fuß so. Und überhaupt: warum nicht! Was sind eure Ergänzungen?

<3 🙂

Kategorien
Hm

106: „Wenn ich der Staat wäre, würde ich meine Veranstaltung auch verbieten lassen“

Die groß angekündigte Reportage „Rechts. Deutsch. Radikal.“ auf ProSieben lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Kronzeugin Lisa Licentia, die sich anfangs stramm rechts positioniert und mitten in der Doku plötzlich zusammenbricht und das Opfer gibt, kommt mir im Ganzen unglaubwürdig vor. Sonderbar auch, dass das Abschlussinterview mit dem mittlerweile deswegen entlassenen AfD-Pressesprechers Christian Lüth nur als Gedächtnisprotokoll wiedergegeben wird und dennoch bereits personelle Konsequenzen nach sich gezogen hat. Migranten erst ins Land lassen, um sie hinterher noch zu erschießen oder zu vergasen, wie er es demnach gesagt hat… Und so einer war bis gestern Pressesprecher der AfD-Bundesfraktion.

Interessant auch die Aussage des bekennenden Rechtsnationalisten Alexander Deptolla, der für die rechte Szene Kampfsport-Events organisiert und darüber sagt: „Wenn ich der Staat wäre, würde ich die auch verbieten lassen.“

Ganz neu und exklusiv ist sind die Einblicke des Reporters Thilo Mischke nicht. Im Dortmunder Nazi-Kiez hat etwa Y-Kollektiv vor einigen Jahren auch schon einmal mutig recherchiert. Und was mir auch nicht gefiel, ist sein Fazit am Schluss, in dem er vor den menschenverachtenden Neurechten warnt. Die Meinung kann sich nach dem Gesehenen doch eigentlich jeder selbst bilden.

Trotzdem braucht es solche Reportagen, immer wieder. Einfach um zu zeigen, dass die braune Szene in Deutschland aktiv ist, stärker wird und die AfD mitnichten auf dem Weg ist, eine bürgerliche Partei zu werden. Man muss ProSieben jetzt keinen Ehrenpreis dafür verleihen, dass sie die Reportage mit viel Werbetamtam in die Primetime gehoben haben. Aber mir immer noch dreimal lieber so, als wenn es sie mitten in der Nacht versendet hätten.

Technischer Einschub: Als ich heute von der Reportage gehört habe und sie sehen wollte, stand als nächstes die Frage: Wie eigentlich? Ich habe keinen Fernseher mehr, meine USB-Fernsehkarte von Hauppauge ist nur Windows-kompatibel und ich habe einen Mac, die allermeisten Live-Sendungen, die ich sonst noch sehe, laufen in den Mediatheken oder Live-Streams von ARD und ZDF. Für Zattoo und ähnliches möchte ich für nur eine Sendung kein Geld ausgeben. Stellte sich heraus: Joyn ist die beste Lösung. TV-Livestream für umme und weiterhin ohne Anmeldung, okaye Bildqualität, hallllbwegs zuverlässig. Noch eine gute Investition, die ProSieben da getätigt hat. Schauen wir mal 2021, ob das auch EM-tauglich ist.

Bleiben wir beim Thema: Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass die Rechte in den letzten Jahren so erstarkt ist und in den sozialen Medien gefühlt jeder Zweite mittlerweile rechts ist (ist er nicht)? Das liegt daran, dass soziale Netzwerke unsere Wahrnehmung steuern, Ängste schüren und politische Meinungen bilden können. In dem Zuge sehr interessant ist die Reportage auf Netflix „The Social Dilemma„. Im ersten Teil der Docu-Fiction geht es darum, wie Social Media uns süchtig macht. Da dachte ich noch: Ja selber Schuld, das ist doch jetzt nichts Neues mehr. Dann löscht’s halt eure Accounts und legt’s eure Smartphones mal beiseite, ist ja jeder selber für verantwortlich. Zum Problem wird’s aber, und das zeigt der zweite Teil sehr eindrucksvoll, dass sich zwar jeder im Prinzip selbst da rausziehen kann, wir aber kaum beeinflussen können, dass die anderen es auch tun. Zurück bleibt eine tief gespaltene Gesellschaft, die sich in mehrere Richtungen radikalisiert. Das zeigt sich längst in Wahlergebnissen, Straßenschlachten, hierzulande in den ersten, teils tödlichen Angriffe auf Politiker, in anderen Ländern gar Pogrome. Und das schnürt einem schon den Hals zu.

Ihr wollt da nicht auch noch von mir belehrt werden, aber einen Rat muss ich verteilen. Steht mal vom Rechner auf und dreht eine Runde durch euer Viertel. Wie schlimm ist es da wirklich?

Markus Söder hat gestern auf dem virtuellen CSU-Parteitag fünf Minuten lang Hassbotschaften vorgelesen, die er selbst erhalten hat (via turi2).

Finde, er präsentiert sich da sehr besonnen, ruhig und versöhnlich. Ganz ehrlich: Sollte der Mann nächstes Jahr Kanzler werden, es wäre nicht das Allerschlimmste, was diesem Land passieren könnte.

Auch wenn er den Atommüll am liebsten nach dem Sankt-Florian-Prinzip verteilen würde. Überall bitte, aber doch nicht zuhause in Bayern!

Ohnehin glich das heute einem „Deutschland sucht den Superstandort„. Eine Empfehlung, die ebenso mit Spannung erwartet wurde, wie man hoffte, die eigene Region sei bitte nicht dabei um die Verlosung für den Standort des künftigen Atommüllendlagers.

Solange das sonstwohin kommt außer nach Bonn (oder dahin, wo meine Freunde und Familie wohnen), ist mir das auch ziemlich egal.

Und noch einmal Politik, dann ist aber auch gleich Schluss damit: Bonn hat also künftig eine Grüne Oberbürgermeisterin. Viel Erfolg, Frau Dörner!

Mir war es ja am Ende fast egal. Wobei ich mit Sridharan jetzt schon etwas mitleide. So schlecht war er nicht, vieles konnte er nicht durchbringen, das eine oder andere hat er wohl auch vermasselt, klar. Es wäre zwar gerecht und eigentlich auch vernünftig gewesen, ihm noch einmal 5 Jahre zu geben, weil 5 Jahre als OB wirklich nicht die Welt sind. Aber, so ist Fußball nun einmal das poltische Geschäft. Haste nicht brilliert oder biste in der falschen Partei, wirste abgesägt. Frau Döner wird sich aber noch wundern, wie wenig sie am Ende durchgesetzt bekommt in den 3 Jahren, die ihr vielleicht noch bleiben, nachdem sie sich in den ganzen Driss eingearbeitet hat.

Jetzt möchte ich nämlich auch bitte die Fahrradhauptstadt Bonn haben! Oder zumindest eine deutliche Verbesserung der Fahrradinfrastruktur bis 2025. Wir können ja gerne wetten, ob wir das auch bekommen, und wenn ja, wie viel davon dann auf ihrem Mist gewachsen sein wird. Ich prophezeie: nein, und: nicht besonders viel. Nicht weil sie nicht will, sondern weil sie am Ende nicht können wird.

Und dann war da heute noch ein Corona-Antikörper-Test für mich. Und so viel gibt’s da eigentlich gar nicht zu erzählen. Sie schicken dich ins Gewerbegebiet in Nähe des Straßenstrichs, lassen dich kurz draußen warten, holen dich dann ins allererste Zimmer hinter der noch offenen Tür, du desinfizierst kurz vorher deine Hände, setzt den Atemschutz auf, legtst ab, setzt dich und dann zapfen sie dir auch schon Blut ab. Ergebnisse dauern jetzt natürlich noch etwas.

Und nach Aussage der Mitarbeiter ist ihr Test natürlich sehr aussagekräftig. (Nimm das, Boris! ;). Zumindest würde ich eine Einladung zu einem weiteren Test bekommen, sollte er positiv ausfallen, und wenn er negativ ausfällt, dann hätte ich auch ziemlich sicher nichts gehabt. Bin gespannt.

Nach 30 Spielen ohne Niederlage ist der FC Bayern gestern von der TSG Hoffenheim gleich mit 1:4 abgewatsch worden. Und als wäre das nicht schon lustig genug, leuchtete heute die Aufschrift „TSG“ auf der Außenfassade der Müncher Allianz-Arena. Nanu, denkt sich der Beobachter im ersten Moment, bedanken sich die Bayern jetzt schon dafür, wenn sie verlieren?

Bild: Telekom

Leider nein, das war eine wunderbar verunglückte Werbung der Telekom für „T-5G“. Das hat man dann davon, wenn man großspurig für 5G wirbt, den kleinen Mann da aber nicht ran lässt.

Bild des Tages noch, dann habt ihr auch für heute genug getan. 🙂 Längster und politischster Post seit langem. Danke, dass ihr bis hierhin durchgehalten habt!

Kategorien
Hm

105: Die Medien

„Wenn ich sehe, was die Medien online schreiben… das stimmt doch alles nicht. Ich habe Familie zuhause im Irak, von denen hatten viele Corona. Keiner hatte das so schlimm, wie die Medien immer schreiben.“

„Na ja, die Medien schreiben ja schon nichts auf, was nicht stimmt. Sie dramatisieren, sie zeigen nur einen Teil des Ganzen, bauschen manchmal auch ein wenig auf. Aber sie schreiben ja nur Geschichten über Krankheitsverläufe, die auch tatsächlich stattgefunden haben.“

„Aber wissen Sie, wenn Sie eine Grippe haben, also eine echte, schlimme Grippe, dann schmecken und riechen sie auch nichts und liegen ein paar Wochen flach. Die ganze Wirtschaft, so viele Geschäfte gehen pleite… das kann auch Deutschland nicht verkraften.“

„Aber das sind ja Entscheidungen, die die meisten Staatslenker treffen, und die lassen sich kaum von den Medien beeinflussen. Und die Entscheidungen beruhen auf dem Respekt vor einem noch kaum bekannten Virus.“

„Ja, aber, was die Medien schreiben, online, heute. Das ist doch alles verrückt…“

Ich habe das Gefühl, der Ruf der Medien hat so sehr gelitten, der ist so schnell nicht mehr zu kitten. Zur Not müssen sie mittlerweile auch den Kopf für Dinge hinhalten, für die sie eigentlich nichts oder nur wenig können. Mein Taxifahrer zumindest hat sich auf sie eingeschossen.

Dann wiederum schreiben die Medien auch wirklich viel Mist…

Genau, Mein-MMO, bei dem Begriff „2. Welle“ denken die Leute als erstes an die blöde Playstation…

Medien ey…

Auszug aus den News von Spiegel Online:

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit setzte am Freitag auch Dänemark, Irland, Island, Luxemburg, Portugal, Slowenien und Ungarn auf seine Corona-Risikoliste.

Daneben Teile Frankreichs, Norditaliens, Österreichs. Einige Westschweizer Kantone werden selbst gerade also Risikogebiete für andere eingestuft.

Mit anderen Worten: Die 2. Welle rollt längst, und zwar nicht die für die Playstation 5. Warum wir in Deutschland bislang immer noch recht gut dabei wegkommen, ist mir wieder mal ein Rätsel.

Öhö…

Bild des Tages, wobei, ist bisschen grün:

Schönes Wochenende euch!

Kategorien
Meh

104: Wo sind meine Gedanken hin?

Das ist ungewöhnlich: Heute Morgen war ich noch in Meppen, seitdem bin ich gut 2h30min auf der Autobahn unterwegs gewesen, habe einiges auf der Arbeit weggeschafft, ein neues Testgerät bekommen, neue Amzon-Geräte bestaunt, Podcasts gehört, viel gelesen, Dinge ausprobiert.

Und ich habe absolut nichts zu erzählen. Dabei war mir noch so, als hätte ich ein großes Thema gehabt, über das ich schreiben wollte. Einfach vergessen.

Entweder ist das beginnende Senilität, etwas Überarbeitung im Moment oder schlicht Verchecktheit. Heute muss ich es auf jeden Fall mal kurz machen.

Das eine Video zeige ich euch trotzdem. Denn die fliegende Indoor-Überwachungsdrohne, die Amazon (Ring) hier vorgestellt hat, läutet für mich eine neue Ära ein. Also klar, im Prinzip wäre sowas schon lange umsetzbar gewesen. Reell aber nicht, dann an irgendwas wäre es gescheitert. Wenn man sowas jetzt wirklich umsetzen kann, dann geht es hier langsam auch voran:

Kategorien
Yeah

103: Life and Death

Bin gerade mal wieder in der Heimat und wo, wenn nicht hier, kommt mir der Gedanke, was ich tun würde, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte. Den Spruch kennt jeder, aber habt ihr da jemals einen wirklichen Plan aufgestellt? Meiner sieht aktuell so aus:

  • Meine Family zuhause anrufen, mich verabschieden, für alles danken, sie bitten, den Rest der engeren Verwandtschaft zu informieren und möglichst nicht traurig zu sein.
  • Paar Kollegen, Freunde und Ex-Freundinnen noch mal anrufen oder anschreiben und ihnen für die gemeinsame Zeit danken.
  • Lecker Craftbeer kaufen und mit Nicky, Juan und Hendrik auf der Terrasse die Nacht durchsaufen (ja, da müssen sie durch). Paar torfige Whisky sollten auch dabei sein. Zwischendurch Schnitzel bestellen. Hinfahren würde ich mit dem E-Bike, um mir noch einmal den Wind um die Ohren sausen zu lassen. Und irgendwann nachts um 0500, es dämmert schon langsam, kommt der Sensemann und trinkt noch einen mit, bevor wir dann gehen.

Das ist alles? Ja, das ist alles. Kein Überdiesträngeschlagen, kein Auto zu Schrott fahren because: who cares, keinem Ex-Chef die Meinung geigen, keiner Frau, für die ich immer schon heimlich geschwärmt habe, meine Liebe gestehen, keinen Ferrari mit 300 Sachen über die Autobahn jagen oder das letzte Geld noch irgendwie verprassen (oder jemandem überweisen).

Denn all das hätte ich ja auch vorher schonmal irgendwie machen können, wenn ich es wirklich gewollt hätte. Aber irgendwie ist mir sowas gar nicht mehr so wichtig. Selbst wenn ich meinen von langer Hand geplanten, pazifistischen Weltroman, dessen Plot eigentlich schon feststeht, nicht mehr aufgeschrieben bekomme, ich am Ende nichts erreicht haben werde und nicht in den Geschichtsbüchern auftauche, ja im Leben nicht mal irgendwas Großes gerissen habe: Dann wäre das halt so. Ist mir mittlerweile relativ wurscht. 🙂 Und euch so?

Sollte ich aber doch noch alt werden, dann weiß ich, was ich mache: Ich nehme einen Podcast auf und blicke klugscheißerisch auf mein eventuell vorhandenes Lebenswerk zurück, so wie Gerhard Schröder in seiner „Agenda“. Dort trifft er in der aktuellen Folge Uwe Bahn, die Stimme des völlig weltfremden Fußballsenders NDR2 und beide ziehen vom Leder, was Fußball mit Politik zu tun hat und so weiter:

Und ja, ich gebe zu, ich hab mir das nur angehört, um mich darüber aufzuregen…

Und nein, so schlimm war es dann, leider, gar nicht.

Witzige Geschichte: Nicht wenige wollten in den letzten Tagen die Xbox Series X (neue Konsole) vorbestellen und haben statt dessen die Xbox One X (alte Konsole) erwischt. Denn, ja, bei all den X-en kommt man schonmal durcheinander, und das ist kein Vorwurf an die Kunden.

Mit dem Branding war Microsoft noch nie besonders gut… Auch dazu fiel mir vorhin ein, dass letztlich der einzige Grund, warum Windows Phone damals gefloppt ist, der Name gewesen sein könnte. Das System war frisch, ganz anders als die anderen, teilweise seiner Zeit voraus. Aber kein Mensch wollte damals auch nur irgendwas mit Windows oder Microsoft zu tun haben. Hätten sie es doch nur ausgegründet und „Sense“ oder sowas genannt…

Mein Schwager hat einen Playmobil DeLorean mit Doc Brown, Marty McFly, Plutonium-Kiste, dem Hund Einstein und dem Fluxkompensator, der Reisen in die Zeit überhaupt erst möglich macht:

Bin jetzt schon ein wenig neidisch.

Wir können hier nicht halten, das ist Eichenprozessionsspinner-Land!

(Aber wir können einen Aufkleber unseres jeweiligen Fußballvereins drunter anbringen.)

Und noch 1 Bild, weil: Blömsche bei Nacht:

Kategorien
Yeah

102: Zweite Welle mit Ansage

Wenn jetzt alle wütend sind, wenn einige Hochzeit feiern und dabei so tun, als dass es Corona nicht gäbe, dann muss ich fragen: Was genau habt ihr denn eigentlich erwartet? Dass die Braut nicht mit ihrem Vater tanzt, keine Spiele stattfinden, keiner mal eine Zeitlang vergisst, dass es Corona nicht gibt?

Ich hab mich bei Zeiten schon genug darüber aufgeregt, jetzt tue ich es nicht mehr.

Auch darüber nicht.

Oder darüber.

Nee, bin tiefengechillt heute Abend. Wetter war auch gut, mein E-Bike läuft wieder, auch ganz ohne Reparatur. Mit „Felix Krull“ bin ich jetzt endlich durch, siehe gestern. Kann und mag mich über nichts beklagen.

Hrhr:

Hab seit Ewigkeiten keine Serien mehr geguckt. Werd das jetzt mal nachholen. Seht zu!

Kategorien
Right

101: Kaufen!

Wenn man sich einem neuen Thema widmet, dann am besten – so habe ich jetzt die Erfahrung gemacht – wenn man die konkrete Absicht hat, etwas davon zu bestellen.

Denn das bedeutet, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Jeder bestellt gerne online, aber keiner lässt sich gerne Schund andrehen, also recherchiert er gründlichst vor dem Kauf und bringt so das in Erfahrung, worauf es ankommt.

Blendle (oder genauer gesagt: Paid Content) habe ich einst die Pest an den Hals gewünscht. Mittlerweile denke ich mir, sollte man sich noch einmal damit befassen. Denn Paid Content hat sich durchgesetzt und scheint bleiben zu wollen. Ich konnte bisher alles recht gut umgehen oder dachte mir: „Ach, das interessiert dich gar nicht sooo sehr…“ Aber spätestens seit der Bonner Generalanzeiger auf Paid umgeschaltet hat, sehe ich kaum noch eine Alternative. Weil gleichzeitig die Bonner Regionalausgabe des Express zum Jahresende die Pforten schließt (und eben der Express gewesen sein wird), hat der GA mittlerweile ein Monopol auf die Lokalnews.

Ich sehe aber nicht ein, für jede Online-Nachricht, die mich interessiert, gleich ein Abo für 20 Euro im Monat abzuschließen. Hier wird Blendle mit dem Einzelverkauf von Artikeln nochmal interessant. Auch wenn gar nicht mal so viele Zeitungen und Online-Magazine da mitmachen.

Apple Silicon: Nachdem ich neulich las, dass man auf dem geplanten neuen Apple-MacBook mit ARM-Architektur auch iPad-Apps wird laufen lassen können, wird die Sache für mich langsam interessant, da ich gerade ja noch auf einer Suche nach einem schlanken Bildbearbeitungsprogramm bin und eigentlich alle Mac-Apps dafür völlig überladen sind. Jetzt noch eine stattliche Akkulaufzeit dazu, und noch einen Touchscreen (okay, den werde ich nicht bekommen), das alles für 1.000 Euro (werde ich auch nicht bekommen) und ich bin dabei. Das MacBook Pro, das ich seit ein paar Monaten habe, war ein Schnellschuss und irgendwie kein perfekter. Die Akkulaufzeit ist enttäuschend, die TouchBar überflüssig wie ein Kropf und außerdem nervig. Es tippt sich ganz gut auf dem Keyboard und der Bildschirm ist wirklich toll, aber das war’s dann auch.

Wo wir gerade von neuer Technik reden. Auch ein neues Smartphone könnte ich mir noch einmal vorstellen. Das Galaxy S10 und ich sind die besten Freunde, aber für eine Hochzeit wird es nicht reichen, weil der Akku einfach nichts taugt. Es ist tatsächlich alles, was ich an dem Ding überhaupt kritisieren würde (und dass die Telekamera sehr schnell rauscht und bisschen näher noch ranzoomen könnte), aber sonst eigentlich nur der Akku. Auch hier könnte ich mir noch einmal ein iPhone vorstellen, auch in Bezug auf Apps und dem gesamten Ökosystem. Gebt mir eins mit 3x-Tele, mit einer starken Kamera, mit OLED und mit einer 2-tägigen Akkulaufzeit für <1.000 Euro (werde ich auch wieder nicht bekommen), vor allem: gebt mir 1.000 Euro! Und dann wäre ich wohl dabei.

Bilder mit dem Motorola Moto G9 Plus. Man muss es Motorola lassen: die Bilder overperformen. Sehen auf dem Display immer nach nix aus und auf dem Rechner dann um Längen besser:

„Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“… Nein! Nein, nein und nochmals nein! Die Geschichte ist irgendwo witzig, die Hauptfigur ene lustische Jesell. Hut ab auch vor Thomas Manns Wortschatz, da geht Deutschlehrern das Messer in der Tasche auf. Aber rechtfertigt das diese geschwollene Sprache mit kaum Handlung über hunderte Seiten? Ich hab jetzt Wochen dafür gebraucht, mich immer wieder neu motivieren müssen, ein paar Seiten davon zu lesen. Ein Buch, bei dem man den Eindruck nicht los wird, dass hier nur der Schreibende Spaß hatte und der Leser gequält werden sollte. Andererseits nicht einmal das: Mann hat den Roman schon zwischen 1910 und 1913 begonnen und dann bis zu seinem Tod 40 Jahre später nicht vollenendet. Hier könnte man böse sein und ihm unterstellen, dass er selbst keinen Bock mehr auf den Quatsch hatte.

Ne, war nicht meins. Ich wage mich natürlich weiter an Weltliteratur, aber wenn die immer so geschrieben ist, dann brauche ich zwischendurch was Leichteres.

Emmys: Zwei von mir hoch geschätzte Serien haben abgeräumt: Watchmen und The Last Dance. Vom Gewinner der besten Dramaserie „Succession“ hatte ich bisher nur gehört, von der Best Comedy „Schitt’s Creek“ nicht einmal das. Und ihr?

Gesundheit: Nicky schlug vor, ich könnte ja mal einen Antikörper-Corona-Test machen. Sollte der, aus welchen Gründen auch immer, positiv ausfallen (und simmer ehrlich, ich war vor, während und nach Corona viel in der Weltgeschichte unterwegs), dann könnte ich sorgenlos sämtliche Turnhallen in Bonn und Umgebung stürmen, um da Tischtennis zu spielen oder sonstwas zu machen. Gute Idee. Ich hab mich auch direkt umgeschaut und für kommenden Montag einen Termin ausgemacht. Soll auch kaum mehr als 30 Euro kosten. Bin sehr gespannt!

Mario erzählte nebenbei die Geschichte, wie sein Arzt ihm einen Großteil des Meniskus‘ entfernt hatte (und was ein Meniskus eigentlich nochmal war). Die Geschichte hat mich derart geschockt, dass ich mittlerweile allen Ernstes Knieschmerzen habe. Bisschen gemuckt hat das linke Knie sowieso schon lange. Und seit seiner Schilderung kriege ich den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, dass ich auch einen Meniskusschaden haben könnte, und bewege mich deswegen im Schongang, was die Probleme wohl erst verursacht hat… Soll noch einer sagen, ich wär kein Hypochonder…

Kategorien
Tech

100: Eure Chance, mal Early Adopter zu sein

Vorhin mal den neuen Podcast von Don Dahlmann und Richard Gutjahr auf T-Online gehört. Ist sehr professionell produziert, auch wenn man merkt, dass sie die Fragen und Antworten schon vorgeplant haben und natürlich beide für Elektroautos sind.

Jedenfalls kamen mir dabei folgende Gedanken:

  • Das übernächste Auto, das ihr euch kaufen werdet, wird in jedem Fall ein Elektroauto sein.
  • Die Technik wird gewinnen, im Grunde hat sie das sogar schon. Es gibt abertausende Ladepunkte in Deutschland. Im benachbarten Ausland sieht die Situation meist sogar noch besser aus. E-Autos sparen Geld, sind wartungsärmer, umweltfreundlicher, fahren sich besser. Die Technik wirkt fortschrittlicher und ganz nebenbei sparen sie Feinstaubemissionen im Innenstadtverkehr und sind deswegen auch von der Politik gewollt.
  • Teslas sind iPhones, die Fabrikate anderer E-Autos sind frühe Android-Smartphones, der E-Porsche ist Vertu. Benziner sind Nokia Symbian. Diesel ist Windows Mobile.
  • Schon in ein paar Jahren werden alle das iPhone haben wollen. Weil sich das nicht jeder leisten kann, greifen andere auf Androids zurück, die sind ja fast so gut. Symbian- und Windows-Mobile-Geräte werden technisch aufholen und trotzdem wie Bleifüße in den Schauhäusern stehen bleiben.
  • Um bei E-Autos Innovatoren zu sein, müsstet ihr die Uhr mittlerweile ein paar Jahre zurückdrehen. Wenn ihr euch jetzt eins kauft, habt ihr aber noch kurzzeitig die Chance, zur den Early Adopters zu gehören. Ihr bekommt dann noch (!) ein wenig Coolheitsbonus, werdet aber auch noch als Exoten betrachtet und müsst mit einigen Anfeindungen rechnen.
  • In zwei Jahren hat sich das aber längst relativiert. Da werden E-Autos schon weit verbreitet sein und auch die anfänglichen Zweifler werden umsteigen.
  • In drei Jahren werden sich die Manfreds und Udos als cool feiern lassen, wenn sie sich ein E-Auto zulegen, obwohl sie längst nur noch die Early oder schon Late Majority sind. Spätestens hier beginnt der Tipping-Point. E-Autos werden Alltag und sind nichts Besonderes mehr.
  • Nochmal zwei, drei Jahre später, so 2026 rum, werden mehr E-Autos als Verbrenner auf den Straßen rollen.
  • 2030 wird es fast nur noch E-Autos geben. Einige wenige werden beim Verbrenner bleiben, weil sie E-Autos als Teufelszeug ansehen, nicht überwacht werden wollen oder behaupten, keins zu brauchen.

Oder anders gesagt: Kauft euch schon jetzt eins, dann seid ihr mal früh mit dabei, habt früher Spaß und profitiert gerade noch von Umweltbonus und Mehrwertsteuersenkung.

Echt jetzt, Jürgen? Ein Plädoyer für Autos, nicht dagegen? Was ist mit der Umwelt und der Rettung der Welt?

Ja, so einfach ist das alles nicht. Klar retten wir die Welt nur mit weniger, und Fahrräder wären besser als Autos. Aber keine Weltrettung, wenn ich deswegen meinen Arbeitsplatz verliere, keine Arbeitsplätze ohne Wirtschaft. Keine Wirtschaft ohne die Autoindustrie. Und wenn Autoindustrie, dann wenigstens eine etwas sauberere Autoindustrie.

Passend dazu, der Parking Day heute direkt vor meiner Tür:

Radfahrer besetzen einen Nachmittag lang ein paar Parkplätze und machen daraus einen Park für die Bewohner. Klares Motto: Es muss nicht jede Fläche für Autos draufgehen. Wir könnten unsere Städte so viel hübscher machen. Finde ich sehr gut!

Na, was jetzt?! Neue Autos anschaffen oder weg damit? Beides geht nicht!

Doch, es geht beides! Ich sage nicht, wir sollen alles wie die Niederlande machen. (Wobei: Warum eigentlich nicht?) Aber auf jeden Fall können wir uns dort abgucken, wie Autos und Fahrräder friedlich koexistieren, alles für das Fahrrad getan wird und Autofahrer trotzdem nicht benachteiligt werden. Es geht. Und simmer mal ehrlich: Ohne Autos können wir mittelfristig nicht leben und wollen das auch irgendwo gar nicht. Die Dinger sind eine Errungenschaft, die geben wir freiwillig nicht mehr her. Dann lasst uns wenigstens halbwegs saubere Autos bauen.

Wasserstoff?!

Wäre noch besser, aber so weit sind wir noch nicht.

Neues Testgerät. Ist das noch Mittelklasse?

Ich weiß, man muss über den Käufer gehen. Der hat den Einfluss. Und wenn er nichts von dem weiß, was da abgeht, ändert er nichts…

Finde das trotzdem irgendwo pervers. Nach dem Motto: Was nehme ich denn heute mal? Eier aus Bodenhaltung mit gekürzten Schnäbeln aber ohne Kükenschreddern, oder doch lieber die aus Freilandhaltung mit Kükenschreddern aber ohne gekürzte Schnäbel.

Warum muss alles, was wir essen, so eine Sauerei sein?

Muskelkater vom Tischtennis… Hatte ich auch seit Jahren nicht. Im Übrigen würde es anscheinend doch draußen gehen:

Kategorien
Argh

99: Was für eine Farce

Ich kam also nicht mehr drumrum und wollte mein Team auch nicht im Stich lassen. Also war ich heute dabei bei unserem ersten Tischtennis-Ligaspiel seit Corona vorbei ist seit Corona wieder angefangen hat seit Corona.

Von Markus in Niedersachsen weiß ich, dass dort die Hausmeister erst 30 Minuten nach einem Spielende die Halle betreten sollen, um sich vor den Aerosolen zu schützen. Die Spieler dürfen derweil vorher einfach so herein.

Der für NRW zuständige Westdeutsche Tischtennisverband legt Wert auf sein ausgeklügeltes Hygienekonzept. Etwa dass beim Seitenwechsel beide Spieler in die gleiche Richtung rotieren, dass Tische nach einem Meisterschaftsspiel (aber nicht vorher) zu desinfizieren sind, Bälle nach jedem Spiel auch. Vor allem aber dass in der Halle Masken zu tragen sind, aber nur von den Leuten in der Halle, die gerade nicht spielen. Wer spielt, nimmt die Maske natürlich ab.

Als ich heute in die Halle komme, ist das Jugendtraining gerade beendet. Alle Türen und Notausgänge sind auf, trotzdem sind dort gefühlte 28 Grad, weil der Durchzug nicht reicht, um alles zu belüften. Außerdem sind die Fenster geschlossen, weil die nur der Hausmeister mit einem Spezialschlüssel öffnen kann und der nen Riesenasi ist die Fenster für uns heute nicht geöffnet hat.

Wir haben uns teilweise ein halbes Jahr nicht gesehen (schlanker ist keiner in der Zeit geworden 😉 und begrüßen uns mit Ellenbogencheck, teilweise nicken wir uns auch nur zu, so weit alles regelkonform. Ich desinfiziere mir an dem Abend mehrmals die Hände. Vor meinem erstem Spiel bitte ich darum, dass wir den Ball einmal desinfizieren, was mein Mannschaftkamerad auch anstandslos macht. Vor meinem zweiten Spiel denke ich da nicht mehr dran. Wenn ich das richtig rekapituliere, die anderen vor und nach ihren Spielen auch nicht.

Während des Spiels kommt der dringende Hinweis von unserem Abteilungsvorsitzenden in der WhatsApp-Gruppe, dass wir bitte bitte unbedingt darauf achten sollen, die Maske zu tragen, wenn wir nicht spielen. Das Ordnungsamt käme derzeit verstärkt rum und würde das in öffentlichen Gebäuden kontrollieren.

Vorstellen musst du dir das so: Du gehst mit Maske an den Tisch, nimmst sie dort ab, rödelst dort ein, zwei Sätze herum, gehst in der Satzpause hinter die Abtrennung zu deiner Tasche (wofür du eigentlich die Maske wieder aufsetzen müsstest), trinkst dort einen Schluck, wofür du sie kurzzeitig wieder absetzen darfst, setzt sie wieder auf, gehst an den Tisch, wo die Luft noch steht, und setzt sie dort wieder ab. Macht natürlich keiner genau so, und in den Moment wo du ohne Maske vom Tisch zu deiner Tasche gehst, dürfte dich das Ordnungsamt theoretisch abkassieren.

Ich spiele gar nicht mal so schlecht an dem Abend, dafür dass ich ein halbes Jahr nicht trainieren konnte oder wollte, verliere aber trotzdem meine beiden Einzel (der Gegner hat cleverer gespielt), Doppel werden laut den Statuten ausgelassen.

Während des Spiels müssen alle Einzelspieler des Gegners ihre Personalien in einer Liste eintragen, damit man sie im Notfall benachrichtigen könnte. Adresse, Telefonnummer und so weiter können wir als Heimmannschaft dort einsehen. Jeder Gegner muss das aber ausfüllen und bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er sich mit der Einsehbarkeit seiner Daten einverstanden erklärt. Eine Möglichkeit zu widersprechen hat er nicht. Überflüssig ist das ohnehin, denn jeder Spieler wird wie immer auch mit Namen und allen Ergebnissen im Spielsystem online erfasst. Das heißt, es wird ohnehin online gespeichert, wer wann wo mit wem unterwegs war. Sollte er wegen eines Verdachtsfalls benachrichtigt werden müssen, ginge das auch über seinen Mannschaftsführer.

Das Spiel verlieren wir. Es ist mir überraschend egal, weil sich alles so surreal anfühlt. Wie soll’s jetzt ohnehin weitergehen? In zwei Wochen haben wir das nächste Meisterschaftsspiel, diesmal auswärts. Will ich noch halbwegs passabel spielen diese Saison, müsste ich trainieren und das Ganze zwei- bis dreimal die Woche durchziehen.

Gleichzeitig meldet das RKI heute für Deutschland die höchste Zahl an Neuinfektionen seit 4 Monaten, erstmals seit langem über 2.000 an einem Tag. Die Gefahr sich anzustecken, steigt mit jedem Besuch in der Halle an. Es würde mich nicht wundern, wenn sie die Saison in wenigen Wochen wieder abbrechen würden. Aber, hey, dann hätten wir wenigstens zwei bis drei Spiele für die goldene Ananas gemacht und die Herdenimmunität weiter gestärkt. Mein Nacken ist jetzt übrigens auch wieder verspannt, zum ersten Mal seit Wochen.

Nebenbei, immer dieses Gegeneinander. Klar spielt man auch um das Spaßes Willen, aber am Ende geht mit allen doch der Instinkt durch, gewinnen zu wollen. Alles Andere würde auch keinen Sinn machen. Beim E-Bike-Fahren oder dem Stand-up-Paddling neulich, die beiden neuesten Sportarten, die ich für mich entdeckt habe, gibt es so etwas wie ein Gegeneinander nicht. Du fährst raus, weil es dir gut tut, weil es Spaß macht und du in Bewegung bist. Es gibt kein Gegeneinander, du tust es nur für dich.

Zum ersten Mal seit langer Zeit kam mir der Gedanke, mich doch mal nach ein paar neuen Sportarten umzusehen. Fitnessstudio ist erstmal eh nicht mehr, und Tischtennis… hat schon lange nicht mehr so wenig Spaß gemacht wie heute.

Die PS5 kommt bald, die Xbox Series X/S auch. Jemand Bock drauf?

Eine komplett schamlose Kopie, aber tatsächlich leckerer als das Original:

Spam kann manchmal echt süß sein:

Kategorien
OK

98: Viel planen vs. viel machen

In letzter Zeit bin ich chronisch müde, schlafe schlecht, hab noch nicht ganz raus, woran das liegt. Meist stelle ich mir den Wecker auf 9, haue ihn dann nochmal aus und komme erst um 10 wirklich hoch, bin dann immer noch müde trotz 9 bis 10 Stunden Schlafs und schleppe mich irgendwie so durch den Tag, wo ich abends zur Einschlafenszeit meist hellwach werde und wieder nicht schlafen kann. Grandios.

Für heute dachte ich mir auf jeden Fall, ich gönne mir mal einen Tag Pause, hab auch gestern Abend noch eine Schicht eingelegt und über die neuen Apple-Produkte geschrieben. Das Ziel: Ausschlafen, möglichst wenig machen, mal gucken, ob ich den Testbericht etwas weiter drehe, fertig.

Irgendwann wache ich dann heute Morgen auf, drehe mich nochmal um, schlafe weiter, wache einige Zeit später noch mal auf und fühle mich auch schließlich wach, stehe auf. Wie spät mag’s wohl sein? Ich gucke auf die Uhr: 0945 Uhr. Ach!

Aber richtig wach bin ich trotzdem nicht. Ich lege mich auf die Couch, beantworte ein paar E-Mails, grase meine Feeds ab und schnappe mir irgendwann zwischen Tür und Angel die Kamera, um die Fotos für den Testbericht neu aufzunehmen. Zwei Stunden später bin ich dann auch so weit, sie auf den Rechner zu übertragen.

Ich esse was, schreibe noch ein paar Mails, lese ein wenig in meinem Text herum, erledige ein paar Dinge im Backend, die zündende Idee fehlt mir noch. Irgendwann esse ich was, lege mich wieder auf die Couch, bearbeite die Bilder nebenbei und lade sie hoch, schreibe noch ein paar E-Mails. Plötzlich eine gute Idee für den Testbericht. Es ist mittlerweile 1700 Uhr und ich gehe an den Schreibtisch, formuliere den Text. Nicky meldet sich. Wir waren um 1930 zum Essen verabredet. Ob ich auch früher…? Klar. Aber, oha, jetzt muss ich mich ein wenig beeilen. Formuliere den Text fertig, füge die Bilder ein, speichere ab, fahre los.

Was für ein fauler, unproduktiver Tag! Und doch habe ich alles erledigt, was gefragt war, mehr sogar noch: den Testbericht schon fast fertig, für den ich mir eigentlich bis Donnerstag Zeit gegeben hatte. Und das obwohl oder gerade weil ich mir vorgenommen hatte, heute nichts zu tun. Verrückt irgendwie…

Das Auswärtige Amt hat Nord- und Südholland zum Risiko-Gebiet erklärt. Das heißt, die Tour, die ich vorletzte Woche beendet habe, könnte ich heute schon nicht mehr machen, ohne mich danach in Selbstisolation begeben zu müssen.

Die Einschläge kommen also langsam näher. Immer mehr neue Risikogebiete in Frankreich, Österreich, der Schweiz und eben den Niederlanden. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in Deutschland wieder die Zahlen mehren. Aber hey, machen wir einfach so weiter wie gehabt, bevor wir vorausschauend was ändern, right? Spielen wir halt morgen Tischtennis in der Halle und warten wir die zwei, drei Wochen ab, bis sie die Saison wieder abpfeifen. Dann haben wir wenigstens drei, vier Spiele gemacht.

Wenn dein Handy in der Hosentasche Party feiert, selbstständig einen WhatsApp-Status abschickt, dein Reisebuddy Holger sich dazu meldet und das Kunstwerk als „Corona-Depression“ interpretiert… 😂

Getting closer… Jetzt noch etwas größer…

Biggest Zumba (?) Party I’ve ever seen. Klar, bei so vielen Leuten auf einem Fleck sinkt das Lampenfieber. Ich käme mir trotzdem zu beobachtet vor:

Society’s a waste:

Kategorien
Hm

97: Keine Idee für eine Überschrift

Wir nähern uns der 100. Und ich muss gestehen, ich hatte schon vergessen, die 100 wovon das eigentlich gewesen sein wird. Hab dazu nochmal Folge 1 gecheckt. Damals war noch Mai, die Serie hieß „Aventure Pieces“ und man verwendete damals erst # vor jeder Nummer, später Punkte. Ich hatte noch kein E-Bike, sondern testete gerade E-Mopeds. Und ich hatte offenbar Spaß daran, mit dem Weißabgleich meiner Smartphone-Kamera herumzuspielen. Hui, das waren Zeiten!

Warum mache ich das hier eigentlich?

Nein, keine Sorge, sind keine Selbstzweifel, aber die Sinnfrage stellt sich mir schon. Selbstmarketing ist ebenso überschätzt wie bei mir nicht mehr existent, seit ich nicht mehr bei Facebook und Twitter aktiv bin. Seitdem ist dafür innere Ruhe bei mir eingekehrt. Also warum noch den Hansel spielen und auf Rampensau machen?

Andererseits raten alle Lebensratgeber dringendst zur Pflege eines Tagebuchs. Ich mache das lieber öffentlich, weil ich das irgendwie so gewohnt bin, hier mit euch interagieren und hin und wieder einen erzählen oder ein paar Bilder posten kann. Das macht schon mehr Spaß.

Im Bonner Unverpackthaus habe ich heute Vergangenheit und Zukunft an einem Ort gesehen. So war es früher, so macht es auch heute wieder Sinn!

Und dann bin ich in die Kaffeerösterei meines Vertrauens gegangen und hab mir Kaffee in einer beschichteten Papierverpackung geben lassen, weil ich noch gar keine Kaffeedose habe. 🙄 Nächstes Mal dann.

Wir haben die ersten Spiele verlegt, aber jetzt führt kein Weg mehr dran vorbei: Am Donnerstag ist unser erstes Spiel in der neuen TT-Saison. Und ich habe mich entschlossen mitzuspielen. Die Entscheidung fiel gestern, als die Infektionszahlen noch niedrig waren und ich die Gefahr für gering eingeschätzt habe, mir was Schlimmes zu holen. Heute meldet das RKI dann wieder 1.407 Neuinfektionen, die meisten davon in NRW, vor allem aber 12 neue Todesfälle bundesweit. Das sind deutlich mehr als neulich… Na toll. Aber jetzt habe ich zugesagt, jetzt ziehe ich’s auch durch. Es wird unser einziges Spiel im September bleiben. Vielleicht auch das einzige überhaupt…

Noch 1 Bild:

Kategorien
Argh

96: Ach, schleicht’s euch!

„Halt still, nicht lachen. Nicht lachen! Okay, j …etzt. *klick*“

Oder auch: Welchen Wechsel, Frau Dörner? Von Grün zu Grün? Die Grünen sind seit 11 Jahren im Bonner Rat an der Macht, ab 2009 zusammen mit der CDU, seit 2014 zusammen mit CDU und FDP. Liest man sich eine alte Pressemeldung über die Zustimmung der Grünen zum Koalitionsvertrag 2014 durch, so wird es nochmal interessanter. Darin heißt es:

„Der Masterplans (sic!) Klimaschutz, den wir in der Koalition mit der CDU initiiert haben wird nun auch in der Jamaika-Koalition unverändert umgesetzt“, sagte Frau [Brigitta] Poppe.“

Masterplan Klimaschutz? Was genau habt ihr davon umgesetzt? Ist es nicht genau das vermeintliche Fehlen eines solchen, den ihr dem OB gerade vorwerft, mit dessen Partei ihr zusammen an der Macht wart?

Oder auch:

„Die GRÜNEN, so ist es im Vertrag festgehalten sind auch in Zukunft ohne Wenn und Aber gegen das Festspielhaus…“

Heißt, ihr habt die Misere um die Renovierung der Beethovenhalle mitverantwortet, die am Ende wohl fast 200 Millionen Euro schwer werden wird.

Ja, und du, lieber OB bist nix besser…

Kommst ausgerechnet jetzt mit „Verantwortung und Sicherheit“, also dem Motto: Ich stehe mit dem Rücken zur Wand, deswegen beschwöre ich nochmal schnell die Angst herauf und geb den starken Mann, denn das kann die Dörner ja von Haus aus nicht sein.

Dabei sind Bonn und die Region laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2019 sicherer geworden. Die Polizei sorgt am Rheinufer schon vermehrt für Zucht und Ordnung, wo die Jugendlichen gerade nach sechs Monaten Corona-Beschränkungen durchdrehen. Wenn die Cops nicht gerade meinen unbescholtenen Kumpel für nichts und wieder nichts zum Drogentest mit auf die Wache nehmen. Aus Langeweile?

Und „Verantwortung“? Jetzt, wo keiner mehr Angst hat vor Corona noch einmal daran erinnern, wie toll du die Krise gemeistert hast? Motto: Kommt schon, so schlecht war ich gar nicht!

Argh!

Geht mir weg! Alle beide! Und noch einmal die Bitte: Können wir bitte etwas Besseres erfinden als Demokratie und Föderalismus? Es nervt höllisch, und es wird nicht besser.

Dann lieber noch ein paar Fotos von der schönen Abendsonne:

Kategorien
OK

95: Election Day

Linksgrünversiffter Stadtteil galore. 🙂 <3

Nachdem ich mir die Debatten und Positionen der Kandidaten in den letzten Tagen noch einmal genau angeschaut habe, muss ich es noch einmal sagen: Democracy is a bitch. Ich mag den Dude, den wir da hatten. Als er vor fünf Jahren antrat und sich in Interviews präsentierte, da war ich angenehm überrascht. Wirkte klug, kompetent, in sich ruhend und brachte Spezialwissen in der Verwaltung mit. Konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Sahen auch die Bonner so und gaben ihm knapp über 50%. (Womit sie auch die SPD abstraften, die sich in den Amtszeiten davor wirklich nicht mit Ruhm bekleckert hatte).

Fünf Jahre später steht derselbe Mann in der Kritik für all das, was er nicht gemacht hat. Dafür dass Visionen fehlten, nichts wirklich vorangehe, Ziele nicht erreicht wurden, eine Millionensumme an einen Investor vertendelt. Und jetzt steht er da, schon nicht mehr ganz so sehr in sich selbst ruhend und sagt: Nun ja, ich würde ja gerne. Aber nicht alles ist so einfach möglich, vieles wurde im Rat blockiert, einiges hängt von Landes- oder Bundesgeldern ab oder wir warten noch auf Rückmeldungen vom Landkreis, der uns umschließt, um mit dem was zusammen zu erarbeiten.

Und du denkst dir: Der Mann hat eigentlich die Chance verdient, das zu Ende zu bringen, was er auf den Weg gebracht hat. Er musste die Versäumnisse seiner Vorgänger aufräumen, viele Früchte erst sähen, die er jetzt noch nicht ernten konnten. Paar Dinge gehen aber auch auf seine Kappe, ganz klar. Gleichzeitig steht da eine Gegenkandidatin mit Visionen, die der Amtsinhaber kaum noch hat, weil er weiß, dass er die eh nicht durchgesetzt bekäme. Wählst du statt dessen sie, sind die Bemühungen des Amtsinhabers dahin und sie wird ein paar Jahre brauchen, sich erst einmal in das komplexe Geschehen einzuarbeiten, kann bis dahin schon viele Fehler machen, und um ihre Visionen umzusetzen, wird sie kaum Gelegenheit haben.

Wem also jetzt die Stimme geben?

Sagen wir’s so, die Ergebnisse liegen ja jetzt vor: Der Amtsinhaber fiel auf ca. 35 Prozent zurück, die Herausforderin kommt auf etwa 27. Es wird zur Stichwahl zwischen den beiden kommen und es könnte wirklich eng werden. Also was wählen? Die verheißungsvolle aber ungewisse Zukunft oder erstmal den erfolgreichen Abschluss der Gegenwart?

Ich bekomme wieder ein People Deficit. Jemand eine Idee, was man in der kalten Jahreszeit trotz Corona machen kann, um neue Leute kennenzulernen?

Moria chillt:

Kategorien
OK

94: Learning like no one is watching

Den ganzen Sommer über gedacht: Hey, dieses Stand-up-Paddling sieht cool aus. Aufgefallen, dass ich das eigentlich auch selbst mal machen könnte, ist mir das allerdings erst neulich im Gespräch mit Kathrin und Michael, als sie erwähnten, auf dem Bleibtreusee in Brühl könne man das lernen.

Also war ich heute auf jenem Bleibtreusee in Brühl, um es zu lernen. Im Gespräch mit Nicky gestern kamen wir auch darauf, wie die Begleitumstände das Lernen beeinflussen. Ich glaube, dieses ungute Gefühl von „Du bist hier wieder in der Schule, und die anderen Kinder hassen dich“ lässt sich auch im Erwachsenenalter nur schwer abstellen. Ich habe immer ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich irgendwo zum ersten Mal bin, zusammen mit Leuten, die ich noch nie zuvor gesehen habe, und etwas völlig Neues lerne. Ob im Fitnessstudio einen neuen Kurs oder an der VHS ein Seminar für autogenes Training, irgendwie bin ich erstmal aufgeregt.

In der Regel übrigens völlig unbegründet. Die meisten gucken auf sich selbst und interessieren sich nicht für dich. Gerade in der Erwachsenenbildung gehen Lehrer von völlig unterschiedlichem Wissensstand der Teilnehmer aus. Die Runden sind meist entspannter und es gibt fast immer einige, die ganz genau wie du bei null anfangen.

Bei Ankunft am Bleibtreusee ist schon einiges los an der Wasserskianlage. Ich schlängele mich zur Kasse durch, werde nett begrüßt und bekomme als erstes einen Neopren-Anzug in die Hand gedrückt. „Unkleidekabinen sind wegen Corona leider nicht auf.“ Na toll. Und Schließfächer gibt es auch keine.

Beides ist nur so semi-günstig. Ich habe zum Glück eine Synthetik-Unterhose schon an, mit der ich auch ins Wasser kann, und mich dann hinter dem Kassenhäuschen kurz umgezogen, ohne mich ganz nackig machen zu müssen. Der Rest der Teilnehmer war offenbar cleverer und hat sich schon zuhause Badeklamotten angezogen. Der einzige Nachteil letztlich: die fehlenden Schließfächer. Auf gut Glück verstaue ich alle meine Wertsachen im Rucksack, platziere ihn etwas unauffällig an der Seite und hoffe, dass hinterher noch alles da ist. Soetwas ist eigentlich Gift dafür, wenn man etwas Neues lernen möchte, denn ein Teil deiner Gedanken ist dann immer bei deinen Wertsachen. Vom See werfe ich später immer mal wieder ein Auge darauf.

Der Kurs dauert nur 90 Minuten und besteht aus 12 Leuten von, geschätzt, 10 bis 70 Jahren. Die Kursleiterin erzählt uns anfangs alles haarklein zur Theorie. Ich versuche in Trockenübungen alles direkt nachzuahmen, was sie vormacht. Das hilft mir später, das meiste richtig zu machen.

Wir steigen zunächst auf Knien auf die Bretter. Aber das empfohlene Aufstehen ist überraschend einfach und gelingt allen auf Anhieb. Dass die Kursleiterin ankündigt, wir würden anfangs etwas steif und wackelig auf den Brettern stehen, nimmt mir die Angst. Kaum einer kann es besser, aber alle bleiben erstmal stehen. Auch das Paddeln und Navigieren gelingt wie erwartet.

Es dauert nur ein, zwei Minuten, da liegt die erste Teilnehmerin im Wasser. Die arme Frau, ich würde sie auf etwa 45 schätzen, reagiert völlig hilflos, verkrampft und versucht verzweifelt sich wieder aufs Brett zu ziehen, dabei kippt es um, das Paddel entgleitet ihr. Die Kursleiterin eilt ihr zur Hilfe. Keiner lacht, aber alle gucken natürlich, wenn auch mehr aus Anteilnahme; man würde ihr gerne helfen.

Als sie wieder auf dem Brett kniet, muss sie erst überredet werden, wieder aufzustehen. Ihr ist die Sache denkbar peinlich. Als ich an ihr vorbeipaddle, versuche ich, ihr entwas Aufmunterndes zuzurufen: „Du hast es jetzt wenigstens schon hinter dir“, worauf sie sich wirklich ein wenig zu entspannen scheint und antwortet: „Ich glaube, da kam meine Angst vor dem Ertrinken plötzlich hoch.“ Und siehe: Sie versucht es danach weiter.

Plötzlich verkrampfen meine Füße. Ich gehe auf die Kniee und paddle zur Kursleiterin rüber. „Das ist normal“, sagt sie. „Du bist verkrampft, weil du nicht ins Wasser fallen willst. Da gibt’s einen einfachen Trick: Spring mal rein, dann hast du gleich keine Angst mehr.“

Ich tu’s und danach wird es tatsächlich besser. Noch ein zweites Mal muss ich sie später im Hilfe bitten, als ich bei der besprochenen Dreiviertelkreisdrehung völlig auf dem Schlauch stehe und das auch zugebe. Sie erklärt es mir in aller Ruhe, mehrfach. Ich habe den kompletten Blackout, aber ich mache einfach nach, was sie mir zeigt, und plötzlich geht’s.

Ich bin schon mit der Erwartung angereist, bestimmt 50 Mal ins Wasser zu fallen (so wie jedes Mal, wenn ich versucht hatte, Wakeboardfahren zu lernen) und mich komplett zum Horst zu machen. Von daher ist mir alles plötzlich überhaupt nicht mehr peinlich. Am Ende habe ich auch den Bogen weitestgehend raus. Ich stehe noch etwas steif aber sicher, komme gut vorwärts und falle tatsächlich nur noch ein einziges weiteres Mal ins Wasser.

Und so kommen wir dann nach einer guten Stunde „auf See“ zurück in den „Hafen“ gelaufen. Die beiden kleinen Jungs aufrecht und entspannt, ihre Mutter aber auch. Zwei Teilnehmerinnen pitsche-patsche nass, eine nur noch auf Knien. Der Rest (darunter ich) irgendwie so dazwischen. Aber ich bin zufrieden. Für einen Grobmotoriker wie mich hat das ganz gut geklappt.

Also Moral von der Geschicht: Vergesst die blöde Schule, habt keine Angst vor Fehlern und dann kommt am Ende schon was Zählbares bei raus.

Morgen ist Bürgermeisterwahl in Bonn. Meine Prognose (und wer mag, hat noch bis morgen 1800 Uhr Zeit dagegen zu halten ;):

Ashok Sridharan (CDU): 42%
Lissi von Bülow (SPD): 18%
Katja Dörner (Grüne): 18%
Werner „Hümmi“ Hümmerich (FDP): 9%
Michael Faber (Linke): 5%
Sonstige: 8%

Hab ich mich erstmal kaputtgelacht über die Schlagzeile. Gott* mit Gendersternchen schreiben… Wären wir hier noch beim Thema Politik, könnte man der Katholischen Studierenden Jugend Populismus vorwerfen. Als wäre „I saw God, she was black“ heute noch was Neues. Muss man sich Gott überhaupt als Person vorstellen? Schon unser Religionslehrer damals war anderer Ansicht.

Ich muss es zugeben: Der Musiksender, den ich im Auto mittlerweile am häufigsten höre, ist WDR4. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich die immer gleiche Popsülze auf allen anderen Sendern nicht mehr ertrage. Aber auch daran dass ich alt geworden bin auch WDR 4 nicht mehr das WDR 4 ist, mit dem meine Eltern uns damals auf dem Weg zu meiner Tante immer gequält haben. Als kein Deutscher-Schlager-Gedudel mehr, sondern hauptsächlich Oldies, richtig gute Oldies.

Daran dass ich mir das jetzt nach einiger Zeit erst wirklich eingestehe, seht ihr die Schwierigkeit eines Rebrandings. Vor jedem, dem ich das erzähle, muss ich das erst einmal verantworten. Man kann es sich schlicht nicht vorstellen. Dabei ist der Relaunch von WDR 4 vom Schlager- zum Oldieradio schon fast 10 Jahre her.

Eins vererbt sich also doch von Generation zu Generation: Sollte ich irgendwann mal Kinder haben, werde ich sie auf dem Weg zur Tante auch mit WDR 4 quälen. Das ist mein gutes Recht. 🙂

Kategorien
OK

93: Deutschland, was ist schief gelaufen?

Besucht man mal einige unserer direkten Nachbarländer, denkt man sich fast, man wäre in der Zukunft gelandet. Ich nenne hier nur mal die Infrastruktur und Sauberkeit in der Schweiz. Hier hat jeder noch so kleine Ort einen Bahnhof, einen Migros oder einen Coop. Selbst im Heidi-Dorf hast du 4G+ (und auch schnelles mobiles Internet. In Deutschland kommt ja oft auch nichts, obwohl „4G“ draufsteht). In den Niederlanden ist es das wohl weltbeste Radverkehrsnetz, das sich durch’s ganze Land zieht. Fahrräder haben Vorrang vor allem, die Wege sind weit verzweigt teils mit modernstem Bodenbelag ausgestattet. Trotzdem hast du als Autofahrer eigentlich nicht das Gefühl, hier groß benachteiligt zu werden. Die beiden Verkehrsmittel ko-existieren friedlich nebeneinander. Eine sehr gute Ladeinfrastruktur sorgt zudem dafür, dass hier überdurchschnittlich viele E-Autos rollen. Dazu ist das Bahn-Netz fantastisch ausgebaut, und verpasst du einen Zug, kommt der nächste gleich ein paar Minuten später.

Wie es dagegen in Deutschland aussieht, brauche ich euch nicht zu erzählen, das seht ihr selbst jeden Tag. Es herrscht Krieg auf den Straßen. Und jedes neue Verkehrmittel, wie im vergangenen Jahr die E-Scooter, werden erst einmal weggemobbt.

Ja, ist richtig. In der Schweiz und den Niederlanden fahren sie zu einem großen Teil unsere Autos, nutzen unsere Haushalts-, Energie- und Anlagentechnik. Die deutsche Wirtschaft ist stark, exportiert weiterhin kräftig hochqualitative Produkte weltweit. Wir kamen gut durch noch jede Krise der letzten 15 Jahre. Wenn also etwas schief gelaufen ist, dann eigentlich nur beim Thema Infrastruktur. Da aber gewaltig.

Ich stelle hier mal eine steile These auf und sage: Noch weit vor politischer Lähmung, Inkompetenz und Fortschrittsfeindlichkeit liegt es am Geld. Die Schweiz und die Niederlande hatten keine geschätzten 1,3 bis 2,0 Billionen Euro für eine Wiedervereinigung zu zu berappen. Das ist öffentliches Geld, das natürlich an allen Ecken und Enden fehlt und mit dem man so einige hübsche Infrastrukturprojekte wie ein bundesweites Fahrradnetz hätte einführen können. Man hätte die Rentenkassen und die Bahn nicht systematisch ausplündern müssen (gut, hätte man so auch nicht, aber ich kann die Motivation der damals Regierenden dahinter zumindest so weit verstehen, dass sie unter Zugzwang standen, Gelder aus dem Hut zaubern zu müssen). Und man hätte vielleicht ein offeneres Ohr für Visionäre, würde mehr Miteinander statt Gegeneinander denken und vielleicht sogar mal ein bisschen Geld für eine moderne Schulbildung übrig haben.

Vielleicht kommt auch ein wenig daher dieser Trotz, der in Deutschland aktuell vielfach herrscht. Nachdem mit Digitalisierung auch (aber nicht nur) aus den genannten Gründen nicht viel los ist, ist unsere Automobilindustrie tatsächlich Wirtschaftsmotor und ein Stück weit sogar Innovationstreiber in einem, selbst wenn Tesla 5 Jahre Vorsprung hat. Trotzreaktion also: „Lasst bloß die Finger von unserer Automobilindustrie!“

Das kann ich verstehen. Fängst du trotzdem an, darüber zu erzählen, wie toll es in der Schweiz oder den Niederlanden ist, werden Gründe gesucht, das herunterzuspielen. Und das kann es eigentlich nicht sein. Wir müssen sehen, woher wir kommen und dürfen uns hier meinetwegen sogar mal als Opfer fühlen. Schließlich sind weder die Menschen im Osten noch im Westen mit diesem Billionengrab glücklich. Statt Gewinner gibt es eigentlich nur Verlierer auf beiden Seiten der einstigen Grenze.

Aber dann fangen wir doch bitte an, uns Infrastrukturprojekte in anderen Ländern als Vorbilder zu nehmen. Denn mittlerweile hat Deutschland ja wieder aufgeholt, hat die Lasten der Wiedervereinigung langsam abgeschüttelt. Jetzt kann auch langsam mal in die Zukunft gedacht oder zumindest versucht werden, in die Gegenwart aufzuschließen. Wer das nicht für nötig hält, der genieße einmal ein Wochenende lang einen Fahrradausflug in die Niederlande oder einen Tag autofreie Innenstadt in Basel. Vielleicht bringt ihn das zum Umdenken. Vielen Dank!

Der Moment, der nie eintreffen sollte, ist dann also doch gekommen: mein einst unbegrenzter Speicherplatz bei Google ist so gut wie voll. Schaut man sich die Statistik an, ist das umso bemerkenswerter, als dass ich eigentlich nie offiziell ein Google-Fotos-Konto eröffnet habe. Aber sieht zumindest so aus, als wäre hier noch Pozential für ein weiteres, kostenloses Jahr. Ein Jahr auch, um mal zu überlegen, ob ich bei GMail bleiben möchte. Ist für mich nach wie vor der beste E-Mail-Provider. Aber die Liebe zu Google erkaltet immer mehr.

Die drei letzten Biopics/Musikfilme, die ich gesehen habe:

  • Bohemian Rhapsody (2h 15 min)
  • Walk the Line (2h 15 min)
  • A Star is born (2h 15 min)

Also kein Scheiß. Musikfilme müssen offenbar knapp über 2 Stunden lang sein, sonst fehlt es ihnen an Impact. (La La Land ist 2h 8 Minuten lang).

Wir kommen der Sache laaangsam näher:

Und auch am alkoholfreien Aperol-Spritz forsche ich weiter. Das hier (Beneventi Red Bitter mit Schweppes Tonic Water) ist auf jeden Fall noch ausbaufähig. So oder so ein erfrischender Spätsommerdrink:

Genießt die letzten heißen Tage!

Kategorien
Meh

92: Alles meh

Ich suchte ein modernes Bildbearbeitungsprogramm für den Mac. Eines, das nur die wichtigsten Funktionen umfasst, nicht im Abo bestellt werden muss, nicht 30 Sekunden braucht, bis es startet, eines, bei dem man Bilder nicht nur bearbeiten, sondern auch neue Bilder erstellen kann (es ist erschreckend, wie viele Programme alleine das nicht können), das vielleicht ein paar Instagram-mäßige Filter bereithält und das dabei auch noch gut aussieht.

Nach langer Suche fand ich Pixlr X. Und das tut eben genau das. Ich kann Bilder bearbeiten, neue Bilder anlegen, mit einer wunderschönen UI alle Funktionen ausführen, die ich tagtäglich brauche, mehrere Ebenen anlegen. Und das alles mit einer einfachsten Bedienung. I’m sold! Lass mich dich kaufen! Ich bin bereit euch 30, ach, was sag ich, 50, 60, ja 100 Euro dafür zu geben!

Pixlr X

Problem ist: Die wollen mein Geld nicht, zumindest nicht so, und die haben auch gar keine App. Pixlr X gibt es nur online, werbefinanziert und dann kostenlos. Eine App wäre mir aber eigentlich lieber (geht dann z.B. auch offline und ist praktischer) und Werbung finde ich doof. Ich könnte mich anmelden und dann zahlen, aber dann kostet der Spaß gleich 60 Dollar im Jahr oder 8 im Monat. Dafür bekomme ich eine Tonne an Funktionen obendrauf, die ich überhaupt nicht haben will, weil sie das Ganze dann nur wieder unnötig aufbläht.

Und so suche ich nun nach einer weiteren Bildbearbeitung, die es dann als App gibt und die dann bestenfalls die zweitbeste Lösung wird, weil ich die beste ja schon gesehen habe aber so nicht haben will. Es ist bekloppt.

Der nicht unumstrittene Zukunftsforscher Matthias Horx hat einen hochamüsanten Beiträg über Elektroautos und die Reaktion der Mitmenschen darauf veröffentlicht. Hat Spaß gemacht zu lesen.

Südkorea hat einen Importstopp gegen deutsches Schweinefleisch verhägt. Die schicken sonst allen Ernstes Fleisch 8.000 Kilometer um die Welt in eine Region, die ebenfalls Schweinezucht betreibt?!? 😳

Nichts gegen Denis Villeneuve („Prisoners“ und „Arrival“ sind der Wahnsinn!), aber der Trailer der „Dune“-Neuauflage sieht aus wie Star Wars und hat nichts vom Grusel von David Lynchs 1984er-Adaption übrig:

Kategorien
OK

91: Moria

Keiner hört uns zu, keinen interessiert’s. Das Lager ist vierfach überbelegt und jetzt werden wir hier wegen Corona auch noch unter Quarantäne gestellt, die Lage ist hoffnungslos, die wollen dass wir hier krepieren. Was machen wir? Wir fackeln das ganze Ding ab! Dann müssen sie uns evakuieren. Und dann rollt plötzlich auch eine ungeahnte Welle der Solidarität.

Europäische Flüchtlingspolitik...

Kaum Corona-Fälle in Deutschland und der Deutsch-Schweiz. 10.000 neue Fälle täglich in Frankreich. Reisewarnungen für erste Teile Frankreichs und zwei frankophone Schweizer Kantone.

Wie bitte hängt das zusammen?!

Auch ich hab neulich „Wehrt euch“ gefordert, als Jünger eines wild gewordenen Fernsehkochs auf Journalisten losgegangen sind. Klaas Heufer-Umlauf ist als Mann der Tat gleich in Aktionismus verfallen und hatte die glorreiche Idee, Bodybuilder zu Journalisten auszubilden und sie auf die große Anti-Corona-Demo zu schicken. Herrlische 14 Minuten, vor allem Minute 6:10, die Rache am berühmten Hut-Bürger. 🙂

Bild des Tages (Köln-Ehrenfeld):

Kategorien
Yeah

90: Social Media

Jürgen, du musst Social Media benutzen, du verpasst sonst alle Trends, wirst abgehängt, vergessen, für Journalisten ist das wichtig, du musst wissen, was die Menschen bewegt, Kontakt zu deinem Netzwerk halten!

Oha, na gut.

Twitter-Account entstaubt, eingeloggt.

Die Timeline diskutiert über die Farbe, die das neue iPhone haben könnte (blau), ob am 15. wirklich iPhones vorgestellt werden oder doch nur Watches oder iPads. Viele Tweets, wo Leute, denen ich folge, einfach nur wem geantwortet haben, massig Werbung dazwischen. Eine fährt eine Runde Motorrad, einer trinkt ein Glas Gin, noch einer will unbedingt ein neues E-Auto leasen, jemand ärgert sich über seine Brille.

Der Hashtag #appleevent bekommt ein eigenes Icon, einige jubeln, dass die Sache damit offiziell wird. Viele (morgen wird sicher in einigen Online-Postillen stehen: „das Netz“) ärgern sich über den Wunsch von Verkehrsminister Scheuer, auch Verbrennungsmotoren staatlich zu fördern. Neben einem Bericht der Drogenbeauftragten der CSU trendet auch die Deutsche Bank. Im ersten Tweet, den ich dazu finde, steht:

Aha.

Noch einmal die Timeline. Einer wirbt für sich selbst, ein anderer ärgert sich, dass es gar nicht 42 Corworking-Spaces in München gäbe, sondern nur 8, der Rest wären Shared Offices, Serviced Offices und Business Center. „WTF“.

Ja, in der Tat! WTF…

Jemand, an den ich mich nicht erinnere, schickt ein Bild mit Blättchen und Cannibis auf einem Tisch. Noch einer fordert, dass technische Schulden bezahlt werden müssten. Ein anderer stimmt ihm zu. Aber das wäre eh der Fall, wenn Consultants ins Spiel kämen.

Hm-mh.

Twitter wieder zu.

Joa, ich glaube, so viel habe ich vielleicht doch gar nicht verpasst und werde das auch in Zukunft nicht. Macht ihr mal! Ich bin dann solange gerne frei.

Zahnpasta-Verpackungen bei Alnatura. Noch kleinere Mengen, noch mehr Plastik. „Öko“ und „Bio“ sind doch ein Witz!

Vorsprung vor Technik (unfreiwilliger Werbe-Schnappschuss):

Bild des Tages, et Blömsche:

Kategorien
Argh

89: Wir werden an unserer Convenience noch ersticken

Just sayin’…

Mal aufgefallen, dass in Supermärkten und Drogerien alles, aber auch alles mehrfach in Plastik eingeschweißt ist? Das ist hier in D nicht anders als anderswo auf der Welt. Und da kann unser Plastikrecycling noch so gut sein (was es im Übrigen nicht ist), da ist ja eigentlich klar, dass viel davon am Ende in der Umwelt, im Meer und dann wieder in unserer Nahrungskette landet.

Zum Spaß war ich danach noch in einem Bio-Supermarkt, weil da ja alles besser ist, oder anders gesagt: in mehr oder weniger genauso viel Plastik ist da dann ökologisch wertvolles Zeug drin. Macht voll Sinn…

Ich habe noch nicht einmal das Gefühl, dass die Richtung stimmt, dass das Plastik irgendwie weniger würde, jetzt wo wir wenigstens so tun, als würden wir ein bisschen auf Grün machen. Bisherige Maßnahmen der Supermärkte: Du darfst dein Gemüse jetzt im Frischenetz einpacken. Yeah, das wird einen gewaltigen Unterschied machen.

Ist aber nicht nur das Plastik. Wann immer ich mal einen Blick drauf werfe, was die Startup-Szene so macht, dann ist das meist: die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir heute über (in Plastik eingeschweißtes) koreanisches Make-up/ Torte/ Hasenfutter nachdenken.

Können wir bitte langsam mal anfangen, die wirklichen Probleme anzugehen?!?

Na klasse, Jürgen, mal wieder auf die Anderen schimpfen. Was bitte tust DU denn dagegen?

Ja, gute Frage. Okay, fangen wir mal klein an. Ich werde den September mal dazu nutzen, mich umzuschauen, wo und wie ich Plastik vermeiden kann. Ich muss gestehen: Ich hab teilweise schon völlig verlernt, wie das geht. Tipps nehme ich gerne entgegen. Erste Aktionen:

  1. Den Bonner Unverpackt-Laden am Wilhelmsplatz besuchen.
  2. Mir Kaffee in der Rösterei in meinen eigenen Bohnenbehälter füllen lassen (ja, muss ich erstmal kaufen, Kaffee ist auch so schon nicht ökologisch, ja…).
  3. Ein Frischenetzt kaufen (ja, ich weiß, s.o. Aber Kleinvieh und so…)
  4. Biomärkte abgrasen, ob es nicht doch welche mit weniger Plastik gibt. Denn’s war eine herbe Enttäuschung.

Auch der GA kostet online jetzt was:

Bei Spiegel.de war der Aufmacher heute teilweise ein Spiegel+-Artikel.

Ich fürchte, Paid Content hat sich endgültig durchgesetzt. Glücklich bin ich damit nicht, vor allem mit den meisten Bezahlmodellen nicht. Glücklich bin ich aber auch mit Online-Werbeformen und -finanzierungen nicht. Mal gucken, was es offline noch so gibt…

Bild des Tages: Sonne auf das Stadthaus:

Kategorien
Yeah

88: Am Ende des Rheins

Irgendwann weit vor dem Wecker wache ich auf. Es ist irgendwas zwischen nicht mehr schlafen können und eigentlich fit genug sein. Meistens macht das Aufdieuhrgucken müde, deswegen stehe ich einfach auf und fang schonmal an zu packen, lüfte durch. Draußen auf dem Frankenbadplatz ist noch Party. Es muss also noch recht früh sein. Als ich fertig gepackt habe, gucke ich dann doch auf die Uhr: Es ist gerade mal 0400. Zeit für den ersten Powernap des Tages. 😉

Ich verstaue alle Taschen im Auto, mache mir einen schwarzen Kaffee, checke noch einmal die Route und den Parkplatz von ’s-Hertogenbosch, auf den ich möchte. Und dann kann’s eigentlich auch losgehen. Jetzt nur noch das Fahrrad in den Skoda Octavia, den ich mir am Vortag ausgeliefen habe. „Soll auf jeden Fall ein Kombi sein?“, hatte der Typ von Europcar gefragt. „Ja, ich möchte ein Fahrrad damit transportieren“. Und jetzt passt das Fahrrad nicht… Lenker und Vorderrad zusammen geben einen denkbar ungünstigen rechten Winkel. Doch nicht sowas jetzt…

Morgens um fünf ist noch nicht die Zeit für kreative Ideen. Ich beschließe, den Lenker abzumontieren. Das Werkzeug ist noch in meiner Wohnung. Dort angekommen nutze ich die Chance, um kurz das Internet nach „Fahrrad im Kombi transportieren“ zu fragen (warum nicht?). Und siehe da: Eine Seite schreibt ganz beiläufig: passt nicht immer, „manchmal muss man auch das Vorderrad abmontieren“. Ach cool, das hat doch einen Schnellspanner! Und 10 Minuten später sitze ich dann doch mit verstautem E-Bike im Auto. Kann losgehen. Muss es aber langsam auch, es ist bereits 05:30 Uhr.

Kurz hinter der Autobahnauffahrt erwartet mich ein gigantisches Blaulichtgewitter. Auf der Gegenspur scheint ein schwerer Unfall passiert zu sein, ich muss ganz schön schlucken.

Hinter Mönchengladbach schickt mich das Navi des Skoda plötzlich von der Autobahn runter. Ich solle Richtung Venlo jetzt über die Dörfer fahren. Ernsthaft, warum denn das? Aber okay, vielleicht kennt das Ding ja eine Abkürzung. Die Route kommt mir komisch vor. Das Navi schickt mich auf Straßen, in denen keinerlei Wegweiser mehr stehen, die Gegend wird immer ländlicher, es folgt ein Sackgassenschild. Ich fahre trotzdem rein, jetzt will ich’s wissen. Und plötzlich hört die Straße auf, gesperrt seit dem 20. Juli, sagt ein Schild. Hinter einem Abhang taucht ein Lichtermeer wie von fünf riesigen Frachtschiffen auf. Bin hier plötzlich am Rhein?

Als ich genauer schaue, stelle ich fest, dass es Bagger sind, monströs große Bagger. Ich bin mitten im Braunkohlerevier gelandet, ein ganz schön gespenstischer Anblick bei Dunkelheit. Als ich zurücksetze und einen weiteren Wagen mit auswärtigem Kennzeichen sehe, das etwas ratlos in der Gegend rumsteht, muss ich lachen: Da ist noch einer der Fehlinformation erlegen. Dem Navi traue ich jetzt auf jeden Fall nicht mehr blind.

Nach einer weiteren Pause mit dem zweiten Powernap des Tages auf einem KFC-Parkplatz komme ich schließlich in ’s-Hertogenbosch auf dem geplanten P+R-Parkplatz an. In wenigen Augenblicken habe ich alles startklar, auch das Vorderrad zurückmontiert, doch die Scheibenbremse schleift. Wieder geht eine Viertelstunde drauf, bis es die Ausrichtung stimmt. Dann, gegen 0830 Uhr kann es endlich losgehen.

Google Maps fand eine schöne Radstrecke, die nur 120 Kilometer lang sein soll. Die nehme ich jetzt und lasse mich einfach per Smartphone navigieren (was sich noch als Fehler herausstellen wird). Meinen Reserveakku habe ich dabei. Ohnehin ist der Plan, die letzte Etappe an einem Tag zurückzulegen. Ich hätte mehr Lust, am nächsten Tag auszuschlafen und auf der Couch zu liegen. Meine Campingsachen habe ich trotzdem für den Notfall dabei.

Ich sagte es schon einmal, ich sage es wieder (und ich werde nicht müde werden, es zu wiederholen): Die Niederlande haben das weltbeste Radverkehrsnetz. Du fährst wie auf der Autobahn auf bestens ausgebauten, breiten Wegen, auf denen du kaum jemals mit Autos ins Gehege kommst. Das System mit klar abgetrennten Fahrradspuren durchzieht nicht nur ein paar Gegenden und Städte, sondern das ganze Land. Es ist ein Traum. Du musst nur wissen, wohin du willst, dann wird die Reise zum Kinderspiel.

Und genau das ist das Problem mit Google Maps. Anfangs schiebe ich es noch auf meine eigene Schusseligkeit. Spätestens nach der Hälfte der Strecke ist aber klar: Es ist auch sehr, sehr oft die App. So gut Google Maps als Autonavi funktioniert, das Fahrradnavi schickt dich auf Gegenspuren, wo du den Ärger des Gegenverkehrs auf dich ziehst, auf Fußgängerwege, auch wenn 10 Meter daneben ein Radweg verläuft, kündigt vor Kreisverkehren nur die Straßennamen an, in die du fahren sollst, auch wenn es keine Straßenschilder gibt, schickt dich auf linker Seite am Kanal vorbei, und wenn du auf die rechte Seite wechselst, weil links eine Baustelle ist, soll der Weg plötzlich 8 Minuten länger sein… Es liegt daran, dass ich Komoot auch nicht besonders mag, weswegen ich immer wieder auf Maps hereinfalle.

Trotzdem komme ich eigentlich wunderbar voran. Dichte Bebauung und Wälder machen den eigentlich starken Gegenwind kaum spürbar. Die ersten 40km schaffe ich ohne Pause, danach fülle ich meine Trinkflasche zum Erstaunen der Anwesenden auf einem Friedhof kurz auf. Ich fahre die Route an der Maas entlang, die kurz vor Dordrecht in die Waal mündet (der Rhein heißt etwa ab der Grenze nicht mehr Rhein, sondern teilt sich in mehrere Arme auf, von der die Waal der größte ist). Erst kurz vor der gigantischen Waalbrücke vor Dordrecht schickt mich die App an den Fluss und es gibt reichlich Gegenwind. Ich fahre ein paar Kilometer tief nach vorne gebeugt, was mich gut und gerne 2 km/h schneller macht. Den Motor lasse ich auf Stufe 1/4, weil ich ahne, dass da später noch weit mehr Wind kommen könnte.

Hinter der Brücke geht es an Dordrecht vorbei, aber nicht direkt nach Rotterdam rein, sondern erst über eine Flussinsel zwischen neuer und alter Maas (das Gewirr an Flussarmen, Kanälen und Inseln ist gewaltig; schaut euch das mal auf einer Karte an!). Ich habe mittlerweile schon 70km hinter mir, als es Mittag wird, langsam schwinden meine Kräfte (ich hab noch gar nichts gegessen heute), die App schickt mich durch Tunnel und über Brücken, und wie es immer so ist: Wenn du ein Café oder eine Bäckerei suchst, kommt kilometerweit keine.

Ich bin schon kurz vor Rotterdam, als ich an einem Campingplatz vorbei komme und aus der Ferne das Wort „Pannekoekenhuis“ erspähe. Hin! Den (sehr leckeren) Pfannkuchen mit Vanilleeis und Sahne inhaliere ist fast, der Cappuccino dazu weckt Wunder. Auf der Toilette fülle ich noch einmal (mehr oder weniger) heimlich meine Trinkflasche auf, dann geht es gefühlt mit Siebenmeilenstiefeln weiter.

Und das muss es auch, denn der Wind weht langsam deutlich frischer. Es geht durch den Beneluxtunnel über die neue Maas endlich nach Rotterdam, beziehungsweise die Vororte. Hier ist keine Stadt mehr, hier ist eigentlich nur noch Hafen, kilometerweit. Und nach einem Hafen kommt noch ein Hafen und wieder ein Hafen. Das Ganze ist nicht unbedingt malerisch aber durchaus beeindruckend.

Wer immer bestimmt hat, dass die Rheinroute oder die offizielle Eurovelo 15 (deren Spur ich längst verloren habe) in Rotterdam enden soll, hat nicht ganz die Wahrheit gesagt. Denn was da als Fluss, Kanal oder was auch immer schließlich in die Nordsee fließt, tut das erst 30 Kilometer hinter Rotterdam bei Hoek van Holland.

Und 30 Kilometer können bei Gegenwind ganz schön lang sein. Zum Glück habe ich mir Akku aufgespart und kann nun etwas mehr in die Vollen gehen. Die Strecke ist nicht mehr die Allerhübscheste. Es geht durch eine Arbeitersiedlung, weitere Hafenanlagen… Es heißt zwar nicht mehr Rotterdam, aber der Hafen der Stadt geht hier nahtlos in weitere über. Ein Blick vom Deich auf den Fluss entschädigt aber für alle Strapazen.

Kurz vor dem Ziel gegen 1700 Uhr saust mir dann noch einmal richtig Wind um die Ohren. Der Himmel zieht sich langsam zu. Der Wetterbericht hält also Wort: Tagsüber trocken, abends Regen. Ich sehe zu, dass ich ans Ziel komme, und erreiche um 1730 schließlich den Strand von Hoek van Holland.

Hier warten natürlich kein Empfangskomitee oder eine Ziellinie, aber ein obligatorischer Wegweiser zu Orten wie Hamburg, New York oder Paris (der mir zu kitschig ist, um ihn zu fotografieren). Immerhin: ein paar Einheimische lächeln mich an, als sie mich in voller Montur kommen sehen.

So ganz alleine mache ich es denn auch kurz. Nehme ein paar Fotos und Selfies vom Ziel auf, gönne mir einen großen Schluck aus der Wasserpulle und gehe dann in der Fischbude um die Ecke (fantastische!) Fish and Chips essen. Das ist auch notwendig, mir ist ein bisschen kalt und ich bin erschöpft; schon das Reden fällt mir schwer. Der Imbissverkäufer wechselt freundlicherweise sofort auf Deutsch, nachdem ich ihm halb auf Niederländisch, halb auf Englisch meine Bestellung vornuschele (ich muss echt noch einmal an meinem Akzent arbeiten).

Dass ich mit meinem Motto („Irgendwie kommst du schon zurück“) diesmal gar nicht weit kommen würde, war mir vorher klar. Aber verschiedenste Apps zeigen mir einen absurden Weg von Hoek van Holland (wo es nur eine S-Bahn-Station gibt) zurück nach ’s-Hertogenbosch. Obwohl schon 125 km auf dem Tacho (ja, es werden immer mehr, als die Apps vorher ankündigen), entscheide ich mich schließlich, mich noch einmal aufs Rad zu schwingen und nach Den Haag zum Bahnhof zu fahren. Klingt furchtbar weit, sind aber nur 18 km, oder sollen es zumindest sein.

Denn hier versagt Google Maps schlussendlich völlig. Will mich quer über die Dünen schicken, weiß nicht, ob links oder rechts, schickt mich an der Gabelung rechts, um mich dann zurückzupfeifen: falsch abgebogen. Und am Ende sind es zum Bahnhof eher 24km. Ich verpasse deswegen meinen geplanten Zug und ärgere mich schwarz.

Allerdings nur fünf Minuten lang, als ich sehe, dass der nächste Zug nach Utrecht (da umsteigen nach ’s-Hertogenbosch) bloß 15 Minuten später fährt, der danach wieder 15 Minuten später und so weiter. Die Anschlüsse dann übrigens im selben Takt. Ich kann in aller Ruhe ein Ticket kaufen, meine FPP2-Maske aufsetzen und mein Fahrrad in den schon wartenden Zug einladen. Also ist nicht nur die Fahrradinfrastruktur in den Niederlanden Welten besser als in Deutschland, auch die Bahn.

Ach, mehr noch. Ich sehe an diesem Tag Menschen, die gemeinsam Sport machen, nicht nur Fußball, es gibt auch große Radfahrerpulks, Laufgruppen, Wanderer. Die Menschen unterwegs kommen mir insgesamt entspannt vor, der gesamte Straßenverkehr viel weniger ellenbogenartig, Radfahrer werden nicht von der Straße gewünscht, sondern auf ihrer eigenen Spur respektiert. Wie angenehm! (Note to self: Die Sprache lernen und überlegen, dahin auszuwandern.)

Von Den Haag sehe ich leider nicht mehr viel, nur kurz die Skyline und das Diplomatenviertel. Was ich sehe, erinnert mich an eine Planstadt. Ich komme durch zwei Straßen, in denen sich eine Botschaft an die nächste reiht, teilweise sogar thematisch gruppiert (hier etwa vier südostasische Länder direkt nebeneinander). Die Stadtplaner überlassen hier nichts dem Zufall.

Um kurz nach 9 kommt die Bahn in ’s-Hertogenbosch an. Ich rolle das Fahrrad nach draußen, stehe noch kurz vor dem Eingang und will die Navigation zum Parkplatz starten. Sofort kommen ein junger und ein alter Kerl arabischen Aussehens auf mich zugerannt. Ob sie eben mein Handy benutzen dürften, um jemanden anzurufen. Ich bin nicht überzeugt: „Actually no, I need my phone and I don’t even know you.“ Es wäre aber dringend, sie müssten einen Anruf tätigen um zu wissen, ob ihre Übernachtung klargehe. „Sorry, I don’t know. Maybe better ask a local to help you.“ Sie lassen nicht locker. Ob ich dann eine Nummer wählen könnte, die sie mir diktieren und dann auf Lautsprecher schalten. „Hm, okay, why not…“

Sie diktieren mir die lokale Nummer, ich wähle und schalte auf Lautsprecher, jemand hebt ab. Der Alte ruft einen kurzen Satz ins Telefon in einer Sprache, die ich nicht verstehe, die andere Seite antwortet mit einem Wort. Das war’s schon. Die beiden bedanken sich nicht übermäßig überschwänglich und gehen sofort ihren Weges. Sonderbare Begegnung… Sollte sich die nächsten Tage die Kripo bei mir melden, warum ich die Nummer eines internationalen Irgendwas-Händlerrings gewählt hätte, ich wäre nur mäßig überrascht.

Google Maps lotst mich durch die Innenstadt von ’s-Hertogenbosch (die hübscher ist als erwartet) zum Parkplatz. Ich verstaue Fahrrad und Sachen, sehe auf Google Maps dass ich gerade noch Zeit habe, einen Supermarkt zu besuchen, mache mich kurz dorthin, kaufe Käse, Milch im Kanister (jaja, ist nur Milch, aber damit fühle ich mich immer wie im Film), eine Flasche Wasser und um kurz vor 22 Uhr geht’s dann zurück.

Diesmal navigiere ich mit Google Maps statt dem Autonavi (dem traue ich nicht mehr, und KFZ-Navi kann Maps ja eigentlich) und lande auf einer Straße, auf der ich die ganze Zeit bis zur Grenze nur 80 fahren darf. Eindeutig eine andere Straße als die Autobahn, über die ich gekommen bin. Na ja, dann ist heute eben nicht Welttag der Navigationssysteme. Ich singe zu meiner Lieblingsplaylist, um mich wach zu halten, komme wieder an den schiffartigen Braunkohlebaggern vorbei und ansonsten ohne weitere Zwischenfälle um kurz vor Mitternacht zu Hause an. Packe noch aus, hänge meine Klamotten auf, dusche und falle gegen 0100 Uhr halbtot ins Bett. Was für ein Trip!

Ich bin den ganzen Rhein abgefahren. :)) In mehreren Zügen und Richtungen, klar, aber durch Wind und Wetter, über Stock und Stein. Erst von Bonn nach Koblenz, die eiskalte, erste Übernachtung auf dem Campingplatz, die regnerische Etappe gleich zu Anfang der Eurovelo 15 hinter Andermatt den Oberalppass hinauf, an der Rheinschlucht und dem Bodensee vorbei. Und schließlich am Niederrhein entlang durch die Niederlande. Die schönste Etappe? Tatsächlich die Mammutstrecke neulich linksrheinisch von Düsseldorf über Dusiburg, Moers, Krefeld, Xanten und so weiter bis nach und inklusive Arnheim. Ein richtig schönes Fleckchen Erde!

Und? Bin ich jetzt ein anderer Mensch? Ganz ehrlich: ja. Da hat sich etwas verändert in den letzten Wochen. Was das bedeutet und wie es nun weiter geht. Wir werden sehen. 🙂

Kategorien
Hm

87: Autumn is coming

Jedes Jahr um die Zeit stelle ich für gewöhnlich alles in Frage. Die Arbeit fällt mir schwer, die IFA kommt und nervt, weil die Business-Kasper da wieder einmal von Innovationen reden, die keine sind (obwohl ich’s diesmal gar nicht so schlecht finde), mit englischen Business-Floskeln um sich schmeißen und entweder nicht zugeben wollen und tatsächlich nicht verstehen, dass das, was sie da präsentieren, zu 90 Prozent Spielzeuge für Erwachsene sind. Der Beitrag, den ich gerade dazu schreibe, fällt mir erstaunlich schwer zu schreiben, obwohl ich mir schon die besten Sachen rausgesucht habe. Aber vielleicht ist es auch einfach das. Die Zeit des Jahres ist da, in der die Tage kürzer werden, der Schlafbedarf steigt. Die Temperaturen tagsüber lassen dich noch in dem Glauben, dass Sommer ist. Aber spätestens abends ist klar: der Herbst ist da.

Normal ereilt mich jetzt die Herbst- oder Winterdepression. Aber diesmal sind ein paar Dinge anders. Ich weiß, was dagegen zu tun ist. Es geht Samstag noch einmal auf die Piste (Rhein-Route, letzte 2 Etappen) und ansonsten fahre ich einfach alles runter und mache es mir hier gemütlich.

Nur das mit der Weltrettung, das bleibt jetzt mal als Projekt. Danke Jens und Boris schon einmal für eure (deprimierenden 😉 Kommentare dazu. Geht da nicht doch noch etwas? Kann doch nicht das Ende sein…

Kategorien
Hm

86: Okay, let’s save the world

Oder anders gesagt: Was ist euer Plan zur Rettung der Welt?

Ökologisch, vor allem. Denn alles andere leitet sich davon ab.

Denn ich hab das Gefühl, es wird langsam ernst. Wir sind nur noch nicht so weit, dass wir das begriffen haben. Und niemand möchte darüber belehrt werden.

Habt ihr eine Idee?

Nee, jetzt mal so richtig im Ernst und so.

Kategorien
Hm

85: Pläne und Gedanken

Heute ist nichts passiert. Deswegen nur ein paar Pläne und Gedanken:

  • Ich würde gerne einmal einen Marathon laufen. Vielleicht bekomme ich in dieser oder der nächsten Woche von Christian ein paar Tipps, wie das geht und (na ja, in dem Falle aufgrund der Gesundheit auch) ob.
  • Wenn es am Wochenende halbwegs trocken bleibt, würde ich gerne den Rest der Rhein-Tour von Hertogenbosch bis Hoek van Holland in Angriff nehmen.
  • Ich habe in meinen ersten ETF-Sparplan investiert. Aber aus Gründen führt die Bank die Order erst am 15.9. aus.
  • Es ist ein halbwegs nachhaltiger ETF. Ich dachte: Warum nicht.
  • Frage (mehr an mich selbst): Kann die Welt noch irgendwie gerettet werden, und wenn ja, wie kann ich beruflich meinen Teil dazu beitragen? Einiges, was man bei den Kollegen so liest, macht nicht gerade Hoffnung. Und CO2 ist nur eins der Probleme.
  • Das Projekt Entrümpeln und Entmüllen geht mal wieder in die Endphase. Die hatte ich schon mehrfach angekündigt, und im Grunde stimmt das auch jedes Mal. Aber kurz vor dem Ende liegen einfach noch verdammt große Brocken, die viel Zeit fressen.
  • No one said it would be easy. And maybe easy isn’t the way that would help.
  • Wie großartig ist (bisher) „The Last Dance“? Wann immer ich bisschen Zeit übrig habe, verschlinge ich das gerade.
  • „Felix Krull“ hingegen… Ja, ich mag es bestimmt vor allem deswegen bislang (39%) nicht so sehr, weil es anspruchsvoll ist. Wer mag schon intellektuell gefordert werden von etwas, was eigentlich Schulstoff ist…
  • 50% there. 🙂 Das Gute daran, dass neulich meine Espressomaschine defekt war, ist, dass ich mich gerade noch einmal mit Kaffeezubereitung befasse und viel dazu auf YouTube schaue. Wäre schön, das irgendwann zu 100% hinzukriegen.

Bild des Tages:

Kategorien
Argh

84: Nicht ob, sondern wie

Da setze ich mich heute früh ins Auto zum Termin, und die Karre springt nicht an. Da wird doch wohl nicht gestern jemand vergessen haben, das Licht… Scheiße… Verdammt!

Der erste Impuls: Zum Telefon greifen, den Partner anrufen und mich entschuldigen, vielleicht eine Ausrede erfinden. Wäre kein Problem, würden alle verstehen. Und sooo wichtig ist der Termin heute auch nicht. Es geht um eine Probefahrt mit dem Aiways U5. Allerdings noch mit dem 2020er-Modell, nicht dem 2021er, das Aiways und Euronics ab Ende des Jahres letztendlich verkaufen wollen. Das soll ich in ein paar Wochen auch noch testen. Insofern vielleicht Trotz, dass der alte Benziner nicht anspringt, mit dem ich zum Elektroauto fahren will.

Mein neues, und wie ich finde: konstruktiveres, Motto ist aber: „Nicht ob, sondern wie“. Also nicht: Geht das, sondern wie geht das? Nachdem ich zehn Sekunden später damit fertig bin, wütend auf dem Lenkrad herumzuhämmern, heißt es, mal schnell den Kopf anzuschmeißen: Wie komme ich jetzt binnen 50 Minuten von der Bonner Altstadt nach Mechernich-Kommern?

Von den folgenden 10 Minuten weiß ich nur noch, was ich alles gemacht habe. Ich weiß nicht mehr, was wie lange gedauert hat und ich kann auch nicht erklären, wie es möglich ist, das alles in 10 Minuten zu packen. Aber es war anscheinend möglich.

Mein Kopf entscheidet sich spontan für Flinkster. Noch im nicht startenden Lupo lade ich mir die App herunter, steige aus dem Auto, schließe es ab, sprinte hoch in meine Wohnung, krame die vier Jahre alte Flinkster-Kundenkarte heraus, die ich auch seitdem nicht mehr benutzt habe, starte die App, habe Glück: mein Account existiert noch, lasse mir ein neues Passwort zuschicken, finde ein Fahrzeug in 500 Metern Entfernung, buche es, renne aus dem Haus, wo zufällig gerade ein Leih-Scooter vor der Tür steht, dessen App ich noch installiert habe, buche die Fahrt, fahre damit zum Parkplatz, stelle den Scooter ab, gehe zum Auto, bekomme es mit der App nicht aufgeschlossen, versuche es mit der Kundenkarte, es funktioniert, starte das Auto, verstelle auf dem Weg zur Ausfahrt Sitz und Spiegel, treffe irgendwie mit der Fernbedienung den richtigen Knopf, um das Gatter zu öffnen und bin auf dem Weg. Puh!

Ich behaupte aber auch: Das wäre im Jahr 2015 noch nicht möglich gewesen. Einmal weil es da noch keine E-Scooter gab. Aber auch, weil man sich da nicht so schnell Apps unterwegs runterladen konnte und mobile Anwendungen einfach noch nicht so reibungslos funktioniert hatten.

Müßig zu erwähnen, dass ich mich noch einmal verfahre, am Ende aber trotzdem nur 5 Minuten später als vereinbart in Kommern ankomme. Der Andrang ist so riesig, dass die Leute von Euronics Urfey ohnehin andere Sorgen haben. 😉 Aber ich bekomme meine Probefahrt mit dem Aiways U5 und bin durchaus angetan:

Wieder in Bonn, bleibt mir der Gang nach Canossa nicht erspart: der Anruf beim Pannendienst, um zum (wenn ich mich nicht verzählt habe) sechsten Mal seit meiner Mitgliedschaft um Starthilfe zu bitten. Wer kommt natürlich raus? Mein Dude, der schon meinen Espace bestens kannte und mit mir zusammen vergangenen Sommer den legendären Bus-Unfall miterlebt hat. Der Typ gehört schon fast zur Familie und darf dann natürlich auch sticheln: „Geben Sie’s zu, Sie hatten Sehnsucht nach mir!“ 😄

Den Rest der Prozedur kenne ich schon: Den Wagen jetzt mindestens eine Stunde laufen lassen, besser sogar damit fahren. Ich fahre im Feierabendverkehr nach Köln und Troisdorf, um ihn Juan zurückzubringen, der ihn eigentlich ausgeliehen hatte und von dem ich ihn mir gestern zurückausgeliehen hatte. Es ist kompliziert.

Wofür Corona immerhin gesorgt hat: Dass fast jeder in öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch mobil bezahlt. Ich hatte mich lange dagegen gesträubt (warum eigentlich?), aber mittlerweile bin auch ich eifrig dabei. (Auch wenn ein Blinder sieht, was an der SWB.Go-App noch optimiert werden könnte: die Suchvorschläge. Wenn ich nach „Dorotheenstraße“ suche, dann zeig mir doch als erstes die Haltestelle Dorotheenstraße der Stadt an, für die die App programmiert ist, nicht alle Dorotheenstraßen samt Hausnummer in ganz NRW.)

Für alle, die noch interessiert, wie die Tischtennis-Corona-Geschichte weitergegangen ist: Ich habe zum Glück einen Partner in Crime gefunden, unseren Mannschaftsführer Nico. Er hält das Hygienekonzept des WTTV ebenfalls für nicht ausreichend, möchte kein Corona bekommen und hat deswegen unsere ersten beiden Spiele nach hinten verlegt. Nun hätten wir unser erstes Spiel erst Mitte September, und sollten wir das auch noch verlegt bekommen: Anfang Oktober.

Und sagen wir’s mal so: Weil der großen Mehrheit die Maßnahmen ja ausreichen und sie es gar nicht erwarten können, wieder zu spielen, werden wir bis dahin schon deutlich genauer wissen, ob sich Corona-Fälle durch Tischtennis in Sporthallen häufen oder nicht. Und dann gucken wir noch mal. 🤷‍♂️

Mein heimliches Highlight am Aiways U5:

Bilder des Tages:

Kategorien
Allgemein

83: Sag mir, wie weit willst du gehen

Ja, wie weit eigentlich. Ihr seht mich gerade hin- und hergerissen. Zum einen denke ich, man sollte es vielleicht mal langsam Fünfe gerade sein lassen, wegen des Virus‘ nicht alles komplett runterfahren.

Auf der anderen Seite würde ich gerne selbst entscheiden können, ob ich mich der Gefahr aussetze oder nicht, und die Entscheidung wird mir gerade von einem Sportverband abgenommen, der die Verantwortung auf das Land abschiebt und sich nicht die Mühe macht, zwischen drinnen und draußen zu unterscheiden.

Nein, kann ich so nicht akzeptieren.

Der Verband hat sich dagegen entschieden, aktiv zu werden. Mein Verein hat sich dagegen entschieden zu intervenieren. Ich muss es also selber tun. Ich habe einen Kommentar aus der Hüfte geschossen und ihn einer ersten, überregionalen Redaktion angeboten. Das war noch etwas wenig strategisch, aber es war ein weiterer Schritt nach Mails an den Verband und das zuständige Ministerium, worauf ich aufbauen kann.

Ich habe keine Ahnung, was ich sonst machen soll, denn vor so einem Problem stand ich noch nie. Die Gesetzeslage ist zu meinen Ungunsten, die Gefahr wird nicht als solche erkannt, meine Mitmenschen sind größtenteils Lemmige, die das tun, was die Masse vorlebt (muss ich mal so krass formulieren), die meisten Spieler freuen sich, dass sie wieder antreten dürfen, und ihnen gehen die Maßnahmen noch zu weit. Ich bin nun in der besonderen Lage, dass sie mir nicht weit genug gehen. An die Möglichkeit hat irgendwie keiner gedacht.

Bild des Tages: 1 Hund, 1 Sonnenuntergang