Stress kommt ja manchmal schleichend, und ich bin ausgelaugt, auch wenn ich objektiv gar nicht so viel gemacht habe. Jetzt nach einer Woche Weihnachtsurlaub bin ich deutlich entschleunigter. Ich hatte jeden Tag mit Menschen zu tun, was schön war, aber letztlich auch die Social Battery geleert hat. Also habe ich mir mal drei Tage im Stillen verordnet. Niemand sehen, niemand hören, nur faul auf der Couch liegen.
Kriege ich für zwei, drei, vielleicht auch mal vier Stunden hin, aber dann passiert für gewöhnlich was, und es nennt sich: Aktionismus. Der Volksmund könnte auch „Hummeln im Hintern“ dazu sagen. Mir ist dann so langweilig, ich will unbedingt etwas tun, aktiv werden. Meistens gibt es ja um die Weihnachtstage genug zu tun. Geschenke ausprobieren und wegräumen, Geschenkpapier oder Adventskalender entsorgen, mal durchsaugen, Wäsche machen, Bloggen…
Damit bin ich tatsächlich schon durch. Jetzt gerade habe ich deswegen begonnen, meine elendige Flurkommode auszuräumen. Die besteht aus den fünf Schubladen:
- Leben
- Elektronik
- Werkzeug
- Sport & Spiel
- Kartons für Elektronik, die ich noch weiterverkaufen könnte
Und da sammelt sich binnen kürzester Zeit allerhand Gerümpel an, das mühsam wegminimiert werden will. Also mal gemacht. Dauert dann auch 1-2 Stunden + spätere Mülltrennung & Verkauf, was natürlich noch weiteren zeitlichen Aufwand nach sich zieht.

Es geht sogar so weit, dass ich gelegentlich an einem solchen Tag etwas arbeite. Zum Beispiel ein Foto von einem Gerät mache, das ich gerade teste und ausprobiere, weil ich eh schon dabei bin.
Der Punkt ist: Ich bin an solchen Tagen, an denen ich eigentlich nichts machen will, meist produktiver als an Arbeitstagen, an denen ich weiß, dass ich was machen muss. Und noch habe ich leider nicht geschafft, das produktiv einzusetzen. Auf meine Arbeit habe ich eben dann leider nicht immer gerade Bock, wenn sie ansteht. Auf das, was ich an einem gelangweilten Tag mache, aber irgendwo schon. Aber es ist für mich nicht planbar. Ich mache da irgendwas, was mir spontan in den Sinn kommt. Ein Mittel, um das auf der Arbeit auch so zu machen, habe ich leider noch nicht gefunden. Schade.