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Learnings vom Telekom-Mann

Nein, es war kein komischer Vogel, er kam auch sogar pünktlich und mein neues Internet lief direkt. Aber er hat mich mitgenommen auf eine kleine Reise. Und weil ich ja an Technik interessiert sein muss bin, bin ich mitgekommen und hab viele neugierige Fragen gestellt. Die Learnings möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Hinter einer Steckdose kann sich Staub in rauen Mengen ansammeln
  • Das kann zu Bränden führen!
  • Ihr müsst also tatsächlich hin und wieder mal (nachdem ihr die Sicherung rausgenommen habt), die Steckdose rausschrauben, prüfen wie viel Staub da ist und ihn nötigenfalls wegsaugen.
  • Meine Kupferkabel sind aus den 60ern.
  • Alte Kupferkabel sind dicker als neue. Schnelleres Internet funktioniert besser mit dünneren Kabeln.
  • Kupferkabel können mit der Zeit oxidieren. Deswegen hat er die Spitzen abgeschnitten und ein Stück weiter unten de-isoliert.
  • Kupferoxid ist hochgiftig!
  • Vor einigen hundert Jahren seien die Leute reihenweise daran gestorben.
  • „Deswegen sind die damals auch alle nicht so alt geworden.“ Und auf meine ungläubige Reaktion: „Na gut, es gab natürlich auch damals tausend andere Gründe, aus denen die Leute früher gestorben sind.“
  • Kupferoxid ist grün, also recht leicht zu erkennen.
  • Deswegen seien in Bayern so viele Dächern grün, weil die früher oft Kupferdächer verbaut haben (muss ich mal drauf achten).
  • Besser nicht anfassen! Niemals danach die Finger ablecken!
  • Weil es hinter meiner Steckdose grün schimmerte, hat er sie vorsorglich abgeschraubt und dabei den Staub entdeckt.
  • Und das Krepppapier, das mein damaliger Mitbewohner benutzt und dann wohl vergessen hat, als er seine Wand grün strich.
  • Die Kabel auszutauschen würde ca. 2.000 Euro kosten und wäre Vermietersache.
  • Wenn die alten Kabel nicht mehr gehen und der Vermieter die Kosten nicht tragen will, gibt es keinen DSL-Anschluss. 🤷🏻‍♂️
  • Und bei Glasfaser weiß ich jetzt gar nicht, wer dafür eigentlich zuständig ist und wo das geschaltet wird. Vergessen zu fragen.
  • Um die Leitung zu überprüfen, klemmt er oben ein Gerät an, das einen Ton durch die Leitung schickt. Unten im Keller an der Gegenstelle drückt er mit dem Schraubenzieher kurz auf den Kontakt jeder Verkabelung, bis er auf einem davon denselben Ton hört.

Wisster jetzt Bescheid. DSL funktioniert auch. Bin gespannt, ob die 50 Mbit/s (ich hab downgegradet) sich auch so anfühlen.

Ein entgegenkommender Radfahrer hat mich heute im Vorbeifahren tatsächlich „Du Luftpumpe“ und noch irgendwas genannt, was ich nicht mehr verstanden habe. Das war, als ich gerade zum fünften Mal den Ippendorfer Berg mit dem E-Bike hochgefahren war. Ohne Motorunterstützung, übrigens, aber so weit denken die Leute ja nicht.

Weniger annehmen, mehr miteinander reden!

In der Richtung heute nichts gerissen, aber beschlossen, das Buch noch einmal umzuschreiben. Es bleibt ein alternativer Reiseführer, aber ich gehe weg vom „Ich empfehle dir“-Stil hin zu einer Sammlung von Reisegeschichten. Ist einfach mehr mein Stil, fühlt sich richtiger an – und wird noch einmal eine Menge Mehrarbeit bedeuten. Muss aufpassen, dass das Buch nicht zur Vaporware wird.

Daily sort-out: Nicht viel mehr geschafft außer ein paar Seiten im Selbsthilfebuch und immerhin 2 alten Spotify-Playlists. Werde aber gleich schon mal packen. Daily sort-out wird Urlaub machen, wenn ich auch Urlaub mache.

Haut mich noch nicht um (warum nicht?):

The Orwells: Let it burn (2014):

The Submarines: You, me and the bourgeoisie (2008):

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Unangenehme Dinge gegeneinander wegprokrastinieren

Guter alter Trick: Wenn du etwas tun musst, wozu du absolut keine Lust hast, bietet das dir die Chance, die dadurch auftretende Prokrastinationsenergie in etwas Anderes zu stecken. Zum Beispiel etwas, was du fast genauso ungerne tust und das dir angesichts der großen Strafarbeit etwas weniger schlimm erscheint. Als Beispiel:

  • Belege für Steuererklärung heraussuchen (😍🤤🤮)
  • Das Klo putzen (🤷🏻‍♂️)

Wenn du weißt, dass die Steuererklärung an Termin X fertig werden muss, kannst du sie nicht umgehen. Es ärgert dich dermaßen, dass du lieber das Klo putzt, als damit anzufangen. Voilà, im Handumdrehen blitzt und blinkt das Badezimmer.

Das habe ich erstaunlich oft gemacht in den vergangenen Jahren und einiges dabei erledigt. Den Königsweg, die tatsächlich wichtige Arbeit dann auch wegzuschaffen, habe ich indes noch nicht gefunden. Am Ende habe ich mir meist eine Tafel Schokolade eingeschmissen (Drogen des kleinen Mannes) und mich fluchend gezwungen, mich zusammenzureißen und den Mist jetzt endlich hinter mich zu bringen. Nachdem ich ihn in kleine Teilschritte unterteilt hatte, was ja angeblich helfen soll, es aber nicht tut.

Ich müsste mir in dem Moment wahrscheinlich etwas ausdenken, was mir noch unangenehmer ist als die Steuer. Aber was könnte das bloß sein…

Heute gegeneinander wegprokrastiniert:

  • Scheibenbremsen am Fahrrad auswechseln (sonst kann ich nicht in Urlaub fahren)
  • Singapur-Buch weiter schreiben (sonst werde ich nie damit fertig)

Es endete damit, dass ich erstmal in dem Buch weitergelesen habe, das ich gerade lese, mir dann ein paar Anleitungen und YouTube-Videos zum Wechseln von Scheibenbremsen am Fahrrad angeschaut habe, die Chance nutzte, wo ich schon einmal da saß, um zumindest ein Kapitel im Singapur-Buch von „Sie“ auf „Du“ umzuschreiben und dann letztendlich doch alles zusammengepackt habe und runter zum Fahrrad bin.

Und später dann sogar noch ein wenig Prokrastinationsenergie übrig hatte, um auch die Reifen am Fahrrad aufzupumpen, meinen Download-Ordner aufzuräumen, die Küche sauber zu machen und eine Stunde joggen zu gehen. Erstaunlich, diese Form der Energie!

Scheibenbremsen wechseln. Um erstmal klein anzufangen, mache ich Fahrrad und Scheiben ein bisschen sauber und versuche es zunächst am Vorderrad. Die alten Beläge gehen ganz einfach raus, die neuen wollen aber nicht reinpassen. Es endet damit, dass ich das ganze Rad abschraube, es immer noch nicht hinkriege, hin und her probiere und schiebe und rüttele, mir der Schweiß von der Stirn flutet und ich nach einer Stunde schweißgebadet und mit kohlrabenschwarzen Fingern endlich mit dem Vorderrad fertig bin. Argh!

Am Rückrad dauert’s dann erstaunlicherweise nur fünf Minuten. Jetzt weiß ich ja schon, wie es geht. Alte Beläge raus, bisschen sauber machen, neue rein, bisschen rumbiegen, fertig.

Und wenn du dann noch feststellst, dass die alten Beläge erstaunlicherweise noch gar nicht so abgefahren waren:

Statt dessen hat die Hinterradbremse in letzter Zeit offenbar deswegen so komisch gebremst, weil der ganze Schlitten sich mitbewegt hat. Und das hat er offenbar getan, weil das Rückrad nicht ganz festgeschraubt war. 😳 Dann… Ja, dann kommt Freunde auf… Freude zumindest darüber, dass mir bei meinen zahlreichen Bergabfahrten nichts passiert ist und ich den Fehler jetzt beheben konnte, bevor bald echte Bergabfahrten dazukommen.

Hab ein paar Bilder im Arbeitszimmer aufgehängt. Bin noch nicht ganz glücklich damit… Die hängen zu hoch, oder?

Daily sort-out:

Was für ein Scheiß! Nicht einmal ein besonders angenehm zu lesendes, belgisches Kinderbuch auf Niederländisch, 150 Seiten. Dann kam ich auf die Idee, jeden Ausdruck, jedes Wort, das ich noch nicht kannte, zu unterstreichen, später nachzuschlagen und in den Vokabeltrainer einzutragen.

550 (!) neue Vokabeln. Zwei Wochen Arbeit damit. Und wie soll das erst laufen, wenn ich mal ein Erwachsenenbuch auf Niederländisch lese? Eine Sprache zu lernen, ist echt ein Fass ohne Boden. So ein verdammter Mist!

Hab außerdem ein paar alte Reise-Wäscheklammern auf die Fensterbank vor dem Haus gelegt… Waren sofort weg.

Wenn du alte Bilder von dir siehst und sie dir nicht einmal peinlich sind. 🙂 (Muss so um 2014 rum gewesen sein.)

Grouplove – No Drama Queen (2015): Ach, Mensch, DIE Band habe ich vermisst! <3

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Luxus

Heute stand ich im Supermarkt vor dem Toilettenpapier – und habe absichtlich das schlechtere gekauft. Was ich eigentlich immer tue, also das 3-lagige Recyclingpapier, mit dem ich immer gut zurecht kam. Bis das dann neulich mal ausverkauft war – und es nur noch das superflauschige, 4-lagige Papier gab. Ich hatte keine Wahl, ich musste das nehmen.

Und ja, das 4-lagige, flauschige war in der Tat besser. Und nicht nur das, ich brauchte weniger davon, weil jedes einzelne Blatt ergiebiger war. Das bisschen Geld extra sorgte also nicht nur für besseres Papier, es war am Ende auch noch nicht einmal teurer.

Und trotzdem bin ich zum alten zurück. Ist das nicht dumm, könnte man fragen?

Ja, vielleicht, aber ich habe heute gemerkt, dass ich so bin und mich so auch wohl fühle:

  • Ich möchte gar keinen Luxus.
  • Ich will nicht viel Zeug haben.
  • Auch wenn ich längst mehr Geld zur Verfügung habe als damals als Student, kaufe ich heute immer noch nicht (wesentlich) teurer ein.
  • Ich will mit meinem Geld nicht asen.
  • Ich möchte nicht gedanklich an Dingen hängen oder mir gar um sie Sorgen machen, weil sie teuer waren.
  • Ich kaufe (fast) nichts, was nach meinen Maßstäben zu teuer ist, selbst wenn es das Geld wert wäre.
  • Ich spare lieber oder lege Geld in ETFs und Aktien an (die dann in Krisen wie der aktuellen massiv an Wert verlieren 🙄).
  • Ich mache irgendwo einen Cut. Ich brauche nicht immer das Neueste vom Neuen oder das Beste vom Besten (außer bei Smartphones, da möchte ich was G’scheits, und ja, die sind mittlerweile eigentlich teurer, als sie es mir wert wären).
  • Ich tätige eigentlich überhaupt keine großen Investitionen. Ich kam bisher auch einfach nicht in die Verlegenheit.

Manchmal spart es auch einfach Geld, sich in gewissen Dingen nicht auszukennen (Unwissenheit kann ein Segen sein). Von E-Bikes zum Beispiel verstehe ich nicht sooo viel, als dass ich mich hier zum Experten erklären würde. Folglich habe ich ein vergleichsweise günstiges geschossen (2.600 €, und damit immer noch teurer als mein Auto…) und bin damit zufrieden, auch wenn ich weiß, dass die Elite was Anderes fährt, was gut und gerne 10.000 kosten kann.

Das alles könnte in den Family Values begründet sein. Sparsamkeit wurde bei uns damals groß geschrieben. Es fühlt sich auch heute noch für mich richtig an. Ich möchte das weiter verfolgen.

Ein anderer Grund ist natürlich, dass mir das zuwider ist, was man sich hierzulande gemeinhin unter „Leben in Luxus“ vorstellt. Wahrscheinlich auch wieder ein Family Value. Einer meiner Werte ist allerdings auch Natürlichkeit, und die geht bei Luxus irgendwie schnell verloren. Und ja, ich weiß, für die Hälfte der Weltbevölkerung ist Klopapier alleine schon Luxus. Oder der Zugang zu einem Supermarkt. Oder das Geld zu haben, darin einkaufen zu gehen. Es kommt auf die Maßstäbe an.

Der eigentliche Grund ist aber wieder einmal Freiheit. Wenn ich mich an ein Luxusprodukt gewöhnen würde und dann irgendwann einmal darauf verzichten müsste, dann käme ich mir unfrei vor. Und das kann schon ein besonders gutes Kopfkissen sein, das ich auf Reisen nicht mitnehmen kann und dann vermissen würde. In die Abhängigkeit würde ich einfach ungern geraten.

Wie macht ihr das so? Lebt ihr im Luxus (des kleinen Mannes)?

Es ist wirklich so einfach, ein Vorhängeschloss mit zwei Schraubenschlüsseln zu knacken, heute zwangsweise ausprobiert:

Oder auch: Gott steh uns allen bei! 😳 Ich werde nie wieder irgendwas, was mir wichtig ist, mit einem Vorhängeschloss sichern! Ja, auch hier weiß ich, dass man jedes Schloss im Prinzip knacken kann. Aber soo einfach?!

Merino: Heute, am heißesten Tag des Jahres, bin ich im Merino-Shirt, das ich davor schon 6x zum Sport getragen habe, durch die Hitze zum Tischtennis-Training geradelt, habe zwei Stunden trainiert und bin dann wieder durch die Hitze nach Hause gefahren.

Jetzt so laaaangsam beginnt das Shirt unangenehm zu riechen. Nicht nach Schweiß oder so, sondern irgendwie muffig, unschön. Ich werde es jetzt mal waschen. Kann also festhalten: 7x Sport imselben Merino-Shirt ohne Waschen sind kein Problem. Es ist angenehm zu tragen und sieht auch noch gut aus dabei. Absolut abgefahren. Mehr davon!

Daily sort-out: Der kleine Prinz -> öffentlicher Bücherschrank. Heute keine neuen Vokabeln aus dem Kinderbuch geschafft… Lesen im Selbsthilfebuch hole ich gleich noch nach. Vermute aber mittlerweile fast, dass ich das behalten möchte. Es gefällt mir…

Sample Answer: Good Boy (2015):

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Und wenn das einfach das Ende ist?

Nee. Ich bin jetzt nicht über Nacht zum Pessimisten geworden. Aber es lässt sich ja nicht leugnen, dass da wahrscheinlich einiges auf uns zu kommen wird. Und ich rede gar nicht mal vor einer weiteren Corona-Welle oder einem kalten Winter. Ich rede von der unsicheren politischen Lage, der Inflation und weiteren Naturkatastophen, die ja zweifellos kommen werden. Was wir jetzt erleben, könnte ja erst der Anfang sein.

Es ist fast, als würde am Ende dieser langen Reise des Minimierens auch die Notwendigkeit für eine solche stehen. Weil „immer mehr“ sowieso nicht geht, aber auch, weil ich mir die Miete vielleicht irgendwann nicht mehr leisten kann, weil die Gegend immer unbewohnbarer wird, weil der Russe uns vielleicht als nächstes angreift und dann der Weltkrieg kommt…

Gut, dann wäre eh alles egal. Auf jeden Fall reichen meine Planungen irgendwie nur bis Jahresende. Und was dann kommt, kann ich mir überhaupt nicht ausmalen.

(Einen Flug nach Singapur buchen. Das wäre eigentlich clever, schon aus energietechnischen Gründen. Wobei man in Singapur zwar keine Gasheizungen braucht, geschweige denn überhaupt eine Heizung, das Land aber zu derzeit 95% auf Gaskraftwerke setzt. Tja…)

Optimismus? Eigentlich müssten wir jetzt den „War on Climate Change“ ausrufen. Jeden noch verfügbare Euro in Wind- und Solarenergie stecken, jedes Dach, jeden Balkon mit Solarpanels ausrüsten und mit passender Speichertechnik, Windräder bauen, überall dort, wo auch nur ein bisschen Platz dafür übrig ist. Die Klimaziele schon einige Jahre vor der geplanten Klimaneutralität erreichen. Statt zu feilschen, wie lange wir das mit dem Kohleausstieg und dem Verbrenneraus noch aufschieben können. Um wie viel Grad wir den Planeten noch gerade so aufheizen können, damit er vielleicht mit etwas Glück doch nicht unbewohnbar wird und der nukleare Holocaust, den das mit sich bringen könnte, ausbliebe.

Das wäre eine Möglichkeit, um den Rückstand wieder wett zu machen, den wir längst haben. Es wäre möglich. Tun wir es doch!

Sei einfach du selbst.

Aber wer ist das, man selbst?

Und weil wir eh schon bei getrübter Stimmung sind: Der Daily sort-out trifft den „kleinen Prinzen“:

Hatte ihn vor ca. 25 Jahren wohl mal gelesen, jetzt noch einmal. Ganz schön deprimierende Geschichte. Eine Art Abrechnung mit dem Erwachsenwerden und ein Plädoyer fürs Anderssein. War damals (ist von 1943!) wohl durchaus etwas Neues. Heute ist die Selbsthilfeliteratur ja voll davon, und es erschienen ähnliche Romane wie „Momo“ – grandios! –, „Der Alchemist“ – mag ich immer noch – oder „Das Café am Rande Welt“ – trotz ein paar guter Ideen ein schlecht geschriebener, turbukapitalistischer Mist, der zu allem Überfluss jetzt auch noch von Til Schweiger (!) verfilmt wird.

„Der kleine Prinz“? Irgendwie süß, aber trotzdem not mine to keep. Kommt in den öffentlichen Bücherschrank. Wird sich bestimmt jemand drüber freuen.

Ganz auf Merino umstellen?

Ich hab mein erstes Merino-Shirt vor ungefähr 5 Jahren gekauft. Warum ich nie mal wirklich damit experimentiert habe, weiß ich gar nicht mehr genau. Für mich war irgendwie klar: Für Sport muss es dieses Plastik-Mesh-Zeug sein, das die Feuchtigkeit vom Körper wegnimmt.

Auf Amazon habe ich mir jetzt nochmal ein durchaus hübsches Merino-T-Shirt gegönnt und teste gerade, wie selten man das tatsächlich waschen muss.

Das Ergebnis ist bisher krass. Ich hatte das am Dienstag beim Tischtennis-Training an, am Mittwoch beim Wandern, am Donnerstag noch einmal beim TT-Training und heute beim Joggen. Und klar, ich schwitze aufgrund des warmen Wetters viel im Moment. Und es riecht immer noch frisch. Während der Plastik-Kram, so „natürlich“ er auch daher kommt, manchmal sogar schon beim Training anfängt zu müffeln.

Dabei finde ich dieses T-Shirt so hübsch, dass ich es auch außerhalb des Sports als normales T-Shirt anziehen würde.

Und wenn so ein T-Shirt nie müffelt und man es zu allen Anlässen anziehen kann – dann braucht man ja eigentlich kaum noch andere.

Wenn man es genau durchrechnet, würde man mit 2, maximal 3 T-Shirts hinkommen können. Also insgesamt. Das wäre dann die Lösung für mein Problem, bei Sport-Shirts eher auf Masse zu gehen, was ja eher konträr zum geplanten Minimalismus verläuft. Toll!

Von jetzt an also nur noch neue Merino-Shirts!

Auch noch nicht gesehen: Eine Polizeikontrolle auf einem Schiff:

Trifft genau mein Humorzentrum. 😅

Mikey Mike: Doin‘ me (2017). Über das musikalische Arrangement können wir streiten, aber der Text ist mal richtig klug. Hört genau hin!

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Die 80er-Jahre-Verschwörung

Heute beim TT-Training hatte jemand einen Bluetooth-Lautsprecher dabei, und es liefen 80er. Also das gleiche, was auch immer einer auf dem Frankenbadplatz streamt… Ich dachte erst, das sind hüben wie drüben Homies in meinem Alter. Als ich dann auf dem Rückweg zwei unserer Nachwuchsspieler noch einmal auf dem Messdorfer Feld traf und sah, dass sie die Jukebox dabei hatten, fiel mir beinahe die Kinnlade runter. Die beiden Jungs sind 20 und 18 Jahre alt!

Okay, 80er Revival, Stranger Things usw. Aber es erinnert mich auch an Rock am Ring, wo unsere Nebenzelter Anfang 20 waren und sich am meisten für den Rock der 90er interessierten. Oder meine Nachbarin, Anfang 20, neulich am Lagerfeuer, die meinte, dass sie am liebsten „Oldies“ hört, also 80er und 90er… 🙄 Damals wie heute wollte ich wissen: how can?! Why?

Die Antwort heute: „Das war das Jahrzehnt mit der besten Musik!!“ Okay, I beg to differ, die 60er, 70er und 90er waren besser, aber die 80er eigentlich auch okay. Und außerdem: „Heute läuft ja nichts Gutes mehr.“

I agree, und zwar nicht im Sinne eines „Früher war alles besser“. War es nicht. Sondern eher im Sinne von: Es gibt gute neue Musik, aber sie läuft nicht im Radio. Und das Problem dabei ist, dass dadurch auch keine neuen Acts mal bekannt werden, kein Ruhm um sie entstehen kann, sie damit auch kein Geld bekommen, um wiederum die Marketing-Maschine weltweit zu rühren, wodurch sie dann im Radio liefen…

Ist das der einzige Grund? Ein Teufelskreis? Oder was ist da eigentlich los? Und warum war das vor 20-40 Jahren noch anders. Warum war der Mainstream da besser als heute?

Auf jeden Fall Kudos an die Generation Z (oder wie immer man sie gerade nennt), die sich auch an historische Musik wagt!

Daily sort-out: „Der kleine Prinz“ halb durch, finale Auswahl an Wandpostern bestellt, alte, ungeliebte Bodum-Teekanne an die Straße gestellt (ist tatsächlich immer noch da!), mittlerweile ersetzt durch eine praktischere Ikea-Kanne. Angefangen meine Spotify-Playlist-Sammlung auszumisten. Ja, das gehört auch dazu.

Und angesichts meiner Schmähkritik oben könnte ich eigentlich mal damit anfangen, hier ein paar Songs zu featuren, die ich für behaltenswürdig erachte. Zum Beispiel diesen hier (ist von 2016):

King of Stonks, vorletzte Folge: Ich freue mich auf das große Finale. Das wird richtig spannend! 🙂

Buch: Mäh, geh mir weg… Ich will jetzt nur noch das Minimalziel erreichen, vor dem Urlaub auf „du“ umzustellen, die bisherigen Kapitel mit einem Teaser zu beginnen, noch einmal stilistisch zu verbessern und knapp die Hälfte der Kapitel fertig zu haben. Muss erstmal reichen…

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Forgive thyself

Nicht nur Esoteriker, auch Psychologen raten zu Selbstmitgefühl – ein Wort, das man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss. Sich etwa eingestehen, dass man es unter bestimmten Umständen schwer hatte – und dann loszulassen, ohne dabei in Selbstmitleid zu verfallen. Aber auch zu Selbstvergebung. Wenn es euch wie mir geht, wird euch das verdammt schwer fallen.

Ich versuche eigentlich seit jeher, ein friedliches Leben zu führen, niemanden zu übervorteilen, niemandem zu nahe zu treten, keine Streits vom Zaun zu brechen, Konflikten, wenn möglich auszuweichen, oder sie zumindest zu deeskalieren. Klappt natürlich nicht immer. Und so werde ich wissentlich oder unwissentlichen einigen Leuten sehr weg getan haben.

Leid tut es mir dann, wenn diejenigen es eigentlich nicht verdient haben. Hundsgemeine Sachen habe ich gemacht, aus einer eigenen Schwäche heraus, aus falsch verstandenem Ärger oder – das tut mir besonders leid, weil es so unlogisch ist – aus Rache dafür, wenn mir eine andere Person etwas angetan hat. Die Natur hat es leider so eingerichtet, dass wir unseren Frust meist an denjenigen auslassen, denen wir etwas bedeuten. Weil wir den Anderen einfach egal sind.

Das habe ich mehrere Male getan und dafür etwa könnte ich mir jetzt vergeben. Tue ich auch mal, denn es tut mir wirklich Leid, aber ich kann es nicht mehr ändern, und es belastet mich, mich heute dafür noch schuldig zu fühlen.

Vergeben kann ich mir aber auch dafür, falsche Entscheidungen getroffen zu haben. Damals, in der Schule… Warum habe ich da bloß, ich hätte doch nur… Nein, ging halt nicht anders. Ich hatte nicht das Wissen, die Fähigkeiten oder den Verstand von heute. Ich hätte nicht anders handeln können. Auch dafür möchte ich mir heute vergeben.

Klingt komisch, aber ich glaube, es hilft dabei, sich zu befreien. Was für euch? Wenn ihr nichts zu vergeben habt: auch gut. Glaube ich euch aber nicht. 🙂

Ein langer Arbeitstag, noch dazu mit Umsatzsteuer-Voranmeldung. Tatsächlich erfolgreich überlebt und danach zur Belohnung (?) zu Ikea gefahren, 150 (!) Euro für einen Matratzenschoner und vier Bilderrahmen bezahlt. Minimieren kann echt teuer sein…

Ich komme mit dem Buch nicht weiter. Wer hätte gedacht, dass das sooo viel Aufwand sein könnte…

Schnappschuss: Bonn auf dem Kreuzberg:

Daily sort-out: Angefangen, noch einmal „Der kleine Prinz“ zu lesen. Das kam da einfach im Bücherregal zum Vorschein. Bin gespannt, ob das gut gealtert ist. Der Anfang ist schonmal schräg. Ansonsten heute mal nichts weggeschafft, nur neue Dinge gekauft (s.o.).

Habe ich aber keine Probleme mit, mir dafür zu vergeben…

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Wir haben das Ruhrgebiet zu lange unterschätzt

Achselschweiß ist kein besonders attraktives Thema, weiß ich auch. Mir fällt es nur auf, weil mir während der Hitze und des Bahnstresses selbst langsam die Achseln feucht werden. Denke ich in den „hübschen“ Großstädten wie Bonn, Köln oder Berlin immer, ich wäre der einzige, dem das passiert, versteckt das hier im Bus in Essen auf dem Weg zum Stadion keiner. Der Typ hinter mir, der sich an der Stange festhält, gewährt einen Blick auf seine Achselnässe, und das Mädel ein paar Plätze weiter ebenso. Ehrlichkeit, ist das erste, was mir dabei durch den Kopf schießt. Einfach mal sein, weniger scheinen.

Die junge Frau, die sich erst mit dem Rücken voran neben mich setzte, um mit ihren Leuten weiter zu reden, dreht sich danach entschuldigend zu mir, wir kommen ins Gespräch. Ich erfahre, dass ihr Begleiter nicht ihr Freund, aber Single ist, der gerne verkuppelt werden möchte. Dass sie aus Moers kommen, was „noch hinter Duisburg“ liegt, und dass sie noch Karten verkaufen wollen, für das Konzert, zu dem wir gerade fahren, weil sich einige aus ihrer Gruppe gerade Corona eingefangen haben. Sie kommen wiederum mit einem Anderen ins Gespräch, der auch Karten verkaufen will, und schon bilden wir eine kleine Gruppe. Und die Frau neben mir läuft langsam heiß. Sie ruft nach vorne, ob nicht mal jemand die Fenster auf Kipp machen könne. Der Typ, der direkt unterhalb sitzt, nickt in ihre Richtung, versucht’s, scheitert, entschuldigt sich. Daran, dass die Klimaanlage läuft, scheint in der Gruppendynamik keiner zu denken, registriere ich vergnügt. Ach, eigentlich habe ich Ruhrpottler immer schon gemocht.

Dabei war ich noch gar nicht so oft da, der schlechte Ruf eilte der Gegend voraus. Dass meine Bahn von Duisburg nach Essen beinahe nur durch Grün gefahren ist, ließ sich aber auch nicht leugnen. Als ich meine damalige Freundin zum ersten Mal in Duisburg besuchte, fand ich die Stadt hübscher und moderner als gedacht. Als ich letztes Jahr mit dem Rad durch Bochum und ein Stück an der Ruhr entlang fuhr, hat mich ebenfalls erstaunt, wie angenehm grün es überall hier ist.

Am Bierstand komme ich mit der Dame neben mir ins Gespräch. Wir warten ewig und die Frau analysiert mit mir zusammen, was das Thekenpersonal falsch macht. „Glaub mir, meine Eltern hatte eine Gaststätte. Ich hab Bier gezapft, seit ich 10 bin! Die müssten einen von sich die ganze Zeit zapfen lassen“. Was macht sie heute? „Bin ich in der Pflege aktiv, das wird irgendwie heute dringender gebraucht.“

Ich mag Berlin; dabei ist das hier eine ähnliche Gegend, direkt vor meiner Haustür. Im Grunde eine zusammenhängende Stadt – mit 5,1 Millionen Menschen die größte in Deutschland – nur dass sie ganz viele Namen hat. Herne, Dortmund, Essen, Bochum. Mittlerweile begrünt, Industriekultur, Fußball sowieso.

Und als Running Gag, dass man nicht mehr von dort wegkommt. Der Essener Hauptbahnhof läuft nach dem Konzert über, trotzdem fällt meine Bahn nach Köln einfach mal so aus. Unsere kleine Gruppe zerstreut sich. Mein Kumpel wird später Stunden bis nach Solingen brauchen (40 km entfernt). Zwei andere haben sich schon vorab ein Hotelzimmer gebucht. Das hätten sie schonmal erlebt, dann lieber dort übernachten und spät frühstücken.

Zeit vertreiben, was essen. In der Schlange vor dem Ditsch-Stand komme ich mit einer Pädagogik-Studentin aus Kleve ins Gespräch: Nee, hier käme man abends nicht mehr weg. Jetzt könne man sich die Nacht um die Ohren schlagen. Nur dass jetzt auch nichts mehr aufhätte, wo man noch feiern gehen könnte. Also irgendwie durch die Nacht mit was immer so an Bahnen fährt. Ich selber werde später insgesamt 4 Stunden unterwegs sein. Irgendwann habe ich nichts mehr zu tun, bin todmüde und gelangweilt wie seit Jahren nicht. Jeetje, war es das wert?

Also ein abgeschotteter Raum, die größte Stadt des Landes, grün, voller Kultur und gesprächiger Menschen. Wir haben das zu lange unterschätzt, im Sinne von: wir waren zu selten da. Ich will da jetzt öfter mal hinfahren. Und mir dann besser auch vor Ort ein Hotelzimmer nehmen.

Zweimal erlebt gestern: Da haben Bahnen 10 Minuten Verspätung und die Bahn findet das nicht einmal erwähnenswert genug, um das durchzusagen oder in der Anzeige einzublenden. Die haben völlig kapituliert…

Dass „das DHL“ informiert, finde ich jetzt beinahe süß für eine Spam-Mail! Für die Versendung einer Sendung müssen MEINE Anweisungen befolgt werden. Aber gerne doch! Also, als erstes verfüge ich, dass…

Das komplette Melbtal einmal durchwandern. Habe ich tatsächlich bisher noch nie gemacht…

Schön is‘ da. Ein Topwanderweg mitten in Bonn.

Das Melbbad hingegen wirkt mittlerweile wie ein Lost Place. Meine Vermutung: Das wird nie wieder aufmachen…

Heute nach dem Wandern einen Typen an der Ampel gesehen, der aussah, als käme er irgendwie aus Asien – und mich hinterher geärgert, dass ich ihn nicht spontan angesprochen und gefragt habe, woher. Note to self: das beim nächsten Mal einfach tun. fragen, aus welchem Land und welcher Stadt der Mensch kommt, den ich interessant finde, ob es da schön ist und ob er/sie es für eine Station auf einer Weltreise empfehlen kann. As simple as that. 💁🏻‍♂️

Mit Folge 2 hat „King of Stonks“ mich gekriegt. Das Vabanquespiel mit der neugierigen Staatsanwältin, der Deal mit der Mafia, der österreichische Geheimdienst. Wirklich lustig! Der Hauptdarsteller bleibt seltsam blass, einige wirken wie Laiendarsteller, der Sound ist mies. Aber die Story reißt es raus.

Daily Sort-out: KFZ-DC-Adapterkabel an die Straße gelegt, viel mehr Zeug habe ich gar nicht mehr… Niederländisch-Kinderbuch fertig gelesen. Bilder aufgehängt. Die nächste Woche muss es mal für ein paar Bilderrahmen zu Ikea gehen. Dann brauche ich noch ein CD-Rip- und ein Kassetten-Digitalisierungs-Set. Also kurzfristig werde ich wieder etwa mehr Zeugs anhäufen müssen. Ist dann halt so…

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(Auf) sich selbst achten

Die letzten Wochen waren immens anstrengend. Wir arbeiten an der kompletten Neuorganisation auf der Arbeit, die vornehmlich ich in Angriff nehme. Nebenbei ist dann natürlich noch das Tagesgeschäft fällig. Und dann schreibe ich ja noch mein Buch, lerne weiter die Fremdsprache, musiziere, minimiere, plane meine Weltreise weiter – und vieles mehr. Heute habe ich gemerkt: So geht es nicht weiter.

Mein Nacken ist ein guter Indikator dafür. Wenn der verzogen ist, und das ist er gerade, ist das meist ein Zeichen dafür, dass ich mir zu viel aufgeladen habe, zu viel Tischtennis gespielt oder zu viel Tischtennis gespielt, um den Stress auszugleichen, den ich mir aufgeladen habe (es gibt kein besseres Mittel dafür, aber auch das hat anscheinend seinen Preis).

Heute Nachmittag habe ich dann die Reißleine gezogen, bevor es noch schlimmer wird. Nein, ich habe nicht alles drangegeben, den Job gekündigt oder bin spontan in Urlaub gefahren. Ich habe gemerkt, dass ich weniger machen muss, dass ich auch bei der Reorganisation mehr auf die Schultern des Teams verteilen muss – ohne dass ihr Arbeitsaufwand am Ende steigt. Jaja, das geht. 😉

Ich hab das TT-Training für heute abgesagt, habe beschlossen, dass die Reorganisation jetzt langsam durchdacht genug ist und in Kürze auf das Team losgelassen werden kann. Habe entschieden, dass mein aktueller Text auch noch morgen fertig werden kann. Und dann habe ich mich einfach mal eine Viertelstunde auf die Couch gelegt. Da sie in meinem offiziellen Arbeitszimmer steht, ist sie immerhin auch Arbeitsgerät (hey, ich hab nen „kreativen“ Beruf).

Der Witz ist, dass ich danach doch noch ein paar Stunden weiter an meinem Artikel gearbeitet habe, was sich aber plötzlich ganz leicht und nicht mehr nach Arbeit angefühlt hat.

Auf mich selbst achten, ist etwas, was ich leider zu selten tue. Ich fletsche lieber die Zähne, arbeite bis zum Umfallen und beiße fünf Wochen lang um mich, bis sich das Chaos langsam legt. Auch nicht ideal. Zeit, mal damit aufzuhören.

Ich weiß gar nicht mehr, wann und warum das eigentlich angefangen hat, aber seit ich das in diesem Blogpost neulich mal für mich selbst runtergeschrieben habe, ist nichts mehr so, wie es mal war.

Und das ist gut so.

Wir haben gerade Hochsommer, ich bin Single, hetero, sehr viele, sehr schöne, sehr leicht bekleidete Frauen fahren, gehen, laufen täglich an mir vorbei – und es interessiert mich: null.

Und nein, ich bin nicht über Nacht asexuell geworden oder tue das nur aus Trotz, aus selbstauferlegter Selbstkasteiung oder weil ich das Thema aufgegeben hätte, in diesem Leben irgendwie noch mit irgendjemandem glücklich zu werden.

Es darf passieren, es kann passieren, es soll aber dann natürlich passieren und nicht irgendwie forciert. Ich habe vor einiger Zeit mal einen Flirtratgeber gelesen, weil ich dachte, dass ich das müsste. Der sagte zum einen, dass du im Grunde die ganze Zeit mit jedem flirten sollst, wenn du das Thema ernst nimmst. Und dass du zum anderen lächeln solltest, möglichst oft und viel, weil du damit Ausstrahlung hast und die meisten Männer in Gegenwart von Frauen versuchen cool zu sein, was eher abschreckend wirkt.

Den Tipp finde ich gar nicht so schlecht, aber ganz ehrlich: Ich finde es nicht natürlich, zu lacheln/lächeln, wenn mir gar nicht danach ist. Geschweige denn, mit jedem einen Smalltalk zu halten, um im Training zu bleiben. Dann lieber Situationen schaffen, in denen ich mich wohl fühle und automatisch lächle.

Heute habe ich mir mal den Spaß erlaubt, bei meinem Abendspaziergang in Hörweite ranzugehen, wenn ich eine schöne Frau entdeckt habe, die sich entweder gerade mit Freunden unterhielt oder sich offensichtlich gerade bei einem Date befand. Und heiliger Strohsack, habe ich da viel dummes Zeug gehört. Bei dem einem Date, das geschätzt offenbar das erste oder zweite war, salbaderte in einer Tour die Frau, und der Tüppes saß, sie anhimmelnd, schweigend daneben und lächelte sie unsicher an. Vor gar nicht all zu langer Zeit hätte ich wahrscheinlich noch selbst so ausgesehen. Gut, dass das vorbei ist.

Es gab Frauen, mit denen ich mich bis zu einem gewissen Grad gut unterhalten konnte, bevor dann doch wieder irgendwas seltsam wurde wie: „ach übrigens, ich hab nen Typen, aber wir können ja trotzdem…“. Es gab Frauen, die nett waren, aber wo die berühmte gemeinsame Wellenlänge einfach nicht da war. Und es gab jemanden, mit dem es eigentlich sogar einen Schritt weiter hätte gehen können, wenn nicht am Ende doch die Unterschiede größer gewesen wären, als man sich eingestanden hatte. Ich finde es nach wie vor schade, aber so ist das halt wohl. 🙁

Und jetzt? Ist eigentlich mein einziges Problem, dass ich noch nicht so richtig weiß, worauf ich jetzt eigentlich hinarbeiten soll, wenn nicht auf ein Leben in Zweisamkeit – was immer mein Ziel war. Die Arbeit ist es nicht, s.o., und dafür bin ich auch zu wenig Karrierist. Die Idee mit der Weltreise ist auch mehr aus dem Gedanken geboren, dass ich ja sonst nichts zu tun habe, als dass sie einer großen Leidenschaft entsprungen wäre. Und auf meinen Traumberuf Buchautor arbeite ich ja mittlerweile schon hin.

Sonst? Keine Ahnung…

Buch: Kein weiteres Kapitel heute, mal einen Tag Pause. Hab die Idee aufgegeben, das noch vor meinem Urlaub zu veröffentlichen. Das wird nicht mehr klappen, wenn es gut werden soll. Damit verpasse ich dann leider auch die Urlaubssaison 2022 endgültig, und keiner weiß, was 2023 von der Welt noch übrig sein wird… Na ja, das Ziel war es ohnehin eigentlich nur, 2022 mein erstes Buch zu veröffentlichen. Das bleibt auch weiterhin das Ziel.

King of Stonks (Netflix): Soll wohl so eine Art Satire auf den Wirecard-Skandal sein. Die Kritiken reichen von Totalverriss (Wunschliste.tv) bis: ist goil (DWDL, Süddeutsche, Zeit)! Nach einer 3/4-Folge weiß ich selbst nicht so recht. Ich mag den Stil der Showrunner, mochte ihn auch schon bei How to Sell Drugs Online Fast. Aber ich verstehe irgendwie nichts (ganze schlechte Mikrofonqualität) und es kommt mir irgendwie zu platt daher. Was davon ist neu, was ist originell? Bisschen werde ich aber noch weiterschauen.

Alte Playlist wieder entdeckt. Besteht aus Songs, die ich 1x kurz gehört und dann für so gut befunden habe, dass sie direkt auf einer Playlist landen könnten. Kruder Mix und ich feiere das gerade hart ab, denn die Idee ist voll aufgegangen:

Daily sort-out: Niederländisch-Kinderbuch 5 Seiten weiter gelesen. Mehr war heute einfach nicht drin…

Und jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich nicht mehr genau weiß, ob ich das aussortieren soll, weil zu peinlich und auch keine wirklich positiven Erinnerungen. Oder behalten nach dem Motto: „Seht ihr, der hat in der Schule aber mal so gar nichts getaugt, und aus ihm trotzdem noch X geworden. In diesem Land kann es jeder, aber auch wirklich: JEDER zu etwas bringen.“

Was meint ihr?!

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Kein Thema haben

Ich hab kein echtes Thema im Moment. Und vielleicht ist das gar nicht mal so schlecht. Alles geht seinen Gang. Zumindest vorübergehend nur Alltag, der ja auch immerhin aus Sport treiben, minimieren, Sprache lernen, Buch schreiben, Urlaub vorbereiten und arbeiten besteht. Also in der Reihenfolge 🙂 (schön wär’s).

Buch: Mein Lieblingskapitel: Wie Singapurer so drauf sind:

Und Mensch, wie viele Fehler ich hier auf diesen Screenfotos immer noch sehe und später korrigiere…

Passend zum Thema gestern dann heute auch zufällig eine kleine Diskussion mit einem Singapurer über die Todesstrafe, die es dort noch gibt (und wohl auch noch lange geben wird):

Werder Bremen hat die FPÖ als Nazis bezeichnet, was denen gar nicht schmeckt. Aber, äh, was davon stimmt nicht…?!

Vegane Schokolade – geht erstaunlich gut! Hab jetzt nicht einmal einen großen Unterschied geschmeckt.

Daily sort-out: Niederländisch-Kinderbuch bis S.70 gelesen. Elektrisches Massagekissen (war Weihnachtsgeschenk) und Hängematte (nie benutzt). Kommt aber erst morgen an die Straße. Babysteps…

Geee-nau…

Ich sehe da noch Optimierungspotenzial, Amazon…

Magical songs keep haunting you, sometimes even years later. That’s what makes them magical. <3

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Gute Gespräche allem vorziehen

Ich muss anderen Menschen zu Weilen sehr hektisch vorkommen. Immer von einem zum nächsten, immer nur kurz für jeden Zeit. Neulich ist mir mal bewusst geworden, was ich da eigentlich mache: ich nehme mir selbst die Chance, Menschen, die ich mag besser kennenzulernen. Und außerdem eine Chance, mich gut zu fühlen. Denn was ihr Extrovertierten ja nicht wisst: Introvertierte fühlen sich erst dann gut, wenn sie mit jemanden „connecten“ können. Und das geht eigentlich nur über jedes Gespräch, das die Ebene des Smalltalks verlässt.

Seit einiger Zeit nehme ich mir etwas mehr Zeit, um mit anderen Menschen zu reden. Das möchte ich noch weiter intensivieren. Wenn ein Gespräch gut läuft und ich mich in der Gesellschaft Anderer wohl fühle, dann ruhig auch den nächsten Termin mal was später angehen.

Und natürlich habe ich direkt heute Abend mit dem Vorsatz gebrochen, weil ich noch zwei Kapitel in meinem Buch bearbeiten wollte. 🙄

Vielleicht habe ich gerade auch einfach zu viel zu tun…

„Eifersucht ist Selbsthass.“

„Einsamkeit ist ein Mangel an Selbstbewusstsein.“

„Wenn du einsam bist, kann dich niemand erlösen außer du selbst.“

Sind harte Thesen, aber an ihnen ist viel Wahres dran. Ich fühle mich interessanterweise auch manchmal einsam, wenn ich sehr im Stress bin. Weiß nicht, wie es euch da geht.

Vor lauter Zeugs heute ganz vergessen, Ukulele zu spielen, Vokabeln zu lernen, etwas wegzuminimieren und mein Abendessen zu fotografieren. 🙄 Vielleicht war es auch deswegen kein besonders guter Tag…

Hole ich jetzt noch eben nach, so kann man das ja nicht enden lassen. Außer das mit dem Abendessen. Das kommt jetzt zu spät…

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Hackfleisch abschaffen

Ich bin ziemlich begeistert von Greenforce-Produkten. Die Firma macht veganes Rührei, das man sogar essen kann, vor allem aber veganes Hackfleisch aus Erbsenprotein und Rote Beete. Du kaufst es als Pulver, rührst es als Wasser an und schon da wirkt es von der Textur und dem Aussehen her irgendwie wie rohes Hackfleisch. Nach dem Braten schmecke ich dann kaum einen Unterschied zu gemischtem Hackfleisch vom Supermarkt. Ist gut gewürzt, fühlt sich an wie Fleisch, schmeckt wie Fleisch. Passt alles.

Greenforce gibt es erst seit zwei Jahren. Und was ich am interessantesten finde: Als ich neulich bei Lidl war, um ein paar Tüten davon zu kaufen, gab es das nur als Aktionsprodukt. Ein paar Regale weiter verkaufte Lidl schon täuschend ähnliches Zeug von einer Hausmarke, das kaum anders schmeckte (ich hab es ausprobiert). Nachgeahmt und ersetzt nach nicht einmal zwei Jahren. Ich glaube, für Greenforce ist das nicht besonders schön.

Es zeigt aber, dass unfassbare Dynamik in dem Thema ist. Fleischersatzprodukte gibt es im Massenmarkt überhaupt erst seit knapp 10 Jahren, und sie werden immer besser. Hackfleisch kann man im Grunde also jetzt schon beinahe komplett ersetzen. (Mag sein, dass richtig gutes, teures Rinderhack noch besser schmeckt, aber der normale andere Kram?!). Bei Schnitzeln, Steaks, Filets etc. sind sie leider noch nicht so weit, aber wenn das in dem Tempo weitergeht, könnte das Thema in 10 Jahren – Achtung Schenkelklopfer – gegessen sein. Wenn das ohne geschmackliche Einbußen gelänge, Fleisch komplett zu ersetzen – es wäre ein Segen!

Minimalismus wird zum Ende hin immer schwieriger: Der Daily-Sortout brachte heute das Umziehen meiner Bürokommode (die kommt noch ganz weg) in meine Flurkommode:

Gestern war erneut mein Kleiderschrank dran. Und mir fiel auf: Da ist das Limit jetzt erreicht:

Es werden eher sogar noch mehr Sachen werden. Alle restlichen 10 T-Shirts sparken joy, 1 Anzug + Hemd braucht man. Vor allem meine Sportklamotten mag ich nicht weiter reduzieren. Ich treibe derzeit 5-6x Sport in der Woche, weil ich mich einfach gerne bewege. Klammottenwaschen ist mir allerdings ein Graus, das würde ich am liebsten nur 1x im Monat tun. Weil ich aber jedes Sportoutfit aus Funktionswäsche nur 1x tragen kann, sehe ich eigentlich nur zwei Möglichkeiten: gar noch mehr Sportklamotten kaufen oder auf Merino & Co. umsteigen, was nicht jedes Mal gewaschen werden muss, aber die schlechtere Sportfunktion hat. Mal überlegen…

Wahr ist aber auch: Wahrscheinlich kann ich nicht alles behalten, nur weil es Joy sparkt. Und dann wird es langsam richtig schwierig. Das oben rechts im Bild ist allerdings auch alles, was ich noch an Klamotten besitze. Ich finde, das ist schon recht minimalistisch. Wenn auch kein Hardcore-Pro-Level, wo die Leute nur noch 2 T-Shirts und so haben und die alle gleich aussehen…

Überlege noch…

Buch: Heute kam das Kapitel über Essen dran. Der Reiseführer wird meine Top 25 Gerichte aus Singapur enthalten. ♫ Ich will zurück, ich will zurück… Und ich muss gestehen, dass es hauptsächlich des Essens wegen ist. Mann, hatte ich Hunger danach…

Nasi Lemak! 😍

Und ja, ich habe „Kokosnussreis“ falsch geschrieben… 🙄 Ist zum Glück noch nicht die finale Version.

Stand im ebenfalls heute wegminimierten Buch (Titel schon wieder vergessen, irgendwas mit „Das funktioniert so“) unter „Mittel gegen Kater“. Wird ausprobiert!

Muss zurück zur 4. Staffel „Stranger Things“. Macht wieder erstaunlich Spaß. Ciao ciao!

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New York, Urlaub, Kreislauf und Bücher

Ich habe extrem Kreislauf gerade. Das führt nicht nur dazu, dass ich regelmäßig in den Penny Markt einfalle und dort Soft Cake kaufe. Ich konnte es doch nicht vermeiden und ich kenne auch den biochemischen Zusammenhang nicht, aber mein Körper funktioniert gerade nur damit. Es dreht sich bei mir auch alles, wenn ich vom Stuhl, dem Bett oder der Couch aufstehe. Dann muss ich mich meist kurz abstützen, wie so ein alter Mann. Trotzdem konnte ich vorhin relativ problemlos 2,5 Stunden Tischtennis spielen. Es ist verrückt. Eventuell ist das Loratardin Schuld, das ich gerade gegen die Pollenallergie einsetze. Habe ich so im Verdacht.

Ich habe Urlaub geplant in einem Monat. Dann würde ich die Deutschland-Tour mit dem Fahrrad angehen; drei Wochen lang. Eigentlich wollte ich die erst machen, wenn ich alles wegminimiert habe. Und mein Buch veröffentlicht. Das würde noch ganz schön viel Arbeit werden, zumal auf der eigentlich Arbeit gerade auch über die Gebühr viel los ist. Und irgendwo ist da ein Denkfehler, auf den ich gerade noch nicht komme…

New York. Irgendwie fiel mir New York ein als eine der ersten Destinationen der Weltreise, wenn man noch gar nicht genau weiß, wohin eigentlich. Problem ist allerdings, dass ich den Planungen nach im Januar losreisen könnte. Dann ist aber gerade mal so gar keine Saison für New York. Außerdem sagt mir mein Gefühl, dass das so einfach alles gerade nicht wird, auch mit Corona und der Rezession, in die wir wohl schon längst geschlittert sind.

Ein Monat noch Zeit für das Buch. Zumindest das sollte ich jetzt mal forciert angehen. Ist ja auch langsam Reisezeit. Und irgendwie kehrt die Lust darauf auch gerade zurück.

Daily sort-out: „Feeling Good“ von David D. Burns ausgelesen. Ziemlich gut. Ich glaube, der Mann ahnte gar nicht, welchen Gefallen er der Menschheit damit getan hat. Viele Esoteriker und Selbsthilfe-Autoren dürften danach bei ihm abgeschrieben haben. Aber die Idee und der vielfache Beweis, dass sich Depressionen allein mit einem anderen Mindset kurieren lassen, ist genial – auch wenn es heute in den USA kaum noch angewendet wird und Medikations-Therapie dort wohl gewonnen hat, weil sie auf den ersten Blick „praktischer“ erscheint.

Jetzt fällt mir auch der Denkfehler auf: Wenn ich im Januar erst auf Weltreise gehe, muss ich jetzt nicht binnen einen Monats alles wegminimiert haben. Dann bleiben mir noch ein paar Monate mehr Zeit.

Ich fall um. Das Gemeine ist, dass man auch mit Kreislauf nicht unbedingt besser einschlafen kann. Aber die Anziehungskraft ist ungleich größer. Ich glaube, was ich schreibe, macht gar nicht so viel Sinn. Ich höre mal lieber auf.

Nachgenießen: Green Day bei Rock am Ring 2022. Den offiziellen Mitschnitt haben die Organisatoren leider nie veröffentlicht (diese Idioten!), aber dieses Video (von der Scheiß-Tribüne gefilmt, vielen Dank!) vermittelt einen kleinen Eindruck:

Oder dieses. <3

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Wie das 9-Euro-Ticket mir das Autofahren wieder schmackhaft machte

Sie taten in letzter Zeit eigentlich alles dafür, damit ich mein Auto endlich abschaffe. Lange Rotphasen an der Ampel, Tempo-30- oder ganz verkehrsberuhigte Zonen. Die astronomischen Spritpreise – sowieso. Und immer wieder Events, um meinen Nachbarn und mir zu zeigen, wie schön eine autofreie Innenstadt doch sein kann. Ich fand es gut und trommelte mit, bis dann wieder der Moment kam, in dem ich mein Auto doch einmal brauchte – und dann nirgendwo parken konnte.

Erst gab es immer weniger kostenlose Parkplätze in meiner Nachbarschaft – dann immer weniger Parkplätze überhaupt. Baustellen, Begrünungen, ja sogar der Glasfaserausbau kostete eine Zeitlang vier hervorragende Parkplätze in meiner Straße, weil der Versorger dort monatelang riesige Kabeltrommeln zwischenlagerte. Fahr doch Bus, Bahn oder noch besser: Rad, sagen Kommunalpolitiker und Klimaaktivisten. Was sie nicht sagen: Wie man mit dem Bus im Winter zum Tischtennis nach Wachtberg-Pech kommen soll oder – noch besser – abends von dort wieder zurück.

Köln Hauptbahnhof bei Nacht
Köln Hauptbahnhof bei Nacht

Aber okay, es ist nicht so, als würde die Politik nichts tun. Als eine Art Vorschau, wie die autofreie Zukunft aussehen kann, gibt es jetzt das 9-Euro-Ticket. Eine Entlastung der Bürger für die hohen Energiepreise – passend zur Urlaubszeit. Wie das in der Realität aussieht, brauche ich eigentlich nicht groß zu skizzieren. Da kann vermutlich inzwischen jeder ein Lied von singen.

Kürzlich freitagsnachmittags kam ich auf die Idee, einen Freund in Düsseldorf mit dem 9-Euro-Ticket zu besuchen. Weil die Bahn, die ich eigentlich nehmen wollte, 30 Minuten Verspätung hatte, konnte ich zum Glück in eine andere Bahn steigen, die bereits eine Verspätung von 40 Minuten hatte. Die stieg im Laufe der Fahrt natürlich immer weiter an. Schnellere Züge sollten passieren können, einzelne Waggons waren so voll, dass die zusammengepferchten Mitreisenden an jedem Halt die Lichtschranken der Türen unterbrachen. Mein Nebensitzer transpirierte genervt in meine Richtung.

Beim Umsteigen in Köln war dann das Gleis so voll, dass die Bahn Sicherheitspersonal einsetzte, um die Ströme der Reisenden voneinander zu trennen. In der Bahnhofshalle wurde ich zusammen mit hunderten Anderen grob in die Richtung geschoben, in die ich musste. Der Anschlusszug selbst hatte natürlich Verspätung, diesmal gab es keinen Sitzplatz für mich. Die Bahn nahm weitere Verspätung auf, kleine Kinder weinten.

Alle fahren Bahn – sind da nicht die Straßen frei?

Wie ich da so stand, in Mitten anderer verschwitzter und sehnsüchtiger Reisender, stellte ich mir vor, wie es wäre, jetzt im Auto zu sitzen. Ein bequemer Sitzplatz nur für mich alleine, gesicherte Frischluftzufuhr, mein ganz persönliches Bordprogramm, keine Pflicht eine Maske zu tragen. Und noch ein Gedanke schoss mir durch den Kopf: Wenn jetzt alle nur noch Bahn fahren – müssten dann nicht eigentlich die Straßen frei sein?!

Das wollte ausprobiert werden. Die jüngst zumindest wieder leicht gesunkenen Benzinpreise gaben mir zusätzliche Bestätigung. Und so entstaubte ich exakt eine Woche später meinen zuletzt nur noch selten genutzten, beinahe 20 Jahre alten VW Lupo und machte den Test. An einem späten Freitagnachmittag von Bonn nach Düsseldorf. Eigentlich Harakiri – normal sammeln sich zu der Zeit Feierabend-, Wochenend- und Urlaubsverkehr aus Rheinland und Ruhrgebiet, und die Straßen sind brechend voll. Und jetzt?

So leer sind die Straßen an einem Freitagnachmittag rund um Köln sonst nicht.

Jetzt war tatsächlich wenig los. Ich kam ohne Probleme auf die A555, dann auf die A4 und sogar die A3. Ein paar andere Autos waren unterwegs – natürlich. Aber kein Stau, nirgends. Und genauso entspannt ging es einige Zeit in die Gegenrichtung zurück nach Bonn.

Das ist noch kein Beweis, aber ein Indiz. Wenn es das Ziel der Bundesregierung war, die Straßen wieder frei zu kriegen, dann könnte sie das mit dem 9-Euro-Ticket geschafft haben. Für die Besserverdienenden, die sich trotz fehlgeschlagener Sprit-Subventionierung das Autofahren noch leisten können: immerhin. Aber spaltet das die Gesellschaft nicht viel mehr, als uns lieb ist? Hier die gut Betuchten auf der freien Autobahn, dort die armen Säue im überfüllten Zug.

Einen Parkplatz fand ich übrigens erst 300 Meter von meiner Wohnung entfernt. Die Lokalpolitik immerhin meint es ernst mit der autofreien Zukunft – außer für die, die ein Haus mit eigenem Parkplatz haben. Gäbe es für „arme“ Mieter wie mich eine entspannte Alternative zum Auto – ich würde sie nehmen.

Daily sort-out: „Feeling good“, S. 400-450. Dr. Burns berichtet von seinen härtesten Fällen.

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Endgegner Papier

Und wieder einmal die Steuer…

Das Hauptproblem ist dabei wirklich das Papier. Ich weiß, ich weiß. Das meiste geht heute digital oder sogar automatisch, aber auch darauf musst du erstmal umstellen. Und das klappt sehr schlecht, wenn du den Driss so sehr hasst, dass du ihn mit spitzen Fingern nicht anpacken magst. Aber davor davonlaufen ist auch keine Lösung. Ein echter Endgegner. Danke auf jeden Fall, Nicky, für den moralischen Beistand!

Vergangenheits-Ich wollte wohl auf Nummer sicher gehen… 😂

Bloß weg von diesen Verbrechern! Schlechtester Provider, den ich jemals hatte.

Wer war nochmal derjenige, der lieber Ukulele lernen wollte, weil das so ja viel einfacher wäre als Gitarre? 🙄

Es gibt rund 150 Akkorde und etwa jeder dritte davon ist ein Barrégriff…

Ich habe Volbeat auf Rock am Ring sogar geskippt, kann mit der Stimme des Sängers nicht besonders viel anfangen, hab jetzt aber doch mal rein- und ein paar echt gute Songs gehört. Ich mag ihr Cover von Battleship Chains, gefunden auf der „Rock am Ring 2022“-Playlist:

Und ja, ich schwelge immer noch in Erinnerungen von Rock am Ring. Die Niederländer haben sogar ein Wort für sowas: nagenieten, wörtlich übersetzt „nachgenießen“. Ich finde, das sollten wir ins Deutsche übernehmen!

Daily sort-out: s.o. + „Feeling Good“ S. 250-350. Burns‘ Spezialität sind Rollentauschs und Dialoge mit Patienten, teils auch gestellte, in denen er zeigt, wie man inneren oder echten, äußeren Kritikern die Munition nimmt. Dieses über Selbstwertgefühl wollte ich mit euch teilen:

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Non-judgemental Walk

Ich war mal in der StudiVZ-Gruppe „Angeblich gucke ich immer böse, bin’s aber nicht“. So unnützes Zeug aus der Vergangenheit fiel mir gerade ein, als ich zum Abendspaziergang aufbrach. Ich glaube nämlich, ich gucke nicht nur böse, ich bin es manchmal auch. Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Text von gestern, dass es mich auf die Palme bringt, wenn Leute vor mir auf dem Bürgersteig mich nicht herannahen hören. Ich bin für gewöhnlich recht flott unterwegs und muss an vielen Leuten vorbei. Und wenn die mir dann nicht ausweichen…

Mittlerweile sage ich mir oft: „Ruhig, Brauner, die können ja nichts dafür.“ Wenn ich mal genau in mich hinein horche, gucke ich aber auch andere Menschen auf der Straße böse an. Aus verschiedenen oder gar keinen Gründen. Vielleicht, weil mir bei dem einen das T-Shirt nicht gefällt, bei dem anderen ein schlimmes Tattoo (passiert mir in Deutschland leider oft), beim Dritten der ganze Aufzug und beim Vierten wasauchimmer.

Nicht werten, habe ich mal irgendwo gelesen. In Berlin gelingt mir das auch meist ganz gut. Da sieht sowieso jeder so verrückt aus, dass man aus dem Werten gar nicht mehr heraus käme. Bei meinem Abendspaziergang gerade habe ich das aber auch mal hier in Bonn versucht. A non-judgemental walk. Was mir dabei auffiel:

  • Es läuft sich tatsächlich entspannter. Ich bin selbst weniger verkrampft.
  • Mich gucken weniger Leute böse an. Vielleicht ist da was dran mit „Wie man in den Wald hineinruft…“
  • Ein paar Mädels haben mich angelächelt.
  • Eine Frau auf dem Fahrrad hielt an, um mich nach dem Weg zur nächsten Tankstelle zu fragen. (Ich habe sie aber nicht einfach dahin geschickt, sondern gefragt, was sie da eigentlich will. Sie wollte nur Flaschen abgeben. Ich hab sie statt dessen zum Friedensplatz-Rewe geschickt.)
  • Ein Gruppe von Leuten, die vor mir ging und die ich so schnell nicht überholt bekam, störte sich offenbar nicht daran, dass ich ein paar Schritte mit ihnen ging.
  • Insgesamt ein sehr entspannter Spaziergang.

Würde ich ab jetzt immer so machen, wenn es nur nicht so verdammt anstrengend wäre. 🙄

Daily sort-out: „Feeling Good“, Seiten 200-250.

Ich muss mal vorankommen hier mit dem finalen Ausmisten. Und wenn es erstmal Dinge sind, die ich eigentlich am Schluss machen wollte. Finales Ausmisten der Schränke. Behalten nur noch notwendiger Dinge und solcher, die ich ohne viel logistischen Aufwand und Platzbedarf bei einem Umzug schnell mitnehmen könnte.

Flurkommode vorher:

Ausgeräumt:

Nachher:

Prepper-Schublade in der Küche vorher:

Nachher:

Ich muss einen Plan machen, wie ich das hier beenden will. Alle Bücher noch einmal zu lesen, in denen noch etwas Interessantes stehen könnte, dauert zu lange. Dann lieber voll dekadent wegschmeißen und als Ebook neu kaufen, wenn die Zeit gekommen ist. Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an…

Kreislauf, i haz it. Kann natürlich an den Temperaturen liegen oder daran, dass ich heute Mittag bei 30 Grad ins Intervalltraining eingestiegen bin. 5km Joggen, davon sieben 30-Sekunden-Vollgas-Sprints (mit 1 Minute Pause dazwischen). Das soll die Fettverbrennung deutlich erhöhen.

Woran es liegt, weiß ich nicht, aber immer wenn ich Kreislauf habe, schreit mein Körper nach Kaffee – und nach Soft Cake. Ihr wisst schon, diese Kekse mit dem Orangenglibber in der Mitte. Konnte meinen Körper gerade noch davon abhalten, den Pennymarkt leerzukaufen.

Hand of God (Netflix): 90 Minuten lang ein richtig toller italienischer Coming-of-Age-Film. Lustig, traurig, sinnlich, schön! Aber dann finden sie kein Ende und es wird so komisch schwermütiger Kram, der überhaupt nicht zum Anfang passt. Deswegen kriegt der von mir nur eine 2-, leider. Ist auf jeden Fall viel lustiger als hier im Trailer dargestellt:

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Aus Langeweile mit Menschen reden

Ich war heute den halben Tag in und auf dem Weg nach Wiesbaden, um ein Konzert von Agnes Obel zu sehen. Ich wollte ursprünglich mit Juan dorthin, aber der hat sich noch rechtzeitig vorher die Seuche geholt (Corona) und ein gleichwertiger Ersatz ließ sich kurzzeitig nicht auftreiben. Also erstmal niemanden zum Reden.

Ich arbeitete unterwegs, wurde mit meinem Testbericht fast fertig, organisierte noch einiges und war dann mit allem, auch dem Abendessen in einer Dönerbude, um 1900 fertig. Die Veranstaltungslocation, die Wiesbadener Ringkirche, war gleich nebenan. Ich ging hin und saß noch ein wenig in der Sonne, zückte mein Handy, schaute nach dringender Arbeit, es gab keine. Einlass sollte um 19:30 Uhr sein, der Pulk wartete davor, ich auch. Tatsächlicher Einlass: 19:50 Uhr.

Ich bekam einen guten Platz, saß und wartete. Dann wartete ich weiter. Es war ja eine katholische Kirche, ich hatte zwar keine Skrupel, meine Mütze aufgesetzt zu lassen (schlimmer Frevel, aber f* the system!), aber ein wenig innere Einkehr könnte ja nicht schaden. Ich saß, schloss die Augen, atmete tief ein und aus. Als ich damit fertig war, war es etwa 20:15 Uhr. Noch immer suchten sich Leute einen Platz, vom Künstlerensemble keine Spur. Ich checkte mein Handy, schrieb Freunden ein paar Nachrichten, graste meine E-Mails und Feeds ab (beide leer), hatte nichts mehr zu tun.

Langeweile ist ein Geschenk. Es macht dich kreativ. Ich kann mich auch tatsächlich nicht daran erinnern, wann mir zum letzten Mal langweilig war. Es gibt in meinem Leben eigentlich immer was zu tun. Es geht mir besser, wenn immer etwas zu tun ist. Jetzt war nichts mehr zu tun…

Es wurde 20:20 Uhr und dann 20:25 Uhr und noch immer keine Künstler auf der Bühne. Ich checkte ein paar Apps auf meinem Smartphone, die ich noch nie ausprobiert hatte (siehe da: Samsung Notes hat auch eine Art To-Do-Liste integriert!). Als ich jemanden mit einer Flasche Wasser an seinen Platz treten sah, erinnerte ich mich, dass meine Wasserreserven auch nahezu erschöpft waren und ich später noch drei Stunden Bahnfahrt vor mir haben würde. Ich sprang spontan auf, bat meine Nebensitzerin, meinen Platz zu verteidigen und ging an die Theke (VOR der Kirche, drinnen gab es keine, aber der eine oder andere hatte tatsächlich legal eine Dose Bier in der Hand, IN der Kirche!).

Als ich mit dem Wasser wieder an meinen Platz kam, sah ich, dass meine Nebensitzerin ihren Arm um meinen Hipster-Rucksack gelegt und sich im wahrsten Sinne des Wortes auf meinem Platz breit gemacht hatte. Alle Achtung! Sie hatte meinen Platz tatsächlich eisern verteidigt! Als ich ihr dankte, rückte sie aber wieder etwas weg zu ihrer Begleitung. Es wurde 20:30 Uhr und dann 20:40 Uhr. Noch immer keine Künstler auf der Bühne, noch immer nichts wegzuarbeiten, nichts mehr zu tun.

Mir fiel nichts Anderes mehr ein, was ich noch tun konnte, außer Gespräche mit Wildfremden anzuzetteln. Obwohl meine Nebensitzerin jetzt ja keine Wildfremde mehr war. Also fragte ich sie und ihren Begleiter, ob sie aus Wiesbaden kämen. „Nein nein, aus Münster und Aachen. Wir sind vorhin angereist und bleiben dann über Nacht“. Wir unterhielten uns ein wenig. Ich sagte, ich dachte ich wäre schon von weit her angereist, aber Münster wäre ja noch ein ganzes Stück weiter. Und dass ich eigentlich wissen wollte, ob Wiesbaden eine schöne Stadt sei. Das hörte die Frau vor uns, drehte sich um und erzählte uns von Wiesbaden. Dass es sehr schön sei, im Krieg kaum zerbombt, aber auch gewissermaßen tot.

Es überrascht mich, das zu sagen, aber das Gespräch gefiel mir. Es muss weit kommen, dass ich lieber mit Menschen rede als mich mit irgendwas Anderem zu beschäftigten. Aber wenn ich es mal tue, macht es fast immer Spaß und es geht mir danach besser. Warum ich das dann so selten tue? Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Tiefenpsychologisch bedingt wahrscheinlich die Angst, nicht schlagfertig genug zu sein.

Als das Konzert dann um 20:50 endlich begann, war ich sogar ein klein wenig traurig. Ich hätte mich gerne noch länger unterhalten.

Ach so, und das Konzert? Coole Location, der Sound ein klein wenig underwhelming, die Musikerinnen auf der Bühne (Agnes Obel nannte sie die „Band of Mothers“, weil sie alle inzwischen Mütter seien) sehr sehr gut. Schade nur, dass sie Fuel to Fire nicht gespielt haben. Alle anderen Hits aber eigentlich schon und auch so anspruchsvolles neues Zeug…

Mainz HBF. Meine S-Bahn nach Frankfurt-Flughafen soll laut App in 4 Minuten fahren, ist aber weder am Gleis noch auf der Anzeigentafel in der Bahnhofshalle angeschlagen. Hilfe!

Ich renne zur Information, aber, Mist, da kommt einer vor mir dran, ein Schwarzer, der es leider nicht so eilig hat. Er möchte mit dem 9-Euro-Ticket nach Köln, der Schaltermitarbeiter zu ihm: „Nein, nach Köln kommst du heute nicht mehr mit dem 9-Euro-Ticket, nur noch mit IC oder ICE.“ Druckt ihm was aus, wimmelt ihn irgendwie ab.

Ich komme dran, zeige dem Mitarbeiter mein Handy, auf der Gleis 5 und die S9 steht, erkläre mein Problem, dass das nirgendwo angeschlagen ist. „Oh doch, der kommt! Gehen Sie besser schnell runter. Der kommt, mit 90-prozentiger Sicherheit!“ Ich bedanke mich hastig, sprinte runter zum Gleis und tatsächlich: wenige Minuten später rollt die S9 ein, obwohl sie weit und breit nirgendwo angeschlagen wurde. Als ich einsteige, sehe ich, dass sich der Schwarze einen Vierersitz weiter setzt. Er nimmt die gleiche Bahn.

Der Bahn-Mitarbeiter hat ihn geduzt und mich gesiezt. Ich habe nichts gesagt, weil ich einfach zu sehr in Eile war und ehrlich gesagt auch nicht genau weiß, wie man so etwas de-eskalierend sagt. Aber das darf doch nicht sein. Wo kommt das überhaupt her, dass manche Leute Schwarze und Türkischstämmige einfach so duzen? So etwas muss aufhören!

Daily sort-out: Lese gerade noch einmal „Feeling Good“ von David D. Burns, eins der ersten Bücher über positive Psychologie. Bin überrascht, wie viel davon für mich längst alltäglich ist. Sein Kapitel darüber, wie man verbale Angreifer entwaffnet, ist beinahe amüsant.

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Forever Single?

Die Idee spukt jetzt schon eine ganze Weile in meinem Kopf rum, und sie ist natürlich auch nicht original von mir. Aber ich höre und lese immer mehr darüber sie klingt erfrischend: Wie wäre es, wenn man einfach den Rest seines Lebens ungebunden bleibt? Also nicht so selbstmitleidig, nach dem Motto: Buhuhu, keiner liebt mich, sondern gewollt. Und selbst die Chance auf sexuelle Abenteuer links liegen lässt, weil es einen einfach nicht mehr interessiert? Sofort melden sich die inneren Stimmen:

  1. Das darfst du nicht!
  2. Du musst dich fest binden!
  3. Alle anderen machen das auch.
  4. Das ist der natürliche Ritus des Menschen.
  5. Sonst bist du nichts wert.
  6. Nur gemeinsam ist der Mensch vollkommen.
  7. Nur als Frauenheld bist du begehrenswert.
  8. Sonst sind die anderen erfolgreicher als du.
  9. Alleinsein im Alter ist grausam.
  10. Du willst doch jemanden haben, der dich auf deinem Weg begleitet, der morgens neben dir aufwacht, mit dem du durch dick und dünn gehen kannst.

Die Stimmen 1 bis 6 können mich mittlerweile mal. Ich muss gar nichts, und da lobe ich mir die heutige Gesellschaft, in der praktisch jede Form von Sexualität akzeptiert ist, auch die Asexualität. Ich erinnere mich gerne an die gute Freundin von mir, die meinte, wenn sie sich zurückerinnere, war sie als Single immer glücklicher als in einer Beziehung.

Ich nicht unbedingt, aber auch mich haben viele Dinge an Beziehungen immer genervt. Unbedingt irgendwas zusammen machen müssen, auch wenn man gar keine Lust darauf hat. Mehr Nähe als einem lieb ist etc.

Punkt 7 und 8 haben mir tatsächlich lange zu schaffen gemacht. Andere sind begehrenswerter… Und wenn schon! Kann ich eh nicht ändern. Außerdem löst sich der Ärger darüber in Luft auf, wenn dich das Thema plötzlich nicht mehr interessiert und dir was anderes wichtiger ist. Wie du deine ganz persönliche Weltreise organisierst, zum Beispiel.

Punkt 9 und 10 – okay. Da werde ich sentimental. Tief in mir drin will ich jemanden haben, mit dem ich alles teile, dessen Nähe ich vermisse, wenn er (also sie) nicht da ist, der mich vollkommen macht, neben dem ich morgens aufwache, für den ich da bin, wenn es ihm (also ihr) schlecht geht, oder auch gut, und anders herum genauso. Ja, das will ich, das wäre meine 1a-Lösung, das steckt vielleicht in jedem von uns tief drin.

Aber wenn sich der passende Mensch für die 1a-Lösung gar nicht findet? Findet wirklich jeder den/die Partner/in, der/die genau das für ihn/sie ist? Welche elendigen Kompromisse geht man ein, um etwas zu bekommen, das nur so halb passt. Wer den Deckel auf dem Topf findet: sehr cool, meinen Glückwunsch! Aber wer nicht, wird der wirklich glücklich? Und was gibt man alles auf dafür, nur um semi-glücklich zu sein?

Natürlich bin auch ich nur ein Mensch, bei dem andere Menschen zu Weilen gewisse Reize auslösen, und ich dann entsprechend reagiere – also so:

Aber dann? Selbst wenn du denjenigen eroberst – was seltener passiert, als einem lieb ist – wie geht es dann weiter? Für einen kurzen Moment der Ego-Boost dass du jemand Attraktiven für dich gewonnen hast, dann die 6 Wochen Dopamin-Rausch des Verliebtseins, bevor dann die ewige Frage ansteht: Was machen wir denn heute? Isst du wirklich zwei Burger statt einen? Kannst du mal deine Socken wegräumen?! Wann fahren wir zu Onkel Walters Silberhochzeit?

Wie viel Energie habe ich in meinem Leben schon da rein gesteckt, jemandem gefallen zu wollen? Gebracht hat es genau genommen nichts.

Wenn das Schicksal sich entscheidet, dass da jemand meinen Weg kreuzt und beiden klar ist: das passt, dann: klar, ich bin bereit. Aber bis dahin versuche ich es einfach mal ohne. Und ich könnte mir denken, dass das ungeahnte Energien freisetzt.

Typ vor mir in der Bahn hat eine Maske auf, aber wird vom Kontrolleur ermahnt, weil er kein T-Shirt anhat. „Bitte anziehen, sind die Kleidervorschriften hier.“ Er fügt sich, widerwillig.

Hendrik hat Geburtstag. Alles Gute!

Düsseldorfer Altstadt, huiuiui…

Daily sort-out: Meine letzte Kladde mit Vokabeln, Sätzen aus meinen letzten Niederländisch- und Englisch-Kursen. Bin fertig damit. Es geht mit Babyschritten voran, aber der Gipfel rückt trotzdem langsam näher.

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Just random stuff

Hat funktioniert! Fairtiq hat mich gestern beim Überschreiten der 9-Euro-Schwelle automatisch auf das 9-Euro-Ticket migriert:

Und ja, irgendwer hat da schon wieder vergessen, ab Köln Mühlheim schon ein Ticket zu lösen und kam erst darauf, als der Zugchef durch die Lautsprecheranlage brüllte, dass in diesem Zug trotz des 9-Euro-Tickets weiter Maskenpflicht herrsche: „Wir sind hier nicht bei Aldi oder Lidl!“

Aber wie nutze ich das 9-Euro-Ticket dann?

Ja nun, aber das 9-Euro-Ticket einfach in der App zu haben und anzeigen zu lassen, wäre schon praktischer, als immer wieder swipen zu müssen. Und was ist, wenn ich mit dem 9-Euro-Ticket wohin fahren möchte, wo Fairtiq noch nicht gilt, also zum Beispiel nach Niedersachsen oder Rheinland-Pfalz?

Mir scheint, das ist nicht ganz zu Ende gedacht.

Eine ziemliche Hammermeldung in meinen Augen, die heute fast ein bisschen untergegangen ist: Der Verband der Psychotherapeuthen rät dazu, den Verkauf von Alkohol deutlich zu erschweren und Cannabis endlich freizugeben.

Das Mindestalter für alle legalen Drogen solle bei 18 liegen. Und alle legalen Drogen sollten in lizenzierten Geschäften von Fachpersonal verkauft werden, das zum Thema Suchtprävention geschult ist. Mit anderen Worten: Liquor Stores und Koffieshops auch in Deutschland.

Finde ich gut, finde ich nur überraschend, dass sich die Bundespsychotherapeutenkammer da so klar positioniert. Sie raten übrigens generell von Suchtmitteln ab – auch von Cannabis, das Psychosen auslösen kann – sehen aber wohl ein, dass Erwachsene eine Art von Rausch wollen und brauchen. Aber auch nur die und auch nur hin und wieder, nicht so alltäglich, wie es bei Alkohol heute der Fall ist. Und wo durch diese Selbstverständlichkeit sehr viele Menschen zu Alkoholikern werden.

Daily sort-out: Meine Vorratsschublade in der Küche.

Vorher:

Nachher:

Wo der Unterschied ist, fragt ihr? Der ist subtil. ☝🏻 Früher war mehr Chaos. Die Ordnung ist jetzt ganz klar unterteilt in Gewürze/Soßen (unten links), eigentliche Zutaten und Snacks (oben links), Backzutaten, Brofaufstriche (oben Mitte), Tee, Nahrungsergänzungsmittel und Fisherman’s Friends (unten Mitte), Kaffee (oben rechts) und Junkfood (unten rechts).

Man könnte eigentlich auch noch den Kaffee zum Tee… fällt mir gerade auf… Dann wäre mehr Platz für Junkfood. 🙂

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Festival-Mode

Morgen Abend geht es zu Rock am Ring. Es wird mein erstes großes Festival über 3 bis 4 Tage, mit Zelten, im Schlamm rumrobben und so. Und ziemlich sicher auch mein letztes in dieser Form. Denn eigentlich bin ich jetzt schon zu alt dafür. Aber weil noch nie gemacht, Bucket List und überhaupt. Nicky ist so nett, das Ganze mitzumachen (Kudos!). Einmal noch richtig Gas geben – und dann kann ich die adoleszente Phase meines Lebens auch langsam mal abschließen. Und die Midlife Crisis gleich mit. Es ist an der Zeit.

Aussortieren werde ich in der Zeit freilich nichts, habe ich auch heute im Grunde schon nicht. Ich bin halt schon im Festival-Mode. Aber die Bilder zum Aufhängen habe ich gestern noch bestellt. Darunter das. Warum gerade das? Ach, weiß ich auch nicht, gefiel mir einfach immer schon…

Bloggen werde ich in der Zeit nicht. Ich wünsche euch schöne Pfingsten!

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Wenn man keine Zeit hat, einfach mal die Klappe halten

Das gilt auch für diesen Blogbeitrag; er wird kurz. Ich dachte aber vor allem an Klatsch und Tratsch, wie es ihn heute in meinen Tischtennis-WhatsApp-Gruppen gab. Erfolgreiche Menschen klatschen und tratschen nicht, habe ich mal gelesen. Und ich will ja erfolgreich sein – Spaß macht das manchmal aber schon, muss ich gestehen. 😉

Heute jedenfalls habe ich mich nicht beteiligt, weil ich einfach keine Zeit hatte. Auf der Arbeit ist gerade richtig viel los. 2 Stunden Telefonkonferenz, einiges vorzubereiten, nachzubereiten und auch sonst noch viel zu organisieren. Während mein Smartphone heiß lief, konzentrierte ich mich mal ganz auf die Arbeit, statt in den WhatsApp-Gruppen früh meinen Senf zu etwas zu geben. Und siehe da: es sprangen Andere in die Bresche. Es sagten sogar einige was, die sonst nie etwas sagen. Vielleicht sagt man selbst für gewöhnlich einfach zu viel.

Ich sollte öfter keine Zeit haben, mich an Diskussionen zu beteiligen.

Gilt es als Aussortieren, die Bilder, die man schon aussortiert hat, zu bearbeiten und als Ausdrucke zu bestellen? 🤔 Ich kann mir das ja nur selbst beantworten und sage: passt schon. Macht nämlich auch Spaß. Problem ist, dass ich wahrscheinlich gar nicht mehr so viel davon haben werde, wenn ich das mit der Weltreise durchziehe. 🙄 Aber das habe ich ja im Grunde immer schon gewusst.

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„Niemand nennt mich eine feige Sau“

Herrlich, wenn ein Held in einer Actionkomödie eine Schwäche hat. Indiana Jones hat Angst vor Schlangen. Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft“ wird getriggert durch die Provokation: „Du feige Sau“, worauf er dann reagiert mit…

Was das mit diesem Blog zu tun hat? Seit Tagen zermartere ich mir den Kopf darüber, wie ich mich selbst dazu motiviert bekomme, mein verdammtes Kapitel über Architektur in Singapur endlich zu schreiben. Ich tat es bisher nicht,

  • Weil ich mich mit Architektur nicht auskenne
  • Weil ich Angst habe, dass deswegen ein schlechtes Kapitel dabei herauskommt
  • Weil sich das Kapitel deswegen auch nicht so schön leicht herunterschreiben lässt wie die meisten anderen.

Gerade in der Badewanne, wo mir für gewöhnlich die besten Ideen kommen, kam mir diese: Du wolltest doch Ängste überwinden. Und das tut man am besten, an dem man sich selbst challengt und die Angst damit überwindet, indem man es einfach macht. Auch mich nennt niemand eine feige Sau (wehe!).

Also gerade aus der Badewanne wieder raus, gerade noch abgetrocknet und meinen schicken Bademantel übergeworfen, und dann direkt an den Laptop. Noch kurz recherchiert, alles zusammengetragen, was mir noch für das Kapitel fehlte, und dann den Rohtext endlich runtergeschrieben. Hat mich 45 Minuten gekostet. Also doch, leicht war es nicht. Aber machbar. Und jetzt liegt der Mist endlich, endlich hinter mir. Von hier an sollte es mit dem Arbeitsaufwand bergab gehen, also im wahren Sinne des Wortes.

Nochmal ein paar Lieblings-Songs meiner Jugend nachgehört und die Texte analysiert:

  • Pearl Jam: Alive -> na ja
  • Nirvana: Smells like teen spirit -> kompletter Nonsense, es allerdings anscheinend auch genau darauf angelegt
  • Garbage: Stupid Girl -> ok
  • Oasis: Don’t look back in Anger -> gar nicht mal so schlecht
  • Guns N’Roses: You could be mine -> ziemlich badass
  • Metallica: Nothing else matters -> eigentlich ziemlich schön, genauso wie der Song
  • Don McLean: American Pie -> nice!
  • Harry Chapin/Ugly Kid Joe: Cats in the Crade -> dto.! Verbringt mehr Quality Time mit euren Kindern! 😉

Mein erstes Weinfest an der Ahr mit anschließendem Absacker im Kater 26 mit Nicky und Juan. Gonna miss these days. 🙁

Ich mag keine Fotos mehr aussortieren, keine Fotos mehr aussortieren, aussortieren, aussortieren… na ja, das Ende naht:

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Lebensplan

Mein Lebensplan war eigentlich mal relativ klar:

  1. Die Frau fürs Leben finden und heiraten
  2. Mit ihr in einem Bungalowhäuschen mit kleinem Garten am Berliner Stadtrand leben, bis wir grau und alt sind, und immer wieder Freunde einladen und bei Lagerfeuer im Garten oder Kaminfeuer im Wohnzimmer abhängen. Einer spielt Gitarre dabei, morgens gibt es Kaffee und lecker Frühstück. Ich habe einen Plattenspieler, meine Frau liest und strickt gerne, wir haben schwere Lehnstühle, eine große Couch, eine Veranda und trotz allem sind wir nicht spießig. ☝🏻
  3. Eine Katze dabei halten
  4. Ein berühmter Romanautor sein und davon leben

Und zwar auch so ziemlich in der Reihenfolge.

Jetzt, wo ich das hier gerade noch einmal aufliste, wundert mich vor allem, dass der Plan mit Berlin so klar ist. Meine Eltern hatten Freunde in Nikolassee, die wir einige Male besucht haben, als ich Kind war, und da fand ich es ziemlich cool. Cooler zumindest als in Wien, wo meine Eltern auch Freunde hatten. Katzen hatten die in Berlin auch, nur keinen Bungalow…

Na ja, vorhin dachte ich jedenfalls: Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Plan noch Wirklichkeit wird. Ich wohne in Bonn im 3. Stock einer Mietswohnung, wo man humanerweise keine Katzen halten kann, ich habe in meinem Leben noch kein Buch geschrieben, Bungalowhäuschen kosten ein Vermögen, gerade in Berlin, und vom Heiraten bin ich im Moment ungefähr so weit entfernt wie die Erde vom Mars. Aber man fragt sich halt schon: Wenn man in ca. 40 Jahren ins Gras beißt, wozu macht man das dann alles eigentlich? Was ist der Sinn des Lebens, außer: den Lebensplan zu erfüllen, von dem man fühlt, dass er der richtige ist?

Unmöglich ist es derweil freilich nicht… Vielleicht bin ich sogar näher dran, als ich es jemals war. Vielleicht muss ich nur die Reihenfolge ändern. Ich möchte aus Bonn weg, Berlin gefällt mir, und man könnte ja mal die Augen nach Wohnungen aufsperren, auch wenn der Markt gerade schwierig ist. In diesem Jahr werde ich wohl mein erstes Buch veröffentlichen. Es wird kein Roman, aber eine Mischung aus Reiseführer und Reiseabenteuerliteratur, und das ist schon mal eine Steigerung im Vergleich zum Journalismus. Eine Katze kann man sich ja immer holen, fehlt also nur noch die Frau fürs Leben.

Ich weiß nicht, ob das alles was wird, aber man kann ja mal darauf hin arbeiten. Ich werde natürlich ein Gästezimmer im Bungalow einrichten. Kommt vorbei! 🙂

Was ist euer Lebensplan und wie nah seid ihr dran?

Jetzt bin ich beinahe etwas traurig, dass der HSV nicht in die Bundesliga zurückkehrt. So weit kann’s kommen. 🙄

Best of sort-out. Schottland-Fotos aus meinem Album der Bilder, die ich mal für lohnenswert gehalten habe, sie mir an die Wand zu hängen. Tue ich das immer noch? 🤔

Im ersten Gang habe ich die Bilder aus dem Verzeichnis schon deutlich reduziert. Mal sehen, was am Ende noch übrig bleibt…

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Im Jetzt

Ich habe alle Fotos aussortiert, die ich jemals gemacht habe. Und vor allem die letzte Charge der Singapur-Bilder war ein ziemlicher Kraftakt, weil da viele Erinnerungen dranhingen. Leb im Jetzt, sagen Lebensratgeber, aber das ist auch immer leichter gesagt als getan. Ich kann nur sagen, dass mir da gerade ein riesiger Brocken von der Seele gefallen ist. Damit jetzt erstmal fertig zu sein, setzt ungeahnte Energien frei.

War ich heute also erstmal 70km radfahren. Die Madbachtalsperre zwischen Rheinbach und Bad Münstereifel ist nicht unbedingt ne Reise wert…

Der Rest der Gegend (Voreifel im Rhein-Sieg-Kreis?) war aber eigentlich ganz hübsch. Sollte man eigentlich eine Stadt verlassen, wenn man die Gegend drumherum noch gar nicht richtig erkundet hat? 🤔

Übrigens krass, das mal ebenso nebenbei zu erwähnen. 70km! Ich fahre weiterhin mit dem E-Bike aber mittlerweile meistens ohne Motor, heute ganz ohne. Es gab schon ein paar ganz stattliche Steigungen, und ich reiß die mal eben ab, ohne am Ziel sonderlich erschöpft zu sein. Glaube, ich bin tatsächlich gerade fitter, als ich jemals war. Das geht also auch noch im hohen Alter. 🙂

Aber zurück zum Thema: Wie lebt man eigentlich im Jetzt? Ich weiß, dass das gut wäre, weil ständiges Aufräumen der Vergangenheit und Schmieden von Zukunftsplänen nur unglücklich machen. Im Jetzt leben würde bedeuten, auch nicht mehr über jeden Schritt nachzudenken, den man vor den anderen setzt, sich ständig zu hinterfragen, wie man wohl gerade aussieht und auf andere wirkt. Kann man das einfach so abschalten?

Dinge, die ich tue, bei denen ich völlig mit dem Kosmos im Einklang bin und nicht an Zukunft oder Vergangenheit denke:

  • Radreisen – so wie heute
  • Tischtennis spielen mit netten Leuten (außer Wettkämpfe, da sieht es noch etwas anders aus)
  • Wandern/Pilgern
  • Auf dem Balkon liegen und gute Musik hören
  • Einen guten Film im Kino sehen
  • Fotografieren einer Gegend, die ich noch nicht kenne
  • Schreiben, hauptsächlich bloggen

Was bringt euch runter?

Ganz vorbei ist das alles übrigens noch nicht. Jetzt muss ich die für den Singapur-Reiseführer aussortierten 1.400 Fotos noch einmal durchgehen und die 700 druckfähigen Bilder, die ich zur Seite gelegt habe, auch endlich mal ausdrucken und an die Wand hängen. Aber das sind Dinge, die Spaß machen sollten.

Porto. Schön ist es da am Douro ja schon. Da muss ich Nicky (leider?) Recht geben…

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Extrembilderaussortieren

Es muss jetzt mal ein Ende haben. Steter Tropfer hölt zwar auch den Stein. Aber das dauert 100-mal so lange, als wenn du einmal mit dem Presslufthammer zu Werke gehst. Heute habe ich über den Tag verteilt ca. 3.000 Bilder aussortiert. Es fehlen damit nur noch einmal 3.000. Dieses Wochenende möchte ich fertig werden. Und idealerweise auch mit dem Kapitel über Architektur in Singapur, das mich jetzt seit Wochen aufhält.

Als ich damals nach Bonn gezogen bin und ein WG-Zimmer gesucht habe – es war zufällig der 11. September 2001 – war alles neu, spannend, aufregend. Gleich am ersten Tag sah ich drei Männer in ganz weißen Gewändern aus der Straßenbahn aussteigen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Jede Ecke war anders, jede Kneipe wollte man einmal ausprobieren, das Gehirn hat sich die neuen Wege erst erschließen müssen, ich habe mich anfangs immer zwischen Thomas-Mann-Straße und dem Stadthaus verirrt. Es gab diese kultige Sowjetkneipe mit dem Honigbier und dem Keller im Keller, die mir natürlich am meisten gefallen hat. 20 Jahre ist das jetzt alles her.

Heute kenne ich jede Ecke dieser Stadt, bin jeden Winkel schon 200-mal abgeschritten. Es passiert immer mal wieder etwas Neues, klar. Die Tanzschulen machen etwa wieder auf, die Dudes mit der fetten Anlage stehen am Freitagabend jetzt eine Ecke weiter als früher und trinken ihr Bier… Manche Dinge ändern oder bessern sich aber auch nicht. Und das Gehirn bekommt einfach zu wenig neuen Input. Die kultige Sowjetkneipe mit dem Honigbier und dem Keller im Keller gibt es nicht mehr, die Männer in den weißen Gewändern habe ich nie wieder gesehen (und etwas Vergleichbares auch nicht mehr).

Ja, ich glaube, der Standardweg eines Lebens ist, sich für eine Stadt zu entscheiden, irgendwann den/die Partner:in fürs Leben zu finden und die nächsten 20-25 Jahre Kinder großzuziehen. Dann brauchst du so viel neuen Input gar nicht, dann kriegst du den täglich frei Haus geliefert. Für Menschen wie mich, die wohl nicht ganz der Norm entsprechen, bleibt eigentlich nur noch: eine andere, bestenfalls größere oder zumindest lebendigere Stadt – oder mit der Stadt glücklich werden, die man hat. Aber ich sagte es ja bereits und es zeichnet sich immer mehr ab: Mit Bonn bin ich jetzt erst einmal durch. Ich mag die Menschen hier, ich mag den Sommer und den Rhein, und ich komme gerne wieder, spätestens, wenn ich alt bin. Aber die nächsten Jahre sollte es jetzt erst einmal woanders hingehen.

Was ja auch immer irgendwie hilft, wenn man weg will und eigentlich gar nicht weiß, wohin: einfach mal ein bisschen Fernweh erzeugen und aufs Geratewohl ein paar Städte auflisten, in die man eigentlich immer schon mal wollte, aber noch nie war, warum auch immer. Für den Anfang – und ich vermute, meine Auswahl ist etwas anders als deine wäre. Von West nach Ost:

  • Venedig (jaja!)
  • Triest
  • Belgrad
  • Adana
  • Tel Aviv
  • Mekka
  • Teheran
  • Isfahan
  • Samarkand
  • Mumbai
  • Goa
  • Chennai
  • Shanghai
  • Ulanbator
  • Wladiwostok
  • Taipeh
  • Hongkong
  • Saigon
  • Sibu
  • Makassar
  • Darwin
  • Perth
  • Anchorage
  • Fairbanks
  • Vancouver
  • Seattle
  • Portland
  • San Francisco
  • Mexico-Stadt
  • Medellin
  • La Paz
  • Santiago de Chile
  • Buenos Aires
  • Ushuaia
  • Tanger
  • Casablanca
  • Marrakesch
  • Madrid

Und das sind nur Städte, dann gibt es noch Inseln und Ländern, bei denen mir die Städte egal wären. Curacao und Neuseeland zum Beispiel. Was fehlt noch auf meiner Liste?

Das habe ich so noch nie gesehen: Bereits der fünfte Fußballbundesligist hat sich nach der Saison von seinem Trainer getrennt. Bisher:

  • Adi Hütter (Bor. M’gladbach)
  • Florian Kohfeldt (VfL Wolfsburg)
  • Markus Weinzierl (FC Augsburg)
  • Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim)
  • Marco Rose (Bor. Dortmund)

Und irgendwas sagt mir, dass das noch nicht der Letzte gewesen sein wird. Dazu endet noch das Engagement von Felix Magath bei Hertha BSC, falls die ab kommenden Montag überhaupt noch Bundesligist sind (Relegations-Hinspiel gegen den Hamburger SV 0:1 verloren).

Zumindest im Falle von Hütter und Rose lief das sogar halbwegs zivilisiert ab. Keine Giftpfeile in die eine oder andere Richtung, „gegenseitiges Einvernehmen“, teils sogar Gehaltsverzicht. Einfach die nüchterne Analyse: Wir haben die gesteckten Ziele nicht erreicht, es hat auch nie wirklich gepasst, deswegen trennt man sich jetzt besser. Jeder der fünf Trainer dürfte auch noch einmal anderswo einen gut dotierten Job bekommen.

Ich will nicht sagen, dass das eine Verbesserung ist gegenüber der ansonsten oft üblichen, heißblütigen Demission eines Trainers in Mitten einer laufenden Saison. Aber es wirkt doch ein ganzes Stück professioneller, erwachsener. Vielleicht hat die Pandemie am Profisport doch etwas verändert.

Daily sort-out. Heute noch einmal Singapur, aber wie oben schon erwähnt: Hat ja dann wohl bald ein Ende.

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Festival

Ich war noch nie auf einem Festival, also so richtig einem mit Zelten, im Schlamm rumrobben, drei Tagen nicht duschen, schlafen sowieso nicht und dann völlig verdreckt und entkräftet – aber glücklich – nach Hause zurückkommen. Und mittlerweile fühle ich mich auch zu alt dafür.

Und deswegen machen wir das jetzt. 🙂 Rock am Ring über Pfingsten. Das wird legendär. Und dann kann ich auch offiziell alt werden, dann bin ich damit durch.

Daily sort-out. Ich glaube, das Problem ist tatsächlich teilweise auch, dass ich die letzten Tage in Singapur nur noch unterwegs war und teilweise sehr viele brauchbare Fotos für den Reiseführer geschossen habe, die ich jetzt alle mühsam vorsortieren muss. Ich gebe mal Ende Mai als Ziel aus. Dann sollte ich damit endlich mal durch sein.

Nee, mehr heute nicht. 🙂 Gehe vielleicht einfach mal früh schlafen.