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Das 5-Minuten-Prinzip

Gibt Tage, da möchte man am liebsten alles hinschmeißen…

Tut man es dann doch nicht, aber lässt die Arbeit mal Arbeit sein und macht etwas völlig anderes, dann kommt man manchmal auf erstaunliche Ideen. In meinem Falle: das 5-Minuten-Prinzip.

Meine These ist: Wenn du etwas im richtigen Moment machst, kann es in unter 5 Minuten erledigt sein. Ist es der falsche Moment, kannst du unter Umständen den ganzen Tag dafür brauchen.

Beispiel heute von der Arbeit. Mein Kollege hatte ein paar Themenvorschläge, die er lose in einem Kommentar in unserem Kanban-System eingetragen hat. Irgendwann heute Abend habe ich mich schnell hingesetzt, die Vorschläge da herausextrahiert und mit Copy-Paste in neue Arbeitsaufträge gegossen. Hat mich alles in allem 5 Minuten gekostet. Das ging so einfach, weil ich noch wusste, was wo steht, und weil ich das, was er vorschlug, noch im Kopf hatte.

Schon morgen hätte ich deutlich länger dafür gebraucht. Ich hätte den Kommentar erst wieder heraussuchen müssen und in dem Kommentar die richtige Stelle. Ich hätte mich da erst wieder hineindenken müssen. Hätte ich das erst in 4 Wochen wieder aufgegriffen, hätte ich noch länger danach gesucht, es vielleicht gar nicht mehr gefunden, hätte Rücksprache mit meinem Kollegen halten („Wie hast du das damals noch mal gemeint?“), auf Antwort warten müssen. Vielleicht hätte er gar nicht mehr gewusst, warum es geht und wir hätten die Idee mühsam rekonstruieren müssen. Alles in allem wären Stunden dafür drauf gegangen.

Im richtigen Moment also nur 5 Minuten.

Das Ganze lässt sich auf mehrere Lebensbereiche ausdehnen. Wie wenig mag ich es, das Bad zu putzen, weswegen ich das ziemlich sicher zu selten tue. Kommt Besuch, kann ich aber gar nicht mehr anders, habe an dem Tag meist wenig Zeit und bin gezwungen es möglichst schnell zu machen. Alles wegräumen, einsprühen, abwischen, trocknen, neue Handtücher aufhängen -> schaffe ich, wenn es sein muss, in 5 Minuten -> oder in 30, wenn es ein Tag ist, an dem sowieso schon alles irgendwie länger dauert.

Vorhin habe ich ein paar seit Monaten überfällige Hausarbeiten erledigt:

  • Badezimmerarmatur mit Zitronensäure entkalken: 5 Minuten
  • Den schwer erreichbaren Schmock hinter meinem Badezimmerschrank wegwischen und dafür den Schrank verrücken und danach wieder zurückstellen: 5 Minuten
  • Meinen auseinandergefallenen Schlüsselbund neu zusammensetzen (es ist die Art von Schlüsselbund, deswegen kann der auseinanderfallen) und bei der Gelegenheit optimieren: 5 Minuten.
  • Espressomaschine entkalken (nachdem ich auf der Verpackung der Zitronensäure schon die Anleitung dazu gelesen habe): netto 5 Minuten.
  • Eine längst überfällige Mail an einen Freund, auf der ich seit Wochen draufrumgedacht habe, schreibe ich letztendlich in 5 Minuten.

Das alles passt gut zu einer Weisheit, die ich vor ein paar Monaten einmal gelesen habe und die meinen Alltag wirklich verändert hat: „Nehme dir für alles, was du tust, so wenig Zeit wie nötig.“

Manchmal geht es sogar noch einfacher und schneller als in 5 Minuten. Zum Beispiel habe ich mir in den letzten Tagen angewöhnt, immer wenn ich aus dem Haus gehe, fünf bis sechs Pfandflaschen aus meiner „Sammlung“ mit raus zu nehmen und sie für Flaschensammler neben den Glascontainer zu stellen. Das hat mich pro Ladung gerade mal 1-2 Minuten extra gekostet.

5 Minuten sind aber auch die Zeit, die ich mir zum Beispiel im Sommer manchmal gerne nehme, um weniger aufgeheizt am Zielort anzukommen. Weil ich einfach langsamer gehe oder kurz vor dem Ziel erst einmal ein wenig runterfahre. A propos Runterfahren: Es ist ein Unterschied, ob ich 5 Minuten blöd vor dem Rechner sitze, prokrastiniere und versuche zu arbeiten. Oder ob ich die gleichen 5 Minuten lieber nutze, um mal aufzustehen, durch die Wohnung zu gehen, auf dem Balkon ein wenig frische Luft zu schnappen oder sogar mal 5 Minuten die Augen zuzumachen (wobei 15 da besser wären).

Und sogar das Schreiben dieses Blogbeitrags hat 5 Minuten haha, nein, hat 30 Minuten gedauert. 😉 Aber ich bin mir sicher, dass es deutlich mehr gewesen wären, wenn ich den Beitrag erst morgen oder nächste Woche geschrieben hätte.

Das 5-Minuten-Prinzip – vielleicht schreibe ich mal ein Buch darüber.

Daily Sort-out: Bilder von 2007, Kamera Sony-Ericsson K750i. (Ich habe anscheinend von Anfang an lieber mit dem Handy fotografiert…)

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Laufende Kosten

Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich mal einen Abend eine gute halbe Stunde damit verbringe…

  • einen alten Ordner von 2019 mit meinen Rechnungen und Kontoauszügen durchzugehen
  • ihn nach regelmäßigen Kosten zu durchsuchen
  • festzustellen, dass das gar nicht so viele sind, ich komme auf nicht mal 20
  • hier schon einiges an Einsparpotenzial zu erkennen. Es lohnt sich vielleicht nicht so sehr, 5 Euro im Monat für den Handyvertrag zu sparen, wohl aber, die Kosten für das Fitnessstudio von 60 auf 40 Euro herunterzudrücken.
  • Die BahnCard für 62 im Monat, Amazon Prime für 70, Tischtennis-Daten-Service für 12. Alles an sich nicht teuer, aber summiert für 10 bis 15 Euro im Monat gut, die man besser in was Anderes stecken könnte, Pennystocks zum Beispiel. Und dann kommen die 5 Euro für den Handyvertrag doch wieder ins Spiel…
  • Dass alles so schnell seinen Schrecken verliert
  • Und es am Ende sogar ein klein wenig Spaß gemacht hat

Und, klar klar, ich hätte das schon viel früher mal machen sollen, habt ihr alle längst gemacht und das war klug. Ja ja, ich hätte tausende von Euros damit sparen können. Und nein nein, ich hätte mich dazu einfach nicht früher aufraffen können. Warum, ist jetzt mal egal, ist einfach so.

Also besser spät als nie.

Okay, Kosten für 2019 sind ermittelt. Nächste Schritte: Vergleichen mit 2020/21. Verträge durchgehen, optimieren, mal sehen, was sich noch kündigen oder zusammenfassen lässt. Freiwillige gesetzliche Rentenversicherung: du bist ein heißer Kandidat.

Random Pic von heute Abend:

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Teneriffa + La Gomera

Einer der ersten Urlaube, in denen ich die Kamera zu Hause ließ und nur mit dem Smartphone fotografierte. In diesem Falle keine so gute Idee, denn Smartphone-Kameras waren damals noch nicht so weit. So hatte die Kamera massive Probleme mit den harten Kontrasten bei sonnigem Wetter oder auch schon wenn es, wie auf La Gomera, mal ein bisschen diesiger war. Das alles dürfte heute die wenigsten Smartphone-Kameras noch vor Probleme stellen. 2016 das OnePlus One aber schon.

Schön war’s trotzdem, und auch wenn touristischer, hat mir Teneriffa sogar noch etwas besser gefallen als La Gomera.

Teneriffa:

La Gomera:

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Prä-Corona-Bonn

Die Eine oder der Andere erinnert sich vielleicht noch: Es gab mal eine Zeit ohne Pandemie. Wie die ausgesehen hat, möchte ich (mangels einer Idee für ein anderes Thema) heute einmal beleuchten. Fotos vom April und Mai 2019 mit dem Galaxy S10:

Okay, suchen wir mal:

Es gab Außengastronomie. Ja, gab es auch mit Corona zu Weilen, aber nicht in diesem Ausmaß.

Hier sieht noch alles normal aus:

Und hier auch, außer dass die Leute keine Masken tragen:

Schon damals haben die Menschen krude Sachen verschenkt…

… oder hatten eigenwillige Ideen:

Die Leute saßen viel näher aufeinander. Rückblickend betrachtet scheint es wie ein Wunder, dass wir nicht Jahr für Jahr diverse Epidemien hatten. (Spoiler: hatten wir, nannte sich Grippewelle, hat auch so manchen dahingerafft, hat nur niemanden interessiert.)

Und weil’s immer süß ist: Hier noch ein Katzenbild (ich war damals eine Zeitlang Kattensitter):

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2017

Ich kann mich an kein Jahr erinnern, in dem ich mehr unterwegs war. Na gut, das hatte seine Gründe. Vor allem scheine ich aber auch einen ganzen Batzen an Smartphones getestet zu haben. Und mag es oft so aussehen, dass sich da in den letzten Jahren kaum noch etwas getan hätte, möchte ich den Blick auf die Nachtfotos in dieser Reihe richten. Denn die rangieren Welten unter dem, was die Spitze und Mittelklasse heute kann. Zu dunkle Fotos gibt es heute fast nicht mehr. Damals schon.

War eine turbulente Zeit, in der noch einiges mehr los war. Vielleicht kommt hier die Tage noch ein zweiter Teil.

Blackberry Motion:

Kamera unbekannt, sieht man aber eher nach einer Systemkamera aus. Also entweder Sony-Nex 3 oder Panasonic Lumix G6:

Huawei P10:

Huawei P10 Lite:

(Peter Kox, SPD)

Kodak Ektra (eins der schlechtesten Smartphones, die ich je getestet habe):

Motorola Moto (ich weiß nicht mehr welches, G5, glaube ich, oder G5 Plus):

Moto Z2 Force:

Motorola X4:

Samsung Galaxy S8:

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Face your past

Einfach machen und fertig? Ein paar Bilder aussortieren kann doch nicht so schwer sein, oder?

Sagt sich so leicht. Bilder erinnern an die Vergangenheit, in der nicht immer alles rosig war. Oder in der es mal rosig war, aber kurze Zeit später vorbei. Und das sind nicht nur Erinnerungen à la „Ui, da hast du viel schlanker ausgesehen als heute, und mehr Haare hattest du auch“ bis hin zu „Was hast du dir denn bei der Jacke gedacht?“ oder „Was ist eigentlich aus dem geworden? Ihr habt euch doch mal gut verstanden.“

In meinem Falle sind es fast 20 Jahre Digitalfotografie und damit 20 turbulente Jahre in einem Leben. Wie viel wären es bei euch? Und ich bleib dabei: Nicht immer macht es Spaß, aber der Gesamtprozess ist gut. Sich mal mit der Vergangenheit zu befassen, tut gut.

Bleiben auch nur noch 68.000 Bilder…

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Brüssel & Paris

’nuff said. 2019 mit dem iPhone X aufgenommen. Mehr war heute nicht. Selbst Politikverdrossenheit löst sich bei mir abends neuerdings in Luft auf. Deswegen also heute nur Fotos:

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Einfach mal woanders sein

Nicky und ich sind jetzt seit einer halben Woche in Bremen. Wir arbeiten von hier aus. Wir haben eine ziemlich geräumige, hübsch ausgestattete und ansonsten heruntergekommene Wohnung unweit des Bahnhofs. Und ansonsten machen wir nicht viel mehr, als wir in Bonn gerade auch täten: Arbeiten, spazieren gehen, mal was zusammen essen und ein Bier trinken.

Vor allem das Spazierengehen, Einkaufen und Essen an einem anderen Ort ist in diesen Zeiten schon Highlight genug. Bremen ist schön zum Spazierengehen. Und heute Abend wollten wir mal etwas bei einem Indonesier zum Essen holen und sind letztlich, weil der nicht auf hatte, bei einem Italiener gelandet, der eine überraschend gute Pizza hatte.

Alles, nur nicht immer die gleichen Wege zu Hause ablaufen. Dabei natürlich die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten wie überall. Masken tragen, Kontakte meiden. Die netten Nachbarn in der WG nebenan haben wir natürlich trotzdem schon kurz kennengelernt, genauso wie die (vermutlich) Verrückte von oben.

Mein Kopf bedankt sich ob der ganzen neuen Eindrücke. Ich bin froh, dass das hier möglich ist, auch wenn es das genau genommen eigentlich nicht ist.

Beim täglichen Minimieren bin ich bei einem Zwischenboss angelangt: Eine Speicherkarte von 2019 mit 122 GB an Videos und Fotos. Mehr werde ich hier von Bremen aus nicht schaffen, wenn überhaupt. Donnerstag soll es schon zurück gehen.

Und offenbar fallen die Bilder in die Zeit, in der ich ein Objektiv mit großer Blende und mich mal mehr schlecht als recht daran versucht hatte, Dinge mit variabler Schärfe zu fotografieren…

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Rauskommen

Ich bin in Bremen.

Und viel mehr gibt es dazu erst einmal nicht zu sagen, außer dass man ab und zu mal rauskommen muss und manchmal die Fahrt der Weg ist und so weiter.

Aber glaubt ja nicht, dass ich deswegen heute nichts wegminimiert bekomme. Heute geht es weiter mit alten Kamera-Speicherkarten. Es wird, es wird. Das hier ist noch gar nicht so lange her. Von Februar 2020, als Corona noch weit weg schien. Man dachte, es könnte etwas wie SARS werden, also irgendwas, was wohl auf Asien beschränkt bleiben würde.

Offensichtlich war ich damals in Köln unterwegs. Und wie es aussieht, hatte ich da gerade eine Canon EOS RP im Test, mit der die Fotos entstanden. Doch, war schon eine tolle Kamera:

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Jetzt wirklich. Verklagt mich auf eine Kiste Bier, wenn nicht

Ja ja ja, bla bla, Minimalismus. Seit über einem Jahr rede ich davon, dass ich hier im Endstadium wäre und doch drücke ich mich bisher um die letzten Meter.

Damit ist jetzt Schluss. Ich werde ab jetzt jeden Tag etwas wegschaffen und darüber hier im Blog Rechenschaft ablegen. Tue ich das nicht, dürft ihr mich auf die Herausgabe einer Kiste Bier „verklagen“. Die geht an den/die Erste*n, der/die darauf kommentiert. Es gibt je eine Kiste pro Tag, den ich nicht schaffe. Und weil ich nicht weiß, wie lange meine Physis das mitmacht, lassen wir die Aktion erst einmal für den März 2021 laufen. Verlängerung aber nicht ausgeschlossen.

Mit „Wegschaffen“ meine ich die letzten Reste an Dingen, die ich in meiner Wohnung noch habe und die ich sortieren oder wegschmeißen muss. Namentlich:

  • Alte Fotos (und davon nicht zu wenige)
  • Alte Kladden/Briefe/Postkarten
  • Alte Bücher
  • Noch hier und da einzelnes Zeug aus Küche, Kleiderschrank, Flur, Keller oder Wohn-/Arbeitszimmer

Gewährt mir bitte Ausnahmen in folgenden Fällen, die ich anschließend tageweise nachholen würde:

  • Krankheit
  • Notfälle (also wirkliche Notfälle)

And that’s it.

Okay, and let’s get straight to it. Aktuell sitze ich noch an alten Fotos meines mittlerweile verkauften Galaxy S10. Stand September 2020. Ich hangele mich bei den Fotos von Ordner zu Ordner. Hier ein Beweisbild, dass ich den Ordner gerade aussortiere. Aufgenommen Anfang September bei einer Fahrt durch die Niederlande:

Und so wird es denn weitergehen. Mit einem Beweisfoto jeden Tag. Sollte ein spannender Monat werden. Wünscht mir Glück!

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Astrazeneca

Die „Pharmazeutische Zeitung“ über die Studie der Universität von Witwatersrand in Johannesburg über die Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs gegen die südafrikanische Covid-19-Variante B.1.351:

In der primären Endpunktanalyse, für die insgesamt 1467 Teilnehmer herangezogen werden konnten, entwickelten 23 von 717 Probanden der Placebogruppe (3,2 Prozent) und 19 von 750 der Probanden, die den Impfstoff erhalten hatten (2,5 Prozent), leichtes bis mittelschweres Covid-19. Daraus errechnet sich eine Effizienz des Impfstoffs von lediglich 21,9 Prozent.

Grafik aus dem „Tagesspiegel“ über die Verbreitung der Corona-Mutationen in Deutschland, Ausschnitt für das südliche Nordhrein-Westfalen:

Das klingt wirklich so, als müsse man den Astrazeneca-Impfstoff unbedingt haben. Wenn sie das öffentliche Leben wieder hochfahren, hast du keine Ausreden mehr, bist ja geimpft, kannst zur Arbeit fahren, wieder Sport machen, dir Corona holen. Hätte ich so richtig Bock drauf.

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Arbeit einbetten

Kürzerer Gedanke heute: Der Unterschied, ob ich an einem Tag etwas gebacken bekomme oder nicht, liegt meist darin, wie konsequent ich meine Haupttätigkeit verfolge. Nebentätigkeiten bestehen bei mir meistens aus E-Mails lesen und beantworten und Nachrichten lesen (ja, ich darf das beruflich, muss das sogar. 🙂

Es gibt Tage, da jagt eine E-Mail die andere, der Nachrichtenstrom will nicht abreißen, man ergeht sich in endlosen Diskussionen, und dann ist auch schon wieder später Nachmittag. Du kriegst nichts gebacken. Und an manchen Tagen lasse ich es dann auch einfach gut sein, weil solche Tage einfach dazugehören. Auf Dauer geht das natürlich nicht. Und will ich wirklich etwas schaffen, muss ich den Spieß umdrehen:

  • Zeit für einen Kaffee? Erst nachdem du den Absatz zu Ende geschrieben hast.
  • Es meldet sich einer im Chat? Der kann auch mal kurz einen Moment warten.
  • Ab zum Mittagessen? Dann öffne vorher das WordPress-Dokument und die Quellen, die du danach bearbeiten willst.
  • In der Mittagspause eine Runde Sport und dann duschen? Dann such dir vorher das Thema aus, über das du danach schreiben willst, nicht hinterher.

Vor allem den letzten Punkt finde ich wichtig, denn das ist ein Riesenunterschied. Wenn ich mit einem Thema im Hinterkopf zum Beispiel eine Stunde Radfahren gehe, dann entwickele ich unterwegs Ideen und Strategien dazu und habe den Beitrag schon „halb fertig“, wenn ich zuhause ankomme. Habe ich vor dem Sport noch gar keinen Plan, worüber ich danach schreiben will, kreisen meine Gedanken zwischendurch natürlich um etwas Anderes.

Also statt sich in endlosen kleinen Tätigkeiten zu verlieren, bette ich diese kleinen Tätigkeiten in eine große ein. Dann ist die große am Ende des Tages meist auch erledigt.

Umgekehrt funktioniert das leider nicht…

Macht ihr das ähnlich?

Al mijn mensen precies hier, onmiddellijk:

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Splitting the day

Für mich war das eigentlich jahrelang usus: 8-9 Stunden am Stück durcharbeiten, mittags kurz eine Pause und – ich geb’s zu – am Nachmittag manchmal noch ein kleines Schläfchen auf der Couch von ca. 15 Minuten. Der Luxus des Homeoffice.

Obwohl ich es eigentlich könnte, war es trotzdem bisher die Ausnahme, den Tag mal wirklich aufzusplitten, also dass man sagt: morgens vier Stunden Arbeit, dann drei, vier Stunden etwas völlig Anderes und am späten Nachmittag und Abend dann noch einmal 4 Stunden. Immer wenn das der Fall war, waren das eigentlich die besseren Tage…

Es gab es schon früher mal, dass ich mal schnell eine (gute) Stunde raus bin, um etwas Wichtiges einzukaufen, um Sport zu machen oder mal einen Arzttermin wahrzunehmen. Aber erst seit Corona experimentiere ich etwas mehr damit. Warum nicht schon morgens mal die tägliche Portion Sprachkurs absolvieren? Warum nicht am Nachmittag mal was lesen, 1 Stunde schlafen, was auf Netflix gucken, lange spazieren gehen, die Wohnung auf Trab halten?

Und dann danach einfach weiterarbeiten.

In den letzten Wochen habe ich das noch etwas intensiviert, und seit ich das mache, fühle ich mich motivierter, kreativer, ich gehe die Arbeit strategischer an und bin zu Weilen sogar deutlich früher mit einer Aufgabe fertig, als ich dachte. Es führt zu: weniger rumdingsen, mehr machen und trotzdem zwischendurch entspannen.

Könnte was sein!

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Nochmal studieren?

Jetzt, wo mein Kopf wieder arbeiten muss, bildet er sich plötzlich ein nachdenken zu dürfen und noch größenwahnsinnigere Pläne zu schmieden. Eine Fremdsprache meint er, jetzt schon im Kasten zu haben. Wie wäre es als nächstes mit einem ganzen Studium?

Data Science würde mich interessieren. Ist auf jeden Fall eine Fachrichtung mit Zukunft, eine Thematik, die mich interessiert, und die sich mit dem, was ich jetzt so mache, sogar kombinieren ließe. Und sie gäbe mir weitere Freiheiten, wie weltweit arbeiten zu können.

Das wirft natürlich Fragen auf:

  • Wo ließe sich das studieren?
  • Besser auf Deutsch oder auf Englisch?
  • Muss man dafür überhaupt noch an eine Universität sonstwohin oder ginge nicht gerade sowas auch rein online?
  • Wäre rein online zu studieren überhaupt erstrebenswert? Immerhin lernst du bei einem Studium auch tolle Leute kennen, profitierst vom Austausch und baust dir ein Netzwerk auf. Das würde ich nicht missen wollen.
  • Arbeit und Studium gleichzeitig: wie geht das? Und wie geht das, ohne mental dabei völlig zusammenzubrechen?
  • Habe ich da in drei Monaten auch noch Lust zu?

Alles andere – Lernaufwand, Finanzierung – stelle ich mir gar nicht mal so problematisch vor.

Was ich mir nur denke, ist: Wenn ich damit anfange, dann sollte ich den Rücken frei haben und hier alle meine Sachen in Ordnung gebracht haben.

Und außerdem sollte ich eigentlich meinen vorherigen Beruf perfektioniert haben, bevor ich einen neuen angehen kann. Das habe ich nicht. Ich sehe da noch einige Baustellen und die sollte ich vorher schließen:

  • Fotografie und Bildbearbeitung
  • Kreatives Schreiben & Literaturwissenschaft
  • Freies Sprechen und Präsentieren, auch vor Micro und Kamera
  • Interviews
  • Reisejournalismus
  • Historische Recherche
  • Expertenwissen Unterhaltungselektronik
  • Datenjournalismus

Wenn ich dann noch die Dinge obendrauf packe, die ich ohnehin schon mache und mal verbessern oder auch finalisieren sollte, dann wäre der Stundenplan fürs erste Semester schon gut gefüllt:

  • Minimieren
  • Finanzen, Papierkram und Altersvorsorge regeln
  • Niederländisch lernen
  • Ukulele spielen lernen
  • Besser mit Menschen interagieren

Okay, und dann reicht’s aber auch erstmal. Ich muss ja nebenbei noch arbeiten.

Aber ist witzig. Ist eine Menge, aber scheint mir nicht mehr völlig unrealistisch. Dass ich angefangen habe, eine Sprache zu lernen, hat den Horizont wirklich erweitert, so anstrengend das manchmal auch ist. Verrückt.

Wer von euch hat denn schonmal neben der Arbeit studiert und wie waren eure Erfahrungen damit?

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Black

The Samsung Galaxy S21 Ultra 5G comes in „phantom black“. Black is just a color, you say? Well, think again! 🙂

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Mannschaften wählen

Am Wochenende wird entweder ein turbokapitalistischer Neokonservativer, ein rückgratarmer, selbstverlieber Schwätzer oder ein mausgrauer Ausschusspolitiker, von dem kaum noch einer etwas weiß, zum CDU-Vorsitzenden gewählt.

Das könnte einem egal sein, wenn das nicht bedeuten würden, dass derjenige, der das Rennen macht, am Ende womöglich auch Kanzler wird.

Vielleicht geht es euch auch so und ihr blickt mit ein wenig Spannung dem Wochenende entgegen, in der sonderbaren Hoffnung, dass es am Ende so läuft, dass Markus Söder wie der rettende Engel vom Himmel schwebt und uns vor dem Schlimmsten bewahrt.

Was schon eine sonderbare Vorstellung ist. Ein Konservativer als rettender Engel…

Aber kann es nicht sein, dass wir die Rolle des Kanzlers überschätzen?

Mutti Merkel musste in Zeiten der Krise immer wieder an die Vernunft der Länderchefs appellieren und hoffen, sich so durchzusetzen. Nach besonders viel Macht klingt es nicht, was die Strukturen einem Kanzler oder einer Kanzlerin da zubilligen.

Kommt es da nicht eh mehr auf die Mannschaft an? Einen guten Gesundheitsminister, eine Gleichstellungsministerin, die wirklich einmal etwas bewirkt, ein*e Innenminister*in, die/der den Schuss gehört hat. Das wäre doch was mal was! Und wenn sich da in den anderen Parteien kein*e echte*r Leader*in aufspielt, dann eben lieber die Mannschaft wählen als die falsche Partei.

Nur weil SPD und Grüne keine echte Gallionsfigur vor sich haben, bedeutet das noch lange nicht, dass da keine fähigen Minister an Bord sein können. Wählen wir doch lieber die als den grauen Herren an der Spitze, auf den es am Ende gar nicht so sehr ankommt. Oder anders gesagt: Schauen wir im Herbst vielleicht statt auf Einzelpersonen lieber auf die Partei, die uns am liebsten ist, und überlegen uns, wer den Wandel am ehesten herbeiführen kann.

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This seems to be a thing now

Mein iPhone soll ja jetzt auch meinen Ebook-Reader ersetzen. Dazu habe ich mir die Apple Bücher-App noch einmal heruntergeladen und nach dem Buch „Quiet“ von Susan Cain gesucht. Die Ergebnisseite:

Und etwas weiter geswiped:

Oder in der Listenübersicht:

Also kurz zusammengefasst: Suchst du da nach einem Titel, bekommst du erst einmal etliche Vorschläge von kurzen Zusammenfassung für das jeweilige Buch. Teils kostenlos, teil bis zur Hälfte des Preises des eigentlichen Buchs.

Das geht so weit, dass man sich fragt: Haben die das echte Buch überhaupt oder ist das hier wie mit den Karaoke-Versionen auf Spotify?

Scrollst du eine Weile, kommt aber tatsächlich irgendwann mal das echte Buch:

Aber du musst schon genau gucken. Zwei Titel weiter drüber listet die App nämlich ein ähnlich klingendes Buch der gleichen Autorin auf. „Quiet Power“ ist aber der Nachfolger von „Quiet“ mit einem etwas anderen Ansatz. Muss der/die Suchende auch erst einmal wissen.

Aber mal im Ernst: Wusstest ihr, dass das mit den Summaries/Abstracts so ein Riesending ist? Ich hatte mal eine Zeitlang Blinkist abonniert. Eigentlich eine sehr hübsche App, die nichts anderes macht, als Fachbücher auf wenigen Seiten („Blinks“) oder als 15-Minuten-Hörbuch zusammenzufassen. Eine 2-Minuten-Recherche ergibt, dass es natürlich noch mehr solcher Angebote gibt, getAbstract oder Instaread zum Beispiel.

Quick Read ist sogar eine eigene Kategorie auf Apple Bücher:

Ich hatte bei Blinkist oft den Eindruck, dass mir das weniger Erkenntnisse gibt und man es nicht ganz so schnell verinnerlicht wie erhofft. Dass das Wissen zwar gut komprimiert ist, ein gut formulierter Blogbeitrag aber das gleiche vermitteln könnte. Beides hat aber nicht den gleichen Effekt wie das Lesen des Buchs. Und es skaliert nicht gut. Morgens vier Summaries in einer Stunde durchzuhören oder zu lesen, überfordert den Kopf. Das Reflektieren über den Inhalt würde ich nicht unterschätzen.

Auf jeden Fall lese ich jetzt aber doch erstmal das kostenlose Summary zu „Quiet“. Und danach in den nächsten Tagen vielleicht noch ein paar andere. Bin auf die Erkenntnis gespannt.

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Ziele erreichen

Wir schreiben den 5.1.21. Und dieses Blog feiert damit Geburtstag. Tatsächlich vor einem Jahr ging es hier los; da noch unter einem anderen Namen, an den sich zum Glück niemand mehr erinnert. 😬

Frohes Neues euch erst einmal!

Eigentlich Zeit, mal wieder ein paar Neujahrsvorsätze zu schmieden. Ich habe keine, aber es wäre gut, welche zu haben. Die Vorsätze vom letzten Jahr habe ich nämlich fast alle erreicht (den vorletzten nicht, weil ich mich irgendwann umentschieden habe, und den letzten noch nicht ganz, es ist weit mehr Arbeit als gedacht).

Die Crux bei Neujahrsvorsätzen scheint übrigens zu sein, sich nicht zu wenig vorzunehmen. Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du alle in den Sand setzt.

Als ich neulich mit Nicky spazieren war und wir, wie immer, über das Leben sprachen, ging es auch um Ziele. Und mir fiel auf, dass ich viele Ziele, die ich mir mal vorgenommen hatte und die mir logisch erschienen, auch erreicht habe:

  • Ich wollte das Abi haben und das habe ich bekommen, obwohl ich, weiß Gott, nicht gut in der Schule war.
  • Ich wollte aus meinem Heimatort wegziehen, das habe ich als allererstes getan.
  • Ich hab mich dann entschlossen, eine Lehre zu machen, die habe ich bis zum Ende durchgezogen.
  • Ich wollte Online-Redakteur werden, das bin ich geworden.
  • Irgendwann wollte ich lieber Redaktionsleiter sein als jeden Tag was schreiben zu müssen. Das bin ich mittlerweile.

Das Ganze geht auch im Kleineren. Um mal auf 2020 zurückzuschauen:

  • Ich wollte viele Notebooks und E-Mofas testen. Das habe ich irgendwie organisiert.
  • Als mir der erste Lockdown langsam zusetzte, schmiedete ich Pläne, um mit einem E-Mofa in und durch die Schweiz zu fahren, sobald es wieder möglich wäre. Als es dann so weit war, fiel mir auf, dass ich mich viel lieber dabei bewegen würde, also wurde eine E-Bike-Tour daraus. Und weil ich schonmal da war, bin ich noch ein Stückchen weiter gefahren und letztendlich den ganzen Vater Rhein entlang.
  • Ich wollte zum Ende des Jahres ein Smartphone haben, das gut genug ist, um meine Digitalkamera zu ersetzen, vielleicht für immer. Dazu ein Notebook, das ich mehrere Jahre würde nutzen können. Das lag zwar nicht alles in meiner Hand, aber am Ende ist es ein Stück weit so gekommen.
  • Ich wollte mir bis Jahresende eine liquide Reserve mit dem Betrag X anlegen. Das habe ich geschafft.

Ich habe nicht alles erreicht. Im Kleinen zieht sich das mit dem Ausmisten noch. Im Großen hatte ich mal vor, bis 30 verheiratet zu sein, ein Haus zu bauen, vier weitere Fremdsprachen zu sprechen und Gitarre spielen zu können. Alles nicht erreicht.

Alles aber auch nicht entsprechend forciert. Liegt es vielleicht am Ende nur an Prioritätensetzung, Vehemenz? Sollten die Ziele sehr klar formuliert sein? Vielleicht.

Und dann gibt es noch Ziele, die man irgendwann verwirft. Mein Lebenstraum als Teenager war es mal, Schriftsteller zu werden und einen pazifistischen Weltbestseller zu schreiben. Der Witz ist: Ich könnte das tun, mir das Rüstzeug dazu anlegen, die Geschichte zumindest aufschreiben – ich habe sie sogar schon im Kopf, und sie ist gut! Ob es dann wirklich ein Weltbestseller würde, wäre erst einmal nachrangig. Ich hätte sie dann wenigstens geschrieben. Im Grunde hält mich nichts davon ab. Ich tue es aus zwei Gründen nicht: erstens fehlt mir noch der genaue Hergang der Geschichte. Das müsste ich erst aufzeichnen. Der gewichtigere Grund aber ist, vielleicht sogar erschreckenderweise:

Früher wollte ich die Welt immer verändern, heute ist sie mir einfach scheißegal. Wir kommen auf diesen Planeten, um (wenn es gut läuft) 80 Jahre lang irgendnen Kram zu machen. Dann gehen wir wieder und erinnern uns an nichts. Ich weiß nicht, ob das nur eine Phase ist, ich weiß nicht mal ob das gut oder schlecht ist. Ich weiß nur, dass ich das Buch so nicht schreiben werde. Und dass das eigentlich ziemlich schade wäre…

Klar scheint zu sein: Man muss erst Ziele haben, sonst kann man auch nichts erreichen. Ist eine blöde Binsenweisheit, die in jedem Lebenshilfebuch steht. Sie stimmt aber leider auch. Man muss sich nur klar werden, was man eigentlich will.

Was wollt ihr?

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157: Evening Aventure

Mit tut langsam der Rücken weh. Ich bin deutlich untersportet. Gymnastik zuhause ist nicht meins, eine Bonner Brückenrunde, die von Haustür zu Haustür beim mir 18km lang ist, mit dem Rad auch irgendwie nicht erfüllend. Da muss mehr her. „Tu etwas, was dir Angst macht“, erinnerte mich heute Morgen eine Quora-Weisheit. Angst und Sport kombinieren? Warum nicht!

Ich einigte mich mit mir selbst auf eine Fahrt nach Köln mit dem Rad. Abends im Winter, bei diesigem Wetter, ja fast Nebel, und Dunkelheit. Angst macht mir das eigentlich nicht, kalt ist es eigentlich auch nicht. 7-8 Grad. Aber ein kleines Aventure ist das schon. Zumindest weil ich den Weg rechtsrheinisch kaum kenne und man bei Dunkelheit schonmal den einen oder anderen Wegweiser übersieht.

Um 1900 Uhr bin ich abmarschbereit. Wäre schön, in zwei Stunden wieder da zu sein, denke ich mir. Die südlichste Kölner Rheinbrücke sollte erstmal reichen.

Auf der Bonner Nordbrücke setze ich über. Es kommen Bergheim, Mondorf, wo ich links abbiege und auf die Rheinroute gelange. Es folgen Niederkassel, Lülsdorf und die ersten Wege, die ich nur flüchtig kenne. Der Mond ist nicht zu sehen, aber ein paar Sterne leuchten über mir.

Die Gegend ist eigentlich ganz interessant. Viele Felder, eine alte Kirche, gegenüber die Wesselinger Raffinerieanlegen. Durchaus spektakulär bei Nacht:

Auch das Rheinufer. Mein iPhone weiß nicht genau, wie hell es sich stellen soll. So kommen recht spektakuläre Nachtfotos dabei heraus:

Irgendwann gegen 2000 Uhr meine ich, etwas von Zündorf zu lesen. Aber der Ort kommt und kommt nicht. Das ganze dauert deutlich länger als gedacht. Und nach Stadt sieht das alles so gar nicht aus. Hin und wieder mal kommen mir einzelne Jogger oder Spaziergänger mit Hund entgegen. Einmal meine ich, einen Fuchs zu sehen. Oder ist es ein Hund? Aber ganz ohne Herrchen oder Frauchen? Da endlich, die Zündorfer Kirche:

Es ist bereits 2030 Uhr. Verdammt, wie konnte das so lange dauern! Selbst von hier ist es noch ein ganzes Stückchen bis zur Brücke. Da kommt vorher unter anderem noch Porz.

Als ich endlich die Brücke erreiche und ein paar Bilder von der entfernten Kölner Innenstadt schieße, ist es bereits kurz vor 2100 Uhr.

Also eigentlich die Uhrzeit, zu der ich schon wieder zuhause sein wollte. Was genau ist da schiefgelaufen? Klar ist man langsamer, wenn man den Weg nicht kennt. Aber 20 km/h im Schnitt habe ich für mein Empfinden schon geschafft. Habe ich mich verfahren? Auch nicht wissentlich. Seltsam, das alles.

Besonders kalt ist mir eigentlich nicht. Nur am Nacken zwackt’s ein bisschen und langsam werden mir die Füße kalt. Die Handschuhe halten dafür dicht, und auch meine Radhose hält warm. Lediglich der Pöppes meldet sich. Ein Gefühl, das ich wahrlich nicht vermisst habe…

Zurück geht es deutlich schneller. Rodenkirchen, Weiß… Als ich kurz anhalte, um zum ersten und einzigen Mal auf Apple Maps zu schauen, spricht mich ein Spaziergänger an. Ich solle mein Vorderlicht mehr nach vorne neigen. Das blende, er kenne das selbst vom Radfahren. Ich nicke und erzähle ihm die emotionale Geschichte, wie ich gerade durch die dunklen Lülsdofer Wiesen gefahren bin und das Licht höher stellen musste, um überhaupt noch etwas zu sehen. Jetzt in der Stadt, klar, geht das wieder runter, hatte ich nicht dran gedacht.

Aber er lässt nicht locker. „Stellen Sie das runter, das blendet sonst.“ Ja doch, ja doch! (Arschloch.)

Langsam will ich auch nach Hause. Immerhin: Die App zeigt an, dass es bis Wesseling nur noch geradeaus geht. Ich fahre und fahre und langsam kommt mir die Gegend bekannt vor. Die Godorfer Stadtbahn-Haltestelle. Yeah! Selten habe ich mich darüber so gefreut. Und weniger später Wesseling. Die Industrieanlagen: Nachts durchaus beeindruckend:

Und dann kommen auch schon bald Wesseling City, Urfeld, Widdig und schließlich Uedorf und Hersel. Zurück geht es irgendwie deutlich schneller. Keine Ahnung, wieso genau.

Mir ziemlich kalten Füßen, völlig verdreckt und mit irgendwie nassem Helm alleine von der Luftfeuchtigkeit, erreiche ich schließlich gegen 2220 Uhr das traute Heim.

Der Hinweg rechtsrheinisch hat also letztlich 2 Stunden gedauert, der Rückweg 1:20h. Sonderbar. Klar, hin musste ich erst über den Rhein übersetzen, aber das war jetzt auch kein Riesenact. Vielleicht hätte es mir eine Warnung sein müssen, dass ich vom Zündorfer Tischtennisturnier jeden Sommer mit dem Rad zurück auch immer etwas über 1 Stunde gebraucht habe. Ich muss das morgen mal in Ruhe nachmessen, aber rechtsrheinisch scheint die Strecke einfach länger zu sein.

Aber doch: Spaß hat’s gemacht. Ein richtig schöner Workout. Sollte man sich öfter die Zeit für nehmen. Vielleicht Weihnachten doch mit dem Rad nach Meppen… Nein, ist auch aus anderen Gründen der falsche Zeitpunkt dafür. Aber Ostern? Mal sehen!

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151: Winter

Die letzten Jahre um diese Zeit bin ich nach Singapur geflüchtet, habe lecker gegessen, bin wandern gegangen, durch Malaysia gereist, hab die Wärme genossen, mit einer schönen Frau Weihnachten gefeiert. Diesmal ist das alles irgendwie nicht möglich. Auch mein Alternativplan fällt flach: Heiligabend was essen, paar Weihnachtslieder in der Kirche singen, mit allen verloren Seelen zusammen in die Kneipe gehen.

Statt dessen hat’s mich jetzt irgendwie voll erwischt. Winter par excellence. Mein Notfallprogramm sieht so aus:

  • Alle Stressfaktoren sofort eliminieren
  • Alle Kritik(er) temporär abblocken
  • Rausgehen und irgendwo in der Stadt einen Kaffee trinken, einen Smalltalk mit der Bedienung halten
  • Telefonieren
  • Sport
  • Sachen wegschmeißen
  • Schlafen, schlafen, verdammt viel schlafen

Was sind eure, habt ihr auch Winter und wie übersteht ihr Weihnachten?

60 Tage Niederländisch. Ich schaffe immer weniger, ich mache mir weniger Gedanken drüber, es ist nicht mehr ganz so stressig und nervig wie noch vor zwei Wochen. Langsam kommt der Spaß zurück. Fluent in 3 months wird wohl nichts, aber vielleicht klappt’s in vieren.

„Obama Settles it“: Barack Obama klärt bei Jimmy Fallon ein für alle Mal Dinge, auf die es noch keine Antwort gab. Zum Beispiel: „Darf der, der im Flugzeug den Mittelsitz hat, beide Armlehnen benutzen“ oder „Ist das Glas halb voll oder halb leer“:

Bild des Tages:

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148: Serienstuff

Die Sache mit dem Serienkoma hat sich bei mir eigentlich erledigt. Eigentlich. Denn wenn es was Gutes ist, kann ich das schon in ein paar Tagen durchrocken. Gefühlt gibt es aber mittlerweile entweder weniger gute Serien, die das wert sind. Oder die Ansprüche sind einfach immens gestiegen. Anders als vor fünf Jahren gucke ich schon nicht mehr alles, was Serie ist, nur weil es auf Netflix oder Amazon kommt. Dass man das damals getan hatte, lag vielleicht auch ein bisschen daran, dass man was nachzuholen hatte. Ein paar Serien haben das diesen Herbst dennoch geschafft: Babylon Berlin Staffel 3, Long Way Up und jetzt Queen’s Gambit.

Bild: Netflix

Queen’s Gambit ist für mich bisher (und viel kommt ja nicht mehr) die Serie des Jahres. Eigentlich geht es um Schach, und dann aber doch darum, auf gesunde Art erwachsen zu werden, den eigenen Weg zu finden, das notorische Kindheitstrauma zu verarbeiten, sich durchzusetzen ohne hochmütig zu werden und eine neue Familie zu finden, wo es die alte nicht mehr gibt. Eine schöne Parabel auf das Leben, noch dazu mit einer fantastischen Schauspielerin. Ich geb mal eine 5/5, bin restlos begeistert.

Devs hingegen lässt mich irgendwie gleichgültig zurück. Klar, gut gespielt, spannend und doch nichts, was einen bleibenden Eindruck hinterließe. Kann kaum mehr dazu sagen. 3/5.

Und eigentlich interessieren mich die Royals nen feuchten Kehricht. Das hat mich damals nicht davon abgehalten, Staffel 1 von „The Crown“ zu schauen und zu lieben. Danach habe ich nicht weiter gemacht. Aber jetzt ist Gillian Anderson als Maggie Thatcher zu sehen. Paraderolle, würde ich sagen. Das könnte ziemlich viel Spaß machen. Der Rest: möh.

Video- und Fotostudiosetup als Minimalist: Gibt ja so einiges, was man kaufen kann. Und schaut man sich entsprechende Videos an, braucht man mindestens 30 Sachen vom Monitor über drei Stative und einer Fernbedienung hin zum 10-fachen Lampenset.

Ich hatte mehr so an drei Sachen gedacht: Kamera, Stativ, Lampe. Na gut, ein Mikro noch dazu. Habe ich aber schon, Stativ und Kamera auch. Die tausche ich wahrscheinlich noch aus, ich mag die nicht. Fehlt eine Lampe. Oder?

Quick-and-Dirty-Lösung nach ein wenig Recherche: eine 10-Watt-starke (100-W-Äquivalent) tageslichtweiße LED in die Deckenlampe schrauben. Vielleicht noch eine zweite dazu in die Wohnzimmerlampe. Perfekte Drei-Punkt-Beleuchtung, wenn man das Fenster mitzählt. (Okay, heute kam da kein Licht durch.) Werd morgen mal ausprobieren, ob das so reicht.

Nach 30 Jahren hörst du von einem ehemals recht erfolgreichen Popsänger erst wieder was und dann ist das sowas Cooles:

Bild des Tages:

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143: Back on Track

Seit 5 Wochen lerne ich täglich Niederländisch. Denke ich an diese letzten Wochen zurück, erinnere ich mich auch eigentlich nur noch an Arbeit und den Sprachkurs. Beinhane alles Andere (außer hin und wieder Sport und Seriengucken) ist dabei nach und nach durchs Raster gefallen. War einfach keine Zeit mehr für.

Ich will mich nicht beklagen. Die Arbeit macht Spaß im Moment. Wir haben ein neues Design und ich darf viele schöne Apple-Produkte testen. Und hey, ich lerne nochmal eine Sprache. Die hat die Chance, die erst zweite Fremdsprache zu werden, die ich fließend sprechen kann.

Aber eigentlich hatte ich doch was Anderes vor. Bis Jahresende wollte ich mal mein Leben fertig minimiert haben. Der Zeitplan ist mittlerweile etwas knapp (in einem Monat ist Weihnachten!). Aber zumindest in die Richtung sollte ich mal wieder gehen, zurück in die Spur finden, ausmisten.

Ein guter Anfangspunkt ist ja das, was so sehr nervt, dass es nicht mehr geht, wie meine übervolle „Büroschublade“. Ja, manche haben ein ganzes Büro für ihren Bürokram. Ich hab nur eine Schublade:

Und da ist irgendwie alles drin, was von diversen Aussortierungen noch an Büromaterial da ist. Kabel, Kamera, Tesafilm, 1 Tablet, Briefumschläge, Papier, Stifte. Nachdem ich ja neulich schon papierlos geworden bin, kann doch da sicher was von weg. Erst mal alles raus damit…

Das seht ihr noch nicht, aber da ist schon eine Vorsortierung drin. Je weiter links, desto eher würde ich’s behalten. Weg kann eigentlich fast der ganze Papierkram, vor allem alte Umschläge, der Tacker, der Locher, aber auch ein Amazon Kindle… Jemand in Bonn Bedarf?

Und seufz, die Kabel. Es hieß mal, dass USB-C das eine für alle werden sollte. 6 Jahre ist das jetzt schon her, hab gerade mal meinen alten Artikel zum Start von USB-C nochmal rausgekramt… Das sind die USB-Kabel, die ich trotzdem noch behalten muss:

  • USB-C auf USB-C
  • USB-A auf USB-C (zum Laden an einer Solarzelle)
  • USB-A auf Lightning (dto.)
  • USB-C auf Lightning

Genau das hatten wir uns alle gewünscht…

Aber zurück zum Thema. Die Schublade hatte ich erst vor einem Jahr in der Form eingerichtet. Krass, was davon jetzt am Ende alles weg kann…

Und was vorerst übrig bleibt…

Ich schreibe „vorerst“, denn auch darunter sind noch Wackelkandidaten. Ein paar Kabel und Stecker, USB-Sticks, die Powerbank, die externe Festplatte, das Micro, die Kamera, Briefumschläge für die Rechnungen, die ich noch mit Papier verschicken muss (seufz), Visitenkarten (obwohl eigentlich auch noch nie gebraucht), Paketscheine und Paketklebeband.

Auf der Festplatte sind noch die oft beschworenen 80.000 Fotos. Ich kann mich nicht aufraffen… Aber immerhin habe ich mir jetzt bis zur Festplatte hin aufgerafft… Ist ein Wiederanfang.

Niederländisch, die Sprache in der Lehrer „so’n“ nicht als „umgangssprachlich“ ankreiden können. „Ham se noch so’n Kleid?“ <3

Für jeden Smartphone-Testbericht schieße ich meist hunderte Fotos, manchmal sogar hübsche. Die meisten davon erblicken nie das Licht der Welt. Ändern wir das hiermit mal:

Doch, bin ganz zufrieden mit dem iPhone 12 Pro Max. 🙂

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129: Vote for the winner

Hoffe auf das Beste, rüste dich für das Schlimmste. Oder auch: Es ist mal wieder US-Präsidentschaftswahl.

Worst Case: Trump gewinnt noch einmal, hat keinen Bock mehr auf den ganzen Scheiß und drückt auf den Knopf. Aber immerhin hätten wir’s dann hinter uns…

Second-worst Case: Trump gewinnt, es geht weiter wie bisher. Aber im Grunde kennt man das ja schon, man verliert das Interesse. Und die meisten Hardliner werden in ihrer zweiten Amtszeit was ruhiger.

Second-best Case: Biden gewinnt und macht den meisten Quatsch wieder rückgängig, den Trump verursacht hat.

Best Case: Biden gewinnt, macht den Versöhner, entschläft nach 1 Jahr im Amt friedlich und aufgrund eines natürlichen Todes. Kamala Harris übernimmt und stellt sich als genau das heraus, was nicht nur Amerika, sondern der Welt gefehlt hat. Macht Schluss mit Arm und Reich, versöhnt Schwarz und Weiß, läutet die weltweite Energiewende ein, besiegt Corona, und alle leben glücklich…

Na gut! Bisschen viel verlangt. Aber warum eigentlich nicht?

Der Cineast in mir hofft ja noch auf einen knappen Biden-Sieg, den Trump nicht anerkennt, worauf es dann zwei Monate lang richtig Beef gäbe. Ausgang ungewiss, aber Happy End befürwortet. Morgen nur noch schnell im Laden Popcorn kaufen, bevor die weltweiten Warenwirtschaftssysteme zusammenbrechen.

Das hingegen wird wahrscheinlich nur halb so spannend, auch wenn Apple dick aufträgt:

„One more thing“ – früher auf Keynotes eine von Steve Jobs gerne genutzte rhetorische Figur, um nach einer langweiligen Präsentation doch noch was Spannendes aus dem Hut zu zaubern.

Diesmal wird’s wohl „nur“ neue MacBooks geben, die äußerlich kaum verändert sein werden. Ich werde nach zehn Jahren immer noch kein Touchscreen-MacBook bekommen, mit OLED sowieso nicht. Das nächste Woche wird eher eine langfristige Veränderung. Eigene Chips statt Intel-Prozessoren, ARM-Architektur statt x86. Mögliche Folge: Weichere Performance, alles wieder mehr aus einem Guss, längere Akkulaufzeiten, vielleicht sogar schnellere Prozessoren, als Intel und AMD sie derzeit anbieten. Aber das glaube ich auch erst, wenn ich es getestet habe.

Was es sicher geben soll: iPad-Apps, die nativ auch im neuen macOS Big Sur laufen (das übrigens so viel anders auch wieder nicht ist). Darauf freue ich mich zwar wirklich, denn der iOS/iPadOS-AppStore hat eine tolle Auswahl, die es dann für Macs noch obendrauf gibt. Ohne Touch wird das aber nur halb so witzig.

Hollarr, die Waldfee, BMG! Das war immerhin der Tabellenführer der CL-Gruppe, der vor ein paar Wochen noch Real Madrid zuhause besiegt hatte. Sehen wir hier gerade den kommenden Vizemeister? Gar nicht so unrealistisch.

Bild des Tages #nofilter:

Whatever happens: Es wird schon irgendwie weiter gehen.

Außer im Worst-Case-Szenario.

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122: Tag der Eierhühner und verrauschten Fotos

Wenn du für ein paar Produktbilder extra die Kamera auspackst, um Bilder vom neuen Testgerät zu machen (iPad Air 4) und am Ende alle schlimm verrauscht sind. 🙁

Hatte ich da ISO aus Versehen auf 12.800 stehen oder kann die M6 es nicht besser? 🤨

Sagt, was ihr wollt, aber ein Smartphone macht einfach ein schönes Bild und murrt nicht. Rauscht dafür in anderen Situationen, klar. Außerdem wundert mich der aktuell sonderbare Trend hin zu Ultraweitwinkel-Kameras. Was will man damit, sich selbst von hinten fotografieren? Starke, wenig rauschende Tele-Linsen in Smartphones wären mir viel lieber, scheinen den Herstellern aber nicht so wichtig zu sein.

Wobei Huawei immerhin beides ins neue Mate 40 Pro gepackt hat, dafür aber nach wie vor ohne Google-Dienste leben muss. Zumindest so lange, bis die USA einen neuen Präsidenten bekommen.

Huawei-CEO Richard Yu, der ein, sagen wir, ganz eigenes Englisch spricht, was aber fast schon wieder Kult ist, wurde heute bei seinem Auftritt simultan übersetzt. Soll jetzt wohl professioneller wirken, aber irgendwie tut man dem Mann damit keinen Gefallen. Was gibt’s da nicht zu verstehen? Außerdem höre ich ihn gerne reden, er erinnert mich an die Uncles in Singapur, die genauso sprechen, und ich bekomme Heimweh nach Home2. 🏙🏖

Was mich zur Frage bringt: Mache ich’n jetzt? Neues Smartphone, neuen Laptop, neue Kamera? Kostet ja nix… So eins für alles wäre toll.

Könnte übrigens sein, dass das MacBook gerade so viele Mätzchen macht, weil sein Betriebssystem noch gar nicht offiziell ist. Heute mit Erstaunen gelesen, dass macOS BigSur, was ich mittlerweile seit Monaten im Einsatz habe, noch gar nicht den Beta-Status verlassen hat. Axo. Bis zum finalen Release kriegt Apple das hoffentlich noch hin mit der Akkulaufzeit, der Hitze-Entwicklung und allem anderen auch…

Das Smartphone macht derweil übrigens solche Fotos:

Hell genug ja, aber dann auch wieder verrauscht. 🙄

Es könnte sein, dass ich da eine Wette verloren habe… 10.000 tägliche Neuinfektionen… die Marke haben wir dann doch erstaunlich schnell gerissen. Sei’s drum, ist Nicky halt besser in Mathe als ich. Was mir immer noch fehlt, sind valide Informationen darüber, wo sich die Leute die Seuche letzten Endes geholt haben. In Bonn haben wir 200 akute Fälle, im Berchtesgadener Land kann sich angeblich keiner erklären, wo die Infektionen alle herkommen. Aber bei den meisten Fällen müsste sich das doch auf was zurückführen lassen. War im Club feiern, war im voll besetzten Restaurant, musste Tischtennis spielen… Gibt es sowas gar nicht?

Da fragste mich was! 🤔

Ihr kennt Agnes Obel nicht? Ihr müsst Agnes Obel kennenlernen!

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121: Heute nur Fotos