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116: Redet miteinander!

Hinterm Tuscolo an der Ampel haben sie bei Zeiten eine Zone für Radfahrer geschaffen. Hier dürfen Radfahrer sogar schon bei Rot den Fußgängerüberweg überqueren. Die eigentliche Fahrradampel ist aber davor, was zur Folge hat, dass Radfahrer nicht genau wissen, wann sie eigentlich grün haben. Eine weitere Ampel an der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung hat die Stadt vergessen anzubringen.

Irgendwann habe ich mal rausgefunden, dass man als Radfahrer im genau gleichen Moment grün bekommt wie die Fußgänger am Überweg links. Seitdem nutze ich die rote Zone und gucke die ganze Zeit angestrengt auf die Fußgängerampel. Heute Abend auch. Ein anderer Radler hinter mir kennt den Trick noch nicht und wartet derweil gezwungenermaßen vor dem Überweg.

Irgendwann rollt er zu mir nach vorne und spricht mich an: „Du sag mal, woher weißt du, wann grün ist, hier ist ja gar keine Ampel“. Ich erkläre es ihm. Netter, sympathischer Kerl, und ich finde es lustig, dass er mich einfach so zwanglos angesprochen hat. Wir quatschen noch kurz, dann wird es auch schon grün und wir brausen beide in unterschiedlichen Geschwindigkeiten davon.

Und immer wieder frage ich mich: Warum macht man sich nur immer so viele Gedanken, bevor man Fremde einfach anspricht? Im Urlaub habe ich da überhaupt kein Problem mit. Ich tue es einfach, und es kam eigentlich noch nie eine Beschwerde. Eher im Gegenteil. Die Leute haben sich gefreut. Klar, manchmal hat auch einer keinen Bock was zu sagen und reagiert eher einsilbig (so bin ich manchmal aber auch selbst), aber das ist die absolute Ausnahme. Nicht selten kommen tolle Gespräche dabei zustande und manchmal lernt man auch tolle Leute kennen.

Im Alltag tue ich das trotzdem so gut wie nie. Die meisten anderen Menschen, die ich kenne, auch nicht. Manch einer fragt nach dem Weg eher sein Handy als einen Anwohner. Aber: Woher kommt eigentlich diese Angst davor? Sind es schlechte Erfahrungen, die man doch mal gesammelt hat und nun interpoliert? Ist es die eingeimpfte Vorschrift, Fremde bloß in Ruhe zu lassen, um jeden Preis? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht, aber ich werde mal versuchen, das herauszufinden – und zu verändern.

Seit ein paar Tagen lerne ich Niederländisch, lese ein Buch, klimpere etwas mehr auf meiner Ukulele. Dazu habe ich mir vorgenommen, jeden Tag mindestens 5 Minuten an meinem neuen Vielleicht-Projekt zu arbeiten und jeden Morgen mache ich bisher seit immerhin zwei Wochen meinen Mini-Frühsport. Jetzt überlege ich noch, ein weiteres Hobby aufzunehmen und das mittlerweile gekündigte Fitnessstudio durch einen Outdoor-Gym-Kurs zu ersetzen. Das alles ist ganz schön hart in den Alltag zu integrieren, vor allem das mit dem Sprachenlernen.

Und so viel Spaß es auch macht, ich merke schon heute, am zweiten Tag nach dem Wochenende, an dem ich angefangen habe, wie es immer schwieriger wird. Es bleibt weniger Zeit, ich mache immer mehr Flüchtigkeitsfehler. Morgen und übermorgen sind wohl die Fly-or-Die-Tage. Wenn ich es da noch schaffe, meine Lektionen fortzusetzen, sieht es gut aus, da noch weiter zu machen.

Diese kleine Rangliste ist dabei übrigens Gold wert. Ich habe heute beim Niederländischlernen noch ein paar Lektionen drangehängt, als Oskar in Sichtweite war und Jimmy plötzlich auch nicht mehr fern (in your faces btw.!) 🙂

In den Niederlanden gilt derweil wieder ein Teil-Lockdown. Kneipen und Restaurants sind wegen zu hoher Infektionszahlen wieder geschlossen.

Jepp, das ist das Land, das schon ein paar Wochen vor uns wieder „Spaß“ hatte und das direkt an unsere Corona-Hotspots in Niedersachsen und NRW grenzt.

Der Tuscolo am Ende meiner Straße hat „passend“ dazu seine Außengastronomie wieder eingepackt… (Wenn ihr genau schaut, seht ihr da übrigens hinten im Bild die oben beschriebene rote Zone und einen Radfahrer, der schon davor hält. 😉

Der Tuscolo ist bei weitem nicht der einzige damit. Es ist ja jetzt kalt draußen, da schickt man die Leute lieber wieder rein – und erhöht die Ansteckungsgefahr massiv. Transparente Plastiktrennwände, die der Tuscolo drinnen aufgestellt hat, helfen allenfalls ein bisschen. Wenn ich mir anschaue, was da normal an einem Samstag- oder Sonntagabend für eine Party drinnen geht, dann kann ich mir ausmalen, wie wenig das helfen wird.

Was für eine dämliche Entscheidung! Ich vermute, in 2-3 Wochen haben wir auch hier wieder so viele Fälle, dass Restaurants und Kneipen wieder dicht gemacht werden. Um die, die ihren Gästen nicht mal mehr ermöglichen, sich draußen hinzusetzen, wird es mir deutlich weniger Leid tun.

Das neue iPhone 12 ist da. Oder sagen wir eher: Die neuen iPhone 12s sind da. Apple hat diesmal gleich vier vorgestellt, darunter ein süßes, kleines 12 Mini in fast gleicher Ausstattung. Und auch MagSafe kommt zurück. Finde ich alles in allem cool.

Ich spiele schon bisschen länger mit dem Gedanken, mir noch einmal ein Smartphone zu holen, das ich dann für ein paar Jahre behalte, das sozusagen „das Definitive“ wird und das viellllleicht sogar meine Kamera ersetzt. Minimalismus, wisster. An dem neuen Smartphone muss aber auch alles stimmen. Akkulaufzeit, Kamera, die besten Apps. Kann das neue iPhone 12 das werden? Ich weiß es noch nicht, und ich wüsste auch erst einmal gar nicht welches davon…

Bild des Tages:

9 Antworten auf „116: Redet miteinander!“

Also falls du was über das neue iPhone wissen willst, mein Kumpel Jürgen ist Technikjournalist, der kann dir da sicher weiterhelfen

Der Asi? Der weiß doch von gar nix!

Na ja, weiß halt nicht. Das iPhone 12 Pro ginge schon in die Richtung, iOS ist schon ne rundere Sache als Android. Ich brauche eine Kamera mit optischem Zoom. 5x wäre ideal, hat aber nur das 12 Pro Max. Dann wäre die Akkulaufzeit eben noch wichtig. Und dann wäre noch über den Preis zu reden. Straßenpreis auch langfristig nicht unter 1.000 Euro. Puuh!

„ Was für eine dämliche Entscheidung! Ich vermute, in 2-3 Wochen haben wir auch hier wieder so viele Fälle, dass Restaurants und Kneipen wieder dicht gemacht werden. Um die, die ihren Gästen nicht mal mehr ermöglichen, sich draußen hinzusetzen, wird es mir deutlich weniger Leid tun.“

So schnell wird hier nix dicht gemacht. Früher zu vielleicht, aber dicht schon nicht.
Aber ja, die Gastronomie verbockt es sich selbst damit dass sie den Leuten das draußen klauen, keinen Kontaktlisten führen (ich war in letzter Zeit in bzw vor drei Gastronomiebetrieben und nirgendwo hat sich einer darum gekümmert – ok, draußen ist es technisch auch egal, aber rechtlich halt trotzdem vorgesehen – das wird sich schon noch alles rächen. An den Menschen die drinnen sitzen weil es ihnen egal ist, an den Gastronomen die Einschränkungen zu befürchten haben und an allen anderen, die die Konsequenzen aus den steigenden Zahlen zu tragen haben

Das ist nur eine Frage der Zahlen. Sind die zu hoch, werden sie auch hier die Läden dicht gemacht. Siehst du ja an Holland. Die waren auch extrem Laissez-faire, dann stiegen die Zahlen rapide, dann fiel ihnen jetzt nichts besseres mehr ein, als wieder Läden dicht zu machen. Würde hier auch kommen, wenn wir über 10.000 Neuinfektionen haben (werden wir aber nicht, kannste vergessen ;), vor allem aber mehr Todesfälle – die steigen auch langsam wieder…

Witzig, dass du findest, dass die Leute nicht oder zu wenig miteinander reden. Ich hab gestern noch gedacht, dass das das allerbeste am Rheinland ist – dass selbst Fremde so gesprächig sind. Das ist mir in Südbaden so schwer gefallen, Smalltalk mit der Verkäuferin am Marktstand oder mit der Omi an der Fußgängerampel. Dass man Fremde einfach nach dem Weg fragen kann oder die andere Mutti vor der Kita, ob sie schon weiß, wann die Sommerschließung ist. All das ist im Süden undenkbar! Ich weiß nicht mal, ob der Mann an der Ampel eine Antwort bekommen hätte. Einen sehr schrägen Blick auf jeden Fall!

Im Vergleich zum restlichen Deutschland ist das Rheinland auch furchtbar geschwätzig. Im Vergleich zu West- oder Südeuropa sind die Deutschen aber sehr verschlossen.

Ich fände es aber auch toll wenn es mehr Alltagskommunikation gäbe (ja, ich weiß, liegt schon auch an mir selber welche zu starten…)

Stimmt schon, ich habe unterwegs sehr viele verschlossene Menschen kennengelernt – oder sagen wir lieber: Menschen, die erst einmal auftauen mussten. Seltsamerweise aber nicht in Südbaden, sondern eher in der Schweiz. Aber selbst dem Almöhi da in der tiefsten Zentralschweiz habe ich ein paar Sätze entlocken können, als ich ihn auf seine Kamera angesprochen habe. Ich komme ja auch aus einer Gegend, in der Smalltalk nicht üblich ist, muss mich da auch immer erst überwinden. Vielleicht kommt das daher? Die Erfahrung, dass die/der Andere einfach nichts sagen wird? Also warum überhaupt versuchen?

Kann schon sein, dass das bei uns auch schon der Schweizer Einfluss war, wir waren ja wirklich nah an der Grenze (- teilweise auch drüber) und haben generell viel mit Schweizern zu tun gehabt. Die sind echt ne harte Nummer und haben, wie mir einige erklärt haben, regelrecht Angst vor Rheinländern 😅 Bevor ich da angefangen habe zu arbeiten habe ich einen Kurs gemacht, wie man sich in der Schweiz als Ausländer zu benehmen hat, das hat mir vermutlich den Hintern gerettet.

Es gibt da echt Kurse für sowas? Und da sagen sie einem, dass du mit einem Schweizer nur soundsoviele Wörter pro Minute wechseln solltest?

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