Kategorien
Yeah

.36: Manche Dinge ändern sich nie

Also Heidenheim in der Relegation. Unser kommender Gegner konnte es selbst kaum fassen, hatte er doch gerade 0:3 in Bielefeld verloren. Funktionäre sollen sich die Hände vors Gesicht geschlagen haben. Motto: Au weia, da haben wir jetzt aber mal so gar nicht hingewollt, und wir haben doch gerade alles dafür getan, damit der Hamburger SV noch Dritter wird.

Genannter Hamburger SV hatte da aber gerade zuhause (!) mit 1:5 (!) gegen den SV Sandhausen (!) verloren (!). Mehr Häme spare ich mir an dieser Stelle. Da gibt es spezialisiertere Medien für:

Ich habe die Schlussphase des HSV-Spiels auf NDR2 hören wollen, diesem Sender, der sich in mancher Hinsicht auch nach 30 Jahren kein Stück geändert hat.

Um 17:00, kurz vor der Entscheidung, schalte ich ein. Es laufen: die Nachrichten. Es folgen: Die Staumeldungen. Um 17:05 Uhr nach einer kurzen Begrüßung und Bekanntgabe des Zwischenstands (1-2): Musik (2 Titel). Dann kurz nach Hamburg geschaltet (1-3), wieder Musik. Dann doch noch die letzten paar Minuten der Schlusskonferenz im Wechsel mit dem Spiel in Bielefeld. Es fallen zwei weitere Tore für Sandhausen. Im Anschluss läuft „I can’t dance“ von Genesis.

Es war schon in den 90ern ein Running Gag, dass auf NDR2 mindestens 1x die Stunde Phil Collins, Sting, U2 oder Eurythmics liefen. Schon damals hat NDR2 von der Bundesliga-Schlusskonferenz immer nur die letzten 10 Minuten gespielt. Zum Vergleich: WDR2 spielt immer die letzte halbe Stunde komplett und lässt dafür sogar die obligatorischen Nachrichten zur vollen Stunde aus.

Ich hatte mich als Jugendlicher schon einmal so sehr darüber aufgeregt, dass ich mal einen Brief an die NDR2-Redaktion geschrieben habe. Als Antwort kam, sinngemäß: Jaha, lieber, kleiner NDR2-Hörer. Aber wir haben ja nicht nur Fußball-Hörer, die anderen wollen gerne Musik und Nachrichten hören und ob vor dem Elbtunnel wieder Stau ist. Deswegen machen wir das so und bleiben auch dabei.

Auch 25 Jahre später. In einer Sendung, die „Die NDR2 Bundesligashow“ heißt. Nee, ist klar. Da will jeder in der spannenden Schlussphase, wo es für den HSV um alles geht, Phil Collins hören.

Immerhin: Der Moderator ist diesmal konsterniert und spricht mehrfach von einer Blamage und Riesenenttäuschung. Das wäre in den frühen 90ern noch anders gewesen.

Etwa zu der Zeit bekamen wir dann auch endlich einen Kabelanschluss, der zum Glück auch neue Radioprogramme in unser Provinznest mitbrachte. Und ich lernte die Vorzüge der Sender des WDR, von Radio Bremen und Radio 3 FM (Niederlande) kennen.

Aber dass sich bei NDR2 Sport seitdem nichts geändert hat, das ist beinahe fast zum Lachen – wäre man nicht hin und wieder mit dem Auto auch im Norden unterwegs und auf die Halbinformationen des Senders angewiesen. Ich werde übrigens das Gefühl nicht los, dass das maßgeblich etwas mit dieser Person zu tun hat.

Klar spreche ich fließend Autokorrektur, aber ich habe halt auch einen trockenen Humor.

I <3 you, Ersatzhaltestelle!

4 Antworten auf „.36: Manche Dinge ändern sich nie“

Im Grunde ist es ja die ARD-Schlusskonferenz, und sie könnte (!) auf Sendern aller Rundfunkanstalten eine halbe Stunde lang laufen. Ich habe auch nur bei NDR 2 reingezappt, weil ich dachte, die schieben wegen dem HSV Extraschichten. Pustekuchen, die hatten wohl schon aufgegeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.