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Das 5-Minuten-Prinzip

Gibt Tage, da möchte man am liebsten alles hinschmeißen…

Tut man es dann doch nicht, aber lässt die Arbeit mal Arbeit sein und macht etwas völlig anderes, dann kommt man manchmal auf erstaunliche Ideen. In meinem Falle: das 5-Minuten-Prinzip.

Meine These ist: Wenn du etwas im richtigen Moment machst, kann es in unter 5 Minuten erledigt sein. Ist es der falsche Moment, kannst du unter Umständen den ganzen Tag dafür brauchen.

Beispiel heute von der Arbeit. Mein Kollege hatte ein paar Themenvorschläge, die er lose in einem Kommentar in unserem Kanban-System eingetragen hat. Irgendwann heute Abend habe ich mich schnell hingesetzt, die Vorschläge da herausextrahiert und mit Copy-Paste in neue Arbeitsaufträge gegossen. Hat mich alles in allem 5 Minuten gekostet. Das ging so einfach, weil ich noch wusste, was wo steht, und weil ich das, was er vorschlug, noch im Kopf hatte.

Schon morgen hätte ich deutlich länger dafür gebraucht. Ich hätte den Kommentar erst wieder heraussuchen müssen und in dem Kommentar die richtige Stelle. Ich hätte mich da erst wieder hineindenken müssen. Hätte ich das erst in 4 Wochen wieder aufgegriffen, hätte ich noch länger danach gesucht, es vielleicht gar nicht mehr gefunden, hätte Rücksprache mit meinem Kollegen halten („Wie hast du das damals noch mal gemeint?“), auf Antwort warten müssen. Vielleicht hätte er gar nicht mehr gewusst, warum es geht und wir hätten die Idee mühsam rekonstruieren müssen. Alles in allem wären Stunden dafür drauf gegangen.

Im richtigen Moment also nur 5 Minuten.

Das Ganze lässt sich auf mehrere Lebensbereiche ausdehnen. Wie wenig mag ich es, das Bad zu putzen, weswegen ich das ziemlich sicher zu selten tue. Kommt Besuch, kann ich aber gar nicht mehr anders, habe an dem Tag meist wenig Zeit und bin gezwungen es möglichst schnell zu machen. Alles wegräumen, einsprühen, abwischen, trocknen, neue Handtücher aufhängen -> schaffe ich, wenn es sein muss, in 5 Minuten -> oder in 30, wenn es ein Tag ist, an dem sowieso schon alles irgendwie länger dauert.

Vorhin habe ich ein paar seit Monaten überfällige Hausarbeiten erledigt:

  • Badezimmerarmatur mit Zitronensäure entkalken: 5 Minuten
  • Den schwer erreichbaren Schmock hinter meinem Badezimmerschrank wegwischen und dafür den Schrank verrücken und danach wieder zurückstellen: 5 Minuten
  • Meinen auseinandergefallenen Schlüsselbund neu zusammensetzen (es ist die Art von Schlüsselbund, deswegen kann der auseinanderfallen) und bei der Gelegenheit optimieren: 5 Minuten.
  • Espressomaschine entkalken (nachdem ich auf der Verpackung der Zitronensäure schon die Anleitung dazu gelesen habe): netto 5 Minuten.
  • Eine längst überfällige Mail an einen Freund, auf der ich seit Wochen draufrumgedacht habe, schreibe ich letztendlich in 5 Minuten.

Das alles passt gut zu einer Weisheit, die ich vor ein paar Monaten einmal gelesen habe und die meinen Alltag wirklich verändert hat: „Nehme dir für alles, was du tust, so wenig Zeit wie nötig.“

Manchmal geht es sogar noch einfacher und schneller als in 5 Minuten. Zum Beispiel habe ich mir in den letzten Tagen angewöhnt, immer wenn ich aus dem Haus gehe, fünf bis sechs Pfandflaschen aus meiner „Sammlung“ mit raus zu nehmen und sie für Flaschensammler neben den Glascontainer zu stellen. Das hat mich pro Ladung gerade mal 1-2 Minuten extra gekostet.

5 Minuten sind aber auch die Zeit, die ich mir zum Beispiel im Sommer manchmal gerne nehme, um weniger aufgeheizt am Zielort anzukommen. Weil ich einfach langsamer gehe oder kurz vor dem Ziel erst einmal ein wenig runterfahre. A propos Runterfahren: Es ist ein Unterschied, ob ich 5 Minuten blöd vor dem Rechner sitze, prokrastiniere und versuche zu arbeiten. Oder ob ich die gleichen 5 Minuten lieber nutze, um mal aufzustehen, durch die Wohnung zu gehen, auf dem Balkon ein wenig frische Luft zu schnappen oder sogar mal 5 Minuten die Augen zuzumachen (wobei 15 da besser wären).

Und sogar das Schreiben dieses Blogbeitrags hat 5 Minuten haha, nein, hat 30 Minuten gedauert. 😉 Aber ich bin mir sicher, dass es deutlich mehr gewesen wären, wenn ich den Beitrag erst morgen oder nächste Woche geschrieben hätte.

Das 5-Minuten-Prinzip – vielleicht schreibe ich mal ein Buch darüber.

Daily Sort-out: Bilder von 2007, Kamera Sony-Ericsson K750i. (Ich habe anscheinend von Anfang an lieber mit dem Handy fotografiert…)

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