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Oberbayern (Etappe 6)

Die angedachte Königsetappe ist keine – die kommt erst noch. Das heute von Füssen nach München ist dann doch überraschend einfach zu fahren, ohne nennenswerte Steigungen, auch wenn die App was anderes suggerierte. Und ganz nebenbei ist sie arm an Sehenswertem. Das Allgäu hat mich umgehauen. Oberbayern ist – zumindest auf meiner Stecke – im Vergleich dazu so meh:

Bis auf die Seen natürlich. Gegen Mittag komme ich am Ammersee vorbei, hätte eigentlich Lust, am See was zu essen und auf die Weiten des Meeres (er ist echt groß) rauszuschauen, aber viel mehr noch: einfach reinzuspringen. Und das tue ich dann einfach spontan, als ich vom Radweg aus einen kleinen Kieselstrand erspähe. Während ich mein Zelt noch einmal aufbaue, damit es vom Morgentau trocknen kann, schnappe ich mir die Luma und paddele aufs Wasser raus.

Als ich mich zum Trocknen auf meinem Campingstuhl fallen lasse, kommt ein niedlicher Hund auf mich zu gesprintet, der mich entfernt an Lucy erinnert (Nickys und Juans leider inzwischen verstorbenes Schaf im Wolfspelz). Er stupst mich ungefragt erst von links, dann von rechts an. Die Besitzer sind außer sich: „Whisky, kommt da weg, aber echt jetzt mal!!!“. Aber ich bin erstaunlich gelassen: „Schätze, er mag mich halt“, sage ich zum Besitzer, der sich vielmals entschuldigt.

Bevor es Lucy gab, habe ich Hunde gehasst und als störende, überflüssige Hindernisse gesehen. Mittlerweile freue ich mich über die meisten Hunde. Es gibt sehr viele, sehr sehr hässliche Hunde, die in meinen Augen wirklich die Welt nicht braucht (jaja sicher, jedes Lebewesen ist ein Lebewesen usw. Aber kann man nicht einfach nur niedliche Hunde züchten?). Aber ich sehe Hunde jetzt mit anderen Augen. Lucy hat mich therapiert.

Ich weiß noch gar nicht genau, wohin es morgen weiter geht. Regensburg wäre in 1 Tag machbar, Nürnberg für einen Tag zu weit. Die eigentliche Königsetappe kommt aber ohnehin erst dann: denn da scheint noch ein Riesen-Mittelgebirge zu sein, von dessen Existenz ich noch nichts wusste und dass sich auf dem Weg nach Norden nur schwer umgehen lösst. Wie heißt das, und wo kommt das jetzt plötzlich her? 🤨

Komme heute bei Caro unter. Caro hat zwei Jungs und beide sind gut geraten. Und mit beiden scheine ich mich recht gut zu verstehen. Ich glaube, denke, behaupte, ich könnte das jetzt auch. Also so ein Kind großziehen… 🤔

Nicht alle mir entgegen kommende Radreise-Pärchen, aber sehr, sehr viele:

Ich: 😀👋

Mann (fährt vorneweg): 🥸🧐🤨

Frau (eine Radlänge dahinter): 🙂👋

Ob die wohl eine glückliche Beziehung führen?

Genug für heute, ich probiere mal, etwas Schlaf nachzuholen. Bin sehr dankbar, dass ich heute bei Caro übernachten darf, denn es wird die ganze Nacht regnen.

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