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Und jetzt? Linux oder Mac?

Ich mag es kaum glauben. So gerade beschleicht mich etwas wie Wehmut. Ich muss morgen das Testgerät vom Dynabook Tecra X40-F zurückgeben, auf dem ich Linux in allen Facetten getestet habe. Und ich mag nicht so wirklich gehen. Es hat richtig Spaß gemacht, obwohl oder gerade weil Linux so unperfekt ist. Und obwohl ich da bestenfalls Anfänger-Wissen habe. Deepin war am Ende zu anfällig, aber mit Ubuntu und manchmal Kubuntu/Plasma kam ich jetzt richtig gut zurecht. Teilweise wirkt es weiter, auf jeden Fall mit mehr Enthusiasmus umgesetzt als ein zuletzt kaum noch weiter verbessertes (allerdings schon seit Jahren nahezu perfektioniertes) macOS.

Ich brauche ein neues Notebook, das steht fest. Aber welches soll es werden? Schaut man sich mal um, gibt es eigentlich nur zwei ernstzunehmende Hersteller, die Notebooks von Haus aus mit Linux bestücken: Lenovo und Dell. Lenovos treffen nicht ganz so meinen Geschmack. Ein gangbarer Weg wäre das Dell XPS 13 2-in-1. Allerdings bietet Dell nur das XPS 13 ohne Touch in einer Version mit Ubuntu an. Auf dem anderen könnte ich auf eigene Faust Ubuntu installieren. Dann wären aber einige Teile wie die Webcam nicht mit der aktuellen Ubuntu-Version 19.10 kompatibel. Außerdem geht bei Linux immer irgend etwas schief. Deswegen wäre es eigentlich stark, da ein von Haus aus installiertes Linux und auch noch ein wenig Support zu haben. Nur müsste ich dann ohne Touchscreen auskommen.

Update: Holla, wer bist du denn? Ein „neuer“ XPS 13 mit Touchscreen, verbessertem Tastaturlayout, 16 GB RAM und Ubuntu zu einem bezahlbaren Preis? So ganz sollte ich die Idee doch noch nicht aufgeben. P.S. Ich weiß nicht, ob Dell sich einen Gefallen damit tut, XPS-13-Modelle mit der 10. Intel-Core-Generation vorrätig zu halten und ein paar Wochen später den „neuen“ XPS 13, ebenfalls mit der 10. Intel-Core-Generation anzukündigen. Wer soll da den Überblick behalten?

Also doch wieder Mac? Das neue MacBook Air erhält gute Kritiken. Touch gibt es hier auch wieder nicht. Da müsste ich zum iPad Pro mit Magic Keyboard greifen. MacOS macht schon noch einige Dinge besser als Linux. Einzelne Apps haben schlicht einen höheren Reifegrad. Und manchmal sind es kleine Dinge, wie, dass irgendwie nur Apple die kluge Idee hatte, eine Musik-On/off-Taste gleich ins Gerät einzubauen ebenso wie Skip-Tasten. Muss ich einmal Bilder im Dutzend verkleinern (und das muss ich oft genug), kann die Vorschau das mit nur einem Befehl.

Oder ein MacBook Air und darauf Parallels mit Linux installieren? Wäre auch noch eine Möglichkeit. Vielleicht sogar die Beste, die mir gerade einfällt. Touchscreen… ach, egal…

Verdammte Axt, ich hätte nicht gedacht, dass die Auswahl so schwierig sein würde! Aber ohne Linux würde mir etwas fehlen, das weiß ich.

9 Antworten auf „Und jetzt? Linux oder Mac?“

Moin!
So wie ich dich kenne war diese Darlegung ein Katalysator und du hast dich nun entschieden 😉
1. Ein Dell mit Linux wäre ein Kompromiss, und mehr ein „Spielzeug“
2. Ein MacBook mit zwei Betriebssystemen wäre eine sichere Variante, bei der man auch noch den Vorteil hätte sich weiter mit Linux zu beschäftigen
3. Ein iPad-Pro in Vollausstattung wäre eine teure, ziemlich perfekte Arbeitsmaschine, aber ohne den Linux-Kick
Lass mich raten, die Goldene Mitte?

Linux auf dem iPad Pro, das wär’s. 😉 Ja, ich weiß auch nicht. Das Dell XPS 13 2-in-1 gefällt mir eigentlich am besten. Ein MacBook wäre eigentlich nur ein Kompromiss oder eine Übergangslösung. Das perfekte Ding gibt es wohl nicht. Wobei es manchmal, seufz, sogar um Kleinigkeiten geht. Das XPS 13 hat zum Beispiel um die Pfeiltasten (rauf, runter, links, rechts, ihr wisst schon) keinen Platz gelassen, sondern Bild-hoch und Bild-runter (brauche ich nie) direkt daneben eingebaut. Was meinst du, wie oft ich mir da vertippen würde? Genau das gleiche hatte ich neulich bei einem Lenovo-Testgerät. Ich bin da immer wieder verrutscht, und es nerrrvt! Dann läuft bei allem, was nicht Apple ist, auch der Kühler Tag und Nacht. Die anderen sind manchmal einfach zu blöde… Aber, nein, vollends entschieden habe ich mich noch nicht… 😉

Ich empfehle dir ein MacBook mit Parallels und 1-2 Linux VMs. Ich hab auch 2 Linux-VMs (Ubuntu und Mint) und experimentiere da gern immer mal wieder herum beobachte die Entwicklung. Ich muss aber ganz ehrlich sagen: ich bin immer wieder froh, wenn ich die VMs schließe und wieder auf dem Mac bin. Wirklich gut arbeiten kann ich mit Linux leider (noch) nicht.
Und ein großer Vorteil an den VMs mit Parallels: wenn du regelmäßig Snapshots erstellst, ist es auch nicht so schlimm, wenn du Linux mal kaputt machst. Dann stellst du einfach den letzten Snapshot wieder her. 🙂

Was fehlt dir unter Linux? Ich bin jetzt gerade wieder auf dem Mac, und er kommt mir so überoptimiert vor. Das einzige kaum schlagbare Programm ist für mich tatsächlich die Vorschau. Die ist auf dem Mac erheblich vielseitiger als unter allen anderen Systemen. Ich kann da zum Beispiel 20 Bilder für einen Testbericht auf einmal verkleinern. Wobei du da neulich ein ziemlich cooles WP-Plugin installiert hast, das das automatisch macht. Vielen Dank dafür! 🙂

Ich habe wahrscheinlich einen etwas anderen App-Bedarf. Auf dem Mac sind für mich immernoch alternativlos: MAMP Pro, Coda + Transmit von Panic, CodeKit, Sequel Pro, Photoshop und Apple Mail. Alles andere (Browser, Office, Kommunikation etc.) könnte ich auch auf Win oder Linux nutzen. Aber nicht zuletzt läuft auf dem Mac halt alles flüssiger, zuverlässiger und einfacher und mit meist niedriger CPU-Last.

Vor allem zuverlässiger. In den vier Jahren (Werk-) täglicher Arbeit am iMac ist der mir ein einziges Mal abgestürzt. Das weiß ich sehr zu schätzen.

Ja, okay, das sind ganz andere Anforderungen. Man sagt immer, mit Linux ließe sich auch vortrefflich coden, aber darüber weiß ich zu wenig. Und ich brauche tatsächlich deutlich weniger und ganz andere Apps.

Das Air hat für VMs mit Sicherheit nicht ausreichend Wumms. Allerdings könnte es hochgerüstet mit i7, 512er SSD und 16GB RAM durchaus eine Alternative sein. Dann bist Du aber preislich auch schon bei den 15“-Auslaufmodellen der 2019er-Pros, die in diesem Fall deutlich sinnvoller sind.

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