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90: Social Media

Jürgen, du musst Social Media benutzen, du verpasst sonst alle Trends, wirst abgehängt, vergessen, für Journalisten ist das wichtig, du musst wissen, was die Menschen bewegt, Kontakt zu deinem Netzwerk halten!

Oha, na gut.

Twitter-Account entstaubt, eingeloggt.

Die Timeline diskutiert über die Farbe, die das neue iPhone haben könnte (blau), ob am 15. wirklich iPhones vorgestellt werden oder doch nur Watches oder iPads. Viele Tweets, wo Leute, denen ich folge, einfach nur wem geantwortet haben, massig Werbung dazwischen. Eine fährt eine Runde Motorrad, einer trinkt ein Glas Gin, noch einer will unbedingt ein neues E-Auto leasen, jemand ärgert sich über seine Brille.

Der Hashtag #appleevent bekommt ein eigenes Icon, einige jubeln, dass die Sache damit offiziell wird. Viele (morgen wird sicher in einigen Online-Postillen stehen: „das Netz“) ärgern sich über den Wunsch von Verkehrsminister Scheuer, auch Verbrennungsmotoren staatlich zu fördern. Neben einem Bericht der Drogenbeauftragten der CSU trendet auch die Deutsche Bank. Im ersten Tweet, den ich dazu finde, steht:

Aha.

Noch einmal die Timeline. Einer wirbt für sich selbst, ein anderer ärgert sich, dass es gar nicht 42 Corworking-Spaces in München gäbe, sondern nur 8, der Rest wären Shared Offices, Serviced Offices und Business Center. „WTF“.

Ja, in der Tat! WTF…

Jemand, an den ich mich nicht erinnere, schickt ein Bild mit Blättchen und Cannibis auf einem Tisch. Noch einer fordert, dass technische Schulden bezahlt werden müssten. Ein anderer stimmt ihm zu. Aber das wäre eh der Fall, wenn Consultants ins Spiel kämen.

Hm-mh.

Twitter wieder zu.

Joa, ich glaube, so viel habe ich vielleicht doch gar nicht verpasst und werde das auch in Zukunft nicht. Macht ihr mal! Ich bin dann solange gerne frei.

Zahnpasta-Verpackungen bei Alnatura. Noch kleinere Mengen, noch mehr Plastik. „Öko“ und „Bio“ sind doch ein Witz!

Vorsprung vor Technik (unfreiwilliger Werbe-Schnappschuss):

Bild des Tages, et Blömsche:

3 Antworten auf „90: Social Media“

Ja, Social Media ist sicherlich irgendwie wichtig (für mich nicht!), wird aber deutlich zu gewichtig dargestellt.
Es gibt sicherlich seeehr viele wichtigere Dinge.
Für Meinungs-Bildner oder besser -Manipulierer sind sie sicherlich unverzichtbar!

Diese ganze „Social Media“-Geschichte ist ein Zeitfresser mit unendlich viel heißer Luft. Mal nett gewesen, jetzt nur noch – ja was denn eigentlich? Sozialen Nutzen gibt´s kaum noch, Filterblasen sind sogar eher unsozial, alles heischt und kreischt, der lauteste und sarkastischste „gewinnt“, kaum noch eine normale Diskussion möglich, egal mit welcher „Seite“ – also eher UNsoziale Werbeplattformen über die dann in den Zeitungen und Fernsehen als „das Netz“ berichtet wird… 🙁

Was ich derzeit da sehe, dient zu einem großen Teil dem Selbstmarketing. Jeder, der von Berufs wegen irgendwas bewerben oder verkaufen möchte, tritt da sehr laut auf. Viele machen das, was sie meinen, es machen zu müssen oder immer schon gemacht haben. Menschen, die das aus Leidenschaft machen, gibt es natürlich auch noch, aber es scheint die Minderheit geworden zu sein. Von Nicky weiß ich, dass sie sich eine Leseliste aus kreativen Autoren auf Twitter zusammengestellt hat. Das kann durchaus erbauend sein. Aber selbst darauf hätte ich heute irgendwie keine Lust mehr. Na ja, und dann kann man sich natürlich noch Leselisten aus reinen Newsangeboten und gut informierten Influencern/ Lieblingsstars etc. zusammenstellen. Dazu müsste man noch mal ganz neu starten.

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