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Dinge tun

Nicky hat mich damals für ein Wochenende in Scheveningen besucht. Wir zogen über die Strandpromenade, tranken Craftbeer auf dem Pier, ließen uns den Wind um die Ohren wehen und aßen noch was in einem zugigen Burgerrestaurant. Später kamen wir an einem Laden vorbei, in dem man Axtwerfen konnte. Ja, exakt, der Laden war wie eine Dartbar, nur dass man dort mit Äxten auf eine Zielscheibe warf statt mit Pfeilen.

Sollen wir da jetzt reingehen, fragten wir uns? Ist doch bestimmt teuer und irgendwie verrückt. Ist gerade außer uns auch keiner drin. Kann das überhaupt Spaß machen, werden wir das können, was soll daran so besonders sein, wollen wir nicht lieber was Anderes…?

Am Ende gingen wir rein. Ich glaube, nicht direkt, wir mussten erst noch eine Runde drehen, um uns selbst davon zu überzeugen, dass das eine gute Idee ist. Dann haben irgendwann gesagt: why the hell not? Wir waren anfangs die einzigen im Laden, die fröhliche Kellnerin schnappte sich eine Axt und warf sie mit Wumms gegen die Wand, um uns einzuweisen. Wir wollten erst eine halbe Stunde buchen, wählten dann aber doch eine ganze. Am Ende verging die Zeit wie im Flug, es machte tierisch Spaß, und ich meine, wir hätten beide jeweils nur 2x so geworfen, dass die Axt auch wirklich stecken blieb. Ist nämlich gar nicht so einfach.

Kürzlich beim Aussortieren schickte ich Nicky ein paar Bilder von dem Wochenende. Sie antwortete: „Ich bin dir immer noch dankbar, dass du durchgesetzt hast dass wir das Axtwerfen machen“.

Von all dem, was wir an dem Wochenende in Scheveningen gemacht haben, erinnert sich Nicky also am besten noch an das Axtwerfen. Und ich habe auch gute Erinnerungen daran. Hat halt einfach Spaß gemacht.

Aber um das mal zusammenzufassen: Die Urlaube oder auch nur Ausflüge waren immer besonders, in denen ich auch aktiv etwas „gemacht“ habe. Also nicht nur geguckt, nicht nur gegessen, sondern auch etwas Neues ausprobiert, etwas mit den Händen gemacht, irgendetwas Abgefahrenes, was ich vorher noch nicht gemacht habe. Ähnlich positiv erinnere ich mich noch an das erste erfolgreiche, weil angstfreie Klettern in Singapur oder den Moment, in dem ich auf meiner Radtour durch die Schweiz damals zusammen mit den Locals in Basel mit einem Wickelfisch in den Rhein gesprungen und ein paar Kilometer weit geschwommen bin. Aktiv etwas tun und etwas dabei fühlen. Dann erst wird der Urlaub zu einem richtig guten Urlaub.

Eine Ex-Freundin von mir sagte einmal: Wenn du reist und nicht weißt, ob du ein Angebot wahrnehmen sollst, oder nicht, mach es! Es lohnt sich immer.

Zumindest damit hatte sie recht…

Die AXES Indoor Axe Throwing Bar in Scheveningen hat übrigens im Schnitt ein 5,0/5 auf Google Maps

Reiseführer: Schade dass ich nur die Zeit habe, den nebenbei zu schreiben – und ehrlich gesagt auch gar nicht viel mehr Motivation, als ein oder zwei Kapitel am Tag davon zu schreiben. Dabei macht mir das eigentlich richtig Spaß und geht mir erstaunlich leicht von der Hand.

Das muss eine dieser „Stärken“ sein, die jeder Mensch angeblich hat und von denen man immer so viel liest. Ich wusste gar nicht, dass ich überhaupt welche habe oder dachte halt immer: Reisejournalismus kann ja jeder Idiot – macht von daher auch jeder Idiot, dann verdiene ich mein Geld lieber mit ehrlicher, harter Arbeit. Wie Technikjournalismus, was mir eigentlich gar nicht so super liegt. Aber na gut, wenn ich jetzt meine Art von Reiseführer dann doch mal schreibe und veröffentliche und mir das leicht fällt, ist ja keinem damit geschadet. 💁🏻‍♂️

Nebenbei lerne ich dafür gerade, wie ich am Rechner eigene Landkarten erstelle, möglichst auch so, dass sie hinterher nicht all zu peinlich aussehen, und jetzt schließt sich der Kreis, weil bei meinem täglichen Bilderaussortieren Singapur-Bilder dran sind, von denen natürlich einige mit ins Buch sollen. Ich dürfte jetzt ungefähr halb durch sein mit allem. Bin sehr gespannt, wie das alles wird…

Daily sort-out, Singapur, November 2021, my first day:

<3

4 Antworten auf „Dinge tun“

Ich bin im Internet \o/

In der Tat erinnere ich mich am meisten ans Axtwerfen, weil es eben außerhalb der gewohnten Bahnen war.
Interessanterweise am zweitmeisten daran wie wir mitten in der Nacht, als wir zu Fuß von den Haag nach Scheveningen gelaufen sind, an einer Bahnhaltestelle Pause gemacht haben. Ich weiß nicht mehr worüber wir da gesprochen haben, aber es muss ja irgendwie außergewöhnlich gewesen sein, denn die Bahnhaltestelle an sich war es schon nicht….

Ja, die aktiven Urlaube / Erlebnisse bleiben in Erinnerung!
Ganz vorne mein reiner Wanderurlaub mit einem Freund Anfang der Neunzigerjahre durch die Highlands von Schottland: EINZIGARTIG!
Teils nur von Knäckebrot, Cheddar-Cheese und frischem köstlichen Gebirgsbach-Wasser ernährt: UNVERGESSLICH!

Do it or not, but just do it! 😉

Ich dachte immer, über Reisen schreiben ist voll super – aber ich HASSE es 😀 Vielleicht habe ich aber auch noch nicht die richtigen Reisen gemacht, als Job finde ich es jedenfalls furchtbar.

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