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Krise und Glück (Etappe 4)

Ich weiß nicht genau, woher sie kommt. Mein kaputtes Fahrrad ist es schon nicht. Aber am Abend, nachdem ich mich noch mit Nico zum Tapasessen treffe, bekomme ich die Vollkrise. Ich bin traurig wie schon lange nicht mehr und kann noch nicht mal genau sagen warum.

Und ich lote meine Optionen aus. Ein neues Fahrrad zu kaufen steht ebenso noch im Raum wie abends nach Bonn zu fahren, wo Juan und Britta gemeinsam Geburtstag feiern (dachte ich zumindest). Mein Zimmer hatte ich am Morgen schon vorsorglich um eine Nacht verlängert, was kein Problem war (außer dass ich noch ein Zimmer weiter ziehen muss, bald habe ich sie alle durch)…

Ich esse eine Falafel zu Mittag. Der Besitzer streitet sich erstaunlich scharf mit seinem Sohn, der nach Stuttgart ziehen will.

  • „Und was willst du da machen?“
  • „Arbeiten“
  • „Als was?“
  • Ich putz da Zimmer, dann hab ich mehr Freizeit. Hier muss ich nur arbeiten.

Hm.

Ich besuche ein Fahrradgeschäft in der Innenstadt. Der Besitzer bietet mir ein gebrauchtes Carbon-Rennrad für 1.800 an, das neu etwa 6.000 bis 7.000 kosten würde. „Kann man da auch Schutzbleche und einen Gepäckträger drauf montieren“, frage ich? „Klar, im Prinzip schon“.

Ich verspreche, es mir zu überlegen und verlasse den Laden, als ich einen verpassten Anruf entdecke – mit Karlsruher Nummer. Ich rufe sofort zurück.

Und tatsächlich. Mein Fahrrad ist schon fertig. Ich bin sogar in der Nähe und stürme sofort den Laden. Der Besitzer schraubt es noch zusammen, gibt mir ein paar Tipps, ist sich sicher, dass ich noch bis Sylt damit komme und verlangt dann nur 85 Euro. Yay!

Und jetzt? Bei einem Kaffee in der Eisdiele unten überlege ich kurz, aber nicht lange. Schade um die 46 Euro für das Zimmer, aber es soll weiter gehen. Ich entscheide mich für den Zug, schreibe dem Apartmentbetreiber dass er das Zimmer auch meinetwegen gerne noch mal weiter vermieten kann und schiffe mich Richtung Stuttgart, dann nach Plochingen ein. Den Rest der Strecke zum Campingplatz nach Aichelberg fahre ich Rad, um noch bisschen den Kopf frei zu kriegen.

Und holla die Waldfee, ist es hier schon bergig. Und ich wollte ernsthaft ohne Motor noch so manche Berge rauf. Freue mich plötzlich sehr über mein E-Bike.

Hier habe ich tatsächlich mal gewohnt:

Also genau hier…

Nee. Man soll nie nie sagen, aber dahin muss ich nicht zurück…

Mein zweitgrößtes Erfolgserlebnis heute: Eine Vierstelstunde kang mit meinen niederländischen Nebencampern geredet, fast alles verstanden und fast alles sagen können, was ich wollte. 😃 Gefreut haben sie sich auch.

A propos Freude: Die Freude in den Augen des italienischen Küchenpersonals, wo wir aßen, als sie Rainers und Melanies Hunde erspähten:

Nebenbei: ich glaube, ich möchte eigentlich gar nicht mehr alleine arbeiten oder alleine sterben. Ich mache sehr viel alleine, weil mich andere Menschen einfach immer irgendwie überfordert haben, wenn ich sie zu lange um mich herum hatte. Aber ich merke mittlerweile: so schlimm ist das gar nicht, und ich vermisse nette Vor-Ort-Kollegen und einen netten Menschen an meiner Seite.

Morgen dann der Plan, mich halb mit Bahn, halb mit Rad bis Füssen durchzuschlagen. Dann kann die eigentliche Tour dann bald beginnen – vor der ich mittlerweile einen Heidenrespekt habe.

Das ist übrigens Rainer neben mit. Habter mal ein Bild von einem meiner treuesten Leser 😃:

Und hier noch ein schönes Nachtbild:

Und das sollte witzig sein. ☝️ Aber ich konnte hier nicht näher ranzoomen, dann verliert es auch seinen Joke. Auto parkt halt auf dem Fahrradparkplatz…

4 Antworten auf „Krise und Glück (Etappe 4)“

Man kann die Hunde kaum erkennen, das prangere ich an!

—-
Wie cool dass die deine Fahrrad so schnell fertig bekommen haben. Ab jetzt wird alles gut!

Ich kann hier leider keine Bilder posten, sonst hätte ich gerne welche hoch geladen.
Ist ein Dalmi-Mix und ein ganzer Dalmatiner.

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