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Messiah

Wie wäre das wohl, wenn der Messias heute (noch einmal) auf den Plan träte? In der Netflix-Serie Messiah ruft da plötzlich einer in Damaskus zu Glauben und Zusammenhalt auf, just als der Islamische Staat beginnt, die Stadt zu beschießen. Ein Sandsturm biblischen Ausmaßes zieht auf und beendet den Angriff. Der Mann wird fortan als Prophet gefeiert, beginnt einen Marsch nach Israel und ist schon bald in die USA unterwegs. Ist es Isa, ist es Jesus, ist er ein Scharlatan oder gar der Antichrist?

Ich habe schon hochwertigere Serien gesehen, und viele Schwächen sind offensichtlich. Die Serie glänzt aber immer dort, wo sie die Nebencharaktere in den Fokus rückt. Verlorene Seelen wie den Priester, in dessen Kirche sich nur noch eine Handvoll Leute verirren und der nun plötzlich voller Hoffnung ist, ohne zu wissen worauf. Der toughe Grenzpolizist, der allabendlich im Alkohol die Zuflucht sucht und für den nach einem simplen Verhör des vermeintlich Auserwählten alles in Wanken gerät. Während dessen bekämpfen sich neue Jünger und Gegner, während andere den Star für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Und am Ende…

Am Ende kann man sich vorstellen, wie die Sache wohl schon vor 2.000 Jahren abgelaufen sein muss. Die eine Hälfte, die den Messias gefunden zu haben glaubt und die andere, die ihn rigoros ablehnt. Dazwischen gibt es nichts. Weil eben nichts wirklich klar ist und Glauben auch bedeutet, über das eine oder andere hinwegzusehen. Ich habe jetzt tatsächlich Lust bekommen, noch einmal das Neue Testament durchzuarbeiten – und den Koran gleich mit.

4 Antworten auf „Messiah“

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