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Nochmal studieren?

Jetzt, wo mein Kopf wieder arbeiten muss, bildet er sich plötzlich ein nachdenken zu dürfen und noch größenwahnsinnigere Pläne zu schmieden. Eine Fremdsprache meint er, jetzt schon im Kasten zu haben. Wie wäre es als nächstes mit einem ganzen Studium?

Data Science würde mich interessieren. Ist auf jeden Fall eine Fachrichtung mit Zukunft, eine Thematik, die mich interessiert, und die sich mit dem, was ich jetzt so mache, sogar kombinieren ließe. Und sie gäbe mir weitere Freiheiten, wie weltweit arbeiten zu können.

Das wirft natürlich Fragen auf:

  • Wo ließe sich das studieren?
  • Besser auf Deutsch oder auf Englisch?
  • Muss man dafür überhaupt noch an eine Universität sonstwohin oder ginge nicht gerade sowas auch rein online?
  • Wäre rein online zu studieren überhaupt erstrebenswert? Immerhin lernst du bei einem Studium auch tolle Leute kennen, profitierst vom Austausch und baust dir ein Netzwerk auf. Das würde ich nicht missen wollen.
  • Arbeit und Studium gleichzeitig: wie geht das? Und wie geht das, ohne mental dabei völlig zusammenzubrechen?
  • Habe ich da in drei Monaten auch noch Lust zu?

Alles andere – Lernaufwand, Finanzierung – stelle ich mir gar nicht mal so problematisch vor.

Was ich mir nur denke, ist: Wenn ich damit anfange, dann sollte ich den Rücken frei haben und hier alle meine Sachen in Ordnung gebracht haben.

Und außerdem sollte ich eigentlich meinen vorherigen Beruf perfektioniert haben, bevor ich einen neuen angehen kann. Das habe ich nicht. Ich sehe da noch einige Baustellen und die sollte ich vorher schließen:

  • Fotografie und Bildbearbeitung
  • Kreatives Schreiben & Literaturwissenschaft
  • Freies Sprechen und Präsentieren, auch vor Micro und Kamera
  • Interviews
  • Reisejournalismus
  • Historische Recherche
  • Expertenwissen Unterhaltungselektronik
  • Datenjournalismus

Wenn ich dann noch die Dinge obendrauf packe, die ich ohnehin schon mache und mal verbessern oder auch finalisieren sollte, dann wäre der Stundenplan fürs erste Semester schon gut gefüllt:

  • Minimieren
  • Finanzen, Papierkram und Altersvorsorge regeln
  • Niederländisch lernen
  • Ukulele spielen lernen
  • Besser mit Menschen interagieren

Okay, und dann reicht’s aber auch erstmal. Ich muss ja nebenbei noch arbeiten.

Aber ist witzig. Ist eine Menge, aber scheint mir nicht mehr völlig unrealistisch. Dass ich angefangen habe, eine Sprache zu lernen, hat den Horizont wirklich erweitert, so anstrengend das manchmal auch ist. Verrückt.

Wer von euch hat denn schonmal neben der Arbeit studiert und wie waren eure Erfahrungen damit?

11 Antworten auf „Nochmal studieren?“

Ich habe meinen Techniker 4 Jahre in der Abendschule gemacht, neben der Arbeit, hat soweit auch geklappt, aber danach habe ich allen die gefragt hatten empfohlen es Vollzeit zu machen, wenn die Finanzen es erlauben. Aus Erfahrung fehlt nach 1-2 Jahren die Fokussierung, man macht alles nur „halb“, und gute Ergebnisse auf der Arbeit und in der Schule sind dadurch schwer zu erzielen. Die Lehrer haben damals auch gesagt, dass am Ende nur ca. 1/3 des Jahrgangs übrig bleibt, ist auch ± so eingetreten.

Vier Jahre Abendschule! Das ist ganz schön lang. Respekt, dass du das durchgezogen hast! Wird es bei Vollzeit dann nicht schwierig, das zu finanzieren? Und danach müsstest du dich neu auf Arbeitssuche begeben.

Vollzeitstudium geht ja dann auch kürzer, dann geht es mit der Finanzierung etwas einfacher.
BAföG gibt es ja auch noch…

Gab es bei Bafäg nicht eine Altersgrenze? Aber, ja, Rücken frei ist wichtig. Wenn man dabei Kinder betreuen muss, wird’s wirklich schwer, schätze ich. Das wäre mein Vorteil…

Eine Freundin von mir macht ihren Master neben der Arbeit.
Während Präsenz war es besser, wie du oben schon gut beschrieben hast.
Ist schon sehr stressig und sie ist froh, wenn es rum ist, aber das ist man bei Vollzeitstudium sicherlich auch… 😉
Wichtig, dass sonst der Rücken frei gehalten ist, ist je nach Lebenssituation leicht oder schwerer möglich. Sie ist verheiratet ohne Kinder, da geht das.

Genauso ist das, an sich ist so ein Teilzeit-Ding schon anders gestaltet als Vollzeit, um eben die die Problematik auszugleichen, aber der Erfolg darin ist eine Summe von vielen Dingen, auf manche hat man Einfluss, auf andere nicht.
Aus Erfahrung ist so etwas mit Familie kaum mehr möglich.
Was den Job danach angeht, auch hier aus Erfahrung, in einem Markt wo in bestimmten Bereichen Personal fehlt, und dazu wird Data-Science zählen (wie damals bei mir der Maschinenbau), wird man als „Aufsteiger“ bzw. Quereinsteiger mit Lebenserfahrung mit „Kusshand“ genommen.

Och, ob ich mit Kusshand genommen werden muss… Man hört ja auch viel darüber, wie Unternehmen angeblich „händeringend“ Leute suchen. Fragst du dann mal genauer nach, erfährst du, dass es aber bitte einer sein soll, der nur 32.000 im Jahr verdienen darf und jeden Tag ins Büro kommen muss. Also null Flexibilität. Was eigenes wäre klasse.

Ich hatte mal vor 10 Jahren die tolle Idee, einen Doktor zu machen. Medienwissenschaften, weil… das haben wir ja irgendwie studiert um die Ecke. War bei einem Vortreffen. Hab’s dann gelassen. Nochmal studieren bzw. Doktorarbeit ist halt auch Aufwand, der unterm Strich viel Zeit und Geld kostet, aber schlimmstenfalls wenig bringt, zumindest, wenn man kein Naturwissenschaftler oder Berater ist.

An nen Doktor habe ich auch mal gedacht. 😉 Mittlerweile wäre mir das zu viel Punk und nochmal studieren würde ich wohl nur für Dinge, die man auch praktisch anwenden kann, also nicht der Karriere wegen. Gerade in unserem Metier ist ein Doktor ja nur dafür gut, ihn raushängen zu lassen. 😉

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