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Rentenversicherung skippen?

Als Selbstständiger habe ich den großen Vorteil, es mir aussuchen zu können, ob ich in die Rentenversicherung einzahle oder nicht. Ich kann also schlicht und einfach danach gehen, ob das ein guter Deal für mich ist oder nicht.

Irgendwann vor gut 10 Jahren habe ich mich einmal dafür entschieden, um überhaupt etwas als Altersvorsorge zu haben. Ob das ein guter Deal ist, konnte ich da noch nicht wirklich einschätzen. Als freier Journalist habe ich den weiteren Vorteil, in der Künstlersozialkasse versichert zu sein, die den Arbeitgeberanteil übernimmt (wie bei Angestellten), also auf meinem Rentenkonto die doppelten Beiträge eingehen. Heute habe ich das mal nachgerechnet.

Etwa 300 Euro zahle ich aktuell jeden Monat in die RV ein, was ein ganz schöner Batzen ist. Laut den jährlichen Renteninformationen bekäme ich 900 Euro im Monat raus, wenn ich in 24 Jahren in Rente gehen kann.

Würde ich jetzt anfangen, einen Sparplan anzulegen und die gleichen 300 Euro in ETFs o.ä. investieren und mit einer jährlichen Rendite von 5% kalkulieren, käme ich da nach 24 Jahren bei etwa 165.000 Euro raus (wovon immerhin fast die Hälfte Zinserträge wären = gar nicht schlecht!). Gehe ich davon aus, dass ich dann noch 20 Jahre lebe, könnte ich mir von diesen 165.000 Euro 20 Jahre lang eine monatliche Rente von 687 Euro auszahlen lassen.

Beides müsste ich versteuern, und wie es aussieht, in etwa gleich hoch. Also streng nachgerechnet, wäre die Rentenversicherung für mich der bessere Deal. Besonders dann, wenn ich noch älter würde und dann weiterhin das gleiche Geld bekäme, auch wenn ich 120 würde.

Wer sich mit dem Thema gut auskennt, darf sich hier gerne mal melden. Aber Stand jetzt würde ich die Rentenversicherung weiterlaufen lassen. Nicht als einzige Altersvorsorge natürlich. Dann würde ich ja im Armenhaus landen…

4 Antworten auf „Rentenversicherung skippen?“

Ich würde die RV jetzt auch weiterlaufen lassen aus folgenden Gründen:
– Mit 5% Zins im Schnitt zu kalkulieren, halte ich für gewagt, dafür ist mir der Finanzmarkt zu unsicher.
– Wenn es vielleicht mal zu einem nicht zu unwahrscheinlichen Finanzkollaps / Schuldenschnitt oder ähnlichem kommt, wird vermutlich die offizielle RV mit angepasst, sonst würden ja alle in der Armut versinken. Kann aber auch passieren, bei der gerade vorhandenen Politiklandschaft.
– Vielleicht entschließt Du Dich auch irgendwann mal nicht mehr selbstständig zu sein und wechselst in ein Angestelltenverhältnis, dann hast Du da schon in der RV einen soliden Grundstock.

Ich bin zwar kein Fan der RV, dafür knöpfen sie einem Zuviel ab, für das was bei rauskommt, aber Du weißt ja: “Die Rente ist sicher!”… Nur die Höhe und Anspruchsalter nicht… 😉

Danke für euer Profiwissen dazu! Vor allem bin ich erleichtert, dass ihr zum gleichen Ergebnis kommt wie ich. 😉

Aber nur so viel: Wenn ich jetzt nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen würde, hieße das meinem Verständnis nach nicht, dass ich gar nichts mehr an Rente bekäme. Ich bekäme nur weniger, deutlich weniger. Dass da irgendwann noch einmal eine Anpassung zu unseren Gunsten passiert, glaubst du ja wohl selber nicht @Rainer. 😉 Die werden das eher nochmal weiter kürzen, höher versteuern oder weiß ich was. Aber trotz allem wahrscheinlich noch die beste Anlage in diesem Falle.

Nichts mehr einzahlen geht wohl nicht. Um den Anspruch (Rentenanspruch, Erwerbsminderung, Hinterbliebenenrente) zu wahren muss ein Mindestbeitrag von (derzeit) 83,70 Euro/Monat gezahlt werden, so habe ich das „damals“ (2009) bei der Beratung vor Selbstständigkeit erzählt bekommen.

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