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Abnehmen mit Minimalismus

Es gibt ja viele Diäten da draußen. Und meistens nehmen die Leute danach wieder zu. Warum? Weil sich im Kopf nichts verändert hat und der danach versucht, den Normalzustand wiederherzustellen. Könnte sich also lohnen, im Kopf was zu verändern. Aber was?

1 Jahr schwimme ich jetzt auf der Minimalismus-Welle mit und komme gerade ans Ende. Bis auf einen kleinen Rest, der gerade drankommt, habe ich alles aber auch wirklich alles rausgeschmissen, was ich nicht mehr brauchte. Unmengen an Technikkram, Klamotten, Taschen, Möbel, Dinge, die ich doppelt und dreifach hatte. Geschätzt besitze ich jetzt nur noch 40 Prozent der Sachen wie vor einem Jahr, und nach dem endgültigen Ende dürften es so 30 Prozent sein. Fun Fact: In meiner Wohnung seht ihr gar nicht so viel davon. Die sieht jetzt einfach nur etwas aufgeräumter aus.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: In diesem Jahr habe ich 5-10 Kilo abgespeckt. Ich kann es nicht genau sagen, weil meine Waage ihren eigenen Willen hat. Neulich abends waren es noch 77kg, heute früh dann 74,5kg. Vor einem Jahr etwa 84kg, aber klar: bei derart „verlässlichen“ Werten, könnten es auch damals schon etwas weniger gewesen sein. Tatsache ist: Ich bin jetzt was leichter und schlanker. Weil ich nebenbei auch beim Arzt neulich noch erfahren habe, dass ich in Wahrheit zwei Zentimeter größer bin, als ich immer dachte (neu: 1,84 cm), kommen 74-78kg dem Idealgewicht auch so schon ziemlich nahe. Ich bin da auch zufrieden mit. Das letzte bisschen Bauchspeck versuche ich in den nächsten Wochen noch wegzutrainieren.

Aber was habe ich eigentlich gemacht?

  • Dinge wegschmeißen im großen Stil. Alles, was ich nicht mehr wirklich brauchte, kam und kommt weg. Was mir nicht mehr oder noch nie wirklich gefallen hat, aber notwendig war, wurde mit was Passenderem ersetzt.
  • Intervallfasten (16:8). Die meisten Tage des letzten Jahres habe ich nur in einem Zeitraum von 8 Stunden etwas gegessen und 16 Stunden gefastet. Das ist mittlerweile Normalzustand bei mir geworden.
  • Süßigkeiten-Diät. Ich habe mir 1 Jahr lang keine Süßigkeiten gekauft und keine gegessen. In meinem Falle eine ziemliche Entwöhnung. Wer sich das Rauchen abgewöhnt, wird es damit nicht viel leichter gehabt haben als ein Ex-Zucker-Junkie wie ich.
  • Begleitender Sport. Sofern ich nicht krank oder sonstwo in der Weltgeschichte unterwegs war, habe ich mehrmals die Woche Sport gemacht. In der Regel 2x Fitnessstudio, 2x Tischtennis, 1x Laufen.
  • Mein Mindset verändert.
  • Und, ach so: Besonders gesund habe ich ansonsten gar nicht mal gegessen.

Nun könnte man vermuten: Hätte ich nur Intervallfasten und Sport gemacht und dabei auf Süßigkeiten verzichtet, wäre ich aufs gleiche Ergebnis gekommen. Kein Minimalismus nötig.

Glaube ich aber nicht. Denn das alles hängt zusammen. Mit dem Intervallfasten startete ich ungefähr zur selben Zeit, ebenso wie mit der Süßigkeiten-Sperre. Alles irgendwie unabhängig voneinander und doch miteinander verwandt. Ich wollte plötzlich auch ein paar Kilos loswerden, was mir vorher gar nicht soo wichtig war. Gut und viel zu essen, war mir wichtiger. Und – du lieber Himmel – habe ich viel gegessen! Drei volle Mahlzeiten am Tag und dazwischen noch Kuchen, es könnte ja eine Dürre gleich vor der Tür stehen. Heute komme ich meist mit zwei Mahlzeiten am Tag aus, oft reicht eine.

Mal eben nen Container bestellen, alles rein und fertig – so einfach ist es im Übrigen auch nicht. Ihr müsst euch ja erst einmal mit jedem einzelnen Ding beschäftigen: Brauche ich es noch, möchte ich es behalten? Und an nicht wenigen Dingen hängen nicht zu knapp Erinnerungen. Ich glaube, das ist ein notwendiger Prozess. Körper und Geist verabschieden sich dann von dem Gegenstand und werfen Ballast ab. Das kostet mehr Energie als manch einer denkt, und es kann weh tun! Und die wunderbare Mülltrennung in Deutschland zwingt euch ohnehin dazu, das alles schön geordnet aufzuteilen. Also nix mit Container.

Wichtig finde ich deswegen auch zu wissen: Das alles geht nicht mal eben schnell. „Rank und schlank in 5 Wochen“ – ja, sowas habe ich auch mal mitgemacht. Und hatte die meisten Kilos schnell wieder drauf. Es ist ein Prozess, der eine Weile dauert. Vielleicht sogar Jahre. Dafür bleibt es dann ein Dauerzustand. Hoffe ich zumindest. 🙂

Denn, wie gesagt, noch bin ich nicht ganz fertig. Die letzten Sachen müssen weg, 300.000 Fotos wollen noch durchkämmt werden, meinen Papierkram, Finanzen und Altersvorsorge… möchte ich regeln (ja, auch das gehört dazu!). Und dann kann ich hier ein abschließendes Fazit ziehen. Ich werde berichten!

3 Antworten auf „Abnehmen mit Minimalismus“

Die Grundeinstellung ist wichtig, eine dauerhafte und bewusste Veränderung kann nur so was werden, das ist die größte Hürde. Und die Kraft muss man erst haben, gratuliere!

Ist immer so schön wenn einem Ärzte sagen man solle doch bitte 10-20kg abnehmen. So als könnte man das mal eben machen und dann dauerhaft leichter sein.
Deswegen kämpfen ja so viele über Jahrzehnte mit dem Übergewicht, wenn sich das Mindset nicht ändert, kommt alles wieder zurück.
Deswegen ist das ne ziemlich coole Sache das mit dem Ausmisten zu kombinieren. Das ändert dann wirklich was im Kopf und man kann dann auch die Kilos vielleicht endlich final loslassen

Wow, Hut ab, dass du so unfassbar viele Kilos runter hast. Du bist genauso groß wie ich und wiegst bedeutend weniger… ich muss auch was dran machen, wäre da nur nicht diese Disziplinsthematik.

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