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Argh

Ärgere dich

Es gibt eine sehr interessante Matrix da draußen im weltweiten Interwebz, die mir zum ersten Mal vor über zehn Jahren begegnete: was erfolgreiche Menschen anders machen als nicht erfolgreiche. Mein damaliger Kollege hatte sie inhaliert und internalisiert. Ich darf die Grafik hier leider nicht republishen, klickter hierauf, dann kommt ihr dahin. Ich kann nur einige der Punkte hier zusammenfassen:

Erfolgreiche MenschenErfolglose Menschen
Loben andereKritisieren andere
Vergeben anderenSind nachtragend
Übernehmen selbst die Verantwortung für ihr HandelnGeben anderen die Schuld an ihrer Misere
Lesen vielGucken viel TV/Serien
Führen ein Tagebuch (oder Blog 😉 )Führen kein Tagebuch oder schreiben auch sonst selten Gedanken nieder
Nehmen Veränderungen anFürchten Veränderungen
Wünschen auch anderen den ErfolgHoffen heimlich, dass andere scheitern werden

Insgesamt würde ich mich eher der linken Spalte zuordnen, ohne selbst übermäßig erfolgreich zu sein. Einiges aber fällt mir schwer, etwa, Veränderungen zu begrüßen. Was ich dafür sehr gut kann, vielleicht sogar etwas zu viel: Die Verantwortung/Schuld bei mir selbst suchen statt bei anderen.

Eine Sache, die darin jetzt nicht aufgeführt ist, die ich aber hinzufügen würde: Ärger. Erfolgreiche Menschen ärgern sich nicht lange, sondern haken Misserfolge ab, machen danach einfach weiter.

Das habe ich in dieser Woche nicht geschafft.

Sagen wir, ich hatte etwas Größeres in Angriff genommen und es ist von der anderen Seite abgeschmettert worden. Ich hätte nun viele Möglichkeiten gehabt, damit umzugehen. Mir nichts daraus zu machen, mir von dritter Seite Hilfe holen, einfach weitermachen, mir nichts dabei denken.

Stattdessen habe ich mir wohl etwas dabei gedacht, an mir selbst gezweifelt, war drauf und dran alles hinzuschmeißen, kam jetzt drei Tage lang gar nicht mehr klar, hab mich in mich zurückgezogen, mich bei anderen beschwert wie besch* alles ist. Konstruktiv war das nicht.

Erst jetzt, nach drei Tagen und immerhin einigen guten Gesprächen mit positiven Menschen darüber kann ich ein wenig abstrahieren und relativieren. Die große Sache, die ich da in Angriff genommen hatte und die nicht funktioniert hat: Bei ihr war es das erste Mal, dass ich das überhaupt versucht habe. Die Ablehnung war keine Kritik an mir oder dem, was ich da versucht habe, sondern mehr ein falscher Adressat. Was am vernünftigsten wäre und was ich auch einem Freund an der Stelle geraten hätte: sacken lassen und dann weiter machen.

Ein Tischtennis-Trainer sagte mir einst: Wenn du einen Fehler machst, hak ihn ab, denk nicht mehr dran, mach einfach weiter. Fehler passieren, sie gehören zum Sport/Leben dazu.

Und doch sehe ich so viele Spieler, die sich über Fehler aufregen. Es gehört fast ein wenig zum Spiel dazu.

Und ich glaube, das passiert dann, wenn jemand etwas nicht erreicht, von dem er meint, dass er es schon können müsste. Das aber kann gar nicht funktionieren, wenn die Erfahrung, wenn das Training/ die Routine fehlt. Und die kommt eben nur, wenn man es weiter versucht, trainiert, besser wird, in dem, was man tut. Das verlangt Zeit, Arbeit und auch Mut.

Es ist wichtig, wieder aufzustehen und weiterzumachen, nach Fehlern, nach Niederschlägen. Sich nicht lange drüber ärgern.

Und es ist nur all zu menschlich, sich trotzdem zu ärgern. Auch mal drei Tage deswegen flach zu liegen.

Und ich glaube, das ist sogar heilsam.

Also ärgere dich! Hin und wieder. Kurzzeitig.

*

Dry January (ohne es zu merken)

Der Dry January ist beliebt. Einen Monat lang keinen Alkohol trinken und statt dessen zum Beispiel ins Fitnessstudio zu gehen.

Mir ist heute erst aufgefallen, dass ich den Dry January in diesem Jahr ohne es zu merken fast durchgezogen habe. Das Jahr begann bei mir zwar mit einer feuchtfröhlichen Silvesterparty, die bis weit nach Mitternacht ging. Aber danach habe ich, zumindest wenn ich nichts vergessen habe, eigentlich nur noch 1 Bier getrunken. Nach unserem ersten Rückrundenspiel stand da auf einmal eine Kiste Mühlenkölsch. Und irgendwann schnappte ich mir auch eine Flasche, bei der ich es dann aber beließ. Und wenn ich nichts vergessen habe, war das der einzige Alkohol, den ich im Januar getrunken hatte. Ohnehin war ich die meiste Zeit mit Sport, Lesen und Arbeiten beschäftigt.

Wenn man gar nicht merkt, dass man etwas macht, geht es natürlich am einfachsten.

*

Bücher

Ich hab das letzte Buch in meinem Bestand erfolgreich wegminimiert. Also endlich die Freiheit, nur noch das zu lesen, was ich auch wirklich möchte. Ich fang mal hiermit an, jetzt doch erstmal als E-Book…

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