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(Auf) sich selbst achten

Die letzten Wochen waren immens anstrengend. Wir arbeiten an der kompletten Neuorganisation auf der Arbeit, die vornehmlich ich in Angriff nehme. Nebenbei ist dann natürlich noch das Tagesgeschäft fällig. Und dann schreibe ich ja noch mein Buch, lerne weiter die Fremdsprache, musiziere, minimiere, plane meine Weltreise weiter – und vieles mehr. Heute habe ich gemerkt: So geht es nicht weiter.

Mein Nacken ist ein guter Indikator dafür. Wenn der verzogen ist, und das ist er gerade, ist das meist ein Zeichen dafür, dass ich mir zu viel aufgeladen habe, zu viel Tischtennis gespielt oder zu viel Tischtennis gespielt, um den Stress auszugleichen, den ich mir aufgeladen habe (es gibt kein besseres Mittel dafür, aber auch das hat anscheinend seinen Preis).

Heute Nachmittag habe ich dann die Reißleine gezogen, bevor es noch schlimmer wird. Nein, ich habe nicht alles drangegeben, den Job gekündigt oder bin spontan in Urlaub gefahren. Ich habe gemerkt, dass ich weniger machen muss, dass ich auch bei der Reorganisation mehr auf die Schultern des Teams verteilen muss – ohne dass ihr Arbeitsaufwand am Ende steigt. Jaja, das geht. 😉

Ich hab das TT-Training für heute abgesagt, habe beschlossen, dass die Reorganisation jetzt langsam durchdacht genug ist und in Kürze auf das Team losgelassen werden kann. Habe entschieden, dass mein aktueller Text auch noch morgen fertig werden kann. Und dann habe ich mich einfach mal eine Viertelstunde auf die Couch gelegt. Da sie in meinem offiziellen Arbeitszimmer steht, ist sie immerhin auch Arbeitsgerät (hey, ich hab nen „kreativen“ Beruf).

Der Witz ist, dass ich danach doch noch ein paar Stunden weiter an meinem Artikel gearbeitet habe, was sich aber plötzlich ganz leicht und nicht mehr nach Arbeit angefühlt hat.

Auf mich selbst achten, ist etwas, was ich leider zu selten tue. Ich fletsche lieber die Zähne, arbeite bis zum Umfallen und beiße fünf Wochen lang um mich, bis sich das Chaos langsam legt. Auch nicht ideal. Zeit, mal damit aufzuhören.

Ich weiß gar nicht mehr, wann und warum das eigentlich angefangen hat, aber seit ich das in diesem Blogpost neulich mal für mich selbst runtergeschrieben habe, ist nichts mehr so, wie es mal war.

Und das ist gut so.

Wir haben gerade Hochsommer, ich bin Single, hetero, sehr viele, sehr schöne, sehr leicht bekleidete Frauen fahren, gehen, laufen täglich an mir vorbei – und es interessiert mich: null.

Und nein, ich bin nicht über Nacht asexuell geworden oder tue das nur aus Trotz, aus selbstauferlegter Selbstkasteiung oder weil ich das Thema aufgegeben hätte, in diesem Leben irgendwie noch mit irgendjemandem glücklich zu werden.

Es darf passieren, es kann passieren, es soll aber dann natürlich passieren und nicht irgendwie forciert. Ich habe vor einiger Zeit mal einen Flirtratgeber gelesen, weil ich dachte, dass ich das müsste. Der sagte zum einen, dass du im Grunde die ganze Zeit mit jedem flirten sollst, wenn du das Thema ernst nimmst. Und dass du zum anderen lächeln solltest, möglichst oft und viel, weil du damit Ausstrahlung hast und die meisten Männer in Gegenwart von Frauen versuchen cool zu sein, was eher abschreckend wirkt.

Den Tipp finde ich gar nicht so schlecht, aber ganz ehrlich: Ich finde es nicht natürlich, zu lacheln/lächeln, wenn mir gar nicht danach ist. Geschweige denn, mit jedem einen Smalltalk zu halten, um im Training zu bleiben. Dann lieber Situationen schaffen, in denen ich mich wohl fühle und automatisch lächle.

Heute habe ich mir mal den Spaß erlaubt, bei meinem Abendspaziergang in Hörweite ranzugehen, wenn ich eine schöne Frau entdeckt habe, die sich entweder gerade mit Freunden unterhielt oder sich offensichtlich gerade bei einem Date befand. Und heiliger Strohsack, habe ich da viel dummes Zeug gehört. Bei dem einem Date, das geschätzt offenbar das erste oder zweite war, salbaderte in einer Tour die Frau, und der Tüppes saß, sie anhimmelnd, schweigend daneben und lächelte sie unsicher an. Vor gar nicht all zu langer Zeit hätte ich wahrscheinlich noch selbst so ausgesehen. Gut, dass das vorbei ist.

Es gab Frauen, mit denen ich mich bis zu einem gewissen Grad gut unterhalten konnte, bevor dann doch wieder irgendwas seltsam wurde wie: „ach übrigens, ich hab nen Typen, aber wir können ja trotzdem…“. Es gab Frauen, die nett waren, aber wo die berühmte gemeinsame Wellenlänge einfach nicht da war. Und es gab jemanden, mit dem es eigentlich sogar einen Schritt weiter hätte gehen können, wenn nicht am Ende doch die Unterschiede größer gewesen wären, als man sich eingestanden hatte. Ich finde es nach wie vor schade, aber so ist das halt wohl. 🙁

Und jetzt? Ist eigentlich mein einziges Problem, dass ich noch nicht so richtig weiß, worauf ich jetzt eigentlich hinarbeiten soll, wenn nicht auf ein Leben in Zweisamkeit – was immer mein Ziel war. Die Arbeit ist es nicht, s.o., und dafür bin ich auch zu wenig Karrierist. Die Idee mit der Weltreise ist auch mehr aus dem Gedanken geboren, dass ich ja sonst nichts zu tun habe, als dass sie einer großen Leidenschaft entsprungen wäre. Und auf meinen Traumberuf Buchautor arbeite ich ja mittlerweile schon hin.

Sonst? Keine Ahnung…

Buch: Kein weiteres Kapitel heute, mal einen Tag Pause. Hab die Idee aufgegeben, das noch vor meinem Urlaub zu veröffentlichen. Das wird nicht mehr klappen, wenn es gut werden soll. Damit verpasse ich dann leider auch die Urlaubssaison 2022 endgültig, und keiner weiß, was 2023 von der Welt noch übrig sein wird… Na ja, das Ziel war es ohnehin eigentlich nur, 2022 mein erstes Buch zu veröffentlichen. Das bleibt auch weiterhin das Ziel.

King of Stonks (Netflix): Soll wohl so eine Art Satire auf den Wirecard-Skandal sein. Die Kritiken reichen von Totalverriss (Wunschliste.tv) bis: ist goil (DWDL, Süddeutsche, Zeit)! Nach einer 3/4-Folge weiß ich selbst nicht so recht. Ich mag den Stil der Showrunner, mochte ihn auch schon bei How to Sell Drugs Online Fast. Aber ich verstehe irgendwie nichts (ganze schlechte Mikrofonqualität) und es kommt mir irgendwie zu platt daher. Was davon ist neu, was ist originell? Bisschen werde ich aber noch weiterschauen.

Alte Playlist wieder entdeckt. Besteht aus Songs, die ich 1x kurz gehört und dann für so gut befunden habe, dass sie direkt auf einer Playlist landen könnten. Kruder Mix und ich feiere das gerade hart ab, denn die Idee ist voll aufgegangen:

Daily sort-out: Niederländisch-Kinderbuch 5 Seiten weiter gelesen. Mehr war heute einfach nicht drin…

Und jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich nicht mehr genau weiß, ob ich das aussortieren soll, weil zu peinlich und auch keine wirklich positiven Erinnerungen. Oder behalten nach dem Motto: „Seht ihr, der hat in der Schule aber mal so gar nichts getaugt, und aus ihm trotzdem noch X geworden. In diesem Land kann es jeder, aber auch wirklich: JEDER zu etwas bringen.“

Was meint ihr?!

2 Antworten auf „(Auf) sich selbst achten“

Also Abi-Zeugnis mal behalten, den Rest brauchst du sicherlich nicht mehr.
Und zum Thema Partnerschaft:
Erzwingen kann man das sowieso nicht. Flirten oder einfach sympathisch lächelnd durch die Gegend ziehen, macht vieles einfacher, natürlich auch ein erstes Kennenlernen.
Tips kann ich dir auch keine geben, bin ja auch schon über 25 Jahre verheiratet…. damals im Sport kennengelernt, ein paar Jahre noch gedauert (war da noch in anderer Beziehung), und dann war es halt soweit. 😉
Einfach das Schiksal nehmen wie es ist, ist ja irgendwie doch vorherbestimmt!

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