Kategorien
Right

Dazugehören

Ich wohne seit 20 Jahren im Rheinland, und wenn ich es genau nehme, habe ich seit 20 Jahren das Gefühl, nicht wirklich dazu zu gehören. Ich bin geduldet, toleriert, aber richtig „drin“ in den Kreisen bin ich nicht und war ich noch nie. Da ist und bleibt etwas, was mich von den Rheinländern nicht nur unterscheidet, sondern distanziert.

Das gilt nicht für alle Lebensbereiche. Und, versteht mich nicht falsch: Ich liebe die Rheinländer, ihre freundliche, manchmal auch schnodderige Art. Und es gibt definitiv schlechtere Orte auf der Welt, um nicht dazu zu gehören. Hier reden die Leute trotzdem mit einem und trinken ein Kölsch mit dir. Aber wenn ich mal genau schaue, sind fast alle Freundschaften, die ich hier habe, mit Menschen, die ebenfalls zugezogen oder zumindest keine Kinder „echter“ Rheinländer sind.

Das Gefühl, irgendwo gut hinzupassen, hatte ich die letzte Woche in Berlin im Gleimviertel, wo ich für eine Woche mit Britta die Wohnungen getauscht habe. Kann nicht genau sagen wieso, aber irgendwie habe ich mich da wohl gefühlt, irgendwie gedacht, dass ich da ziemlich gut reinpasse, und auch von den anderen das Gefühl gehabt, dass sie mich als einen von ihnen akzepzieren.

Kennt ihr dieses Gefühl auch? Passt ihr irgendwo rein?

Fynn Kliemann hat die Schlacht gegen das ZDF Magazin Royale wohl verloren. Wenn man in Zeiten großer Knappheit, 2020, ankündigt, Masken nur in Serbien und Portugal herzustellen, um sie schnell unter das Volk zu bringen, ohne sich daran zu bereichern, und dann am Ende doch an Maskendeals aus Bangladesch und Vietnam beteiligt ist, wo wohl ein Millionenprofit raus sprang. Dann ist das nicht cool und muss aufgedeckt werden.

Was ich mich dann aber frage, ist, warum das ZDF Magazin Royale dann die ganze Person Fynn Kliemann und alles, was er macht, durch den Kakao zieht. Hätte man es nicht bei dem kritikwürdigen Deal belassen können? Wieso muss man so persönlich werden?

Auf dem Bonner Barcamp 2022 gewesen und an einem Random Porträt-Workshop teilgenommen. Ziehe nach wie vor meinen Hut vor meiner Foto-Partnerin für dieses tolle Porträt von mir!

Ich selbst habe „nur“ ein brauchbares Foto von einem Performance-Künstler gemacht. Weiß gerade gar nicht mehr, wie der hieß, aber das finde ich raus. Er meinte, er wäre wohl ziemlich beliebt. 🙂 Dufter Kerl auf jeden Fall!

Daily sort-out. Auch wenn es schöne Erinnerungen sind, ich kann Singapur langsam nicht mehr sehen. 🙂

3 Antworten auf „Dazugehören“

Zum Thema „dazugehören“: Falls es dir hilft, ich wohne seit gut 40 Jahren im Rheinland, bin hier aufgewachsen. Trotzdem habe ich den Reiz an Karneval nie verstanden. Selbst als Kleinkind fand ich das schon befremdlich. Manchmal denke ich, ich bin im Herzen eher ein Nordlicht. Ich gehe auch nicht häufig in Bars oder an Orte, an denen man die von dir so hübsch genannte „schnodderige Art“ positiv bemerken würde. Okay, im Büro gibt’s Leute, mit denen kann ich herumwitzeln und da merkt man es ein wenig. Aber sonst… ich schau ihnen aber gerne zu, den Rheinländern, wie sie schunkeln und miteinander umgehen, als würden sie sich ewig kennen. Mich freut es. So lange ich nicht mitmachen muss!

Ja, das hilft mir, danke! 🙂 Ich bin „als Nordlicht“ lustigerweise mit Karneval aufgewachsen, wenn auch mit einer etwas anderen Art. Und etwas sonderbar finde ich die Regeln des rheinischen Karnevals dann auch. Oder diese sozialen Kreise, die die Rheinländer dann doch haben. Motto: Ich rede natürlich mit dir und wir können gerne mal ein paar Bier zusammen trinken, aber am Wochenende treffe ich wie immer meine Jungs, und da bist du dann nicht dabei.

Frage an dich: Sind denn deine Eltern aus dem Rheinland? Ich kenne einige, die hier aufgewachsen sind, dann aber doch andere Wurzeln haben, und das merkt man meist. Und klar, dann gibt es immer Menschen, die einfach anders sind als die Stereotypen der Gegend. Aber das muss ja auch nicht schlecht sein.

Lustig, dass du nach meinen Eltern fragst. Die kommen nämlich wirklich beide nicht von hier. Aber immer, wenn ich das Argument anbringe, ich hätte nunmal von keine Karnevals-Gene von ihnen geerbt, lachen sie mich aus. Denn beide sind mehr oder weniger okay mit Karneval bzw. sogar recht aktiv darin. Insgeheim glaube ich aber, dass mir da wirklich etwas von ihnen fehlt. Und da du jetzt genau danach gefragt hast, muss da doch was dran sein!

Das mit den Kreisen habe ich bislang so noch nicht wahrgenommen. Ich habe mich auch nie in solchen „Communities“ bewegt. Ich hatte immer ein paar Freunde und mit denen habe ich rumgehangen. Wobei, Moment, vielleicht waren das genau diese Kreise, das kann natürlich sein und ich erkenne es aus der Innenansicht einfach nicht. Seit es keine Parties mehr gibt, auf denen man herum hängt, und auch sonst keine „Menschenansammlungen“, hat sich das glaube ich sowieso ziemlich geändert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.