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Forgive thyself

Nicht nur Esoteriker, auch Psychologen raten zu Selbstmitgefühl – ein Wort, das man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss. Sich etwa eingestehen, dass man es unter bestimmten Umständen schwer hatte – und dann loszulassen, ohne dabei in Selbstmitleid zu verfallen. Aber auch zu Selbstvergebung. Wenn es euch wie mir geht, wird euch das verdammt schwer fallen.

Ich versuche eigentlich seit jeher, ein friedliches Leben zu führen, niemanden zu übervorteilen, niemandem zu nahe zu treten, keine Streits vom Zaun zu brechen, Konflikten, wenn möglich auszuweichen, oder sie zumindest zu deeskalieren. Klappt natürlich nicht immer. Und so werde ich wissentlich oder unwissentlichen einigen Leuten sehr weg getan haben.

Leid tut es mir dann, wenn diejenigen es eigentlich nicht verdient haben. Hundsgemeine Sachen habe ich gemacht, aus einer eigenen Schwäche heraus, aus falsch verstandenem Ärger oder – das tut mir besonders leid, weil es so unlogisch ist – aus Rache dafür, wenn mir eine andere Person etwas angetan hat. Die Natur hat es leider so eingerichtet, dass wir unseren Frust meist an denjenigen auslassen, denen wir etwas bedeuten. Weil wir den Anderen einfach egal sind.

Das habe ich mehrere Male getan und dafür etwa könnte ich mir jetzt vergeben. Tue ich auch mal, denn es tut mir wirklich Leid, aber ich kann es nicht mehr ändern, und es belastet mich, mich heute dafür noch schuldig zu fühlen.

Vergeben kann ich mir aber auch dafür, falsche Entscheidungen getroffen zu haben. Damals, in der Schule… Warum habe ich da bloß, ich hätte doch nur… Nein, ging halt nicht anders. Ich hatte nicht das Wissen, die Fähigkeiten oder den Verstand von heute. Ich hätte nicht anders handeln können. Auch dafür möchte ich mir heute vergeben.

Klingt komisch, aber ich glaube, es hilft dabei, sich zu befreien. Was für euch? Wenn ihr nichts zu vergeben habt: auch gut. Glaube ich euch aber nicht. 🙂

Ein langer Arbeitstag, noch dazu mit Umsatzsteuer-Voranmeldung. Tatsächlich erfolgreich überlebt und danach zur Belohnung (?) zu Ikea gefahren, 150 (!) Euro für einen Matratzenschoner und vier Bilderrahmen bezahlt. Minimieren kann echt teuer sein…

Ich komme mit dem Buch nicht weiter. Wer hätte gedacht, dass das sooo viel Aufwand sein könnte…

Schnappschuss: Bonn auf dem Kreuzberg:

Daily sort-out: Angefangen, noch einmal „Der kleine Prinz“ zu lesen. Das kam da einfach im Bücherregal zum Vorschein. Bin gespannt, ob das gut gealtert ist. Der Anfang ist schonmal schräg. Ansonsten heute mal nichts weggeschafft, nur neue Dinge gekauft (s.o.).

Habe ich aber keine Probleme mit, mir dafür zu vergeben…

2 Antworten auf „Forgive thyself“

Ich bin grundsätzlich mit mir im Reinen.
Klar, war sicherlich nicht alles gut und richtig, aber deswegen in Schuld und Sühne leben? Nö! Vorbei ist vorbei, kein Selbstmitgefühl nötig.
Keine Ahnung, ob das die richtige Einstellung (im sozialen, gesellschaftlichen Kontext) ist, ich lebe damit aber gut und unbeschwert!

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