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Urlaubsfeeling in den Alltag rüberretten

Klar, das klappt sowieso am Ende nicht. Ganz einfach deswegen, weil einem im Alltag die viele Erholungszeit fehlt, die man im Urlaub hat.

Aber wer hat nicht im Urlaub – frei von allen Sorgen – schon einmal Pläne geschmiedet, wie er (oder sie) künftig alles anders machen würde? Spätestens drei Wochen später stellt man dann resigniert fest: Hat nicht funktioniert, der stressige Alltag lässt schlicht zu wenig Freiräume zu. Am Ende bleibt alles mehr oder weniger beim Alten, nur von der schönen Erinnerung kann man noch zehren.

Bei mir wird’s natürlich so ähnlich laufen. Aber irgendwo zwischen dem saftigen Grün an den Weinbergen der Mosel und dem Bildschirm meines Laptops heute nach dem ersten Arbeitstag dachte ich mir: das muss doch irgendwie anders laufen können. Nur wie?

Ein paar Dinge, die ich mir vorgenommen habe:

  • Nur noch morgens Nachrichten hören. Abends vor dem Schlafengehen lieber abschalten und den Freiraum nutzen, um über den Tag nachzudenken, die Gedanken sacken zu lassen.
  • Kuchen backen lernen. 🤷🏻‍♂️
  • Den Mut haben, auf der Arbeit Unwichtiges zu vertagen oder wegzulassen.

Und mehr auch erst einmal nicht; mehr wäre zu viel. Warum jetzt gerade das?

  • Ich hab im Urlaub keinerlei Nachrichten gehört und scheine nichts verpasst zu haben. Einige Nachrichtenmagazine, die sich zu wichtig nehmen schießen gegen andere Nachrichtenmagazine, die sich zu wichtig nehmen – habe ich heute beim Nach-Lesen einiger Newsletter erfahren. Die Fußballergebnisse habe ich hinterher mitbekommen, das war früh genug. Über den Tod von Prigoschin habe ich von einer Nebencamperin am Tag danach erfahren. Ich war überrascht – und wann ist man das von News schon wirklich mal? Dass es von Donald Trump nun ein ikonisches Polizeifoto gibt, ist witzig, aber gehört für mich außerhalb des Wahlkampfs ins Reich des Boulevards. Sagt mir, wenn ich sonst noch etwas verpasst habe in der einen Woche, aber mir scheint, da war sonst nichts. Und was ist letztlich wirklich wichtig?
  • Die Idee mit dem Kuchen kam mir gestern beim zweiten Kaffee, den ich mir vor dem Rüngsdorfer Freibad gegönnt habe. Der war saftig, der war schokoladig, der war perfekt. Wie geht das? Das muss doch zu lernen sein. Keine Süßigkeiten mehr kaufen, nur noch selbst backen, bis ich zum Kuchenheld geworden bin. Ist wahrscheinlich sogar auch etwas gesünder.
  • Auf der Arbeit Fokus auf das Wichtigste geht jetzt sowieso erstmal gar nicht anders. Ich bekam heute ein Testgerät, für das ich nur zwei Tage Zeit habe. Da muss ich alles Andere weglassen.

Was ich gestern schon getan habe: alles ausgepackt, saubergemacht, meine Campingausrüstung nachgebessert (wärmeren Schlafsack und Ladeplug bestellt, der vier Geräte schnell gleichzeitig laden kann), die Adresse des Winzers von der Weinprobe aus Traben-Trarbach gespeichert (aber erstmal dort noch nicht bestellt, ein paar Wochen ohne Alkohol wären nämlich mal ganz gesund).

Wie ich das anstellen will, die drei Dinge zu erreichen:

  • Keine Nachrichten hören, sollte einfach sein: einfach beim Zähneputzen abends Musik hören oder sogar gar nichts: die Gedanken kreisen lassen. Hat gestern und heute immerhin schon einmal funktioniert.
  • Bei Leerlauf während des Tages lieber nach Kuchenrezepten googeln, als auf Spiegel Online oder Instagram rumzudaddeln. Hat heute leider noch nicht funktioniert, mir fehlte sowohl für das eine wie auch das andere die Zeit.
  • Mal gucken, wie das geht mit dem Fokussieren auf der Arbeit. Hab es für den ersten Tag mal versucht, indem ich mir gestern und heute schon einen Plan jeweils für den nächsten Tag mit drei To-Dos gemacht habe. Alle Andere versuche ich wegzulassen. Es klappte recht gut, aber jeder einzelne Task dauerte viel länger als geplant. Vor allem das Nach-Lesen von 150 Mails (hauptsächlich Newsletter) und mehreren hundert Feedmeldungen.

Natürlich zu früh, um jetzt schon ein Fazit zu ziehen, aber ich glaube: mit zwei bis drei Vorhaben könnte das halbwegs funktionieren. Um das auf eine Formel runterzubrechen:

Die Veränderung sollte eine Reduktion oder ein Ersatz für etwas sein, dann kann es funktionieren. Wenn die Idee ist, etwas zusätzlich zu machen, dann wird es wahrscheinlich eher schief gehen.

Ich werde berichten, wie das läuft.

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