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„Nutzen Sie die AOL-Suche?“

Gestern befragte mich Kantar zu meinem Medienkonsum. Immerhin: Sie kannten Instagram und fanden es offensichtlich seltsam, dass ich weder Facebook noch Twitter (noch) benutze. Die Frage, auf welchem Gerät ich Radio höre oder fernsehe kam gar nicht erst. Dafür die Frage, welche Suchmaschinen ich benutze. „Google?“ Klar. „Bing?“ Nope. „Yahoo?“ Gibt’s die noch? „AOL-Suche?“ AOL-was?

Tatsache, sie haben mich gefragt, ob ich die AOL-Suche benutzen würde. Klar, man lebt in seiner eigenen Filterblase, aber ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass es AOL überhaupt noch gibt, geschweige denn, dass die eine eigene Suchmaschine haben sollen.

Aus Spaß also tatsächlich noch einmal AOL.de eingetippt. Nach 10 Sekunden erscheint eine Nachrichtenseite. Xavier Naidoo bei DSDS rausgeflogen, Tom Hanks hat sich Corona eingefangen. Gott sei Dank. Eine Suche gibt es tatsächlich:

Drückt ihr auf Enter, erscheint auch eine Suchergebnisseite und ganz unten der Hinweis „Powered by Bing“. Ich habe nie ganz verstanden, wer so etwas wie einen Online-Dienst überhaupt gebraucht hat. Dasselbe mit T-Online. Irgendeine der 30 AOL-CDs, die ich bis dahin mal angesammelt hatte, gab mir ca. anno 2000 mal einen kostenlosen Monat ohne Fallstricke. Das war das erste und einzige mal, dass ich wissentlich etwas mit AOL zu tun hatte.

Schaut man sich die Historie an, war mit AOL zuletzt einiges los. Vor rund 10 Jahren kaufte AOL bekannte Online-Postillen wie Huffington Post, Engadget und Techcrunch. Später wurde AOL selbst von Verizon übernommen, das die Marke mit Yahoo zusammen zur neuen Marke Oath verschmolz. Auch Yahoo gibt es noch, sieht so ähnlich aus, ebenfalls powered by Bing, beide Seiten haben ein deutsches News-Angebot, vermutlich aus derselben Redaktion.

Aber ganz ehrlich: Wer nutzt denn sowas noch? News und Mail gibt es überall im Netz, Google ist seit 20 Jahren die beste Suchmaschine, wer Google nicht mag, mag auch Microsoft nicht und geht bestenfalls zu DuckDuckGo. Gibt es tatsächlich noch Millionen von Nutzern, die an ihren uralten Gewohnheiten hängen und Konzerne, die davon noch leben können?

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Tech

Deepin Linux im Video

Der Testbericht kommt voraussichtlich am Wochenende aufs Trendblog. Hier schon einmal das kurze Übersichtsvideo. Deepin kommt in meinen Augen nicht ganz an macOS heran, dafür ist es doch an noch zu vielen Stellen zu unrund. Es schlägt aber Windows 10. 🙂

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Möh

Bananenrepublik

Seit Freitag bin ich etwas krank, fühle mich schlapp, hab Kratzen im Hals, huste auch leicht. Normale Erkältung oder was ganz was Anderes? Meine Freundin, aus Singapur, meinte sogleich: „Geh zum Arzt! Du musst das checken lassen! Du könntest sonst weitere Leute anstecken.“

Ganz so abwegig ist der Gedanke ja nicht. Vor drei Wochen noch in Norditalien gewesen, Symptome, die durchaus in die Richtung Corona gehen, das außerdem weitgehend symptomarm verlaufen kann.

Meine Antwort trotzdem: „So einfach ist das hier nicht. Erst einmal ist Freitagnachmittag, da hat kein Arzt mehr auf. Du kannst dich höchstens in die überfüllte Notaufnahme setzen und dann andere Leute anstecken. Außerdem wollen die gar nicht, dass du zu einem Arzt gehst und dann weitere Leute ansteckst. Du sollst zuhause bleiben und dich bei den Behörden melden.“

Bei den Behörden melden ist so eine Sache, wie auch ein Erfahrungsbericht auf Jetzt.de sehr schön beschreibt. Es ist nämlich keiner zuständig für dich. Die, die es kümmert, sind hoffnungslos überlastet. Kaum einer mit Symptomen wird wirklich getestet, das kann das System gar nicht leisten. Das Virus verbreitet sich also munter weiter, die Zahlen können überhaupt nicht akkurat erfasst werden. Aber ein karrieregeiler Gesundheitsminister kann sich hinstellen und sagen, wir hätten das alles im Griff.

Wann haben wir dieses Gesundheitssystem eigentlich aufgegeben und warum? Es war mal nicht schlecht. Heute ist es ein zerfahrener Mist. Keiner ist für dich zuständig, Ärzte sind die meiste Zeit mit Schreibarbeit beschäftigt, wichtige Medikamente zahlen die Kassen nicht, auf einen Facharzttermin wartest du Monate. Das ist nicht alles Spahns Schuld, das haben größtenteils seine Vorgänger verbrochen. Etwas daran ändern will die Regierung aber offenbar auch nicht.

Wie das in Singapur läuft? Verdachtsfälle können eine Nummer anrufen, bei der rund um die Uhr jemand drangeht und sich kümmert. Sie können dann entweder selbst zum Arzt gehen, wo sie mit Mundschutz ausgestattet und isoliert werden, oder jemand zu sich nach Hause holen, der einen Test durchführt. Verdachtsfälle kommen kostenfrei ins Krankenhaus und werden mit bis zu 100 Singapur-Dollar (etwa 66 Euro) pro Tag entschädigt.

Ja, Singapur ist kleiner, hat weniger Einwohner, wird autoritär und zentral regiert. Dinge funktionieren dort. Ich will nicht sagen, dass wir hier eine autoritäre Regierung brauchen, aber der Föderalismus darf doch bitte keine Ausrede dafür sein, dass manche Dinge hier so dermaßen schlecht funktionieren. Was, wenn sich mal ein wirklich gefährliches Virus auf den Weg macht?

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Möh

Wenn ich noch einmal irgendwo vom „neuartigen“ Corona-Virus lese, raste ich aus!

Ja, diese Form des Virus‘ ist verhältnismäßig neuartig. Es gibt aber kaum noch 1 Menschen auf dieser ganzen Welt, der bis zum heutigen Tage nichts davon gehört hat. Kommt eine neue Form von Grippe-Virus, sagen auch alle nur „Grippe“. Die Medien wollen wohl nur irgendwie gelehrter klingen, indem sie ein „neuartig“ davor setzen. Sagt doch einfach: „das Corona-Virus“, oder „SARS CoV-2“, wenn ihr als schlau gelten wollt. Und fertig. Bitte!

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Yeah

Paar Kopfhörer und noch ein Auto dazu

Unabhängig davon, dass es meine Arbeit ist und ich hier gerade über ein Projekt meines Hauptauftraggebers schreibe, bin ich gerade mal richtig stolz auf meine Kollegen. Sie haben es angeleiert, dass ihr künftig in Euronics-Geschäften neben Fernsehern, Küchengeräten und Smartphones auch Elektroautos kaufen könnt. Ja, richtige Elektroautos. Den chinesischen Elektro-SUV Aiways U5.

Aiways U5

This is funny on so many levels: Mitten im Hoheitsgebiet von Daimler und Porsche verkauft Euronics also bald Autos, noch dazu eben nicht gute deutsche Wertarbeit von Daimler und Porsche (die bei dem Thema ja auch etwas hinterherhinken), sondern von einem chinesischen Anbieter. Ich stelle mir gerade einen 50-jährigen schwäbischen Fabrikarbeiter vor, der (wie gefühlt 2/3 der Leute da unten) beim Daimler schafft, morgens die „Eßlinger Zeitung“ aufschlägt und dann was davon liest, dass die Chinesen jetzt da sind. Dass man sich damit nicht nur Freunde macht, dürfte klar sein.

Zur Strafe funkt auch erst einmal Corona dazwischen (aber wo tut Corona das gerade nicht). Los geht’s mit dem Verkauf deswegen erst ein paar Monate später als geplant. Trotzdem voraussichtlich noch in diesem Jahr. Ich bin sehr gespannt!

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Allgemein

Mit dem Fahrrad zum Flughafen

Neulich beim Spazierengehen gesehen:

Mit dem Fahrrad zum Flughafen? Darauf muss man erstmal kommen…

Klar, CO2 sparen, wo immer es geht. Ich stelle mir nur gerade vor, du fliegst zwei Wochen in die Domrep, hinterlässt mit allem einen gigantischen ökologischen Fußabdruck, aber sparst immerhin 0,1% ein, wenn du nicht den blöden Flufhafenbus nimmst, sondern mit dem Fahrrad zum Flieger fährst. Wie auch immer du dann deinen Koffer transportierst…

Die viel wichtigere Frage ohnehin: Geht das überhaupt? Google Maps sagt ja:

Man käme ungefähr da raus, wo der Flughafenbus hält. Gibt es da einen Fahrradständer, vielleicht sogar einen überdachten für das Ökohipster-Lastrad oder Muttis E-Bike? Ich habe ehrlich gesagt nie drauf geachtet.

Der Flughafen Köln-Bonn gibt sich sehr fahrradfreundlich, sieht sich aber mehr als Destination für Ausflügler:

Das war’s dann aber auch schon an Infos. Nix zu Fahrradständern. Hast du einen Roller, kannst du ihn zu den gleichen Mondpreisen im Parkhaus abstellen.

Nicht unbedingt sinnvoll (außer vielleicht wenn ihr nur leichtes Gepäck für den Wochenendausflug dabei habt), sehr weite Anreise, ungewisse Parksituation. Ihr ahnt es bereits: Ich werde das ausprobieren wollen. Mal sehen, ob am Wochenende schönes Wetter ist…

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Möh

Sorry, mir war nach Lila.

Konnte kein Grün mehr sehen.

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Hm

Purpose

Du brauchst nen Purpose (alt-deutsch: Bestimmung oder Berufung) im Leben, sagen die Influencer. Brauchst du nicht, sagt Ralf Senftleben aktuell im „Zeit zu Leben“-Newsletter. Den Newsletter habe ich vor Ewigkeiten mal abonniert und nie abbestellt, auch wenn er mittlerweile zu einer grenzwertigen Verkaufsveranstaltung verkommen ist. Hin und wieder erinnern sie sich aber mal daran, was sie mal waren und worum es in dem Letter eigentlich ging. Heute also, direkt von der Leber weg die Einleitung:

„Liebe Leserin, lieber Leser,

du brauchst keine Vision.

Du brauchst auch keine Berufung.

Ziele brauchst du eigentlich auch nicht, obwohl Ziele manchmal schon nützlich sind, um deine Energie auf einen Punkt zu fokussieren.

Damit du Orientierung und Richtung im Leben bekommst, brauchst du nur eine Sache:

Du brauchst eine klare Idee davon, wer du bist und was dir wichtig ist im Leben. Dann ergeben sich die nächsten Schritte automatisch.“

Hells yeah! Geht doch!

Wobei ich mir manchmal schon denke, dass so eine Bestimmung ganz nett wäre. Viel können, aber gar nicht wissen, was man damit eigentlich anstellt, das wirkt wie verschenktes Potenzial. Irgendwie habe ich meinen Purpose noch nicht gefunden. Und ihr?

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Yeah

Serienflow

Woran ihr eine gute Serie erkennt? Daran, dass ihr zwischendurch nicht immer wieder auf stoppt drückt oder hofft, dass es endlich weitergeht mit der Geschichte. Bei den ersten beiden Folgen der 5. Staffel von „Better Call Saul“ ging es mir so. Ich wunderte mich, als Folge 1 schon vorbei war und ärgerte mich, als Folge 2 zu Ende ging und ich wusste, ich würde jetzt eine Woche auf die nächste Folge warten müssen. Auch wenn keinesfalls alles schlecht ist, was gerade sonst noch so läuft, hatte ich das schon lange nicht mehr bei einer Serie. Nicht einmal beim gerade beendeten „Hunters“ auf Amazon Video, was mir eigentlich auch gut gefallen hat.

Tony Dalton als Lalo Salamanca in Better Call Saul. Bild: Netflix
Tony Dalton als Lalo Salamanca in Better Call Saul. Bild: Netflix

Woran’s bei Saul liegt? Zum einen natürlich an der insgesamt vortrefflich absurden Story, zum anderen auch daran, dass es die Vor- und Nebengeschichte von „Breaking Bad“ ist und deswegen immer mal wieder der eine oder andere von dort schon bekannte Charakter ins Bild läuft. In der 5. Staffel gefällt mir aber besonders die schon Ende der 4. Staffel kurz eingeführte Figur des Lalo Salamanca, der nun mehr Sendezeit zu bekommen scheint. Herrlich gespielt von Tony Dalton. Ein Typ, der immer gut gelaunt wirkt, nie mehr redet, als er muss, und Widersachern wie Mitarbeitern betont charmant auf die Nerven geht. Mir huscht immer ein Lächeln über das Gesicht, wenn ich ihn sehe.

Das hatte ich zuletzt bei „Once Upon a Time in Hollywood“, wo es einfach Spaß gemacht hat, den beiden „alten“ Recken Leo und Brad dabei zuzusehen, wie sie einfach nur ihr Ding drehen. Und bei „JoJo Rabbit“ beim leider viel zu kurzen Gastspiel von Stephen Merchant als Gestapo-Offizier:

https://www.youtube.com/watch?v=EyF_XafkUCk

Also vielleicht sind es einfach nur gute Schauspieler, interessante Charaktere, eine gute Plotverdichtung oder ein Mix aus allem. Kriegt auf jeden Fall längst nicht jeder Film oder Serie hin.

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Yeah

Luddie and the Moon

Macht ganz anständige Bilder, die Canon EOS RP..