… bin ich nicht gerade oft. Mittlerweile beherrsche ich fast alles, was für meinen Job wichtig ist, beinahe im Schlaf. Trotzdem ist jeder einzelne Text wieder anstrengend und eine Herausforderung. Vor allem, wenn der letzte Urlaub bald auch schon wieder ein halbes Jahr her ist.
Gestern – es war ein Sonntag – war ich zum ersten Mal seit langem unterfordert. Ich lag auf meiner Liege, habe zwei Bücher zu Ende gelesen, weiter Bilder aussortiert, die Bude aufgeräumt, mit Leuten gechattet, nebenbei etwas im Netz gelesen, weil zwischen ihren Antworten genug Zeit blieb, und mich dabei immer noch unterfordert gefühlt. Ich hätte noch mehr nebenbei machen können und wollen. Aber es war ja auch irgendwie Sonntag…
Unterfordert-sein fiel in dem Moment bei mir mit Tiefenentspannung zusammen. Ich habe am langen Wochenende hardcoregechillt, offenbar mit Erfolg, und das war auch mal bitter nötig. Ich werde aber auch das Gefühl nicht los, dass dieses kurzzeitige Unterfordert-sein ein wenig mit dem besseren Wetter zusammenhängt, damit dass ich mittlerweile beinahe täglich Rad fahre und auch täglich meditiere. Letzteres zeigt nicht immer einen kurzfristigen Erfolg, aber den langfristigen Effekt merke ich.
Na ja, und keine Sorge, lieber Brötchengeber: Es gibt immer genug zu tun, die Arbeit wird nicht knapp werden. Mit etwas Glück fällt sie an manchen Tagen nur etwas leichter von der Hand. Und die Herbstdepression kommt bestimmt…
Wie das manchmal so ist. Kaum hast du dir den ganzen Frust von der Seele geschrieben, so wie ich gestern, geht es dir auch schon wieder besser.
Ich habe mich heute damit arrangiert, dass ich erst einmal keine Impfung bekomme, aber dass das kein Problem für mich ist. Das Leben ist halt nicht gerecht, Geduld auch eine Tugend. Ein paar Lektionen in Demut können ja auch nicht schaden. Ich würde, so der Plan, heute Nachmittag nur noch eben die Ärzte durchtelefonieren, bei denen ich angeblich schon auf der Liste stehe, und nachhorchen, ob das auch wirklich der Fall ist. Damit die Impfung dann wenigstens irgendwann kommt. Und dann gäbe ich Ruhe, versprochen.
Heute Mittag sitze ich bei der Arbeit, teste gerade ein Notebook, auf dem ich Ubuntu installiert habe, und versuche, meine AirPods damit zu koppeln. Für die Tonausgabe klappt das, ich höre ein wenig Musik auf Spotify, schreibe parallel dazu den Text runter.
Da fällt mein Blick auf mein Handy neben mir. Irgendeine Siri-Benachrichtung wegen der Telefon-App. Was ist das? Ah, ein verpasster Anruf, eine mir unbekannte Nummer mit Bonner Vorwahl. Ich bekomme nur noch selten überhaupt Anrufe oder rufe selbst jemanden an, außer mal Arztpraxen. Termine habe ich im Moment keine. Aus Bonn ist das eigentlich immer nur meine Steuerberaterin. Aber das ist nicht ihre Nummer. Und da ich selbst lange niemanden mehr angerufen habe, kann das eigentlich nur bedeuten…
FUCK!!!
Ich drücke sofort auf Rückwahl. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. Es ist immer besetzt. Ich versuche, die Nummer zu googeln, aber die Suche findet nichts dazu. Ein fünftes Mal. Besetzt.
Beim sechsten Mal geht mein Lungenfacharzt dran – persönlich. Ja, das wisse er auch nicht, lacht er. Ihre Telefonanlage sei „wie ein Oktopus“, da komme das an allen möglichen Ecken und Enden raus. Vermutlich hätte seine Sprechstundenhilfe mich wegen eines Impftermins anrufen wollen, aber die meldeten sich bestimmt gleich noch einmal. Ihm gehe es übrigens gut.
Nachdem er auflegt, bin ich wie elektrisiert. Was soll ich jetzt daraus machen?! Geduld haben, abwarten? Ruft da wirklich gleich jemand zurück? Ich warte fünf Minuten, dann halte ich es nicht mehr aus, drücke auf Rückwahl. Besetzt. Wähle noch einmal – wieder mein Arzt. „Ja, hähä, Entschuldigung, ich wollte nur sicher gehen“ – „Keine Sorge, die rufen Sie sicher gleich zurück.“
Ach ja?!
Die Nummer der Praxis! Warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen. Die lautet ganz anders als die, mit dem ich den Arzt direkt erreicht habe. Ich rufe an und komme sofort durch.
„Wie war Ihr Name? Und Sie rufen wegen einer Impfung an, ja?“
Na ja, denke ich zumindest. Sage ich auch so. Es klingt hoffnungsvoll. Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Diese Woche plötzlich doch noch geimpft werden?! Das wäre es ja!
Sie schaut auf ihrer Liste nach. Im Hintergrund höre ich ihre Kollegin sagen: „Die Dosen für diese Woche sind weg.“ Die Dame am Telefon wiederholt: „Die Termine für heute haben wir jetzt alle schon vergeben, tut mir sehr leid. Sie können sich am Montag noch einmal melden und sich einen Termin geben lassen. Wir wissen leider immer erst in der Woche selbst, wie viel Impfstoff wir bekommen.“
Ich fühle, wie mir das Herz rausgerissen wird. Das kann doch jetzt nicht wahr sein! 30 Minuten sind seit dem Originalanruf vergangen, den ich knapp verpasst habe. Ich habe alles daran gesetzt, um mich sofort zurückzumelden.
„Was? Nein! Das gibt’s doch nicht. Ich hab sofort zurückgerufen.“
„Ja, die Termine sind immer sehr schnell weg. Tut mir sehr leid.“
„Können Sie mich nicht einfach noch einmal anrufen, wenn Sie nächste Woche neuen Impfstoff haben? Sie wissen doch jetzt, dass ich interessiert bin und dann gehe ich auch sofort dran.“
„Tut mir Leid, das geht leider nicht. Wir gehen streng nach der Liste vor. Aber Sie können sich ja am Montag einen Termin…“
Es klingt wie „FU, das wird nichts mehr mit uns! Du hattest 1 Chance und die hast du vertan.“
Ich knalle mein Handy in die Ecke (Sofa, alles okay), haue auf die Tischplatte, die ich am liebsten zertrampeln würde. So ein verfluchter Mist!!!!1!11
Für 5 Minuten stehe ich wie bräsig in der Gegend herum und weiß nicht, was ich tun soll. Würde am liebsten losheulen, aber es kommen keine Tränen. Dafür ist das alles zu absurd.
Hastig greife ich zum Telefon und rufe wahllos irgendwelche Ärzte an. Meinen Hausarzt, meine Augenärztin, eine Ärztin hier um die Ecke, von der eine Freundin meinte, „die impft alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, du musst nur ein bisschen rumheulen.“
Mache ich auch – aber die Sprechstundenhilfe wimmelt mich ab: „Wir haben schon eine sehr volle Liste und bekommen kaum Impfdosen. Und Frau Doktor ist nicht mehr die Jüngste…“
Bei meinem Hausarzt klingt es ähnlich: „Sie sind noch auf der Liste – zusammen mit 500 anderen. Wir bekommen nur ganz wenig Impfstoff gerade. Letzte Woche waren es 12 Dosen, diese Woche haben wir immerhin 27 bekommen. Da waren wir schon sehr glücklich.“
In meiner Not rufe ich die 116117 an und komme überraschend schnell durch. Nach meinem Hinweis, dass es in Bonn keinen Tropfen Impfstoff und keine freien Termine mehr gäbe und ich auch bereit wäre, 5 Stunden mit dem Auto irgendwohin zu fahren, checkt die freundliche Dame für mich sämtliche Kreise Nordrheins. „Hm, Euskirchen, Leverkusen, Düsseldorf… Nee, nirgendwo was frei. Am besten Sie rufen noch mal an.“
Das war’s, ich gebe mich geschlagen. Wenn ihr mich warten lassen wollt, gut. Wenn ihr keinen Impfstoff habt, okay. Aber lasst mir doch nicht das Herz aufgehen und reißt es mir dann raus!
Ich bin ein spiritueller Mensch. Was anders kann das bedeuten, als dass das Leben dir sagt: „Jaharr, Bürschchen. Du hast mit deinem Schicksal spielen wollen und jetzt siehst du, was du davon hast!“
So! Ein! Scheiß!!! ??
And then she said something I will never forget:
Und das hat mich am Ende ein wenig wieder aufgebaut. Die werden was von mir hören am nächsten Montag! So leicht gebe ich mich nicht geschlagen.
Und als Quintessenz bleibt: Wenn du nur 1 Chance hast und sie vermasselst – dann nutz halt die nächste…
Soll ja keiner sagen, aus Fehlern lerne man nichts… Mein Handy ist jetzt übrigens immer auf laut.
Laut Jens Spahn sind zwei Drittel der impfwilligen Erwachsenen mittlerweile mindestens einmal geimpft. Bis Mitte Juli sollen es 90 Prozent sein. Das sagte Spahn gestern bei „Anne Will“:
Und hier stehe ich, als Impfgruppe 3, und es ist noch nicht einmal ein Termin in Aussicht. Wem ich das erzähle, der rät mir, meinen Hausarzt und alle Fachärzte durchzuklingeln, bei denen ich jemals war (habe ich größtenteils). Oder er schickt mir einen Link zum Bonner Impfzentrum (den ich längst kenne). „Guck doch mal, ob du da nicht einen Termin bekommst! Bei mir hat das super geklappt“. Na klar doch, einem Termin beim Impfzentrum…
Ich werde morgen tun, was von mir verlangt wird, weil das System es so will. Ich werde noch einmal alle Ärzte abtelefonieren, bei denen ich jemals war und zusätzlich die, die mir empfohlen worden sind, weil sie „unkompliziert impfen“. Ich werde dabei das jeweilige Sprechstundenpersonal, das eh schon im Akkord arbeitet, weiter behelligen. Ich werde kritisch nachfragen müssen, ob denn wirklich kein Impfstoff mehr da ist, ich nicht kurzfristig auf irgendeine Warteliste kann und wer die 500 Leute sein sollen, die noch vor mir auf irgendwelchen Listen stehen und ob das wirklich alles die Gruppen 1, 2 und 3 sind. Ich werde ein wenig Druck machen müssen, um nicht mit einem „jaja, wir melden uns“ abgespeist zu werden. Ich werde die ohnehin schon völlig überlastete 116117 anrufen und dort fragen, zu welchen anderen Impfzentren in der Gegend ich gehen kann, weil das System das so vorsieht. WEIL ES DAS IST, WAS VON MIR VERLANGT WIRD.
Wen ich kenne, der schon geimpft ist, der hat das genauso gemacht. Der kannte jemanden, der hatte Beziehungen, der hat Druck gemacht, der hat sich irgendwie dazwischen gemogelt. (Ach so ja und ganz vereinzelt war auch mal jemand wirklich dran wegen Beruf, Krankheit oder Alter). Und zurück bleiben die „Deppen“, die das eben noch nicht gemacht haben.
Das ist die Ellenbogenmentalität, die wir eigentlich längst hinter uns haben wollten. Wer sich durchzusetzen weiß, gewinnt, kann im Sommer noch in den Süden fliegen und Bilder von sich am Strand auf Instagram posten. Wer brav wartet, bis er an der Reihe ist, wird auch im Herbst noch nicht geimpft sein. Weil das System ihn einfach vergessen wird. Und hier geht es nur um knappen Impfstoff. Wie soll das erst laufen, wenn irgendwann mal das Essen knapp wird?
Mir tut das mal ganz gut, auf etwas zu warten, so ist es nicht. Oder auch mal alle Anderen vorlassen zu müssen – eine sehr lehrreiche Erfahrung. Viele andere machen sie nicht und sind jetzt fein raus. Was mich aber am meisten ärgert, ist, dass diese Ellenbogenmentalität nach wie vor gefördert und gefordert wird. Dass das System so schlecht ist, dass massive Ressourcen bei all dem verschwendet werden. Wir sind als Gesellschaft kein Stück weiter gekommen in den letzten 50 Jahren.
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Früher hingen da Party-Plakate und sahen auch so aus. Heute…
Und hier noch wenigstens ein bisschen was Schönes zum Abschluss:
Heute Abend habe ich dann endlich die Zeit gefunden, meine letzten Fotos wegzuminieren. Was für ein elendiger Nervfaktor auch langsam…
Ich hab mich dazu mit dem Laptop auf meinen Balkon gesetzt, die Füße aufs Geländer. Spotify spielte gute Musik dazu, und plötzlich war ich im Flow.
Fördernd war sicher auch, dass es die letzten paar tausend Bilder waren, alle aus diesem Jahr. Ich kannte die meisten also schon und wusste, dass ich dem Ende immer näher kam.
Fühlte sich sehr gut an.
Neulich hatte sich ja für ganz kurze Zeit die Möglichkeit aufgetan, in eine wesentlich schickere Wohnung umzuziehen. Daraus wurde leider nichts und meine jetzige Wohnung kam mir plötzlich ziemlich schäbig vor, die Gegend zu laut, alles doof.
Wie ich heute da auf dem Balkon saß, gute Musik an, schöne Bilder dazu, Flow… Unten auf dem Platz guckten ein paar Studenten amüsiert zu mir rauf. Ich war ein Stück weit versöhnt. Hat sich gut angefühlt, mal von oben den Platz mit Musik zu beschallen (falls da überhaupt was ankam), statt wie sonst immer anders herum. Eigentlich ganz schön hier, warum sollte man woanders hin? Ist ja gerade eh was schwierig. Bleibe ich einfach erstmal hier und verbringe den Sommer auf dem Balkon.
Muss den nur noch bisschen hübsch machen.
Und im Sommer doch mal wegfahren, Impfung oder nicht.
Und nach Wohnungen schaue ich mich trotzdem mal um. Kostet ja nichts.
Mit den Bildern bin ich trotzdem noch nicht fertig. Jetzt geht es noch darum, den Ordner mit den 6.700 wahllos „geretteten“ Bildern noch einmal durchzuminimieren. Davon eine druckbare Endauswahl zu treffen und dann auch endlich mal ein paar davon auszudrucken und aufzuhängen. Längst überfällig.
Bei den meisten Challenges, die ich hier mache, geht es bei genauerer Betrachtung darum, meine persönlichen Defizite und Ängste zu besiegen. Und hier wäre mittlerweile mal eine People Challenge fällig.
Denn, ja, bekanntlich kosten mich viele andere Menschen Energie, weswegen ich mich schon vor Jahren ins Home Office verdrückt und meine letzte Mitbewohnerin mehr oder weniger rausgeekelt habe. Und jetzt wohne ich alleine und treffe Menschen real eigentlich nur in der Freizeit – wenn ich will. Ich muss im Prinzip niemanden treffen.
Klingt doch paradiesisch, sagt ihr? Der muss dann keine nervigen Kollegen mehr ertragen?
Stimmt schon. Aber mir gehen so auch wichtige Dinge durch die Lappen:
Die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln, wenn man sich dann doch mal mit nervigen oder langweiligen Mitmenschen auseinander setzen muss. Vielleicht stellt man ja sogar nach einer Weile fest, dass sie trotz allem eigentlich ganz nett sind und man erst lernen muss, mit ihnen gut umzugehen.
Nette Kollegen. Denn wenn ich ehrlich bin: In den paar Jahren, in denen ich doch einmal in einem Büro gearbeitet habe, waren die klar in der Überzahl. Und den anderen ist man halt möglichst aus dem Weg gegangen oder hat später mit den netten Kollegen zusammen über sie ablästern können.
Challenge also: Diesen Sommer mehr Leute treffen, vielleicht auch mal für eine Phase von 2 Wochen täglich jemanden. Ich muss nur noch genau ausbaldowern, wann und wie genau am besten. Hängt ja auch ein wenig von Corona ab.
Wer möchte sich treffen?
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März 2021, iPhone 12 Pro Max. Der Ordner wäre dann auch halb durch. Eigentlich wollte ich bis Ende Mai mit allen Fotos fertig sein. Das wird leider nichts. Aber vielleicht lege ich morgen wirklich mal einen ganzen Tag dafür ein, um wenigstens den letzten Ordner durchzuarbeiten. Dann bliebe nur noch die nochmal zu sortierende Gesamtauswahl (7-8000 Bilder) übrig.
Ich werde drei Kreuze schlagen, wenn ich damit fertig bin. Nicht weil das Bilderaussortieren so furchtbar wäre. Aber es kostet unfassbar viel Zeit und die würde ich langsam gerne mal für Anderes aufwenden. Und ja, es macht etwas mit einem. Vieles tritt zu Tage, was auch erst einmal verarbeitet werden will…
Und schaue ich mir das so an, verstehe ich die ganze Aufregung eigentlich nicht. Da haben drei Trainer rotiert, mehr nicht. Ein eher kleines Karussell.
Vor allem die ersten beiden Genannten haben allerdings einen massiven Schaden dadurch genommen. Sowohl Marco Rose als auch Adi Hütter haben mit ihren Teams nach Bekanntgabe der Wechsel mehr Niederlagen als Siege eingefahren und bessere Saisonziele verpasst. Frankfurt spielt künftig „nur“ in der Euro League, dabei war lange die Champions League möglich. Gladbach hat alle Saisonziele verpasst. Es ist nicht einmal die Conference League geworden.
Angesichts dessen muss man sich die Frage stellen, ob die Verpflichtung der beiden Traumkandidaten von ihren neuen Vereinen wirklich so traumhaft wird. Denn beide Trainer kommen nun gewissermaßen „vorbelastet“ zu ihren neuen Arbeitgebern. Fans und Funktionäre werden sie ganz besonders kritisch beäugen. Gerade Marco Rose ist, Stand jetzt, für mich einer der heißesten Kandidaten auf die erste Trainerentlassung in der kommenden Saison.
Zumal bei seinem künftigen Arbeitgeber in den Monaten nach der frühen Bekanntgabe seines Wechsels eine neue Lichtgestalt erschienen ist: Edin Terzic. Nur als Interimstrainer gedacht übernahm Terzic im vergangenen Winter das verunsicherte, kleine Dortmunder Star-Ensemble. Anfangs klappte längst nicht alles, weswegen man wohl auch in Dortmund beschloss, zur neuen Saison Rose zu holen.
Doch dann geschah Unerwartetes: Dortmund begann unter Terzic plötzlich wieder den altbekannten Zauberfußball zu spielen. Sieg um Sieg kämpfte sich die junge Truppe nach oben und erreichte am Schluss Platz 3 und das Minimalziel Champions League. Schlussendlich fehlte sogar nur 1 Punkt zu Platz 2 und damit dem, was als eigentliches Saisonziel realistisch gesehen möglich gewesen wäre.
Terzic, der große Gewinner der Rückrunde, steigerte seine Sympathiewerte gar noch weiter, indem er ankündigte, loyal zu sein, bei Dortmund zu bleiben und hinter Rose ins zweite Glied rücken zu wollen. Meine Prognose: Wenn es bei Dortmund in den ersten Spielen der Liga und der Champions League nicht läuft, man vielleicht sogar irgendwo früh ausscheidet, zum Beispiel im DFB-Pokal, könnte schon am 10. Spieltag wieder Terzic ganz links auf der Trainerbank sitzen.
My point being? Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, klar. Aber gerade langfristig zeigt sich, wie gut jemand wirklich ist. Und mit großen Ankündigungen wartet man vielleicht wirklich am besten, bis die eigentliche Arbeit erledigt ist. Selbst wenn die Reporter täglich danach fragen. Auch wenn das übrigens nicht ganz fair ist. Denn als Rose sich mit Dortmund schon geeinigt hatte, stieg der Druck in der Presse und der Fanszene ins Unermessliche. Rose müsse sagen, was Sache ist, sonst mache er sich unglaubwürdig und verliere die Spieler, hieß es von dort. Wie er es gemacht hätte, wäre es verkehrt gewesen.
Sehr klug gemacht hat es in meinen Augen Oliver Glasner, der „leise Österreicher“ in Wolfsburg. Er brachte die Saison erst in Ruhe zu Ende – und auf Platz 4 mit mehr, als so manch einer Wolfsburg zugetraut hätte. Und erst dann verkündete er Frankfurt als seinen neuen Arbeitgeber. Bei seinem alten Klub kann ihm nun niemand böse sein, zumal er dort trotz aller Erfolge ohnehin nicht sonderlich beliebt war. Wer nun auf ihn folgt, bekommt eine intakte Mannschaft, die in der Champions League spielen wird.
Glasner wählte für sich selbst den besten Zeitpunkt. Er hat nun viel Wind im Rücken, ist im Guten gegangen und sein neuer Job wird definitiv eine spannende Herausforderung. Denn Frankfurt liegt nach dem Weggang von Hütter und des Managers Bobic, dem Verpassen der Champions League und voraussichtlich dem Verkauf des Starstürmers Andre Silva am Boden. Glasner kann hier erneut zur Lichtgestalt werden.
Im Fußball wird es auf jeden Fall nicht langweilig. Es war eine richtig spannende Saison, die mir die Corona-Zeit deutlich versüßt hat. Sie hätte am Ende nur etwas anders ausgehen können…
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Wir sind mittlerweile im Februar 2021. Immer noch das iPhone 12 Pro Max:
… außer wenn es um solche Dinge wie Systemupdates geht.
Gestern Abend meldete sich das MacBook, dass macOS 11.4 jetzt zur Verfügung stünde, würde nachts automatisch aktualisiert. Ich könne hier schonmal mein Systempasswort eingeben.
Super, mache ich direkt, klappe den Rechner später zu und lege mich schlafen.
Am nächsten Morgen: „Einige Updates konnten leider nicht automatisch installiert werden“.
Na toll.
Dann eben jetzt von Hand. In den Systemeinstellungen auf „Jetzt neu starten“ klicken, noch einmal das Passwort. Und jetzt noch bitte die Lizenzvereinbarung lesen und akzeptieren. Warum auf einmal? Gestern stand da, dass das nicht muss…
Na gut, dann eben jetzt. „Jetzt neu starten“.
Aber nix da, „jetzt“. Das Update muss erst herunterladen. Warum hast du das nicht schon längst im Hintergrund… Meine Güte!
Das Update ist einige GB groß. Ich gehe in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken, ein Paket von der Packstation mit Schuhen drin abholen, sie anprobieren, merken, dass sie nicht passen, wieder einpacken, zurückschicken.
Das Update ist nun geladen, der Rechner bereitet es vor. „Jetzt neu starten?“. Ja-ha! Hab ich dir doch vorhin schon gesagt.
Der Klick auf „Neu starten“ bewirkt erst mal nichts. Ich schließe die paar noch offenen Apps und klicke noch einmal „Neu starten“. Dann endlich klappt’s. Der Mac schaltet auf Schwarz und installiert das Update, das nach weiteren 15 Minuten fertig ist.
Meine Güte! Und das nennt ihr „automatische Updates“?!?
Ja, anderswo is‘ auch kacke. Aber ganz ehrlich, Apple. Schau dir mal bei Chrome OS an, wie Systemupdates funktionieren. Ja. Chrome OS! Da lädt das Update im Hintergrund, nach <1 Sekunde (!) ist das System heruntergefahren und es installiert das Update.
MacOS ist für mich das beste (oder sagen wir: angenehmste) Betriebssystem, aber das heißt keinesfalls, dass da alles reibungslos funktionieren würde. Minsch!
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Mein neues Zelt ist da! Urlaubsfeeling – auch erstmal ohne Urlaub.
Diesmal doppelwandig mit Innenzelt und Plane
die bei gutem Wetter und heißen Nächten aber weggelassen werden kann
und trotzdem noch Windschutz bietet (unten)
Es ist größer als mein altes Zelt bei nicht sonderlich gewachsenem Packmaß
Und in der gleichen Zeit (< 10 min) auf- oder wieder abgebaut
Es hat verstärkte Stangen
Zwei Eingänge
Steht auch ohne Heringe und Schnüre, wenn es schnell gehen muss (und das muss es beim Bikepacking meistens)
Außerhalb des Innenzelts, aber noch innerhalb der Plane ist nun Platz für Gepäck
Einigermaßen hübsch finde ich es auch
70 Euro (!) für ein nahezu perfektes Zelt
Genial!
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(Medium) Big City Lights, Bonn, immer noch Januar 2021, iPhone 12 Pro Max:
Scharfer Protest gegen Belarus wegen eines abgefangenen Flugzeugs und inhaftierten Bloggers, ist auf jeden Fall: genau richtig. Wo kommen wir denn dahin, wenn jetzt schon ganze Flugzeuge wegen personae non gratae abgefangen werden, eben diese Personen inhaftiert und misshandelt werden! Die EU reagierte schnell, überraschend eindeutig und vorbildlich mit scharfen Worten und geplanten Sanktionen. Besonders amüsant finde ich die Anordnung des Rigaer Bürgermeisters. Dort, wo gerade die Eishockey-WM stattfindet, an der auch die belarussische Nationalmannschaft teilnimmt, ließ er die Flagge der belarussischen Opposition hissen. Eine herrliche Provokation!
All das ist nur eines nicht: besonders mutig. Mich erinnert das irgendwie an eine Schulklasse, an der sich alle gegen den reichen Streber verbündet haben, den eh schon keiner mag, der sich das aber auch irgendwo selbst eingebrockt hat, weil er verächtlich auf alle herunter schaut. Der Klassensprecher teilt vor versammelter Mannschaft gegen ihn aus und alle springen auf den Zug auf. Den Klassentyrannen lassen sie derweil unbehelligt, an den trauen sie sich nicht ran.
China, die Uiguren, Hongkong, ausgewiesene westliche Journalisten, Ende einer Quasi-Demokratie? Ein wenig Protest vielleicht, aber ernsthafte Konsequenzen? Lieber nicht, wir brauchen die ja. Saudi-Arabien und der Fall Kaschoggi? Proteste, ja, aber Sanktionen gegen das saudische Königshaus, die den Namen verdienen würden? Fehlanzeige. Russland und der Kremlkritiker Nawalny? Schon nicht okay, das mit dem geplanten Mordanschlag und jetzt das Straflager. Scharfe Proteste, ja, sogar einzelne Sanktionen. Aber sonst?
Beim Protest gegenüber Belarus können deswegen alle so laut schreien, weil sie hier keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben. Kein Gas, keine Smartphones, keine Massenware, kein Öl – Belarus kann uns nicht den Hahn zudrehen. Russland und China könnten das schon.
Wenn Heiko Maas also so etwas sagt, wie: „Jedem Diktator muss klargemacht werden, dass es dafür einen bitteren Preis zu zahlen gibt“, dann würde ich mir wünschen, dass das auch den Quasi-Diktatoren größerer Länder gölte.
Derzeit esse ich wenig. Mehr als 2 Mahlzeiten am Tag sind es eigentlich sowieso schon lange nicht mehr, seit Intervallfasten bei mir eigentlich zum Standard geworden ist. Derzeit versuche ich, das auf 1 Hauptmahlzeit am Tag runterzubrechen. Ergänzt durch einige (möglichst) gesunde Snacks und 2-3 Milchkaffee.
Manchmal, wenn ich die 16 Stunden erreichen möchte, ist mein erster Kaffee am Tag auch ein schwarzer Kaffee und der hält erstaunlicherweise meist genauso lange vor. Ich mag Milchkaffee nur lieber. 😉
Und nein, ich falle weder vom Fleisch, noch fühle ich mich irgendwie unwohl damit. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, der Körper macht Luftsprünge. Er ist gar nicht so sehr mit Verdauen beschäftigt und freut sich, dass er sich anderen Dingen widmen kann. Denke ich zurück an meine 3-4-Mahlzeiten-Tage, sehe ich irgendwie nur Müdigkeit und Stress.
Stress habe ich natürlich in einer Arbeitswoche auch noch oft genug, und ja, oft genug finde ich mich da in der Küche wieder, um nach irgendwelchen Snacks zu forschen. Nicht gut, bekomme ich nur schwer abgestellt, auch wenn es besser geworden ist. Es zeigt auf jeden Fall, wie beides zusammenhängt.
Und noch etwas scheint da mit reinzuspielen: Psyche und Mitmenschen. Besuche ich zum Beispiel meine Schwester und ihre Familie, bin ich sehr schnell drin in ihrem Essensrhythmus und kann auch problemlos 4 Mahlzeiten am Tag einnehmen. Obendrein schaufle ich dort auch immer rein wie ein Scheunendrescher. Alleine zu Hause eigentlich eher nicht so.
Wenn ich mit Menschen zusammen bin, die mich anstrengen, habe ich mehr Hunger. Auch das ist vielleicht Psyche: Der Geist schreit nach einer Pause oder Abwechslung. Und das kann eine Mahlzeit leisten.
Alleine zu Hause esse ich mehr aus Gewohnheit. Wenn ich Auto fahre, habe ich ein sonderbares Faible für das Essen an Autobahnraststätten. Wenn ich Rad fahre oder wandere, habe ich nur selten mal echten Hunger. Kehre ich dann aber nach einer langen Wanderung irgendwo ein, ist das am liebsten ein Brauhaus mit deftiger Küche und gutem Bier.
Mein ersten Kaffee heute war schwarz. Gegen 1100 Uhr bin ich zum Wandern in die Eifel gefahren und hatte nur eine Flasche Wasser dabei. Das hätte ich mich früher nicht einmal getraut. Da hätte ich irgendwas für den Notfall eingepackt.
Nach dem Wandern gegen 1500 habe ich mir in Adenau bei einer Eisdiele einen Milchkaffee und eine Eiswaffel mit 2 Kugeln gegönnt. Einfach, weil ich Bock auf Kaffee und Kuchen hatte (und es keinen Kuchen gab) – meine ersten Kalorien heute. Großen Hunger hatte ich bis dahin nicht. Wieder zu Hause, wollte ich mir was kochen, bin dann aber spontan doch zu einem Streetfoodfestival um die Ecke geschlendert und habe mir dort eine Portion Kässpätzle geholt. Als Nachtisch gab es noch ein paar Nüsse, 1 Fisherman’s Friend Schoko-Minz und das war’s für heute.
Auch danach hatte ich keinen Hunger mehr. Der Körper gewöhnt sich auch überraschend schnell an weniger Essen.
Die Frage ist höchstens noch, wie sehr das Alter da mit reinspielt. Der Metabolismus fährt ab 40 schon ein Stück herunter. Das betrifft dann halt auch mich. Aber ist der Effekt so krass?
Also zusammengefasst: Der Körper scheint viel weniger Nahrung zu brauchen, als ich immer annahm. Nach ein bisschen Training können 1-2 Mahlzeiten genügen. Das Bauchfett hält sich trotzdem eisern. Und: Stress macht Hunger. Das ist noch etwas, wo ich gerne ansetzen würde. So dass ich dann irgendwann gar nichts mehr… nein, das schon auch nicht. 😉
Es gab schon bessere Nachmittage als den gestern… ciao SV Werder, ciao SVM… ? Aber der Abend mit dem Eurovision war eigentlich ganz witzig. Denn er hatte alles: Abgedrehte Live-Acts, Ironie, Rock’n’Roll und vielleicht sogar einen Drogenskandal. Herrlich!
Die eigentliche Sensation aber: Gleich zwei Rocksongs unter den ersten 10, Italien und Finnland. Der härtere von beiden, Zitti E Buoni von Måneskin aus Italien sogar auf Platz 1. Und zwar fast alleine dank des Publikums. Allein nach den Juryvotings hätte der Schweizer Schmusesong gewonnen. Man könnte kühn sein und behaupten: Die Leute lechzten nach einer Portion Rock’n’Roll. Und ganz ehrlich: Wie sollten sie auch nicht?
Denn dass Rock’n’Roll ist im Grunde tot ist, ist ja kein Geheimnis. Ein paar Acts gibt es noch, zu denen auch junge Menschen gerade zu Festivals strömen, nur um dann zu Hause wieder Deutschrap anzuschmeißen. Rock’n’Roll wird so beschrieben, dass er immer dann auftritt, wenn der Mainstream zu soft, ruhig und poppig wird. Das war in den letzten Jahren der Fall – aber wo war der Rock’n’Roll? Ich wüsste keinen Rock-Act, der aus den letzten 10 Jahren stammt, der heute von internationaler Bedeutung wäre.
Rock’n’Roll ist aber natürlich zu gut, um für immer tot zu sein. Deswegen könnte ich mir jetzt wirklich denken (das schrieb ich neulich schonmal), dass er jetzt als Mode-Erscheinung nochmal wiederkommt und vielleicht sogar ein paar Jahre lang wieder die Charts stürmt. Würde ich mich bestimmt nicht gegen wehren.
—
Ich bleib dabei: Das ist das beste Smartphone-Foto, das ich je geschossen habe:
Und hier noch paar andere mit dem iPhone 12 Pro Max vom Dezember 2020. Warum sieht das vom Wetter her genauso aus wie jetzt? ? Wo ist der verschissene Sommer? Warum musste Werder absteigen. Warum, waruuum?
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