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OK

Maid

„Hey, wann soll die Reinigungskraft diese Woche zu dir kommen? Sie ist da relativ flexibel.“

„Wann würde es ihr denn am besten passen?“

„Das ist egal, sie legt ihre Termine meist um die Termine der Leute herum.“

„Aber sie braucht echt nicht nur wegen mir zu kommen. Ich richte mich da gerne auch nach ihr.“

„Nein, das passt schon. Also: wann am liebsten?“

„Okay, dann morgen um 1100.“

„Hey hallo, na wie geht’s, was macht der Sprachkurs?“

„Danke, alles gut. Schön, Sie wiederzusehen! Wie geht es Ihnen?“

„Ja gut, eigentlich. Nur bisschen aus der Puste. Ich bin jetzt 40 Minuten mit dem Rad hierhin gefahren und es ist ganz schön windig heute.“

„Was, 40 Minuten nur wegen mir?! Das wusste ich nicht!“

„Neinein, das passt schon, ich richte mich da nach den Kunden. Und mein Mann ist auch mitgekommen. Der wartet so lange draußen und geht bisschen spazieren oder einkaufen.“

„Das ist echt toll. Aber bitte! Beim nächsten Mal legen Sie das doch so, dass Sie grad noch meine Wohnung mitmachen, wenn Sie sowieso schon hier im Haus arbeiten.“

„Neinein, wirklich, kein Problem.“

„Doch, bitte, machen Sie das so! Mir ist es egal und für Sie ist es viel vernünftiger.“

„Okay.“

Dass ich zuletzt die Serie „Maid“ auf Netflix gesehen habe, bei der eine junge Mutter sich als Reinigungskraft verdingen muss, von der Chefin quer durch die Gegend gehetzt wird, oft zu spät kommt, weil sie Arbeit, Wohnungssuche und Kinderbetreuung jonglieren muss, mal bezahlt wird und mal nicht und sowieso viel zu wenig verdient, um sich das teure Leben zu leisten, hat natürlich nicht zum Verlauf dieser Diskussionen beigetragen und Netflix-Gucken ist nur bloßer Zeitvertreib, der die Zuschauer unverändert zurücklässt. 😉

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Right

Stress und Einsamkeit

… scheinen verwandt zu sein. Vor ein paar Tagen fühlte ich mich plötzlich furchtbar allein hier und habe die halbe Welt verflucht. Zum zweiten Mal schon, seit ich hier bin. Dabei war eigentlich nichts passiert. Unsere Sprachlehrerin hatte einfach nur angekündigt, dass unser Mittwochkurs ausfallen, aber später nachgeholt würde. Ach so und ach ja, nächste Woche die Stunden voraussichtlich auch.

Ich wäre beinahe ausgerastet. Denn das hat meine Pläne ziemlich durcheinander gewürfelt. Ich mach das hier ja alles nicht zum Spaß, außerdem habe ich hier keinen, mit dem ich Niederländisch oder überhaupt reden kann. Fällt der Kurs aus, bringt mich das buchstäblich vom Kurs ab. Außerdem komme ich mit dem Vokabellernen nicht hinterher. Und mit allem anderen irgendwie auch nicht. Was mache ich hier eigentlich? Was will ich mir hier beweisen, außer dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre? Ich fühle mich alt und allein.

Dienstagabend bin ich dann irgendwann aus dem Haus, um den Kopf wieder frei zu kriegen. Die Luft war überraschend mild. Ich setzte einen Schritt vor den nächsten und dann noch einen. Und wurde immer langsamer und nachdenklicher dabei. Was mache ich hier eigentlich? Mache ich das richtig? Tut mir das gut? Bringt es irgendwem was, wenn ich derart unter Druck stehe? Wer macht mir den Druck überhaupt außer ich mir selbst? Wäre es klug, jetzt aufzuhören? Bin ich wirklich einsam oder einfach nur gestresst?

Ich fiel in einen tiefen, langen Schlaf und am nächsten Morgen war ich direkt dankbar, dass der Kurs ausfiel – sonst hätte ich gar nicht so lange schlafen können. Außerdem hatte ich dadurch plötzlich unfassbar viel Zeit. Erst einmal keine weiteren Aufgaben. Dafür Zeit, Vokabeln nachzulernen und mich in Ruhe der Arbeit zu widmen. Mich auch mal um ein paar private Dinge zu kümmern. Plötzlich sah das alles gar nicht mehr so schlimm aus. Den Druck hatte ich mir offenbar hauptsächlich selbst gemacht. Und statt mich über die unerwartete Pause zu freuen, hatte ich mich über sie geärgert.

Mittlerweile geht es mir wieder gut, bin ich auch plötzlich die Ruhe selbst. Drei Wochen bin ich noch hier, das ist gar nicht mal mehr so schrecklich viel. Und ich hab noch viel zu erledigen. In Delft war ich jetzt, aber in Leiden noch nicht. Amsterdam hat noch mal einen längeren Besuch verdient. Noch nicht einmal auf den Haagsen Markt (größter Markt der Niederlande) habe ich es bisher geschafft. Und mir fehlen noch Fischbrötchen, Frikandel und Bitterballen auf meiner kulinarischen Reiseliste. Übernächstes Wochenende kommt Besuch. Und ein bisschen Zeit für Vokabeln und weiteres Lesen und Hörverstehen bleibt natürlich auch noch. Es wird vielleicht nicht ganz reichen mit dem Fluent in 7 Weeks. Aber dann ist das halt so. Schließe mache ich das alles ja eigentlich zum Spaß…

Weniger Stress = weniger Einsamkeit. Da scheint durchaus was dran zu sein.

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Argh

Millionär – und dann?

Die gesetzliche Rente wird nicht reichen – so weit, so bekannt. Also musst du dir selbst was ansparen, wenn du im Alter nicht unter der Brücke schlafen und Flaschen sammeln willst. Aber: wie viel eigentlich?

Kann man nachrechen, etwa auf zinsen-berechnen.de. Und da wird schnell klar: Wenn du noch im halbwegs gesitteten Alter die Arbeit niederlegen willst und auch noch 20 Jahre was vom Leben haben, dann wird das teuer, auch mit den im Alter steigenden Gesundheitskosten. Mieten und Immobilienpreise klettern fröhlich weiter, Heizkosten auch. Lang verhaal koort: Du brauchst Kohle!

Wenn ich meinen Lebensstandard ungefähr halten will – ich hab’s mal nachgerechnet – brauche ich nach heutiger Kaufkraft etwa 400.000 Euro. 500.000 wären besser. Die Preise steigen aber noch munter weiter. Wer weiß, was noch alles kommt wegen Klimawandel, Wohnungsbedarf und so weiter. Die geringere Kaufkraft eingerechnet, sind wir dann eher bei 600.000. Mach 750.000 draus, wenn du im Alter sorgenfrei leben willst. Klar: Es kann sein, dass du nach 2 Jahren Rente den Löffel abgibst, dann hättest du so viel gar nicht gebraucht. Aber man will ja optimistisch bleiben.

750.000 Euro – da sind wir nicht mehr weit weg von 1 Million. Und da man sich ja höhere Ziele stecken soll, um dann wenigstens die kleinen zu erreichen, muss das eigentlich das verrückt anmutende Ziel für jeden sein: Millionär werden, bis du alt bist, damit du dir in diesem Lande (Deutschland) noch einen Lebensabend leisten kannst.

Ich finde, sich selbst einen ETF-Sparplan oder Ähnliches anzulegen, macht das ganze noch viel greifbarer als irgendeine Renten- oder Lebensversicherung. Da würdest du einen monatlichen Betrag an deine Versicherung zahlen und einfach darauf vertrauen, dass da am Ende was bei rumkommt. Sorgen los, Gedanken los (viel Geld los). Bei einem eigenen Sparplan, sieht du regelmäßig die Zahlen. Du siehst, was du schon angespart hast, wie viel Zinsen es schon gab – und du hoffst dir insgeheim natürlich, dass aus den 7,3 Prozent demnächst 8,4 Prozent werden. Denn es ist ja dein schönes Geld für den hoffentlich schönen Lebensabend.

Das macht etwas mit einem. Geld verdirbt, das steht für mich außer Frage. Oder sagen wir es so: Es lässt sich kaum vermeiden, dass deine Gedanken auch irgendwann um das Geld kreisen, dass du – notwendigerweise – anhäufst.

Beispiel: Das Verwahrentgelt, das viele Banken jetzt einführen. Das sind mehr oder weniger Kontoführungsgebühren, wenn du einen gewissen Freibetrag überschreitest. Es heißt nicht so, aber im Grunde sind das Negativzinsen. Dein Geld wird weniger statt mehr. Ich habe deswegen jetzt einen Teil meines Ersparten auf ein anderes Konto überwiesen, um diese Gebühren zu sparen. Das ist schon a rich guy’s move. Vor ein paar Jahren hätte ich mir – selbst wenn ich das Geld gehabt hätte – darüber keine Gedanken gemacht.

Ich bin kein Materialist, ich würde mein Geld nie in einen teuren Sportwagen oder Ähnliches stecken. Aber ich merke schon, dass sich mein Verhalten mit steigendem Kontostand verändert. Eine Wohnung für weit über 1.000 Euro im Monat in Den Haag oder Singapur? Klar! Für ein paar Monate geht das, die Seele will ja auch was Hübsches. Und von der Steuer lässt sich’s auch absetzen. A money-minded move!

Ein technisches Spielzeug wie meine jüngst erworbene Amazfit Neo für 30, 50 oder auch mal 100 Euro? Hätte ich vor 10 Jahren gar kein Geld für gehabt. Heute denke ich nicht groß nach, sondern mache einfach. Oder im Supermarkt. Klar kaufe ich nicht per se das teuerste, klar schaue ich vorher auf das Preisschild. Aber ich lade ein, was mir gefällt. Und ob dann an der Kasse am Ende 20 oder 30 Euro stehen, ist mir egal. Das macht für mich kaum einen Unterschied. So hätte ich vor 5 oder 10 Jahren schon nicht gedacht.

Neulich sprang meine alte Klapperkiste von Auto nicht an. Ich hatte ein paar Tage davor erst die Glühbirne am Rücklicht getauscht. Eventuell hat das etwas damit zu tun. Klima hat het auto’tje natürlich auch nicht. Warum tue ich mir das eigentlich an, dachte ich mir da kurz? Warum nicht einfach alles an Umweltboni und Finanzierung mitmachen und dir einen hübschen Cupra kaufen? Leisten könntest du ihn dir.

Weil ich ihn schlussendlich nicht brauche, aber selbst das sind Gedanken, die ich vor vier Jahren noch nicht hatte. Damals, als ich mein erstes Auto kaufte und damit zum Nordkap fuhr, um ein kleines Aventure zu erleben, war mir das herzlich egal. Hauptsache, es tut, was es soll. Dieses Gefühl von Freiheit – es schwindet beim Gedanken an Geld.

Der Prozess ist schleichend. Ich will das nicht, ich will nicht geld-orientiert leben. Ich will nicht so werden wie eine mir bekannte Person, die genervt ist, wenn man sie nur anruft, immer kurz angebunden, schrecklich oberflächlich, gehetzt wirkend, aber ein dickes Autos fahrend, immer getrieben von den eigenen Besitztümern und allem, was damit einhergeht.

Ich bin so nicht, aber ich weiß, dass ich irgendwie auch ständig von A nach B hetze, dass das alles irgendwie mit den vielen Dingen zu tun hat, die ich machen will und die letztendlich auch irgendwie mit Geld zu tun haben. Ich merke, dass es mir auf die Nerven geht, in der Fußgängerzone um Geld angebettelt zu werden und alle paar Meter jemanden sitzen zu sehen, der meine Kohle will. Ich habe weniger Mitleid mit den Leuten als vor 10 Jahren und ich gebe ihnen heute nicht mehr Geld als damals, auch wenn ich heute deutlich mehr habe.

Ich war nur einmal im Ahrtal helfen, andere sind da jede Woche oder – heute gehört – haben ihre Jobs aufgegeben und sind dauerhaft dahin gezogen, um beim Wiederaufbau zu helfen. Ich habe meine zwei Wochen Urlaub diesen Sommer lieber auf dem Rad und auf Zeltplätzen verbracht. Ich mache hier in den Niederlanden einen 7-wöchigen Sprachkurs, der mir beruflich wahrscheinlich nichts bringen wird (außer Begeisterung zu wecken, Lernfähigkeit zu stärken und den Kopf nochmal bisschen zu verjüngen). Ich hätte statt dessen auch in Bonn bleiben und mehrmals die Woche abends an die Ahr fahren können. Bedarf ist da. Aber, klar, ich habe genug Ausreden auf meiner Liste, warum das irgendwie nicht geht und ich da gerade nicht helfen kann und konnte. Gebrechen, keine Zeit, keine spezielle Erfahrung, bin außer Landes… Aber klar, wäre am Ende doch möglich gewesen. Wollte ich es nicht, weil mich das vom Geldverdienen abgelenkt hätte?

Wie bleibt man einerseits frei, bescheiden, hilfsbereit und glücklich? Und sichert sich andererseits bestmöglich finanziell ab, denkt ans Geld und schert sich trotzdem nicht darum? Wie geht das? Wie macht ihr das?

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Argh

Wozu eigentlich noch Facebook? II

Dass es Probleme bereiten kann, wenn einige der wichtigsten Kommunikationskanäle der Welt in den Händen nur einer Firma liegen, hat man am Dienstag beim historischen, globalen Facebook-Ausfall gesehen. Gleichzeitig trat die Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen auf und warf dem Konzern vor, Profit über das Wohlergehen seiner Nutzer zu stellen. Ein paar Gedanken dazu:

  • Dass bei einem börsennotierten Unternehmen Profit über alles geht, sollte einen jetzt nicht so sehr verwundern, das ist nichts Besonderes.
  • Dass wichtige soziale und private Medien in den Händen eines börsennotierten Unternehmens liegen, ist aber so oder so eine ganz schlechte Idee.
  • Was bin ich froh, dass wir mit der E-Mail zumindest noch einen Kommunikationsweg haben, der nicht in den Händen nur eines globalen Konzerns liegt!
  • Wozu eigentlich noch Facebook? Ich stelle die Frage mittlerweile seit Jahren. Klar, dem Unternehmen gehört mehr als nur dieses schmierige, gleichnamige Social Network. Um WhatsApp kommt man so schnell nicht herum. Instagram ist noch vergleichsweise friedlich und sauber – was auf der anderen Seite auch wieder für Probleme sorgt. Aber Facebook-Facebook… Man liest und hört sehr oft davon, wie sehr das Social Network uns zu sozialen Zombies mache, die Meinungsmache dort beeinflusst sei, die Rechten es unterwandert hätten und dort alles nur noch hässlich und schlimm sei. Ja, dann benutzt es halt nicht! Ich mache das seit Jahren so. Das geht. Längst.
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Yeah

Twee weken al in Nederland

Es fühlt sich an wie ein ganzer Monat, so viel steht fest. Ebenfalls steht fest, dass es ein Meilenstein gestern war, dass sie mir endlich das Swapfiets geliefert haben und ich wieder sporten kann. Oder dass Spielberichte der deutschen Fußballbundesliga auf Englisch schon seltsam anmuten, aber anders hier nicht zu empfangen sind. Und dass mir Gesellschaft fehlt, zumindest an den Wochenenden, wenn ich dafür Zeit hätte.

Dass mir gestern ein (vermutlich) Obdachloser vor meinem Haus ein fröhliches „Goedemorgen!“ und „Hoe gaat het?“ zugerufen hat und ich seitdem hoffe, ihn bald mal wieder zu sehen, spricht auch irgendwo Bände. Nein, nicht dass ich mit einem Obdachlosen nicht genauso gut reden könnte wie mit jedem anderen auch. Aber dass ich sonst einfach noch keine Gesprächspartner hier gefunden habe, mit denen das genauso gut geklappt hätte. Außer mit der wirklich netten (und sehr gründlichen!) polnischen Putzfrau, die heute kam, die aber nur Englisch spricht. Oder meiner polnischen Klassenkameradin (die einzige noch verbliebene), mit der ich mich immer freue, nach dem Kurs noch ein paar Sätze zu wechseln, bevor wir dann beide meist schnell weg müssen.

Ich habe mich bei Meetup angemeldet und es ist schon gek, was es da alles gibt. Aber so einfach ist das gar nicht zu Treffen zu gehen, wenn man weiterhin nicht ganz gesund ist (der verfluchte Nacken ist immer noch verzogen) und mit all den Vorbereitungen, Nachbereitungen, Vokabeltrainings und Hausaufgaben ganze Abende gefüllt sind. Aber morgen Abend habe ich beschlossen, mache ich einfach mal irgendwas mit irgendwelche Leuten.

In meiner kleinen Kammer hier fühle ich mich mittlerweile pudelwohl. Vor allem, wenn der Regen gegen die Fenster peitscht oder der Wind um das Dach weht und ich mich daran erinnere, dass ich hier an einem tollen Ort direkt am Meer sitze. Morgen noch, dann ist es mit den Regentagen angeblich auch erst einmal vorbei. Was aber auch nicht schlimm ist, denn soooo viel von der Stadt habe ich noch gar nicht gesehen, die altehrwürdigen Unistädte Delft und Leiden sind gerade mal eine knappe Stunde mit dem Fahrrad entfernt, nach Amsterdam wollte ich eigentlich auch noch mal (knappe Stunde mit dem Zug). Und in vier Wochen geht es ja eigentlich auch schon zurück. Beeilt euch, wenn ihr mich noch besuchen wollt!

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Argh

2 Wochen ohne Sport

Eine Challenge, die ich mir eigentlich gerne erspart hätte. Aber mir ist einfach keine gute Idee gekommen, wie ich hier Sport hätte machen können. Ohne Fahrrad, vom Arzt abgeraten laufen zu gehen, Corona-technisch noch nicht wieder bereit ins Fitnessstudio zu gehen und dann noch mit verzogenem Nacken, dass so etwas wie Tischtennis nicht möglich war.

Heute hat Swapfiets mir dann endlich das versprochene Fiets geliefert und ich bin direkt erst einmal eine Stunde durch die Oostduinen damit gesportet. Ein wunderbares Gefühl, mit dem sich auch tausend Sorgen irgendwie direkt in Luft aufgelöst haben.

Was mich zum Kern dieses Beitrags bringt. Die 2 Wochen haben mir überhaupt nicht gut getan. Die Welt kam mir plötzlich klein, undankbar und hoffnungslos vor. Mein Wohlbefinden hat stark gelitten, mein Stresslevel war höher als normal. Und häufiger als notwendig fiel mir die Decke auf den Kopf – obwohl ich hier in einer neuen Umgebung bin und jeden Tag Neues erlebe. Nein, das möchte nie wieder erleben. Von jetzt an zurück zu 5x Sport in der Woche! Was ich euch natürlich auch rate…

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Möh

Puh!

Eigentlich immer schön, wenn es ein paar Herausforderungen im Leben gibt. Die letzten Tage haben mich aber echt geschlaucht und ich bin gestern und heute kaum wach geworden. Noch dazu habe ich mir den Nacken verzogen. Das kann zum einen daran liegen, dass es nun wirklich auch hier langsam Herbst und damit kalt wird. Zum anderen aber sicher auch daran, dass das hier mittlerweile ganz schön viel Programm ist.

Man will ja auch was mitnehmen von all dem… Dreimal die Woche habe ich 2 Stunden Sprachkurs, manchmal auch 2,5h. Klingt erstmal nicht so viel. Ist aber schon deswegen anstrengend, weil wir nur noch zwei Kursteilnehmer sind, ich also bei jeder zweiten Frage auch dran komme. Dann geht es darum, das Gelernte nachzubereiten, Vokabeln zu lernen, den Wortschatz durch Lesen zu aktivieren. Pro Lerntag werden es etwa 50 Vokabeln mehr auf meiner Liste. Und weil unsere Lehrerin offenbar auch will, dass was hängen bleibt, gibt sie uns massig Hausaufgaben auf. Heute Abend saß ich drei Stunden an allem. Meinen Job mache ich natürlich trotzdem Vollzeit weiter. Und dann wollte ich ja auch noch täglich De Volkskrant lesen…

Und wenn dann noch einige Kleinigkeiten nicht funktionieren, wird es wirklich was viel.

Eine Kleinigkeit wie, dass ich an meinem Auto das Rücklicht reparieren, sprich: die Birne austauschen musste, das Auto aber aufgrund der kranken Parkplatzsituation hier 2 km von meinem Apartment entfernt steht. Dass ich hier erst keinen Schrauberdreher hatte, um die Mutter des Rücklichts zu lösen und alle Albert Heijns und Kruidvats der Gegend keinen anbieten. Und als ich dann endlich einen DIY-Markt gefunden, dort einen gekauft habe und damit wieder die 2 km zum Auto bin, hat der nicht gepasst. ? Das Gewinde war völlig ausgeleiert. Ich also wieder die 2km zurück. Heute wollte ich wieder in den DIY-Markt gehen, um den Dreher auszutauschen. Da hat der Laden doch ausgerechnet mittwochs zu. ??

Und dann hat es auch noch geregnet, ich hab ewig keinen Sport mehr gemacht und mein Nacken tut ja auch noch weh. ?

Konstruktiver Journalismus, Jürgen, keine Rumheulerei hier!

Okay okay, also irgendwie habe ich mich dann doch noch aus dem Schlamassel befreit:

  • Erstmal bin ich lekker in den TigerShark Coffee, um Luft zu holen, einen Kaffee zu trinken und De Volkskrant zu lesen (die Niederlande bekommen auch eine neue Regierung!).
  • Dann habe ich meine AirBnB-Gastgeber angeschrieben, ob die mir nicht vielleicht sogar einen Schraubenschlüssel ausleihen könnten. Konnten sie! Hätte man auch früher mal drauf kommen…
  • Ich habe zusätzlich alles in meinen Rucksack gepackt, was irgendwie einen breiten Schlitzschraubendreher ersetzen könnte. Dosenöffner, Kuchengabel, Brötchenmesser…
  • Damit bewaffnet, habe ich eine Regenpause abgewartet und bin sehr schnellen Schrittes zum Auto gewandert, um wenigstens so ein bisschen was wie Sport zu machen.
  • Und siehe: Schon der Schraubendreher meiner Gastgeber passte auf Anhieb. Nach 10 Minuten brannte wieder Licht.
  • Zurück auch noch einmal schnellen Schrittes.

Mal gucken, ob ich den anderen Schraubendreher morgen noch gegen Geld omruilen kann. Mittlerweile hat sich sogar Swapfiets gemeldet und will mir am Montag endlich ein Fahrrad vorbei schicken. Dann hätte ich wenigstens noch 1 Monat damit. Und wenn der Nacken wieder gut ist, schaffe ich’s vielleicht doch noch mal zu diesem ominösen Tischtennisklub hier vor Ort. Oder ich gehe am Wochenende einfach mal ne Runde laufen, was soll’s. Fitnessstudio? Puh…

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Hm

Één week in het buitenland

Seltsam. Jetzt bin ich gerade mal eine gute Woche hier und jetzt fällt mir fast schon wieder die Decke auf den Kopf. Ich war mehr als 5x bereits am Strand, über 5x im Albert Heijn oder im Hoogvliet. Erst nach ein paar Tagen habe ich die urige Jurriaan Kokstraat mit kleinen Cafés und überproportional vielen Surfshops entdeckt – und sie mittlerweile dann auch wieder so oft abgeschritten, dass ich sie beinahe in- und auswendig kenne.

Nee doch, schon krass. Wie schnell man sich an einem Ort heimisch fühlen kann. Das heißt noch nicht einmal, dass hier nichts Neues passieren würde. Heute etwa saß ich zum ersten Mal außen an dem Café des benachbarten Theaters, das ich eigentlich anfangs mal zu meinem Third Place erklären wollte. Tag 9 vor Ort und heute habe ich es zum ersten Mal dahin geschafft… Dort habe ich immerhin die überregionale Tageszeitung „De Volkskrant“ gelesen (schon zum 2. Mal würde ich gerne zur Gewohnheit machen), in dem – voll meta – eine Rezension des neuen Musicals abgedruckt war, das in eben diesem Theater seit neuestem läuft (Aladdin, das Musical).

Mir fehlt der Sport. Der ist eigentlich essentiell, gerade wenn man viel lernt. Aber mir fällt nichts ein, was ich machen kann. Laufen soll ich noch nicht wieder. Swapfiets kommt nicht in Quark, mir ein Leihrad zu stellen (und ich fürchte fast, das wird auch nichts mehr). In ein Fitnessstudio (Basic-Fit sitzt direkt um die Ecke) mag ich irgendwie noch nicht gehen. Heute hätte ich eigentlich mal zum örtlichen Tischtennisclub gehen wollen, mir aber praktischerweise am Morgen den Nacken verzogen. Kein Sport bekommt mir nicht gut. Ich werde dann maulig, aggressiv und unausgeglichen. Any tips?

Aber ansonsten mag ich das hier! Es ist allenfalls was stressig gerade.

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Right

Wahl ’21

  • Bin froh, gerade nicht in Deutschland zu sein.
  • Gute Chance immerhin, dass Laschet wirklich verhindert wird.
  • <15% ist ein Desaster für die Grünen.
  • Deutschland hat der SPD also vergeben.
  • Aber nur um Laschet zu verhindern?
  • Und damit die Grünen nicht an die Macht kommen?!
  • Klimawandel? Ahr-Katastrophe? Alles schon vergessen?
  • Es wird also alles weiter gehen wie bisher.
  • Dann kann ich mich jetzt ja wichtigeren Dingen widmen.
  • ??‍♂️
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Möh

Life is much more simple when you’re young

15:

Findet die mich cool, finde ich die süß?
Herr Hospach hat uns echt viel aufgegeben.
Wenn ich groß bin, werde ich Schriftsteller!

45:

Ganz schön teuer geworden, so Wohnungen!
Wie mag das wohl erst in 20 Jahren aussehen?
Und wie soll ich das dann alles bezahlen?
Falls der Klimawandel dann nicht eh alles ruiniert hat.
Verdammt, die Grünen!
Ob sich die Klimakrise noch aufhalten lässt?
Und wie kriegen wir das hin, ohne dass wir Wohlstand aufgeben?
Weiß gar nicht, wo ich die ganze Arbeit unterbringen soll.
Muss ja nebenher noch neue Konzepte entwerfen.
Und Sport nicht vergessen, sonst werde ich gar nicht erst so alt.
Familie gründen wird wohl nichts mehr.
Wüsste aber auch eh nicht, wie ich das alles bezahlen sollte.
Verdammt! Die Autoversicherung ist wieder teurer geworden.
Und die Heizkosten erst.
Ich war doch gerade erst 35?!
Bleibt gar nicht mal mehr so viel Zeit, bis das Leben schon wieder vorbei ist.
Kann ich wenigstens noch 2 der Träume realisieren, die ich mal hatte?
Muss schon wieder zum Zahnarzt wegen so nem Mist.
Mann, bin ich aus der Puste!
War ich gestern wirklich nur ne Runde laufen? Komme mir vor, als wäre ich überfahren worden.
Schriftsteller werd ich wohl nicht mehr, ich wüsste gar nicht wann ich das machen sollte.
Aber immerhin mach ich sowas Ähnliches.