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101: Kaufen!

Wenn man sich einem neuen Thema widmet, dann am besten – so habe ich jetzt die Erfahrung gemacht – wenn man die konkrete Absicht hat, etwas davon zu bestellen.

Denn das bedeutet, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Jeder bestellt gerne online, aber keiner lässt sich gerne Schund andrehen, also recherchiert er gründlichst vor dem Kauf und bringt so das in Erfahrung, worauf es ankommt.

Blendle (oder genauer gesagt: Paid Content) habe ich einst die Pest an den Hals gewünscht. Mittlerweile denke ich mir, sollte man sich noch einmal damit befassen. Denn Paid Content hat sich durchgesetzt und scheint bleiben zu wollen. Ich konnte bisher alles recht gut umgehen oder dachte mir: „Ach, das interessiert dich gar nicht sooo sehr…“ Aber spätestens seit der Bonner Generalanzeiger auf Paid umgeschaltet hat, sehe ich kaum noch eine Alternative. Weil gleichzeitig die Bonner Regionalausgabe des Express zum Jahresende die Pforten schließt (und eben der Express gewesen sein wird), hat der GA mittlerweile ein Monopol auf die Lokalnews.

Ich sehe aber nicht ein, für jede Online-Nachricht, die mich interessiert, gleich ein Abo für 20 Euro im Monat abzuschließen. Hier wird Blendle mit dem Einzelverkauf von Artikeln nochmal interessant. Auch wenn gar nicht mal so viele Zeitungen und Online-Magazine da mitmachen.

Apple Silicon: Nachdem ich neulich las, dass man auf dem geplanten neuen Apple-MacBook mit ARM-Architektur auch iPad-Apps wird laufen lassen können, wird die Sache für mich langsam interessant, da ich gerade ja noch auf einer Suche nach einem schlanken Bildbearbeitungsprogramm bin und eigentlich alle Mac-Apps dafür völlig überladen sind. Jetzt noch eine stattliche Akkulaufzeit dazu, und noch einen Touchscreen (okay, den werde ich nicht bekommen), das alles für 1.000 Euro (werde ich auch nicht bekommen) und ich bin dabei. Das MacBook Pro, das ich seit ein paar Monaten habe, war ein Schnellschuss und irgendwie kein perfekter. Die Akkulaufzeit ist enttäuschend, die TouchBar überflüssig wie ein Kropf und außerdem nervig. Es tippt sich ganz gut auf dem Keyboard und der Bildschirm ist wirklich toll, aber das war’s dann auch.

Wo wir gerade von neuer Technik reden. Auch ein neues Smartphone könnte ich mir noch einmal vorstellen. Das Galaxy S10 und ich sind die besten Freunde, aber für eine Hochzeit wird es nicht reichen, weil der Akku einfach nichts taugt. Es ist tatsächlich alles, was ich an dem Ding überhaupt kritisieren würde (und dass die Telekamera sehr schnell rauscht und bisschen näher noch ranzoomen könnte), aber sonst eigentlich nur der Akku. Auch hier könnte ich mir noch einmal ein iPhone vorstellen, auch in Bezug auf Apps und dem gesamten Ökosystem. Gebt mir eins mit 3x-Tele, mit einer starken Kamera, mit OLED und mit einer 2-tägigen Akkulaufzeit für <1.000 Euro (werde ich auch wieder nicht bekommen), vor allem: gebt mir 1.000 Euro! Und dann wäre ich wohl dabei.

Bilder mit dem Motorola Moto G9 Plus. Man muss es Motorola lassen: die Bilder overperformen. Sehen auf dem Display immer nach nix aus und auf dem Rechner dann um Längen besser:

„Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“… Nein! Nein, nein und nochmals nein! Die Geschichte ist irgendwo witzig, die Hauptfigur ene lustische Jesell. Hut ab auch vor Thomas Manns Wortschatz, da geht Deutschlehrern das Messer in der Tasche auf. Aber rechtfertigt das diese geschwollene Sprache mit kaum Handlung über hunderte Seiten? Ich hab jetzt Wochen dafür gebraucht, mich immer wieder neu motivieren müssen, ein paar Seiten davon zu lesen. Ein Buch, bei dem man den Eindruck nicht los wird, dass hier nur der Schreibende Spaß hatte und der Leser gequält werden sollte. Andererseits nicht einmal das: Mann hat den Roman schon zwischen 1910 und 1913 begonnen und dann bis zu seinem Tod 40 Jahre später nicht vollenendet. Hier könnte man böse sein und ihm unterstellen, dass er selbst keinen Bock mehr auf den Quatsch hatte.

Ne, war nicht meins. Ich wage mich natürlich weiter an Weltliteratur, aber wenn die immer so geschrieben ist, dann brauche ich zwischendurch was Leichteres.

Emmys: Zwei von mir hoch geschätzte Serien haben abgeräumt: Watchmen und The Last Dance. Vom Gewinner der besten Dramaserie „Succession“ hatte ich bisher nur gehört, von der Best Comedy „Schitt’s Creek“ nicht einmal das. Und ihr?

Gesundheit: Nicky schlug vor, ich könnte ja mal einen Antikörper-Corona-Test machen. Sollte der, aus welchen Gründen auch immer, positiv ausfallen (und simmer ehrlich, ich war vor, während und nach Corona viel in der Weltgeschichte unterwegs), dann könnte ich sorgenlos sämtliche Turnhallen in Bonn und Umgebung stürmen, um da Tischtennis zu spielen oder sonstwas zu machen. Gute Idee. Ich hab mich auch direkt umgeschaut und für kommenden Montag einen Termin ausgemacht. Soll auch kaum mehr als 30 Euro kosten. Bin sehr gespannt!

Mario erzählte nebenbei die Geschichte, wie sein Arzt ihm einen Großteil des Meniskus‘ entfernt hatte (und was ein Meniskus eigentlich nochmal war). Die Geschichte hat mich derart geschockt, dass ich mittlerweile allen Ernstes Knieschmerzen habe. Bisschen gemuckt hat das linke Knie sowieso schon lange. Und seit seiner Schilderung kriege ich den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, dass ich auch einen Meniskusschaden haben könnte, und bewege mich deswegen im Schongang, was die Probleme wohl erst verursacht hat… Soll noch einer sagen, ich wär kein Hypochonder…

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Tech

100: Eure Chance, mal Early Adopter zu sein

Vorhin mal den neuen Podcast von Don Dahlmann und Richard Gutjahr auf T-Online gehört. Ist sehr professionell produziert, auch wenn man merkt, dass sie die Fragen und Antworten schon vorgeplant haben und natürlich beide für Elektroautos sind.

Jedenfalls kamen mir dabei folgende Gedanken:

  • Das übernächste Auto, das ihr euch kaufen werdet, wird in jedem Fall ein Elektroauto sein.
  • Die Technik wird gewinnen, im Grunde hat sie das sogar schon. Es gibt abertausende Ladepunkte in Deutschland. Im benachbarten Ausland sieht die Situation meist sogar noch besser aus. E-Autos sparen Geld, sind wartungsärmer, umweltfreundlicher, fahren sich besser. Die Technik wirkt fortschrittlicher und ganz nebenbei sparen sie Feinstaubemissionen im Innenstadtverkehr und sind deswegen auch von der Politik gewollt.
  • Teslas sind iPhones, die Fabrikate anderer E-Autos sind frühe Android-Smartphones, der E-Porsche ist Vertu. Benziner sind Nokia Symbian. Diesel ist Windows Mobile.
  • Schon in ein paar Jahren werden alle das iPhone haben wollen. Weil sich das nicht jeder leisten kann, greifen andere auf Androids zurück, die sind ja fast so gut. Symbian- und Windows-Mobile-Geräte werden technisch aufholen und trotzdem wie Bleifüße in den Schauhäusern stehen bleiben.
  • Um bei E-Autos Innovatoren zu sein, müsstet ihr die Uhr mittlerweile ein paar Jahre zurückdrehen. Wenn ihr euch jetzt eins kauft, habt ihr aber noch kurzzeitig die Chance, zur den Early Adopters zu gehören. Ihr bekommt dann noch (!) ein wenig Coolheitsbonus, werdet aber auch noch als Exoten betrachtet und müsst mit einigen Anfeindungen rechnen.
  • In zwei Jahren hat sich das aber längst relativiert. Da werden E-Autos schon weit verbreitet sein und auch die anfänglichen Zweifler werden umsteigen.
  • In drei Jahren werden sich die Manfreds und Udos als cool feiern lassen, wenn sie sich ein E-Auto zulegen, obwohl sie längst nur noch die Early oder schon Late Majority sind. Spätestens hier beginnt der Tipping-Point. E-Autos werden Alltag und sind nichts Besonderes mehr.
  • Nochmal zwei, drei Jahre später, so 2026 rum, werden mehr E-Autos als Verbrenner auf den Straßen rollen.
  • 2030 wird es fast nur noch E-Autos geben. Einige wenige werden beim Verbrenner bleiben, weil sie E-Autos als Teufelszeug ansehen, nicht überwacht werden wollen oder behaupten, keins zu brauchen.

Oder anders gesagt: Kauft euch schon jetzt eins, dann seid ihr mal früh mit dabei, habt früher Spaß und profitiert gerade noch von Umweltbonus und Mehrwertsteuersenkung.

Echt jetzt, Jürgen? Ein Plädoyer für Autos, nicht dagegen? Was ist mit der Umwelt und der Rettung der Welt?

Ja, so einfach ist das alles nicht. Klar retten wir die Welt nur mit weniger, und Fahrräder wären besser als Autos. Aber keine Weltrettung, wenn ich deswegen meinen Arbeitsplatz verliere, keine Arbeitsplätze ohne Wirtschaft. Keine Wirtschaft ohne die Autoindustrie. Und wenn Autoindustrie, dann wenigstens eine etwas sauberere Autoindustrie.

Passend dazu, der Parking Day heute direkt vor meiner Tür:

Radfahrer besetzen einen Nachmittag lang ein paar Parkplätze und machen daraus einen Park für die Bewohner. Klares Motto: Es muss nicht jede Fläche für Autos draufgehen. Wir könnten unsere Städte so viel hübscher machen. Finde ich sehr gut!

Na, was jetzt?! Neue Autos anschaffen oder weg damit? Beides geht nicht!

Doch, es geht beides! Ich sage nicht, wir sollen alles wie die Niederlande machen. (Wobei: Warum eigentlich nicht?) Aber auf jeden Fall können wir uns dort abgucken, wie Autos und Fahrräder friedlich koexistieren, alles für das Fahrrad getan wird und Autofahrer trotzdem nicht benachteiligt werden. Es geht. Und simmer mal ehrlich: Ohne Autos können wir mittelfristig nicht leben und wollen das auch irgendwo gar nicht. Die Dinger sind eine Errungenschaft, die geben wir freiwillig nicht mehr her. Dann lasst uns wenigstens halbwegs saubere Autos bauen.

Wasserstoff?!

Wäre noch besser, aber so weit sind wir noch nicht.

Neues Testgerät. Ist das noch Mittelklasse?

Ich weiß, man muss über den Käufer gehen. Der hat den Einfluss. Und wenn er nichts von dem weiß, was da abgeht, ändert er nichts…

Finde das trotzdem irgendwo pervers. Nach dem Motto: Was nehme ich denn heute mal? Eier aus Bodenhaltung mit gekürzten Schnäbeln aber ohne Kükenschreddern, oder doch lieber die aus Freilandhaltung mit Kükenschreddern aber ohne gekürzte Schnäbel.

Warum muss alles, was wir essen, so eine Sauerei sein?

Muskelkater vom Tischtennis… Hatte ich auch seit Jahren nicht. Im Übrigen würde es anscheinend doch draußen gehen:

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Argh

99: Was für eine Farce

Ich kam also nicht mehr drumrum und wollte mein Team auch nicht im Stich lassen. Also war ich heute dabei bei unserem ersten Tischtennis-Ligaspiel seit Corona vorbei ist seit Corona wieder angefangen hat seit Corona.

Von Markus in Niedersachsen weiß ich, dass dort die Hausmeister erst 30 Minuten nach einem Spielende die Halle betreten sollen, um sich vor den Aerosolen zu schützen. Die Spieler dürfen derweil vorher einfach so herein.

Der für NRW zuständige Westdeutsche Tischtennisverband legt Wert auf sein ausgeklügeltes Hygienekonzept. Etwa dass beim Seitenwechsel beide Spieler in die gleiche Richtung rotieren, dass Tische nach einem Meisterschaftsspiel (aber nicht vorher) zu desinfizieren sind, Bälle nach jedem Spiel auch. Vor allem aber dass in der Halle Masken zu tragen sind, aber nur von den Leuten in der Halle, die gerade nicht spielen. Wer spielt, nimmt die Maske natürlich ab.

Als ich heute in die Halle komme, ist das Jugendtraining gerade beendet. Alle Türen und Notausgänge sind auf, trotzdem sind dort gefühlte 28 Grad, weil der Durchzug nicht reicht, um alles zu belüften. Außerdem sind die Fenster geschlossen, weil die nur der Hausmeister mit einem Spezialschlüssel öffnen kann und der nen Riesenasi ist die Fenster für uns heute nicht geöffnet hat.

Wir haben uns teilweise ein halbes Jahr nicht gesehen (schlanker ist keiner in der Zeit geworden 😉 und begrüßen uns mit Ellenbogencheck, teilweise nicken wir uns auch nur zu, so weit alles regelkonform. Ich desinfiziere mir an dem Abend mehrmals die Hände. Vor meinem erstem Spiel bitte ich darum, dass wir den Ball einmal desinfizieren, was mein Mannschaftkamerad auch anstandslos macht. Vor meinem zweiten Spiel denke ich da nicht mehr dran. Wenn ich das richtig rekapituliere, die anderen vor und nach ihren Spielen auch nicht.

Während des Spiels kommt der dringende Hinweis von unserem Abteilungsvorsitzenden in der WhatsApp-Gruppe, dass wir bitte bitte unbedingt darauf achten sollen, die Maske zu tragen, wenn wir nicht spielen. Das Ordnungsamt käme derzeit verstärkt rum und würde das in öffentlichen Gebäuden kontrollieren.

Vorstellen musst du dir das so: Du gehst mit Maske an den Tisch, nimmst sie dort ab, rödelst dort ein, zwei Sätze herum, gehst in der Satzpause hinter die Abtrennung zu deiner Tasche (wofür du eigentlich die Maske wieder aufsetzen müsstest), trinkst dort einen Schluck, wofür du sie kurzzeitig wieder absetzen darfst, setzt sie wieder auf, gehst an den Tisch, wo die Luft noch steht, und setzt sie dort wieder ab. Macht natürlich keiner genau so, und in den Moment wo du ohne Maske vom Tisch zu deiner Tasche gehst, dürfte dich das Ordnungsamt theoretisch abkassieren.

Ich spiele gar nicht mal so schlecht an dem Abend, dafür dass ich ein halbes Jahr nicht trainieren konnte oder wollte, verliere aber trotzdem meine beiden Einzel (der Gegner hat cleverer gespielt), Doppel werden laut den Statuten ausgelassen.

Während des Spiels müssen alle Einzelspieler des Gegners ihre Personalien in einer Liste eintragen, damit man sie im Notfall benachrichtigen könnte. Adresse, Telefonnummer und so weiter können wir als Heimmannschaft dort einsehen. Jeder Gegner muss das aber ausfüllen und bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er sich mit der Einsehbarkeit seiner Daten einverstanden erklärt. Eine Möglichkeit zu widersprechen hat er nicht. Überflüssig ist das ohnehin, denn jeder Spieler wird wie immer auch mit Namen und allen Ergebnissen im Spielsystem online erfasst. Das heißt, es wird ohnehin online gespeichert, wer wann wo mit wem unterwegs war. Sollte er wegen eines Verdachtsfalls benachrichtigt werden müssen, ginge das auch über seinen Mannschaftsführer.

Das Spiel verlieren wir. Es ist mir überraschend egal, weil sich alles so surreal anfühlt. Wie soll’s jetzt ohnehin weitergehen? In zwei Wochen haben wir das nächste Meisterschaftsspiel, diesmal auswärts. Will ich noch halbwegs passabel spielen diese Saison, müsste ich trainieren und das Ganze zwei- bis dreimal die Woche durchziehen.

Gleichzeitig meldet das RKI heute für Deutschland die höchste Zahl an Neuinfektionen seit 4 Monaten, erstmals seit langem über 2.000 an einem Tag. Die Gefahr sich anzustecken, steigt mit jedem Besuch in der Halle an. Es würde mich nicht wundern, wenn sie die Saison in wenigen Wochen wieder abbrechen würden. Aber, hey, dann hätten wir wenigstens zwei bis drei Spiele für die goldene Ananas gemacht und die Herdenimmunität weiter gestärkt. Mein Nacken ist jetzt übrigens auch wieder verspannt, zum ersten Mal seit Wochen.

Nebenbei, immer dieses Gegeneinander. Klar spielt man auch um das Spaßes Willen, aber am Ende geht mit allen doch der Instinkt durch, gewinnen zu wollen. Alles Andere würde auch keinen Sinn machen. Beim E-Bike-Fahren oder dem Stand-up-Paddling neulich, die beiden neuesten Sportarten, die ich für mich entdeckt habe, gibt es so etwas wie ein Gegeneinander nicht. Du fährst raus, weil es dir gut tut, weil es Spaß macht und du in Bewegung bist. Es gibt kein Gegeneinander, du tust es nur für dich.

Zum ersten Mal seit langer Zeit kam mir der Gedanke, mich doch mal nach ein paar neuen Sportarten umzusehen. Fitnessstudio ist erstmal eh nicht mehr, und Tischtennis… hat schon lange nicht mehr so wenig Spaß gemacht wie heute.

Die PS5 kommt bald, die Xbox Series X/S auch. Jemand Bock drauf?

Eine komplett schamlose Kopie, aber tatsächlich leckerer als das Original:

Spam kann manchmal echt süß sein:

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OK

98: Viel planen vs. viel machen

In letzter Zeit bin ich chronisch müde, schlafe schlecht, hab noch nicht ganz raus, woran das liegt. Meist stelle ich mir den Wecker auf 9, haue ihn dann nochmal aus und komme erst um 10 wirklich hoch, bin dann immer noch müde trotz 9 bis 10 Stunden Schlafs und schleppe mich irgendwie so durch den Tag, wo ich abends zur Einschlafenszeit meist hellwach werde und wieder nicht schlafen kann. Grandios.

Für heute dachte ich mir auf jeden Fall, ich gönne mir mal einen Tag Pause, hab auch gestern Abend noch eine Schicht eingelegt und über die neuen Apple-Produkte geschrieben. Das Ziel: Ausschlafen, möglichst wenig machen, mal gucken, ob ich den Testbericht etwas weiter drehe, fertig.

Irgendwann wache ich dann heute Morgen auf, drehe mich nochmal um, schlafe weiter, wache einige Zeit später noch mal auf und fühle mich auch schließlich wach, stehe auf. Wie spät mag’s wohl sein? Ich gucke auf die Uhr: 0945 Uhr. Ach!

Aber richtig wach bin ich trotzdem nicht. Ich lege mich auf die Couch, beantworte ein paar E-Mails, grase meine Feeds ab und schnappe mir irgendwann zwischen Tür und Angel die Kamera, um die Fotos für den Testbericht neu aufzunehmen. Zwei Stunden später bin ich dann auch so weit, sie auf den Rechner zu übertragen.

Ich esse was, schreibe noch ein paar Mails, lese ein wenig in meinem Text herum, erledige ein paar Dinge im Backend, die zündende Idee fehlt mir noch. Irgendwann esse ich was, lege mich wieder auf die Couch, bearbeite die Bilder nebenbei und lade sie hoch, schreibe noch ein paar E-Mails. Plötzlich eine gute Idee für den Testbericht. Es ist mittlerweile 1700 Uhr und ich gehe an den Schreibtisch, formuliere den Text. Nicky meldet sich. Wir waren um 1930 zum Essen verabredet. Ob ich auch früher…? Klar. Aber, oha, jetzt muss ich mich ein wenig beeilen. Formuliere den Text fertig, füge die Bilder ein, speichere ab, fahre los.

Was für ein fauler, unproduktiver Tag! Und doch habe ich alles erledigt, was gefragt war, mehr sogar noch: den Testbericht schon fast fertig, für den ich mir eigentlich bis Donnerstag Zeit gegeben hatte. Und das obwohl oder gerade weil ich mir vorgenommen hatte, heute nichts zu tun. Verrückt irgendwie…

Das Auswärtige Amt hat Nord- und Südholland zum Risiko-Gebiet erklärt. Das heißt, die Tour, die ich vorletzte Woche beendet habe, könnte ich heute schon nicht mehr machen, ohne mich danach in Selbstisolation begeben zu müssen.

Die Einschläge kommen also langsam näher. Immer mehr neue Risikogebiete in Frankreich, Österreich, der Schweiz und eben den Niederlanden. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch in Deutschland wieder die Zahlen mehren. Aber hey, machen wir einfach so weiter wie gehabt, bevor wir vorausschauend was ändern, right? Spielen wir halt morgen Tischtennis in der Halle und warten wir die zwei, drei Wochen ab, bis sie die Saison wieder abpfeifen. Dann haben wir wenigstens drei, vier Spiele gemacht.

Wenn dein Handy in der Hosentasche Party feiert, selbstständig einen WhatsApp-Status abschickt, dein Reisebuddy Holger sich dazu meldet und das Kunstwerk als „Corona-Depression“ interpretiert… ?

Getting closer… Jetzt noch etwas größer…

Biggest Zumba (?) Party I’ve ever seen. Klar, bei so vielen Leuten auf einem Fleck sinkt das Lampenfieber. Ich käme mir trotzdem zu beobachtet vor:

Society’s a waste:

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Hm

97: Keine Idee für eine Überschrift

Wir nähern uns der 100. Und ich muss gestehen, ich hatte schon vergessen, die 100 wovon das eigentlich gewesen sein wird. Hab dazu nochmal Folge 1 gecheckt. Damals war noch Mai, die Serie hieß „Aventure Pieces“ und man verwendete damals erst # vor jeder Nummer, später Punkte. Ich hatte noch kein E-Bike, sondern testete gerade E-Mopeds. Und ich hatte offenbar Spaß daran, mit dem Weißabgleich meiner Smartphone-Kamera herumzuspielen. Hui, das waren Zeiten!

Warum mache ich das hier eigentlich?

Nein, keine Sorge, sind keine Selbstzweifel, aber die Sinnfrage stellt sich mir schon. Selbstmarketing ist ebenso überschätzt wie bei mir nicht mehr existent, seit ich nicht mehr bei Facebook und Twitter aktiv bin. Seitdem ist dafür innere Ruhe bei mir eingekehrt. Also warum noch den Hansel spielen und auf Rampensau machen?

Andererseits raten alle Lebensratgeber dringendst zur Pflege eines Tagebuchs. Ich mache das lieber öffentlich, weil ich das irgendwie so gewohnt bin, hier mit euch interagieren und hin und wieder einen erzählen oder ein paar Bilder posten kann. Das macht schon mehr Spaß.

Im Bonner Unverpackthaus habe ich heute Vergangenheit und Zukunft an einem Ort gesehen. So war es früher, so macht es auch heute wieder Sinn!

Und dann bin ich in die Kaffeerösterei meines Vertrauens gegangen und hab mir Kaffee in einer beschichteten Papierverpackung geben lassen, weil ich noch gar keine Kaffeedose habe. ? Nächstes Mal dann.

Wir haben die ersten Spiele verlegt, aber jetzt führt kein Weg mehr dran vorbei: Am Donnerstag ist unser erstes Spiel in der neuen TT-Saison. Und ich habe mich entschlossen mitzuspielen. Die Entscheidung fiel gestern, als die Infektionszahlen noch niedrig waren und ich die Gefahr für gering eingeschätzt habe, mir was Schlimmes zu holen. Heute meldet das RKI dann wieder 1.407 Neuinfektionen, die meisten davon in NRW, vor allem aber 12 neue Todesfälle bundesweit. Das sind deutlich mehr als neulich… Na toll. Aber jetzt habe ich zugesagt, jetzt ziehe ich’s auch durch. Es wird unser einziges Spiel im September bleiben. Vielleicht auch das einzige überhaupt…

Noch 1 Bild:

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Argh

96: Ach, schleicht’s euch!

„Halt still, nicht lachen. Nicht lachen! Okay, j …etzt. *klick*“

Oder auch: Welchen Wechsel, Frau Dörner? Von Grün zu Grün? Die Grünen sind seit 11 Jahren im Bonner Rat an der Macht, ab 2009 zusammen mit der CDU, seit 2014 zusammen mit CDU und FDP. Liest man sich eine alte Pressemeldung über die Zustimmung der Grünen zum Koalitionsvertrag 2014 durch, so wird es nochmal interessanter. Darin heißt es:

„Der Masterplans (sic!) Klimaschutz, den wir in der Koalition mit der CDU initiiert haben wird nun auch in der Jamaika-Koalition unverändert umgesetzt“, sagte Frau [Brigitta] Poppe.“

Masterplan Klimaschutz? Was genau habt ihr davon umgesetzt? Ist es nicht genau das vermeintliche Fehlen eines solchen, den ihr dem OB gerade vorwerft, mit dessen Partei ihr zusammen an der Macht wart?

Oder auch:

„Die GRÜNEN, so ist es im Vertrag festgehalten sind auch in Zukunft ohne Wenn und Aber gegen das Festspielhaus…“

Heißt, ihr habt die Misere um die Renovierung der Beethovenhalle mitverantwortet, die am Ende wohl fast 200 Millionen Euro schwer werden wird.

Ja, und du, lieber OB bist nix besser…

Kommst ausgerechnet jetzt mit „Verantwortung und Sicherheit“, also dem Motto: Ich stehe mit dem Rücken zur Wand, deswegen beschwöre ich nochmal schnell die Angst herauf und geb den starken Mann, denn das kann die Dörner ja von Haus aus nicht sein.

Dabei sind Bonn und die Region laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2019 sicherer geworden. Die Polizei sorgt am Rheinufer schon vermehrt für Zucht und Ordnung, wo die Jugendlichen gerade nach sechs Monaten Corona-Beschränkungen durchdrehen. Wenn die Cops nicht gerade meinen unbescholtenen Kumpel für nichts und wieder nichts zum Drogentest mit auf die Wache nehmen. Aus Langeweile?

Und „Verantwortung“? Jetzt, wo keiner mehr Angst hat vor Corona noch einmal daran erinnern, wie toll du die Krise gemeistert hast? Motto: Kommt schon, so schlecht war ich gar nicht!

Argh!

Geht mir weg! Alle beide! Und noch einmal die Bitte: Können wir bitte etwas Besseres erfinden als Demokratie und Föderalismus? Es nervt höllisch, und es wird nicht besser.

Dann lieber noch ein paar Fotos von der schönen Abendsonne:

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95: Election Day

Linksgrünversiffter Stadtteil galore. 🙂 <3

Nachdem ich mir die Debatten und Positionen der Kandidaten in den letzten Tagen noch einmal genau angeschaut habe, muss ich es noch einmal sagen: Democracy is a bitch. Ich mag den Dude, den wir da hatten. Als er vor fünf Jahren antrat und sich in Interviews präsentierte, da war ich angenehm überrascht. Wirkte klug, kompetent, in sich ruhend und brachte Spezialwissen in der Verwaltung mit. Konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Sahen auch die Bonner so und gaben ihm knapp über 50%. (Womit sie auch die SPD abstraften, die sich in den Amtszeiten davor wirklich nicht mit Ruhm bekleckert hatte).

Fünf Jahre später steht derselbe Mann in der Kritik für all das, was er nicht gemacht hat. Dafür dass Visionen fehlten, nichts wirklich vorangehe, Ziele nicht erreicht wurden, eine Millionensumme an einen Investor vertendelt. Und jetzt steht er da, schon nicht mehr ganz so sehr in sich selbst ruhend und sagt: Nun ja, ich würde ja gerne. Aber nicht alles ist so einfach möglich, vieles wurde im Rat blockiert, einiges hängt von Landes- oder Bundesgeldern ab oder wir warten noch auf Rückmeldungen vom Landkreis, der uns umschließt, um mit dem was zusammen zu erarbeiten.

Und du denkst dir: Der Mann hat eigentlich die Chance verdient, das zu Ende zu bringen, was er auf den Weg gebracht hat. Er musste die Versäumnisse seiner Vorgänger aufräumen, viele Früchte erst sähen, die er jetzt noch nicht ernten konnten. Paar Dinge gehen aber auch auf seine Kappe, ganz klar. Gleichzeitig steht da eine Gegenkandidatin mit Visionen, die der Amtsinhaber kaum noch hat, weil er weiß, dass er die eh nicht durchgesetzt bekäme. Wählst du statt dessen sie, sind die Bemühungen des Amtsinhabers dahin und sie wird ein paar Jahre brauchen, sich erst einmal in das komplexe Geschehen einzuarbeiten, kann bis dahin schon viele Fehler machen, und um ihre Visionen umzusetzen, wird sie kaum Gelegenheit haben.

Wem also jetzt die Stimme geben?

Sagen wir’s so, die Ergebnisse liegen ja jetzt vor: Der Amtsinhaber fiel auf ca. 35 Prozent zurück, die Herausforderin kommt auf etwa 27. Es wird zur Stichwahl zwischen den beiden kommen und es könnte wirklich eng werden. Also was wählen? Die verheißungsvolle aber ungewisse Zukunft oder erstmal den erfolgreichen Abschluss der Gegenwart?

Ich bekomme wieder ein People Deficit. Jemand eine Idee, was man in der kalten Jahreszeit trotz Corona machen kann, um neue Leute kennenzulernen?

Moria chillt:

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94: Learning like no one is watching

Den ganzen Sommer über gedacht: Hey, dieses Stand-up-Paddling sieht cool aus. Aufgefallen, dass ich das eigentlich auch selbst mal machen könnte, ist mir das allerdings erst neulich im Gespräch mit Kathrin und Michael, als sie erwähnten, auf dem Bleibtreusee in Brühl könne man das lernen.

Also war ich heute auf jenem Bleibtreusee in Brühl, um es zu lernen. Im Gespräch mit Nicky gestern kamen wir auch darauf, wie die Begleitumstände das Lernen beeinflussen. Ich glaube, dieses ungute Gefühl von „Du bist hier wieder in der Schule, und die anderen Kinder hassen dich“ lässt sich auch im Erwachsenenalter nur schwer abstellen. Ich habe immer ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ich irgendwo zum ersten Mal bin, zusammen mit Leuten, die ich noch nie zuvor gesehen habe, und etwas völlig Neues lerne. Ob im Fitnessstudio einen neuen Kurs oder an der VHS ein Seminar für autogenes Training, irgendwie bin ich erstmal aufgeregt.

In der Regel übrigens völlig unbegründet. Die meisten gucken auf sich selbst und interessieren sich nicht für dich. Gerade in der Erwachsenenbildung gehen Lehrer von völlig unterschiedlichem Wissensstand der Teilnehmer aus. Die Runden sind meist entspannter und es gibt fast immer einige, die ganz genau wie du bei null anfangen.

Bei Ankunft am Bleibtreusee ist schon einiges los an der Wasserskianlage. Ich schlängele mich zur Kasse durch, werde nett begrüßt und bekomme als erstes einen Neopren-Anzug in die Hand gedrückt. „Unkleidekabinen sind wegen Corona leider nicht auf.“ Na toll. Und Schließfächer gibt es auch keine.

Beides ist nur so semi-günstig. Ich habe zum Glück eine Synthetik-Unterhose schon an, mit der ich auch ins Wasser kann, und mich dann hinter dem Kassenhäuschen kurz umgezogen, ohne mich ganz nackig machen zu müssen. Der Rest der Teilnehmer war offenbar cleverer und hat sich schon zuhause Badeklamotten angezogen. Der einzige Nachteil letztlich: die fehlenden Schließfächer. Auf gut Glück verstaue ich alle meine Wertsachen im Rucksack, platziere ihn etwas unauffällig an der Seite und hoffe, dass hinterher noch alles da ist. Soetwas ist eigentlich Gift dafür, wenn man etwas Neues lernen möchte, denn ein Teil deiner Gedanken ist dann immer bei deinen Wertsachen. Vom See werfe ich später immer mal wieder ein Auge darauf.

Der Kurs dauert nur 90 Minuten und besteht aus 12 Leuten von, geschätzt, 10 bis 70 Jahren. Die Kursleiterin erzählt uns anfangs alles haarklein zur Theorie. Ich versuche in Trockenübungen alles direkt nachzuahmen, was sie vormacht. Das hilft mir später, das meiste richtig zu machen.

Wir steigen zunächst auf Knien auf die Bretter. Aber das empfohlene Aufstehen ist überraschend einfach und gelingt allen auf Anhieb. Dass die Kursleiterin ankündigt, wir würden anfangs etwas steif und wackelig auf den Brettern stehen, nimmt mir die Angst. Kaum einer kann es besser, aber alle bleiben erstmal stehen. Auch das Paddeln und Navigieren gelingt wie erwartet.

Es dauert nur ein, zwei Minuten, da liegt die erste Teilnehmerin im Wasser. Die arme Frau, ich würde sie auf etwa 45 schätzen, reagiert völlig hilflos, verkrampft und versucht verzweifelt sich wieder aufs Brett zu ziehen, dabei kippt es um, das Paddel entgleitet ihr. Die Kursleiterin eilt ihr zur Hilfe. Keiner lacht, aber alle gucken natürlich, wenn auch mehr aus Anteilnahme; man würde ihr gerne helfen.

Als sie wieder auf dem Brett kniet, muss sie erst überredet werden, wieder aufzustehen. Ihr ist die Sache denkbar peinlich. Als ich an ihr vorbeipaddle, versuche ich, ihr entwas Aufmunterndes zuzurufen: „Du hast es jetzt wenigstens schon hinter dir“, worauf sie sich wirklich ein wenig zu entspannen scheint und antwortet: „Ich glaube, da kam meine Angst vor dem Ertrinken plötzlich hoch.“ Und siehe: Sie versucht es danach weiter.

Plötzlich verkrampfen meine Füße. Ich gehe auf die Kniee und paddle zur Kursleiterin rüber. „Das ist normal“, sagt sie. „Du bist verkrampft, weil du nicht ins Wasser fallen willst. Da gibt’s einen einfachen Trick: Spring mal rein, dann hast du gleich keine Angst mehr.“

Ich tu’s und danach wird es tatsächlich besser. Noch ein zweites Mal muss ich sie später im Hilfe bitten, als ich bei der besprochenen Dreiviertelkreisdrehung völlig auf dem Schlauch stehe und das auch zugebe. Sie erklärt es mir in aller Ruhe, mehrfach. Ich habe den kompletten Blackout, aber ich mache einfach nach, was sie mir zeigt, und plötzlich geht’s.

Ich bin schon mit der Erwartung angereist, bestimmt 50 Mal ins Wasser zu fallen (so wie jedes Mal, wenn ich versucht hatte, Wakeboardfahren zu lernen) und mich komplett zum Horst zu machen. Von daher ist mir alles plötzlich überhaupt nicht mehr peinlich. Am Ende habe ich auch den Bogen weitestgehend raus. Ich stehe noch etwas steif aber sicher, komme gut vorwärts und falle tatsächlich nur noch ein einziges weiteres Mal ins Wasser.

Und so kommen wir dann nach einer guten Stunde „auf See“ zurück in den „Hafen“ gelaufen. Die beiden kleinen Jungs aufrecht und entspannt, ihre Mutter aber auch. Zwei Teilnehmerinnen pitsche-patsche nass, eine nur noch auf Knien. Der Rest (darunter ich) irgendwie so dazwischen. Aber ich bin zufrieden. Für einen Grobmotoriker wie mich hat das ganz gut geklappt.

Also Moral von der Geschicht: Vergesst die blöde Schule, habt keine Angst vor Fehlern und dann kommt am Ende schon was Zählbares bei raus.

Morgen ist Bürgermeisterwahl in Bonn. Meine Prognose (und wer mag, hat noch bis morgen 1800 Uhr Zeit dagegen zu halten ;):

Ashok Sridharan (CDU): 42%
Lissi von Bülow (SPD): 18%
Katja Dörner (Grüne): 18%
Werner „Hümmi“ Hümmerich (FDP): 9%
Michael Faber (Linke): 5%
Sonstige: 8%

Hab ich mich erstmal kaputtgelacht über die Schlagzeile. Gott* mit Gendersternchen schreiben… Wären wir hier noch beim Thema Politik, könnte man der Katholischen Studierenden Jugend Populismus vorwerfen. Als wäre „I saw God, she was black“ heute noch was Neues. Muss man sich Gott überhaupt als Person vorstellen? Schon unser Religionslehrer damals war anderer Ansicht.

Ich muss es zugeben: Der Musiksender, den ich im Auto mittlerweile am häufigsten höre, ist WDR4. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich die immer gleiche Popsülze auf allen anderen Sendern nicht mehr ertrage. Aber auch daran dass ich alt geworden bin auch WDR 4 nicht mehr das WDR 4 ist, mit dem meine Eltern uns damals auf dem Weg zu meiner Tante immer gequält haben. Als kein Deutscher-Schlager-Gedudel mehr, sondern hauptsächlich Oldies, richtig gute Oldies.

Daran dass ich mir das jetzt nach einiger Zeit erst wirklich eingestehe, seht ihr die Schwierigkeit eines Rebrandings. Vor jedem, dem ich das erzähle, muss ich das erst einmal verantworten. Man kann es sich schlicht nicht vorstellen. Dabei ist der Relaunch von WDR 4 vom Schlager- zum Oldieradio schon fast 10 Jahre her.

Eins vererbt sich also doch von Generation zu Generation: Sollte ich irgendwann mal Kinder haben, werde ich sie auf dem Weg zur Tante auch mit WDR 4 quälen. Das ist mein gutes Recht. 🙂

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93: Deutschland, was ist schief gelaufen?

Besucht man mal einige unserer direkten Nachbarländer, denkt man sich fast, man wäre in der Zukunft gelandet. Ich nenne hier nur mal die Infrastruktur und Sauberkeit in der Schweiz. Hier hat jeder noch so kleine Ort einen Bahnhof, einen Migros oder einen Coop. Selbst im Heidi-Dorf hast du 4G+ (und auch schnelles mobiles Internet. In Deutschland kommt ja oft auch nichts, obwohl „4G“ draufsteht). In den Niederlanden ist es das wohl weltbeste Radverkehrsnetz, das sich durch’s ganze Land zieht. Fahrräder haben Vorrang vor allem, die Wege sind weit verzweigt teils mit modernstem Bodenbelag ausgestattet. Trotzdem hast du als Autofahrer eigentlich nicht das Gefühl, hier groß benachteiligt zu werden. Die beiden Verkehrsmittel ko-existieren friedlich nebeneinander. Eine sehr gute Ladeinfrastruktur sorgt zudem dafür, dass hier überdurchschnittlich viele E-Autos rollen. Dazu ist das Bahn-Netz fantastisch ausgebaut, und verpasst du einen Zug, kommt der nächste gleich ein paar Minuten später.

Wie es dagegen in Deutschland aussieht, brauche ich euch nicht zu erzählen, das seht ihr selbst jeden Tag. Es herrscht Krieg auf den Straßen. Und jedes neue Verkehrmittel, wie im vergangenen Jahr die E-Scooter, werden erst einmal weggemobbt.

Ja, ist richtig. In der Schweiz und den Niederlanden fahren sie zu einem großen Teil unsere Autos, nutzen unsere Haushalts-, Energie- und Anlagentechnik. Die deutsche Wirtschaft ist stark, exportiert weiterhin kräftig hochqualitative Produkte weltweit. Wir kamen gut durch noch jede Krise der letzten 15 Jahre. Wenn also etwas schief gelaufen ist, dann eigentlich nur beim Thema Infrastruktur. Da aber gewaltig.

Ich stelle hier mal eine steile These auf und sage: Noch weit vor politischer Lähmung, Inkompetenz und Fortschrittsfeindlichkeit liegt es am Geld. Die Schweiz und die Niederlande hatten keine geschätzten 1,3 bis 2,0 Billionen Euro für eine Wiedervereinigung zu zu berappen. Das ist öffentliches Geld, das natürlich an allen Ecken und Enden fehlt und mit dem man so einige hübsche Infrastrukturprojekte wie ein bundesweites Fahrradnetz hätte einführen können. Man hätte die Rentenkassen und die Bahn nicht systematisch ausplündern müssen (gut, hätte man so auch nicht, aber ich kann die Motivation der damals Regierenden dahinter zumindest so weit verstehen, dass sie unter Zugzwang standen, Gelder aus dem Hut zaubern zu müssen). Und man hätte vielleicht ein offeneres Ohr für Visionäre, würde mehr Miteinander statt Gegeneinander denken und vielleicht sogar mal ein bisschen Geld für eine moderne Schulbildung übrig haben.

Vielleicht kommt auch ein wenig daher dieser Trotz, der in Deutschland aktuell vielfach herrscht. Nachdem mit Digitalisierung auch (aber nicht nur) aus den genannten Gründen nicht viel los ist, ist unsere Automobilindustrie tatsächlich Wirtschaftsmotor und ein Stück weit sogar Innovationstreiber in einem, selbst wenn Tesla 5 Jahre Vorsprung hat. Trotzreaktion also: „Lasst bloß die Finger von unserer Automobilindustrie!“

Das kann ich verstehen. Fängst du trotzdem an, darüber zu erzählen, wie toll es in der Schweiz oder den Niederlanden ist, werden Gründe gesucht, das herunterzuspielen. Und das kann es eigentlich nicht sein. Wir müssen sehen, woher wir kommen und dürfen uns hier meinetwegen sogar mal als Opfer fühlen. Schließlich sind weder die Menschen im Osten noch im Westen mit diesem Billionengrab glücklich. Statt Gewinner gibt es eigentlich nur Verlierer auf beiden Seiten der einstigen Grenze.

Aber dann fangen wir doch bitte an, uns Infrastrukturprojekte in anderen Ländern als Vorbilder zu nehmen. Denn mittlerweile hat Deutschland ja wieder aufgeholt, hat die Lasten der Wiedervereinigung langsam abgeschüttelt. Jetzt kann auch langsam mal in die Zukunft gedacht oder zumindest versucht werden, in die Gegenwart aufzuschließen. Wer das nicht für nötig hält, der genieße einmal ein Wochenende lang einen Fahrradausflug in die Niederlande oder einen Tag autofreie Innenstadt in Basel. Vielleicht bringt ihn das zum Umdenken. Vielen Dank!

Der Moment, der nie eintreffen sollte, ist dann also doch gekommen: mein einst unbegrenzter Speicherplatz bei Google ist so gut wie voll. Schaut man sich die Statistik an, ist das umso bemerkenswerter, als dass ich eigentlich nie offiziell ein Google-Fotos-Konto eröffnet habe. Aber sieht zumindest so aus, als wäre hier noch Pozential für ein weiteres, kostenloses Jahr. Ein Jahr auch, um mal zu überlegen, ob ich bei GMail bleiben möchte. Ist für mich nach wie vor der beste E-Mail-Provider. Aber die Liebe zu Google erkaltet immer mehr.

Die drei letzten Biopics/Musikfilme, die ich gesehen habe:

  • Bohemian Rhapsody (2h 15 min)
  • Walk the Line (2h 15 min)
  • A Star is born (2h 15 min)

Also kein Scheiß. Musikfilme müssen offenbar knapp über 2 Stunden lang sein, sonst fehlt es ihnen an Impact. (La La Land ist 2h 8 Minuten lang).

Wir kommen der Sache laaangsam näher:

Und auch am alkoholfreien Aperol-Spritz forsche ich weiter. Das hier (Beneventi Red Bitter mit Schweppes Tonic Water) ist auf jeden Fall noch ausbaufähig. So oder so ein erfrischender Spätsommerdrink:

Genießt die letzten heißen Tage!

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Möh

92: Alles meh

Ich suchte ein modernes Bildbearbeitungsprogramm für den Mac. Eines, das nur die wichtigsten Funktionen umfasst, nicht im Abo bestellt werden muss, nicht 30 Sekunden braucht, bis es startet, eines, bei dem man Bilder nicht nur bearbeiten, sondern auch neue Bilder erstellen kann (es ist erschreckend, wie viele Programme alleine das nicht können), das vielleicht ein paar Instagram-mäßige Filter bereithält und das dabei auch noch gut aussieht.

Nach langer Suche fand ich Pixlr X. Und das tut eben genau das. Ich kann Bilder bearbeiten, neue Bilder anlegen, mit einer wunderschönen UI alle Funktionen ausführen, die ich tagtäglich brauche, mehrere Ebenen anlegen. Und das alles mit einer einfachsten Bedienung. I’m sold! Lass mich dich kaufen! Ich bin bereit euch 30, ach, was sag ich, 50, 60, ja 100 Euro dafür zu geben!

Pixlr X

Problem ist: Die wollen mein Geld nicht, zumindest nicht so, und die haben auch gar keine App. Pixlr X gibt es nur online, werbefinanziert und dann kostenlos. Eine App wäre mir aber eigentlich lieber (geht dann z.B. auch offline und ist praktischer) und Werbung finde ich doof. Ich könnte mich anmelden und dann zahlen, aber dann kostet der Spaß gleich 60 Dollar im Jahr oder 8 im Monat. Dafür bekomme ich eine Tonne an Funktionen obendrauf, die ich überhaupt nicht haben will, weil sie das Ganze dann nur wieder unnötig aufbläht.

Und so suche ich nun nach einer weiteren Bildbearbeitung, die es dann als App gibt und die dann bestenfalls die zweitbeste Lösung wird, weil ich die beste ja schon gesehen habe aber so nicht haben will. Es ist bekloppt.

Der nicht unumstrittene Zukunftsforscher Matthias Horx hat einen hochamüsanten Beiträg über Elektroautos und die Reaktion der Mitmenschen darauf veröffentlicht. Hat Spaß gemacht zu lesen.

Südkorea hat einen Importstopp gegen deutsches Schweinefleisch verhägt. Die schicken sonst allen Ernstes Fleisch 8.000 Kilometer um die Welt in eine Region, die ebenfalls Schweinezucht betreibt?!? ?

Nichts gegen Denis Villeneuve („Prisoners“ und „Arrival“ sind der Wahnsinn!), aber der Trailer der „Dune“-Neuauflage sieht aus wie Star Wars und hat nichts vom Grusel von David Lynchs 1984er-Adaption übrig: