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Endlich cool

Schadet nichts, cool zu sein. Ich war es aber noch nie. Vielleicht letztmalig so halb in der Grundschule, definitiv nicht in der Jugend und danach sowieso nicht.

Was auch an meinen Hobbys liegt. Ich gehe lieber auf ein Bier in eine schäbbige Kneipe statt auf die Goa-Party, praktiziere Ukulele statt E-Gitarre, Tischtennis statt Paragliding.

Doch, halt, stop! Tischtennis ist gerade cool. Es gab Zeiten, da habe ich mein Lieblingshobby so ein bisschen versteckt, lieber niemanden davon erzählt, dass ich das mache. Ist halt kein Bouldern, Scuba Diving, Surfen oder Fallschirmspringen. Tischtennis ist der sicherste Sport der Welt, ohne Adrenalin (wobei…), nicht körperlich, drinnen gespielt, wo es nie kalt wird (außer in der Lessenicher Mehrzweckhalle im Winter) und man vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt ist.

Dann aber hast du die letzten Jahre schon gemerkt, dass sich da etwas gewandelt hat. Freunde, die gerne in New York sind, erzählten mir von Underground-Partys, auf denen die Hipster Ping-Pong spielen würden (ich konnte es nicht glauben), während Corona entdeckten viele Leute in hippen Metropolen Outdoor-Platten für sich, auf Social Media gingen Videos atemberaubender Spielzüge viral (am epischsten wahrscheinlich der hier mit 171 Millionen Views auf YouTube Shorts) und zumindest das Gerücht kam auf, die NASA hätte Tischtennis zum komplexesten Sport der Welt erklärt (ist aber ein Gerücht, eine solche Rangliste gibt es nicht wirklich).

Und jetzt gibt es einen Spielfilm, eine teure Hollywood-Produktion über den Tischtennis-Star Marty Reisman der späten 1940er und frühen 1950er-Jahre namens Marty Supreme (mehrere Oscar-Nominierungen, unter anderem für den besten Film und besten Hauptdarsteller). Verfilmt mit Gwyneth Paltrow und niemand Geringerem als Hollywoods derzeit wohl gefeiertstem Star Timothée Chalamet. Ihr wisst schon, dem aus Dune, Wonka, The French Dispatch, der aber in Like A Complete Unknown auch Bob Dylan war und dafür jahrelang Gesangs- und Gitarrenunterricht genommen hat. Und acht Jahre lang Tischtennis trainiert haben soll, um sich auf seine Rolle in Marty Surpreme vorzubereiten. Sieht gut aus!

Und, tja, damit ist Tischtennis wohl endgültig im Mainstream angekommen. Geholfen hat hier sicher auch, dass es seit 2021 vom Weltverband die sogenannten WTT-Turniere gibt, die ATP-Turnieren beim Tennis gleichen, mit Hundertauenden als Preisgeld dotiert sind und den Sport deutlich professionalisiert haben. Bekannt wurde Tischtennis vielen Deutschen auch dadurch ;), dass Tischtennis-Legende Timo Boll (der in einer chinesisch dominierten Konkurrenz kurzzeitig Weltranglistenerster war) bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio Fahnenträger der deutschen Mannschaft war.

Und wer hat’s gespielt, bevor es cool war? 🙂 Ja nun…

Und langsam kommt die Erinnerung zurück, wie ich in Singapur mit den Locals unter Hochhäusern Tische und Banden aufgebaut und dort geklickt habe, bevor wir oft noch ins nächste Hawker Center eine leckere Kleinigkeit essen sind. Das war, rein wörtlich genommen, kein Underground-Tischtennis, wir waren im Erdgeschoss. 😉 Und alles völlig legal, aber definitiv improvisiert, nicht immer gerne gesehen von den Nachbarn (wir waren laut) und eine eingeschworene Gemeinschaft.

Wie ich in Bonn vor Jahren einmal zu spät auf die Geburtstagsparty meiner besten Freundin kam, weil wir an dem Abend ein wichtiges Aufstiegsspiel hatten, das ich nicht absagen konnte, das wir aber verloren, und wo ich später auf der Party mit ansehen musste, wie sich das Mädel, an dem ich zu der Zeit sehr interessiert war, längst blendend mit einem anderen Partygast verstand und später von ihm nach Hause gefahren wurde… Ja nun…

Wie ich für mein Alter so uncoole Sachen letztendlich gar nicht mache, wenn man es sich genau überlegt. Freiberuflich, Blogger von Beruf, coole Altbauwohnung in einer der hipsten Städte Deutschlands (no shit!), Workation in Portugal, letztes Wochenende Hamburg. Und mir zunehmend egal ist, was andere von mir denken, ohne mich dabei sozial abzukapseln. Langsam wird ja sogar Ukulelespielen cool. Wer hat damit noch gleich schon 2017 angefangen? 😉

Okay, okay, und im gleichen Moment, an dem man sich für cool hält, ist man es nicht mehr. Also höre ich jetzt besser wieder damit auf und kümmere mich um was immer mir gerade Spaß macht.

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Oh, wie schön ist Andor!

Wie immer in letzter Zeit bin ich eher spät dran mit Serien. Das ganze hat seinen Reiz ein Stück weit verloren, die ganz große Serien-Zeit scheint vorbei, was jetzt noch rauskommt, ist sehr oft Stangenware. Aber natürlich gibt es großartige Ausnahmen wie The White Lotus, Severance – oder eben Andor.

Andor ist kein Planet, wie ich anfangs dachte (habe ich mit dem Waldmond Endor verwechselt, auf dem die knuffigen Ewoks aus „Rückkehr der Jediritter“ wohnen). Andor ist vielmehr die Hauptfigur Cassian Andor (Diego Luna), der in der Serie mehr oder weniger unfreiwillig gleich mehrfach zum Revolutionär wird. Einfach, weil er so ist, wie er ist. Er zettelt nicht groß etwas an, er ist kein Mastermind der Rebellion wie die eigentlichen Strategen, die gegen das Imperium aufbegehren.

Andor schlittert mehr oder weniger immer wieder in Situationen, in denen er nicht anders kann als sich aufzulehnen. Er ist nie die treibende Kraft, aber er ist resolut, er bestärkt andere und folgt dann seinem Gespür und seinem Gewissen. Nicht immer heldenhaft, aber immer mutig, immer konsequent.

Die erste Staffel von „Andor“ ist bereits von 2022, und ich habe sie am Wochenende durchgesuchtet. Einfach ein wunderbarer Plot, spannend als Politthriller inszeniert von Tony Gilroy, der auch für die Bourne-Filme bekannt ist. Daneben atemberaubend besetzt mit Stellan Skarsgard, Anton Lesser, Genevieve O’Reilly und eben auch Luna. Selbst für Forest Whitaker war da nur in einer kleinen Nebenrolle noch Platz.

„Andor“ ist praktisch das Prequel zu Gilroys 2016er-Spielfilm „Rogue One“, der wiederum das Prequel zum ersten verfilmten Star Wars, also Episode IV „Eine neue Hoffnung“, ist. Kurz vor Vollendung des ersten Todessterns. Bisschen kompliziert, aber Star-Wars-Fans wissen Bescheid. 🙂

Hab die 12 Folgen sehr genossen und musste mich bremsen, nicht auch sofort mit Staffel 2 anzufangen, sondern das alles erstmal etwas sacken zu lassen. Hat die Serie auf jeden Fall verdient.

*

Okay, es ist also so weit: Das iPad wird zum Mac, zumindest fast. iPadOS 26 erhält eine Menüleiste, eine Vorschau, ein neues Design für die Dateien-App, die dann wie auf dem Mac aussieht, die gleiche Designsprache, auswählbare Audioquellen, anpassbare Fenster. Der Mac mit Touch, der nie sein durfte, ist jetzt also praktisch da. Warum auch nicht.

Der Rest der WWDC 25 sieht übrigens nicht so spektakulär aus. Die Systeme heißen jetzt wie das Jahr, in dem sie hauptsächlich aktiv sein werden: iOS 26, macOS 26, iPadOS 26, tvOS 26… Es gibt für alle Systeme eine einheitliche Designsprache namens Liquid Glass – und die ist echt hübsch geworden:

Sonst? Nicht viel. Wenig KI, Apple Intelligence hängt noch weit hinterher, der Rest sind auf den ersten Blick eher kleine Anpassungen. Bis eben auf das neue Design und das Mac-iPad. Zumindest darauf bin ich gespannt.

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Gute Frage!

Für Euronics produziere ich derzeit ein Blog im Blog über die European League of Football, American Football also: das ELF-Blog. In den ersten beiden Folgen (jeden Donnerstagmittag eine neue) konnte ich mich darum herumdrücken. Aber nun geht es ans Eingemachte: die Regeln für American Football (insert scream-emoticon here).

Mangels einer Ahnung darüber (und das ist okay, darum soll es im Blog gehen) begann ich also erst einmal zu recherchieren. Früher wäre dafür die erste Anlaufstelle Google gewesen (das passenderweise gestern zur I/O tausende neue KI-Suchtools vorgestellt hat), vielleicht auch Wikipedia.

Derzeit heißen meine bevorzugten Suchen Perplexity.ai und ChatGPT. Hier musst du nicht selbst in Quellen suchen, hier bekommst du immer eine Antwort (ob sie nun richtig ist oder nicht).

Und dann gibt es noch ein charmantes Detail, das vor allem ChatGPT sehr gut beherrscht. Stellst du eine kontextbasierte Nachfrage, geht das nämlich auch. Und nicht nur das. Es kommt meist ein kleines Lob vorweg:

  • „Spannende Frage!“
  • „Das ist eine tolle Frage!“ oder auch:
  • „Gute Frage!“

Und dann natürlich eine Antwort dazu. Klar, du weißt nicht, ob die Antwort stimmt. Aber das wusstest du bei Google und sonstwelchen Quellen auch nicht. Gegenrecherche war und ist notwendig. Heute sieht die bei mir zunehmend so aus, die gleiche Frage erst einmal verschiedenen KI-Suchen zu stellen. Mal sehen, was Gemini zu dem sagt, was ChatGPT oder Perplexity im Web gefunden haben.

Der eigentliche Punkt ist aber: Hier wirst du fürs Fragen gelobt. Lehrbeauftragten oder anderen Menschen gegenüber gehst du mit dauernden Nachfragen auf die Nerven. Und eine Antwort bekommst du oft nicht, dafür meist einen blöden Spruch dazu: „Das sollten Sie längst wissen“ oder „Was ist das für eine blöde Frage?“. Sogar von denen, die sagen, blöde Fragen gebe es nicht. Und dann hast du erst recht keinen Bock mehr zu fragen, und wer nicht fragt, bleibt dumm.

ChatGPT und Co. liefern also nicht nur bessere Antworten als Menschen, sie sind auch geduldiger, motivierter, hilfsbereiter, höflicher, einladender. Mensch, schaff dich ab, wir brauchen dich wirklich nicht mehr!

Braucht man mich noch? Wer die American-Football-Regeln wissen will, kann auch gleich zu ChatGPT gehen und braucht dafür kein ELF-Blog. Aber er bekommt nicht so wunderbare lakonische Kommentare wie von mir, keine Emotionen, kein Mitfiebern. Oder Angebote von Euronics ;), eingebettete Videos, das ganze Drum und Dran.

Zumindest noch nicht.

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Zu Fuß von Bonn nach Köln (Entry Level)

Ich betrachte Köln und Bonn ja mittlerweile als eine Stadt, und so falsch ist das gar nicht. Zwar trennen die beiden Innenstadtkerne etwa 30km, und vom nördlichsten Worringen bis zum südlichsten Mehlem wären es gut 60 km. Aber fast die gesamte Strecke ist bebaut und die kürzeste Distanz zwischen beiden Städten ist deutlich kleiner. Ich bin sie heute in knapp 2 Stunden gelaufen.

Nochmal zur Verdeutlichung:

Die normale Strecke Bonner Münster bis Kölner Dom, Luftlinie etwa 25km, Laufstrecke etwas über 30km. Normal weit:

Screenshot

Bonn vom südlichsten Punkt Mehlems direkt an der Grenze zu Rheinland-Pfalz bis in Kölns äußerten Norden Worringens an der Grenze zu Dormagen: gut 60km. Ganz schön weit:

Screenshot

Und hier der Trick: Von Bonns nördlichstem Punkt, der Mondorfer Fähre in Graurheindorf bis zu Kölns südlichstem Stadtteil, dem rechtsrheinischen Libur, sind es nicht einmal 10km. Gar nicht weit:

Screenshot

Du setzt also einmal in Graurheindorf mit der Fähre über, durchquerst Mondorf, lässt Rheidt und Niederkassel im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, gehst durch die Felder, auch an einem Golfplatz und einigen Baggergruben vorbei, passierst schöne Obstplantagen, Rollrasen- (!) und Rapsfelder, bis du in Uckendorf (nie zuvor gehört) wieder auf eine Ortschaft stößt und an dessem Ortsausgang schon der Liburer Weg beginnt.

Das ist leider eine Landstraße ohne Bürgersteig, der du die letzten 2km noch folgen musst, auch über einen Kreisverkehr hinweg, bevor es zum Schluss rechts in die Pastor-Huthmacher-Straße einbiegst. An einem Feldkreuz vorbei kommt dann auch schon das Ortsschild mit der Aufschrift „Porz-Libur, Stadt Köln“, direkt gefolgt von der Hausnummer 32, dem dann wohl südlichsten Wohnhaus Kölns.

Libur ist im Grunde nur ein Dorf mitten im Nichts mit etwas über 1.000 Einwohnern, einer großen Kirche, einem Gasthaus und sonst nicht viel mehr. Ein Wegweiser verrät es: Bis zur Kölner Innenstadt sind es von hier noch 18km, mehr als in die Bonner City. Aber, voilà, streng genommen bist du jetzt von Bonn nach Köln gelaufen. Meine Sportuhr zeigt 1:48h an und 9,04 km, gestoppt ab der Fähre in Mondorf.

Das Ganze wozu? Um deinen Enkelkindern (oder Kegelbrüdern) aufs Brot zu schmieren, dass du mal wahrhaftig zu Fuß von Bonn nach Köln gelaufen bist.

Aus Spaß an der Freud? Na ja, eigentlich nicht. Es gibt wirklich schönere Wanderstrecken, zumindest andere als diese kürzeste Version. Aber heute, an Karfreitag, war ja auch ein Tag der Buße.

Ich würd’s wieder tun.

*

Mobile Payment

Der älteren Frau hinter mir an der Kasse entfährt ein „Woa!“ und dann ein „Haben Sie gerade mit dem Handy bezahlt? Das geht?“. Ja, entgegne ich, das geht. Auch schon recht lange und mittlerweile sogar mit einer Uhr…

Ein paar Augenblicke später beim Einpacken kommt die Frau noch einmal auf mich zu: „Und braucht man da eine App dafür, oder wie geht das?“ Ich erkläre es ihr, nicht zwingend eine App, aber die Freischaltung durch die Bank.

„Ach so, und dann machen Sie wahrscheinlich auch Mobile Banking. Das mache ich nicht, ist mir zu unsicher.“ Auch nicht unsicherer als Papierüberweisungen, versuche ich ihr zu erklären. Und könne man sich ganz einfach für freischalten lassen. Aber sie winkt ab: „Nee. Nee, das mache ich nicht. Mit dem Handy… lieber nicht. Nachher wird das noch geklaut und alles…“

Ja, aber selbst dann könnten die Diebe nicht viel damit… versuche ich ihn noch hinterherzurufen. Aber da hat sie sich schon verabschiedet.

Also, mit dem Handy bezahlen ja, aber Online-Banking lieber nicht. Na gut. 😉 Schade.

*

Bea and her Business: Safety Net

Ist ein netter Pop Song, mehr eigentlich nicht. Aber ich mag, wie sie ihre Musik Guerilla-Style promoted, hier mit einem extra angeheuerten Chor in der Londoner Metro. Die haben Spaß dabei!

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Brüllen vor Lachen

Trump, der Zelenskij die Schuld am Ukraine-Krieg gibt. Musk, der den öffentlichen Sektor der USA auflöst, die AfD voraussichtlich bei weit über 20 Prozent bei der Wahl am Sonntag…

Das alles löst eine interessante Reaktion in mir aus: Ich könnte brüllen vor Lachen.

Nein, nicht ironisch gemeint. Eher ein Anflug von Hysterie. Aber irgendwie auch nicht das. Mein Kopf ist überstimuliert mit Beunruhigungen, dass es sich anderen Dingen zuwendet. Schönen Dingen.

Zum Beispiel hörte ich heute Abend im Auto eine Folge „Politikum“ auf WDR 5, ein richtig guter Podcast, toll moderiert von Max von Malotki, Wirtschaft und Politik wunderbar erklärt und trotz des nötigen Ernstes voller Humor. Und hier hörte ich zum ersten Mal den Begriff Broligarchy – ein Kofferwort aus Bro und Oligarchy. Eben das, was Trump, Musk, Bezos, Zuck und wie sie alle heißen, gerade eben mit Amerika machen. Und ehe das hier auch passiert, freue ich mich über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, WDR5 und solche Sendungen.

Politik ist überschaubar geworden in diesen Tagen. Mir ist so klar wie lange nicht mehr, wen ich wählen werde. Ich muss nicht einmal, wie sonst, das kleine Übel wählen, sondern habe zwei Parteien, die ich voller Überzeugung wählen werde, und ich habe sogar ein gutes Gefühl dabei.

Und nicht zuletzt stand ich neulich in der Küche, ließ den Spotify-Algorithmus laufen und kam von einem Song zum nächsten. Auf Eddie Vedder folgte interessanterweise Cher, dann erinnerte ich mich an den gemeinsamen Song von Cher und Beavis & Butthead und dann plötzlich fiel mir dieser eine Song wieder ein:

Green Jelly: „Three Little Pigs“

Aus einer Zeit, in der die Welt aus heutiger Sicht noch in Ordnung schien (war sie auch nicht. Es gab in der Zeit den Jugoslawien-Krieg und den Genozid in Ruanda). Okay, besser war die Welt nicht, aber sie wirkte überschaubarer. Und der Song und vor allem das ikonische Musikvideo, sind sie gut gealtert? Oh ja, kann ich mir heute fast besser anschauen und anhören als damals:

Was ich fast am bemerkenswertesten finde: Wie so viele Bands von damals machen auch Green Jelly heute noch Musik. Das letzte Album ist von 2021, ich höre es gerade, während ich diese Zeilen schreibe, und es klingt ziemlich gut. Das ist doch absurd: Die Ikonen meiner Jugend sind heute die einzigen, die weiterhin Rock’n’Roll machen und keiner hört es noch. Nicht einmal ich, der musikalisch in den 90ern stehengeblieben ist.

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Smells Like Teen Spirit

Interessant, dass sich mein Coach für den Bodypump-Kurs am Montag ausgerechnet „Smells like teen Spirit“ von Nirvana als einen der Songs ausgesucht hatte. Der Rest der Auswahl ist für gewöhnlich sehr dancelastig. Oft werden in der modernen Popmusik ja irgendwelche alten Songs gesampelt und neu aufgelegt. Bei „Smells like teen spirit“ während der Liegestützen und Bizepsübungen am Montag war das nicht der Fall. Ich glaube, er verwendete ein Cover, das täuschend echt klang, nur von jemand anderem gesungen wurde. Ich weiß nicht genau, wie das mit den Gema-Gebühren ist, ob man für einen Coversong weniger zahlt als für ein Original. Aber ansonsten war der Song identisch. Ging gut ab, passte zu den Übungen und irgendwie auch in die heutige Zeit. Ist zeitlos (das Video übrigens auch), aber eine ganze Weile habe ich ihn nicht gut hören können. (Genau genommen mochte ich ihn auch sehr lange nicht, von der Nevermind mochte „In Bloom“, „Lithium“, „Breed“, „Territorial Pissings“ und „Something in the way“ immer am liebsten.)

Und mehr gibt es dazu kaum zu sagen. Hört bei nächster Gelegenheit noch einmal „Smells like teen spirit“! Zum Beispiel hier und jetzt:

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Januar

Okay, das war ein Monat nach meinem Geschmack!

Ich fand mich Anfang des Monats nach einer sehr coolen Silvesterparty in Portugal wieder, davon sogar bald bei teils 18 Grad an der Algarve, ich habe bisher jeden Tag des Jahres ohne Ausnahme an meinem Buch geschrieben, ich durchleuchte mein Leben mehr denn je und hatte einen Major Insight dabei, ich date wieder, und auf der Arbeit kommen gerade Dinge ins Rollen, die mir bei genauer Betrachtung eigentlich sehr gut gefallen, und ich bin mittendrin. Das Schattenkind hat sich vor etwa zwei Wochen in den Winterurlaub verabschiedet und dem Sonnenkind Platz gemacht. Meine Ungeschlagen-Serie im Tischtennis hält an. Ich lese gleich vier Bücher gleichzeitig gerade, vor allem beim mittlerweile zweiten Teil der Gereon-Rath-Reihe von Volker Kutscher („Babylon Berlin“-Buchvorlage) tauche ich vorübergehend in andere Welten ab. Und nicht einmal der elendige Wahlkampf tangiert mich besonders.

Könnte ein Jahr der positiven Veränderungen werden. Kann gerne so weitergehen!

*

Gänsehaut…

Haltet fest zusammen!

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Ein Buch wie eine Serie

Ich habe gerade noch einmal „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher gelesen. Für diejenigen, denen das nichts sagt: Das ist die Romanvorlage für die deutsche TV-Serie „Babylon Berlin“. Beide verwenden dabei die gleichen Namen und ähnliche Handlungen. Die eigentlichen Charaktere und Handlungsstränge sind aber ziemlich unterschiedlich und entfernen sich auch im Laufe der weiteren Teile/Staffeln immer weiter voneinander.

Ich mag beides, die Serie für ihre wunderbare Stimmung, dass man in diese Welt des Berlin der späten 20er-Jahre eintaucht und vor allem für Liv-Lisa Fries, der die Rolle der Charly wie auf den Leib geschnitten ist.

Und dann hab ich jetzt auch das Buch noch einmal durchgesuchtet. Kann man nicht anders sagen. Es mag kein Weltbestseller sein, es ist „nur“ ein Krimi im historischen Gewandt, aber Volker Kutscher kriegt das einfach phänomenal hin, dass man immer weiterlesen will. Die Story ist aber auch klug angelegt, mit gleich zwei überraschenden Wendungen.

Weil ich selbst gerade wieder angefangen habe ein Buch zu schreiben, hab ich ChatGPT einmal gefragt, wie Volker Kutscher das hinkriegt. Und ChatGPT hat angeantwortet: Die Bücher lesen sich so, als würden wir eine TV-Serie sehen. Er beschreibt Details so, als würden wir sie sehen, benutzt dabei verschiedene Perspektiven, aktive Sprache in Dialogen, dichte Plots, komplexe Charaktere und historische Authentizität. Wobei mir das erste Buch „zu sauber“ und deswegen ein wenig unglaubwürdig ist.

Was der Spannung aber keinerlei Abbruch tut. Werde mal lernen, wie man so einen Stil verwendet.

*

Ocie Elliott: Tracks

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German Food

This article is in English because it might be interesting for a couple of international readers. Also, because it’s a copy-paste of what I sent in a chat to my Singaporean room-mate in a hostel in Croatia a couple weeks back. Since all Singaporeans are foodies by nature, he asked me what German food I would recommend if he came to visit. Which got me stuck – because I couldn’t think of anything else on the spot but bread and döner. So I did a bit of a research and texted him back a while later. It’s food all Germans know, me too, of course. But we eat them so rarely or – the opposite – they are so common that they don’t easily come to mind. Anyway, here goes:

Northern Germany:

  1. Fischfrikadelle (Fish Burger)
  2. Grünkohl mit Pinkel (Kale with a special regional groats sausage. My favorite)
  3. Matjes mit Bratkartoffeln (Smoked and salted herring with fried potatoes)

South:

  1. Eisbein mit Sauerkraut (Pork Knuckle with sour cabbage)
  2. Leberkäs mit Spiegelei und Bratkartoffeln (Fried luncheon meat with sunny side up and fried potatoes)
  3. Kässpätzle (Egg-noodles fried and grated with cheese and onions)

Everywhere:

  1. Bratwurst mit Kartoffelsalat (Fried sausage with potato salad)
  2. Kohlroulade (Meat loaf wrapped inside a cabbage leaf)
  3. Rinderroulade (Thin slice of beef wrapped around pickles, bacon and veggies, then baked in the oven).

Later I added:

„I forgot two important things!“

  1. Currywurst (Fried sausage cut into slices and dipped in currysauce. That’s like our national fast food delight. Goes well with fries!)
  2. Mettbrötchen (very experimental for someone from Asia: half a breadroll topped with raw (!) pork and onions. We love it for some reason)

Of course, this collection is by no means complete. Anything you would like to add?

Struck by this video by Charlotte Pelgen and Konstantin Klabunde who a visitor at our Christmas sing-and-play-along recommend tonight. Uke and accordeon are such wonderful instruments!

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Komfortzone yeah

In den letzten zwei Wochen habe ich meine Komfortzone keinen Millimeter weit verlassen, und ich fühle mich so gut wie nie.

Ich habe nur Leute getroffen, die ich treffen wollte.

Ich habe nur Dinge getan, die ich tun wollte.

Was hauptsächlich Dinge waren, die ich regelmäßig mit denselben Leuten unternehme.

Ich hab nur gegessen und getrunken, was ich essen und trinken wollte.

Ich bin die Dinge alle genau so angegangen, wie ich es wollte.

Ich habe niemand Neues kennengelernt.

Ich habe lange geschlafen und meine Arbeit dann getan, wann ich sie wollte.

Ich habe nichts getan, womit ich mich nicht auskenne.

Bin keinerlei Wagnis eingegangen.

Nirgendwo weitweg hingereist, wo ich mich nicht auskenne.

Ich habe mich zuhause eingeigelt.

Das Thema Dating einmal komplett an die Wand gehangen. Bin ich halt frustrierter Single.

Ich habe nichts getan, was ich eigentlich meine hätte tun zu sollen haben machen müssen.

Und es hat sich alles scheißengeil angefühlt.

Aber halt amal. Wenn ich genau hinschaue, habe ich doch neue Leute kennengelernt, viele neue Dinge ausprobiert und bin Wagnisse eingegangen. Einen eigenen Newsletter gestartet, der nur aus animierten GIFs besteht, den Zahnarzt angerufen und zur Jahresuntersuchung gegangen, mich mal intensiv mit dem Thema Videoproduktion und Online-Marketing befasst, zu zwei Stammtischen gegangen und da schon auch neue Leute kennengelernt, sogar Frauen, mit Christoph, Christian und zwei Osteuropäern vor dem Bönnsch den vom Sturm umgewehten Weihnachtsbaum wieder aufgestellt, einem wildfremden, alten, türkischen Mann auf der Straße heute geholfen, eine Adressänderung bei der Rentenversicherung durchzugeben (jaja!). Und so frustrierend ist das Singledasein plötzlich gar nicht mehr.

Okay, irgendwann werde ich auch mal wieder raus in die Welt wollen, und vielleicht sind das jetzt die Nachwehen eines ziemlich turbulenten Jahres, in dem ich etliche Länder besucht habe, und das dann auch mal gereicht hat. Aber zumindest gerade fühle ich mich in meiner Komfortzone pudelwohl und blühe hier voll auf. Was nun?