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Argh

Kleinigkeiten in Summe

Nicht zu wissen, was als nächstes kommt, kein klares Ziel zu haben, eigentlich gar nicht zu wissen, worauf man zielen soll, ist eine der unangenehmsten Erfahrungen, die ich kenne. Das muss in Richtung dieser Perspektivlosigkeit gehen, von der man so oft hört. Mit dem Unterschied, dass ich im Moment leistungsfähig und topfit bin, also eigentlich alles machen könnte, erst einmal nur wissen müsste, was.

Bin in der Krise.

Eine tägliche Routine zu haben, ist toll und erdet. Bis zu dem Moment, wo einem das alles zu viel wird. Täglich meditieren, lesen, ein Kapitel für den Reiseführer schreiben, Vokabeln lernen, Dinge aussortieren, Ukulele lernen, Sport treiben…

War vielleicht alles auch wirklich bisschen viel auf einmal… Zumindest an den Wochenende werde ich mit einigen davon mal pausieren.

Zu viele Kleinigkeiten machen den Stress. Mein Induktionskochfeld ist kaputt seit ich aus Singapur wieder da bin, und ich habe mich noch nicht drum gekümmert, weil mir das Vorstellungsvermögen dafür fehlt, wen ich dafür eigentlich anrufen könnte. Ich weiß, das wäre innerhalb einer halben Stunde herauszukriegen und jemand damit zu beauftragen. Ich nenne es meinen blinden Fleck, auch wenn ich das Feld gestern immerhin schon einmal aus der Halterung gehoben (und einen Plastiktortenheber dabei kaputt gemacht) habe.

Gerade war ich mal wieder auf Amazon und aus irgendeinem Grund ist der Account seit Wochen auf Englisch eingestellt und zeigte mir auch Angebote in Pfund an. Wenn ich Bilder aussortiere, tue ich das am liebsten im Finder im Mac. Ich drücke auf die Leertaste, sehe dann das Bild in voller Größe, ohne es mit einer App öffnen zu müssen, und scrolle dann mit den Pfeiltasten zum nächsten. Nur dass im aktuellen macOS das Bild nicht mehr in Gänze angezeigt wird, sondern nur noch in einer kleinen Vorschau. Abhilfe im Netz sagt: Mac neu starten. Ich muss also alle paar Tage den Mac neu starten, bevor ich aussortieren kann, was mich wertvolle Minuten kostet… Den WordPress-Entwicklern würde ich ohnehin am liebsten links und rechts ein paar dranhauen für einige Usability-Fails. Zum Beispiel kann ich die Überschrift eines Beitrags manchmal anwählen und markieren, aber nicht verändern. Dann springt der Browser ein paar Blöcke runter. Sämtliche Smartphones nehmen Audios und Videos in m4a, m4v oder mov auf. Aber WordPress erlaubt genau diese Formate nicht…

All das sind Kleinigkeiten, die sich summieren und die bei mir meist der Anfang vom Ende sind, wenn ich zu viele davon zu lange ignoriere. Ist ja schön, dass das Leben nicht langweilig wird, aber das würde es so eigentlich auch nicht. Mir meistens eigentlich am liebsten, wenn Dinge einfach funktionieren.

Was ist los?!

Daily sort-out:

Bonner Skyline:

Just moved to Scheveningen, Sep. 2021:

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Hm

Wie soll’s weitergehen?

Beschlossen, dass ich Bonn nicht eher verlasse, als bis ich fertigminimiert bin/habe. Mich selbst und all mein Zeug. Das ist idealerweise diesen Sommer so weit. Meine beiden besten Freunde werden aus Bonn wegziehen, mich hält dann hier nicht mehr all zu viel eigentlich, auch wenn ich natürlich viele tolle Menschen hier kenne und sehr vermissen würde. In Bonn habe ich ansonsten alles gesehen und das engt mich ein. Klar, die Stadt hat gute Chancen, sich noch einmal richtig auf links zu drehen. Und hoffentlich tut sie das in diesem Jahrzehnt auch noch einmal richtig; es wäre wünschenswert! Aber irgendwie fühle ich mich beinahe zu alt dafür, um noch Teil davon zu sein, gleichzeitig zu jung, um mich hier schon zur Ruhe zu setzen. Ich glaube, ich würde gerne weg.

Ich weiß aber überhaupt nicht wohin, und dieses Nichtwissen macht mich bekloppt. Ich bin niemand, der schnell Freunde findet, geschweige denn eine Lebenspartnerin. Ich habe Tinder durchgespielt und das Ende war lange nicht so gut wie die vorletzte Staffel… Ich lerne hin und wieder eine Frau kennen, die ich charmant finde und mit der ich mir vorstellen könnte, eine Beziehung einzugehen. Aber es ist dann immer einseitig, von den Frauen kommt nie etwas zurück. Was vermutlich wiederum an mir liegt.

Denke ich noch einmal genau drüber nach, klingt eine Weltreise eigentlich immer realistischer. Vielleicht sogar der jecke Plan, den mir Gott (?) vor beinahe 10 Jahren am heiligen Abend in der Kirche zugeflüstert hat: mit dem Auto nach Australien zu fahren. CO2-Fußabdruck? Ziemlich hoch. Vielleicht darf ich auch ein E-Auto nehmen oder ein überdachtes Fahrrad, wenn das auch als Auto zählt.

Mal Gott fragen…

Daily sort-out:

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Argh

Feige Außenpolitik

Sagen wir’s mal so: Unsere neue Regierung ist noch recht frisch im Amt, viele sitzen zum ersten Mal auf einem Minister:innenposten. Und ich bin dankbar für jeden Tag, an dem der selbstgefällige bayerische Hinterwäldlerstammtisch (CSU) nicht an der Macht ist. Bin also eigentlich ganz froh über den Regierungswechsel.

Dass sie aber nicht einmal diesen halbgaren Kompromiss von Impfpflicht durch den Bundestag bekommen hat, ist schon ein schwaches Bild für die Ampel. Von der angekündigten Impfpflicht für alle möglichst schnell war ja sogar nur noch ein Wischiwaschi-Vorschlag übrig geblieben, eine Impfpflicht für alle ab 60 irgendwann im Herbst. Noch nicht einmal alle eigenen Abgeordneten haben da jetzt mitgemacht. Impfpflicht vom Tisch. Schon schwach.

Viel mehr ärgert mich allerdings die feige Außenpolitik. Russland aus Swift ausschließen? Recht früh die meisten EU-Staaten dafür, außer? Deutschland. Viele europäische Nato-Staaten, die noch mehr vom russischen Öl und Gas abhängig sind als wir, sagen: sofort Schluss damit! Ausnahme? Deutschland. Ab sofort keine Steinkohle mehr aus Russland beziehen, die ohnehin nur 10 Prozent der in der EU verbrauchten Steinkohle ausmacht. Auf eine 4-monatige Übergangszeit pochend: Deutschland. 4 Monate Übergangszeit kosten 4 Monate lang Menschenleben. Immer der Verzögerer, der Zauderer, der kühle Rechner: Deutschland.

Ja, alles schlecht für die Wirtschaft wenn sofortiger Stopp und Einbußen für alle. Aber es ist gottverdammtnochmal Krieg, wir müssen Opfer bringen. Was hätten wir denn getan, wenn Russland uns angegriffen hätte? Weiter Kohle und Gas von denen beziehen?

Beim Aufräumen hinter der Flurkommode gefunden. Wo um alles in der Welt kommt der her? Zwischenmieter, ist das deiner? Ich bin ja mittlerweile so digital, ich hab nicht einmal mehr eine Kamera…

Bin aktuell süchtig nach dem Zeug. Ich verlängere die meist mit nem Gemüse, das ist dann 1 von 2 Mahlzeiten von mir am Tag. Und die von Maggi sind wirklich klasse. Ist sogar bisschen weniger Chemie drin als in denen vom Asia-Mann. #aktionfinalesabnehmen

Daily Sort-out, Sommer 2021:

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Yeah

Extrem ehrlich kommunizieren II

Würde man ein Buch über diesen Abend schreiben, könnte man ein Vermögen machen. 🙂 Aber das widerspricht – aus gutem Grund! – den Regeln, und daran halte ich mich natürlich. Zumal die letzte Frage des Abends war: Was sind deine Fetische, wie viel Geld hast du auf dem Konto, wen würdest du gerne verschwinden lassen?

Als die ersten beiden Teilnehmer zur letzten Frage wie aus der Pistole geschossen antworteten „Meine Freundin!“ war das Gelächter groß. Die Frage mit den Fetischen allerdings war zugleich die größte Herausforderung für die meisten (für mich auch) als auch die erkenntnisreichste. Vor allem deswegen, weil jeder da etwas zu sagen musste und es auch offen getan hat, egal ob Männlein oder Weiblein. Dass in der Gruppe danach jeder von jedem wusste, dass jeder auf seine oder ihre Art speziell ist, hat uns in dem Moment alle gleich gemacht und in eine sehr gelöste, fröhliche Stimmung versetzt.

Als ich danach noch mit einer anderen Kursteilnehmerin die 45 Minuten in der Bahn zurück nach Bonn gefahren bin, haben wir uns völlig unverkrampft unterhalten, trotz des intimen Wissens, das wir kurz vorher übereinander gesammelt hatten. Ich habe mich ehrlich sogar schon lange nicht mehr so gut mit jemandem unterhalten und mir die andere Person auch kein einziges Mal weggewünscht, was mir normal bei den meisten neuen Bekanntschaften erst einmal so geht.

Einer Fehler zugeben als Politiker? Das sollte einer zwar nicht jeden Tag müssen, aber bei so etwas wie einer in der Zukunft liegenden Formalität wie jetzt der Lauterbach oder zur Not auch im Nachhinein wie Steinmeier im Hinblick auf Putin: warum denn nicht? Ich erinnere mich damals an die Netzsperren-Debatte von Ursula von der Leyen (zu der Zeit noch Familienministerin), die selbst dann nicht von ihrer Linie abgewichen ist, als alle Fachleute ihr vehement davon ab- und zu Anpassungen geraten haben und sie es irgendwann auch selbst eingesehen haben muss (dumm ist sie ja eigentlich nicht). Trotzdem hat sie den Gesetzesentwurf wider besseren Wissens und besserer Möglichkeiten durchgepeitscht. Das war schlechte Politik.

Trivia Quest ist Netflix‘ erste Gameshow, die man interaktiv spielen kann. Ist ganz nett und gar nicht sooo einfach, wie die kindliche Grafik es vermuten lässt:

Daily sort-out, immer noch Nederland-fietstocht 2021:

Gouda:

Utrecht:

Pompöses Denkmal (vergessen welches):

Veluve:

Arnhem:

Düsseldorf:

Tier:

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Right

Auf Unmut freundlich reagieren

Vorgestern sprach ich ja schon über die überraschende De-eskalation vor meinem Haus. Heute kam mir der Gedanke, das noch weiter zu professionalisieren.

Für gewöhnlich geht man ja aus dem Haus und wappnet sich für die ganzen Idioten, die man unterwegs zweifellos treffen wird. Und man reagiert dann auch entsprechend, wenn einer nicht bei Drei zur Seite gesprungen ist, wenn man gerade vorbei möchte. Ich zumindest. Hin und wieder wird man sogar angepflaumt für irgendwas, obwohl man gar nichts getan hat. Ich brülle dann für gewöhnlich zurück.

Müsste man nicht, klar. Aber noch besser wäre es ja eigentlich, sich erst gar keinen Schuh irgendeiner Art anzuziehen, komplett über allen Dingen zu stehen, Verständnis zu zeigen, über den Affront des anderen herzlich zu lachen, freundlich aber bestimmt zu antworten, vielleicht sogar ein wenig Eigenverschulden einräumen und dem Anderen entgegenkommen statt ihn kleinzumachen.

Es sind ja eben nicht nur alles Idioten da draußen. Die meisten Menschen sind eigentlich auf Zack, sie sind nur genauso genervt von allem und jedem, und das potenziert sich dann, wenn man es nicht stoppt.

Ich versuche das mal, und ich ahne, dass das hammerhart werden wird, besonders wenn ich Ende des Monats für eine Woche nach Berlin fahre.

Ergänzung zu gestern: Auf CGTN ist heute zu lesen, dass die von der Firma Maxa bereitgestellte Satellitenbilder über Butcha die russische Argumentation klar widerlegten, die Toten stammten aus der Zeit nach dem russischen Abzug. Gleichzeitig trafen sich der chinesische mit dem ukrainischen Außenminister, und auch China fordert nun Friedensgespräche für die Ukraine. Wenn nicht einmal mehr dein Best Buddy dein Gesülz hören will, dann wird’s auch langsam einsam um dich.

Und wenn Wolodymyr Selenskyj den UN-Sicherheitsrat fragt, wo eigentlich der UN-Sicherheitsrat ist und wozu es ihn gibt, wenn Russland ja eh jedes Veto blockieren könne. Dann frage ich mich, warum das nicht schon längst mal jemand gesagt hat. Der UN-Sicherheitsrat ist in der Form ein Witz.

Energiesparen mit Guns N’Roses: Ich habe mir die letzten Tage angewöhnt, schnell zu duschen und den Hahn dabei einfach weitestgehend zuzudrehen, statt wie früher voll auf. Ist das Wasser zu kalt, drehe ich den Kaltwasserhahn weiter zu und nicht den Heißwasserhan auf. Also kurz duschen und dabei wenig heißes Wasser verbrauchen – sollte ja eigentlich schon was bringen. Wie time ich das? Indem ich Songs über den Google Nest Audio abspielen lasse. Ich empfehle die Powerballaden von Guns N’Roses wie Patience oder Sweet Child o‘ Mine, weil die um die 6 Minuten dauern. Das reicht für duschen, abtrocknen, einkremen, wieder anziehen. Vorher ausziehen natürlich auch.

Daily sort-out: lekker vacantie met de fiets op Nederland, zomer 2021:

Amsterdam zonder veel toeristen <3:

Rotterdam <3:

De mooie Nederlandse landschap:

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Hm

Narrative und Wahrheit

Jetzt einfach nur mal angenommen, Russland hätte Recht: Man würde da eine Militäroperation fahren, um Russen in den „Donbass-Republiken“ (sic!) beizustehen, die seit Jahren vom ukrainischen Regime drangsaliert würden (Quelle: SNANews)… Dann frage ich mich doch, warum man deswegen eine Stadt wie Mariupol, die gar nicht in den beanspruchten Gebieten liegt, dem Erdboden gleichmachen musste. Warum man Städte wie Charkiw bombardierte, in denen hauptsächlich russischstämmige Menschen wohnen. Warum man Flüchtlingsbusse nicht passieren lässt. Oder warum von Russland gelenkte Medien in den News auf den Vorwurf mit 400 Toten Zivilisten in Butscha gar nicht eingehen, noch nicht einmal das russische Narrativ, das sei vom Westen „inszeniert“, um Russlands Ruf zu schaden. Dann ergeben 1 und 1 nicht so wirklich 2.

Aber nur mal angenommen, entweder eine oder beide Seiten lügten. Und weil in einem Krieg ohnehin die Wahrheit zuerst stirbt. Wo würde man dann eigentlich noch unabhängige Nachrichten finden? Bei den Chinesen?

Ich habe mich tatsächlich mal auf CGTN umgeschaut, dem englischsprachigen Auslandsnachrichtensender Chinas, der direkt der Kommunistischen Partei untersteht und von ihr betrieben wird. China steht hier interessanterweise zwischen mehreren Stühlen, hatte selbst eine kriegerische und expansive Vergangenheit (Tibet), wird Menschenrechtsverletzungen beschuldigt (Uiguren), befindet sich mit den USA im Handelskrieg, steht international oft auf der Seite Russlands, braucht aber auch Europa und den Nahen Osten als Absatzmarkt. Und jetzt kommt der Ukrainekrieg. Wie reagiert CGTN?

Überraschend objektiv:

  • In einem Video besucht ein TV-Team verwüstetes Kriegsgebiet nach dem Abzug russischer Truppen. Der Reporter berichtet objektiv über das, was er sieht, zerstörte Ortschaften, von Panzern plattgewalzte Autos, aber auch tote russische Soldaten, die wohl gerade auf dem Rückzug waren.
  • Ein Kommentar befasst sich damit, dass Kriege wie der in der Ukraine auch ein Krieg der Medien um die Wahrheit sei.
  • Ein Nachrichtenbeitrag thematisiert Butcha und dass ein Kreml-Sprecher Videos und Bilder über Tote als „Fake News“ bezeichne, während einzelne Europäische Länder und die Ukraine Russland dafür verantwortlich machten.
  • Der Live-Ticker rattert ohne Meinung die Nachrichtenlage runter. Dass russische Truppen sich aus einzelnen Gebieten zurückgezogen hätten, dass aber auch der Bürgermeister von Mariupol beschreibt, dass die Stadt zu 90 Prozent zerstört sei. Jede Nachricht mit Hinweis auf die Quelle, die es gesagt hat. Der Nachrichtenticker selbst trägt den Begriff „Ukraine Russia Border Crisis“ in der URL.

Der Rest der Nachrichten über die Ukraine auf CGTN ist ähnlich neutral von chinesischer Seite her. Etwa dass Sanktionen weit reichenden Einfluss auf die Weltwirtschaft hätten. Geht es um die USA und Joe Biden, werden die Kommentaren auch schon mal deutlicher und kritischer. Was die Geschehnisse in der Ukraine anbelangt: objektiver geht es kaum. Interessant!

Könnte das die Lösung sein, über einen Krieg medial zu berichten? In unseren Medien herrschen in der Tat derzeit Meinungen vor. Es beeinflusst uns, wenn die Nachrichten mit einem Politiker aufmachen, der schärfere Sanktionen fordert, damit sollten wir uns unsere Meinung doch selbst bilden, so gut es eben geht. Die offensichtlichen Gräueltaten in Butscha wurden von Journalisten belegt. Bilder und Videos dazu gingen heute um die Welt. Dass Russland hier „Fake News“ schreit oder von einer amerikanischen Inszenierung spricht, klingt billig und ist es wahrscheinlich auch. Kann eine unabhängige internationale Kommission hier die „Wahrheit“ aufdecken? Aber welche Organisation ist schon wirklich unabhängig? Die Chinesen? Natürlich auch nicht. Es ist schwer…

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Yeah

Freundlich sein ist anstrengend, aber möglich

Das habe ich auch noch nicht erlebt. Ich komme vom Sport mit dem Rad wieder und wechsle kurz vor unserem Haus auf den Bürgersteig, weil von der Straße aus meist alles zugeparkt ist. Natürlich steige ich für die letzten 20 Meter nicht mehr ab. Ausgerechnet jetzt kommt mir aber ein Fußgänger entgegen, ein älterer Herr.

Er wechselt von links nach rechts und wieder nach links und sieht allgemein unzufrieden aus, dass ich da jetzt fahre. „Und wo soll ich hin?“, fragte er schließlich, als ich weiterfahre und wir Augenkontakt aufgenommen haben. „Na ja, an den Rand oder so“, entfällt es mir. „Die Straße ist da vorne, da müssen Sie hin“, wehrt er sich. „Ja, aber ich wohne hier, ich muss hier lang“, entgegne ich und fahre an ihm vorbei.

Ich bin eigentlich aber gut drauf, und vielleicht liegt es daran, dass ich zur Abwechslung meinen letzten Satz recht freundlich formuliert hatte, dass nun etwas Überraschendes passiert.

„Ah“, höre ich es plötzlich einige Meter laut hinter mir, als ich vor unserem Haus absteige und mich neben mein Rad stelle. „Sie wohnen ja wirklich da“, ruft der Mann mir hinterher. „Das habe ich nicht gewusst. Entschuldigung!“

Ich drehe mich zu ihm um, hebe die Hand und rufe: „War auch nicht böse gemeint. Tut mir Leid!“

Wir nicken uns zu, lächeln tatsächlich ein wenig dabei, und dann geht jeder seines Weges.

Holla, die Waldfee! Normal bin ich im Straßenverkehr kein Kind von Traurigkeit, ärgere mich über anderer Leute Marotten und brülle auch schon mal einen an, der meint, mir sein Verständnis der Straßenverkehrsordnung aufdrücken zu müssen. Aber etwas derart de-eskalieren lassen, das habe ich noch nie.

Und meine Güte, war das anstrengend!

Heute bei den Bonn International Toastmasters. Ist etwas anders, als ich mir das vorgestellt habe. Zum einen folgt die Gruppe (wie wohl alle Toastmasters) einem relativ streng formalisierten Programm. Zum anderen halten sie ihre Präsentationen auf Englisch. Ganz angenehm war das eigentlich trotzdem, und auch mein englischer Vortrag aus dem Stegreif zum spontan vorgegebenen Thema „What is the one thing that made a big change in your life you last year“ funktionierte recht gut und kam gut an. Hab als (sehr freundliches) Feedback bekommen, ich könnte beim nächsten Mal vielleicht noch etwas mehr meine Zuhörer:innen angucken statt der Decke. Okay, werde ich versuchen… 🙄

Es gibt aber auch eine deutschsprachige Gruppe. Hätte vielleicht auch was, es erst einmal mit der zu probieren. Bin auf jeden Fall nach wie vor überrascht, wie selbstverständlich ich mittlerweile neue Dinge ausprobiere und überhaupt keine Angst mehr habe, zu so etwas zu gehen. Seltsam.

Die Veranstaltung war in den neuen Design Offices (ziemlich cool!) in der Nähe des Hauptbahnhofs. Nach der Veranstaltung unterhalte ich mich draußen noch ein wenig mit dem anderen Gast, einer Kroatin. Wir gehen ein Stück zusammen, die Ampel vor dem Gebäude ist rot. Aber weil es schon spät abends ist und weit und breit kein Auto kommt, gehe ich einfach bei Rot über die Straße.

Die Kroatin kann es kaum fassen und hält sich vor Freude den Bauch: „Dass hab ich ja noch nie gesehen, dass ein Deutscher bei Rot über die Ampel geht! Und ich wohne seit 13 Jahren hier.“

„Ja nun“, entgegne ich. „Da war ja niemand, auf den wir hätten warten müssen. Außerdem war ich jetzt viel im Ausland.“

Wir kommen noch ein wenig auf Deutschland und den Straßenverkehr zu sprechen. Manchmal, sagt sie, schimpfen andere Leute auch hinter ihr her, wenn sie eine Verkehrsregel missachtet. Oh ja, sage ich, das kenne ich aber auch wirklich nur aus Deutschland. Bei Rot über die Ampel gehen, kostet auch anderswo eine Strafe, weswegen es dann kaum einer tut (in Singapur zum Beispiel). Aber andere Leute auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind? Habe ich selten bis nie im Ausland mal erlebt.

Ihr?

Auf dieses Blitzrezept bin ich jetzt fast ein bisschen stolz:

  • Auflaufform füllen mit: Gnocchi, Sauerkraut, Veggi-Hack, Kräuter-Creme-Fraiche. Alles vermengen.
  • 1-2 Scheiben Höhlenkäse auseinanderzupfen und damit garnieren.
  • Für 20 Minuten bei 200°C in den Ofen.
  • 👌🏻

2 Minuten Zubereitungszeit!

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Hm

Rezession oder Menschenleben?

Heute Abend ein Makroökonom (Namen leider vergessen) im Programm von Deutschlandfunk Nova. Was denn wäre, fragt die Moderatorin, wenn Russland uns wirklich den Öl- und Gashahn abdrehen würde. Was würde das für die deutsche Wirtschaft bedeuten?

Nun, dann würde Deutschland in die Rezession schlittern, sagt der Ökonom. Sein Institut hätte errechnet, dass die Wirtschaft dann 2022 um 2 Prozent schrumpfen würde. Das wäre in etwa vergleichbar mit 2020, als die Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie in die Rezession schlitt.

Und was würde das für die Bürger bedeuten? Blieben dann im nächsten Winter die Wohnungen kalt? Nun, das hänge davon ab, was jetzt wirklich passieren würde. Einen Teil des russischen Gases (macht 55 Prozent der aktuellen Liefermenge aus) könne ersetzt werden. Aber wenn es nicht anders ginge, dann könnten die nächsten Monate noch für eine Kraftanstrengung verwendet werden, um möglichst viele Gebäude mit alternativen Heizmethoden umzurüsten. Unmöglich wäre das zumindest nicht.

Nichts ist einfach in der Politik. Ob ein Verzicht auf russisches Öl und Gas wirklich dafür sorgt, dass Putin schon nächste Woche kein Geld mehr hat, um seinen hirnlosen Krieg zu finanzieren – ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Und ja, es mehren sich die Anzeichen, dass das alles gar nicht nötig sein könnte, dass die Ukraine und Russland sich in Bälde vielleicht auf einen Waffenstillstand einigen und die Ukraine sich damit zufrieden gibt, ein blockfreier Staat zu sein.

Aber es wirft ein richtig schlechtes Licht auf Deutschland. Wir wägen ab. Menschenleben gegen leichte Rezession. Irgendwo las ich auch, wir hätten uns mit diesem Krieg abgefunden und würden nur noch seine Folgen verwalten. Gelb-blaue Flaggen hissen, Flüchtlinge aufnehmen, Trost spenden, Waffen liefern. Wegen 2 Prozent Wirtschaftsabschwung? Das ist uns also wirklich wichtiger, als dass ein paar Kilometer von uns entfernt Tausende sterben? Ich verstehe das alles nicht. Wo ist unser Mitgefühl, wo ist unsere Moral? Was ist denn bloß los mit diesem Land?

„Lara“: Schade, dass Jan-Ole Gerster nur alle paar Jahre einen Film dreht. Sein Erstlingswerk „Oh Boy“ ist seitdem einer meiner Lieblingsfilme. „Lara“ erzählt eine ganz ähnliche Geschichte, aber diesmal aus Sicht einer 60-jährigen Frau, die Geburtstag hat, mit der aber keiner irgendwie feiern will. Ist wohl schon von 2019, mir irgendwie durchgerutscht, aktuell aber in der Arte-Mediathek verfügbar. Lohnt sich, ist toll!

Hab meinen GMail-Speicher geleert. Beitrag dazu in Kürze im Trendblog. Früher warb Google mal damit, man müsse nie mehr eine E-Mail löschen. Heute musste ich das doch. Ich war bei 14,81 von 15 freien GB, nach ein paar Klicks sind es jetzt nur noch 6,29 GB.

Es waren allerdings ein paar Klicks mehr, als ich dachte, und Google hat es mir nicht erspart, E-Mails mit großen Anhängen noch einmal von Hand durchzugehen. Darunter waren auch Mails vergangener Liebschaften; gemeinsame Fotos, eine bedankte sich für das schönste Geburtstagsgeschenk, dass sie jemals bekommen hätte… Heute passiert mir sowas nicht mehr, man schreibt sich irgendwie einfach nicht mehr. Na, schönen Dank jedenfalls, Google, für die Erinnerung……

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Hm

In Würde altern, wie geht das eigentlich?

Eine Frage, die ich mir so stellte, als ich mir vorhin beim Tischtennistraining irgendwie müde und unfit vorkam. 3-4 Kilo habe ich auch wieder zugelegt, seit ich aus Singapur zurück bin, das hilft auch nicht gerade (und das ist, leider, normal, im tropischen Klima läuft der Stoffwechsel schneller).

Also, Problemstellung: Man wird alt und fühlt sich manchmal auch so. Ich sprach mit Olaf aus meinem Tischtennisverein heute darüber, was Tischtennisspieler im hohen Alter so machen. Wenn es gut läuft, profitieren sie von der Erfahrung und einem „Händchen“, schicken dann den Gegner von links nach rechts, nach vorne und hinten, ohne selber laufen zu müssen.

Wenn es schlecht läuft, spielen sie mit langen Noppen, hoffen damit, das Spiel des unerfahrenen Gegners zu zerstören (was oft genug gelingt), und lassen sich irgendeine mehr oder weniger faire Marotte einfallen, um den Gegner einzuwickeln. Zum Beispiel, den gebrechlichen alten Mann zu spielen, der Knie, Hüfte und Schulter gleichzeitig hat, beim Gegner Mitleid erwirkt und im dritten Satz plötzlich wie Phönix aus der Asche steigt und jeden Ball trifft. Dazu vielleicht noch den Gegner blöd anmacht, sich vor jedem Aufschlag 30 Sekunden Zeit lässt, immer wieder Pausen erwirkt, die er eigentlich gar nicht braucht. So etwas. Alles schon erlebt… Besonders würdevoll ist das nicht.

Vielleicht ist die Lösung: Gelassenheit und Weisheit. Alles nicht mehr so ernst nehmen, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber sich doch Fähigkeiten und Fertigkeiten angeeignet haben, die Kraft und Geschwindigkeit ersetzen.

Ich fange schon einmal an, daran zu arbeiten.

A propos in Würde altern: Ich habe gestern und heute meine ersten echten Reels gedreht. Kurze, vertikale Videos für TikTok, YouTube Stories oder Instagram. Bin anscheinend dafür noch nicht zu alt.

Tom Cruise im Übrigen auch noch nicht für Top Gun: Maverick, scheint es. Sieht gut, aus der Trailer!

Ich wollte hier eigentlich noch zwei Bilder gepostet haben, aber das führte dazu, dass WordPress den ganzen Beitrag nicht anzeigen wollte. Dann halt nicht. Stellt euch ein verregnetes Haltern am See und einen sonnigen Kanal bei Nordhorn vor. Bilder von meinem Urlaub letzten Sommer. WordPress will mir damit wohl sagen, dass die eh keiner sehen will. 🤔

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Right

Hoppla, wo ist meine Menschenscheu hin?

Ein Journalist, der menschenscheu ist – das ist nicht unmöglich, aber keinesfalls ideal. Als Reporter auf die Straße würdest du schon eher nicht gehen. Interviews führen? Nicht, wenn es nicht nötig ist. Irgendwas telefonisch erfragen? Doch lieber per E-Mail. Bei mir kommt neben der Schüchternheit auch noch ein gewisses Desinteresse dazu: Dinge interessieren mich, Persönlichkeiten so gut wie gar nicht.

Heute fiel mir auf, dass zumindest diese Menschenscheu bei mir kaum noch da ist. Ich gehe wie selbstverständlich auf Veranstaltungen, Meetups, Abende mit Leuten, von denen ich niemanden oder nur einige kenne. Und ich habe kaum noch Angst vor Ablehnung, davor irgendwie „falsch“ zu sein oder nicht reinzupassen.

Für mich ein völlig unbekanntes Gefühl. Woher das kommt? Gute Frage. Klar, in Singapur wird einem das einfach gemacht. Es versucht einfach jeder, so gut es geht, nett zu jedem zu sein. Hier in Deutschland ist das nicht unbedingt so. Aber auch hier ist die Frage: wie oft wirst du reell wirklich ausgegrenzt, wie oft passt du wirklich wo nicht rein? Wie oft könnte man sich viel mehr herausnehmen und damit sogar das Gegenteil von Ablehnung erreichen?

Na ja, dass ich jetzt auf die Straße gehe und jede Frau anspreche, die mir gefällt, so weit bin ich jetzt noch nicht. Aber zumindest so weit, dass, wenn jemand auf mich zu käme, mich von oben herab behandeln würde oder mir komisch von der Seite käme, ich zumindest eher mal mit dem Schultern zucken würde. Bin gespannt, wohin das noch führt.

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Yeah

Das wär’s ja noch

Dass der russische Vormarsch in der Ukraine wegen Unvermögens derart zum Erliegen gekommen wäre, dass Russland sich nur noch auf militärische Ziele im Osten der Ukraine konzentrieren kann. Schlimm genug ist das schon noch. Mariupol muss aktuell die Hölle auf Erden sein. Trotzdem bietet die neue Nachrichtenlage ein wenig Hoffnung für Optimismus, und ich male – zur Abwechslung – mal ein positives Bild:

  • Russland muss sich aus der Ukraine zurückziehen, und das schon nächste Woche
  • Der Dritte Weltkrieg findet nicht statt
  • Putin ist nach diesem blamablen Eigentor erledigt
  • Auf der Welt sieht jeder aktuelle oder potentiell kommende Despot ein, dass ein Krieg im 21. Jahrhundert sinnlos und nicht zu gewinnen ist.
  • Wir halten trotzdem an der Abkehr von Gas und Öl fest und beeilen uns mit der Klimaneutralität
  • Wir merken, dass wir die 100 Milliarden gar nicht in die Armee stecken müssen und investieren sie statt dessen in Solarzellen auf allen Dächern Deutschlands.
  • Demokratische Reformen in Russland

Klingt vielleicht etwas zu positiv, aber darf ja ruhig auch mal sein.

Minimization today: alle iPhone-Fotos bis Juli 2021. Kann es kaum glauben, aber die 27.000 Bilder sind alle aus weniger als einem Jahr. Und, ja, der Bart war zu lang…

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Right

Back to Minimization

Es nützt wohl nichts, der Alltag muss erstmal weiter gehen. Nutze ich die Zeit bis zum 3. Weltkrieg eben, hier mir dem fertig zu werden, was ich eigentlich machen wollte:

  • Endgültiges Ausmisten
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Ideal(stmögliche)figur

Zum finalen Ausmisten sind noch geschätzt 400 Micro-Tasks offen, die machen sich auch nicht von selbst. Zur Persönlichkeitsentwicklung… wohl mindestens genauso viele, aber schwerer abzuschätzen. Das mit der idealsten noch möglichen Figur Mitte 40 ist im Grunde viel einfacher: weiter Sport machen, vielleicht langsam mal wieder in ein Fitnessstudio übersiedeln, im Sommer eine Deutschlandtour machen.

Heute davon geschafft:

  • Meine Dropbox leerräumen

Klingt nach nichts, aber da waren hunderte Fotos und noch einige andere krude Dateien drin. Muss man auch erstmal wegschaffen.

Das Problem beim finalen Minimieren ist, dass da immer wieder Dinge neu dazu kommen, die auch erstmal gemacht werden wollen. Zum Beispiel das Aussortieren der Fotos vom jetzt wegzugebenden iPhone. Sind auch mal eben schnell 27.000 (!) aus anderthalb Jahren, was jetzt wohl auch wieder Wochen in Anspruch nehmen wird. Ich werde hier berichten.

Furztrocken auf gewollte Provokationen reagieren. Kann ich:

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Heute mal etwas weniger Schaum vor dem Mund

… es bringt ja nichts. Ich ende hier sonst noch als verbitterter, alter Mann. Wobei ich schon glaube, dass ein Energieboykott alleine vielleicht nicht die Lösung ist, aber Putin mit der Ukraine noch lange nicht genug haben wird. Wir werden uns nicht für immer raus halten können, auch wenn wir jetzt noch so tun, als ginge uns das alles nichts an… Lösungen dringend erbeten. Das Baltikum, Polen und Moldawien schnellstmöglich bis an die Zähne bewaffnen?!

Ich wollte/musste die Bilder von meinem iPhone 12 Pro Max löschen und stellte verblüfft fest, dass der Speicher halb voll ist. Fast 190 GB alleine an Fotos und Videos –  die muss man erstmal vom Gerät runter kriegen. Ich buchte 200 GB iCloud-Speicher und wollte die Bilder dorthin laden, was die iCloud auch in einer stolzen Geschwindigkeit von etwa 1 Bild/Minute bewerkstelligen wollte. Hab den Kauf storniert und lade die Bilder jetzt mit „Digitale Fotos“ via Kabel vom iPhone auf die externe Festplatte, die ich eigentlich schon längst nicht mehr haben wollte. Minimalismus ist manchmal gar nicht so einfach.

Mein neues Phone, das Xiaomi 12X. Erster Eindruck: ziemlich gut, aber dem Prozessor (SDG 870) merkt man an, dass er nicht mehr der jüngste ist! Zweiter Eindruck: Sie haben Android 12 versprochen, es ist nur Android 11 drauf! Im Angesicht eines dritten Weltkriegs zwar nicht lebenswichtig, aber trotzdem ja nicht ganz korrekt.

Kultur: „Dazed and Confused“: Teenagerkomödie von 1993. Kann gar nicht genau sagen, worum es da eigentlich genau geht, aber Spaß hat’s irgendwie schon gemacht, vor allem die Tatsache, spätere Weltstars wie Matthew McConaughy und Ben Affleck mal in jungen Jahren zu sehen. (7/11)

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Argh

Putin trockenlegen

Ein Embargo von Öl- und Gaslieferungen könnte den Krieg in der Ukraine stoppen, rechnen die beiden russischen (!) Ökonomen Sergej Gurijew und Oleg Itskhoki im „Spiegel“ vor:

„… [D]a wir keine deutschen Staatsbürger sind, können wir die deutsche Regierung nicht dazu auffordern, Entscheidungen zu treffen, die erhebliche Kosten für die deutsche Bevölkerung mit sich bringen. Wir sind uns als Ökonomen jedoch sicher, dass ein europäisches Embargo gegen russisches Öl und Gas der schnellste Weg ist, um Putins Krieg in Europa zu stoppen.“

Ich bin mir da zwar nicht ganz so sicher, dass das reicht, den Krieg auch zu beenden, aber ich bin auch kein Ökonom. Vor allem aber denke ich mir: Wenn die Sache wirklich so einfach ist, dann: machen! Machen, machen, machen!

Es kann doch nicht sein, dass die Topmeldung in den Nachrichten heute schon wieder unsere hohen Energie- und Benzinpreise sind und nicht die Bombardierung ukrainischer Städte durch die russische Armee. Dass unser grüner (!) Wirtschaftsminister gerade durch Golfstaaten mit zweifelhaftem Ruf tingelt, um dafür zu sorgen, dass uns unser Erdgas nicht ausgeht. Wie tief wollen wir für unsere Bequemlichkeit denn noch sinken?

Wenn wir gerade die Chance haben, das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden und einen dritten Weltkrieg mit bescheidenen Mitteln zu verhindern, dann sollten wir sie gefälligst auch nutzen1 Wie Ex-Bundespräsident Gauck neulich noch sagte: „Wir können auch einmal frieren für die Freiheit“.

Ist uns unsere Bequemlichkeit wirklich wichtiger als Menschenleben?

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Sigh

Radikal ehrlich kommunizieren

Ich fahre mit der Bahn nach Köln und sowohl die Frau vor mir als auch die hinter mir telefonieren gut hörbar auf ihren Mobiltelefonen. What is it with women and „private“ public phone calls? Die Frau hinter mir ist dabei besonders laut. Und so kriegt der ganze Zugteil mit, wie ihr Freund nach einer langen, schweigsamen Autofahrt Schluss gemacht hat, weil er eine offene Beziehung wollte, sie aber nicht, obwohl monogam leben eigentlich gar nicht ihr Ding… es ist mir scheißegal und ich will es nicht hören. Und das würde ich ihr am liebsten an den Kopf werfen. Aber irgendwie reiße ich mich zusammen und sage nichts. Sind ja nur noch 10 Minuten bis Köln-West.

Passenderweise fahre ich dorthin zu einem Meetup mit dem Titel „Extrem ehrlich kommunizieren“, und der Name ist hier Programm. Wobei es etwas anders abläuft, als ich dachte. Ein kleiner Kreis von völlig normalen Leuten sitzt da und wirft sich keine Gemeinheiten an den Kopf, wie „deine Schuhe sind hässlich“ (was mich zumindest nicht gewundert hätte, wenn das so abgelaufen wäre), sondern ganz im Gegenteil. Die Vorstellungsrunde läuft ziemlich amüsant ab, weil schon der Erste so beginnt, dass er in seinem Job nichts mehr ernst nehme und den Kunden nur noch Theater vorspiele und sein Laden seitdem plötzlich laufe wie geschnitten Brot. Der nächste stimmt mit ein, er habe damals sein Hobby zum Beruf gemacht, um endlich seine Bestimmung zu finden – die er jetzt 6 Jahre später immer noch sucht. Und immer so weiter. Ich heimse nach meiner Vorstellung überraschenderweise sogar das Kompliment zweier Teilnehmer ein, ich könne ja wunderbar reden und sollte einen Podcast machen, indem ich einfach nur erzähle. Sie könnten da stundenlang zuhören. Äh…

Später wird es dann deutlich emotionaler, als die Aufgabe lautet, zwei Dinge zu benennen, die wir unseren Eltern nicht verzeihen können. Und es kommen teils unfassbar traurige Geschichten zu Tage. Ich verbringe einen Abend mit wunderbar netten, ganz normalen Menschen, kommuniziere offen und ehrlich, und es ist herzlich und toll!

Auf dem Heimweg fällt mein Zug in Köln-West aus, und ich nehme eine Bahn in die Gegenrichtung zum Kölner HBF. Nachdem ich dort eine halbe Stunde mit Lesen totgeschlagen habe, drücke ich mich am Gleis herum. Das Pärchen neben mir trägt gelb-blaue Aufnäher an der Jacke. Ich spreche sie an und frage, ob sie aus der Ukraine kämen. Die Frau spricht sehr gut Deutsch und bejaht, und wir kommen ins Gespräch über die Situation vor Ort. Als die Bahn kommt, steigen wir zusammen ein und setzen und so, dass wir uns weiter unterhalten können.

Ich stelle hauptsächlich Fragen und will zuhören. Die Frau ist studierte Kulturwissenschaftlerin und analysiert die Lage in der Heimat. Währenddessen fährt und fährt die Bahn nicht ab. Es kommen Durchsagen wegen Verzögerungen aufgrund von Baustellen. Unsere (etwas einseitige) geopolitische Diskussion nähert sich dabei bereits dem Höhepunkt. Weil ich kaum etwas sage und nicht dieselben Details kenne, scheint sie mich irgendwann für schlecht informiert zu halten. Ihr Begleiter sagt die ganze Zeit nichts. Was sie glaube, wie es denn jetzt weitergehe, frage ich sie. Der Krieg werde nicht enden, antwortet sie, die Ukrainer würden nicht aufgeben, Putin auch nicht. Und vom Westen, gerade von Deutschland und seiner Trägheit, wäre sie schwer enttäuscht. Wie ich denn die Sache sähe?

Die Situation strengt mich an. Wir reden nun schon eine halbe Stunde. Ständig strömen Leute an uns vorbei. Die Sitznachbarin im Doppelsitz neben uns belauscht uns eindeutig. Und die Bahn hat gerade mal Hürth-Kalscheuren erreicht. Ich sage, dass ich nach den gegebenen Umständen einen Waffenstillstand und die Einigung auf eine Neutralität der Ukraine aktuell für die beste Lösung halte, damit der Krieg bald aufhöre und keine weiteren Menschen sterben müssten. Von einem jahrelangen Konflikt hätte keiner was und an einem dritten Weltkrieg wäre ich persönlich auch nicht interessiert. Das ist nicht das, was sie hören will. Und ich sehe es in ihren Augen, dass sie mich in die Ecke vielleicht nicht des Putin-Verstehers, aber zumindest des indifferenten Deutschen geschoben hat, der nur seine eigene Haut retten will. Und wir sind gerade mal in Brühl.

Unser Gespräch wird zunehmend einsilbiger. Ich will hier raus, ich will das nicht länger machen, aber ich halte aus Höflichkeit bis zum Ende durch. Beim Rausgehen sagen mir die beiden, dass am Samstag weitere Aktionen auf dem Bonner Marktplatz geplant seien, zu denen ich gelb-blaue Fähnchen schwingen könnte und dass ich auf Facebook weitere Informationen zu allem fände. Na, schönen Dank auch… Zum Schluss bekommt sie noch die Frage, nach wohin in Bonn sie und ihr Begleiter jetzt müssten, in den völlig falschen Hals. Ich verabschiede mich und gehe absichtlich in die Gegenrichtung. Ich mag nicht mehr.

Wobei sie natürlich Recht hat. Da sitzt einer im Kreml, der nichts mehr zu verlieren hat und sich über den Westen – nicht ganz zu Unrecht – kaputt lacht. Und worauf warten wir noch? Dass er das Baltikum auch noch angreift und wir dann darüber debattieren, ob wir nun den NATO-Bündnisfall ausrufen oder nicht? Weil, sind ja keine von Putin abgesegneten NATO-Mitglieder. Ich fürchte, Appeasement hat damals nicht geholfen und wird es diesmal auch nicht. Ist unsere Hoffnung jetzt ernsthaft, dass die Ukraine Putins Vietnam wird, damit wenigstens wir verschont bleiben? Und die Ukrainer? Dürfen dann in unseren Turnhallen schlafen, wenn sie es rechtzeitig raus schaffen. Echte Solidarität…

Stoppt Putin jetzt„, titelte der Spiegel anno 2014 nach Annexion der Krim und Abschuss der Passagiermaschine MH17, und zwar mit harten Wirtschaftssanktionen. War damals eine hoch umstrittene Schlagzeile. Jetzt gerade denke ich mir: Sie hatten leider völlig recht und wir hätten schon damals machen sollen, wozu wir uns heute erst zaghaft durchringen konnten.

Aber dieses Kommunizieren und dann auch noch ehrlich… Es klappt nicht immer, zumindest wenn die Weltlage einfach Mist ist.

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Hm

Going low

Notiz an mich selbst für später: Der Zustand traurig zu sein, hält für etwa 4-5 Stunden an. Er kann gelindert werden durch einen guten Chat mit Nicky, aber auch schlicht dadurch, dass ich ihn nicht zu sehr verdränge. Eine Tasse Tee hilft dabei, ein heißes Bad auch und ein halbwegs gesundes Essen. Bei letzterem überrascht mich, dass es mich überrascht. Normal greift man im Falle akuten Weltschmerzes ja eher zum nächstbesten Junkfood und ist danach zumindest eine Viertelstunde lang glücklich. Ob man einen Salatteller mit Pommes und Cevapcici beim Griechen als „halbwegs gesund“ bezeichnen kann, ist nochmal die andere Frage. Hatte auf jeden Fall mehr Vitamine als alles Andere, was ich die letzten drei Tage gegessen habe. Ein heißes Bad ist nicht nur meine Arme-Leute-Sauna (oder mittlerweile Reiche-Leute-Sauna bei den Energiekosten), es ist auch die 1 Stunde, in der ich mit meinen Gedanken alleine bin und mich durch nichts ablenken kann.

Was für Gedanken? Na ja, zum Beispiel dass ich seit 1 Monat wieder Single bin und mich das nicht unbedingt glücklich macht. Ganz neben der Tatsache, dass ich gerade aktuell hier sein muss, es eigentlich nicht will, mich dann aber eigentlich auch nicht drüber beschweren darf, denn hier ist ja gewissermaßen heile Welt mit Freiheit, Sicherheit und einer der 20 letzten stabilen Demokratien dieser Welt. Psychologen raten dazu, bei Trauer nicht zu tief einzusteigen, nicht zu viel davon zuzulassen. Aber die meiste Zeit, seit ich wieder hier bin, habe ich den Aspekt mehr oder weniger ignoriert, und das hat es auch nicht besser gemacht. Ich glaube, es hilft (zumindest mir), die Trauer in kleinen Dosen zuzulassen.

Und dann wäre noch die Überlegung, mal richtig, richtig tief einzusteigen, nach dem Motto: Geh doch mal wirklich durch die Jauchegrube, how low can you go? Und dann schau, was es mit dir macht.

Ich weiß aber noch nicht, ob das eine gute Idee ist. Weil, könnte ja sein, dass man am Ende auch nur braun angepinselt da raus kommt, aber kein Stück glücklicher.

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Right

Verliere!

Zum Thema, „Was ich meinem 14-jähirgen Ich am liebsten noch mit auf den Weg geben möchte, wenn ich durch die Zeit reisen könnte“: Verliere! Verliere so oft und so viel du kannst, im Sport, in der Liebe, im Berufsleben! Verliere nicht unbedingt dein Geld oder deine Haustürschlüssel, auch wenn das sicher auch mal eine lohnenswerte Erfahrung ist. Aber lass dir deinen Entwicklungsplan auf der Arbeit mal um die Ohren hauen, kassiere Abfuhr nach Abfuhr bei Flirtversuchen, sei mal Tabellenletzter und verliere Spiel um Spiel.

Und dann – ganz wichtig! – lerne daraus.

Genau das habe ich nämlich leider nicht gemacht. Verloren haben ich viel und oft, aber mich danach immer irgendwie über mich selbst geärgert und gedemütigt gefühlt. So gedemütigt, dass ich mich danach schon weniger getraut und am Ende auch deswegen weniger oft verloren habe. Eigentlich der falsche Weg. Kassierst du eine Abfuhr von der Frau, die du eigentlich willst, probierst du es dann danach vielleicht eher bei einer, die dir eigentlich egal ist. Steigst du als Tabellenletzter ab, versuchst du es danach eine Liga tiefer – und bist damit ganz zufrieden, weil du hier viel mehr Spiele gewinnst. Aber das bringt dich natürlich nicht weiter.

Finde heraus, warum du verloren hast und dann arbeite daran. Hast du bei deiner Präsentation etwa etwas Wichtiges vergessen? Warum bist du Tabellenletzter geworden? Was waren deine Schwächen? Hast du der Frau vor lauter Aufregung nur peinliche Dinge erzählt, kamst du zu wenig selbstbewusst rüber oder hat sie dich aus Arroganz abblitzen lassen? Die Unterscheidung ist wichtig. Die richtige Antwort gibt dir wichtige Hinweise darauf, wie du es beim nächsten Mal besser machen kannst.

Ganz wichtig: Es weiter versuchen, die Taktik verändern, an den Schwächen arbeiten, sie beim nächsten Mal nicht mehr machen. Weiter verlieren. Verlieren, verlieren, verlieren und danach wieder aufstehen. Und irgendwann wirst du auch einmal gewinnen.

Das Allerwichtigste aber: Niederlagen nicht zu ernst nehmen! Sie gehören zum Leben dazu, sie machen dich stärker, popkulturell gelten sympathische Verlierer sogar als charmant. Wenn du am Ende gewinnen willst, verliere oft und nimm es dir nicht zu Herzen. Und jetzt, viel Spaß in der Pubertät, deinen 20ern und all den Midlife Crises, die danach noch kommen!

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Hm

Chinesen und Narrative

Um nach gestern mal wieder etwas Optimismus zu verbreiten: Es ist noch nicht zwingend alles verloren. Wir können die allerschlimmsten Auswirkungen der Klimakatastrophe noch abwenden. Wir müssten nur richtig, richtig Gas geben mit allem. Etwa mit dem Umstieg auf alternative Energien. Kriegen wir das zu 80-100 Prozent noch in diesem Jahrzehnt hin, reduzieren wir andere Treibhaustreiber wie die Fleischproduktion, ermöglichen wir „saubere“ Schifffahrten und Flüge und stoppen wir diesen elendigen kurzfristigen Konsum, dann haben wir vielleicht noch eine Chance. Wie auch immer das so schnell gelingen soll…

Irgendwie fällt China dabei eine Schlüsselrolle zu. Dass das Reich der Mitte in der Wüste Solarparks errichtet, die die Leistung von 450 (!) kleineren Kernkraftwerken haben sollen, wovon das erste Drittel schon dieses Jahr ans Netz gehen soll, ist gigantisch und die beste Meldung seit Wochen. Dass China aber gleichzeitig immer mehr Kohle verfeuert und damit zum größten CO2-Emittent der Welt wird, ist mehr als eine Randnotiz der gleichen Meldung. 2030 will China den Zenit des eigenen CO2-Ausstoßes erreichen, 2060 klimaneutral sein. Das kommt zu spät. Das käme auch für uns zu spät. Es muss schneller gehen. Und eigentlich ist doch gerade jetzt angesichts der angespannten Versorgungslage mit Gas und Öl auch im „Westen“ der Zeitpunkt da, mit Solarenergie all in zu gehen.

China fällt übrigens auch eine Schlüsselrolle im Ukrainekrieg zu. Nach US-Informationen hat Russland China angeblich um Waffen gebeten. Sollte das stimmen und China liefern, würde sich der Konflikt enorm ausdehnen und Russland, das bisher militärisch plump (aber leider nicht wirkungslos) agiert, in die Karten spielen.

Ich kann China schwer einschätzen. Ich traue den Machthabern nicht. Sie geben sich größtenteils friedlich, aber scheinen auf der anderen Seite kein Maß zu kennen. Meine Hoffnung liegt darin, dass sich diese neue Supermacht seiner enormen Stärke bewusst wird und realisiert, dass es sich langfristig nicht lohnen würde, sie auszunutzen. Sollte Xi irgendwann auf die Idee kommen, Taiwan einzukassieren, würde nichts und niemand ihn aufhalten können und das fühlt sich nicht gut an.

Mit welcher Begründung Russland eigentlich Waffen von China will? Mit einem perfiden Narrativ. Man befreie die Menschen in der Ukraine in Wahrheit von einem faschistischen Regime, das 2014 geputscht und die legitime Regierung gestürzt habe.

Diese Umdeutung ist nicht dumm, und ich finde es erschreckend, wie einfach solche Narrative im Jahr 2022 noch funktionieren. Erfinde eine gute Geschichte, lass deine Trollarmee in den sozialen Netzwerken und im staatlichen Fernsehen mit Bildern vermeintlich unterdrückter Russen in der Ostukraine um sich schmeißen, und schon hast du mindestens die Hälfte deiner eigenen Bevölkerung auf deiner Seite. Und nicht nur deiner eigenen Bevölkerung.

Es muss nur eine glaubwürdige Geschichte sein, und genau das scheint Putins Problem zu sein. Ich ziehe übrigens den Hut vor Marina Ovsyannikova, die in den russischen Hauptnachrichten im TV ein Transparent mit der Aufschrift „No war“ hochgehalten hat. Die Frau hat wirklich Eier!

Allerdings hatte auch George W. Bush anno 2003 keine gute Geschichte auf Lager, als er den Irak angreifen und der Welt etwas von Massenvernichtungswaffen auftischen wollte. Sanktionen gegen die USA haben wir trotzdem nicht erlassen. Wirklich nur, weil der eine in unseren Augen ein Despot war und der andere nicht?

Wikipedia hat immer wieder das Zeug, einen zu überraschen. Wie mit dieser Artikelsammlung über kognitive Verzerrungen (The Cognitive Bias Codex via Dense Discovery), toll grafisch aufbereitet – und mit noch viel, viel Lesefutter, wenn man das und damit unser Miteinander genau verstehen will…

I’ve never met you before but, stop what you’re doing right now and marry me! 😍😉

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Argh

Das passt mir jetzt aber gar nicht in den Kram

Wir waren es gewohnt, alles tun zu können, was wir wollten, wann immer wir wollten. Schon nicht immer impulsiv und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aber den Job hinschmeißen und etwas ganz anderes tun? Jederzeit möglich. Eben Urlaub nehmen und eine Woche nach Teneriffa fliegen? Meist auch irgendwie möglich. Einen Sparplan fürs Alter anlegen, eine Wohnung finanzieren? Einfach machen und schon drauf hoffen, dass es irgendwie passen wird.

Das alles relativiert sich, wenn höhere Gewalt sich einmischt. In Form einer Pandemie, einer Naturkatastrophe oder eines Irren, der nichts Besseres zu tun hat, als grundlos ein anderes Land anzugreifen und damit das labile Gefüge einfach zu zerstören, das die Welt noch irgendwie zusammenhält.

Ich kann mir fünfmal weismachen (lassen), dass der mein Land schon nicht angreifen wird. Das würde mir auch gerade überhaupt nicht in den Kram passen, ich habe genug zu tun (siehe Post von gestern). Aber daran entscheidet es sich nicht. Er könnte es jederzeit tun, ganz egal, wie dumm es wäre, es zu tun, ganz egal, welche Konsequenzen es selbst am Ende für ihn hätte. Die Entscheidung würde uns abgenommen, wir müssten uns damit befassen. Und das hieße im schlimmsten Falle auch für jemanden wie mich, der mal an der Waffe ausgebildet wurde und noch im wehrfähigen Alter ist, zur Waffe zu greifen und auf jemanden zu schießen, der da eigentlich gar nicht sein will.

So ein Irrsinn. Aber glaubt ihr, diejenigen, die in den 1. und 2. Weltkrieg marschieren mussten, hatten gerade nichts Besseres zu tun? Think again.

Und mein Gefühl sagt mir, dass das mit etwas Pech erst der Anfang gewesen sein könnte. Covid-19, Ahrkatastrophe, jetzt der Ukrainekrieg, damit verbunden wohl eine Hungerkatastrophe (weil zwei der wichtigsten Weizenexporteure der Welt eben gerade nicht liefern), ohnehin Dürren, auch hier, mehr Stürme, auch hier, Flüchtlingsströme, sowieso hierhin, weitere Kriege aufgrund des Klimawandels… Mit etwas Pech geht das alles gerade erst los. Und nichts davon liegt noch in unserer Hand.

Unsere Planbarkeit, die uns die letzten Jahrzehnte ein so stabiles, größtenteils friedliches Leben beschert hat, bröckelt gerade bedenklich. Und die Frage, ob uns das in den Kram passt, stellt sich wohl schon bald nicht mehr.

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Möh

Back to Blogging

Ich würde gerne mehr bloggen, ich erlebe auch eigentlich recht viel im Moment. Mir fällt nur einfach nichts ein, worüber ich bloggen könnte. Ich zwinge mich jetzt mal dazu, vielleicht hilft das ja.

Ja, in der Ukraine ist Krieg, aber ich habe irgendwie nichts dazu zu sagen. Jeder sieht ja, was für ein Irrsinn das ist, dass die Menschen dort leiden und am Ende nichts Gutes dabei herauskommen wird. Aber ich kann es nicht ändern. Ich habe mich auf einer Plattform registriert, um Geflüchteten ein Zimmer in meiner Wohnung anzubieten, aber bisher noch nichts gehört. Ich bin wieder in Bonn und habe eingesehen, dass ich jetzt erst einmal hier bleiben muss. Ich habe eine endlos scheinende To-Do-Liste und noch nicht einmal den richtigen Anfang gefunden. Ich schreibe einen alternativen Reiseführer über Singapur und bin noch dabei, die Rohtexte zu verfassen. Ich habe nie wirklich aufgehört Niederländisch zu lernen und wiederhole beinahe täglich schon bekannte Vokabeln. Langsam wäre es aber mal an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen und den 5000-Wort-Wortschatz zu vervollständigen. Dazu wollte ich mir eigentlich ein „De Volkskrant“-Abo holen, aber das geht nach Deutschland wohl nicht so einfach. Macht aber nichts, nachdem ich gesehen habe, dass die auch viele Texte online veröffentlichen. Da müsste ich mich eigentlich nur 1x am Tag hinsetzen und alle Vokabeln raussschreiben, die ich noch nicht kenne.

Ich habe meine Ukulele wieder rausgekramt und „What’s up“ zu meinem (immer noch sehr bescheidenen) Repertoire hinzugefügt. Im Tischtennis würde ich auch langsam gerne mal einen Schritt weiter gehen von „zweifellos gut eingespielt“ zu „gefährlicher werden“. Trainiere jetzt bei einem Verein in der Nachbarschaft mit und habe mich zu einem Turnier nächste Woche angemeldet. Aber eigentlich fehlt mir auch Muskeltraining und da sollte ich ein wenig Gymnastik machen; ein Freund aus Singapur hat mir schlicht „Planking“ empfohlen. Ein anderer, nach dem Radfahren noch joggen zu gehen, um den Fettabbau zu beschleunigen – habe ich jetzt 2x am Bonner Kreuzberg gemacht, aber danach einen solchen Hunger geschoben, dass die Mahlzeit danach den Kalorienverbrauch auf jeden Fall wieder ausgeglichen hat. Ich drehe jetzt Videos für die Arbeit und habe eins geschossen, das so halbwegs vorzeigbar ist. Und ich habe mir zum Ziel gesetzt, täglich 10.000 Schritte zu gehen und mindestens 5 Seiten in einem Buch zu lesen, was ich eigentlich an jedem Tag der letzten Wochen übertroffen habe. Und dann habe ich mir mal wieder ein Computerspiel zugelegt („Cuphead“), was ich äußerst selten tue. Ein paar Minuten alle paar Tage versuche ich hier und da damit zu spielen und besser zu werden. Und weil ich jetzt wieder Single bin, habe ich noch ein Projekt, aber das ist noch nicht wirklich spruchreif. 🙂

Joa, langweilig ist mir also nicht. Ich weiß gar nicht, warum mich das alles nicht zum Bloggen animiert. Aber vielleicht fange ich einfach mal wieder damit an. Also noch ein To Do. 🙂 Es wäre vernünftiger und produktiver, all das aufzuschreiben und sich klare Ziele zu setzen. Aber das würde mich momentan derart stressen, dass ich darauf keine Lust habe. Lieber noch ein wenig lose so weiter. Denn so macht mir das eigentlich Spaß und es kommt erstaunlich viel dabei herum.

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Hm

Eigentlich interessiert mich nur Boris‘ Meinung zu dem Thema…

Dem Thema Ukraine natürlich. Als jemand, der „West“ und „Ost“ kennengelernt hat. Was sagst du dazu, Boris?

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Right

Singapur vs. Deutschland

Einreise nach Singapur in Corona-Zeiten*:

  • Mach bitte einen PCR-Test 24-48h vor Abflug und zeig uns das negative Ergebnis (sonst flieg gar nicht erst los)!
  • Installiere dir noch vor Abflug unsere Corona-Warn-App, die du danach bitte Tag und Nacht laufen hast und im Übrigen noch drei Wochen nach deiner Wiederausreise (sonst lassen wir dich gar nicht erst rein)!
  • Mach einen weiteren PCR-Test direkt nach Ankunft, wir leiten dich direkt zum Testzentrum!
  • Begib dich danach sofort in Selbstisolation und warte auf das negative Testergebnis binnen 24 Stunden**!
  • Mache einen Antigen-Schnelltest an den Tagen 2, 3, 4, 5, 6 und 7 (!) deines Aufenthalts*! Melde dich sofort bei uns, sobald eins der Ergebnisse positiv ist (sonst setzt es was)!
  • Okay, das reicht dann. Ist das alles negativ, glauben wir dir, dass du keine Gefahr für unser Land darstellst. Beweg dich frei, check überall mit der App ein, trag ansonsten deine Maske und gut is‘!

* Die Bestimmungen ändern sich immer wieder. Inzwischen sind die ART-Tests nicht mehr notwendig, zwischendurch waren aber mal bis zu 4 PCR-Test vorgeschrieben.
** Es kam nach 6h.

Bei Rückkehr nach Deutschland:

  • – Zeig uns denen Impfnachweis. Danke.
    – „Moment, Moment, wollt ihr nicht auch einen aktuellen Test… irgendwie?!“
    – Nein, wieso?
  • Ja gut. THEOREEEETISCH musst du dich sofort in Quarantäne begeben, sobald du aus einem Hochrisikogebiet (wie Singapur) zurück nach Deutschland kommst, egal ob du’s hast oder nicht! Das steht ja schon auf der Website des Auswärtigen Amtes, da sind wir eiskalt!!!!1!11!!

    Das kannst du aber umgehen, indem du uns einen Genesenennachweis, ein negatives Testergebnis oder eben deinen Impfnachweis (2x reicht) vorlegst. Kann jeder.

Autoritär vs. Laissez-faire. Und jetzt ratet mal, welcher Ansatz mir besser gefallen hat…

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Right

Don’t eat!

Eigentlich jedes Mal, wenn ich mir an einem vollgepackten Tag dachte: „Ach Mensch, essen musst du auch noch was“, habe ich es hinterher bereut, wenn ich es tat. Sich schnell was reinschieben, selbst wenn es was halbwegs Gesundes ist, das führt alles zu nichts. Liegt dann schwer im Magen, führt zu Schweißausbrüchen, Müdigkeit zur falschen Zeit. Und es kostet auch noch Zeit. Manchmal genau so viel, dass ich mir danach über die eigentlich noch anstehende Aufgabe denke: „Ach nee, jetzt noch anzufangen, lohnt sich auch nicht mehr.“

Es ist dieses ungute Sattsein, was einen dann dazu verleitet, einfach abzuwinken: „Kann ich auch morgen noch machen.“ Das kann mal ganz erquickend sein. Der Mensch ist ja keine Produktivitätsmaschine. Manchmal braucht er auch Pausen, von denen wir ja tendenziell eher zu wenig machen. Aber in den meisten Fällen sabotiere ich mich selbst mit einer unpassenden Mahlzeit und ärgere mich hinterher. Gerade wenn eh viel zu tun ist und es eigentlich nur einer Initialzündung bedarf, um endlich anzufangen. Dann etwas zu essen, scheint mir genau der falsche Weg.

Also wenn ihr das nächste Mal vor einer schwierigen Aufgabe steht und nicht so recht wisst, wie ihr sie lösen sollt, wäre mein Rat: Macht lieber eine Viertelstunde Pause, einen kurzen Spaziergang, aber esst nichts, nur um auf andere Gedanken zu kommen. Das hilft nicht.

Anders als die Killer-Headline es vermutet lässt, halte ich Essen an sich natürlich für wichtig – und mitunter sehr schmackhaft, gerade wenn man wirklich Appetit und ein gutes Essen vor sich hat. Aber – wie ich auch hier schon öfters schrieb – wir essen ja tendenziell eher viel zu viel. Lieber mal eine Mahlzeit überspringen, hat weit weniger negative Effekte, als man zunächst glauben mag.

Ich bin im siebten Himmel. 🙂 The Cuphead Show (neu auf Netflix) erinnert mich an die alten Cartoons aus den 1930ern und 40ern. Ihr wisst schon, als „Tom & Jerry“ noch lustig waren.

Und seit wann ist die Bahn eigentlich so billig? 🤔 So viel habe ich in Singapur neulich beinahe für ein (zugegeben ziemlich teures) Bier bezahlt. Man kommt fast in Versuchung, einfach mal auf gut Glück zu buchen, egal ob man am Ende fährt oder nicht (aber das wäre dann auch schon wieder zu dekadent).

Und ja, ich spiele mit dem Gedanken, mal mit dem Rad vom äußersten Norden Deutschlands in den äußersten Süden zu fahren, und da muss man natürlich in Sylt anfangen.

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Hm

Damn, this feels like home now

Erst einmal sorry. Da bin ich fast den ganzen Winter 10.000 Kilometer von zu Hause weg, habe eigentlich eine Menge zu erzählen. Und dann tue ich es nicht.

Der Grund ist mir selber nicht ganz klar. Vielleicht ist es schlicht der, dass ich meist von morgens bis abends unterwegs bin, dass hier einfach beinahe alles toll ist, was soll man da erzählen… und dass Instagram-Storys irgendwie mittlerweile mein Lieblings-Medium geworden sind. Schaut am besten da… ach nee, jetzt bin ich ja hier fast fertig…

Die Sache ist die: Mir gefällt es hier super. Die Aussicht, in einer Woche wieder im miesmutigen Deutschland zu sitzen, löst nicht gerade Heiterkeit aus. Wird schon gehen, klar. Und ich freue mich natürlich auch, euch wiederzusehen. Aber wenn ich ehrlich bin, fühlt sich das hier gerade mehr wie zu Hause an.

Wenn es eine Sache gibt, die ich mitnehmen könnte, dann wäre das das Wetter, das Essen, die Essenspreise, die Unkompliziertheit, das Unpolitische, die Marina Bay Sands, das ToastBox-Café an der Bugis Junction, eine Jahresration Salted Egg Chicken Rice, das Nahverkehrssystem und seine Preise, das Changi Village Hawker Center und die Little Island Brewery, die schönen Frauen, das entspannte Miteinander. Du siehst anders aus als ich, bist anders drauf, denkst anders, verstehst nichtmal unbedingt genau, was ich sage, dann – prima, lass uns ne Runde TT spielen und danach was essen gehen. Und danach machst du dein Ding weiter und ich meins, bis wir uns hier wieder treffen.

Ich hoffe, schon bald.

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:)

Singapore so far

Puh, ja, es kommen schon die ersten Klagen, dass ich mitten in der Corona-Krise drei Monate mal eben schnell den Kontinent wechsle und trotzdem nichts blogge. Kann gar nicht genau sagen, warum. Vielleicht, weil es sich alles sehr schnell sehr normal angefühlt hat… Aber trotzdem, hier endlich für euch ein paar Fotos:

Little India
Typischer Blick aus dem Fenster 😉
Marina Bay Sands bei Nacht <3
Hinter der glitzernden Fassade – ist immer noch fast alles sauber.
Strände gibt es auch…
… wenn auch vielleicht nicht die schönsten in Südostasien.
Die Intermediate Indoor Table Tennis Group, in die man mich sehr herzlich aufgenommen hat. <3
Mall Companion für Kinder
Little Island Brewing Co. in Changi Village
National Gallery
Kampong Lorong Buangkok, das letzte „Dorf in der Stadt“
Year of the Tiger coming up
Wir wohnen in dem Gebäude rechts
Vollmondblick aus dem Fenster
Christmas in the tropics
Das Parkview Square gleich nebenan, ein Gebäude im Art-Déco-Stil der 1920er-Jahre
The Good Place
My favorite Toast Box Kopi
Gardens by the Bay
MBS again
Christmas Breakfast
Atlas Bar im Parkview
dto.
Uncle reading paper
But then you stopped?
Little India II
Sure you are…
… but what do you see?
Mal ziemlich…
… mal weniger lustige (aber immer süß gezeichnete) Comics, um die Bürger zu einem gesunden Miteinander zu bewegen.
Wasserspielerei an der Marina Bay Sands
Flora
Fauna
Chinatown
dto.
dto.

Also: Ganz nette Gegend so weit. 🙂