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Alright!

Wer Sport treibt, ist zu müde zum lernen

Wer sportlich ist, ist auch geistig fit, heißt es. Glaube ich auch, allerdings ist derjenige, der Sport treibt, auch ganz schön platt hinterher, vor allem, wenn er Mitte 40 ist. Das Lernen danach ist erheblich schwieriger, und das hatte ich irgendwie nicht mehr ganz auf dem Schirm, als ich neulich – größtenteils unfreiwillig – vier Wochen Sportpause hatte und dabei erstaunlich gut lernen konnte.

Mir fehlt hier noch die perfekte Lösung. Sport macht müde und kostet viel Zeit. Ich versuche das erst einmal mit besserer Ernährung zu kompensieren. Vielleicht macht mich das etwas wacher.

Rechnet damit, dass es in den nächsten Tagen hier etwas chemiejournalistisch wird. Man behält das am besten, was man anderen erklärt hat. Also erkläre ich euch (aber vor allem mir selbst) hier Dinge, die ich früher nie verstanden habe, nun aber behalten möchte. And here we go:

I. Warum heißt organische Chemie überhaupt organische Chemie, wenn da gar keine Organe drin sind?

Hab ich mich immer gefragt und nie eine gute Antwort drauf erhalten – schon gar nicht von meinem Bio- und Chemielehrer, der Pfeife, oder aus meinem damaligen Chemiebuch. Organische Stoffe sind nämlich auch Plastik, Kerosin oder Erdöl. Da ist doch weit und breit kein Organ!

So ist es auch, war früher aber bei organischen Substanzen der Fall. Die Bezeichnung hat historische Gründe. Forscher unterschieden früher zwischen allem, was lebt oder mal gelebt hat (organisch) und anorganischen Substanzen, die nie gelebt haben (Salze, Metalle, …). Man fand heraus, dass alle lebenden Substanzen (also solche mit Organen) Kohlenstoff enthielten. Und so erklärte man alle Kohlenstoffsubstanzen zu organischen Substanzen.

1828 gelang dem deutschen Chemiker Friedrich Wöhler dann ein bahnbrechendes Experiment: Er stellte organischen Harnstoff (CH4N2O) erstmals künstlich her, indem er die darin enthaltenen Substanzen (Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff) im Labor kombinierte. Damit war bewiesen, dass eine Kohlenstoffverbindung nicht zwingend „gelebt“ haben musste.

Heute bezeichnet man – Organe hin oder her – weiterhin alles als organisch, was Kohlenstoff enthält. Auch Erdöl enthält Kohlenstoff und damit viele der Verbindungen, die daraus gewonnen werden (etwa Benzin, Plastik oder Medikamente). Weil Kohlenstoff dank vier Bindungselektronen als besonders reaktionsfreudig gilt, lässt sich aus Kohlenstoff eine Menge herstellen. Die organische Chemie zählt derzeit weit über 100.000 verschiedene organische Stoffe.

Habt ihr noch Fragen zur Chemie? Ich hab zwar jetzt nur Halbwissen davon, aber ich will es ja zu „Ganzwissen“ aufrüsten und kann deswegen auch versuchen, es hier zu erklären. 🙂

Asbest asbeste 👌🏻

Nee doch, fand ich wirklich spannend, gut besetzt und kurzweilig.

Kassetten digitalisieren für die Arbeit. Drei Unikate habe ich noch, deren Inhalt ich unbedingt behalten möchte, und dann können die Träger auch weg.

Passend dafür habe ich mir mein längst wegminimiertes und verschenktes Technics-Doppel-Kassetten-Deck noch einmal zurückausgeliehen. Und Mensch, war das ein tolles Ding! Definitiv in den Top 3 der besten Stücke Technik, die ich in den 90ern besaß (die anderen beiden waren mein superschlanker Anti-Shock Walkman mit Auto Reverse (der Bruder eines Kumpels sagte immer: Auto-Pervers) und mein Skyper).

Das Deck hat auch Auto Reverse, Dolby B/C, Full-Logic-Tasten, also alles elektronisch, nichts, was du runterdrücken oder so musstest. Die Klappen haben sich auf Tastendruck automatisch geöffnet oder geschlossen (wie das heute fancige Kofferraumdeckel tun), digitaler Timer. Vor allem aber konnte der mit einem Tastendruck, ähnlich wie ein CD-Player, zum nächsten Track springen! Er hat dann langsam vorgespult, nach Pausen gesucht (die du bei der Aufnahme automatisch hinzufügen konntest) und dann da Stop gemacht. War das ein tolles Ding! Beinahe schade, dass man heute keine Kassetten mehr benutzt. Beinahe.

Matt Costa spielt „Greenback Dollar“ und seinen eigenen Song „Behind the Moon“ und erklärt, wie der erste ihn zum zweiten inspiriert hat (2021):

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Right

Männerfreie Innenstadt

Ich gehe ja fast jeden Tag spazieren, und das eben meistens im Dunkeln, weil ja gerade die dunkle Jahreszeit ist. Natürlich spazieren auch andere Menschen abends oder sind auf dem Heimweg. Viele junge Frauen, die mir dabei entgegen kommen, telefonieren dabei über ihre AirPods (oder andere Earplugs). Ich habe von mehreren Frauen gehört, dass sie das aus Sicherheitsgründen tun.

Vor zwei Jahren fragte Influencerin Isabell Gerstenberger (@btgasi) ihre Follower auf Instagram, was sie täten, wenn es das andere Geschlecht einen Tag lang nicht gäbe. Männer antworteten sinngemäß: „Ja, was schon? Euch vermissen!“ Sonst wie alles. Frauen gaben dafür Antworten wie:

„Nachts spazieren gehen“

„Abends alleine spazieren gehen“

„Nachts rausgehen ohne Angst, vergewaltigt oder entführt zu werden.“

„Die ganze Nacht mit meinen Freundinnen durch die Gegend laufen“

„Alles tragen, was ich will, und nachts rausgehen ohne Angst zu haben.“

Und in der Form immer weiter…

Oder auch: Autschn… Dass Gerstenberger nach dem Posting mehr als 500 Männer entfolgt sind, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Was ist das bloß für eine Gesellschaft, in der Frauen (oder sonstwer, selbst als durchaus wehrhafter Mann schwingt ja immer ein wenig Angst mit) abends nicht vor die Tür gehen können, ohne sich ihres Lebens sicher zu sein?

Vorhin spazierte ich bei Dunkelheit durch die – neuerdings zur Einbahnstraße umfunktionierte – Bornheimer Straße. Bonns Grüne Bürgermeisterin macht die Stadt scheibchenweise autofrei. Und ich fühlte mich kurz an Basel erinnert und wie schön das mit einer autofreien Innenstadt eigentlich sein kann. Als mir dann noch eine telefonierende Frau entgegen kam, fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

WIR BRAUCHEN EINE MÄNNERFREIE INNENSTADT!

Keine Ironie, kein Sarkasmus. Schafft eine Zone, in der Innenstadt, in der abends keine Männer zugelassen sind! Zumindest einmal im Monat, zum Beispiel an einem Freitag von 1800 bis 0600 Uhr. Polizistinnen kontrollieren das über eine Einlasskontrolle und Patrouillen. Männer, die in der Innenstadt wohnen, dürfen in ihre Wohnung, aber nicht raus und auch keinen männlichen Besuch empfangen. Es gäbe Sportangebote, nur für Frauen. Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Clubs hätten nur für Frauen geöffnet. Das Personal dort: ausschließlich weiblich. 🤷🏻‍♂️

Was wäre dann los, was würde passieren, würde das funktionieren? Was meint ihr?

Ich warte am Bertha vor der Ampel und ein verranzter Typ steht neben mir. Im Anhänger seines klapprigen Fahrrads: jede Menge Schrott. Und dann sagt er diesen Satz, halb zu mir, halb vor sich hin: „Schlimm mit der Armut in diesem Land.“

Mein erster Impuls: wegignorieren, weitergehen, du kannst nicht jeden Verschwörungstheoretiker zur Raison bringen. So gesehen habe ich dann etwas Überraschendes getan: Ich habe mich kurz mit ihm unterhalten.

Habe gefragt, was er genau meine. Er kam auf das Gefälle zwischen Arm und Reich zu sprechen und den menschlichen Anteil daran: „Wissen Sie, da kämpfen Menschen für Gleichheit und Gerechtigkeit, und dann kommt am Ende einer wie Stalin.“

Da musste ich lächeln. Gar nicht so dumm, der Gedanke. Er hörte sich dann sogar noch meine politische Meinung an, dass die Gier im Menschen angelegt sei, während er das lieber differenzieren wollte, es gäbe schon noch welche, die anderen etwas wegnähmen und andere, die es nicht täten. Aber sehr oft setzten sich dann eben doch die Gierigen durch.

Und das war es dann auch schon, wir nickten uns lächelnd zu und verabschiedeten uns.

Und was war daran jetzt so schlimm? Einfach mal einem Fremden zuhören und ein Praatje (niederländisch für: kurzes Gespräch) halten.

Das Ganze hat übrigens eine Vorgeschichte. Vor ein paar Monaten traf ich einen Bekannten, der mir direkt seine politische Meinung zu Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine an den Kopf warf: „Weißt du, Jürgen, sind 27 Millionen Russen nicht genug?“ Ich begann bereits mit ihm zu diskutieren. Dabei hätte meine Reaktion einfach sein sollen: lächeln. Und antworten: „Ja, das kann man durchaus so sehen.“

„Chemie für Dummies“ durchgelesen, ca. 70-80% verstanden. Ist schon mal gut, reicht mir aber noch nicht. Ich gehe jetzt alles nochmal durch und recherchiere auch aus anderen Quellen. Die Chemie muss besiegt werden.

Hätten sich die Grünen sicher auch nicht träumen lassen, dass sie mal als Anti-Klima-Partei wahrgenommen würden:

Robert Plant: Rainbow (2014):

Beitragsbild via Dall-E2

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Hm

Vier Wochen ohne Sport

… sind eine Erfahrung, die ich gerne umgangen wäre. Über Weihnachten gab es keinen Sport, ich war auch ein wenig erkältet. Danach folgte eine knappe Woche Kurzurlaub in Porto, gefolgt von einer hübschen Corona-Erkrankung und zwei Wochen Quarantäne. Jetzt sind wieder ein paar Tage vergangen bis zu meiner Rückreise nach Bonn und heute war dann zum ersten Mal wieder Sport, zwei Stunden Tischtennis.

Das Ergebnis aus Sicht eines Menschen, der davor mehrmals wöchentlich sportlich aktiv war:

  • Körperlich gar nicht so schlecht wie erhofft. Ich habe überhaupt nicht weiter zugenommen, meine Wampe ist sogar etwas kleiner geworden. Ich habe keine Gebrechen, mein Rücken tut nicht weh (ein bisschen höchstens).
  • Ich habe mich besser ernährt. Wahrscheinlich auch aufgrund der geringeren Hektik. Sport kostet nämlich eben auch Zeit. 2-3 Stunden mindestens samt Vorbereitung, Umziehen, Anfahrt, Abkühlen, Duschen. Dann neben der Arbeit, Weiterbildung und Hausarbeit noch was essen – dann muss es schnell gehen. Und der Umstand sorgt nicht unbedingt für eine bessere Ernährung.
  • Auffälligste Änderung: Das Gedankenchaos vor dem Schlafengehen. Nach einem Tag mit Sport bin ich abends meist sortiert, mache mir nicht noch tausend Gedanken über die Arbeit oder die Zukunft. Neulich aber lag ich abends genau mit Gedanken darüber wach. Und das brauche ich eigentlich nicht.

Mein Fazit daraus: 6-7 Mal die Woche Sport, was ich mal eine Zeitlang diesen Sommer gemacht habe, muss es gar nicht zwingend sein. Dann lieber 3-4 Mal, und dafür 2-3 Abende mit Bedacht und hochwertigen Lebensmitteln kochen. Bewegung brauche ich täglich, aber da reicht auch ein ausgedehnter Spaziergang. Dieses „Weniger ist mehr“ und so…

Corona und andere Impfungen. Nachdem Corona bei mir dank vierfacher Impfung ja eigentlich nur eine mittelschwere Erkältung war, fragte ich mich neulich: Wie oft hatte ich wohl noch eine mittelschwere Erkältung und es war am Ende etwas Anderes, gegen das ich schon geimpft/immun bin? Masern, Tetanus, Polio oder Diphterie? 🤔

Die fürsorglichste Gebrauchsanweisung, die ich je gesehen habe:

OHAI!

Quelle: DWDL/Netflix/Reiner Bajo

Hätte den Film auch längst schon mal gesehen, wäre das nicht ein (wenn nicht sogar DER) Antikriegsfilm. Und da ist mir gerade mal so gar nicht nach, da reichen mir die Nachrichten aus der Ukraine.

Hrhr

Aus „Transatlantik“ von Volker Kutscher

Moss: Slower End (2014)

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Yeah

Hochwertige Lebensmittel und ihre erstaunlichen Eigenschaften

Wenn man bei anderen Leuten mal länger zu Besuch ist, lernt man auch ihre andersartigen Gewohnheiten kennen. Etwa, wenn einer ausschließlich mit hochwertigen Bio-Lebensmitteln kocht. Ich kannte das so gar nicht. Meine Packung Pasta kommt vom Penny und kostet 99 Cent – oder 1,79 Euro, wenn es mal was Besonderes sein soll. Die Packung Riesenspirelli (heißen die so?), aus denen ich neulich etwas kochte, kosten 5 Euro die Packung. Das Essen damit, das auch noch tiefgefrorenen Bio-Spinat, Bio-Sahne und Käse enthielt, war aber sehr lecker und außerdem reichhaltig. War erheblich teurer, machte aber auch satt und schmeckte viel besser.

Als ich dann neulich meine weltberühmten sizialinischen Aglio e Olio kochte, ging irgendwie alles schief. Die Brotkrumen (hochwertiges Oliven-Ciabatta) verkräuselten im Topf, die Bio-Spaghettini klebten aneinander. Der Knoblauch (vom Markt) wollte nicht so richtig braten, ich bekam alles nur schlecht gemischt. Ich wollte mich schon für mein Essen entschuldigen – bis ich einen Bissen nahm. Es war zwar vermurkst, aber es schmeckte, sehr sehr lecker.

Was mich zur steilen These bringt: Qualitativ hochwertigere Zutaten machen nicht nur satter und schmecken auch besser, sondern es scheint damit auch schwieriger sein, sein Essen zu verhunzen. Es schmeckt dann trotzdem noch gut.

Nebenbei habe ich in den zwei Wochen Quarantäne und täglicher Raubtierfütterung mit gesunden, hochwertigen Zutaten ein wenig abgenommen. Trotz fehlender Bewegung. Sogar meine ikonische Wampe ist etwas eingeschmolzen. Ich glaube, das ist ein Weg, den ich mal weiter verfolgen sollte. Hab ja bisschen was gespart…

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Hm

Weiße, alte Männer

  • Angela Merkel -> Olaf Scholz
  • Annegret Kramp-Karrenbauer -> Tobias Hans/ Armin Laschet
  • Christine Lamprecht -> Oscar Pistorius
  • Liz Truss -> Rishi Sunak
  • Jacinda Ardern -> ??? (m)

In diesem stark komprimierten Ausschnitt wurden Frauen in hohen politischen Ämtern jeweils durch Männer ersetzt. Ganz stimmt dieses Bild von „alten weißen Männern in der Politik“ nicht. Rishi Sunak zum Beispiel ist weder alt noch „weiß“. Und AKK übernahm das Verteidigungsministerium von einer Frau (Ursula von der Leyen) und wurde wieder durch eine Frau ersetzt (Christine Lamprecht). Am Ende ist es aber jetzt doch wieder ein weißer Mann geworden. So wie in Brasilien jetzt wieder ein alter weißer Mann an der Macht ist, in den USA, in Deutschland, Australien, Argentinien, Österreich, Niederlande, Kanada, Frankreich, Spanien, UK… Mit den sechs letztgenannten Ländern als Ausnahme vielleicht, weil die weißen Männer dort in letzter Zeit auffällig jung sind (um die 50). Aber was ist sonst los, warum folgen auf Frauen in hohen Regierungspositionen so oft wieder Männer?

Update: Oscar Pistorius wurde in Niedersachsen durch eine Frau ersetzt. Neue Innenministerin dort ist jetzt Daniela Behrens. Ja nun…

Miniserien-Podcasts

Ich bin eigentlich kein großer Podcast-Hörer. Ich finde selten Zeit, kontinuierlich etwas zu hören. Das geht höchstens beim Essen oder in den seltenen Momenten, in denen ich mal Auto fahre. Irgendwie bin ich mal bei „Zeit Verbrechen“ und „Lanz & Precht“ hängen geblieben. Ich find’s irgendwie witzig, wie die beiden die Welt erklären. Sehr gerne höre ich allerdings thematisch abgeschlossene Mehrteiler-Podcasts. Es gab mal die Geschichte hinter PornHub und Kim Dotcom (Wild Wild Web), die ich recht gut fand. Oder auch die Geschichte hinter Christians Wulffs kurzer Präsidentschaft.

Es gibt drei Podcast-Miniserien, die ich aber wirklich, wirklich empfehlen kann:

  • 11 Leben – die Welt von Uli Hoeneß von Max Ost. Zum einen ist das ein durchaus differenziertes Porträt der Fußballlegende Uli Hoeneß, zum anderen aber auch fantastisches Storytelling, bei dem sich der Podcaster auch persönlich immer mehr seiner Zielperson nähert.
  • Cui Bono – Wer hat Angst vorm Drachenlord? von Khesrau Behroz. Zweifellos der beste Podcast, den ich bisher gehört habe. Ein derart aufwendig recherchiertes Bild von einem aberwitzigen und abseitigen Internetphänomen. Schon mit der ersten Staffel über Ken Jebsen haben die Macher sehr gute Arbeit geleistet, aber hier übertreffen sie sich selbst.
  • Teurer wohnen: Meine neueste Errungenschaft, ein heute erst gestarteter Podcast über den Wohnungsmarkt in Berlin und Deutschland von detektor.fm und radioeins vom rbb. Wie kann das sein, dass ein völlig intakter Wohnkomplex mit bezahlbaren Mieten abgerissen wird und einem Haus mit Luxusapartments weichen muss? Was passiert da, was läuft da schief, wie betrifft es uns alle? Bisher sind zwei der sieben Folgen erschienen und schon jetzt stellt sich das als sehr lehrreich und hochinteressant heraus. Vor allem, wenn man, wie ich, gerade in Berlin ist und ein Gefühl für den hiesigen Wohnungsmarkt entwickelt.

That’s it for today. Was habt ihr noch für Podcast-Tipps, gerade für abgeschlossene Serien?

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Argh

Staying positive

Langsam reicht’s auch mal…

Seit fünf Tagen fühle ich mich eigentlich völlig fit und genesen. Die Tests bleiben aber eindeutig positiv. Ich muss mich weiter isolieren. Und es macht keinen Spaß mehr.

Langsam wird mir klar, was das Problem an dieser Krankheit ist: Träger:innen mit ihr können einfach verdammt lange ansteckend sein. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich zwei Wochen lang in einem gesonderten Raum zu isolieren. Ich denke da vor allem an ärmere Leute, ärmere Gegenden der Welt, größere Familien, kleinere Wohnungen. 5 Menschen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, zwei davon Corona+. Wie soll das gehen, die einzeln zu isolieren?

Bei mir ist es möglich, aber Spaß macht es schon auch keinen. Ich habe das Glück, hier bestens betreut zu werden, genug Geld zu haben, um Lebensmittel nach Hause zu bestellen, während ich arbeite und lesen mich erdet.

Hab jetzt aber auch eine ganze Menge gelesen, gearbeitet und geerdet…

Chemie für Dummies

Ich fühle mich einerseits wie in die Schule zurückversetzt. Zum Glück nicht in diesen Druckkessel adoleszierende Schulklasse, komische Berechnungen anstellend oder dem Lerntempo des Dozenten („Lehrer“) weitestgehend ausgeliefert (als Klasse konnte man das Tempo schon runterziehen, wenn man es sich immer wieder neu hat erklären lassen). Aber jetzt ist es so, dass ich einzelne Dinge nicht mehr verstehen – und niemanden dafür verantwortlich machen – kann. Teilweise liegt’s an mir (was war noch gleich ein dekadischer Logarithmus?). Teilweise am Autor, der nicht auf alles eingeht und nicht alles mit dem gleichen Verve erklärt.

Ich war offensichtlich nicht gut in der Schule, aber ich weiß heute von Berufs wegen, wann ein Text etwas verständlich erklärt und wann nicht. Und da hapert’s im Buch an manchen Stellen.

Zum Beispiel hier, pH-Wert…

You lost me at pOH…

Wisster auf jeden Fall jetzt, was ein pH-Wert ist, wie man ihn berechnet und vor allem: warum, man ihn so berechnet?

Wasser kann mit sich selbst reagieren?

Absolut logisch, wenn man sich da so ein Meer vorstellt, zwei H2O-Moleküle aufeinanderprallen (passiert im Meer wohl schon mal) und dann kommen da H3O+ (Oxonium) und OH (Hydroxid) bei raus?! Kann ja sein, aber: wann, wie, wo und unter welchen Voraussetzungen? Was macht Oxonium und Hydroxid aus? Wie sehen die aus? Jung, da musst du doch Beispiele für liefern!

Same here:

Jetzt sind wir zum Glück nicht mehr in der Schule. Schwierige Sachen bleiben schwierig, aber wenn man sie aus Quelle A nicht versteht, gibt es mittlerweile Quellen B, C, D, E, F und X, aus denen man auch noch lernen kann.

Jetzt nur noch die Zeit dafür haben, das auch zu tun…

Ach ja, Säuren und Basen. Ich hab mal gelernt, dass du schwierige Dinge am besten etwa so erklärst, dass auch ein kleines Kind sie verstehen könnte. Was unterscheidet jetzt Säuren und Basen? Laut verschiedenen Definitionen, die ich gefunden habe, einfach nur, dass die eine gerne H+-Ionen abgibt (Säure) und die andere gerne welche aufnimmt (Base). Kannste ja mal einem Kind so erklären…

Eine Definition für Kinder, die ich danach tatsächlich noch gefunden habe, erklärt es etwas besser und sagt: Säuren schmecken sauer auf der Zunge, Basen fühlen sich seifig an. Schon besser. Aber warum tun sie das? Ich hab sehr oft das Gefühl, dass Naturwissenschaftler Fragen nach dem Warum nicht gerne beantworten. Isso, fertig, weiter. Vielleicht wollte ich auch deswegen nie Wissenschaftler werden…

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Argh

Mediale Symbolpolitik

Betrachtet man es mathematisch und von außen, stand der Ausgang der Lützerath-Blockade fest und war nach t aufzulösen:

t = Durchhaltevermögen der Aktivisten / Strategie und Schlagkraft der Polizei in Tagen (d)

Ich löse auf: t = 5d

Dass die Gleichung sich nach t auflösen ließe, dass Lützerath also geräumt werden würde, das war klar. Dass rohe Gewalt dafür nicht eingesetzt werden durfte, ebenfalls. Unklarheit herrschte offenbar bei der Abschätzung von t. Die Aachener Polizei hatte tatsächlich mit einem bis zu vierwöchigen Einsatz gerechnet, geworden sind es jetzt etwas über 5 Tage.

Größter Verlierer in meinen Augen: unser politisches System. Weil selbst die besten Ideen am Ende in irgendwelchen Kompromissen enden müssen, die kaum noch jemandem zu vermitteln sind. Grüne sind gegen Kohle, früherer Kohleausstieg ist beschlossen, weder die Einnahmen noch die Kohle selbst für RWE noch relevant, trotzdem muss Lützerath weggebaggert werden. Wird jedem einleuchten.

Auf die andere Seite der Medaille fiel etwas weniger Licht. Dass Lützerath schon vor über 15 Jahren geräumt wurde, die letzten Bewohner dort entschädigt wurden und längst weggezogen sind. Wieder bewohnbar werden könnte der Ort ohnehin nicht, er liegt zur nah an der Abbruchkante, müsste für die geplante Rekultivierung des Braunkohletagebaus Garzweiler I ohnehin weichen. Und jetzt stellen sich Klimaaktivsten hin und sagen: „Lützerath muss bleiben“? Das passt doch irgendwo auch nicht.

Sowieso wurde man die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass hier mit viel medialer Symbolik gegen ohnehin ungeliebte Realpolitik gepfeffert wurde. Greta Thunberg fuhr am Tag der Demonstration am Freitag laut Spiegel Online per SUV vor und später wieder weg (und okay, es war ein Hybrid-Auto, aber: na ja).

Luisa Neubauer reiste zur unterstützenden Demo am Freitag an und ließ sich medienwirksam mit dem Schild „Klimastreik ist Handarbeit“ in der Hand von der Polizei wegtragen. Schon am Sonntagabend saß sie wieder bei Anne Will in der Talkshow.

Dass Neubauer auf dem Bild besonders gut ausgeleuchtet war, was Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer (wer im Glashaus sitzt…) auf Twitter monierte, erklärte die dpa später mit einem guten Händchen des Fotografen: Neubauer war in den Polizeischeinwerfer getragen worden, und der Fotograf habe im gleichen Moment abgedrückt. Trotzdem: Dass Neubauer und Thunberg da mal kurz aufschlagen, mitdemonstrieren und sich medienwirksam wegtragen lassen, dass Lützerath in ein paar Tagen geräumt wurde – anders als „Hambi“ nach ein paar Wochen – gibt diesem ganzen Protest den Geschmack eines Medienevents, viel mehr nicht.

Man hat für reichlich Ärger bei den Grünen gesorgt, okay. Dass die nun Lützerath wie geplant wegbaggern lassen, angeblich auch um den Strombedarf zu decken, der durch fehlendes Gas kurzfristig notwendig geworden war, schmeckt ihnen selber nicht. Robert Habeck hätte demnach gerne auf Lützerath verzichtet, habe aber die Versorgungslücke anders nicht schließen können. Realpolitik frisst Wunschpolitik frisst Symbolpolitik.

Bleibt für mich am Ende irgendwo die Frage: Was sollte das denn eigentlich jetzt? Nochmal zeigen, wie ernst das mit dem Klimawandel ist? Das dürfte bei der rot-grünen Regierung auch vorher schon angekommen sein. Lieber morgen als übermorgen aus der Kohle raus? Schön und gut, aber welcher Strom leuchtet dann die nächste Anne-Will-Sendung aus? Möglichst unbequem werden? Dann, pardon, bedarf es wirkungsvollerer Aktionen, als für fünf Tage die Medien zu beherrschen.

Ich bin am Ende einfach froh, dass niemand ernsthaft verletzt wurde…

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Right

Quarantined

Seit über einer Woche lebe ich wegen einer Corona-Erkrankung isoliert. Ich hatte nur mittelschwere Erkältungssymptome, fühle mich wieder genesen. Meine Tests sind aber weiterhin positiv, deswegen wird die Quarantäne noch ein paar Tage weitergehen müssen. Und ich bin überrascht:

  • Wie kurz die Tage trotzdem sind.
  • Wie wenig ich geschafft bekomme.
  • Und wie zufrieden ich damit dennoch bin.

Ich lese so viel, wie seit Jahren nicht mehr. Ich bin kein schneller Buchleser, lasse mich gerne ablenken, möchte aber mehr Aufmerksamkeit trainieren. Drei Bücher, die ich in diesem Jahr gestartet habe, lese ich gerade auf einmal:

  • Nachtzug nach Lissabon (zu 60% durch)
  • Chemie für Dummies (zur Hälfte durch)
  • Transatlantik (9. Teil der Gereon-Rath-Reihe von Volker Kutscher, zu fast 60% durch)

Bei Chemie für Dummies verstehe ich das meiste, was mich sehr freut. Und die beiden Romane gefallen mir gut, Transatlantik lässt sich noch etwas besser weglesen als Nachtzug. Kutschers Krimis sind wie Zucker, man suchtet sie durch. Danach werde ich in ein tiefes Loch fallen, das weiß ich jetzt schon. Oder ich fange kurz vor Ende schon einmal mit dem Methadon an, einem weiteren Buch. Was mir sehr zur Hand geht, sind Leseproben bei E-Book-Diensten wie Kindle. 10% eines Buches kann man meist kostenlos lesen und sich dann schon einmal überlegen, ob einem der Schreibstil gefällt und die Geschichte einen fesselt.

Und drei Bücher auf einmal? Wenn sonst nichts Anderes ansteht, dann ist das kein Problem. Vielleicht gingen sogar fünf.

An Arbeitstagen arbeite ich, komme also nicht nur zum Lesen. Was mir aber auffällt und was für mich ungewöhnlich ist, ist, dass ich das Lesen gerade allen anderen Kulturangeboten vorziehe. Zwei Folgen „Shantaram“ fehlen mir noch auf Apple TV+, in „Severance“ auf derselben Plattform soll es sich lohnen mal reinzuschauen, wo ich gerade noch das Abo habe. Hatte ich bisher noch keine Lust zu. Es gibt viele neue YouTube-Videos in meinen Abos, ich lese aber lieber. Selbst zum Spielen eines Indie-Games wäre jetzt mal Zeit, habe ich aber keine Lust zu. Das Einzige, was ich neben dem Lesen derzeit noch tue, ist Podcasthören beim Essen.

So eine Quarantäne scheint mir gut zu tun…

Eine App, in die ich täglich meine Werte eintragen könnte, wie Stimmung, Ernährung, Bewegung, Entspannung(slevel), und die mir Zusammenhänge dazwischen aufzeigen könnte. Etwa: „Deine Stimmung hat sich in der letzten Woche verschlechtert. Interessanterweise hast du dich seit vier Tagen aber kaum noch bewegt und deine Ernährung hat sich verschlechtert. Iss mal drei Tage in Folge was Gesundes, das hebt sich deine Stimmung erfahrungsgemäß.“

Gibt es das schon? Es geht in die Richtung Stimmungstagebuch/Journal. Daylio geht in die Richtung, aber ich will da meine eigenen Werte eintragen und eben die Zusammenhänge aufzeigen können. Kennt jemand eine solche App? Sonst muss ich wohl selbst eine herausbringen. 🙂

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Alright!

Kultur aufholen

Immer hilfreich, wenn man bei Serien und Filmen am Zahn der Zeit bleiben will, ist, sich die Nominierten- und Siegerlisten von wichtigen Filmpreisen anzuschauen und hier mal zu schauen… Nehmen wir die gestrigen Golden Globes 2023 als Grundlage und listen wir mal alles auf, was häufig nominiert war und von dem wir (also ich) noch nie etwas gehört habe(n):

Und, ach du Schreck, ist das schon wieder viel! Und das waren bloß die meist nominierten Filme. Liste 1 ist Drama, Liste 2 Dramedy und Comedy. Gehen wir als nächstes auf YouTube und suchen nach den Trailern dafür. Copy, pasten und verlinken wir sie ungesehen mit der obigen Liste. Weil dort jetzt alles verlinkt ist, siehst du, dass ich das schon getan habe. Voilà.

Und dann die Trailer einen nach dem anderen durchschauen, wenn du mal eine Stunde Zeit hast. Habe ich gemacht, und Filme, deren Trailer mir auf Anhieb zugesagt haben, mit einem Sternchen markiert. Aber da ist vielleicht auch viel persönliches Interesse bei. Bei denen könnte man jetzt hingehen und sich einige davon angucken. 💁🏻‍♂️

Nebenbei geht es in erstaunlichen vielen dieser Filme um die Zerstörung des/eines Patriarchats. Wie angenehm!

Was sind deine Favoriten?

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Yeah

Lützerath und Leseliste

Ich bin Pazifist. Deswegen mag ich es auch nicht, wenn Klimaschützer und Polizisten sich jetzt in Lützerath bekriegen. Es blieb heute zwar weitgehend friedlich, aber die nächsten Tage wird das wohl eher nicht so weiter gehen. Was ich mich die ganze Zeit dabei nur gefragt habe: Warum kommt eigentlich RWE so gut und ohne Shitstorm durch die ganze Nummer? Warum zwingt das Web sie nicht dazu zu sagen: Kommt, ist gut, die Kohle brauchen wir jetzt auch nicht mehr?

Die Antwort leuchtet dann allerdings auch schnell ein: RWE wäre es tatsächlich egal. Das Unternehmen ist nur Erfüllungsgehilfe des Staats. Tagesschau.de schreibt:

Die Kohle ist für RWE ein Auslaufmodell; erst im vergangenen Herbst verständigte sich das Unternehmen mit dem Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen darauf, die Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier bereits 2030 – und damit acht Jahre früher als es der gesetzliche Ausstiegsplan zuvor vorsah – zu beenden.

Trotzdem reaktivierte RWE im vergangenen Jahr drei Braunkohleblöcke. Das erfolgte jedoch im Rahmen des deutschen Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes vom Juli 2022 und war damit in erster Linie eine Folge gesetzlicher Vorgaben zur Einsparung von Gas.

Deswegen kriegt es jetzt die Polizei stellvertretend für den Staat drauf.

Leseliste. Dann wollen wir sie mal schließen, die Bildungslücken. Ich bin immer noch auf Bücher fixiert, deswegen ist das hier meine erste Auswahl, die ich bald noch anpassen möchte. Die Themen sind die, die mich interessieren und in denen ich gerne mehr wissen würde. Es bedeutet nicht zwingend, dass ich davon noch gar keine Ahnung habe (die Journalismus-Themen etwa). Zum Teil ist es bloße Wiederauffrischung, zum Teil weiß ich aber auch echt noch so gut wie gar nichts über die Thematik. Ideen und erste Auswahl:

Die Anfangserfolge mit „Chemie für Dummies“ haben mich offenbar selbstbewusst gemacht. Alles (oder sagen wir: vieles) ist lernbar. Man muss nur die Zeit dafür finden.

Okay, es sind vielleicht etwas viele „für Dummies“-Bücher in der Liste. Eventuell finden sich da noch bessere Möglichkeiten. Schon das Suchen dauerte jetzt so lange, dass ich es etwas abkürzen musste. Habt ihr Ideen?

Schaue ich meine Leseliste bei Amazon durch, finde ich aber auch vieles, vieles, was mich heute schon gar nicht mehr interessieren würde und was ich irgendwie so, anders gelernt habe.

Vielleicht muss man nicht alles auf einmal lesen.

Hendrik hat mir einen indischen Actionfilm namens „RRR“ empfohlen (gibt’s auf Netflix), und ich behaupte, so etwas Aberwitziges hat noch keiner von euch je gesehen (außer Hendrik ☝🏻):

Das Ganze ist natürlich VÖLLIG drüber, erhebt aber auch zu keiner Zeit den Anspruch, das nicht zu sein. Best Bromance, aufwändige Choreos, teure Special Effects, Tiger und Hirsche! Also, ich bin so begeistert, wie schon lange nicht mehr!

Ganz nebenbei hat der Filmsong „Naatu Naatu“ heute übrigens einen Golden Globe gewonnen. Und weil es ein indischer Film ist, wird natürlich auch getanzt:

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Yeah

Corona und Gemütlichkeit

Seit gestern bin ich im Schlafzimmer meiner Freundin „gefangen“, während sie sich nebenan von mir fern hält. Es hätte mich wahrlich schlimmer treffen können. Es ist verdammt gemütlich hier:

Und so nutze ich die Zeit, um viel im Internet zu stöbern oder einfach zu lesen. Lese gerade vornehmlich zwei Bücher:

  • Nachtzug nach Lissabon und
  • Chemie für Dummies

Und das macht gerade richtig Spaß, weil ich beiden gut folgen kann, mir das Lesen sogar Spaß macht und ich das gerade sogar lieber mache als Serien oder Filme zu gucken. Aber das schrieb ich ja gestern schon.

Warum nehme ich mir im Alltag so wenig Zeit fürs Lesen? Warum geht das immer nur im Urlaub oder wenn ich krank bin? Muss dem mal auf den Grund gehen. Vielleicht hat es ja wirklich mit dieser Gemütlichkeit zu tun.

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Argh

Corona

Drei Jahre nach Beginn der Epidemie hat es mich jetzt also doch noch erwischt. Ich wachte heute Morgen auf und dachte direkt: irgendwas stimmt nicht mit mir. Wir wollten dann sowieso einen Test machen, weil wir Besuch zum Brunch erwarteten und meiner war dann einfach mal positiv. Viermal geimpft und der Ansteckung immer wieder von der Schippe gesprungen, geht es mir jetzt eigentlich so gut, wie es einem Corona-Kranken wohl gehen kann: Ich habe leichte Erkältungssymptome, habe etwas Husten und Schnupfen, fühle mich schlapp, das ist alles. Bin normal aufnahmefähig, habe heute viel gelesen und geschlafen.

Nur nach Bonn wollte ich eigentlich am Dienstag schon zurückreisen. Daraus wird dann jetzt erst einmal nichts…

Ich bin mittlerweile so weit, dass ich lieber lese, als mir irgendeine Schema-F-Serie auf Netflix oder sonstwo anzuschauen. Hätte kaum gedacht, dass es mal so weit kommen würde. Vielleicht spreche ich aber auch einfach nur im Fieberwahn. 😅

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Lernen heute

Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr mich das Lernen von heute an das aus der Schule erinnert. Ich bleibe an den gleichen Stelen hängen, ich schlafe bei den gleichen Themen ein, ich muss mehrmals zurücklesen. Dabei ist das Buch, das ich gerade hauptsächlich lese („Chemie für Dummies“) eigentlich ziemlich gut geschrieben. Trotzdem verwirren mich die verschiedenen Bezeichnungen für Ähnliches und nicht alles erschließt sich mir im ersten Moment. Dann lese ich aber manchmal lieber einfach weiter, denn jedem Kapitel, das neu startet, wohnt eine neue Chance inne. Die Chance auf ein neues, einfacheres Thema, eine gute Rückblende und Zusammenfassung der zuvor Erklärten (und eventuell nicht Verstandenen).

Dabei ist Lernen heute eigentlich ganz anders als in der Schule. Ich kann auf beinahe beliebig viele Quellen zugreifen. Das war damals ohne Internet noch nicht annähernd so einfach möglich, geschweige denn, überhaupt. Genau genommen müsste ich nicht einmal überhaupt ein Buch für das alles lesen. Ich könnte mir auch interaktive Websites oder Videos anschauen. Ich denke, ich komme da langsam rein, Schritt für Schritt. Und ich merke auch, wie mir das Lernen nach und nach immer leichter fällt. Bin sehr gespannt, wie das in einem Jahr aussieht.

Berlin.

Bunte Fenster:

Fliegenpil“s“:

Netter Versuch, CDU-Mann, aber der Slogan mit dem 29-Euro-Ticket zieht dann doch irgendwie besser:

The Harmaleighs – Sorry, I’m busy (2019):

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Right

Vom Kühlschrank geblendet

CES 2023:

„Eine weitere Funktion ist die verbesserte Helligkeitssteuerung für Kühlschränke mit ThinQ® UP, die die Innenbeleuchtung des Kühlschranks nachts herunterdreht, sodass Konsumenten beim Öffnen der Tür nicht geblendet werden.“

https://presse.lg.de/2023/01/03/ces-2023-lg-kuendigt-einfuehrung-der-lg-thinq-up-haushaltsgeraete-an/

Man darf jetzt nicht von einer Meldung auf eine ganze Messe schließen, einige ganze spannende Produkte habe ich schon auch gesehen, zum Beispiel den Ofen, der per KI erkennt, was du da zubereiten willst (Samsung Bespoke AI Oven). Aber viel mit revolutionary ist gerade anscheinend nicht…

Porto: Schön war’s! Anfang Januar schon am Meer spazieren gehen, draußen auf Dachterrassen sitzen, viel Leben in allen Ecken der Innenstadt, mehr als ein Dutzend Craftbeerbars, wo Bonn eine hat, ein besserer Kiosk, in dessen 1. Stock an einem Montagabend plötzlich Live-Musik läuft. Wir waren uns einig: Der Portugiese ist kein Spanier. ☝🏻 Aber definitiv ein genauso angenehmer Zeitgenosse. Doch, ich kann verstehen, wenn der eine oder die andere dahin auswandern will.

A propos Auswandern: Nach Berlin ziehen? Das Thema kommt gerade auf. Bonn gefällt mir wieder sehr gut, aber man soll ja auch gehen, wenn es am schönsten ist, und Berlin wäre zumindest für mich eigentlich ein gut denkbarer nächster Schritt. Gerade im Sommer gibt es dort und im Umland richtig viel zu erkunden. Eine echte Herausforderung wäre es ganz nebenbei auch. Überhaupt, eine Wohnung zu finden, geschweige denn, ein neues soziales Zirkel aufzubauen. Die Idee macht mir ein wenig Angst, aber die Gelegenheit war eigentlich noch nie so günstig.

Das ist also tatsächlich dasselbe Zeug?!

Sonnenbrille bei Nacht:

Gizmo Varillas: Early Days (2016):

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Berlin – Porto mit dem Zug

Bei meinen fixen Ideen muss man vorsichtig sein; ich neige dazu, sie umzusetzen.

Hier in Porto dachte ich, ich könnte das nächste Mal ja auch eigentlich mit dem Zug anreisen. Von Berlin, wenn ich da gerade bei meiner Freundin bin, und dann mit Zügen weiter bis nach Porto. Müsste gar nicht mal schnell gehen. Dürfte gerne ein paar Tage dauern, und unterwegs schaue ich mir so die Städte an, in denen ich umsteigen muss.

Mögliche Route: Berlin – Köln/Bonn (oder Frankfurt) – Paris – Bordeaux (oder Girona) – Madrid – (Lissabon) – Porto.

Vielleicht im Mai oder so. Google Maps spuckt folgende Strecke aus:

Morgen erstmal nach Berlin…

Porto:

Stileto – Cravin (2020):

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Alright!

Matrixjahr

Für ein Jahr täglich Werte zwischen 0 und 100 notieren für folgende Kriterien:

  • Mood
  • Stresslevel
  • Energy
  • Fitness
  • Spirit
  • Health
  • Nutrition
  • Motion
  • Education
  • Weather
  • X

Sprich: Das Wohlbefinden mit Daten wie Wetter, Bewegung und Ernährung abgleichen. 0 ist schlecht, 100 ist gut. Bin seit zwei Tagen dabei und gespannt, welche Rückschlüsse sich ergeben.

Porto, Anfang Januar:

Can recommend!

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Lernen

Ich habe mir ein bisschen was für 2023 vorgenommen, unter anderem wieder regelmäßig, möglichst täglich, zu bloggen, und dabei auch mal neue Stile auszuprobieren. Vor allem aber soll 2023 ein Jahr des Lernens werden. Bildungslücken schließen und viel Neues hinzulernen, möglichst ein neues Studienfach zu finden. Die ersten Tage werde ich aber nicht viel Zeit haben, deswegen werden die Beiträge hier etwas kürzer.

Kaleidoscope (Netflix): Schon jemand gesehen? Eine Serie aus 8 Teilen, die ihr in beliebiger Reihenfolge sehen könnt:

Erste Kritiken sind nicht überwältigend („The Verge“ sieht eine klischeehafte Story, „Der Standard“ ein „heilloses Durcheinander„), aber auf die veränderte Dramaturgie bin ich sehr, sehr gespannt. Und auch darauf, Giancarlo Esposito mal als den Guten zu sehen. Den Bösen hatte ich ihm in „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ ohnehin nie abgekauft.

Moritz Bleibtreu wird Mr. Pommeroy in einem geplanten Prequel (!) zu Dinner for One. Kannste dir (nicht) ausdenken…

Friedrich Merz auf Twitter über den verstorbenen, emeritierten Papst Benedikt XVI:

Papst Benedikt hat vor allem in seinem Heimatland Deutschland eine neue Hinwendung zur katholischen Kirche über alle Generationen hinweg auslösen können.

Bitte was soll der gemacht haben? Die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland steigt seit Jahren, auch bereits in den letzten Amtsjahren Benedikts bis zu seinem überraschenden Amtsverzicht 2013. „Hinwendung zur katholischen Kirche“… na ja.

Silvester in Porto:

Stoned Jesus: Black Woods (2010):

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Yeah

Beziehungsleben

Seit ein paar Wochen habe ich wieder eine – wunderschöne – Beziehung. Und abgesehen davon, dass ich auch deswegen kaum noch blogge, fielen mir ein paar andere Dinge auf, die im Singleleben einfach – will nicht sagen besser, aber anders sind.

  • Zum Beispiel habe ich meine Wohnung beinahe vollständig minimalisiert. Aber nur für eine Person. Jetzt, wo sie länger zu Besuch ist, fällt auf, dass einige Dinge fehlen. Eine Nachttischlampe, fällt mir etwa spontan ein. Habe ich vorher irgendwie nicht gebraucht. Wäre jetzt etwas, was man auch seiner Begleitung gerne anbieten würde. Oder einen Duschkopfhalter, der sich in der Höhe verstellen ließe. Eine zweite Decke, auf die das 2,20m-Laken passt, Warmwasser am Badezimmer-Waschbecken…
  • Man muss sich plötzlich wieder auf Dinge einigen, statt sie einfach zu tun. Beim Thema: Gucken wir mal einen Film oder seine Serie, aber welche – ist das noch vergleichsweise einfach. Wobei einfach mal drauflos spielen schon nicht ist, es sei denn, jeder macht Seins. Aber auch das Thema: Was essen wir/ich denn jetzt? Was kaufe ich ein? Da ist das Singleleben schlicht unkomplizierter.
  • Das komplette Sichgehenlassen und Sichausbreiten ist auch nicht mehr drin. Alleine bei pragmatischen Themen wie: Wo richte ich dem Anderen denn einen schönen Home-Office-Platz ein oder: Wo lasse ich meine verschwitzten Sportklamotten eigentlich am besten trocknen?
  • Die schönen Momente überwiegen eindeutig. Allein die Motivation ist höher, mal was an der bisherigen Single-Wohnung anzugehen, mal klar Schiff zu machen, bei der Arbeit noch etwas mehr ranzuklotzen und Unwichtigeres wegzulassen, um mehr freie Zeit für die Gemeinsamkeit zu schaffen.

Und solange man sich nicht völlig verliert, kann man eigentlich auch viel von dem machen, was und wie man es vorher gemacht hat. Das wäre das Nonplusultra einer gesunden Beziehung. 🤔

Vor Weihnachten und Neujahr jetzt aber nicht mehr. 😅

Hat sich viel angestaut, die letzten Wochen. Ich poste mal chronologisch absteigend:

Mit Argentinien als Weltmeister kann ich verdammt gut leben. Und sei es nur für diese ARD-Live-Schalte:

Am Ende war die Fußballwelt doch beinahe wieder wie immer. Wer Gastgeber war, war zwar hochumstritten, dann aber letztlich auch mehr oder weniger egal. Es fanden da halt die Spiele statt. Und die Spiele waren hübsch anzuschauen. Parallelwelt ist während einer WM sowieso immer. Es gab am Ende doch wieder keinen Finalisten aus Afrika oder Asien, Millionen Fans feierten ihre Mannschaft (aber auch den Vize und den Halbfinalisten aus Marokko). Es gab ein tolles Finale am Ende doch zwischen zwei der renommiertesten und bekanntesten Fußballnationen der Welt. Und schließlich eine große Fußballnation als Weltmeister.

Seid ihr Jungs vielleicht etwas früh damit dran? 🤔

Sollte ich mir einrahmen. 😀

Und ja, äh, das auch. 😅

Oli von Mobiflip über das Xiaomi 13:

Xiaomi liefert die bisher beste iPhone-Kopie

Und das Xiaomi 13 macht viele Dinge besser als ein iPhone 14, ja sogar besser als ein iPhone 14 Pro. Und es startet mal eben bei unter 550 Euro (umgerechnet).

Stimme zu. Gut ausgestattet, Triple-Kamera mit Zoom, schnellster Snapdragon, Speicher satt, dazu einen Schnelllademodus, Loch statt Notch und ein 120-Hertz-Display. Fast genauso wie ein iPhone aussehen tut es ganz nebenbei auch, zumindest die Vorderseite:

Auch für Golem.de ist das iPhone 14 Pro das Smartphone des Jahres. Das hatte ich auf dem Trendblog neulich ebenso gesehen. Innovationen: rar. Clevere Verbesserungen: trotzdem. Der Wohlfühlfaktor: schlicht am höchsten. Wird auch das Xiaomi 13 nicht rankommen…

Ja okay, US-Aktien sind gerade durchweg auf dem Sinkflug. Aber das… Wäre mir ja beinahe egal, wenn Musk Twitter vor die Wand fährt, aber auch der Aktienkurs von Tesla hat sich seit Musks Twitter-Übernahme mehr als halbiert. Wann hat dieses Kasperle-Theater eigentlich mal ein Ende?

Er hat natürlich nicht gesagt wann…

Berlin:

Zu gut 😂

Dead Man’s Eyes – Two Dozen Eyes (2019):

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Argh

In den Fängen

Der Geldtransfer von Katar an die Ex-EU-Parlaments-Vize-Präsidentin Eva Kaili ist vor allem eins: plump. In Deutschland hätt’s das nicht gegeben. Da nennen wir sowas Lobbyismus statt Korruption und machen es weniger offensichtlich. Dennoch sind bezahlte Nebentätigkeiten von Parlamentariern Gang und Gäbe und der gängige Weg für Ex-Parlamentarier ist nach wie vor der Gang zu einem Lobby-Verband. Das ZDF Magazin Royale hat das Thema in einer sehr coolen Folge kürzlich einmal aufgegriffen:

Trotzdem, Katar. Was für eine Farce! Bis auf Versprechungen, Arbeitsbedingungen zu verbessern, hat das Emirat nichts gemacht. Da geht man jetzt lieber hin, schmiert EU-Parlamentarier – was übrigens dumm ist – und will sich so einen besseren Ruf in der EU erschaffen, statt Dinge wirklich zu verbessern. Dabei ist es uns doch sowieso egal. Wir vergeben die WM trotzdem dahin und verfolgen jetzt die Spiele (ja, ich auch). Welchen Unterschied macht es da, ob Menschenrechte eingehalten werden oder nicht.

(Auf eine perfide Art cleverer macht das in meinen Augen übrigens Saudi-Arabien. Die starten lieber Großprojekte und PR, worauf Journalisten natürlich sofort anspringen und darüber berichten.)

Nebenbei: Der Tod von zwei Sport-Journalisten bei den Spielen deutet noch auf etwas anderes hin: dass die klimatischen Bedingungen und die Gesundheitsversorgung vor Ort womöglich einfach unmenschlich sind. US-Sportjournalist Grant Wahl hatte sich in Behandlung begeben, nachdem er durch die ganze Hektik mit der Anreise, dem Jetlag und dem Dauereinsatz bei der Arbeit offenbar einen Infekt zugezogen hatte. Etwas sonderbar ist das aber irgendwie schon: Warum sterben da so viele Menschen bei der Arbeit?

A propos sterben: In Deutschland kann es einem gut gehen, es sei denn, man braucht mal Gesundheitsversorgung. Der nächste freie Augenarzttermin, den ich bekommen habe, ist im März, also in einem Vierteljahr. Das alles ist aber nichts gegen das, was in Berlin am Wochenende los war. Zwei junge Frauen werden von einem Bus erfasst. Die eine stirbt wenig später, die andere ist schwer verletzt. Die Umstehenden kümmern sich, rufen einen Rettungswagen – und es kommt keiner. Weil einfach keiner verfügbar ist. Personalflucht, sagt der Verband. Oder vielleicht ein komplettes Kaputtsparen der Pflege/Rettung/Gesundheitsversorgung weit über einen Punkt hinaus, an dem das System noch tragfähig gewesen wäre. Es kollabiert gerade und wir können dabei zusehen. Hoffentlich bleibt ihr alle gesund!

Trotzdem noch ein Song des Tages. Dürbeck & Dohmen: Hello Beltracchi (2016):

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Mal ein Buch schreiben

Die letzten Tage habe ich ein wenig Pause gemacht und offenbar auch gebraucht. Ich bin selbst verwundert, wie lange das jetzt letztendlich gedauert und wie viel Kraft es gekostet hat, dieses Buch zu schreiben. Mein ursprünglicher Plan war ja mal: Reiseblog schreiben , copy-paste machen, Buch fertig sein. So war es jetzt schon nicht.

Um es nicht wieder zu vergessen, versuche ich mal zu rekapitulieren:

  • August 2022 bis etwa zum 20.: Die Zeit, in der ich im Urlaub war, und täglich abends das Reiseblog geschrieben habe.
  • Hinterher ein paar Tage durchschnaufen
  • Dann mal informieren: Wie geht das eigentlich mit diesem Direct Publishing auf Amazon? Erstmal einlesen
  • Dann Copy-Paste der Texte in ein Google Doc
  • Drüberlesen
  • Dabei feststellen: Da fehlen noch viele, viele Erinnerungen. Ich muss noch mal drübergehen.
  • Danach feststellen: Infos sind jetzt zwar alle drin, aber das liest sich viel zu fad. Das wird ja ein Buch, keine Loseblattsammlung. Da muss noch irgendwie ein kleiner Spannungsbogen rein.
  • Nochmal drüber gehen, Fehler weitestgehend ausmerzen.
  • Mittlerweile haben wir schon Mitte September.
  • Ich erstelle die Karten. Dazu schaue ich mir ein Tutorial auf YouTube an. Im Grunde ist es recht einfach: Den jeweiligen Abschnitt auf Google Maps aufrufen und dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm abpausen. Bisschen formatieren, fertig. Es braucht allerdings etliche Anläufe, bis das einigermaßen aussieht.
  • Die Fotos müssen ja auch noch rein. Vom Handy runterladen, sortieren, auswählen. Es dauert mehrere Tage, bis das erledigt ist.
  • Entwerfen von Klappentext und Autorentext. Diese beiden Infos stehen erstaunlich schnell.
  • Experimentieren mit Kindle Create. Hochladen, setzen, immer wieder neu probieren. Mittlerweile haben wir Ende September.
  • Die Bilder kann man mit dem uralten Tool nicht einfach anschauen und dann einbauen. Du musst wissen, wie sie heißen. Ich geb den Bildern also Namen und sortiere sie noch einmal, bevor ich sie einbaue.
  • Shit, vergessen, sie zu beschneiden, also die richtigen Ausschnitte zu wählen. Kostet noch mal einen Tag.
  • Das fertige Dokument hat etliche hundert Megabyte. Das ist zu viel. Ich muss die Bilder verkleinern und dann noch einmal neu einbauen.
  • Nebenbei geht es ans Cover. Das ist der einzige Teil, den ich mir nicht selbst zutraue, und so vergebe ich ihn an einen Profi auf Fiverr. Es dauert ein paar Tage, bis das gemacht ist und ich mit den Re-dos zufrieden bin. Aber immer wieder in den kommenden Tagen bis praktisch zum Ende hin werde ich daran selbst herumbasteln, Schriften, Farben und Proportionen verändern.
  • Lese das Skript noch einmal. Merke: Da fehlt immer noch was. Ein bisschen Konflikt, ein bisschen Charakterentwicklung, vor allem aber: ein paar Hard Facts, um die Suppe zu würzen. Entscheide mich dazu, Infokästen zu schreiben und einzubauen. Als das fertig ist, ist es Anfang November.
  • Setze alles und lade es im Kindle Bookshelf hoch. Im Grunde ist jetzt alles fertig.
  • Bis jetzt habe ich aber eigentlich nur am E-Book gearbeitet. Der Inhalt für das Taschenbuch soll zwar weitgehend identisch sein. Der Satz ist aber nochmal ein ganz anderer.
  • Das mit Google Docs erstellte und formatierte Doxc-Dokument sieht in der Vorlage furchtbar aus, ebenso das exportierte KDP-Dokument. Dazu müssen die Bilder ganz anders gesetzt werden. Lasse ich Gedankenstriche zwischen allen Notizen?
  • Aber im Grunde ist hier schnell alles so weit fertig, dass ich im Grunde den Probedruck bestellen könnte. Nur: Das Kindle Bookshelf akzeptiert mein Cover ums Verrecken nicht. Zerschießt das Design jedes Mal völlig, egal, was ich versuche.
  • Weil zu der Zeit auf meiner eigentlichen Arbeit sehr viel los ist und ich beim Googeln keine echte Lösung dafür finde (ich scheine das Problem exklusiv zu haben), ziehen tatsächlich zwei Wochen ins Land, an denen ich nicht weiter komme. Mittlerweile haben wir Mitte November.
  • Auf einer Bahnfahrt von Berlin nach Bonn kommt mir endlich selbst die Lösung: Der Kindle Cover Creater. Das ist ein uraltes, schlechtes, Bildbearbeitungsprogramm mit Raster, das vorgefertigte Designs hat. Mit ein paar Handgriffen kann ich hier mein Cover als Hintergrundbild einfügen und alle übrigen Textfelder einfach leer lassen. Es funktioniert! Ich bestelle den Probedruck, der drei Tage später erscheint.
  • … und in dem ich noch etliche Fehler oder sagen wir: Verbesserungsmöglichkeiten finde. Ist eben doch was Anderes, die Sachen mal gedruckt zu lesen, die man sonst immer nur auf dem Bildschirm gesehen hat. Ich überarbeite alles noch einmal.
  • Beim Probedruck fällt mir außerdem auf, dass das mit den schwarzen Karten nicht gut aussieht. Ich wechsle auf weiß, bearbeite alle Karten noch einmal nach.
  • Ich schicke Britta ein Foto vom Probedruck und sie bemerkt nebenbei: Da ist ganz schön wenig Rand um den Text.
  • In der Tat: Aber ich weiß gar nicht, wie ich das mit dem Kindle Create ändern könnte, es ist in dem Tool nicht vorgesehen, irgendwelche Seitenränder anzulegen. Ein direktes Doc hochzuladen, würde das Design völlig zerschießen. Ich informiere mich, was ich machen kann. Lande schließlich bei Apple Pages als Zwischentool zwischen Google Docs und dem Kindle Publisher.
  • Basti meldet sich, dass das Cover in der Form Assoziationen an die Reichsbürgerszene auslösen könnte. Seine Empfehlung wäre, andere Schriftfarben zu verwenden. Hat er Recht, also noch einmal ans Cover.
  • Wir haben längst Ende November.
  • Ein paar Tage später ist alles fertig. Bestellung des 2. Probedrucks, der drei Tage später erscheint.
  • Jetzt noch einmal in Ruhe das Ganze lesen, feststellen, dass es gut ist. Die letzten Mini-Fehler ausbessern, auch am Cover.
  • Ich bin mit meiner Tagline noch nicht zufrieden. „Tagebuch einer besonderen Radtour“ ist es irgendwie doch nicht. Ich experimentiere einen weiteren Tag hin und her. Letztendlich kommt mir auf einer Radfahrt die Idee: „Ein urbanes Sommerabenteuer“. Nicht perfekt, aber passt. Ich klicke endlich auf „Veröffentlichen“. Es kann 1-2 Tage dauern, bis das Buch geprüft sei, heißt es. Es dauert dann einen halben Tag.
  • In der Zwischenzeit setze ich mich ans E-Book. Hier muss ich auch noch einmal die schwarzen gegen weiße Karten tauschen und im Grunde alles noch einmal neu setzen. Aber dafür reicht mir ein Tag. Am Tag der Veröffentlichung des Taschenbuchs (7.12.) klicke ich auch beim E-Book auf „Veröffentlichen“.
  • Am 7.12. mache ich das Ganze publik und informiere die ersten, blogge hier auch darüber. Die ersten von euch bestellen. 🥰 Ich bestelle mir zur Sicherheit auch ein Exemplar.
  • Als es ankommt, merke ich, dass beim Cover eine Kleinigkeit schief gelaufen ist. Es ist leicht verrutscht, so langgezogen sollte es nicht aussehen. Ich tausche es für die künftigen Bestellungen noch einmal aus. (Sorry an die Erstbesteller! Ich mache es wieder gut!)
  • Das Buch ist bei Amazon kaum zu finden. Ich starte die erste Werbekampagne mit Start 12.12. und werde noch eine folgen lassen. Die Kosten waren bisher tatsächlich überschaubar. 100-150 Euro könnte ich noch in Werbung fließen lassen.

Tja, jetzt wisst ihr’s. Mal eben schnell ein Buch schreiben – is‘ nich. Ist zumindest gar nicht so wenig Arbeit. Beim zweiten Mal wird’s schneller laufen, klar. Ich bin dankbar für die Erfahrung, froh, dass es fertig ist und irgendwo auch glücklich: Das war trotz allem eine sehr schöne Arbeit, die Spaß gemacht hat. Mache ich gerne wieder. 🙂

Spox über Donata Hopfen, die erste Frau an der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL), die nach einem Dreivierteljahr im Amt ihren Posten räumen muss:

Große Teile der DFL-Gremien und der 36 Profiklubs waren mit der Arbeit Hopfens unzufrieden. Das lag vor allem daran, dass sie bei zahlreichen Baustellen wie der 50+1-Regel, der Digitalisierung, dem Einstieg eines Investors, der Auslandsvermarktung, dem neuen Grundlagenvertrag mit dem DFB und der kommenden Ausschreibung der Medienrechte nach Ansicht ihrer Kritiker nicht entscheidend vorangekommen ist.

Spox.com (Hervorhebung von mir)

Von den gefühlt 270 Aufgaben hat sie also keine schon abgeschlossen, nach einem Dreivierteljahr im Amt. Ersetzt wird sie jetzt durch eine kommissarische Doppelspitze – bestehend aus zwei Männern.

Kann es unter Umständen sein, dass man ihr von Anfang an keine echte Chance gegeben hat und sich bloß damit schmücken wollte, mal eine Frau auf dem Chefposten einer Männerdomäne gehabt zu haben?

Für die linke niederländische Tageszeitung „De Volkskrant“ war der vereitelte Putsch der Reichsbürgerszene in Deutschland ein viel größeres Thema als hier:

Neben diesem erschienen noch viele weitere Beiträge dazu, mehr als ich in deutschen Medien dazu gelesen habe. Ich geb auch zu: Ich habe das schnell abgenickt, nach dem Motto: Rechte Spinner haben mal wieder den Untergrund aufmischen wollen.

Kann es sein, dass wir da wirklich nur haarscharf zumindest an einem neuen NSU vorbeigeschrappt sind?

Kraftklub & Blond: So schön (2022):