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Argh

Ungeduld

Ist eine meiner schlechtesten Eigenschaften und eine, die mir das Leben immer wieder schwer macht. Besonders im Kommunikationsverhalten. Ich bin, glaube ich, ein klassisches Social-Media-Opfer, das auf Antworten von Freunden manchmal minütlich wartet und sich dann wundert, dass einige fünf oder zehn Minuten für eine Antwort brauchen. Spontan bin ich eigentlich nur, wenn es sich für mich lohnt, dafür erwarte ich oft von Anderen, spontan zu sein. Da kommt dann auch immer Neid, Missgunst, teilweise sogar mein latent narzisstischer Charakter zum Vorschein.

Diesen Sommer wollte ich bei mir zu Ende aufräumen, also nicht nur die Wohnung, auch meinen Kopf und meinen Geist. Und dann auch mit schlechten Eigenschaften brechen. Aber wie wird man sowas wie Neid, Ungeduld, Geiz und Gier eigentlich los? Mit Liebe vermutlich. 🤔 Aber wie geht das dann konkret?

Ich hatte mir das etwas leichter vorgestellt mit dem Reiseführer. Zum einen fehlt mir gerade die Zeit und Energie für das Inhaltliche. Vor allem habe ich aber zum Anderen das mit den Bildern unterschätzt. Ich sortiere da mittlerweile seit Monaten, und es wird einfach nicht weniger. Mittlerweile mag ich Singapur weder sehen, noch den Namen überhaupt hören. Das mag ein gutes Zeichen sein, Motto: Es wird nicht gut, ehe du nicht Blut, Schweiß und Tränen vergossen hast. Ich wollte natürlich dennoch, ich wäre schon weiter. Bücherschreiben schüttelt man also auch nicht mal eben aus dem Ärmel. *rumheul*

Auch wenn es natürlich lustig ist, dass in Singapur Raucher nicht nur in klein abgegrenzten Zonen rauchen müssen, sondern bei >30 Grad mittags auch in der prallen Sonne. 😅

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Yeah

So macht das Spaß

Heute mal über Fußball. Ja, sicher ist das langweilig, wenn Bayern München zum zehnten (!) Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnt. Die Bundesliga hat dann die Außenwahrnehmung der Betriebssportveranstaltung einer Bananenrepublik. In echten Profiligen wie in England oder Spanien gibt es eine solche Dominanz nicht; ja nicht einmal in Frankreich hat der Scheichklub Paris St. Germain ein derartiges Abo auf die Meisterschaft.

Was diese Liga in der nun endenden Saison aber durchaus hatte, war Drama und Leidenschaft. Und davon so viel, dass man sagen muss: Abschalten und sich nicht mehr für Fußball interessieren, wäre definitiv auch die falsche Entscheidung gewesen. Als Beispiele:

  • Der SC Freiburg, dieser ewige Underdog mit dem engagiertesten aller Trainer, Christian Streich, der plötzlich um die Champions-League-Plätze mitspielt und die am Ende mit Platz 6 nur knapp verpasst…
  • Zuletzt nur noch überholt von Union Berlin. Dieser zweite, zwangsweise bodenständige Klub aus Köpenick, der nun schon zum dritten Mal in Folge seit dem Aufstieg aber auch gar nichts mit dem Abstieg zu tun hat, statt dessen nun sogar Platz 5 erreicht und damit zum zweiten Mal in Folge europäisch spielt.
  • Ganz anders als dieser andere Club aus der Hauptstadt, der eigentlich seit Jahren gerne da wäre, wo der Lokalrivale jetzt ist: Hertha BSC bot in dieser Saison herrlich viel Theater um hohe Ansprüche, hunderte Millionen versenktes Investorengeld, gescheiterte Träume, innere Zäsuren, ernüchternde Realitäten und die ebenso überraschende wie hochinteressante Rückkehr von „Quäl-Opa“ Felix Magath.
  • Der muss nun in der Relegation gegen den HSV ran, der plötzlich seinerseits erstaunlich bodenständig wirkt (ist das die neue Erfolgsformel?) und nach drei vierten Plätzen in Folge nun tatsächlich mal eine Zweitliga-Saison nach einem überraschend nervenstarken Schlussspurt auf Platz 3 abschließt. Zwei Clubs also, die in den letzten Jahren viel Anlass für Schadenfreude boten, nun gegeneinander in zwei Entscheidungsspielen. Das wird Drama pur. Entzückend!
  • Werder Bremen dafür tatsächlich nach nur einem Jahr zweite Liga direkt wieder aufgestiegen. 🥳 Hätte ich mir kaum träumen lassen.
  • Allerorten übrigens, wo die entscheidenden Erfolge gefeiert wurden, Platzstürme (nicht immer ganz ungefährlich) und ganz viel Leidenschaft.
  • So etwa auch bei Frankfurts Husarenstück, der Übernahme des Camp Nou und dem sensationellen Auswärtssieg beim FC Barcelona. Jetzt sogar noch mit der Chance, die Europa League zu gewinnen.
  • Oder Kölns Coup, statt gegen den Abstieg zu spielen, am Ende sorgenfrei Siebter zu werden, augenscheinlich allein geschuldet der Verpflichtung des schnodderigen Fischkopps mit der kultigen Schlappmütze, Steffen Baumgart.
  • So viele Bewiese dafür, dass eben nicht immer nur das schnöde Geld gewinnt, wie Adi Hütters erfolgloses Engagement in Mönchengladbach (vor der Saison für 7,5 Mio. € geholt), Bayerns überraschendes Ausscheiden gegen den „Dorfklub“ Villareal im Viertelfinale der Championsleague oder eben die Er.folge von Freiburg, Köln und Union Berlin in der Liga.

Nee, war schon schön alles. In der Zukunft würde ich mir noch ein bisschen mehr klare Kante wünschen wie einen Boykott der WM in Katar oder eine europäische Gehaltsobergrenze. Aber vielleicht war diese Saison die Wende zum Besseren. Möchte ich wirklich gerne glauben.

Landtagswahl. Grüne rocken NRW – am selben Tag, wie Grün-Weiß Bremen rockt. Und irgendwie geht und ging die Wahl beinahe völlig an mir vorbei diesmal. Ist wie ein spannendes Fußballspiel, für das du ein Ticket hast. Mehr aber eigentlich nicht.

Gut, musikalisch war ich eher für die Niederlande, Norwegen und Moldawien. Aber auch den ukrainischen Beitrag fand ich so gut, dass ich mit der eindeutig politischen Wahl selbstverständlich gut leben kann.

Tolle ESC-Party übrigens bei uns, von der auf jeden Fall alles Gesagte für immer im Raum bleiben muss, weil sonst alle Anwesenden für den Rest ihres Lebens sozial geächtet wären (und mehr sage ich dazu selbstverständlich auch nicht). 😀

Adriaan!

Daily sort-out. Ich sehne den Tag herbei, an dem ich keine Bilder mehr aussortieren „muss“. Ja gut, ich habe selbst in der Hand, was ich tue und wann. Aber wenn mein Reiseführer irgendwann mal fertig sein soll, sollten auch die Bilder dafür bereit sein. Wie kann ein Mensch so viele Fotos machen? Ich muss da echt umdenken…

Trotzdem, natürlich und immer noch: hach, Singapur!

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OK

Sex

Ich wollte eigentlich heute über was Anderes schreiben, aber dann musste ich an Sex denken.

Spaß. 😅 Aber was mir in Unterhaltungen mit anderen Menschen, auch Freunden, immer wieder auffällt, ist, dass das Thema irgendwie immer noch ein Tabu für mich ist. Ich rede nicht gerne darüber. Immer wenn es zur Sprache kommt, mache ich blöde Witze darüber und wechsel dann das Thema. Ich habe es in diesem Absatz, den ich gerade schreibe, nicht einmal mehr namentlich genannt, falls euch das aufgefallen ist…

Ich glaube mittlerweile, dass das sogar kontraproduktiv ist. Etwa, wenn es ums Daten geht. Irgendwann wäre es gut, mal über Sex zu reden. Beim Flirten mal gewisse Zweideutigkeiten anklingen zu lassen und vielleicht sogar mal darüber zu reden, was man eigentlich mag.

Das Buch „Selbstmitgefühl“ von Kristin Neff, das ich gerade lese – ja, auch so ein Tabuthema – rät sogar dazu, sich seiner sexuellen Wünsche einmal bewusst zu werden – und nicht dafür zu verurteilen. Vielleicht sogar mit der/dem jeweiligen Partner:in darüber zu kommunizieren. Finde ich trotzdem schwierig. „Schatz, willst du heute Blümchensex, willst du oben liegen oder mal so richtig durchgenommen werden?“ Redet man jetzt auch nicht so direkt drüber.

Findet ihr, dass ich mehr darüber reden sollte? Wie macht ihr das?

Wo ich gerade vom Buch „Selbstmitgefühl“ sprach: Ich lese sehr viel in letzter Zeit, ich mache es mir sogar schmackhaft, indem ich fast nur noch Ebooks auf dem Smartphone lese. Und wer verbringt nicht gerne Zeit mit seinem Smartphone? Ich lese auch sehr gerne, wenn ich einmal damit angefangen habe. Aber es kostet mich jedes Mal wieder verdammte Überwindung, es zu tun (fast so viel, wie über Sex zu reden 🙄). Ich vermute das Reptiliengehirn dahinter. Aber so langsam dachte ich, hätte ich das eigentlich mit allem, was ich so tue, überlistet. Es scheint ein ewiger Kampf zu bleiben. Wie macht ihr das?

Die Studenten unten auf dem Platz haben die Klampfe rausgeholt und singen gerade mehrstimmig „Keep on rockin‘ in the free world“ von Neil Young. Wenn schon nachts Krach, dann wenigstens High Qualitäty Ruhestörung. Geht doch.

Wenn mein Downgrade auf ein 400-Euro-Smartphone wenigstens eine gute Sache hat, dann: dass ich damit weniger Fotos mache, weil die Kamera einfach nicht so geil ist. In Singapur mit dem iPhone habe ich es einfach übertrieben. Ich mag nicht mehr weitersortieren…

Januar 2022. Als wir mit den Russen noch Bier getrunken haben…

Spaß. Würde ich jeder Zeit wieder. Miss you, Evgeniy!

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Right

Deutschland im Sommer

… ist eins der schönsten Länder, die ich kenne. Plan deswegen: Mal mit dem Rad durchfahren. Sind ja auch bloß 2.500 Kilometer. 😬

Unten auf dem Platz gibt es jetzt nicht mehr nur einen, der die ganze Zeit „HÖÖÖYYY“ brüllt, sondern seit einiger Zeit auch noch einen, der besonders laut, filmreif und dazu noch DEN GANZEN TAG „AHAHAHA“ lacht – was spätestens nach dem 5. Mal nicht mehr lustig ist. Ich habe ihn auch mal live gesehen, als er das gemacht hat. Er hat nicht gelächelt dabei, war alleine und es hat definitiv niemand einen Witz erzählt. Jetzt gerade ist einer da, der seit Stunden mehrmals pro Minute „WOOO-HOOOt“. Dann sind da noch die mit dem Muckentoaster, auf dem den ganzen Abend Techno läuft, und ich glaube, das sind teilweise sogar dieselben.

Aber halt, das ist nicht mehr Leidartikel, sondern ein konstruktives Lösungsblog. Und ich bin mittlerweile so weit, dass ich mir das nicht mehr gefallen lassen will. Denn langsam reicht’s auch mal.

Ein Freund von mir, der etwa in meinem Alter ist (ich sag jetzt nicht wer ;), hat es sich mittlerweile zum Hobby gemacht, Leute anzuzeigen, die ihm komisch kommen. So weit bin ich noch nicht, aber ich kann ihn verstehen. Wozu hat man die „Serviceindustrie“, wenn man nicht hin und wieder mal von ihr Gebrauch macht.

Die Stimmung ist gerade so aufgeheizt, dass die sich gegenseitig an den Kragen gehen. Wenigstens das. 🙄

Daily sort-out:

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Right

Dazugehören

Ich wohne seit 20 Jahren im Rheinland, und wenn ich es genau nehme, habe ich seit 20 Jahren das Gefühl, nicht wirklich dazu zu gehören. Ich bin geduldet, toleriert, aber richtig „drin“ in den Kreisen bin ich nicht und war ich noch nie. Da ist und bleibt etwas, was mich von den Rheinländern nicht nur unterscheidet, sondern distanziert.

Das gilt nicht für alle Lebensbereiche. Und, versteht mich nicht falsch: Ich liebe die Rheinländer, ihre freundliche, manchmal auch schnodderige Art. Und es gibt definitiv schlechtere Orte auf der Welt, um nicht dazu zu gehören. Hier reden die Leute trotzdem mit einem und trinken ein Kölsch mit dir. Aber wenn ich mal genau schaue, sind fast alle Freundschaften, die ich hier habe, mit Menschen, die ebenfalls zugezogen oder zumindest keine Kinder „echter“ Rheinländer sind.

Das Gefühl, irgendwo gut hinzupassen, hatte ich die letzte Woche in Berlin im Gleimviertel, wo ich für eine Woche mit Britta die Wohnungen getauscht habe. Kann nicht genau sagen wieso, aber irgendwie habe ich mich da wohl gefühlt, irgendwie gedacht, dass ich da ziemlich gut reinpasse, und auch von den anderen das Gefühl gehabt, dass sie mich als einen von ihnen akzepzieren.

Kennt ihr dieses Gefühl auch? Passt ihr irgendwo rein?

Fynn Kliemann hat die Schlacht gegen das ZDF Magazin Royale wohl verloren. Wenn man in Zeiten großer Knappheit, 2020, ankündigt, Masken nur in Serbien und Portugal herzustellen, um sie schnell unter das Volk zu bringen, ohne sich daran zu bereichern, und dann am Ende doch an Maskendeals aus Bangladesch und Vietnam beteiligt ist, wo wohl ein Millionenprofit raus sprang. Dann ist das nicht cool und muss aufgedeckt werden.

Was ich mich dann aber frage, ist, warum das ZDF Magazin Royale dann die ganze Person Fynn Kliemann und alles, was er macht, durch den Kakao zieht. Hätte man es nicht bei dem kritikwürdigen Deal belassen können? Wieso muss man so persönlich werden?

Auf dem Bonner Barcamp 2022 gewesen und an einem Random Porträt-Workshop teilgenommen. Ziehe nach wie vor meinen Hut vor meiner Foto-Partnerin für dieses tolle Porträt von mir!

Ich selbst habe „nur“ ein brauchbares Foto von einem Performance-Künstler gemacht. Weiß gerade gar nicht mehr, wie der hieß, aber das finde ich raus. Er meinte, er wäre wohl ziemlich beliebt. 🙂 Dufter Kerl auf jeden Fall!

Daily sort-out. Auch wenn es schöne Erinnerungen sind, ich kann Singapur langsam nicht mehr sehen. 🙂

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OK

All by yourself

Was immer ich gerade an Büchern lese oder mit welchen Menschen ich gerade spreche, die Botschaft ist immer dieselbe: Du brauchst niemanden, um nicht allein zu sein. Wenn du dir selbst genug bist, bist du niemals einsam.

Das ist Pro-Level-Shit. Also klar ist sicher jedem von uns: Besser alleine als in schlechter Gesellschaft. Nimm zum Beispiel ein Familienfest, auf das du gar nicht gehen willst und auf dem du niemanden zum Reden hast. Dann doch lieber den ganzen Tag alleine auf der Couch.

Heute an meinem letzten Abend in Berlin war ich alleine unterwegs. Ich hatte ein Buch zum lesen, ich hatte ein neues Handy, an dem ich noch viel ausprobieren wollte, und meine einzigen Gesprächspartner waren jeweils die Kellner und andere Kneipengäste, mit denen ich kaum mehr als ein paar Worte gewechselt habe. Das hat mir für den Abend aber tatsächlich gereicht. Alle paar Tage hätte ich gerne mal jemanden für einen Austausch und tiefer gehende Gespräche. Das ist alles andere als leicht zu finden.

Und dann wiederum… je besser ich mich selbst kennen und akzeptieren lerne, desto weniger schert es mich, was andere von mir denken. Und desto weniger Scheu habe ich davor, mit wildfremden Menschen zum Beispiel im gleichen Lokal ein Gespräch anzufangen, einfach mal zu fragen, ob ich mich dazu setzen kann. Und dann irgendwie ein tief gehendes Gespräch vom Zaun zu brechen. Wenn ich nicht gerade jemandes Date dadurch störte, hätte ja niemand einen Nachteil dadurch.

Das sind beides zwei verwandte Superkräfte, die ich gerne noch hätte: mir selbst genug sein und mit Wildfremden ins Gespräch kommen, weil wir ja alle nur Menschen und damit irgendwie eins sind. Klingt banal, ist es aber nicht. Wenn ich die Kräfte noch habe, traue ich mir auch eine Weltreise zu.

Es ist erstaunlich, wie schnell eine Woche vergehen kann. Okay, ich hatte nur gutes Wetter. Okay, ich bin hier in einer großen Stadt mit sehr vielen neuen Impulsen und sehr vielen schönen, netten, jungen Menschen. Aber, wow, dafür, dass ich – wie vor jeder Reise – erst dachte, „was soll ich da eigentlich?“, hat das verdammt viel Spaß gemacht. Und ich hab eigentlich „meinen“ Kiez Prenzlauer Berg in der Zeit so gut wie nie verlassen. Ich glaube, in Berlin könnte man es gut und gerne ein Jahr aushalten, ohne dass einem auch nur für eine Sekunde langweilig würde.

Video (und ich muss jetzt schon sagen, die Kamera wird noch eine Herausforderung, die hat abends ganz schön Potenzial):

Daily sort-out, yes, it sometimes rains in southern Singapura:

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Right

Tuesday

Bäm, there it is. Es ist das Samsung Galaxy A53 geworden:

Und ich töne im Laden noch rum: „ich werd mir das online kaufen, ich bin nur zum Showroomen hier“. Kam mit dem Typen neben mir ins Gespräch, der mich frage, welches Smartphone er sich kaufen solle. Konnte ich ihm auch nicht so direkt sagen…

Nach dem Showroomen bin ich aus dem Laden raus und hab nachrecherchiert, wo es das Ding günstiger gibt und ich es gut online bestellen kann. Antwort: Günstiger vielleicht, aber dauert dann ewig, bis es kommt, gibt’s dann nur in Schwarz (bäh!) oder ist dann nur die italienische Version. Äh, nee. Amazon ist auch nicht mehr das, was es mal war. Also kleinlaut zurück in den Mädchenmarkt und das Dingen für ein paar mehr Euro vor Ort direkt gekauft. Und da es kein Online-Kauf ist und ein Umtausch in Berlin was schwierig ist, wenn ich in Bonn bin, gibt es jetzt wohl kein Zurück mehr. Joy sparkt es ja, hoffe, es macht auch irgendwie glücklich.

Wollte heute Abend Badreesh vom Speed Friending treffen, aber sein Mitbewohner hat sich Corona eingefangen und dann hat er sich vorsorglich lieber selbst isoliert. Schade. Berlin ist ja toll und alles, aber wo lernt man als Solopreneur Leute kennen?

Lese jetzt „Single on Purpose“ von John „The Angry Therapist“ Kim. Das Buch beginnt direkt mit einer Tirade, warum, wenn du dich einsam fühlst und dich nach einer Beziehung sehnst, eine Beziehung das letzte ist, wonach du in dem Moment suchen solltest. Welche Träume Menschen aufgeben, nur um in einer Beziehung zu sein, und direkt die Frage, was eigentlich so schlimm daran wäre, wenn du die Eine niemals finden wirst:

„Take a deep breath and ask yourself: What if you never find a partner? Did your heart stop? (…) This giant what-if you keep asking yourself is preventing you from truly living. Instead, you are waiting around for something to happen to you and that waiting produces the feeling of loneliness. But it’s actually not loneliness you’re struggling with. At the core, it’s the deep belief that you will always be alone. It’s hopelessness.“

Der Mann schreibt mehr Wahrheiten in einem Satz als manche in ganzen Büchern. Ich glaube, das war kein ganz schlechter Kauf. 🙂

Erwähnte ich bereits, dass es hier hübsch ist? Ach so, ja, tat ich.

Borschtsch ukrainischer Art in einem russischen Restaurant. So geht Völkerverständigung:

Tenet: Hat mir richtig gut gefallen. Toller Schauspieler, beißende Spannung, imposante Action, kluge Geschichte, Zeitreisen. Kann die schlechten Kritiken nicht ganz nachvollziehen. Was wollt ihr denn noch?

Daily sort-out, you guessed right, still Singapore. Bilder und Videos der Ex zu sehen, macht schon wehmütig. Da kann John Kim sagen, was er will… 😢

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Yeah

Prenzlauer Berg

Ich mag das hier. Und hab gerade zu meiner Überraschung festgestellt, dass ich schon 5 Tage hier bin und es bald wieder zurückgeht. In meiner unmittelbaren Umgebung, dem Gleimviertel, gibt es:

  • Einen Sportpark mit Tartanbahn
  • Einen Drittliga-Fußballverein (Viktoria Berlin)
  • Den Mauerpark mit Action quasi rund um die Uhr
  • Zahlreiche Spätis, Schankräume, Cafés, Restaurants
  • Ein paar zu viele vietnamesische Restaurants höchstens. Gefühlt jedes zweite Restaurant hier ist vietnamesisch.
  • Hab deswegen gestern bei einem Indonesier gegessen und das war sehr lecker.
  • Viele Hipster, viele freakige Typen, sehr viele Normalos
  • Und insgesamt einfach viele nette Menschen

Praktisch täglich warte ich darauf, dass mich einer auf der Straße komisch anschaut oder gar blöd von der Seite anmacht. Für was auch immer, vielleicht dass ich nicht hip genug aussehe. Aber es ist bisher noch nicht passiert. Ich werde sogar hin und wieder angelächelt, was mir in Bonn nie passiert.

Trotzdem habe ich mittlerweile nach fünf Tagen das Gefühl, hier im Kiez (der sich ungefähr von der Ringbahn im Norden bis runter zum Alex erstreckt) alles gesehen zu haben. So schnell kann das gehen.

Wenn ich jetzt noch paar Leute kennen würde und Britta die Wohnung nicht mehr zwingend bräuchte, könnte ich auch direkt hier bleiben. 🙂

Habe beschlossen, mir ein Übergangs-Smartphone zu kaufen. Die aktuellen iPhones gefallen mir zu wenig, als dass ich dafür 1.000+ Euro ausgeben würde, außerdem gibt es ja bald schon wieder neue. Und auch die aktuell getesteten Samsungs und Xiaomis ließen zu viel Luft nach oben. Ich mag das Google Pixel 6, aber das ist mir zu viel Google. Ergo: ein Ding kaufen, das mich eine Weile begleitet, bis mich irgendwas wirklich umhaut. Ansprüche an das Gerät:

  • Gute Frontkamera mit 4K-Aufllösung, weil ich damit vloggen möchte
  • Android 12, möglichst mit Update-Garantie
  • Ein Akku, der was durchhält
  • OLED-Display, um damit Bücher zu lesen
  • Schnelllademodus
  • Und wenn es dann noch irgendwie Joy sparkt…

Tja, und ich wette, darauf wärt ihr in 20 Jahren nicht gekommen. Vorhin im Mädchenmarkt ausprobiert, für tauglich befunden (außer dem Schnelllademodus) und was dann sogar ein wenig Joy gesparkt hat: das Samsung A33 in weiß. Ja, im Ernst. Ja, ich bin noch bei Trost.

Kostet knapp unter 400 Euro, bekäme Updates, dürfte seinen Zweck erfüllen, sieht toll aus und sparkt durchaus ein wenig Joy.

Wobei, vielleicht wird’s doch noch das A53. Das sieht fast genauso aus, kostet fast das gleiche, kann aber noch bisschen mehr. 🤔 Ich schlafe jetzt nochmal drüber.

Wir schreiben das Jahr 2022 und noch immer gibt es keine sorgenfreie Möglichkeit, um Dateien von einem Android-Phone kabellos zu einem Mac zu übertragen. Vorhin habe ich tatsächlich ein paar Bilder via Bluetooth vom S22 Ultra zum MacBook rübergeschoben, weil das MacBook Wifi direct nicht erlaubt. Bilder gingen auch recht flott rüber, das 200 MB große Video brauchte so 20 Minuten…

Mein Soundtrack für die aktuelle Berlin-Woche. Ich höre den Song rauf und runter und weiß gar nicht mal, wo der plötzlich wieder herkam, nur dass er plötzlich da war und mir immer besser gefällt, je öfter ich ihn höre:

Daily sort-out, immer noch und wohl für immer Singapur…

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Ui

Speed Friending

Unter fast vier Millionen Einwohnern ein paar Menschen kennenlernen. Ich bin zwar nur eine Woche in Berlin, aber ich könnte mir gut vorstellen hierhin auszuwandern ich dachte, ich kann die Anonymität ja mal dafür nutzen, ein paar Ängste abzubauen und mal zu sehen, wie schlecht ich wirklich darin bin, wildfremde Menschen kennenzulernen und ob sich da noch was verbessern lässt. Also auf zum Meetup „Speed Friending“ in Berlin.

  • Vor dem Treffen war ich ziemlich aufgeregt und wollte auch schon eigentlich gar nicht mehr, weil muss ja auch nicht zwingend. Aber man hat ja gelernt, mit dem Schmerz durch Dinge zu gehen, statt ihn zu betäuben.
  • A propos: Mit einem Bier in der Hand geht das alles viel einfacher, dachte ich. Praktisch, dass das Meetup in einer Craftbeerbar stattfand.
  • Gleich beim Bestellen vorab lernte ich einen anderen Teilnehmer des Meetups kennen, einen Inder, der sich auch gerade eins holen wollte. And needless to say, dass ich mich direkt aufdrängte und er derjenige war, mit dem ich mich am Ende mit am besten verstanden habe. Cos it came naturally.
  • Dann allerdings auch mit der Veranstalterin, mit der man gut reden konnte, die aber nach der Hälfte der Veranstaltung auch irgendwie verschwunden war. Es würde mich gar nicht wundern, wenn mit einem der Teilnehmer. Denn nach und nach wurden wir immer weniger.
  • Die ersten Übungen bestanden darin, 1:30 Minute mit einer:m Wildfremden Smalltalk zu halten. Ich unterhielt mich mit einem weiteren Inder, einem Italiener, einer Amerikanerin, einem Deutschen, einer Aserbaidschanin – und holla, die Waldfee, war das anstrengend!
  • Ich glaube dennoch, dass ich das für meine Verhältnisse ganz gut hinbekommen habe. Be interested, not interesting. Meistens haben die anderen mich zuerst was gefragt. Ich habe dann kurz gesagt, was ich so in Berlin und überhaupt mache, noch 50 Prozent obendrauf geschlagen, dann aber meistens die Fragen gestellt. Richtig deep ging das nicht, aber unangenehme Stillen kamen auch keine auf.
  • Als dann die erste Pause kam, war ich aber auch nicht unglücklich. Hatte dann ein wenig One-on-One-Talk mit Alessandro aus Italien. Nett, zuvorkommend, aufgeschlossen und – natürlich – auch irgendwie italienisch.
  • Nach der Pause hatte die Organisatorin den Ablauf dann aufgegeben und alle an drei Tische gesetzt, wo sich das ganze verselbständigte.
  • Zwei Typen an meinem Tisch waren ziemlich passiv und wollten sich von sich aus nicht in Gespräche integrieren. Weil ich das an schlechten Tagen von mir selbst kenne, habe ich versucht, sie dazu zu holen. Ich glaube, das hat auch funktioniert, aber danken tut einem das keiner. Sie werden mich direkt danach vergessen haben.
  • Die Amerikanerin sagte, sie wolle nie mehr nach Amerika zurück, sie hielte es nicht für ganz ausgeschlossen, dass ein Bürgerkrieg nahe, sie wäre ziemlich sicher, dass Trump oder andere ultrarechte Republikaner 2024 wieder an die Macht kämen und sie wüsste allgemein nicht, wie es mit der Welt jetzt weitergehen solle. Sie hatte Tränen in den Augen, als sie das sagte. 🙁
  • Um sie zu trösten, sagte ich, dass die Situation gerade zwar verdammt schwierig wäre, dass ich mir aber ziemlich sicher wäre, dass Amerika nochmal die Kurve kriege, weil die Welt ein starkes Amerika brauche und dass sie die Hoffnung nicht aufgeben solle.
  • Und ja, das glaube ich insgeheim sogar wirklich.
  • Mit wem ich mich gut unterhalten hatte, der hat sich auch herzlich und persönlich von mir verabschiedet. Fand ich nett! Ist gar nicht mal selbstverständlich heutzutage.
  • Kontakte ausgetauscht habe ich letztendlich mit einem Simbabwer (toller Kerl!), dem Inder, dem Italiener und einem Engländer.
  • Der Engländer sagte, er würde morgen mit paar Leuten in einen Biergarten gehen und mir Bescheid geben. Bin gespannt, aber glaube ehrlich gesagt nicht daran, nochmal was von ihm zu hören.
  • Ich glaube, insgesamt war das alles trotzdem ein cooler Abend.
  • Das Craftbeer war verdammt lecker, vor allem das NEIPA („Protokoll Berlin“).
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Yeah

Berlin

Ach, eigentlich habe ich Berlin immer schon gemocht..

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:)

Flirten

Ich hab das nie so wirklich gelernt und kann das auch gar nicht so gut. Aber dann fiel mir neulich auf, dass ich das eigentlich mal zu meinem Skillset hinzufügen sollte, wenn ich doch noch die Eine finden möchte. So watch me (embarrass myself)!

Nein, aber im Ernst. Flirten hat viel mit Reden und Kommunikation zu tun und damit habe ich es ja nicht so. 😉 Es gibt da schon einiges zu lernen. Ganze Ratgeber, Foren und Podcasts. Einige davon sind ganz schön negativ. Das würde ich so nicht unbedingt machen wollen. Aber es stimmt schon: das Ganze folgt bestimmten Spielregeln, die es sich zu kennen lohnt. Dann sollte am Ende keiner einen Nachteil dadurch haben. Das wäre doch toll.

Daily sort-out, Singapur Dezember 2021:

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Yeah

Boris

Sieht etwas anders aus, aber ist genau so nett, wie ich es mir vorgestellt hätte. 🙂 Ich habe ihm Bonn gezeigt, das, was von der Kirschblüte noch übrig ist (nicht mehr viel) und ein paar der Orte, über die ich immer mal wieder blogge, wie die Ampel, über die ich neulich bei Rot gegangen bin. 😉 Na gut, nur, weil wir zufällig daran vorbeikamen. Und natürlich haben wir auch ein Bier auf dem Frankenbadplatz getrunken. Was man Menschen halt so zeigt, die man bisher nur aus dem Internet kannte. Boris = prima Typ, ähnliche Wellenlänge, wie auch schon hier im Blog! Hat mich sehr gefreut, dich jetzt auch mal live kennenzulernen!

Ladies and gentleman, we have ourselves a new Induktionskochfeld!

Und sogar selbst angeschlossen, auch wenn man das ja eigentlich nicht soll… Aber, come on. Sicherungen raus, Phasenprüfer drüber, vier alte Kabel raus, vier neue Kabel rein, Sicherungen wieder rein. That’s all. Sogar der Elektriker, der letzte Woche da war, meinte: „das können Sie auch eigentlich selbst“ und hat mir erklärt, wie es geht. Bin gespannt, wie lange es dauert, bis da was durchbrennt. Aber eigentlich sollte ich sauber gearbeitet haben.

Musk kauft Twitter für 44 Milliarden Dollar… Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wann ich so etwas schon einmal erlebt hätte. Also, klar, Mark Zuckerberg wollte WhatsApp, und deswegen hat sein Unternehmen Facebook das Unternehmen WhatsApp gekauft. Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte Nokia so weit runterwirtschaften lassen, dass Microsoft die Finnen recht preiswert übernehmen konnte. Aber dass eine Einzelperson ein ganzes Unternehmen übernimmt, das hab ich meines Wissens noch nicht gesehen.

Okay, stimmt gar nicht. Jeff Bezos wollte die Washington Post und hat sie sich dann selbst gekauft. Auch US-Sportmannschaften gehören nicht selten Einzelpersonen, die LA Clippers etwa dem oben bereits genannten Steve Ballmer. Trotzdem: verrückte Zeiten!

Daily sort-out, Singapur, Dezember 2021:

Jaja!

Meine Jogging-Stecke vor Ort. Ja, for real!

Seit gerade eben Kratzen im Hals, Nase zu, meine Wangen seltsam heiß. Bin vielleicht doch nicht unverwundbar… 😔🤒

Mal sehen, was Schlaf davon noch abwenden kann. Gute Nacht!

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Suche nach dem Sweet Spot

Meine Tage sind derzeit sehr vollgepackt. Ich erwähnte das vor einigen Tagen schon. Dinge, die ich täglich tue (von 1 Tag am Wochenende teilweise abgesehen):

  • Meditieren direkt nach dem Aufstehen
  • Ein paar Minuten auf der Ukulele klimpern
  • Niederländisch-Vokabeln wiederholen (neue hinzuzufügen schaffe ich gerade gar nicht)
  • Mindestens 250 Bilder aussortieren
  • Mindestens 5 Seiten in einem Buch lesen
  • Ein Kapitel für meinen Reiseführer schreiben
  • Sport und/oder 10.000 Schritte gehen
  • Bloggen
  • Arbeiten 🙂

Was ich zusätzlich noch gerne würde, aber oft genug vergesse:

  • Einfaches Training für meine Oberschenkelmuskulatur
  • Planking für 2x 1 Minute zur Stärkung der Bauchmuskeln

Hier suche ich immer noch nach dem Sweet Spot, also den Punkt, wo sich das alles so einbetten lässt, dass es mir Spaß macht und keinen Stress verursacht. An den meisten Tagen gelingt mir das wunderbar, manchmal ist es einfach zu viel. Ist ja auch eine Menge Zeugs. 🙂

Mein Induktionskochfeld in der Küche war kaputt. 2 Monate lang habe ich das Reparierenlassen vor mir hergeschoben, meine Liebe für den Backofen und den Toaster dabei neu aufflammen lassen. 🙄 Mit Hilfe anderer Menschen habe ich dann für heute endlich einen Techniker bestellt, der dann auch kam und mal richtig klasse war. Stellte aber auch fest: Das Ding ist hin, Ersatzteil kostet 300 Euro, ein neues Induktionsfeld ähnlicher Qualität: 170 Euro. Ich hab wenig Zeit, am Mittwoch fahre ich nach Berlin; Britta kommt derweil rüber und wir tauschen Wohnungen. Bis dahin sollte das erledigt sein. Auf Amazon gegangen, das Induktionsfeld bestellt, das „Amazon’s Choice“ war, eine 4,4/5 im Schnitt hatte und am besten aussah. 💁🏻‍♂️

Klassischer Schnellschuss. Aber ich glaube, ich werde das nicht einmal bereuen, weil ich gar nicht so oft koche und von einem Kochfeld nicht viel erwarte. Das alte was so mittelmäßig, aber hat eigentlich alles getan, was es sollte. Wenn das neue das auch kann, dann bin ich zufrieden.

Tischtennis: Heute mit zwei angehenden Bezirksligaspielern trainiert. Stundenlang Topspins und Angriff trainiert. Richtig gute Ergebnisse dabei erzielt. Und dann in den anschließenden Spielen machen mich beide mit ihren Aufschlägen und Finten platt. Ich bin nicht einmal zum Angreifen gekommen. 🙄

Daily sort-out, Singapur, immer noch November 2021:

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Diese Tage

Dieser Tage ändert sich viel. Die meisten Menschen, die ich kenne, sind irgendwie in Aufruhr. Nichts bleibt gleich, jeder verändert sich oder will sich zumindest verändern. Der eine oder andere ist auch gezwungen sich zu verändern. Bald werden wir es vermutlich ohnehin alle sein.

Wenn sich Dinge stark verändern – ich weiß nicht, wie es euch geht – aber ich halte mich dann an Personen fest. Freunde, Bekannte, bei denen ich irgendwie weiß, wie ich dran bin. Wenn die sich auch verändern… wird es schwierig. Aber kaum jemand ändert sich so sehr, dass er danach jemand völlig anderes ist, politisch anders denkt oder plötzlich andere Dinge thematisiert. Aber auch das kommt vor.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will: Es sind gute Tage derzeit. Viel Veränderung tat Not. Manchmal hätte ich mir sogar noch etwas mehr Veränderung gewünscht. Jetzt am Ende bin ich ganz zufrieden mit der gemächlichen Veränderung und dass sie stattfindet. Ich glaube, in einem Jahr wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Und ich hoffe, dass wir das auf positive Weise so sehen können.

Daily sort-out, Singapore (for weeks to come):

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Yeah

Dinge tun

Nicky hat mich damals für ein Wochenende in Scheveningen besucht. Wir zogen über die Strandpromenade, tranken Craftbeer auf dem Pier, ließen uns den Wind um die Ohren wehen und aßen noch was in einem zugigen Burgerrestaurant. Später kamen wir an einem Laden vorbei, in dem man Axtwerfen konnte. Ja, exakt, der Laden war wie eine Dartbar, nur dass man dort mit Äxten auf eine Zielscheibe warf statt mit Pfeilen.

Sollen wir da jetzt reingehen, fragten wir uns? Ist doch bestimmt teuer und irgendwie verrückt. Ist gerade außer uns auch keiner drin. Kann das überhaupt Spaß machen, werden wir das können, was soll daran so besonders sein, wollen wir nicht lieber was Anderes…?

Am Ende gingen wir rein. Ich glaube, nicht direkt, wir mussten erst noch eine Runde drehen, um uns selbst davon zu überzeugen, dass das eine gute Idee ist. Dann haben irgendwann gesagt: why the hell not? Wir waren anfangs die einzigen im Laden, die fröhliche Kellnerin schnappte sich eine Axt und warf sie mit Wumms gegen die Wand, um uns einzuweisen. Wir wollten erst eine halbe Stunde buchen, wählten dann aber doch eine ganze. Am Ende verging die Zeit wie im Flug, es machte tierisch Spaß, und ich meine, wir hätten beide jeweils nur 2x so geworfen, dass die Axt auch wirklich stecken blieb. Ist nämlich gar nicht so einfach.

Kürzlich beim Aussortieren schickte ich Nicky ein paar Bilder von dem Wochenende. Sie antwortete: „Ich bin dir immer noch dankbar, dass du durchgesetzt hast dass wir das Axtwerfen machen“.

Von all dem, was wir an dem Wochenende in Scheveningen gemacht haben, erinnert sich Nicky also am besten noch an das Axtwerfen. Und ich habe auch gute Erinnerungen daran. Hat halt einfach Spaß gemacht.

Aber um das mal zusammenzufassen: Die Urlaube oder auch nur Ausflüge waren immer besonders, in denen ich auch aktiv etwas „gemacht“ habe. Also nicht nur geguckt, nicht nur gegessen, sondern auch etwas Neues ausprobiert, etwas mit den Händen gemacht, irgendetwas Abgefahrenes, was ich vorher noch nicht gemacht habe. Ähnlich positiv erinnere ich mich noch an das erste erfolgreiche, weil angstfreie Klettern in Singapur oder den Moment, in dem ich auf meiner Radtour durch die Schweiz damals zusammen mit den Locals in Basel mit einem Wickelfisch in den Rhein gesprungen und ein paar Kilometer weit geschwommen bin. Aktiv etwas tun und etwas dabei fühlen. Dann erst wird der Urlaub zu einem richtig guten Urlaub.

Eine Ex-Freundin von mir sagte einmal: Wenn du reist und nicht weißt, ob du ein Angebot wahrnehmen sollst, oder nicht, mach es! Es lohnt sich immer.

Zumindest damit hatte sie recht…

Die AXES Indoor Axe Throwing Bar in Scheveningen hat übrigens im Schnitt ein 5,0/5 auf Google Maps

Reiseführer: Schade dass ich nur die Zeit habe, den nebenbei zu schreiben – und ehrlich gesagt auch gar nicht viel mehr Motivation, als ein oder zwei Kapitel am Tag davon zu schreiben. Dabei macht mir das eigentlich richtig Spaß und geht mir erstaunlich leicht von der Hand.

Das muss eine dieser „Stärken“ sein, die jeder Mensch angeblich hat und von denen man immer so viel liest. Ich wusste gar nicht, dass ich überhaupt welche habe oder dachte halt immer: Reisejournalismus kann ja jeder Idiot – macht von daher auch jeder Idiot, dann verdiene ich mein Geld lieber mit ehrlicher, harter Arbeit. Wie Technikjournalismus, was mir eigentlich gar nicht so super liegt. Aber na gut, wenn ich jetzt meine Art von Reiseführer dann doch mal schreibe und veröffentliche und mir das leicht fällt, ist ja keinem damit geschadet. 💁🏻‍♂️

Nebenbei lerne ich dafür gerade, wie ich am Rechner eigene Landkarten erstelle, möglichst auch so, dass sie hinterher nicht all zu peinlich aussehen, und jetzt schließt sich der Kreis, weil bei meinem täglichen Bilderaussortieren Singapur-Bilder dran sind, von denen natürlich einige mit ins Buch sollen. Ich dürfte jetzt ungefähr halb durch sein mit allem. Bin sehr gespannt, wie das alles wird…

Daily sort-out, Singapur, November 2021, my first day:

<3

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Right

2x Sport an einem Tag

War so nicht geplant. Ich dachte, ich wäre heute Abend verabredet, also bin ich am Nachmittag schon eine Stunde aufs Rad gestiegen. Dann fiel die geplante Abendveranstaltung aus, und weil direkt die Frage im Teamchat aufkam, ob jemand Lust hätte, bin ich noch zum Tischtennis gefahren.

Und, ja, ich lebe noch. Die Abendsession war sogar überraschend entspannt. Ich hatte noch Energie und war die ganze Zeit erstaunlich ruhig. Kann man also auch mit Mitte 40 noch gut mal machen. Aber sicher besser, wenn es verschiedene Sportarten/Muskelpartien sind.

Ich klinke mich hier mal für eine Weile aus. Das lange Wochenende kommt wie gerufen, und das komplette Anti-Stress-Programm tut mal Not. Ich will nicht ausschließen, dass ich dann doch noch einmal etwas zu erzählen und dann zu verbloggen habe. Aber wenn alles normal läuft, lesen wir uns erst nächste Woche wieder. Frohe Ostern!

Daily sort-out, Scheveningen, Den Haag en de Oostduinen, October 2021:

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Hm Tech

Dinge kaufen als Minimalist

Als angehender Minimalist will man sich ja am liebsten von Dingen „befreien“. Das ändert nichts daran, dass man einige Sachen ja schon braucht und damit hin und wieder etwas kaufen muss. Das Schlimme daran ist, dass die Dinge, die man dann kauft, immer teurer werden. Man legt plötzlich Wert auf Qualität, hofft vielleicht sogar, dass sie die letzten sind, die man jemals kauft.

Aktuell brauche ich mal wieder ein paar Klamotten, vor allem aber ein neues Smartphone. Die Idee, ich wechsle von einem teuren iPhone zu einem billigen Android, scheint nicht aufzugehen. Das Xiaomi 12X war einfach zu schlecht dafür. Das Samsung S22+, das ich gerade teste, überzeugt mich auch nicht restlos. Ich mag Samsung, aber richtig zufrieden wäre ich wohl erst mit dem S22 Ultra, das mehr oder weniger genauso viel kostet wie ein iPhone 13 Pro Max. Jeweils weeeeiiit über 1.000 Euro.

Jemand noch ne Idee, was ich da nehmen kann? Ich mag sonst noch Oppo, aber das Find X5 Pro ist leider auch nicht viel billiger (und besser auch nicht). Das Pixel 6 Pro ist mir „zu viel Google“, vielleicht noch OnePlus?

Ich treffe Boris! :)) Der erste Netzmensch seit Jahren, den ich persönlich kennenlerne. Hoch geschätzter Kommentator dieses Blogs, ich habe ihn jahrelang scherzhaft (?) „meinen einzigen Leser“ genannt. Jetzt, also in knapp 2 Wochen, ist es so weit. Ich bin sehr gespannt!

Ich hole gerade „The Office (US)“ nach (gibt es auf Netflix). Und meine Güte, macht das Spaß! Ich hab immer gedacht, das wäre mehr oder weniger das Gleiche wie „Stromberg“. Der Humor ist aber doch deutlich ausgefeilter, tiefsinniger und – wenn auch manchmal ähnlich fremdschämig – irgendwo etwas herzlicher. Jim etwa treibt zwar auch Scherze mit dem überambitionierten Dwight (großartiger Charakter, meisterhaft gespielt von Rainn Wilson!). Am Ende schlägt der sich aber meist selbst, während das, was Ulf mit Ernie bei Stromberg macht, klares Mobbing ist. Es ist nicht immer nur lustig, manchmal ist es wie das Treffen mit guten Freunden, irgendwie einfach gemütlich. Bei der einen oder anderen Folge bin ich aber ohne Übertreibung vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Etwa wenn Dwight in Folge 4.3 gegen den neu geschaffenen Online-Shop antelefoniert oder Michael sich in Folge 4.14 „rührend“ um den zu verabschiedenden Toby „kümmert“.

Von den gleichen Drehbuchautoren stammt auch „Upload“ auf Amazon. Sollte man vielleicht als nächstes nachholen.

Daily sort-out, Spätsommer in Scheveningen:

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Hm

Sommer

Seasonal Affective Disorder ist ein Phänomen, das laut Studien angeblich nur 10 Prozent der Menschen selbst im nördlichsten US-Bundesstaat Alaska befällt. Es führt zu einem gesteigerten Bedürfnis an Schlaf, Essen und außerdem zu Angststörungen. Zu Antriebslosigkeit sowieso. Wikipedia Deutschland übersetzt es schlicht mit „Winterdepression“. Sorry, ich habe vergessen, wo ich das eigentlich aufgeschnappt habe.

Während ich zum einen weiß, dass ich davon betroffen bin, wundert es mich zum anderen, dass es nur so wenige Menschen betrifft. Laut dem Wikipedia-Beitrag sind es zwar 20 Prozent in Irland, aber nur 3 Prozent in den Niederlanden. Auch in Island sollen die Zahlen weit niedriger liegen als anderswo, angeblich auf Grund des hohen Fischkonsums dort.

Also Fisch gegen Winterdepression. Wäre einen Versuch wert. Oder aber: woanders hinziehen. Just heute, als temporär der Sommer raus kam, ging es mit meiner Laune auch direkt aufwärts. Wie sie das auch schon in Singapur die meiste Zeit tat. Wem will ich hier eigentlich etwas vormachen? Der deutsche Winter ist nichts für mich. Ich habe die Möglichkeit, woanders zu leben. Sobald ich weiß, wo, und was ich gegen Einsamkeit tun kann, sollte ich es in die Tat umsetzen. Natürlich gilt es erst einmal herauszufinden, wo es sich eigentlich gut leben lässt.

Daily sort-out. Hach, Scheveningen, schoonheid aan zee!

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Argh

Kleinigkeiten in Summe

Nicht zu wissen, was als nächstes kommt, kein klares Ziel zu haben, eigentlich gar nicht zu wissen, worauf man zielen soll, ist eine der unangenehmsten Erfahrungen, die ich kenne. Das muss in Richtung dieser Perspektivlosigkeit gehen, von der man so oft hört. Mit dem Unterschied, dass ich im Moment leistungsfähig und topfit bin, also eigentlich alles machen könnte, erst einmal nur wissen müsste, was.

Bin in der Krise.

Eine tägliche Routine zu haben, ist toll und erdet. Bis zu dem Moment, wo einem das alles zu viel wird. Täglich meditieren, lesen, ein Kapitel für den Reiseführer schreiben, Vokabeln lernen, Dinge aussortieren, Ukulele lernen, Sport treiben…

War vielleicht alles auch wirklich bisschen viel auf einmal… Zumindest an den Wochenende werde ich mit einigen davon mal pausieren.

Zu viele Kleinigkeiten machen den Stress. Mein Induktionskochfeld ist kaputt seit ich aus Singapur wieder da bin, und ich habe mich noch nicht drum gekümmert, weil mir das Vorstellungsvermögen dafür fehlt, wen ich dafür eigentlich anrufen könnte. Ich weiß, das wäre innerhalb einer halben Stunde herauszukriegen und jemand damit zu beauftragen. Ich nenne es meinen blinden Fleck, auch wenn ich das Feld gestern immerhin schon einmal aus der Halterung gehoben (und einen Plastiktortenheber dabei kaputt gemacht) habe.

Gerade war ich mal wieder auf Amazon und aus irgendeinem Grund ist der Account seit Wochen auf Englisch eingestellt und zeigte mir auch Angebote in Pfund an. Wenn ich Bilder aussortiere, tue ich das am liebsten im Finder im Mac. Ich drücke auf die Leertaste, sehe dann das Bild in voller Größe, ohne es mit einer App öffnen zu müssen, und scrolle dann mit den Pfeiltasten zum nächsten. Nur dass im aktuellen macOS das Bild nicht mehr in Gänze angezeigt wird, sondern nur noch in einer kleinen Vorschau. Abhilfe im Netz sagt: Mac neu starten. Ich muss also alle paar Tage den Mac neu starten, bevor ich aussortieren kann, was mich wertvolle Minuten kostet… Den WordPress-Entwicklern würde ich ohnehin am liebsten links und rechts ein paar dranhauen für einige Usability-Fails. Zum Beispiel kann ich die Überschrift eines Beitrags manchmal anwählen und markieren, aber nicht verändern. Dann springt der Browser ein paar Blöcke runter. Sämtliche Smartphones nehmen Audios und Videos in m4a, m4v oder mov auf. Aber WordPress erlaubt genau diese Formate nicht…

All das sind Kleinigkeiten, die sich summieren und die bei mir meist der Anfang vom Ende sind, wenn ich zu viele davon zu lange ignoriere. Ist ja schön, dass das Leben nicht langweilig wird, aber das würde es so eigentlich auch nicht. Mir meistens eigentlich am liebsten, wenn Dinge einfach funktionieren.

Was ist los?!

Daily sort-out:

Bonner Skyline:

Just moved to Scheveningen, Sep. 2021:

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Hm

Wie soll’s weitergehen?

Beschlossen, dass ich Bonn nicht eher verlasse, als bis ich fertigminimiert bin/habe. Mich selbst und all mein Zeug. Das ist idealerweise diesen Sommer so weit. Meine beiden besten Freunde werden aus Bonn wegziehen, mich hält dann hier nicht mehr all zu viel eigentlich, auch wenn ich natürlich viele tolle Menschen hier kenne und sehr vermissen würde. In Bonn habe ich ansonsten alles gesehen und das engt mich ein. Klar, die Stadt hat gute Chancen, sich noch einmal richtig auf links zu drehen. Und hoffentlich tut sie das in diesem Jahrzehnt auch noch einmal richtig; es wäre wünschenswert! Aber irgendwie fühle ich mich beinahe zu alt dafür, um noch Teil davon zu sein, gleichzeitig zu jung, um mich hier schon zur Ruhe zu setzen. Ich glaube, ich würde gerne weg.

Ich weiß aber überhaupt nicht wohin, und dieses Nichtwissen macht mich bekloppt. Ich bin niemand, der schnell Freunde findet, geschweige denn eine Lebenspartnerin. Ich habe Tinder durchgespielt und das Ende war lange nicht so gut wie die vorletzte Staffel… Ich lerne hin und wieder eine Frau kennen, die ich charmant finde und mit der ich mir vorstellen könnte, eine Beziehung einzugehen. Aber es ist dann immer einseitig, von den Frauen kommt nie etwas zurück. Was vermutlich wiederum an mir liegt.

Denke ich noch einmal genau drüber nach, klingt eine Weltreise eigentlich immer realistischer. Vielleicht sogar der jecke Plan, den mir Gott (?) vor beinahe 10 Jahren am heiligen Abend in der Kirche zugeflüstert hat: mit dem Auto nach Australien zu fahren. CO2-Fußabdruck? Ziemlich hoch. Vielleicht darf ich auch ein E-Auto nehmen oder ein überdachtes Fahrrad, wenn das auch als Auto zählt.

Mal Gott fragen…

Daily sort-out:

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Argh

Feige Außenpolitik

Sagen wir’s mal so: Unsere neue Regierung ist noch recht frisch im Amt, viele sitzen zum ersten Mal auf einem Minister:innenposten. Und ich bin dankbar für jeden Tag, an dem der selbstgefällige bayerische Hinterwäldlerstammtisch (CSU) nicht an der Macht ist. Bin also eigentlich ganz froh über den Regierungswechsel.

Dass sie aber nicht einmal diesen halbgaren Kompromiss von Impfpflicht durch den Bundestag bekommen hat, ist schon ein schwaches Bild für die Ampel. Von der angekündigten Impfpflicht für alle möglichst schnell war ja sogar nur noch ein Wischiwaschi-Vorschlag übrig geblieben, eine Impfpflicht für alle ab 60 irgendwann im Herbst. Noch nicht einmal alle eigenen Abgeordneten haben da jetzt mitgemacht. Impfpflicht vom Tisch. Schon schwach.

Viel mehr ärgert mich allerdings die feige Außenpolitik. Russland aus Swift ausschließen? Recht früh die meisten EU-Staaten dafür, außer? Deutschland. Viele europäische Nato-Staaten, die noch mehr vom russischen Öl und Gas abhängig sind als wir, sagen: sofort Schluss damit! Ausnahme? Deutschland. Ab sofort keine Steinkohle mehr aus Russland beziehen, die ohnehin nur 10 Prozent der in der EU verbrauchten Steinkohle ausmacht. Auf eine 4-monatige Übergangszeit pochend: Deutschland. 4 Monate Übergangszeit kosten 4 Monate lang Menschenleben. Immer der Verzögerer, der Zauderer, der kühle Rechner: Deutschland.

Ja, alles schlecht für die Wirtschaft wenn sofortiger Stopp und Einbußen für alle. Aber es ist gottverdammtnochmal Krieg, wir müssen Opfer bringen. Was hätten wir denn getan, wenn Russland uns angegriffen hätte? Weiter Kohle und Gas von denen beziehen?

Beim Aufräumen hinter der Flurkommode gefunden. Wo um alles in der Welt kommt der her? Zwischenmieter, ist das deiner? Ich bin ja mittlerweile so digital, ich hab nicht einmal mehr eine Kamera…

Bin aktuell süchtig nach dem Zeug. Ich verlängere die meist mit nem Gemüse, das ist dann 1 von 2 Mahlzeiten von mir am Tag. Und die von Maggi sind wirklich klasse. Ist sogar bisschen weniger Chemie drin als in denen vom Asia-Mann. #aktionfinalesabnehmen

Daily Sort-out, Sommer 2021:

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Yeah

Extrem ehrlich kommunizieren II

Würde man ein Buch über diesen Abend schreiben, könnte man ein Vermögen machen. 🙂 Aber das widerspricht – aus gutem Grund! – den Regeln, und daran halte ich mich natürlich. Zumal die letzte Frage des Abends war: Was sind deine Fetische, wie viel Geld hast du auf dem Konto, wen würdest du gerne verschwinden lassen?

Als die ersten beiden Teilnehmer zur letzten Frage wie aus der Pistole geschossen antworteten „Meine Freundin!“ war das Gelächter groß. Die Frage mit den Fetischen allerdings war zugleich die größte Herausforderung für die meisten (für mich auch) als auch die erkenntnisreichste. Vor allem deswegen, weil jeder da etwas zu sagen musste und es auch offen getan hat, egal ob Männlein oder Weiblein. Dass in der Gruppe danach jeder von jedem wusste, dass jeder auf seine oder ihre Art speziell ist, hat uns in dem Moment alle gleich gemacht und in eine sehr gelöste, fröhliche Stimmung versetzt.

Als ich danach noch mit einer anderen Kursteilnehmerin die 45 Minuten in der Bahn zurück nach Bonn gefahren bin, haben wir uns völlig unverkrampft unterhalten, trotz des intimen Wissens, das wir kurz vorher übereinander gesammelt hatten. Ich habe mich ehrlich sogar schon lange nicht mehr so gut mit jemandem unterhalten und mir die andere Person auch kein einziges Mal weggewünscht, was mir normal bei den meisten neuen Bekanntschaften erst einmal so geht.

Einer Fehler zugeben als Politiker? Das sollte einer zwar nicht jeden Tag müssen, aber bei so etwas wie einer in der Zukunft liegenden Formalität wie jetzt der Lauterbach oder zur Not auch im Nachhinein wie Steinmeier im Hinblick auf Putin: warum denn nicht? Ich erinnere mich damals an die Netzsperren-Debatte von Ursula von der Leyen (zu der Zeit noch Familienministerin), die selbst dann nicht von ihrer Linie abgewichen ist, als alle Fachleute ihr vehement davon ab- und zu Anpassungen geraten haben und sie es irgendwann auch selbst eingesehen haben muss (dumm ist sie ja eigentlich nicht). Trotzdem hat sie den Gesetzesentwurf wider besseren Wissens und besserer Möglichkeiten durchgepeitscht. Das war schlechte Politik.

Trivia Quest ist Netflix‘ erste Gameshow, die man interaktiv spielen kann. Ist ganz nett und gar nicht sooo einfach, wie die kindliche Grafik es vermuten lässt:

Daily sort-out, immer noch Nederland-fietstocht 2021:

Gouda:

Utrecht:

Pompöses Denkmal (vergessen welches):

Veluve:

Arnhem:

Düsseldorf:

Tier:

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Right

Auf Unmut freundlich reagieren

Vorgestern sprach ich ja schon über die überraschende De-eskalation vor meinem Haus. Heute kam mir der Gedanke, das noch weiter zu professionalisieren.

Für gewöhnlich geht man ja aus dem Haus und wappnet sich für die ganzen Idioten, die man unterwegs zweifellos treffen wird. Und man reagiert dann auch entsprechend, wenn einer nicht bei Drei zur Seite gesprungen ist, wenn man gerade vorbei möchte. Ich zumindest. Hin und wieder wird man sogar angepflaumt für irgendwas, obwohl man gar nichts getan hat. Ich brülle dann für gewöhnlich zurück.

Müsste man nicht, klar. Aber noch besser wäre es ja eigentlich, sich erst gar keinen Schuh irgendeiner Art anzuziehen, komplett über allen Dingen zu stehen, Verständnis zu zeigen, über den Affront des anderen herzlich zu lachen, freundlich aber bestimmt zu antworten, vielleicht sogar ein wenig Eigenverschulden einräumen und dem Anderen entgegenkommen statt ihn kleinzumachen.

Es sind ja eben nicht nur alles Idioten da draußen. Die meisten Menschen sind eigentlich auf Zack, sie sind nur genauso genervt von allem und jedem, und das potenziert sich dann, wenn man es nicht stoppt.

Ich versuche das mal, und ich ahne, dass das hammerhart werden wird, besonders wenn ich Ende des Monats für eine Woche nach Berlin fahre.

Ergänzung zu gestern: Auf CGTN ist heute zu lesen, dass die von der Firma Maxa bereitgestellte Satellitenbilder über Butcha die russische Argumentation klar widerlegten, die Toten stammten aus der Zeit nach dem russischen Abzug. Gleichzeitig trafen sich der chinesische mit dem ukrainischen Außenminister, und auch China fordert nun Friedensgespräche für die Ukraine. Wenn nicht einmal mehr dein Best Buddy dein Gesülz hören will, dann wird’s auch langsam einsam um dich.

Und wenn Wolodymyr Selenskyj den UN-Sicherheitsrat fragt, wo eigentlich der UN-Sicherheitsrat ist und wozu es ihn gibt, wenn Russland ja eh jedes Veto blockieren könne. Dann frage ich mich, warum das nicht schon längst mal jemand gesagt hat. Der UN-Sicherheitsrat ist in der Form ein Witz.

Energiesparen mit Guns N’Roses: Ich habe mir die letzten Tage angewöhnt, schnell zu duschen und den Hahn dabei einfach weitestgehend zuzudrehen, statt wie früher voll auf. Ist das Wasser zu kalt, drehe ich den Kaltwasserhahn weiter zu und nicht den Heißwasserhan auf. Also kurz duschen und dabei wenig heißes Wasser verbrauchen – sollte ja eigentlich schon was bringen. Wie time ich das? Indem ich Songs über den Google Nest Audio abspielen lasse. Ich empfehle die Powerballaden von Guns N’Roses wie Patience oder Sweet Child o‘ Mine, weil die um die 6 Minuten dauern. Das reicht für duschen, abtrocknen, einkremen, wieder anziehen. Vorher ausziehen natürlich auch.

Daily sort-out: lekker vacantie met de fiets op Nederland, zomer 2021:

Amsterdam zonder veel toeristen <3:

Rotterdam <3:

De mooie Nederlandse landschap:

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Hm

Narrative und Wahrheit

Jetzt einfach nur mal angenommen, Russland hätte Recht: Man würde da eine Militäroperation fahren, um Russen in den „Donbass-Republiken“ (sic!) beizustehen, die seit Jahren vom ukrainischen Regime drangsaliert würden (Quelle: SNANews)… Dann frage ich mich doch, warum man deswegen eine Stadt wie Mariupol, die gar nicht in den beanspruchten Gebieten liegt, dem Erdboden gleichmachen musste. Warum man Städte wie Charkiw bombardierte, in denen hauptsächlich russischstämmige Menschen wohnen. Warum man Flüchtlingsbusse nicht passieren lässt. Oder warum von Russland gelenkte Medien in den News auf den Vorwurf mit 400 Toten Zivilisten in Butscha gar nicht eingehen, noch nicht einmal das russische Narrativ, das sei vom Westen „inszeniert“, um Russlands Ruf zu schaden. Dann ergeben 1 und 1 nicht so wirklich 2.

Aber nur mal angenommen, entweder eine oder beide Seiten lügten. Und weil in einem Krieg ohnehin die Wahrheit zuerst stirbt. Wo würde man dann eigentlich noch unabhängige Nachrichten finden? Bei den Chinesen?

Ich habe mich tatsächlich mal auf CGTN umgeschaut, dem englischsprachigen Auslandsnachrichtensender Chinas, der direkt der Kommunistischen Partei untersteht und von ihr betrieben wird. China steht hier interessanterweise zwischen mehreren Stühlen, hatte selbst eine kriegerische und expansive Vergangenheit (Tibet), wird Menschenrechtsverletzungen beschuldigt (Uiguren), befindet sich mit den USA im Handelskrieg, steht international oft auf der Seite Russlands, braucht aber auch Europa und den Nahen Osten als Absatzmarkt. Und jetzt kommt der Ukrainekrieg. Wie reagiert CGTN?

Überraschend objektiv:

  • In einem Video besucht ein TV-Team verwüstetes Kriegsgebiet nach dem Abzug russischer Truppen. Der Reporter berichtet objektiv über das, was er sieht, zerstörte Ortschaften, von Panzern plattgewalzte Autos, aber auch tote russische Soldaten, die wohl gerade auf dem Rückzug waren.
  • Ein Kommentar befasst sich damit, dass Kriege wie der in der Ukraine auch ein Krieg der Medien um die Wahrheit sei.
  • Ein Nachrichtenbeitrag thematisiert Butcha und dass ein Kreml-Sprecher Videos und Bilder über Tote als „Fake News“ bezeichne, während einzelne Europäische Länder und die Ukraine Russland dafür verantwortlich machten.
  • Der Live-Ticker rattert ohne Meinung die Nachrichtenlage runter. Dass russische Truppen sich aus einzelnen Gebieten zurückgezogen hätten, dass aber auch der Bürgermeister von Mariupol beschreibt, dass die Stadt zu 90 Prozent zerstört sei. Jede Nachricht mit Hinweis auf die Quelle, die es gesagt hat. Der Nachrichtenticker selbst trägt den Begriff „Ukraine Russia Border Crisis“ in der URL.

Der Rest der Nachrichten über die Ukraine auf CGTN ist ähnlich neutral von chinesischer Seite her. Etwa dass Sanktionen weit reichenden Einfluss auf die Weltwirtschaft hätten. Geht es um die USA und Joe Biden, werden die Kommentaren auch schon mal deutlicher und kritischer. Was die Geschehnisse in der Ukraine anbelangt: objektiver geht es kaum. Interessant!

Könnte das die Lösung sein, über einen Krieg medial zu berichten? In unseren Medien herrschen in der Tat derzeit Meinungen vor. Es beeinflusst uns, wenn die Nachrichten mit einem Politiker aufmachen, der schärfere Sanktionen fordert, damit sollten wir uns unsere Meinung doch selbst bilden, so gut es eben geht. Die offensichtlichen Gräueltaten in Butscha wurden von Journalisten belegt. Bilder und Videos dazu gingen heute um die Welt. Dass Russland hier „Fake News“ schreit oder von einer amerikanischen Inszenierung spricht, klingt billig und ist es wahrscheinlich auch. Kann eine unabhängige internationale Kommission hier die „Wahrheit“ aufdecken? Aber welche Organisation ist schon wirklich unabhängig? Die Chinesen? Natürlich auch nicht. Es ist schwer…

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Yeah

Freundlich sein ist anstrengend, aber möglich

Das habe ich auch noch nicht erlebt. Ich komme vom Sport mit dem Rad wieder und wechsle kurz vor unserem Haus auf den Bürgersteig, weil von der Straße aus meist alles zugeparkt ist. Natürlich steige ich für die letzten 20 Meter nicht mehr ab. Ausgerechnet jetzt kommt mir aber ein Fußgänger entgegen, ein älterer Herr.

Er wechselt von links nach rechts und wieder nach links und sieht allgemein unzufrieden aus, dass ich da jetzt fahre. „Und wo soll ich hin?“, fragte er schließlich, als ich weiterfahre und wir Augenkontakt aufgenommen haben. „Na ja, an den Rand oder so“, entfällt es mir. „Die Straße ist da vorne, da müssen Sie hin“, wehrt er sich. „Ja, aber ich wohne hier, ich muss hier lang“, entgegne ich und fahre an ihm vorbei.

Ich bin eigentlich aber gut drauf, und vielleicht liegt es daran, dass ich zur Abwechslung meinen letzten Satz recht freundlich formuliert hatte, dass nun etwas Überraschendes passiert.

„Ah“, höre ich es plötzlich einige Meter laut hinter mir, als ich vor unserem Haus absteige und mich neben mein Rad stelle. „Sie wohnen ja wirklich da“, ruft der Mann mir hinterher. „Das habe ich nicht gewusst. Entschuldigung!“

Ich drehe mich zu ihm um, hebe die Hand und rufe: „War auch nicht böse gemeint. Tut mir Leid!“

Wir nicken uns zu, lächeln tatsächlich ein wenig dabei, und dann geht jeder seines Weges.

Holla, die Waldfee! Normal bin ich im Straßenverkehr kein Kind von Traurigkeit, ärgere mich über anderer Leute Marotten und brülle auch schon mal einen an, der meint, mir sein Verständnis der Straßenverkehrsordnung aufdrücken zu müssen. Aber etwas derart de-eskalieren lassen, das habe ich noch nie.

Und meine Güte, war das anstrengend!

Heute bei den Bonn International Toastmasters. Ist etwas anders, als ich mir das vorgestellt habe. Zum einen folgt die Gruppe (wie wohl alle Toastmasters) einem relativ streng formalisierten Programm. Zum anderen halten sie ihre Präsentationen auf Englisch. Ganz angenehm war das eigentlich trotzdem, und auch mein englischer Vortrag aus dem Stegreif zum spontan vorgegebenen Thema „What is the one thing that made a big change in your life you last year“ funktionierte recht gut und kam gut an. Hab als (sehr freundliches) Feedback bekommen, ich könnte beim nächsten Mal vielleicht noch etwas mehr meine Zuhörer:innen angucken statt der Decke. Okay, werde ich versuchen… 🙄

Es gibt aber auch eine deutschsprachige Gruppe. Hätte vielleicht auch was, es erst einmal mit der zu probieren. Bin auf jeden Fall nach wie vor überrascht, wie selbstverständlich ich mittlerweile neue Dinge ausprobiere und überhaupt keine Angst mehr habe, zu so etwas zu gehen. Seltsam.

Die Veranstaltung war in den neuen Design Offices (ziemlich cool!) in der Nähe des Hauptbahnhofs. Nach der Veranstaltung unterhalte ich mich draußen noch ein wenig mit dem anderen Gast, einer Kroatin. Wir gehen ein Stück zusammen, die Ampel vor dem Gebäude ist rot. Aber weil es schon spät abends ist und weit und breit kein Auto kommt, gehe ich einfach bei Rot über die Straße.

Die Kroatin kann es kaum fassen und hält sich vor Freude den Bauch: „Dass hab ich ja noch nie gesehen, dass ein Deutscher bei Rot über die Ampel geht! Und ich wohne seit 13 Jahren hier.“

„Ja nun“, entgegne ich. „Da war ja niemand, auf den wir hätten warten müssen. Außerdem war ich jetzt viel im Ausland.“

Wir kommen noch ein wenig auf Deutschland und den Straßenverkehr zu sprechen. Manchmal, sagt sie, schimpfen andere Leute auch hinter ihr her, wenn sie eine Verkehrsregel missachtet. Oh ja, sage ich, das kenne ich aber auch wirklich nur aus Deutschland. Bei Rot über die Ampel gehen, kostet auch anderswo eine Strafe, weswegen es dann kaum einer tut (in Singapur zum Beispiel). Aber andere Leute auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind? Habe ich selten bis nie im Ausland mal erlebt.

Ihr?

Auf dieses Blitzrezept bin ich jetzt fast ein bisschen stolz:

  • Auflaufform füllen mit: Gnocchi, Sauerkraut, Veggi-Hack, Kräuter-Creme-Fraiche. Alles vermengen.
  • 1-2 Scheiben Höhlenkäse auseinanderzupfen und damit garnieren.
  • Für 20 Minuten bei 200°C in den Ofen.
  • 👌🏻

2 Minuten Zubereitungszeit!