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AI: Why I Like the Hype

Gut, ich habe mit KI diese meine Geburtstagseinladung designen lassen. Witzig ist das schon. Und ungeheuer praktisch: Man stelle sich den Aufwand vor, selbst so einen Flyer entwerfen zu müssen oder gar für teuer Geld in Auftrag zu geben. Bilder erzeugen lassen war noch nie so einfach. Dass dies dann voller Fehler ist, mein Name immer falsch geschrieben und Copilot/GPT4.0 ums Verrecken nicht den eigentlichen Text mit den Eckdaten der Party auf das Bild drucken wollte… beinahe geschenkt. Ich kann es gut benutzen.

In der letzten Woche habe ich mich verstärkt einmal mit dem Thema KI befasst. Gefunden habe ich Tools, die…

  • Betreffzeilen von E-Mails selbst erstellen können
  • Aus Videos Text erstellen
  • Aus Text Social-Media-Posts generieren
  • Audio-Nachrichten transkribieren
  • Aus Texten Podcasts erstellen
  • Präsentationen erstellen lassen
  • Lange Inhalte zusammenfassen lassen
  • Marketing-Kampagnen entwerfen

Ich habe jetzt viele dieser Tools ausprobiert und bekomme ganz okayene Ergebnisse dabei heraus. Aber bisher war immer noch viel Nacharbeit nötig, oder ich konnte Dinge erstellen lassen, die ich selbst nicht kann, über die aber ein Profi auf dem Gebiet lachen würde. Der Content, den man so sieht und liest, wirkt schnell beliebig.

Es gibt seriöse und weniger seriöse Quellen zu dem Thema. Allerhand Newsletter – The Neuron etwa gefällt mir ganz gut – haben derzeit viel zu schreiben, weil Google Gemini 1.5 in den Startlöchern steht und sehr gut sein soll und ChatGPT-Anbieter OpenAI beeindruckende Demos der Text-to-Video-KI Sora vorgestellt hat. Aber auch weil Klagen laufen. Die KI bedient sich bei vorhandenem Material, das kann sie gar nicht anders. Und das hat irgendwer erstellt, selbst wenn es hinterher verfremdet ist. Drehbuchschreiber um Sarah Silverman etwa haben Meta und OpenAI verklagt. Und auch die New York Times hat Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen gegen OpenAI und Microsoft angestrengt. Die Beispiele dürften Schule machen. Wer immer Content erstellt, wird es irgendwann nicht mehr einsehen, dass andere mit ihren leicht veränderten Werken Kasse machen.

Auf Instagram sind derweil vor allem die Jungunternehmer unterwegs, die von 10-, ach was, 100-fachen Skaleneffekten sprechen. Endlich keine lästigen Skripte mehr für Social-Media-Posts erstellen. Motto: Das Klickvieh frisst ja eh alles, am liebsten Einheitsbrei. Aber die Tools und ihre Ergebnisse gleichen sich: immer irgendwas mit Text zu… oder … zu Text. Es scheint vor allem solche Menschen zu begeistern, die nicht gerne schreiben. (Da gehöre ich bekanntlich nicht zu.) Schnell kommen diese jungen KI-Anbieter dann auch mit sehr großen, sehr weit geöffneten Händen. Wir sind die Tollsten, aber Kosten sind halt hoch, zahl bitte 50, 100 oder ruhig gleich 450 Euro (auch schon gesehen) pro Monat.

Ich will das gar nicht schlechtreden, was da gerade alles passiert. Ich mag diese Aufbruchstimmung irgendwie. Täglich gibt es gefühlt ein Dutzend neue, spannende Tools. Und man kann sich selbst dabei ausprobieren, ja neu erfinden. Ich habe nur das geniale Tool, das mich umhaut, noch nicht entdeckt. Oder bin hier eher auf der fast schon konservativen Seite unterwegs: Ich finde das mittlerweile schon ein paar Monate alte ChatGPT Voice ganz große Klasse und verstehe nicht, warum das noch kein Hardware-Anbieter in einen Sprachlautsprecher eingebaut hat. Es schlägt die Siris, Alexas und Google Assistants dieser Welt um Lichtjahre.

Trotzdem bin ich mir mittlerweile sicher, dass das, was wir gerade sehen, ein Hype ist, auf dessen Spitze wir gerade stehen. Large Language Models werden ganz sicher bleiben und die Zukunft mitbestimmen; 98 Prozent der Tools, die wir gerade sehen, aber nicht. Und auch zum großen Jobvernichter wird diese KI-Generation nicht werden. Dazu ist sie nicht gut genug. 💁🏻‍♂️

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Huckleberry Finn

Huckleberry Finn von Mark Twain war das erste Buch auf meiner Literaturliste, das ich unbedingt lesen wollte. Es gilt als Twains Meisterwerk. Das Lesen hat dann zwar Spaß gemacht, war aber auch ein klein wenig anstrengend.

  • Gelesen habe ich auf Englisch. Twain lässt alle Charaktere in ihrem eigenen Slang sprechen, was das Lesen etwas schwierig macht.
  • Erzählt wird das Buch von seiner Hauptfigur, Huck Finn selbst. Weil der der Rechtschreibung zu der Zeit noch nicht so mächtig ist, lässt Twain ihn viele Fehler machen.
  • Twain selbst wird auf der ersten Seite genannt. An Anfang und Schluss erzählt der Erzähler außerdem vom Schreiben des Buches. Das sind für diese Zeit (veröffentlicht 1884) sehr frühe Elemente der Metafiktion, die eigentlich erst fast hundert Jahre später ihre große Zeit erlebte.
  • In die Reise des jungen Huck Finn auf einem Fl0ß den Mississippi hinunter, webt er in Form von Erlebnissen und Begegnungen geschickt viele Themen der da noch jungen amerikanischen Geschichte mit ein. Sklaverei, Unterdrückung, Emanzipation, Freiheit, Krieg, Mut, Solidarität und Existenzialismus.

Worum es geht? Huckleberry Finn ist ein Halbwaise, der den ärmlichen Verhältnissen bei seinem brutalen Vater entkommen will. Indem er seinen Tod vortäuscht, flieht er, trifft wenig später auf den entflohenen Sklaven Jim. Gemeinsam treiben sie auf einem Floß den Mississippi hinunter und erleben dabei allerhand Abenteuer mit dem Ziel, Jim in Sicherheit zu bringen.

„Huckleberry Finn“ ist die Fortsetzung von „Tom Sawyer“, was auch die Namen der beiden Hauptfiguren sind. Letzteres hat man vielleicht mal als Kind oder in der Schulzeit gelesen oder die TV-Serie dazu gesehen. Beides sind Jugendbücher und irgendwie auch Schelmenromane. Huck Finn fehlte noch auf meiner Liste.

Hat’s mir gefallen? Der Inhalt sehr, die Form: na ja, war mir zu gewöhnungsbedürftig.

Hat das jemand von euch gelesen, und wie fandet ihr’s?

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Hm

Gib doch zu, dass du traurig bist!

Wenn man zu einem Treffen mit Freunden oder Bekannten geht, geht man da schon nicht traurig hin. Selbst wenn man es gerade ist. Dann wird die Trauer überspielt, beiseite geschoben oder bekämpft, zur Not sagt man noch kurzfristig ab. Kopfschmerzen, Arbeit, keinen Babysitter gefunden. Nein, wenn man Freunde, selbst gute Freunde trifft, hat man da gefälligst guter oder zumindest neutraler Stimmung zu sein, so verlangt es das soziale Gesetzbuch.

Warum eigentlich?

Trauer ist doch eine ganz natürliche menschliche Reaktion. Jemand, den ich gerne mag, geht; am Tag geht einfach alles schief, ich verliere mein Portemonnaie, mit tut etwas weh, bin verzweifelt. Ergo bin ich traurig. Genauso wie ich lache, wenn ich etwas Lustiges höre, sehe oder daran denke. Trotzdem versuchen die meisten von uns, eine Stimmung des Fröhlichseins aufrecht zu erhalten. Möglichst immer und zu aller Zeit.

Ist ja auch erstrebenswert. Fröhliche Menschen sind erfolgreich in mehreren Bereichen des Lebens: Ehe, Freundschaft, Einkommen, Arbeitsleistung und Gesundheit. Das geht aus einer 2005 veröffentlichten Studie unter anderem von Sonja Lyubomirsky von der University of California hervor. Die Pychologie-Professorin lehrt seit Jahrzehnten, warum Glücklichsein wichtig ist, warum einige Menschen glücklicher sind als andere und wie man Menschen, die es heute noch nicht sind, morgen glücklich sein können.

Ist ja auch schön und richtig. Im Großen und Ganzen will man meistens glücklich und fröhlich sein. Das funktioniert aber nicht, wenn man Trauer nicht zulässt oder zum Weinen in den Keller geht. Man sollte Trauer auch öffentlich zeigen und zulassen können, ohne sich dafür zu schämen. Freunde sollten sich gegenseitig trösten. Ist ja nämlich auch nicht so, dass man dann länger oder für immer traurig ist.

Ich war heute Abend traurig. Sagen wir, von zwei Weggefährt:innen der letzten Jahren oder Monate musste ich mich in dieser Woche verabschieden. Warum weiß ich nicht, aber meine erste Reaktion darauf war: Lenk dich mit was ab, betrink dich zur Not, nimm LSD oder das heute quasi legalisierte Cannabis, mache Sport oder sei awesome nicht sad.

Habe ich heute nicht gemacht. Ich habe die Trauer zugelassen. Mich auf die Couch gelegt, drüber nachgedacht, was mich warum traurig gemacht hat und ein paar Tränen vergossen, mit Nicky, die sich zufällig gerade meldete, geteilt, was los war.

War gar kein so schlimmes Gefühl.

Und danach war es auch nur noch halb so schlimm.

Traurig sein, um fröhlich sein zu können. Ich glaube das geht. Wir sollten uns gegenseitig trösten. Wie auch immer das eigentlich noch mal ging. 😉

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Carnevale

War ne tolle Idee zu versuchen, Karneval in diesem Jahr komplett zu überspringen, aber den Ort dabei nicht zu verlassen. Also den Ort, der neben dem größten Karnevel-Kneipen-Hotspot liegt und an dem am Rosenmontag der Zoch vorbeikütt. Selbst als die Karnevalsleeder unten schon dröhnten und die Leute zu hunderten herbeiströmten, dachte ich mir noch: Ich sitze das einfach aus.

Um dann immer unruhiger zu werden, immer öfter aus dem Fenster zu starren, mich zu fragen „Was mache ich hier eigentlich“ und gegen 1600 Uhr schließlich aufzugeben. Dann halt doch. Mal sehen, was passiert.

Ich pingte Felix an, grub im Keller meine Karnevalssammlung aus, legte notdürftig eine Perrücke, Sonnenbrille und einen Bademantel an und machte mich auf den Weg.

Aber auf der Ecke zeigte sich, dass sich die Straße nicht ohne Tanz würde überqueren lassen. An Clowns, Pappnasen und Cowgirls vorbei schunkelte ich mich auf die andere Straßenseite, wo eine Gruppe ein Fünfliterfass Kölsch mit Panzertape an einem Straßenschild angebracht hatte und kräftig daraus zapfte. Man bot mir eins an, aber ich hatte schon ein Wegbier in der Hand.

Durch den löchrigen Zoch zur Truhe geschlängelt, traf ich Felix und zwei seiner Mitstreiter, verkleidet als Magnum, Kellner und Pinguin. Wir kamen mit der Barbie neben uns ins Gespräch. Irgendwer organisierte Kaffeetassen und schenkte uns Sekt aus. Man warf mir eine Tafel Schogetten zu, Haribos, ein Quietscheentchen (habe ich behalten) und eine niedliche Schlange als Kuscheltier (schenkte ich dem kleinen Mädchen neben mir). Auch einen Stoffbeutel warf eine verkleidete Dame uns zu – keine Reaktion. Da hob sie es – zu unserer Entrüstung – wieder auf: „Nää, wenn ihr eusch nit bückt, nimm isch et widde met!“.

Drinnen schaukelten wir uns erst zu „Wir sin all nur Minsche“ warm. Bei „Do bess en Stadt“ auf Einladung unserer Nebensteher schon Arm im Arm in einer Siebenergruppe. Das FC-Kölle-Lied grölten wir wie immer mit alternativen Fußballvereinen mit: „Mir stonn ze dir, WERDER BREMEN“, „EINTRACHT FRANKFURT“ oder „FSV SALMROHR“. Später hielt ich ein überraschend tiefgehendes Gespräch über Berufe, Liebe und das Leben an sisch mit der etwa gleichaltrigen Dame neben mir.

Wenn ein Wildfremder beim passenden Lied gerade vorbeilief, etwa um sich zum Klo durchzuschlängeln, wurde er kurzfristig ermahnt, sich gefälligst kurz einzuhaken und mitschunkeln, so viel Zeit müsse sein. Irgendwann hatten wir fast alle Umstehenden schon etwas genauer kennengelernt und arbeiteten uns zu einem anderen Teil der Kneipe vor. Nach dem vierten Kölsch sprach ich einen lateinamerikanisch aussehenden jungen Mann neben mir an und sagte ihm, er erinnere mich an den Fußballer Claudio Pizarro. „Fast“, sagte der. Sein Cousin sei mit Pizarro zur Schule gegangen.

Gegen 2100 Uhr hatten wir dann auch genug. Wir verabschiedeten uns herzlich von allen Umstehenden, verabredeten uns fürs nächste Jahr erneut an selber Stelle (wohl wissend, dass daraus eher selten etwas wird), genehmigten uns noch etwas zu Essen unterwegs oder zuhause und gingen schlafen.

Und das war Karneval 2024.

Daraus gelernt:

  • Wie so oft: If you can’t beat them, go with them. Meist is‘ dann auch gar nicht so schlimm.
  • Es bricht das Eis. Du kannst mit beinahe jedem einfach drauflos quatschen. Etwas, was im Alltag ja so schwer ist.
  • Es fühlt sich danach wirklich an, als wäre der Winter vorbei. Bisschen gesungen, getanzt, geredet und die Wintergeister damit vertrieben.
  • Ebenfalls wie so oft: Keine Erwartungen, aber die werden übertroffen.
  • Lächeln hilft, Menschen kennenzulernen.
  • Es dauert ein wenig, bis das „Wintereis“ gebrochen ist und man die richtigen Worte findet.
  • Nit denke, schwaate!

Gut, aber der eine Tag hat mir dann auch gereicht.

*

Nawalny stirbt den Märtyrer-Tod. Kann man wohl nicht anders sagen. Er hätte 2021 (noch vor dem Ukraine-Krieg!) nicht nach Russland zurückkehren müssen, man warnte ihn sogar eindringlich davor. Aber er tat es trotzdem, wohl wissend, welches Schicksal ihm blühen würde.

Welches Schicksal ganz nebenbei auch jedem von uns blühen könnte, wenn dieser Despot in Moskau nicht gebremst wird. Militärexperten rechnen damit, dass Putin in fünf Jahren so weit sein könnte, die östlichsten Nato-Staaten anzugreifen. Und schaue ich mir an, wie viel wir hier diskutieren statt zu liefern (Waffen, Munition, um genau zu sein), sehe ich die Gefahr als real an. Zumal sich drüben in Amerika politisch nichts Gutes zusammenbraut.

Wir müssen handeln, schon um unser selbst Willen.

*

Wenig los hier in letzter Zeit. Ich versuche, das mal wieder etwas zu intensivieren. Vor allem möchte ich jetzt jedem Beitrag ein Bild voranstellen. Und sei es von KI erzeugt.

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Alright!

Abnehmen ist nichts für Weicheier

Seit Anfang Dezember habe ich auf jeden Fall drei, vielleicht auch schon knapp vier Kilo abgenommen. Das ist eigentlich ein ziemlich sensationelles Ergebnis, gemessen daran, dass gerade Winter ist und auch Weihnachten war. Trotzdem bin ich damit noch unter dem Soll, bin runter von knapp 83 auf jetzt knapp unter 80. Heute morgen zeigte die Waage sogar 78,9 an, aber ich hatte auch 24 Stunden lang nichts gegessen, dafür 4 Stunden Sport gemacht. Bis zu den geplanten 75 kg Ende März ist es trotzdem noch ein verdammt weiter Weg.

Anyway, wie habe ich das geschafft? Eigentlich ist es ganz „einfach“:

  • Motivation. Es läuft die Challenge mit Christian, der schon etwa gleich viel abgenommen hat.
  • Intervallfasten (16:8)
  • Kaum noch Alkohol (seit dem 1. Januar 3 Bier)
  • Deutlich weniger Süßigkeiten
  • Latent gesünderes Essen
  • Zeit verbringen mit Menschen, die selbst nur wenig essen
  • Vielviel Sport, meine größten Fatburner scheinen Radfahren den Berg hinauf und Bodypump im Fitnessstudio zu sein
  • Akzeptieren, dass Gewicht in Wellenbewegungen nachlässt, nicht linear. Realistisch ist etwas wie: heute 80,2, morgen 80,6, übermorgen 80,1. 79,9, 80,5, 80,2, 79,8. So in etwa.

Wenn du jetzt sagst: „What’s the news? Das sind doch alles altbekannte Abnehmtricks, die mache ich doch alle auch und ich nehme trotzdem nicht ab!“

Dann sage ich: Machst du das denn auch dauerhaft und konsequent? Denn das Durchhalten scheint mir das wichtigste zu sein. Und dass schnelle Erfolge nicht zu erwarten sind. Das Ganze dauert und verlangt einiges an Anstrengung. Abnehmen ist nichts für Weicheier.

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Literatur

Das hier ist eigentlich kein Wissens-Blog, aber weil man gelernte Dinge am besten behält, wenn man sie anderen erklärt, lest ihr hier heute frisch meine Zusammenfassung über Literatur, hauptsächlich – aber nicht nur! – basierend auf meiner Lektüre des „Literatur-Buches“ aus dem DK-Verlag. Die Erklärung hier kratzt selbstverständlich nur an der Oberfläche. Bei groben Fehlern und Unklarheiten bitte Bescheid geben, eine Liste mit Literaturvorschlägen hier finden.

Literatur meint gemeinhin alles, was geschrieben steht. Der Begriff bezieht sich aber enger auf die erhabenere Kunst hochwertiger Lyrik, Dramatik und Epik. Die ersten literarischen Werke speisen sich aus Jahrtausende alten, mündlichen Überlieferungen und wurden als erstes in Mesopotamien (Gilgamesch-Epos), Indien (Mahabharata) und dem antiken Griechenland (Ilias und Odyssee) verschriftlicht.

Das griechische Drama (ab ca. 600 v. Chr.) führt einen balladenhaften Chor ein, sowie die heute noch übliche Trennung zwischen Tragödie und Komödie.

Die ersten Romane entstanden derweil im alten China und Japan („Die Geschichte des Prinzen Genji“ um 1000). Als erster Roman der westlichen Welt gilt gemeinhin der „Don Quixote de la Mancha“ von Miguel Cervantes (um 1600). William Shakespeares Stücke mit oft sehr persönlichen und nachvollziehbaren Charakteren revolutionierten das Drama. Daniel Defoe schuf mit Robinson Crusoe ein Jahrhundert später die erste fiktionale Autobiografie und damit den Beginn des fiktionalen Ich-Erzählers.

Autor:innen der folgenden Jahrhunderte experimentierten mit immer neuen Stilen wie dem Schauerroman, nicht-chronologischen Abfolgen, Romantik, unzuverlässigen Erzählern, der Montage oder dem Bewusstseinsstrom. In jedem neuen Genre spiegeln sich auch die Besonderheiten der jeweiligen Epoche wider, wie der Entfremdung des Menschen während der Industriellen Revolution.

Epen waren Versgedichte in Langform, die meist Abenteuer großer Krieger oder Herrscher gegen die Mächte des Bösen erzählten. Zu einer Zeit, in der die wenigsten Menschen lesen und schreiben konnte, machte ihre Versform es einfacher, sie auswendig zu lernen und zu rezitieren.

  • Das Gilgamesch-Epos (etwa 2100 v. Chr. Babylon, auf Tontafeln verschriftlicht) thematisiert die Sterblichkeit des Menschen.
  • Die Fünf Klassiker aus China (etwa 12.-11. Jhr. v. Chr.) sind philosophische Schriften. Das Daodejing (Laozi, 5. Jh. v. Chr.) enthält zentrale Texte des Daoismus.
  • Die Ilias (etwa 8. Jh. v. Chr.) ist die Geschichte des trojanischen Krieges aus der Sicht des Kriegers Achill. Die sich daran anschließende „Odyssee“ handelt von der Irrfahrt des Odysseus. Beide Epen werden Homer zugeschrieben. Sie und auch ihre Poesie mit wohlklingenden Versmaßen haben die westliche Literatur beeinflusst wie keine anderen.
  • Das Mahabharata (5. Jh. v. Chr. Indien) handelt von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen zwei Herrscherfamilien und dem Dharma, der Frage des rechten Handelns.
  • Die Alten Griechen erfanden ebenfalls im 5. Jh. v. Chr. das Drama, die schauspielerische Darbietung einer Geschichte. Zu den großen Dramatikern zählten Aischylos, Euripides und vor allem Sophokles. Sein „König Ödipus“ mit Chor und drei Schauspielern (Protagonist, Deuteragonstik und Trigonist) gilt als Musterbeispiel für die Struktur einer klassischen Tragödie.
  • Vergil schuf 29 bis 19 v. Chr. die Aeneis, das auf die Odyssee basierende, wichtigste Epos in lateinischer Sprache, das die Gründungsgeschichte des alten Roms nacherzählt.
  • Beowolf (8. bis 11. Jahrhundert), das älteste vollständig erhaltene angelsächsische Epos, entstammt nordischen und germanischen Mythen und war Inspirationsquelle für viele spätere Fantasysagen, unter anderem für Tolkiens „Herr der Ringe“.
  • Tausendundeine Nacht (8. bis 15. Jh.) besteht aus einer Rahmenhandlung innerhalb derer Prinzessin Sheherazade dem Sultan Abend für Abend eine weitere Geschichte erzählt, weil sie nur so dem ihr drohenden Tod durch Hinrichtung entgehen kann.
  • Erst seit der Renaissance schreiben westliche Dichter in ihrer eigenen Sprache statt auf Griechisch oder Latein. Einer der ersten davon war Dante Alighieri, dessen „Göttliche Komödie“ er im Florentiner Dialekt verfasste. Er erfand obendrein den ins Geschehen involvierten Erzähler und die Erzählform in Terzinen (Reimform, die jeweils drei Zeilen verbindet).
  • Geoffrey Chaucer führte in den Canterbury-Erzählungen ein breites Spektrum von weltlichen Figuren ein, womit er sich vom bis dahin üblichen, zentralen religiösen Thema löst.
  • Cervantes und sein Zeitgenosse Shakespeare (um 1600) befassen sich in nie dagewesener Weise mit psychologisch komplexen Charakteren, ihren Handlungsweisen und ihren Gefühlen. Vor allem Shakespeare war Meister der bildreichen Sprache, die er mit wenigen Worten erschuf. Er entwarf sehr „menschliche“ Charaktere und hielt dem Publikum damit einen Spiegel vor. Dies erreichte er vor allem mit dem gekonnten Einsatz von Monologen, in denen ein Charakter sein Innerstes nach außen kehrt und sich dadurch mit dem Publikum verbrüdert oder entzweit.
  • Matsuo Basho kombiniert in seinem Reisetagebuch „Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland“ (Japan, 1702) erzählende Prosa und Haiku-Gedichte.
  • Im Sturm und Drang (spätes 18. Jh.) brechen ihre Vordenker Goethe und Schiller mit vorherrschenden Konventionen des Dramas (um sie später in der Romantik wieder aufzugreifen): expressive Sprache und Beschreibung drastischer Ereignisse und Gefühle.
  • Laurence Sterns „Tristram Shandy“ (1759) greift mit einem ungewöhnlichen Stil, Selbstzensur, geschwärzten Seiten, Fußnoten und einem Stream of Consciousness der Moderne und Postmoderne vorweg.
  • Laclos revolutionierte in „Gefährliche Liebschaften“ (1782) den Briefroman mit einer aufregenden Handlung.

In der Romantik (spätes 18., frühes 19. Jahrhundert) zählten die Gefühle eines Helden mehr als seine Taten. Ja, war doch der Held mehr ein Antiheld, der sich gegen herrschende Strukturen auflehnte. Die Weimarer Klassik war in Deutschland die höchste Schule der Romantik. Ihre Verfechter wie – erneut – Goethe, Kleist und Schiller bauten ihre Werke auf den Grundelementen Gehalt, Gestalt und Inhalt auf. Bei einigen Autoren fand eine Hinwendung zur Natur statt: der Transzendentalismus ist quasi eine Gegenbewegung zur Urbanisierung und Industrialisierung. In Russland erfand Alexander Puschkin den „überflüssigen Menschen“, einen reichen Dandy, der in den Tag hineinlebt und dabei nichts erschafft.

Goethes „Faust“ gilt wegen seines frühen Existenzialismus, seiner zahlreichen Anspielungen auf frühere Gattungen und die Verwendung dersolchen als Meisterwerk.

Schon wenig später folgte auf die Romantik der Gesellschaftsroman, der sich mehr über herrschende Strukturen mokierte und sie aufs Korn nahm, statt die wilden Gefühle eines Protagonisten zu thematisieren. Charlotte Brotës „Jane Eyre“ gilt als bedeutendster weiblicher Bildungsroman seiner Zeit. Ihre Schwester Emily Brontë entwickelte um 1850 mit „Sturmhöhe“ einen Schauerroman. Etwa zeitgleich erschien auch Herman Melvilles „Moby Dick“ in der Ausprägung „schwarzer Romantik“ mit Elementen des enzyklopädischen Romans, einer Art Gut gegen Böse auf dem Meer mit biblischem Anspruch.

Aus dem Gesellschaftsroman entstand im späten 19. Jahrhundert der Realismus, die noch deutlich weiter zugespitzte Abbildung der Wirklichkeit. Autoren beschrieben die Moderne mit allen Vor- und ungeschönten Nachteilen. Themen wie Massenentfremdung, Langeweile, Krieg und Sklaverei wurden zu Themen. Autoren wie Jules Verne träumten in frühen Science-Fiction-Romanen von einer besseren Zukunft.

Im psychologischen Realismus im späten 19. Jahrhundert steht die Titelfigur wieder im Mittelpunkt. Auch hier ist sie eher Antiheld als Held, kaputt, verabscheuungswürdig oder überflüssig wie in Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“. Etwa zeitgleich entdeckten Autoren Kinder als neue Zielgruppe von Büchern. Frühe Kinderbücher mit Bedeutung bis heute waren etwa Alice im Wunderland (Lewis Carol, 1865), Pinocchio (Carlo Collodi, 1883) oder das Dschungelbuch (Rudyard Kipling, 1894).

  • Madame Bovary (1856) von Gustave Flaubert zeigt die Tragik der unglücklich verheirateten und sich gefangen fühlenden Protagonistin, die den Ausbruch mit Affären versucht, was in der Katastrophe endet.
  • Die 1860er- und 1870er-Jahre gelten als goldene Epoche der russischen Literatur. Werke wie Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ und Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ oder „Anna Karenina“ treten als perfekte Charakterstudien des Menschen in seinem oftmals zerrütteten Umfeld hervor.
  • In „Krieg und Frieden“ wie auch in George Eliots „Middlemarch“ treten allwissende, auktoriale Erzähler erstmals in bekannten Werken in Erscheinung.
  • In einem Schlüsselroman treten reale Zeitgenossen (z.B. Abraham Lincoln) zusammen mit fiktiven Charakteren auf.
  • Der Naturalismus ist eine Nebenströmung des Realismus. Er kritisiert die Wirklichkeit aus einer wissenschaftlichen, überlegenen Perspektive heraus.
  • Auf die Spitze trieben den Naturalismus Kolonialliteraten wie Joseph Conrad in „Herz der Finsternis“, einer Art Abrechnung mit der Spezies Mensch.

In der Moderne (erste Hälfte des 20. Jahrhunderts) wandten sich die Literaten vom ungeschminkten Realismus ab, begannen mit neuen Stilen wie Existenzialismus oder Collage zu experimentieren und alte zu erneuern, wie etwa den Bildungsroman oder den Bewusstseinsstrom. In manchen Werken mischten zum Beispiel Proust oder Woolf mehrere Stile. Die Schrecken des 1. Weltkrieges fanden auch in ungewöhnlichen Formen ihren Ausdruck wie etwa den Gedichten des Briten Wilfred Owens. Immer höhere Alphabetisierungsraten sorgten auch für Trivial- und Populärliteratur, die den Geschmack eines Massenpublikums treffen sollten, darunter Detektivgeschichten, Groschen- und Fortsetzungsromane.

  • Kafkas existenzialistischer Erzählung „Die Verwandlung“ liegt die Angst des Menschen zu Grunde, die Absurdität und Bedeutungslosigkeit unseres Daseins zu erkennen.
  • James Joyce’ „Ulysses“ und T.S. Eliots Langgedicht „Das wüste Land“ sprengten die Grenzen bisher bekannter Lyrik und erzählender Prosa. Joyce arbeitet im Ulysses mit einem inneren Erleben ohne Vermittlung durch einen Erzähler.
  • Während der Nazizeit blühte – tragischerweise – die Exilliteratur auf. Autoren wie Thomas Mann, Bertolt Brecht oder Antoine de Saint-Exupéry wurden vor eine neue Perspektive gestellt.

Die Autoren der Nachkriegsliteratur trieben neben den Verarbeitungen des Krieges und der Frage der Schuld die Experimente der Moderne noch auf die Spitze. Erzähler wurden unzuverlässig, die chronologische Ordnung auseinandergerissen oder Erzählungen durch Paradoxe unterlaufen. Der New Journalism wie von Truman Capote oder Tom Wolfe vermischte Fiktion und Non-Fiktion.

  • Der Stalinismus, der Krieg und die sich schon anbahnende Blockbildung inspirierte George Orwell zu seiner Dystopie „1984“.
  • Die Beat-Generation brach mit der konservativen Ignoranz, Nüchternheit und Engstirnigkeit der alten Eliten. Bekannte Vertreter sind „Der Fänger im Roggen“ (J.D. Salinger, 1951) und „Unterwegs“ (Jack Kerouac, 1957).
  • Immer mehr Schriftsteller aus entkolonialisierten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas widmen sich der Literatur.
  • Schwarzer Humor wie in Joseph Hellers „Catch-22“ entsteht aus Gefühlen wie Verzweiflung und Vergeblichkeit, eine Art Weiterentwicklung des Existenzialismus.

Wichtige neue Stilrichtungen der Postmoderne (etwa 1980-2010) waren der magische Realismus, die allegorische Satire oder die Metafiktion.

  • „Wie ein Reisender in einer Winternacht“ von Italo Calvino ist ein Paradebeispiel für Metafiktion. Die Aufmerksamkeit des Lesers wird auf die Beziehung zwischen Fiktion und Realität gelenkt und der Leser zu einem der Protagonisten.
  • „Mitternachtskinder“ von Salman Rushdie ist ein Vertreter des magischen Realismus’. Derartige Werke kombinieren eine realistische Erzählung mit surrealen Elementen, die von den Handelnden wie selbstverständlich wahrgenommen werden.
  • Die allegorische Satire, wie „Die Stadt der Blinden“ des portugiesischen Autors José Saramago, verweist auf einen hinter der eigentlichen Handlung verborgenen moralischen oder politischen Subtext. Dieses Werk etwa handelt von einer Gesellschaft, die kollektiv erblindet. Hintergrund ist der Faschismus des portugiesischen Estado Novo.

Moderne literarische Stile der Gegenwart sind Hybridliteratur, das Verschmelzen mehrerer Stile und das Experimentieren mit Stilen, Perspektiven und Erzählstrukturen. Bis heute am beliebtesten geblieben ist der klassische Roman mit seinem bekannten Spannungsbogen und den handelnden Figuren, praktisch seit Jahrhunderten erprobt und immer wiederholt. Zum guten Ton gehört es für moderne Schriftsteller auch, immer ein wenig mit Stilen und der Sprache zu spielen. Der österreichische Autor Daniel Kehlmann etwa erzeugt in einigen seiner Romane Komik durch den inflationären Gebrauch indirekter Rede.

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Argh

Ärgere dich

Es gibt eine sehr interessante Matrix da draußen im weltweiten Interwebz, die mir zum ersten Mal vor über zehn Jahren begegnete: was erfolgreiche Menschen anders machen als nicht erfolgreiche. Mein damaliger Kollege hatte sie inhaliert und internalisiert. Ich darf die Grafik hier leider nicht republishen, klickter hierauf, dann kommt ihr dahin. Ich kann nur einige der Punkte hier zusammenfassen:

Erfolgreiche MenschenErfolglose Menschen
Loben andereKritisieren andere
Vergeben anderenSind nachtragend
Übernehmen selbst die Verantwortung für ihr HandelnGeben anderen die Schuld an ihrer Misere
Lesen vielGucken viel TV/Serien
Führen ein Tagebuch (oder Blog 😉 )Führen kein Tagebuch oder schreiben auch sonst selten Gedanken nieder
Nehmen Veränderungen anFürchten Veränderungen
Wünschen auch anderen den ErfolgHoffen heimlich, dass andere scheitern werden

Insgesamt würde ich mich eher der linken Spalte zuordnen, ohne selbst übermäßig erfolgreich zu sein. Einiges aber fällt mir schwer, etwa, Veränderungen zu begrüßen. Was ich dafür sehr gut kann, vielleicht sogar etwas zu viel: Die Verantwortung/Schuld bei mir selbst suchen statt bei anderen.

Eine Sache, die darin jetzt nicht aufgeführt ist, die ich aber hinzufügen würde: Ärger. Erfolgreiche Menschen ärgern sich nicht lange, sondern haken Misserfolge ab, machen danach einfach weiter.

Das habe ich in dieser Woche nicht geschafft.

Sagen wir, ich hatte etwas Größeres in Angriff genommen und es ist von der anderen Seite abgeschmettert worden. Ich hätte nun viele Möglichkeiten gehabt, damit umzugehen. Mir nichts daraus zu machen, mir von dritter Seite Hilfe holen, einfach weitermachen, mir nichts dabei denken.

Stattdessen habe ich mir wohl etwas dabei gedacht, an mir selbst gezweifelt, war drauf und dran alles hinzuschmeißen, kam jetzt drei Tage lang gar nicht mehr klar, hab mich in mich zurückgezogen, mich bei anderen beschwert wie besch* alles ist. Konstruktiv war das nicht.

Erst jetzt, nach drei Tagen und immerhin einigen guten Gesprächen mit positiven Menschen darüber kann ich ein wenig abstrahieren und relativieren. Die große Sache, die ich da in Angriff genommen hatte und die nicht funktioniert hat: Bei ihr war es das erste Mal, dass ich das überhaupt versucht habe. Die Ablehnung war keine Kritik an mir oder dem, was ich da versucht habe, sondern mehr ein falscher Adressat. Was am vernünftigsten wäre und was ich auch einem Freund an der Stelle geraten hätte: sacken lassen und dann weiter machen.

Ein Tischtennis-Trainer sagte mir einst: Wenn du einen Fehler machst, hak ihn ab, denk nicht mehr dran, mach einfach weiter. Fehler passieren, sie gehören zum Sport/Leben dazu.

Und doch sehe ich so viele Spieler, die sich über Fehler aufregen. Es gehört fast ein wenig zum Spiel dazu.

Und ich glaube, das passiert dann, wenn jemand etwas nicht erreicht, von dem er meint, dass er es schon können müsste. Das aber kann gar nicht funktionieren, wenn die Erfahrung, wenn das Training/ die Routine fehlt. Und die kommt eben nur, wenn man es weiter versucht, trainiert, besser wird, in dem, was man tut. Das verlangt Zeit, Arbeit und auch Mut.

Es ist wichtig, wieder aufzustehen und weiterzumachen, nach Fehlern, nach Niederschlägen. Sich nicht lange drüber ärgern.

Und es ist nur all zu menschlich, sich trotzdem zu ärgern. Auch mal drei Tage deswegen flach zu liegen.

Und ich glaube, das ist sogar heilsam.

Also ärgere dich! Hin und wieder. Kurzzeitig.

*

Dry January (ohne es zu merken)

Der Dry January ist beliebt. Einen Monat lang keinen Alkohol trinken und statt dessen zum Beispiel ins Fitnessstudio zu gehen.

Mir ist heute erst aufgefallen, dass ich den Dry January in diesem Jahr ohne es zu merken fast durchgezogen habe. Das Jahr begann bei mir zwar mit einer feuchtfröhlichen Silvesterparty, die bis weit nach Mitternacht ging. Aber danach habe ich, zumindest wenn ich nichts vergessen habe, eigentlich nur noch 1 Bier getrunken. Nach unserem ersten Rückrundenspiel stand da auf einmal eine Kiste Mühlenkölsch. Und irgendwann schnappte ich mir auch eine Flasche, bei der ich es dann aber beließ. Und wenn ich nichts vergessen habe, war das der einzige Alkohol, den ich im Januar getrunken hatte. Ohnehin war ich die meiste Zeit mit Sport, Lesen und Arbeiten beschäftigt.

Wenn man gar nicht merkt, dass man etwas macht, geht es natürlich am einfachsten.

*

Bücher

Ich hab das letzte Buch in meinem Bestand erfolgreich wegminimiert. Also endlich die Freiheit, nur noch das zu lesen, was ich auch wirklich möchte. Ich fang mal hiermit an, jetzt doch erstmal als E-Book…

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Right

Eigentlich müsste man mal weg

Wann, ist klar: über Karneval.

Nur wohin…

Fühle mich urlaubsreif. Der Januar war hart. Ich hab vieles Neues angestoßen, was noch nicht unbedingt überall auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Eigentlich war es ein guter Monat und ich sollte alles, was ich mache, ab jetzt Monat für Monat um 10x hochskalieren, wie man das in der Instagram-Werbung immer so ausdrückst (manchmal auch 100x). Aber man ist ja irgendwo auch nur ein Mensch mit begrenzten Ressourcen.

Will mich langsam mal wieder ans Bloggen gewöhnen. Komme kaum noch dazu.

*

Zeigler und Köster haben mich durch den Januar gebracht. Einfach ein wunderbarlich zu lauschender Fußballpodcast. Arnd Zeigler kennen viele vielleicht bereits aus Radio und Fernsehen und „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“. Das eigentliche Highlight des Podcasts ist aber sein kongenialer Partner, 11Freunde-Macher Philipp Köster. Ich höre immer mit einer Mischung aus Neid und kindlicher Begeisterung hin, was der für Sprachbilder in petto hat und zu jedem Ereignis den passenden Vergleich findet. Wer Fußball mag, muss das eigentlich lieben.

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:)

Minus drei

Und schon wieder die Zahl drei.

Den Januar oder eigentlich das ganze Jahr habe ich mich dazu entschieden, viel öfter „ja“ zu sagen.

Ja zu neuen Aufträgen, zu Events mit Freunden, zu Reisen, zu…

In der letzten Woche musste ich zu den meisten dann doch wieder nein sagen.

„Hey Jürgen, spontan Lust heute Abend Bier zu trinken?“

„Jürgen, Lust auf dieses Presseevent Ende Februar?“

„Bock am Samstag wandern zu gehen?“

„Heute Abend trainieren?“

„Würdest du einen Podcast mit mir aufnehmen?“

Ich will jetzt gar nicht alles darauf schieben, dass ich introvertiert bin und ich Zeit zum Auftanken brauche. Aber irgendwie wurde mir das alles zu viel. Bis auf die Podcast-Episode, das sehe ich als machbare Herausforderung an.

Wenn mir alles was viel wird, komme ich schnell in diesen reflexartigen Alles-Ablehnen-Modus. Auch nicht gut. Deswegen versuche ich mehr Dinge als früher jetzt doch zuzusagen.

Wie man ihr das? Wie grenzt ihr euch da ab? Oder macht ihr doch einfach alles?

Ich habe jetzt beschlossen, dass ich mal testweise von allen – seriösen, ernst gemeinten – Angeboten in den nächsten Wochen nur drei pro Woche ablehnen möchte. Mal gucken, was dann passiert.

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Ich mache mich nicht über Fehler anderer lustig, ich freue mich über kreative Wortschöpfungen, die daraus entstehen und möglichem Meme-Charakter haben, wie damals der Gerät. Herrlisch.

Fände ich witzig, einfach mal im ein paar Sätzen immer Dativ statt Nomativ oder Akkusativ zu verwenden. Da wird die Sprache viel ursprunglischer. Gnihihi.

Hihi.

Hi.

Kategorien
Right

3 Dinge

Christine und ich schicken uns seit einiger Zeit jeden Abend per WhatsApp drei Dinge zu, für die wir an diesem Tag dankbar waren. Und was soll ich sagen: Es klingt esoterisch, aber es funktioniert.

Gerade an Tagen, die nicht so gut liefen, bin ich abends eher geneigt, alles noch einmal durchzugehen, was nicht so toll war und mich hinterher zu ärgern. Die schlechte Laune geht dann nicht selten am nächsten Tag weiter.

Versuche ich an einem solchen Tag drei Dinge zu finden, die gut liefen, dauert es meist ein bisschen, aber nicht selten werden dann vier draus. Ich gehe dann nicht unbedingt besser gelaunt ins Bett, aber die Laune am nächsten Tag ist dann eigentlich immer besser.

Es hilft noch bei einer anderen Sache. Heute Abend zum Beispiel kam es mir beim mich Erinnern an den Tag vor, als hätte ich nur faul auf der Couch gelegen und kaum was gearbeitet. Bis mir plötzlich einfiel: Ach nee, du hast doch deine (längst überfällige 🙄) Umsatzsteuervoranmeldung endlich gemacht, dabei gar nicht so viel rumgeheult wie sonst. Kam dann gleich als vierter Punkt auf die Liste.

Und irgendeinen Insight hatte ich noch dazu. Aber ich komme gerade partout nicht mehr drauf. Vielleicht demnächst als Update.

Update: Ganz kriege ich es nicht mehr zusammen, aber ich glaube, der Insight war, dass beim Nachdenken über drei schöne Dinge der Fokus verrutscht. Es geht weg von Dingen, die sonst den Alltag beherrschen, wie der Arbeit und was dort alles schief läuft, hin zum Miteinander. So freue ich mich, wenn ich etwas Leckeres gegessen habe oder einen schönen Plausch mit Nachbarn oder Freunden. Die Arbeit rückt dann völlig in den Hintergrund.

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Fühlt sich auch schon wieder so lange her an: