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Rules for a trip (called life)

An meinem zweiten Tag in Karlsruhe nach einer ziemlich miesen Nacht, noch nicht wissend, ob und wann es weitergehen kann, und in schlechter Stimmung, beschließe ich, mir ein Notizbuch zu kaufen und ein paar Gedanken festzuhalten. Ich werde gleich direkt gegenüber in der Bahnhofsbuchhandlung fündig.

Die meisten der folgenden Ideen notiere ich mir anschließend bei einem Kaffee in der Eisdiele. Es sind ein paar Glaubenssätze, die ich auf der Reise am liebsten gleich anwenden würde. Dinge, die mir sinnvoll erscheinen, aber erst aufgeschrieben werden wollen, damit sie sich festsetzen können.

Und so halte ich fest:

  1. Ich kann mit jedem kommunizieren, der das auch möchte.
  2. Ich muss aber selbst in der richtigen Stimmung/Verfassung dafür sein.
  3. Laute und extrovertierte Menschen lasse ich mehr reden, als dass ich selbst rede, sage aber längst nicht ja und amen zu allem, was sie sagen.
  4. Ich möchte die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Wenn ich zwischendurch meine Rückzugsräume brauche, stehe ich klar dafür ein.
  5. Ich versuche, mein bestes Ich zu sein, niemand anders.
  6. Ich verstelle mich nicht.
  7. Ich halte meine Emotionen nicht zurück.
  8. Ich bin laut, wenn ich will.
  9. Ich akzeptiere, dass nicht alles immer nach Plan verläuft.
  10. Was immer ich tue und versuche, es wird Rückschläge geben. Damit rechne ich.
  11. Das gleiche gilt für Trauer und schlechte Erfahrungen. Sie gehören zum Leben dazu, gehen vorüber und machen mich letztlich stärker.
  12. Dass Probleme auftreten und gelöst werden wollen, ist die Regel, nicht die Ausnahme. Ich preise das in mein Zeitkontingent ein.
  13. Ich werde mich weiter bilden, verändern und offen für Neues bleiben, bis ans Ende meiner Tage.
  14. Ich möchte bis zum Ende meines Lebens von netten Menschen umgeben bleiben.
  15. Lebensgefühl und Freude vor Bequemlichkeit und Luxus! Ich erfreue mich mehr an den kleinen Dingen.
  16. Ich lasse mich nicht hetzen, auch nicht von mir selbst.
  17. Gute Gespräche über alles andere. Lieber mal zu spät wohin kommen, als die Chance auf ein gutes Gespräch auslassen.
  18. Ich kann über mich selbst und meine Missgeschicke lachen.
  19. Ich sorge dafür, dass die Leute sich wohl fühlen, wenn sie bei mir sind.
  20. Gegen Neid hilft Abschauen und Lernen, Besinnung auf deine eigenen Qualitäten, nicht Werten und dreimal tief Durchatmen.
  21. Ich atme dreimal tief durch, bevor ich einem ersten Impuls sofort nachgebe. Ist der Impuls danach noch da?
  22. Ich lasse los und maße mir nicht an, alles immer im Griff zu haben.

Vielleicht klingt das eine oder andere rätselhaft für jemanden, der nicht introvertiert ist und keine leichte bis mittelschwere Sozialphobie hatte. Alle Anderen können Regeln wie diese beflügeln. Oder zumindest erst einmal eine weite Reise deutlich angenehmer machen.

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Alles auf null

Ich wollte erst „Kurz vor dem Nullpunkt“ schreiben, aber das klang zu negativ. „Balance“ wäre zu blumig. Ich meine zumindest den Punkt, dem ich mich nähere, an dem alles neu beginnen kann.

Wie ihr wisst, sortiere ich aus, nehme ab, ich befasse mich mit mir selbst und meinen Problemen. In letzter Zeit noch einmal besonders viel davon. Ich analysiere, auch Dinge, die ich hier nicht alle öffentlich teilen möchte. Das Thema Selbstliebe zum Beispiel. Wenn wenig davon da ist: warum eigentlich? Wann hat das angefangen? Wo kommt das her? Ist das noch zeitgemäß? Manchmal triggert irgendwer oder irgendwas etwas, was bei mir „Thema“ ist. Und dann analysiere ich, sobald ich mich wieder beruhigt und die Zeit dazu habe. Das tut gut, es ist heilsam.

Auch wenn es nicht ganz so blumig ist, wie es klingt. Es sind ereignisreiche Zeiten für mich im Moment, es geht aufwärts. Es ist aber auch ungeheuer anstrengend, es gibt deprimierende Tage und welche, an denen einfach keine Motivation da ist. Und dann geht es irgendwie doch weiter, langsam aber sicher.

Vor allem ist faszinierend, wie das alles zusammenhängt. Wenn alles klappt, wird es eine Punktlandung. Dann besitze ich keinen Gegenstand mehr, den ich nicht brauche, habe kein Gramm Ballast am Körper zu viel, auch mit der Vergangenheit aufgeräumt und keine der berühmten Altlasten mehr. Alles zum gleichen Zeitpunkt.

Dann wäre ich frei, ziellos zwar, alleine irgendwo auch, aber frei.

Ein ganz schön beängstigender Gedanke. Ich muss zusehen, dass ich mich auf den letzten Metern deswegen jetzt nicht noch selbst sabotiere. 🙂

Drückerkolonnen und Paketboten

Sonderbar eigentlich. Zu Paketboten bin ich immer besonders nett, zu Drückern gar nicht. Dabei sind eigentlich beide Berufsgruppen arme Schweine.

Paketboten komme ich meist entgegen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich weiß, wie viel Stress die haben, ich mag es ihnen nicht zumuten, tonnenschwere Sachen bei mir in den 3. Stock hochzutragen. Deswegen bin ich ihnen vor Corona immer auf halbem Wege entgegen gekommen (was die meisten über die Maßen überrascht hat, das tut nämlich niemand sonst). Seit sie wegen Corona ihre Prozesse umgestellt haben, mache ich es ihnen noch einfacher und bitte sie gleich an der Gegensprechanlage, die Sendung einfach ins Treppenhaus zu legen. Machen alle sofort, und auch gerne. Und ich kann ich schon ein bisschen Frühsport machen, wenn ich die Päckchen unten abhole, was mir gut tut.

Zu Drückern an der Gegensprechanlage bin ich hingegen schonmal pampig geworden.

– „Telekom, guten Tag, es geht um Ihren Internetanschluss!“
– „Was soll mit dem sein, ich habe keinen von Ihnen.“
– „Lassen Sie mich doch bitte mal rein, dann können wir das besprechen.“
– „Nö“

Oder auch:

– „Telekom!“
– „Äh. Ja, und?“
– „Es geht um Ihren Internetanschluss.“
– „Was soll mit dem sein?“
– „Wir haben da was für Sie.“
– „Was denn?“
– „Machen Sie bitte mal auf, dann können wir das besprechen.“
– „Nee.“

Heute standen zwei vor meiner Wohnungstür, sie müssen es irgendwie ins Treppenhaus geschafft haben. Aber sie hatten Glück, ich war gut drauf. Und redselig. Und freundlich zu ihnen. Neinein, Internetanschluss habe ich schon, den alten sogar gerade gekündigt und der neue wird am Montag geschaltet, also der ist von NetCologne und gerade frisch beauftragt also ich bin da gut versorgt. Dankedanke.

Die beiden haben dann gar nicht mehr groß diskutieren wollen, nur noch einmal zusammengefasst, dass ich dann schon versorgt wäre, derzeit nichts brauche und dann auch schon danke und noch einen schönen Tag.

Man hat ja jeden Grund, genervt von denen zu sein. Aber besonders Gentleman-like ist das nicht. Ich halte es für kompletten Blödsinn, Leute loszuschicken und Breitbandanschlüsse an der Haustür zu verkaufen. Viele der Drücker sind arme Schweine, manche wissen es vielleicht nur nicht. Aber nett zu ihnen zu sein, selbstverständlich ohne irgendwas an der Haustür abzuschließen, hat viel mehr Stil. Außerdem kann ich meine rhetorischen Fähigkeiten an ihnen testen. Also ich muss die nicht jeden Tag im Haus haben, aber ich freue mich tatsächlich auf die nächsten.

Daily sort-out: 30 Seiten unbekannte Vokabeln aus Niederländisch-Kinderbuch nachgeschlagen und in den Vokalbetrainer eingetragen (ist das ein Mist!), Selbstliebe analysiert (s.o.), gleich noch Selbsthilfebuch lesen, sonst erstmal nichts.

Dinge, die du NICHT von deinem Steuerberater hören willst…

Vor allem dann nicht, wenn du fest davon ausgegangen warst, dass der Vorgänger die Steuererklärung 2020 längst eingereicht hatte. ??

Eil, Breaking… WTF!

Nichts davon war in den Abendnachrichten noch ein Thema.

DAS hingegen ist ne echte Killermeldung. Kommt nämlich tatsächlich überraschend:

Wie man hört, hat er sich mit den Arbeitnehmerverbänden überworfen und damit die „Herrscherfamilien“ gegen sich aufgebracht. Ich kenne mich zu wenig mit den Interna dort und generell mit Autos aus. Aber was ich so verfolgt habe in den letzten Jahren, hat er definitiv Mut bewiesen mit der frühen Entscheidung, die VW-Flotte komplett auf Elektroautos umzustellen, zu einem Zeitpunkt, in dem das Verbrenner-Aus noch in weiter Ferne lag. Das muss man sich im konservativen Deutschland mit der noch konservativeren KFZ-Industrie erst einmal trauen.

Whuät?!

Kein Spam, chinesisches Marketing. Was der Titel soll und warum er dann unten trotzdem auf Englisch schreibt… verstehe einer die Chinesen…

Hab trotzdem geantwortet, abgelehnt und sehr nett erklärt warum. Hatte heute wohl einen guten Tag. Email-Marketer sind ja auch irgendwo Drücker…

Auf vielfachen Wunsch noch einmal die geplante Strecke meiner Deutschlandtour. Wer wo in der Nähe wohnt, sagt Bescheid! Rainers Wohnort liegt tatsächlich direkt auf der Route. Freue mich aufs Wiedersehen! 🙂

Und danach dann noch irgendwie zurück. Mal sehen, wie…

The Fog Joggers: Waiting in the Wings (2011): Auf alter Playlist wiedergefunden. Ihr kennt den Tune aus einer überprominenten Bierwerbung. Das tut dem Song aber in meinen Augen unrecht, denn er ist trotzdem ein echter Ohrwurm (im positiven Sinne):

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Scheiß drauf, ich lese lieber

Ja, es gibt Tage, da lese ich lieber als dass ich schreibe. Ist selten, aber kommt auch vor. Könnte aber auch mit dem 2.200-Wörter-Testbericht zusammenhängen, den ich heute runtergetippt habe… Oder damit, dass ich gar nicht so viel zu erzählen habe. Es geht ja erst Ende nächster Woche in den Urlaub. Und der naht mit Riiieeesenschritten. Was einerseits toll ist und andererseits mal wieder für Stress sorgt.

Daily sort-out: Ich hab neulich ein Bild ausgedruckt, das ich am Ende lieber noch größer haben wollte. Der neue Ausdruck wird in Kürze in einem Riesenrahmen bei mir im Arbeitszimmer hängen. Und den alten – hätte ich wegschmeißen können. Habe ich aber statt dessen zusammengerollt und unten auf die Fensterbank meines Nachbarn gelegt. Da wo mein ganzer anderer Krempel auch hinkommt und ihn sich einer wegholt.

Und was soll ich sagen: ein paar Stunden später war es weg. Also praktisch das erste Kunstwerk, das ich selbst gemacht habe, nun verschenke und das dann auch jemand haben wollte. Vielleicht der Start einer verheißungsvollen Karriere. 🙂

Es ist übrigens dieses Motiv:

Oh Wonder: Techicolour Beat (2014):

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Schreiben und Reden

In Übungen in Lebenshilfebüchern geht es oft darum, was man gut kann und gerne macht. Ich lese sehr viele davon, vermutlich habe ich es nötig. Jedenfalls fielen mir heute zwei Dinge auf, die ich gerne tue, die mich meist beruhigen, die mir leicht fallen:

  1. Schreiben
  2. Reden

Moment. Reden? Ich? Der für gewöhnlich so maulfaul daher kommt wie Clint Eastwood in „Dirty Harry“ (oder Clint Eastwood generell)? Scheint wirklich so zu sein. Nicht immer, keinesfalls immer. Aber irgendwie doch immer häufiger in letzter Zeit. Gerade habe ich ein paar Sprachnachrichten abgesetzt und eine Sprachaufnahme in Tagebuchform getätigt. Und dabei erstaunt festgestellt, dass mich die alle überhaupt keine Mühe gekostet haben.

Vielleicht braucht auch Sprechen nur genug Training. Ich mache davon deutlich mehr als früher. Also vielleicht gar nicht so überraschend, dass man darin irgendwann besser wird. Dass es mir mittlerweile leicht fällt und sogar zeitweise Spaß macht, das wundert mich hingegen schon. Das ist neu.

Daily sort-out: 30 weitere Seiten im aktuellen Lebenshilfebuch gelesen (jaja!) und 10 weitere Seiten die unbekannten Vokabeln aus dem Niederländisch-Kinderbuch in den Vokabeltrainer eingegeben. Ich werde nicht nur 3, sondern 10 Kreuze schlagen, wenn ich damit endlich fertig bin und das Scheißbuch wegkommt!

Habe meinen Kellerschlüssel verloren. Also den zu einem Vorhängeschloss, das meinen Kellerverschlag verschließt. Der ist leider miniklein und liegt vermutlich irgendwo im Garten, wo wir am Samstag Feuer gemacht haben. Hab schon alles abgesucht und sogar mit einem Kühlschrankmagneten (den einzigen, den ich hatte) den Rasen abgegrast. Nichts. Letzte Chance, bevor im Laufe der Woche unsere Reinigungskraft kommt und den Rasen mäht: Das Schloss irgendwie knacken. Aber wie denn? Dann finde ich heute auf YouTube diesen Trick:

Also das probiere ich dann morgen mal aus. Aber wenn das wirklich SOOO einfach ist, dann… ach du Scheiße!

Heute waren es angeblich schon 36 Grad in Bonn (ach ja? Wo waren die genau?). Morgen dann 38 Grad. Bin sehr gespannt.

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Über den eigenen Schatten springen

Ich hatte mich gestern ein wenig über einen Freund geärgert, der mich versetzt hatte. Heute habe ich dann selbst einen Freund versetzt.

Matthias meldete sich spontan am Freitag. Ob ich Lust hätte, am Sonntagabend mit auf ein Konzert von Andrew Bird in Köln zu kommen. Sein Kumpel hätte kurzfristig abgesagt.

Andrew wer?

Ich hörte bei Spotify kurz rein. Klang ganz nett, aber nicht nach etwas, wozu ich unbedingt auf ein Konzert gehen müsste. Was die Karte denn kosten würde? 40. Nee, da wäre ich dann raus! Für bis zu 20 Euro bin ich eigentlich bereit, mir beinahe jede Musik aufs Geratewohl einmal anzuhören. Allein, weil Livemusik eigentlich immer ein Erlebnis ist. Aber 40?!

Matthias meldete sich dann gestern noch mal: „Hab’s abgeklärt, kannst für 20 mitkommen. Der Kumpel ist froh, wenn er wenigstens ein bisschen Geld wiederbekommt.“ Ich so: na gut.

Heute Abend dann am Bonner HBF: Ich will den Zug um 19:04 nehmen. Kurz vorher kommt die Durchsage: Sorry, Notarzteinsatz am Gleis. Alle Bahnen Richtung Köln fallen aus (und die, die aus Köln hätten kommen sollen auch). Reisende können mit Bussen Richtung Siegburg fahren (die Straßenbahnen fahren gerade auch nicht) und dort ihr Glück versuchen. Oder mit der U-Bahn nach Köln.

Ich runter zur U-Bahn: Erste Bahn fährt mir gerade vor der Nase weg. Na toll. Die nächste kommt in etwa 10 Minuten. Sie brauchen gut 1 Stunde von Bonn in die Kölner Innenstadt. Wenn ich überhaupt einen Platz darin bekomme. Und ich bin eh schon spät dran. Ich rufe Matthias an und sage ab. Sorry, das wird nichts mehr. Ich käme dann ja erst um halb 9 frühestens in Köln an.

Oh okay, könne er verstehen. Also, das Gloria wäre nicht weit vom Neumarkt entfernt, wo die 16 und die 18 beiden halten. Und mit Vorband und weil große Künstler nie pünktlich anfangen, würde ich es schon noch schaffen. Aber ich blieb dabei, und sagte ab. Und ich muss gestehen, es fiel mir leicht. Ein Künstler, von dem ich nicht überzeugt war, eigentlich auch gar nicht wirklich Lust. Und statt dessen die Chance, auf einen ruhigen Abend mit Buch auf der Couch. Vielleicht sogar noch vorher in die Eisdiele. Oh ja, das wäre es jetzt!

Noch auf dem Weg zur Eisdiele erinnerte ich mich daran, wie ich mich gestern gefühlt hatte, als der Freund mich versetzt hatte. Aber mehr noch. Ich würde mir nicht nur die Chance nehmen, einen Freund zu treffen, den ich nur selten sehe, sondern auch die Möglichkeit, mal etwas völlig Anderes zu erleben, mal über meinen eigenen Schatten zu springen und FÜR jemanden etwas zu tun. Ist das nicht das, was Freundschaft eigentlich ausmacht?

Was denkt ihr, habe ich gemacht?

a) Bin Eisessen gegangen, hab gemütlich mein Buch gelesen und bin in Bonn geblieben.
b) Bin doch noch nach Köln gefahren.

Na, na?! 🙂

Die Auflösung:

Ich machte auf dem Absatz kehrt, checkte die Bahn-App, rief Matthias noch einmal an und lief zum Bahnhof zurück. Und der Rest war dann wirklich ein kleines Aventure. Die Linie 16 kam natürlich zu spät und war schon rappelvoll, als sie ankam. Die Leute auf dem vollen Bahnsteig quetschten sich trotzdem irgendwie rein. Ich erwischte noch einen engen Stehplatz direkt an der Tür.

Als nächstes gingen die Türen nicht zu. Ich hab ein Video aufgenommen, wie ein hilfsbereiter Wartegast sie von außen zuschiebt:

Die Türen hakten natürlich bei jedem weiteren Stopp. Die Leute schoben sich durch die Gegend. Ich schrieb Matthias, er solle schonmal reingehen, es würde wohl noch dauern. „Du kommst wahrscheinlich genau passend“, schrieb er zurück. Gerade lief noch die Vorband.

Und tatsächlich: Um 2035 Uhr, über eine Stunde später, erreichte ich Köln-Neumarkt, wenig später war ich an der Konzerthalle, Matthias holte mich rein, wir hatten sogar noch Zeit für ein Bier und dann ging es auch bald los mit dem Konzert.

Und? War es das beste Konzert, das ich jemals gesehen habe? Habe ich den besten Abend meines Lebens gehabt und auf dem Rückweg noch meine Frau fürs Leben kennengelernt?

Nein, das alles nicht. Aber es war ein schöner Abend, ein richtig tolles Konzert eines echten Virtuosen (Wahnsinnsstimme, spielt darüber hinaus noch ausgezeichnet Violine und Gitarre) und all das ist am Ende deutlich besser, als alleine zu Hause auf der Couch zu hängen. Der Herr Aventurer… Mein Buch las ich auf dem Rückweg und mein Eis bekam ich sogar noch auf dem Hinweg.

Also, ja, öfter mal über den eigenen Schatten springen. Dann hab ich hier auch mehr zu erzählen. 🙂

Andrew Bird: Manifest:

Daily sort-out: Lebenshilfebuch zur Hälfte geschafft. Aus 60 Seiten Niederländisch-Kinderbuch die unbekannten Vokabeln rausgeschrieben (Sind. Das. Viele!) und jetzt mal gute Nacht, ist ja schon spät. 🙂

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Wer war das?

Ich bin meinen Aussortiert-Ordner noch einmal durchgegangen und hab unter anderem das hier gefunden. Ich höre alte Playlists durch und sortiere sie aus. Und ich registriere: Ja, ich kann denjenigen, der ich damals war, verstehen. Ich kann verstehen, warum der gehört hat, was er gehört hat. Oder dass er so ausgesehen hat, wie er ausgesehen hat. Von der Mode bis zum Gesichtsausdruck. Aber so richtig erkenne ich mich nicht wieder. Als war es jemand anderes damals oder etwas, aus dem ich rausgewachsen bin. Und damit auch aus alten Erinnerungen, Gedankenmustern. Zeit, die Vergangenheit langsam abzuschließen, Zeit, noch noch einmal ganz neu anzufangen!

King of Stonks – endet anders als der Wirecard-Skandal! ? So viel sei gespoilert. Trotzdem: War keine cineastische Offenbarung, aber irre Spaß hat’s gemacht! Finde, der Hauptdarsteller ist keine Idealbesetzung, man versteht ein Drittel der Dialoge akustisch nicht, die erste Folge ist noch was lame. Aber dann geht’s los. Ähnlich wie „How to sell drugs online (fast)“: Anfangs ist man skeptisch, ob man da richtig ist. Und spätestens am Ende weiß man: hell yeah! Passt wie der Deckel auf den Topf. Gerne mehr Produktionen von der bildundtonfabrik!

Zum Beispiel das hier:

Nebenbei: Nice one! Erinnert mich seltsam an den Ukrainekrieg. Aber meine Einschaltquote habt ihr! Vielleicht sogar gerade deswegen…

Kula Shaker: Infinite Sun (2016):

Der Mond kommt krass:

So, ich date mal up auf macOS Ventura. Die Public Beta ist da. Fotos sind gesichert, viele Bugs sind normal nicht mehr da. Schleicht’s euch. ?

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Drei Wochen vor dem Urlaub packen

Klingt superspießig – und ist es wahrscheinlich auch. Eigentlich plane ich, in etwa drei Wochen zur Radtour aufzubrechen. Gepackt habe ich größtenteils trotzdem schonmal heute. Ist ja auch gar nicht so viel. Meine zwei Radtaschen mit dem Campingzeug. Eine Tasche mit Klamotten + Essentials. Hatte ich in den letzten zwei Jahren ja auch immer schon dabei und hat selten was gefehlt.

Warum jetzt schon? Weil das Packen eigentlich immer der größte Stressfaktor für mich vor einem Urlaub ist. Zögert man das auf die letzte Woche hinaus, artet das in Monsterstress aus. Die Woche vor dem Urlaub läuft man für gewöhnlich sowieso schon auf 200%. Besser, man reduziert das schon vorher deutlich runter.

Das hat dann den Vorteil, dass man sich jetzt schon in aller Ruhe überlegen kann, was einem noch an Equipment fehlt und was man noch bestellen kann.

Merino-Shirts zum Beispiel. Ich hab ja jetzt beschlossen, meine Kleidung nach und nach auf wenige Merino-Shirts herunterzureduzieren. Allerdings will ich dafür auch nichts wegschmeißen. Und meinen Kleiderschrank habe ich ja eigentlich schon auf das wichtigste herunterreduziert. Deswegen jetzt eine langsame Umstellung. Besonders hübsche Merino-Radtrikots gibt es im Übrigen auch nicht. Aber durchaus ansehnliche T-Shirts und Pullover mit Merino-Anteil:

Von Norden nach Süden durch Deutschland oder von Süden nach Norden? Eigentlich war mir klar, dass ich von Norden nach Süden fahren würde. Aber – die Eingebung kam mir heute im Schlaf – jetzt könnte ich mir andersherum (bergab!) durchaus genauso gut vorstellen. Hab noch 2-3 Wochen, mir das genau zu überlegen.

Südostasien. Das ist die Antwort!

Auf die Frage, wohin so eine Weltreise so zuerst gehen könnte. Wenn’s im Winter losgeht, ist es dort warm, ich kenne mich dort schon bisschen aus, kann Bekannte in Singapur besuchen und diesmal den Radius ein bisschen darauf ausdehnen, wo ich noch nie war oder dringend mal wieder hin müsste: Johor Bahru, Kuala Lumpur, Sabah, Mt. Kinabalu (?) (Malaysia), Bangkok, Chiang Mei (Thailand), Cebu City (Philippinen), generell Vietnam und Indonesien, Hongkong! (okay, technisch gesehen nicht mehr Südostasien). Und von da dann weiter nach Australien, wo zu der Zeit gerade Sommer ist? Könnte passen.

Ich habe nicht die Sehnsucht, unbedingt weg zu müssen. Allerdings schon das Bedürfnis, mal was Anderes zu sehen. Beim Reisen kommt bei mir der Appetit beim Essen. Erst keinen Bock loszufahren, aber wenn ich erstmal da bin… Höre ich auf meine innere Stimme, sagt die mir aber auch: In Bonn alle Zelte abzubrechen und deine Wohnung dranzugeben, ist gar nicht mal so eine gute Idee. Ich denke, ich sollte sie erstmal behalten und für die Zeit eventuell untervermieten. Fühlt sich richtiger an.

Bierbrauen und dabei nochmal jung sein. Wir haben in der Küche zu „No good“ getanzt, wir haben im Garten Flunkyball gespielt und wir haben noch allen möglichen anderen Scheiß gemacht. ? Nur das Bier müssten wir eigentlich völlig „verknallt“ (Niederländisch für „versaut“) haben. Die Maische zu heiß gekocht, den Sud umgerührt, obwohl da keine Luft mehr dran sollte, die Frischhefe ein paar Stunden in der Sonne liegen lassen. ?? Bin sehr gespannt, was das für ein Gebräu wird!

Früher hat man wochenlang nach dem richtigen DSL-Anbieter gesucht. Vorhin stand ich da noch 5 Minuten und dachte mir: wirklich schon bestellen?!

Okay, meine Kriterien waren überschaubar: 50 Mbit/s, monatlich kündbar (gibt es nicht so viele), noch halbwegs bezahlbar, NICHT Vodafone!!!1!11

Und weil’s da nur zwei ernst zu nehmende Anbieter gab und weil der eine das bessere Angebot dafür hatte, heißt mein neuer Anbieter nun NetCologne. Bin sehr gespannt, wie gut das klappt, wie die Rückkehr von Kabel zu DSL wird und wie schnell die mich jetzt connecten (haben noch gut 1 Monat Zeit).

Stranger Things Staffel 4 Finale (Minor spoilers ahead): Optisch einiges aufgefahren, tolle Story, Spannung bis zum Ende. Vor allem aber eine 2:20h (!) lange, finale Episode. Nach der kurzen Unterbrechung nach 7 Folgen kamen also nur noch zwei, allerdings episch lange Folgen. Fast so, als hätte Netflix noch einmal richtig mit dem Genre spielen wollen. Der alte Hase hat es immer noch drauf!

Buch: Eins meiner Lieblingskapitel: Die Warnung vor den vermeintlichen Must-Sees. Viel Touristennepp gibt es in Singapur allerdings gar nicht. Kapitel 14 ist jetzt jedenfalls fertig.

Daily sort-out: Heute nur Kleinvieh: Alte Briefumschläge, Umstecker, Ladekabel. Gestern „the final shrank“ zumindest mal etwas entstaubt und sortiert. Das vor anderthalb Jahren mal gekaufte und gelesene Niederländisch-Kinderbuch noch einmal angefangen zu lesen (verstehe jetzt fast alles).

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Glaubenssätze umkehren

Bei einem Daily sort-ort neulich habe ich ein altes Erfolgsjournal von mir wiedergefunden. Ist schon ein paar Jahre her, dass ich da mal eine Zeitlang meinen Tag protokolliert habe, aber habe ich eigentlich als gute Zeit in Erinnerung behalten.

Was ich mir damals nicht genau angeschaut habe, diesmal aber schon, ist die Einleitung. Der Autor rät dazu, sich parallel zum täglichen Protokoll auch über Visionen, Glaubenssätze und Werte Gedanken zu machen.

Aber nicht nur irgendwie, sondern Visionen realistisch-optimistisch und klar zu formulieren, so als hätte man sie schon erreicht. Etwa: „In einem Monat sitze ich auf Sylt am Strand im Urlaub, bin die Ruhe selbst, habe vorher alles Schritt für Schritt abgearbeitet, hatte keinen Stress beim Packen, sondern schon Wochen vorher begonnen, alles in die Hand zu nehmen“.

Und Werte so zu formulieren, dass sie als Maxime greifbar werden. Also nicht einfach „Freiheit“ als Wert, sondern genauer formuliert: „Freiheit ist mir wichtiger als alles andere, sogar als eine Partnerschaft, die mich einengt“.

Und negative Glaubenssätze umzukehren. Vor allem diese Übung hat mir die Augen geöffnet. Gar nicht mal so kompliziertes Muster, aber da muss man erstmal drauf kommen: Glaubenssatz aufschreiben, kurz drüber nachdenken und dann drunter schreiben, was man künftig lieber glauben möchte.

Also statt: „Ich tauge nichts.“
Lieber: „Ich tauge eigentlich schon was. Ich kann zum Beispiel … und habe mir in drei Wochen … beigebracht.“

Also einen negativen Glaubenssatz mit ein wenig Logik und Ehrlichkeit mal eben schnell ins Positive umkehren. Ich glaube, das hat das Potenzial, massive Verbesserungen herbeizuführen. Der Autor, Matthias Hechler, rät dazu, sich eine Weile zu beobachten, immer dann einen Glaubenssatz aufzuschreiben, wenn einem einer auffällt und ihn direkt umzudrehen. So bekommt man sich über die Zeit völlig umprogrammiert. Zum Guten hin natürlich. Cleverer Autor!

Buch: Wenig Zeit heute – deswegen freue ich mich, dass mein Vergangenheits-Ich diesmal gute Vorarbeit geleistet hat und ich mit der Überarbeitung schnell durch war. Kapitel 12 ist fertig:

Daily sort-out: Bis auf das Nocheinmal-Lesen des Erfolgsjournals (s.o.) heute mal ein Tag Pause. Morgen könnte ich dann mit etwas Muße den finalen Schrank (the final shrank, yeah!) angehen und den schonmal etwas vorsortieren. Oder anders formuliert: Ich stelle mir vor, wie ich morgen am frühen Nachmittag da glücklich sitze und den Schrank aufgeräumt und paar Dinge schon aussortiert habe. 🙂

Schönes Wochenende!

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Zeitpaket

Heute Abend hatte ich die Chance, das letzte Play-off-Halbfinalspiel zwischen den Telekom Baskets und Bayern München zu sehen. Felix hätte eine Karte gehabt. Für einen kurzen Moment war die Abendplanung klar. Allerdings sagte Felix dann ab (hatte sich noch nicht freitesten können ?) und ich hätte alleine gehen müssen. Darauf hatte ich keine Lust.

Was macht man mit einem solchen Zeitpaket, einem Abend, der plötzlich frei wird? Ich entschied mich, endlich nochmal mein Buch in Angriff zu nehmen. Und zwar nicht erst dann, auch schon am Morgen für ein Kapitel, heute Nachmittag in der Bahn auf dem Weg nach Köln, wo ich eine Tesla-Probefahrt hatte (s.u.), und auch wieder auf dem Weg zurück. Dann noch einmal am Abend, unterbrochen nur von einem Spaziergang, was zu essen, meiner eigentlichen Arbeit (für die ich heute mal nur das Minimum gemacht habe) und ein paar Blicke auf den Liveticker vom Spiel (die Baskets haben leider verloren 🙁 ).

Ergebnis: 9 Kapitel neu geschrieben oder überarbeitet! Das war’s, jetzt bin ich endgültig über’m Berg. Damit fehlen nur noch 5 Kapitel, von denen ich auf 4 sogar richtig Lust habe. Dann aussortieren, alles noch einmal überarbeiten, Bilder sortieren und hinzufügen, Karten zeichnen, layouten, Korrektur lesen lassen und das ganze bei Amazon einstellen. Ja, ist schon noch viel Arbeit, aber jetzt ist das Schlimmste definitiv geschafft.

Eine Vermutung, eine völlig vage These, die sich kaum jemals beweisen lässt, deswegen formuliere ich sie als Frage und gebe sie an euch weiter:

Je größer eine Stadt, desto schöner die Menschen? Kann das sein? Wenn ja, warum ist das so?

Ein Technikjournalist, der im Jahr 2022 erstmals einen Tesla probefährt. Ja nun…

Ich kann jetzt zumindest verstehen, warum alle™️ darauf abgehen. Autofahren war noch nie so einfach und hat sich so wenig ums Autofahren selbst gedreht. Man braucht eigentlich nur noch das Gaspedal. Bremsen muss man nicht, weil die Rekuperation so hart eingestellt ist, dass der Wagen von selbst bremst, wenn du den Fuß vom Gas nimmst. Der Wagen flitzt davon, wenn du einmal aufs Pedal trittst, und schalten musst/kannst du bei einem Elektroauto bekanntlich auch nicht mehr. Das übertrumpft sogar die feinste Automatik eines Verbrenners. Highlights sind aber eh das riesige Touchdisplay mit den vielen Apps (auch Spotify, Netflix usw.) und der subtile Komfort. Das Auto „weiß“ zum Beispiel, dass du als sein Fahrer jetzt kommst und losfahren willst und auch wann du die Fahrt beendest. Einen Schlüssel brauchst du also nicht (Handy reicht) und du musst auch keine Zündung oder so betätigen, keinen Schlüssel drehen oder eine Ein-Aus-Taste drücken. Das geht alles von selbst. Also das ideale Fortbewegungsmittel für einen Minimalisten und, ja, man kann es schon das „iPhone für Autos“ nennen, der Vergleich passt. Apple kann sich in Sachen Minimalismus und Komfort sogar noch ein paar Scheiben von Tesla abschneiden.

Kaufen werde ich mir trotzdem keinen.

Wenn man erst einmal Pläne für eine Weltreise geschmiedet hat, gerät alles ein Stück weit in den Hintergrund. Wo ich unter anderem auch noch hin möchte:

  • Neufundland
  • Azoren
  • Polynesien
  • Noch irgendwo nach Afrika
  • Griechenland
  • Oman
  • Indien
  • Neuseeland
  • Philippinen
  • Vietnam
  • Indonesien (war ich noch nie so „richtig“, nur Bali, Batam und Bintan)
  • 1x durch die Eifel wandern (jaja!)

Daily sort-out: Alte Fotos in der Küche. Die neuen passen leider nicht, damn it. Wer hat denn da die falschen Maße bestellt? ?

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Indestructable?

Mein chinesisches Horoskop hat mir für 2022 eigentlich keine gute Gesundheit vorausgesagt, dafür aber ein gutes Dating-Klima. Sagen wir, es kam bisher eher anders herum. Ich werde mich ganz sicher nicht über meine derzeit exzellente Gesundheit beschweren, noch wollen, dass daran etwas endet. Ich klopfe dreimal auf Holz.

Aber bisher habe ich keinen Anflug von Corona, auch wenn ich schon mehrmals morgens dachte: jetzt hat es dich auch erwischt. Nicky kam mit Kratzen im Hals von Rock am Ring zurück. Ich war gestern was platt und dann eine Stunde joggen, heute 2 Stunden beim TT. So fit habe ich mich im Übrigen seit Jahren nicht gefühlt. Neulich lief ich die 10km in 50 Minuten (vor ein paar Monaten noch: 60 Minuten). Im Tischtennis spiele ich offensiver und kraftvoller als noch vor ein paar Monaten. Es geht mir gut. Ich ernähre mich leider immer noch nicht besonders gesund, ich nehme nur Nahrungsergänzungsmittel statt vitaminreichem Essen und treibe halt viel Sport.

Rund um mich herum bekommen die Leute nach und nach Corona. Ich bin seit einiger Zeit nicht mehr sonderlich vorsichtig damit und bin bisher ohne Erkrankung davongekommen. Ob es mir geholfen hat, auf dem Festival auf Dixie-Klos – hauptsächlich gegen den Gestank – immer eine FFP2-Maske zu tragen? Ich weiß es nicht. Ich finde nur, so kann es gerne weitergehen. 🙂

Daily sort-out: Alte Island-Fotos, ausgedruckte. Fiel mir erstaunlich leicht, sie ins Altpapier zu geben (gehören sie da eigentlich hin?).