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Möh

Ich komme mit Introvertierten nicht gut klar

Ich befasse mich derzeit wieder verstärkt mit dem Thema extrovertiert/introvertiert. Darüber, dass ich selbst das Paradebeispiel eines Introvertierten bin, schrieb ich bereits. Bei der Gelegenheit habe ich noch einmal nachgedacht, wer von den Menschen, die ich kenne oder die mir mal über den Weg gelaufen sind, wohl auch ähnlich gestrickt sein könnten. Und jetzt kommt der „Witz“: Ich selbst bin eigentlich auch gar nicht sooo heiß auf andere Introvertierte – zumindest wenn man es auf ihre/unsere eher schlechteren Eigenschaften herunterbricht. Gehen wir das mal durch. Besonders introvertierte Menschen…

  • Integrieren sich nicht [weil sie gelernt haben, dass sich Anpassen nur noch unglücklicher macht]
  • Wirken oft mies gelaunt [weil sie schnell überfordert sind]
  • Gehen nicht gerne auf Partys oder generell aus [weil sie von großen Menschenmassen schnell überfordert sind]
  • Sagen eher selten, wie sie sich fühlen [weil sie erst Vertrauen zu einer anderen Person aufbauen müssen]
  • Erzählen allgemein eher wenig von sich aus [weil sie sich und das, was sie erleben, oft gar nicht für sooo wichtig halten oder sie gelernt haben, daran gar nicht interessiert sind]
  • Müssen meist erst angesprochen werden [neue Kontakte aufzubauen, fällt ihnen schwer]
  • Man weiß nie, woran man bei ihnen ist [sie neigen zu weniger Körpersprache und reagieren aus Überforderung heraus manchmal einsilbig]
  • Sie reden nicht viel in Meetings [weil sie über Dinge lieber ein wenig nachdenken statt sie sofort rauszuposaunen, sie nicht selten von besonders Extrovertierten untergebuttert werden und sie Meetings oder gar Brainstormings generell nicht sonderlich mögen].
  • Sie kosten Energie, denn der Gesprächspartner/ die Gesprächspartnerin muss sich um sie bemühen [da ihnen Zuhören leichter fällt als Reden].
  • Von daher benötigen sie auch sehr viel Verständnis.
  • Sie lassen sich lieber einladen als dass sie selbst jemanden einladen [das Zuhause ist der sichere Rückzugsort, da kommen nur Leute rein, die als „safe“ deklariert wurden und Verständnis dafür haben, wenn man sie irgendwann wieder wegschickt].
  • Sie ziehen sich manchmal einfach zurück, ohne dass man genau wüsste warum [um ihre Batterien wieder aufzuladen, meist hat sie irgendwas oder irgendwer überfordert]
  • Oft sieht man sie tagelang nicht [weil sie der Job, Beziehungen oder sonst etwas überfordern und sie dann jetzt nicht auch noch andere Leute treffen können, die wieder Energie kosten]
  • Sie sagen oft aus fadenscheinigen Gründen ab [s.o. weil ihre Batterien einfach leer sind und sie jetzt nicht auch noch Menschenmassen um sich herum haben können].

Das alles beschreibt den „Extremfall“ eines/r Introvertierten. Wenn ihr so wollt, habe ich hier auch gerade meine eigenen schlechten Eigenschaften aufgelistet. Nicht jede/r Intovertierte ist derart veranlagt, und es gibt viele Misch- und Zwischenformen zwischen Intro- und Extraversion. Und ich kenne auch mindestens einen Introvertierten, der reden kann wie ein Wasserfall (allerdings ohne dabei anderen auf die Nerven zu gehen, darauf gibt er Acht).

Aber schaue ich mir die Liste der negativen Eigenschaften an, denke ich mir: Puh! Wenn da jetzt so jemand um die Ecke käme, hätte ich eigentlich auch gar nicht so viel Bock darauf, mich mit dem lange zu befassen. Was hätte ich denn davon?

Und das ist eben auch das Dilemma von Introvertierten. Sie wissen um ihre schlechten Eigenschaften, wissen auch, dass das alles für Andere gar nicht mal so spannend ist, können aber nicht raus aus ihrer Haut und Sozialkontakte brauchen sie halt eben doch.

Die meisten meiner Freunde und Bekannten würde ich als „so mittig“ beschreiben. Sie sind anderen Menschen eher zugewandt, sie haben da auch offensichtlich mehr Spaß dran (sonst würden sie mich nicht treffen wollen), sie können meist besser reden als ich (was mir lieb ist, dann muss ich nicht so viel erzählen), sie können aber auch zuhören. Das ist mir besonders wichtig. Wer das nicht kann, den werde ich niemals zu Hause einladen.

Neulich hatte ich mal beruflich mit einem extrem Extrovertierten zu tun und, nun ja, es kam, wie es kommen musste. Wir haben uns eine Weile zur Zusammenarbeit zusammengerauft, aber dann knallte es irgendwann. Trotzdem mochte ich ihn irgendwo. Er war ne echte Type. Hätte ich mit einem Introvertierten zusammenarbeiten müssen – würden wir das wahrscheinlich noch heute. Aber es wäre wahrscheinlich weniger interessant geworden.

Ich finde das alles faszinierend.

Und in der nächsten Woche reden wir mal über die guten Eigenschaften von Introvertierten. Die gibt es nämlich auch.

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Yeah

Alle Bilder aussortiert

Das heute waren die letzten. Und ich kann daher mit Stolz vermelden: Ich bin offiziell fertig, ich habe alle Bilder, die ich jemals geschossen habe, fertig aussortiert. In Zahlen ausgedrückt:

  • Ausgangsmaterial: Über 100.000 Fotos und Videos
  • Jetzt reduziert auf etwa 6.500
  • Davon 6.100 erinnerungswürdig, aus Urlauben etc.
  • Und 400, die ich als druckfähig eingestuft habe
  • davon 60, die ich nun wirklich ausdrucken und in meiner Wohnung aufhängen möchte
  • Weitere 60 (unter den 400), die ich erst noch bearbeiten müsste, bevor ich sie eventuell auch ausdrucken kann.
  • Das Ganze hat mich alles in allem rund 6 Monate auf Trab gehalten.

War es das wert? Auf jeden Fall! Nicht nur, weil ich jetzt viele schöne Bilder habe, mit der ich meine Wohnung dekorieren kann. Das Ganze hat auch mich verändert, mir viele, viele Ereignisse in Erinnerung gerufen und mich einiges vor allem über mich selbst erkennen lassen. Wird mir helfen, mit der Vergangenheit abzuschließen und ein besserer Mensch zu werden. Und wenn sich’s alleine dafür gelohnt hat…

Komm, zeig wenigstens ein Bild aus deiner Endauswahl! Na gut, eins…

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Hm

Wandern vs. Radfahren

Radfahren und Wandern taugen beide wunderbar gegen Bewegungsmangel. Laufen kommt wegen Kniebeschwerden bei mir aktuell nicht in Frage, also ist Radfahren mein bevorzugter Ausdauersport geworden. 5 Tage lang habe ich jetzt mal eine Radikaldiät ausprobiert: Nur 1 Mahlzeit am Tag (+ 2 Milchkaffee) und jeden Tag ca. 1h Radfahren, pro Tour jeweils mindestens 3x den Venusberg rauf. Es ist zu früh für eine Bewertung, aber ich glaube, dass das durchaus auch gut für die Fettverbrennung ist. Nur täglich lässt sich das nicht aushalten. Ich habe heute mal eine Pause davon gebraucht und ganze 2 Mahlzeiten gegessen. In den nächsten Wochen möchte ich solche Phasen trotzdem immer mal wieder einschieben.

Was ich aber eigentlich sagen will: So gerne ich auch Rad fahre, es hat einen anderen Effekt auf mich als Wandern. Echte Entspannung setzt für mich beim Radfahren erst deutlich später ein. Beim Wandern bin ich eigentlich schon nach einer halben Stunde in einer völlig anderen Welt. Das dauert beim Radfahren länger, durchaus ein paar Tage. Das eine ist also kein Ersatz für das andere und ich muss unbedingt mal wieder wandern. Ob nachts oder tags, eigentlich egal. Wegen des heißen Wetters, würde ich nachts sogar derzeit weiter befürworten.

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich auf meinem Balkon in kurzen Klamotten. Die große Hitze des Tages ist vorbei, es weht ein laues Lüftchen, ich schwitze keinen Tropfen. Es ist das ideale Wetter für mich.

Für später notiert: laut Wetter Online, Apple (The Weather Channel) und Google (Weather.com) haben wir: Temperatur: 24 Grad Celsius, gefühlte Temperatur: ebenfalls 24 Grad C, Luftfeuchtigkeit: 59%, Windgeschwindigkeit: 8 km/h, Luftdruck: 1014 hPa, UV-Index: 0, sternenklarer Himmel, keine Sonne, weil Nacht. So bitte gerne öfter!

50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, oder gut 40 Millionen Menschen, sind jetzt mindestens 1x gegen Covid-19 geimpft, und das hat beinahe 6 Monate gedauert. Man hat nicht den Eindruck, dass sich die Quote in den letzten Wochen enorm beschleunigt hätte. Dazu fehlte und fehlt einfach der Impfstoff und die Organisation verläuft nach wie vor chaotisch. Trotzdem hält die Bundesregierung an dem Plan fest, jedem Erwachsenen bis Ende Juli, also in 6 Wochen, ein Impfangebot machen zu wollen.

Impfangebote, zumindest über Haus- und Fachärzte, sind meist auf die gleiche Woche beschränkt, in der Praxen ein paar Tropfen Impfstoff bekommen. Wir können also großzügigerweise die erste Augustwoche noch in die Rechnung mit rein nehmen, also 7 Wochen ab heute.

Mal grob überschlagen: Zieht man von den noch zu impfenden 40 Millionen Menschen der deutschen Bevölkerung die Minderjährigen ab, etwa 15 Millionen, die aber auch schon teilweise geimpft werden, sollen in den nächsten Wochen also 25 Millionen noch verbleibende Erwachsene neu geimpft werden, zusätzlich zu den Zweitimpfungen, die noch anstehen.

Das glaubt ihr ja wohl selber nicht, dass das klappt.

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Right

Eigentlich habe ich gar nichts gegen Smalltalk

Er muss nur von Herzen kommen.

Heute Abend war ich mit dem Vässla Bike in der Bonner City unterwegs, das ich gerade teste. Feines Ding, das lässt sich jetzt schon sagen:

Um ein Foto für meinen kommenden Testbericht zu machen, habe ich dann tatsächlich direkt an der Rheinpromenade gehalten, wohl wissend, dass das für Aufmerksamkeit sorgen würde. Aber das war mir heute mal egal. Vielleicht wollte ich das sogar mal ein wenig.

Früher habe ich mich bei sowas immer gerne versteckt aus einer latenten Angst heraus… Ich habe neulich mal versucht zu erörtern, was da eigentlich hinter steckt. Ich glaube, es ist nur die Angst, in dem Moment nicht schlagfertig zu sein und nichts Adäquates auf eventuelle Bemerkungen antworten zu können. Früher schwang auch immer die Angst mit, da könnte sich einer wegen irgendwas beschweren. Aber da würde ich heute einfach mit meinen zurechtgelegten Floskeln „tatsächlich?“, „ah ja?“ oder „habe ich nicht gewusst“ drauf reagieren.

Heute Abend dauerte es denn auch nicht lange, bis ein älterer Mann auf mich zu kam, und wir ein wenig über das Bike quatschten und darüber, dass E-Scooter eigentlich gar nicht so schlecht seien und die Leute bescheuert, die die Dinger einfach im nächsten Gewässer entsorgen würden.

Als der Mann kurz danach gegangen war und ich zur Rückfahrt aufbrechen wollte, kam noch eine Frau auf mich zu. Ich dachte erst, sie interessiere sich auch für das Bike, aber ihr ging es eher um den alten Mann, mit dem ich davor gesprochen hatte. Der würde seit 5 Tagen bei ihnen im Hof auf der Parkbank schlafen, auch in der prallen Sonne. Welchen Eindruck er auf mich gemacht hätte.

Wir redeten noch ein bisschen. Stellte sich heraus, dass sie sich nur Sorgen um ihn machte und ihm auch schon etwas zu trinken raus gestellt hatte. Ich sagte, der wäre mir sehr entspannt und gelassen vorgekommen. Sie wollte das mal weiter beobachten. Ich dankte ihr dafür, dass sie sich für den Mann interessierte und mich danach gefragt hatte.

Zwei nette Gespräche innerhalb von 5 Minuten. Also nicht viel mehr als Smalltalk, der aber jeweils von Herzen kam. Das mag ich, dann mag ich Menschen sogar. ? Und wenn sie nett sind und mich nicht irgendwie anstrengen, könnte ich das auch noch viel länger.

Würde ich gerne öfters probieren.

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Hm

Gelassener werden

Ich hadere noch etwas mit dem Älterwerden. Dabei hat das mehr gute Seiten, als ich gemeinhin wahrhaben will. Du weißt mittlerweile einiges über das Leben und den Beruf, kannst besser organisieren und dein Wissen weitergeben. Du müsstest es nur auch tun. Ich habe das Gefühl, ich mache noch zu viel Kleinkram selbst, organisiere zu wenig. Das möchte ich ändern, auch, weil ich da schon einmal weiter war.

Zum „Altern in Würde“ gehört aber auch eine gewisse Gelassenheit, die mir noch abgeht. Heute beim mittlerweile täglichen Ausdauertraining kraxelte ich mit dem Rad den Ippendorfer Berg hoch und überholte dabei eine andere Radfahrerin. Weil hinter mir auch noch Autos zum Überholmanöver ansetzten, schnitt ich die Dame wohl etwas zu knapp, worauf sie mir hinterher brüllte:

„WIE WÄR’S VIELLEICHT MAL MIT KLINGELN?!“

Ich brüllte zurück:

„WAS! WIESO?“

„NA, UM MICH VIELLEICHT MAL ZU WARNEN.“

„MUSS ICH NICHT.“

Und noch jeweils zwei gereizte Bemerkungen in die jeweils andere Richtung.

Lächerlich eigentlich, es tat mir auch schon eine Minute später leid. Auf der einen Seite bin ich froh. Früher als völlig verschüchterter junger Mann hätte ich wohl gar kein Wort raus gebracht und wäre verschämt eingeknickt. Heute ist mein erster Impuls immerhin mich zu wehren. Darüber bin ich eigentlich froh.

Es kommt mir nur so übertrieben vor. Besonders weise oder auch professionell ist das nicht. Gelassener wäre gewesen, einfach weiter zu fahren, sich maximal noch einmal verwundert umzuschauen und sonst nicht weiter darauf zu reagieren. Ein klassisches Nachvorneschauen statt all zu lange oder überhaupt zurückzublicken. Ich würde mir wünschen, dass das künftig mein erster Impuls wird. Bei solchen Situationen genau wie auch im Berufsleben und bei allem, was sonst noch so passiert. Vielleicht klappt das ja eher im Alter.

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Yeah

Nighthiking

Mir fehlt das Wandern. Und immer wenn ich zuletzt nachts spazieren war, dachte ich: Hey, das macht eigentlich auch Spaß und bietet ganz andere Perspektiven (oder eben gar keine, was Landschaft anbelangt).

Es gibt nur eine logische Lösung dafür: mal nachts wandern gehen, Nighthiking. Vielleicht dann doch hauptsächlich auf Asphalt statt auf Waldboden. Und vielleicht muss ich mir dafür dann doch mal eine dieser „neumodischen“ Stirn- und/oder Grubenlampen organisieren. Und vielleicht erstmal auf einer bekannten Strecke laufen.

Ich glaube, im Wald hätte ich auch Angst…

Vielleicht gerade deswegen da mal reingehen.

Mal sehen, wann sich das starten lässt. Kommt jemand mit?

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Right

Be Good to Your Future Self!

Heute nur kurz. Es ist Sommer, es ist EM, ich fahre viel Rad im Moment und war heute mal wieder ein wenig Stand-up-Paddlen. Das Leben kann auch in Corona-Zeiten manchmal schön sein.

Derzeit habe ich etwas Schwierigkeiten, das richtige Maß für etwas zu Essen zu finden. Es gibt Tage, da komme ich mit 1 Mahlzeit am Tag aus. Meistens sind es aber 2, weil ich zusätzlich weiterhin intervallfaste (16:8) und ich manchmal wirklich Schwierigkeiten habe, zwei Mahlzeiten in diesen 8 Stunden unterzubringen. So viel Hunger habe ich oft schlicht gar nicht mehr…

Der Körper ist inzwischen auf deutlich weniger eingestellt und manchmal wären 10 Stunden Essenszeit besser. Weiß ich, dass ich es wahrscheinlich bei 1 Mahlzeit am Tag belasse, haue ich bei der dann meistens richtig rein. Was dann natürlich blöd ist, denn so speichert der Körper die überschüssige Energie. Und die kann ich mittlerweile quasi in Skalen am Bauchfett ablesen. Cleverer wäre es, auch in der 1 Mahlzeit normal zu essen und es nicht zu übertreiben. Denn das rächt sich später.

Genauso wie es sich rächt, das 1 Bier mehr doch noch zu trinken, die leidige Aufgabe auf der Arbeit auf nächste Woche zu verschieben, heute keinen Sport zu machen, nicht zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen oder doch eben erst morgen Milch für den Kaffee zu kaufen, auch wenn dann am nächsten Morgen der Kaffee schwarz bleibt. Ausbaden musst du es selbst am nächsten Tag, der nächsten Woche oder ein paar Jahre später.

Ich bereue nichts™️. Aber ja, es wäre schon cleverer gewesen, wenn mein 20-jähriges Ich von Anfang weiter Sport gemacht und ein wenig auf seine Ernährung geachtet hätte. Genau wie mein 43-jähriges Ich vor einer Woche, der die zwei Scheiben Toast mehr dann doch noch gegessen hat, weil’s so lecker war. My point being?

Be good to your future self! Zumindest hin und wieder mal. Geh lieber vorher einen Schritt weiter als einen zu wenig, erledige Dinge sofort und lade keinen Müll auf dem ab, der das dann ein paar Tage später in Form von Sport wegräumen darf. Denn so viel weiß ich inzwischen: Es kann genug dazwischen kommen, warum der Sport doch nicht stattfinden kann (Termine, Verletzung, Wetter, Unlust, Fahrrad kaputt…). Besser, wenn du ihn gar nicht nötig hast.

Das alles nur als kleine Notiz an mein Zukunfts-Ich.

I’m sold!!! ???

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Möh

Mach doch, was du willst

Ich gehe ja selbst selten mal vor 0100 Uhr nachts schlafen, mein Biorhythmus ist halt ein anderer. Gestern war ich eh mit allem ein bisschen später dran (Arbeit, Essen…). Also ging’s wieder gegen 0100 in die Kiste.

Um die Zeit noch auf dem Frankbadplatz vor meiner Tür:

  • Leute (sie klangen was jünger) am Basketball spielen
  • während andere sie laut anfeuern
  • sich im Minutentakt gegenseitig laut Dinge zurufen, über den ganzen Platz hinweg
  • mit lauter Technomusik nebenan.
  • klirrenden Flaschen

Schlafen also wieder nur mit Ohropax.

Und das war noch einer der ruhigeren Abende der letzten Zeit.

Ich habe mir fest vorgenommen, nie einer dieser Spießertypen zu werden, die nachts das Ordnungsamt rufen, weil es zu laut ist. Aber den ganzen Sommer lang jetzt jeden Abend keinen Schlaf zu kriegen, weil irgendwelche Leute sich einen Scheißdreck um andere scheren? Auch keine schöne Vorstellung. Da muss ich echt noch mal überlegen…

Ich finde aber eine andere Erkenntnis viel interessanter: Denen passiert nichts. Da kommt keiner und sorgt für Ruhe, und wenn doch, dann sagen sie brav sorry und gehen nach Hause.

Ich selbst bin und war da anders. Vielleicht waren das auch andere Zeiten damals™. Ich habe mich von Haus aus immer ruhig und rücksichtsvoll verhalten, um niemandem auf die Nerven zu gehen, keinen Ärger zu verursachen und auch selbst keinen Ärger zu bekommen. Schlimmste Vorstellung: Die Bullen könnten kommen. Mit anderen Worten: Bloß nicht auffallen.

Ist auch noch gar nicht lange her, dass die Bonner Altstadt nach 2200 Uhr einem Friedhof glich. Da haben nämlich irgendwelche Nachbarn die Cops gerufen und den Frust bekloppterweise an Kneipenwirten ausgelassen. Neulich sprach ich noch mit dem Besitzer vom Nyx hier gegenüber und er erwähnte wie automatisch, dass er immer für Ruhe sorgen würde und der Lärm von woanders käme. Als ob ich das nicht längst wüsste.

Der Punkt ist aber der: Du kriegst immer erstmal einen Warnschuss. Und wenn ich mit ansehe, was sich manche Typen auf dem Frankenbadplatz so alles leisten, dann sehe ich: auch noch einige Warnschüsse mehr als einen. Die Bullen kommen zum deeskalieren. Du musst dir schon einiges ihnen gegenüber erlauben, bevor sie deine Personalien aufnehmen geschweige denn: dich mitnehmen.

Ich bin zu brav, ich war all die Jahre zu brav. Ich werde jetzt nicht hingehen und jeden Abend grölend und marodierend durch die Altstadt ziehen (so wie der „Digger“, der das gestern den ganzen Tag lang gemacht hat). Aber wenn ich das nächste Mal mit netten Leuten um die Häuser ziehe, die Nacht zum Tage mache (okay, kommt in meinem Alter nicht mehr oft vor) und eine gute Zeit habe: dann, wisst ihr was? Dann scheiß ich auch drauf. Dann werde ich so laut sein, wie ich will.

Und nach netten Wohnungen in etwas ruhigeren Gegenden oder zumindest mit Schlafzimmer Richtung Garten werde ich mich trotzdem mal umschauen.

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Right

Nur noch Sommer?

Bei warmen Temperaturen laufe ich meist auf Hochtouren, bin leistungsfähiger, brauche weniger Schlaf, bin allgemein wacher (wobei es eigentlich immer ein Nachmittagstief gibt, das mit einem starken Kaffee bekämpft werden muss) und besser gestimmt. Was die Frage aufwirft: Wie wäre das wohl, wenn man nur noch im Warmen leben würde?

Ein halbes Jahr lang habe ich das mal getestet, ein halbes Praxisjahr in Singapur. Das war schon extrem, weil jeden Tag in etwa die gleiche schwüle Hitze, vor der du dich immer irgendwie schützen musstest. Ich habe praktisch pausenlos geschwitzt. Und bei Übernachtungen unter Klimaanlagen ist die Luft meist doch nicht so gut. Nach dem halben Jahr war ich tatsächlich froh, erstmal keinen Sommer mehr zu haben und im späten Winter wieder in Deutschland aufzuschlagen.

Die dauernde Hitze ist vergleichbar mit einem eiskalten Winter, bei dem du immer vor der Kälte flüchten und die ganze Zeit bei Heizungsluft leben musst. Nur umgekehrt.

Aber ich kam morgens immer verdammt gut aus dem Bett, das weiß ich noch.

Wäre das was für immer? Für euch? Es gibt ja auch Länder mit moderaterer Wärme, sogar in der EU, in der wir Freizügigkeit haben. Ich muss mal überlegen…

Rente…

Mit anderen Worten: Blüm hatte Unrecht. Da ist gar nichts mehr sicher, und das Rentensystem ist krachend gescheitert. Wenn es jetzt schon der letzte Strohhalm ist, Selbstständige dieses Fass ohne Boden finanzieren zu lassen, die ohne Arbeitgeberanteil nichts, aber auch gar nichts davon haben, dann ist nichts anderes als eine Bankrotterklärung.

Download-Ordner aufräumen…

Wo Niederländisch am schönsten ist… 🙂

Hach. 🙂

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Yeah

Life back to (almost) normal

Bonn führt aktuell noch die „Inzidenzliga“ in NRW an. ?? Trotzdem scheint Corona hier mittlerweile fast vorbei. Wenn auch nicht ganz so „vorbei“ wie letzten Sommer. Biergärten haben wieder auf, die Leute tummeln sich draußen, in Geschäften kann man wieder ohne Termin oder Test einkaufen. Man sieht immer weniger Maskenträger im Alltag.

Auch Läden, von denen man es fast nicht mehr geglaubt hatte, haben wieder auf, als wäre nichts gewesen. Hier in meiner Hood etwa das Pawlow, das im Winter und Frühling nicht mal Außerhausverkauf erwogen hatte. Auch das Elefant in der Innenstadt und alle Restaurants auf dem Marktplatz locken wieder mit Außengastro.

Es hängen erste Konzertplakate an den bekannten Stellen, die neu scheinen und ausnahmsweise mal realistisch klingen: Jan Delay etwa am 25.8. in Bonn auf dem Kunstrasen. Das wird, Stand jetzt, tatsächlich stattfinden können.

Ich finde das alles gut, dann anders als im letzten Jahr kapieren die Leute, dass vorerst nur Außengastro geht, dass drinnen weiter Masken sinnvoll sind, dass draußen die Gefahr aber auch wirklich nicht so groß ist. Und diesmal besteht die Chance, dass wir mit dem Impfen bis zum Herbst zumindest so weit sind, dass die meisten Leute gefahrlos wieder reingehen und ihren täglichen Shizzle machen können.

Doch, das könnte gut werden.

Bin ernsthaft am überlegen, für nach der Impfung und so. Ein Niederländisch-Sprachkurs in der Karibik (die haben da noch „Überseegebiet“). Wäre gar nicht mal so furchtbar teuer… ?