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Alright!

Abnehmen ist nichts für Weicheier

Seit Anfang Dezember habe ich auf jeden Fall drei, vielleicht auch schon knapp vier Kilo abgenommen. Das ist eigentlich ein ziemlich sensationelles Ergebnis, gemessen daran, dass gerade Winter ist und auch Weihnachten war. Trotzdem bin ich damit noch unter dem Soll, bin runter von knapp 83 auf jetzt knapp unter 80. Heute morgen zeigte die Waage sogar 78,9 an, aber ich hatte auch 24 Stunden lang nichts gegessen, dafür 4 Stunden Sport gemacht. Bis zu den geplanten 75 kg Ende März ist es trotzdem noch ein verdammt weiter Weg.

Anyway, wie habe ich das geschafft? Eigentlich ist es ganz „einfach“:

  • Motivation. Es läuft die Challenge mit Christian, der schon etwa gleich viel abgenommen hat.
  • Intervallfasten (16:8)
  • Kaum noch Alkohol (seit dem 1. Januar 3 Bier)
  • Deutlich weniger Süßigkeiten
  • Latent gesünderes Essen
  • Zeit verbringen mit Menschen, die selbst nur wenig essen
  • Vielviel Sport, meine größten Fatburner scheinen Radfahren den Berg hinauf und Bodypump im Fitnessstudio zu sein
  • Akzeptieren, dass Gewicht in Wellenbewegungen nachlässt, nicht linear. Realistisch ist etwas wie: heute 80,2, morgen 80,6, übermorgen 80,1. 79,9, 80,5, 80,2, 79,8. So in etwa.

Wenn du jetzt sagst: „What’s the news? Das sind doch alles altbekannte Abnehmtricks, die mache ich doch alle auch und ich nehme trotzdem nicht ab!“

Dann sage ich: Machst du das denn auch dauerhaft und konsequent? Denn das Durchhalten scheint mir das wichtigste zu sein. Und dass schnelle Erfolge nicht zu erwarten sind. Das Ganze dauert und verlangt einiges an Anstrengung. Abnehmen ist nichts für Weicheier.

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Alright!

Bücher

Literaturbuch durchgearbeitet, zu lesende Bücher daraus extrahiert, zwei Gruppen daraus gemacht: Welche, die ich wegen literarischen Stilen lesen sollte, und welche, die auch Vertreter eines besonderen Stils sind und mich obendrein noch interessieren.

Will lesen:

  • Heart of Darkness (Conrad)
  • Huckleberry Finn (Twain)
  • Wie ein Reisender in einer Winternacht (Calvino)
  • Rayuela (Cortazar)
  • Report der Magd (Atwood)
  • Verbrechen und Strafe (Dostojewski)
  • Wem die Stunde schlägt (Hemingway)
  • Auf schmalen Pfaden durchs Hinterland (Basho)
  • Die Räuber (Schiller)
  • Sturmhöhe (Brontë)
  • Zauberberg (Mann)
  • Narziss und Goldmund (Hesse)
  • Was ihr wollt (Shakespeare)
  • 1984 (Orwell)

Sollte lesen:

  • Don Quixote (Cervantes)
  • Odyssee (Homer)
  • Die Wespen (Aristophanes)
  • Wolkenatlas (Mitchell)
  • Candide (Voltaire)
  • Gefährliche Liebschaften (Laclos)
  • Tristram Shandy (Stern)
  • Werther (Goethe)
  • Grasblätter (Whitman)
  • Jane Eyre (Brontë)
  • Moby Dick (Melville)
  • Der zerbrochene Krug (Kleist)
  • David Copperfield (Dickens)
  • Madame Bovary (Flaubert)
  • Fiesta (Hemingway)
  • Früchte des Zorns (Steinbeck)
  • Die rote Tapferkeitsmedaille (Crane)
  • Große Erwartungen (Dickens)
  • Das Erwachen (Chopin)
  • Dulce et Decorum Est (Owen)
  • Ulysses (Joyce)
  • Der große Schlaf (Chandler)
  • Reise ans Ende der Nacht (Celine)
  • Brave New World (Huxley)
  • Mrs. Dalloway (Woolf)
  • Wendekreis des Krebses (Miller)
  • Der Fremde (Camus)
  • Der Nazi und der Friseur (Hilsenrath)
  • Alles zerfällt (Achebe)
  • Blechtrommel (Grass)
  • Wer die Nachtigall stört (Lee)
  • Catch-22 (Heller)
  • Kaltblütig (Capote)
  • Hundert Jahre Einsamkeit (Marquez)
  • Die Stadt und die Hunde (Vargas Llosa)
  • Nachdenken über Christa T. (Wolf)
  • Schlachthof 5 (Vonnegut)
  • Die Geliebte des französischen Leutnants (Fowles)
  • Mitternachtskinder (Rushdie)
  • Menschenkind (Morrison)
  • American Psycho (Ellis)
  • Stadt der Blinden (Saramago)
  • Extrem laut und unglaublich nah (Foer)
  • Glaubst du, es war Liebe (Munro)
  • Wo warst du Robert? (Enzensberger)
  • Elementarteilchen (Houllebecq)
  • Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (Alexander Solschenyzin) (Vorschlag von Christoph)

Das wäre ja eigentlich mal was, zumindest alle Bücher, die ich lesen möchte, in diesem Jahr auch mal wirklich zu lesen + zwei, drei derer, die ich lesen sollte. Ausnahmsweise mache ich aber mal keine Challenge daraus. Davon laufen gerade schon genug.

Würde aber mal versuchen, alle Bücher, die ich lesen möchte, auf Papier zu lesen und gebraucht zu kaufen. Das hätte irgendwie was.

Kennt ihr welche davon, könnt ihr welche davon (oder andere) besonders empfehlen?

*

Heute übrigens nach ein paar Jahren mal wieder ins Fitnessstudio eingetreten. Nimm das, Christian! 💪🏻

War aber anscheinend nicht der einzige. In der Männerumkleide nur noch einzelne Spinde frei, im Funktionsraum jedes Gerät besetzt, ebenso nahezu alle der geschätzt dreißig Stepper. Wirkte ein bisschen wie Metropolis. Sklaven des Systems schuften in Fabriken nicht mehr für die Arbeit, sondern für ein ubiquitäres Schönheitsideal (und ein bisschen auch fürs eigene Wohlbefinden).

Gehe beim nächsten Mal besser zu einer anderen Uhrzeit.

*

Überlegt, Karneval als Olaf Scholz zu gehen. Frisur: identisch, blauer Anzug: vorhanden. Einmal glattrasieren (wie ging das noch?), Augenklappe besorgen. Scholz.

Will man das, ist die Frage.

*

Ramen

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Alright!

Hi 2024!

On a more positive note ist 2023 jetzt auch vorbei und damit abgehakt. Und 2024 kann besser werden. Ziele habe ich einige, gute Vorsätze eigentlich nur einen:

Mich weiter verändern, aber so, wie ich gerne möchte.

Und überhaupt, das eigene Arbeitstempo selbst bestimmen.

You see, Veränderungen müssen sein, auch wenn sie nicht immer Spaß machen. Alle mal aufzeigen, bitte, die älter als 35 sind und Veränderungen lieben! Gut. Und wenn sie dir dann noch aufgezwungen werden?

Natürlich ist die extrinsische Motivation manchmal hilfreich, gerade, wenn man sich nicht mehr bewegt, aber eben auch nicht die beste Form der Incentivierung. Viel schöner, wenn man sich schon verändern muss, ist es Dinge anzugehen, die auch Spaß machen, dich persönlich weiterbringen und die du dann umsetzen kannst, wann du möchtest.

Machen wir’s so!

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Alright!

Der Kampf gegen den Winter

Wintereinbruch in Bonn mit Schnee, 1 Tag später…

Der Winter in diesen Breiten spielt sich vorwiegend innen ab. Das ist gut, es geht auch bei diesem Wetter kaum anders. Es ist kalt, es regnet, es ist möh… Und dann bleibt das bisschen Schnee noch nicht einmal liegen. Ich sagte es schon einmal und ich sage es wieder: Ich mag den Winter hier im Rheinland nicht.

Trotzdem, diesen Winter kämpfe ich bisher eigentlich halbwegs leidlich gegen die jährliche Verstimmung an:

  • Treffe Leute
  • Lese viel
  • Schmiede Pläne
  • Mache es drinnen gemütlich
  • Esse ab und an mal was Gesundes
  • Zwinge mich zum Sport
  • Versuche, bisschen Kultur mitzunehmen

Gestern waren wir zum Beispiel im Theater. Und es war richtig lustig:

Der Titel „Der nackte Wahnsinn“ ist hier Programm. Es handelt von der Generalprobe eines völlig chaotischen Theaterstücks. Die Hauptdarstellerin vergisst den Text, die Grande Dame ist ständig betrunken, gleich zwei Darstellerinnen haben eine Affäre mit dem Regisseur und der schwule Lebemann ist auch in Wahrheit schwul und in seinen Bühnenpartner verliebt – der aber nicht.

So weit, so normal. Das Schöne ist, dass sie dem Zuschauer an dem ganzen Wirrwarr teilhaben lassen. In der zweiten Hälfte dreht die Bühne sogar noch und wir sehen das ganze Chaos backstage. Ein heilloses Durcheinander, ein irres Gerenne, ein herrlicher Spaß!

Und so verrückt inszeniert, dass man selbst durcheinander kommt. Als nach knapp anderthalb Stunden der Vorhang fiel, wussten wir erst gar nicht: Ist das jetzt schon das Ende oder nur die Pause?

Läuft noch ein paarmal diesen Winter in Godesberg im Schauspielhaus. Can recommend!

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Farbberatung

Heute kam der Farbfächer. Gedeckte Farben…

Helle Töne scheinen es also eher nicht zu sein. Naaa gut…

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Die drei ??? und der Adventskalender

Die drei ??? begleiten mich wieder seit einigen Wochen. Es gibt alle Folgen auf Spotify und irgendwie habe ich hören wollen, was aus ihnen geworden ist. Und jetzt komme ich nicht mehr so richtig davon los.

Wäre da nicht… dieses Schema F. Eine Folge muss nach einer bestimmten Zeit fertig sein. Wenn es sich nicht schnell genug entwirrt, hat irgendwie doch einer vorab noch die Bullen gerufen und die kommen dann und nehmen alle fest. Dann wird gelacht.

Das wäre doch eigentlich viel schöner, sie hätten mal Zeit, eine Geschichte „horizontal“ zu erzählen, dachte ich. Sprich: eine Serienstaffel draus zu machen. Und siehe da: Haben sie! Und zwar nicht zum ersten Mal.

Bild: Europa

Aktuell gibt es brandneu den drei ??? Adventskalender „Böser die Glocken nie klingen“, und hier haben die Jungs ganze 24 Folgen Zeit, einen Fall zu lösen. Und das klappt gut. Du könntest dir das wirklich als Adventskalender anhören, also jeden Tag nur eine Folge. Oder du hörst alle am Stück. Habe ich gemacht. Und hat Laune gemacht! Solche Specials sollten sie häufiger fahren.

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Letzte Bücher auslesen

Heute gemerkt: Wow! Ich habe von allen Büchern, die ich jemals besaß, wirklich nur noch vier recht dünne übrig, die ich noch ein letztes Mal lesen und dann entweder behalten oder weggeben möchte. Dann hätte ich meine Bücher fertig minimiert und würde nur noch solche behalten, die mir wirklich etwas bedeuten und joy sparken. Das Ende ist in Sicht. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr noch. Wenn nicht – auch nicht schlimm.

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Xiaomi HyperOS

Macht einen verdammt guten ersten Eindruck!

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Also, wenn mir an einer Powerbank eins wichtig ist, dann…

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Spiegel Online

Verabschiedet sich nach und nach auch noch vom letzten freien Content oder sogar dem Zugang dorthin. Bin ich gar kein Freund von:

Furiosa

„Mad Max: Fury Road“ ist einer der besten Filme, die ich jemals gesehen habe. Nur kommt ein Prequel davon, „Furiosa“. Und so richtig begeistert bin ich vom Trailer noch nicht. Es sieht mir fast nach einem klassischen zweiten Teil aus. Aber lassen wir uns überraschen.

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Fallout

Und bei der „Fallout“-Serie hoffe ich, dass das a) nicht noch ein Walking-Dead-Abklatsch und b) nicht wieder so eine Gewaltorgie wie „Westworld“ wird. Sonst bin ich raus. Trailer sieht aber gut aus:

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Alright!

Showing up

„80 percent of success is showing up“

Woody Allen

Als Jugendlicher hatte ich keinen großen Plan für die Zukunft, ich lebte ein Stück weit in meiner Traumwelt. Das Umfeld redete mir Träume und Wünsche eher aus, statt mir konkrete Ziele vor Augen zu halten. Mangels besseren Plans tat ich also, was ich immer tat: Ich ging jeden Morgen zur Schule.

In der Schule war ich nicht gut oder beliebt, außer zu der Zeit in der Orientierungsstufe (anderswo: 6. Grundschuljahr), wo ich mal eine Zeitlang so gut war, dass es zum Gymnasium reichte. Dass ich dort keine wirklichen Freunde in der Klasse hatte, motivierte mich eher als alles andere: Ich hatte Angst, ich würde den Faden verlieren, weil mir niemand den verpassten Stoff erklären oder mich seine Hausaufgaben abschreiben lassen würde. Vielleicht deswegen wurde ich in der Schulzeit fast nie krank und war einfach jeden Morgen immer wieder da. Und weil es das Gymnasium war, ging ich eben immer wieder hin, bis ich 20 war. Ich hatte massive Bildungslücken, einige Lehrer hatten mich wegen meiner Faulheit auf dem Kieker. Andere hielten mich für cleverer und gaben mir gute mündliche Noten. Am Ende reichte es, um da durchzukommen. Der Lohn, um jahrelang jeden Morgen einfach wieder da zu sein, war ein mittelmäßiges Abi. Immerhin. 💁🏻‍♂️

Das unterstützt Allens These. Schaust du vorbei und machst du einfach, was getan werden muss, hast du die meisten anderen schon ausgestochen. Du nimmst immer etwas mit, du hinterlässt auch irgendwo einen positiven Eindruck (oder zumindest keinen so negativen wie der Mitschüler, der immer fehlt).

In der Arbeitswelt scheint es mir ähnlich zu sein: Einfach jeden Morgen wieder dazustehen und sein Ding zu machen, ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, sondern in vielen Unternehmen die Ausnahme.

Es ist keinesfalls immer Exzellenz gefordert. Ich glaube, das meiste erreicht man mit:

  • Jeden Morgen wieder erscheinen.
  • Sich auf das Wichtigste konzentrieren, Unwichtiges möglichst weglassen.
  • Die Arbeit machen, für die man dich engagiert hat.
  • Wenigstens 1 Stunde am Tag konzentriert und ohne Ablenkung die wichtigste Hauptarbeit verrichten.
  • Den Entscheidern hin und wieder mal eine kreative Idee präsentieren.
  • Viel spazierengehen.

Reicht. 🤷🏻‍♂️

*

Jeder vor seiner eigenen Tür

Geholfen, bei einem älteren Mann die Wohnung zu putzen, der gerade im Krankenhaus liegt und von dem man noch nicht weiß, ob er das selbst noch mal wieder können wird. Man hatte mich vorgewarnt, und in meinem Kopf entstanden Bilder schlimmster Szenarien: Dass da ein Messi wohnt, ein Hoarder oder beides oder dass die Kakerlaken da schon Samba tanzen.

Am Ende war es überhaupt nicht so schlimm. Die Wohnung war aufgeräumt und insgesamt in einem guten Zustand. Der Gute hatte allerdings einige Putschikanen wie das Klo, die Dusche, den Herd oder den Kühlschrank seit längerem nicht mehr sauber gemacht. Trotzdem: Zu zweit hatten wir nach drei Stunden emsigen Putzens, Saugens und Wischens den gröbsten Dreck beseitigt.

Beim Putzen kam mir der Gedanke, wie sehr man sich eigentlich an „seinen eigenen“ Schmutz gewöhnt. Wenn ich auf meinem Herd zum Beispiel Nasi Goreng mache (also gebratenen Reis, eins meiner Leibgerichte) fliegen die Fetzen, sprich: die Reiskörner, und nicht immer habe ich die Muße, gleich sofort nach dem Kochen alles wieder wegzuputzen. Auch in meinem Bad gibt es Ecken, bei denen ich beide Augen zudrücke, weil es ja „mein“ Schmutz ist. Aber mal angenommen, jemand käme hierher und müsste meine Wohnung saubermachen… der würde sich an einigen Stellen sicher auch ekeln.

Von daher bin ich dankbar für diese Erkenntnis. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür, und auch bei mir gibt es noch einiges zu tun. Werde ich mal in Angriff nehmen…

*

Siebengebirge im Herbst

Ohne weitere Worte…

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Alright!

Selbstwahrnehmung trifft Fremdwahrnehmung

Ein Kurs mit dem oben genannten Titel habe ich vergangenen Sonntag in der VHS Bonn belegt. Es war spannend!

Wir waren zehn Teilnehmerin:innen. Die Kursleiterin bat uns, zunächst nicht mit den anderen Teilnehmenden zu sprechen. Wir setzen uns im Kreis hin, aber abgewandt, also mit den Stühlen in Richtung Wand oder Fenster gedreht.

Die sonst obligatorische Begrüßungsrunde ließen wir aus, dafür bat uns die Kursleiterin eine:r nach dem anderen für 12 Sekunden aufzustehen, nichts zu sagen und sich wieder zu setzen. Die anderen sollten sich jeweils Notizen zu jeder Person machen. Gleich anschließend sollte jede:r eine Minute lang etwas erzählen, etwa, was er/sie am gleichen Morgen gemacht hatte. Hier gab es schon die ersten Überraschungen, denn viele klangen ganz anders als gedacht.

Es folgten einige Impro-Spiele, um die anderen (und sich selbst) in Aktion zu sehen. So sollten wir etwa über eine Postkarte eine Geschichte erzählen, die wahr oder erfunden ein durfte.

Wir stellten eine Situation in einem Café nach. Person 1 sitzt am Tisch und hat gegenüber den letzten freien Stuhl stehen, Person 2 kommt dazu und bittet, sich dazusetzen zu dürfen, weil es der letzte freie Stuhl sei. Person 1 möchte das aber nicht. Wir sollten beide Personen einmal spielen.

Noch vor dem Mittag bekamen wir eine der anderen Personen zugelost und sollten uns unsere bisherigen Eindrücke über sie auf eine Karte schreiben, die später aufgedeckt würden. Am Nachmittag folgten einige weitere Spiele, nun gab es auch die Möglichkeit, sich in den Pausen ein wenig mit den anderen auszutauschen und sie so nun doch etwas besser kennenzulernen. Am Schluss die große Auflösungsrunde, wo jeder jedem schilderte, was er anfangs über denjenigen dachte und was am Schluss.

Bei mir hatte sich der Eindruck von vier Personen im Laufe des Kurses deutlich geändert. Drei fand ich auf den ersten Blick eher unsympathisch, weil sie teils abweisend guckten oder mich an jemanden aus meiner Vergangenheit erinnerten, die ich nicht mochte. Alle drei revidierten den Eindruck, entpuppten sich nämlich als sehr nett, teils durchaus geistreich und umgänglich. Einer von ihnen allerdings konnte so sympathisch sein, wie er wollte, sein ganzes Auftreten gefiel mir einfach nicht und löste in mir negative Assoziationen aus. Ich glaube ihm, dass er ein netter Kerl ist, aber trotzdem würde ich ihn nicht auf einen Kaffee oder ein Bier treffen wollen (die Frage wurde anfangs wirklich gestellt).

Die vierte Person, eine Frau, war mir beim ersten und zweiten Eindruck sympathisch, relativierte diesen Eindruck allerdings im Laufe des Tages durch ihre Art, weil sie sich in alles einmischte und für mich wenig Geistreiches aus ihr herauskam.

Ziemlich gespannt war ich darauf, was die anderen schließlich über mich sagten:

  • Für die meisten war ich auch das, was sie anfangs erwarteten
  • Mehrere sagten mir, ich würde auf sie seriös und kompetent wirken, elegant und klug und so, als würde ich in mir ruhen
  • Und so, dass ich gut und begeistert erzählen könnte
  • Meine Stimme wäre sehr angenehm
  • Ich wirke freundlich
  • Wahrscheinlich hätte ich aber zu Weilen Schwierigkeiten, meine Gefühle zu zeigen
  • Ich wirke auch ein wenig abweisend
  • Auf einen wirkte ich sogar leicht arrogant.
  • Anfangs hätte ich eine leichte Unsicherheit ausgestrahlt, die hätte ich aber – laut einer Kursteilnehmerin – gut verborgen.
  • Die Dozentin schließlich sagte, sie hätte sich anfangs gewundert, warum ich den Kurs überhaupt mache, ich hätte gewirkt, als wüsste ich schon, wie ich auf andere wirke.

Und was denke ich nun selbst darüber?

Ich war überrascht, als mir mehrere Kursteilnehmer sagten, dass ich seriös wirke und in mir ruhen würde. Ich habe manchmal eher das Gefühl, dass ich unter Dauerstrom stehe. Aber alleine der Gedanke daran sorgte am gleichen Abend noch dafür, dass ich wirklich in mir ruhte. 😅

Alle anderen Dinge kamen für mich weniger überraschend und zeigen mir sogar ein wenig, dass ich offenbar in großen Teilen schon so wirke, wie ich auch denke, dass ich wirke.

Insgesamt war der Kurs aber schon auf Freundlichkeit angelegt. All zu negative Dinge sparten wir aus, und das ist auch gut so. Mit dem gewonnenen Feedback allerdings gehe ich seitdem sehr freudig um, und der ganze Kurs hat definitiv geholfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Woo-ha!

Und ach ja, die Karten vom späten Vormittag, die wir später noch aufdeckten. Ich weiß leider nicht, wer sie geschrieben hat (war anonym), aber, hui, wie nett!

Also wenn ihr mal über einen solchen Kurs stolpert: unbedingt machen! Es lohnt sich!

*

Nahostkonflikt hier, dort und global

Die Welt ist seit ein paar Tagen irgendwie nicht mehr dieselbe. Schlimm genug, was da im Nahen Osten passiert, noch schlimmer, dass es auch hier passiert. Dass wir uns in Deutschland gesagt hatten, wir würden das nie wieder passieren lassen. Und jetzt sind wir mittlerweile so weit, dass sich Juden in Deutschland nicht mehr sicher fühlen.

Weil Juden in Deutschland für das, was gerade in Israel und dem Gaza-Streifen passiert, hierzulande angefeindet werden. (Was bitte können die denn für irgendwas davon?!)

Auch weil Deutsche ein klares Bekenntnis für die Politik Israels vermeiden und das den Juden in Deutschland bei Diskussionen den Rückhalt nimmt. Und hier wird es in der Tat schwierig zu differenzieren, aber genau das muss man in meinen Augen: differenzieren.

Umso schlimmer finde ich es, wenn sich Menschen klar auf die eine oder andere Seite schlagen. Denn auch das geht in meinen Augen kaum. Man kann für die Freiheit Palästinas sein, aber man kann doch keine Terroranschläge wie den der Hamas vom 7. Oktober mit 1.400 größtenteils zivilen Toten gutheißen, mit irgendwas rechtfertigen oder ihn in der Diskussion einfach auslassen. Oder so etwas tun, wie Palästina – frei vom Fluss bis ans Meer – zu wünschen.

Genau das hat jetzt einer meiner Lieblings-Instagrammer getan. 🙄😔 @thetinywisdom, der immer sehr coole Comics gezeichnet hat über selbstunsichere und/oder introvertierte Menschen in der heutigen lauten Leistungsgesellschaft, hat sich heute mit einem Comic mit dem Titel „Watermelon Field“ klar auf die Seite Palästinas geschlagen. Er beschreibt er den Konflikt zwischen Israel und Palästina, wie er ihn sieht, stellt Israel darin klar als Aggressor dar und endet mit den Worten „From the River to the Sea: Palastine will be free“.

Worauf er nicht eingeht: Den Terroranschlag der Hamas, oder: was sein Wunsch eines vom Jordan bis zum Mittelmeer freien Palästina dann für Israel und seine Bewohner bedeuten würde, was bekanntlich genau in diesem Gebiet liegt.

Weil er just heute Abend ein AMA (Ask me Anything) in seinen Stories gepostet hat, habe ich ihn genau das dort gefragt. 💁🏻‍♂️ Ich habe enttäuscht unter seinem Post kommentiert – der sonderbarerweise keine großen Wellen geschlagen hat, trotz seiner 115.000 Follower. Und dann habe ich seinen Beitrag gemeldet, weil ich ihn schlicht nicht in Ordnung fand.

Entfolgen werde ich ihm wohl – leider – auch müssen. Aber erstmal will ich noch seine Antwort abwarten.

Und dann habe ich gestern, am 9. November, am Mahnmal unten am Rhein eine Kerze angezündet. 💁🏻‍♂️ 85 Jahre nach der Reichsprogromnacht – die die meisten offenbar vergessen haben. Ich war nicht alleine dort, immerhin, aber besonders viele Kerzen brannten dort leider nicht.

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Alright!

1 Stunde

Mir heute erst mal wieder aufgefallen, wie sehr ich diese Zeitumstellung im Herbst eigentlich genieße:

  • 1 Stunde geschenkt für jeden
  • Endlich mal ausschlafen und zwar so richtig
  • Am Abend darauf auch super einschlafen, weil man dann eher müde ist, weil es ja „eigentlich schon später“ ist.

Ich hab den Tag der Zeitumstellung tatsächlich herbeigesehnt, weil ich seit Wochen irgendwie ein Schlafdefizit mit mir rumschleppe und das jetzt endlich mal kuriert werden könnte.

Ja, die Zeitumstellung an sich nervt eigentlich. Man weiß nie, in welche Richtung sie geht, zahlreiche, gerade öffentliche Uhren gehen danach tagelang falsch oder weniger intelligente Uhren (wie bei mir am Backofen oder im Auto) müssen dann doch von Hand umgestellt werden. Und klar, im Frühling klaut man uns dann wieder eine Stunde.

Aber um die Stunde jetzt bin ich mega dankbar.

A propos 1 Stunde. Wochenlang mit dem Schlafdefizit, mit dem Herbst und auch so einigen anderen Wehwehchen kämpfend habe ich mich auf der Arbeit zuletzt nur so durchgeschleppt. Bis ich irgendwann gemerkt habe: So geht das nicht mehr, du kommst zu nichts, wenn du dir nicht wenigstens 1 Stunde am Tag für die Kernarbeit wirklich reservierst.

Kernarbeit, das ist die Arbeit neben dem Planen, Kommunizieren, Lesen, Fortbilden und Organisieren. Also die Zeit, die bleibt, um die eigentliche Arbeit zu erledigen. Bei mir waren zuletzt einige dringende Testberichte auf der Agenda. Ich habe mich da jetzt zuletzt so organisiert, dass ich in dieser 1 Stunde alles andere ausgeblendet und mich alleine dem Schreiben des jeweiligen Testberichts gewidmet habe.

1 Stunde am Tag klingt wenig, meistens wurden es auch mehr, aber sich alleine mal die Zeit dafür zu nehmen und in dem ganzen Chaos wenigstens mal eine Stunde zu reservieren. Glaubt mir: das ist viel.

Getestet habe ich übrigens unter anderem das Fairphone 5:

The point is: Lerne, eine Stunde schätzen zu lernen. Seit der Zeitumstellung am Samstag fällt mir das deutlich leichter.

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König von Scheißegalien

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An der Ahr

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Schönes Licht heute in Bonn

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Fatboy Slim: Build it up, tear it down (1997)

Aus irgendeinem Grund wiederentdeckt. Kann ich wunderbar bei arbeiten.

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Alright!

Zeitfüller

Zum ersten Mal sehe ich mittlerweile wirklich Licht am Ende des Tunnels. Ich lese meine letzten Bücher weg, ich organisiere meine Finanzen, gehe alte Erinnerungsstücke durch. Das Final-Minimieren wird schon noch ein paar Monate dauern (und ich weiß, genau das schreibe ich hier immer wieder), aber das Ende ist diesmal wirklich absehbar. Mittlerweile deutet sich sogar an, dass ich am Ende auch mental gestärkt da herauskomme. Es ändert sich gerade viel, und das ist gut so.

Was ich mich angesichts der anstehenden Freiheit neulich mal gefragt habe, ist: Wenn weder materieller noch seelischer Ballast da sein sollten, was wird aus der freigewordenen Energie? Gehe ich neuen Hobbys nach und, wenn ja, welchen? Dinge ausmisten, also Minimieren, ist ja schon auch irgendwo ein Hobby geworden. Auch wenn das wegfällt, dürfte Potential freiwerden. Lese ich dann lieber als jetzt, zeichne ich, sammle ich etwas oder erfreue ich mich am Nichtstun? Jemand hier unter euch, der in der Lebensmitte noch ein völlig neues Hobby für sich entdeckt hat?

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Zum Sport verdammt

Zum x-ten Male habe ich mir gerade mal wieder den Nacken verzogen. Ärzte, Physios, meine Ex (Ergotherapeutin), sie alle sagten im Grunde dasselbe: Stärke deine Körpermitte, und das machst du am besten mit entsprechendem Sport: Rückenkurs, Core-Training, Yoga, Pilates, wenn es sein muss.

Ich bin auch schon drauf und dran, mich wieder für ein Fitnessstudio anzumelden, sobald das abgeklungen ist. Es ist nur das erste Mal, dass ich zum Sport wirklich gezwungen bin, weil es aufgrund von Alterserscheinungen nicht mehr anders geht. Oha.

(Na gut, das zweite Mal. Vor ein paar Jahren hatte ich dauerhaft so starke Rückenschmerzen, dass ich irgendwann mit dem Radfahren und allgemein Bewegen, sprich: Spazieren, anfing. Es hat Wunder gewirkt und viele spannende Reisen seitdem begünstigt. Man kann das also durchaus positiv sehen. Ich bewege mich ja auch gerne.)

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Bereit sein

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Mit dem iPhone 15 Pro Fotos machen

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Alright!

270 km

Ja, wahrscheinlich bin ich wahnsinnig. Aber ich hab auch nichts Besseres zu tun derzeit. ??‍♂️ Erkenntnisse daraus:

  • Es ist möglich.
  • Über die bekannten Grenzen zu gehen, scheint problemlos möglich.
  • Ich hatte Angst davor, diese Grenze zu überschreiten. Warum, weiß ich noch nicht genau.
  • Wo die eigentliche Grenze liegt, habe ich noch nicht herausgefunden.
  • Am Ende hat eher der Kopf schlapp gemacht als der Körper.
  • Ich scheine dabei eine Menge Dinge verarbeitet zu haben.
  • Am nächsten Morgen habe ich so in mir geruht wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
  • Das allerdings hielt nicht lange an.

Könnte sich lohnen, das auch noch für weitere Bereiche im Leben auszuprobieren oder sogar festzustellen, dass es gar keine Grenzen gibt. ?

*

Wenn ich schlecht drauf bin, es akzeptiere und mich nicht verstelle, sehe ich so aus:

War neulich mal der Fall.

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Alright!

Der Urlaub und die Wut, die Wut, die Wut

Manchmal kommt eins zum anderen. Der Traum von einem neuen Fahrrad, und wie ich heute „Morgen“ nach dem Aufstehen (1300 Uhr!) das Internet nach einem Fahrrad durchgeschaut habe. Meine Nachbarin Jessi und ich lagen gestern noch bis 0400 auf Liegestühlen bei Lagerfeuer im Garten und haben Sternschnuppen beobachtet. Eine Nacht nach dem großen Perseidenregen. ? Aber es gab noch welche! Und vielleicht werden die Wünsche ja wahr.

Beim Suchtreffer „Fahrrad Bonn“ kam eine Werbung von einem Radshop in Süddeutschland und ein Trekking-Rad für 799 statt 1.799. Und es sah gut aus! Kleine Lust auf ein Abenteuer: Deutschlandticket lösen und da einfach hinfahren und das wegshoppen. Aber die Realität, die Realität! Es war schon viel zu spät, um es da vor Ladenschluss noch hinzuschaffen. Das Internet noch einmal durchforstet: Zweirad Feld hier um die Ecke hat das gleiche Rad zwar für 500 Euro mehr, aber showroomen könnte ich es da, und bei Gefallen das Rad in Süddeutschland reservieren und dann morgen noch dahin… ist ja Urlaub.

Deutschlandticket so oder so gelöst und nach Sankt Augustin gefahren. Aber dort steht neben dem Discount-Fahrrad in der Auslage plötzlich noch ein anderes. „Diamant“, ganz in Schwarz, Riemenantrieb, leicht! Unter 15kg – ist selten heutzutage. Reduziert auf 1.000 Euro. Ich bin instantan verliebt. Dass es dann nur 8 Gänge hat und nach der Probefahrt klar ist, dass es selbst im ersten Gang schwierig wird, einen Hügel raufzuklettern… „Sie sind ja noch jung und superfit“, umschmeichelt mich der schon etwas ältere Verkäufer. Na ja, na ja. Aber wenn man einmal verliebt ist, sieht man ja sowieso gerne über mögliche Nachteile hinweg. Ich bin spontan und kaufe das Ding:

Und zumindest die Fahrt zurück nach Bonn nahe der Sieg entlang schnurrt es wie eine Katze und fährt sich fast von selbst. Damit werde ich auch Berge raufkommen, das steht fest. War eigentlich mal jemand in Sankt Augustin-Meindorf? Ist erstaunlich hübsch:

Aber der elendige Kapitalismus: Etwas Neues kaufen, obwohl man noch etwas (beinahe!) voll Funktionsfähiges da stehen hat, das kein Joy mehr sparkt. Macht irgendwie jeder mittlerweile. Geld ausgeben, das wir eigentlich gar nicht mehr haben (na gut, ich eigentlich schon): Willkommen in Amerika…

Ich bin gestresst dieser Tage, auch noch vier Tage nach Urlaubsbeginn. Auf lange Touren habe ich diesmal keine Lust. Aber mal sehen, wo ich damit noch lande. Hab richtig Bock, mit dem Ding zu fahren!

Abends meldet sich Jens (!) per WhatsApp und schlägt mir das neue Funny-van-Dannen-Album vor. Ich hab bisher kaum mehr als die „Basics“ (1996) von ihm gehört. Und das neue – klingt fast genauso. Sind die letzten 25 Jahre bei Funny nicht passiert? Aber gegen Mitte kommen ein paar richtig gute Songs. „Die Wut“ ist der Hammer! Habe ich selbst nicht in mir, wenn, dann Stress – und ein kleines bisschen Resignation. Und du?

Es wird heiß, die nächsten Tage. Heiß und gewittrig. Bestes Wetter für aufs Rad. 🙂