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Lebensplan

Mein Lebensplan war eigentlich mal relativ klar:

  1. Die Frau fürs Leben finden und heiraten
  2. Mit ihr in einem Bungalowhäuschen mit kleinem Garten am Berliner Stadtrand leben, bis wir grau und alt sind, und immer wieder Freunde einladen und bei Lagerfeuer im Garten oder Kaminfeuer im Wohnzimmer abhängen. Einer spielt Gitarre dabei, morgens gibt es Kaffee und lecker Frühstück. Ich habe einen Plattenspieler, meine Frau liest und strickt gerne, wir haben schwere Lehnstühle, eine große Couch, eine Veranda und trotz allem sind wir nicht spießig. ☝?
  3. Eine Katze dabei halten
  4. Ein berühmter Romanautor sein und davon leben

Und zwar auch so ziemlich in der Reihenfolge.

Jetzt, wo ich das hier gerade noch einmal aufliste, wundert mich vor allem, dass der Plan mit Berlin so klar ist. Meine Eltern hatten Freunde in Nikolassee, die wir einige Male besucht haben, als ich Kind war, und da fand ich es ziemlich cool. Cooler zumindest als in Wien, wo meine Eltern auch Freunde hatten. Katzen hatten die in Berlin auch, nur keinen Bungalow…

Na ja, vorhin dachte ich jedenfalls: Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Plan noch Wirklichkeit wird. Ich wohne in Bonn im 3. Stock einer Mietswohnung, wo man humanerweise keine Katzen halten kann, ich habe in meinem Leben noch kein Buch geschrieben, Bungalowhäuschen kosten ein Vermögen, gerade in Berlin, und vom Heiraten bin ich im Moment ungefähr so weit entfernt wie die Erde vom Mars. Aber man fragt sich halt schon: Wenn man in ca. 40 Jahren ins Gras beißt, wozu macht man das dann alles eigentlich? Was ist der Sinn des Lebens, außer: den Lebensplan zu erfüllen, von dem man fühlt, dass er der richtige ist?

Unmöglich ist es derweil freilich nicht… Vielleicht bin ich sogar näher dran, als ich es jemals war. Vielleicht muss ich nur die Reihenfolge ändern. Ich möchte aus Bonn weg, Berlin gefällt mir, und man könnte ja mal die Augen nach Wohnungen aufsperren, auch wenn der Markt gerade schwierig ist. In diesem Jahr werde ich wohl mein erstes Buch veröffentlichen. Es wird kein Roman, aber eine Mischung aus Reiseführer und Reiseabenteuerliteratur, und das ist schon mal eine Steigerung im Vergleich zum Journalismus. Eine Katze kann man sich ja immer holen, fehlt also nur noch die Frau fürs Leben.

Ich weiß nicht, ob das alles was wird, aber man kann ja mal darauf hin arbeiten. Ich werde natürlich ein Gästezimmer im Bungalow einrichten. Kommt vorbei! 🙂

Was ist euer Lebensplan und wie nah seid ihr dran?

Jetzt bin ich beinahe etwas traurig, dass der HSV nicht in die Bundesliga zurückkehrt. So weit kann’s kommen. ?

Best of sort-out. Schottland-Fotos aus meinem Album der Bilder, die ich mal für lohnenswert gehalten habe, sie mir an die Wand zu hängen. Tue ich das immer noch? ?

Im ersten Gang habe ich die Bilder aus dem Verzeichnis schon deutlich reduziert. Mal sehen, was am Ende noch übrig bleibt…

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Im Jetzt

Ich habe alle Fotos aussortiert, die ich jemals gemacht habe. Und vor allem die letzte Charge der Singapur-Bilder war ein ziemlicher Kraftakt, weil da viele Erinnerungen dranhingen. Leb im Jetzt, sagen Lebensratgeber, aber das ist auch immer leichter gesagt als getan. Ich kann nur sagen, dass mir da gerade ein riesiger Brocken von der Seele gefallen ist. Damit jetzt erstmal fertig zu sein, setzt ungeahnte Energien frei.

War ich heute also erstmal 70km radfahren. Die Madbachtalsperre zwischen Rheinbach und Bad Münstereifel ist nicht unbedingt ne Reise wert…

Der Rest der Gegend (Voreifel im Rhein-Sieg-Kreis?) war aber eigentlich ganz hübsch. Sollte man eigentlich eine Stadt verlassen, wenn man die Gegend drumherum noch gar nicht richtig erkundet hat? ?

Übrigens krass, das mal ebenso nebenbei zu erwähnen. 70km! Ich fahre weiterhin mit dem E-Bike aber mittlerweile meistens ohne Motor, heute ganz ohne. Es gab schon ein paar ganz stattliche Steigungen, und ich reiß die mal eben ab, ohne am Ziel sonderlich erschöpft zu sein. Glaube, ich bin tatsächlich gerade fitter, als ich jemals war. Das geht also auch noch im hohen Alter. 🙂

Aber zurück zum Thema: Wie lebt man eigentlich im Jetzt? Ich weiß, dass das gut wäre, weil ständiges Aufräumen der Vergangenheit und Schmieden von Zukunftsplänen nur unglücklich machen. Im Jetzt leben würde bedeuten, auch nicht mehr über jeden Schritt nachzudenken, den man vor den anderen setzt, sich ständig zu hinterfragen, wie man wohl gerade aussieht und auf andere wirkt. Kann man das einfach so abschalten?

Dinge, die ich tue, bei denen ich völlig mit dem Kosmos im Einklang bin und nicht an Zukunft oder Vergangenheit denke:

  • Radreisen – so wie heute
  • Tischtennis spielen mit netten Leuten (außer Wettkämpfe, da sieht es noch etwas anders aus)
  • Wandern/Pilgern
  • Auf dem Balkon liegen und gute Musik hören
  • Einen guten Film im Kino sehen
  • Fotografieren einer Gegend, die ich noch nicht kenne
  • Schreiben, hauptsächlich bloggen

Was bringt euch runter?

Ganz vorbei ist das alles übrigens noch nicht. Jetzt muss ich die für den Singapur-Reiseführer aussortierten 1.400 Fotos noch einmal durchgehen und die 700 druckfähigen Bilder, die ich zur Seite gelegt habe, auch endlich mal ausdrucken und an die Wand hängen. Aber das sind Dinge, die Spaß machen sollten.

Porto. Schön ist es da am Douro ja schon. Da muss ich Nicky (leider?) Recht geben…

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Extrembilderaussortieren

Es muss jetzt mal ein Ende haben. Steter Tropfer hölt zwar auch den Stein. Aber das dauert 100-mal so lange, als wenn du einmal mit dem Presslufthammer zu Werke gehst. Heute habe ich über den Tag verteilt ca. 3.000 Bilder aussortiert. Es fehlen damit nur noch einmal 3.000. Dieses Wochenende möchte ich fertig werden. Und idealerweise auch mit dem Kapitel über Architektur in Singapur, das mich jetzt seit Wochen aufhält.

Als ich damals nach Bonn gezogen bin und ein WG-Zimmer gesucht habe – es war zufällig der 11. September 2001 – war alles neu, spannend, aufregend. Gleich am ersten Tag sah ich drei Männer in ganz weißen Gewändern aus der Straßenbahn aussteigen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Jede Ecke war anders, jede Kneipe wollte man einmal ausprobieren, das Gehirn hat sich die neuen Wege erst erschließen müssen, ich habe mich anfangs immer zwischen Thomas-Mann-Straße und dem Stadthaus verirrt. Es gab diese kultige Sowjetkneipe mit dem Honigbier und dem Keller im Keller, die mir natürlich am meisten gefallen hat. 20 Jahre ist das jetzt alles her.

Heute kenne ich jede Ecke dieser Stadt, bin jeden Winkel schon 200-mal abgeschritten. Es passiert immer mal wieder etwas Neues, klar. Die Tanzschulen machen etwa wieder auf, die Dudes mit der fetten Anlage stehen am Freitagabend jetzt eine Ecke weiter als früher und trinken ihr Bier… Manche Dinge ändern oder bessern sich aber auch nicht. Und das Gehirn bekommt einfach zu wenig neuen Input. Die kultige Sowjetkneipe mit dem Honigbier und dem Keller im Keller gibt es nicht mehr, die Männer in den weißen Gewändern habe ich nie wieder gesehen (und etwas Vergleichbares auch nicht mehr).

Ja, ich glaube, der Standardweg eines Lebens ist, sich für eine Stadt zu entscheiden, irgendwann den/die Partner:in fürs Leben zu finden und die nächsten 20-25 Jahre Kinder großzuziehen. Dann brauchst du so viel neuen Input gar nicht, dann kriegst du den täglich frei Haus geliefert. Für Menschen wie mich, die wohl nicht ganz der Norm entsprechen, bleibt eigentlich nur noch: eine andere, bestenfalls größere oder zumindest lebendigere Stadt – oder mit der Stadt glücklich werden, die man hat. Aber ich sagte es ja bereits und es zeichnet sich immer mehr ab: Mit Bonn bin ich jetzt erst einmal durch. Ich mag die Menschen hier, ich mag den Sommer und den Rhein, und ich komme gerne wieder, spätestens, wenn ich alt bin. Aber die nächsten Jahre sollte es jetzt erst einmal woanders hingehen.

Was ja auch immer irgendwie hilft, wenn man weg will und eigentlich gar nicht weiß, wohin: einfach mal ein bisschen Fernweh erzeugen und aufs Geratewohl ein paar Städte auflisten, in die man eigentlich immer schon mal wollte, aber noch nie war, warum auch immer. Für den Anfang – und ich vermute, meine Auswahl ist etwas anders als deine wäre. Von West nach Ost:

  • Venedig (jaja!)
  • Triest
  • Belgrad
  • Adana
  • Tel Aviv
  • Mekka
  • Teheran
  • Isfahan
  • Samarkand
  • Mumbai
  • Goa
  • Chennai
  • Shanghai
  • Ulanbator
  • Wladiwostok
  • Taipeh
  • Hongkong
  • Saigon
  • Sibu
  • Makassar
  • Darwin
  • Perth
  • Anchorage
  • Fairbanks
  • Vancouver
  • Seattle
  • Portland
  • San Francisco
  • Mexico-Stadt
  • Medellin
  • La Paz
  • Santiago de Chile
  • Buenos Aires
  • Ushuaia
  • Tanger
  • Casablanca
  • Marrakesch
  • Madrid

Und das sind nur Städte, dann gibt es noch Inseln und Ländern, bei denen mir die Städte egal wären. Curacao und Neuseeland zum Beispiel. Was fehlt noch auf meiner Liste?

Das habe ich so noch nie gesehen: Bereits der fünfte Fußballbundesligist hat sich nach der Saison von seinem Trainer getrennt. Bisher:

  • Adi Hütter (Bor. M’gladbach)
  • Florian Kohfeldt (VfL Wolfsburg)
  • Markus Weinzierl (FC Augsburg)
  • Sebastian Hoeneß (TSG Hoffenheim)
  • Marco Rose (Bor. Dortmund)

Und irgendwas sagt mir, dass das noch nicht der Letzte gewesen sein wird. Dazu endet noch das Engagement von Felix Magath bei Hertha BSC, falls die ab kommenden Montag überhaupt noch Bundesligist sind (Relegations-Hinspiel gegen den Hamburger SV 0:1 verloren).

Zumindest im Falle von Hütter und Rose lief das sogar halbwegs zivilisiert ab. Keine Giftpfeile in die eine oder andere Richtung, „gegenseitiges Einvernehmen“, teils sogar Gehaltsverzicht. Einfach die nüchterne Analyse: Wir haben die gesteckten Ziele nicht erreicht, es hat auch nie wirklich gepasst, deswegen trennt man sich jetzt besser. Jeder der fünf Trainer dürfte auch noch einmal anderswo einen gut dotierten Job bekommen.

Ich will nicht sagen, dass das eine Verbesserung ist gegenüber der ansonsten oft üblichen, heißblütigen Demission eines Trainers in Mitten einer laufenden Saison. Aber es wirkt doch ein ganzes Stück professioneller, erwachsener. Vielleicht hat die Pandemie am Profisport doch etwas verändert.

Daily sort-out. Heute noch einmal Singapur, aber wie oben schon erwähnt: Hat ja dann wohl bald ein Ende.

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Festival

Ich war noch nie auf einem Festival, also so richtig einem mit Zelten, im Schlamm rumrobben, drei Tagen nicht duschen, schlafen sowieso nicht und dann völlig verdreckt und entkräftet – aber glücklich – nach Hause zurückkommen. Und mittlerweile fühle ich mich auch zu alt dafür.

Und deswegen machen wir das jetzt. 🙂 Rock am Ring über Pfingsten. Das wird legendär. Und dann kann ich auch offiziell alt werden, dann bin ich damit durch.

Daily sort-out. Ich glaube, das Problem ist tatsächlich teilweise auch, dass ich die letzten Tage in Singapur nur noch unterwegs war und teilweise sehr viele brauchbare Fotos für den Reiseführer geschossen habe, die ich jetzt alle mühsam vorsortieren muss. Ich gebe mal Ende Mai als Ziel aus. Dann sollte ich damit endlich mal durch sein.

Nee, mehr heute nicht. 🙂 Gehe vielleicht einfach mal früh schlafen.

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Argh

Ich muss hier weg

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass noch nie irgendein Mensch in der Situation war, in der ich jetzt bin. 44, Single, nie verheiratet gewesen, keine Kinder, vor Ort irgendwie fehl am Platze, aber auch mit Bedenken, mal eben schnell woanders hinzugehen, da nicht gerade Hansdampf in allen Gassen, eher sogar was menschenscheu, auf jeden Fall introvertiert. Klar, Ängste hat jeder, Veränderung heißt: Ängste überwinden, aus der Komfortzone ausbrechen. Aber ich weiß auch gar nicht, wo ich eigentlich mit mir hin soll. Eine Stadt, in der ich noch nicht alles kenne, in der viel geboten ist und in der man trotzdem leicht Leute kennenlernen kann, in der es noch genug Wohnraum und bezahlbare Mieten gibt, das wär’s. Aber ich glaube mehr und mehr, das hier ist es nicht mehr. Ich muss hier weg. Vielleicht nicht für immer, aber schon mal für eine längere Zeit. Also: wohin…?

Sehr, sehr, sehr geil! Vor allem ist das ein Beispiel dafür, wie eben nicht nur Geld Tore schießt, sondern wie ein eher mittelmäßiges Team alleine mit Bock, Engagement und grenzenlosem Support der Fans ein eigenes Märchen schreiben kann. Bin kein Eintracht-Fan, aber das ist einfach sensationell!

Das ist ja alles sehr interessant, aber was hat das mit mir zu tun? ?

Daily sort-out, Parkview Square, Singapore. Almost cannot believe this was my home base for three months. ?

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Hm

Abnehmen an den falschen Stellen

Neulich habe ich meinen Bart ein wenig gestutzt, mich danach im Spiegel betrachtet und festgestellt: Du hast abgenommen. Dein vermaledeiter Kopf ist schmaler geworden!

So war das verdammt nochmal nicht geplant! Der Bauch soll weg, der Rest kann so bleiben, wie er ist. Nur sieht das mein Körper anscheinend ein wenig anders. Ich habe auch nichts dagegen, im Ganzen ein wenig schmaler zu werden. Ich hatte mal XL, neulich waren mir einzelne Hemden, die ich bestellt hatte, selbst in M noch eine Nummer zu groß. Das fühlt sich dann gut an.

Seit ich aus Singapur wieder da bin und danach erst einmal zugelegt habe (der Stoffwechsel stellt sich um), habe ich wieder 3kg abgenommen. Auch mein Training habe ich ein wenig umgestellt. Ein Sportwissenschaftler, den ich in Singapur kennengelernt hatte, sagte: „geh nach dem Radfahren noch eine Runde laufen, das hat den besten Fettverbrennungseffekt.“ Kann sein, dass mein Bauch auch ein wenig kleiner geworden ist, aber im direkten Vergleich hat der Kopf mehr abgenommen. Verdammt.

Ich muss mal ein wenig halblang machen. War doch alles was viel die letzten Wochen. Weiß noch gar nicht, was ich „einspare“, das Bloggen eigentlich nicht. Ein paar lange Wochenenden wären gut. Oh, kommen da nicht Christi Himmelfahrt und Pfingsten? 🙂

The KLF ist endlich auf Spotify! Woher ich das weiß? Weil jemand unten auf dem Platz die gerade hört. ? Aber in dem Falle freue ich mich darüber. Krass, dass ich ausgerechnet diesen Song von denen am meisten vermisst habe (lange nicht ihr größter Hit, aber ihr rockigster):

Daily sort-out. Könnte mich immer wieder kaputtlachen über Singapurer Bürokratie: 1. fehlt, 2. Ihr Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts wurde (ohne Begründung) abgelehnt. 3. Danke.

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Argh

Ungeduld

Ist eine meiner schlechtesten Eigenschaften und eine, die mir das Leben immer wieder schwer macht. Besonders im Kommunikationsverhalten. Ich bin, glaube ich, ein klassisches Social-Media-Opfer, das auf Antworten von Freunden manchmal minütlich wartet und sich dann wundert, dass einige fünf oder zehn Minuten für eine Antwort brauchen. Spontan bin ich eigentlich nur, wenn es sich für mich lohnt, dafür erwarte ich oft von Anderen, spontan zu sein. Da kommt dann auch immer Neid, Missgunst, teilweise sogar mein latent narzisstischer Charakter zum Vorschein.

Diesen Sommer wollte ich bei mir zu Ende aufräumen, also nicht nur die Wohnung, auch meinen Kopf und meinen Geist. Und dann auch mit schlechten Eigenschaften brechen. Aber wie wird man sowas wie Neid, Ungeduld, Geiz und Gier eigentlich los? Mit Liebe vermutlich. ? Aber wie geht das dann konkret?

Ich hatte mir das etwas leichter vorgestellt mit dem Reiseführer. Zum einen fehlt mir gerade die Zeit und Energie für das Inhaltliche. Vor allem habe ich aber zum Anderen das mit den Bildern unterschätzt. Ich sortiere da mittlerweile seit Monaten, und es wird einfach nicht weniger. Mittlerweile mag ich Singapur weder sehen, noch den Namen überhaupt hören. Das mag ein gutes Zeichen sein, Motto: Es wird nicht gut, ehe du nicht Blut, Schweiß und Tränen vergossen hast. Ich wollte natürlich dennoch, ich wäre schon weiter. Bücherschreiben schüttelt man also auch nicht mal eben aus dem Ärmel. *rumheul*

Auch wenn es natürlich lustig ist, dass in Singapur Raucher nicht nur in klein abgegrenzten Zonen rauchen müssen, sondern bei >30 Grad mittags auch in der prallen Sonne. ?

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Yeah

So macht das Spaß

Heute mal über Fußball. Ja, sicher ist das langweilig, wenn Bayern München zum zehnten (!) Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnt. Die Bundesliga hat dann die Außenwahrnehmung der Betriebssportveranstaltung einer Bananenrepublik. In echten Profiligen wie in England oder Spanien gibt es eine solche Dominanz nicht; ja nicht einmal in Frankreich hat der Scheichklub Paris St. Germain ein derartiges Abo auf die Meisterschaft.

Was diese Liga in der nun endenden Saison aber durchaus hatte, war Drama und Leidenschaft. Und davon so viel, dass man sagen muss: Abschalten und sich nicht mehr für Fußball interessieren, wäre definitiv auch die falsche Entscheidung gewesen. Als Beispiele:

  • Der SC Freiburg, dieser ewige Underdog mit dem engagiertesten aller Trainer, Christian Streich, der plötzlich um die Champions-League-Plätze mitspielt und die am Ende mit Platz 6 nur knapp verpasst…
  • Zuletzt nur noch überholt von Union Berlin. Dieser zweite, zwangsweise bodenständige Klub aus Köpenick, der nun schon zum dritten Mal in Folge seit dem Aufstieg aber auch gar nichts mit dem Abstieg zu tun hat, statt dessen nun sogar Platz 5 erreicht und damit zum zweiten Mal in Folge europäisch spielt.
  • Ganz anders als dieser andere Club aus der Hauptstadt, der eigentlich seit Jahren gerne da wäre, wo der Lokalrivale jetzt ist: Hertha BSC bot in dieser Saison herrlich viel Theater um hohe Ansprüche, hunderte Millionen versenktes Investorengeld, gescheiterte Träume, innere Zäsuren, ernüchternde Realitäten und die ebenso überraschende wie hochinteressante Rückkehr von „Quäl-Opa“ Felix Magath.
  • Der muss nun in der Relegation gegen den HSV ran, der plötzlich seinerseits erstaunlich bodenständig wirkt (ist das die neue Erfolgsformel?) und nach drei vierten Plätzen in Folge nun tatsächlich mal eine Zweitliga-Saison nach einem überraschend nervenstarken Schlussspurt auf Platz 3 abschließt. Zwei Clubs also, die in den letzten Jahren viel Anlass für Schadenfreude boten, nun gegeneinander in zwei Entscheidungsspielen. Das wird Drama pur. Entzückend!
  • Werder Bremen dafür tatsächlich nach nur einem Jahr zweite Liga direkt wieder aufgestiegen. ? Hätte ich mir kaum träumen lassen.
  • Allerorten übrigens, wo die entscheidenden Erfolge gefeiert wurden, Platzstürme (nicht immer ganz ungefährlich) und ganz viel Leidenschaft.
  • So etwa auch bei Frankfurts Husarenstück, der Übernahme des Camp Nou und dem sensationellen Auswärtssieg beim FC Barcelona. Jetzt sogar noch mit der Chance, die Europa League zu gewinnen.
  • Oder Kölns Coup, statt gegen den Abstieg zu spielen, am Ende sorgenfrei Siebter zu werden, augenscheinlich allein geschuldet der Verpflichtung des schnodderigen Fischkopps mit der kultigen Schlappmütze, Steffen Baumgart.
  • So viele Bewiese dafür, dass eben nicht immer nur das schnöde Geld gewinnt, wie Adi Hütters erfolgloses Engagement in Mönchengladbach (vor der Saison für 7,5 Mio. € geholt), Bayerns überraschendes Ausscheiden gegen den „Dorfklub“ Villareal im Viertelfinale der Championsleague oder eben die Er.folge von Freiburg, Köln und Union Berlin in der Liga.

Nee, war schon schön alles. In der Zukunft würde ich mir noch ein bisschen mehr klare Kante wünschen wie einen Boykott der WM in Katar oder eine europäische Gehaltsobergrenze. Aber vielleicht war diese Saison die Wende zum Besseren. Möchte ich wirklich gerne glauben.

Landtagswahl. Grüne rocken NRW – am selben Tag, wie Grün-Weiß Bremen rockt. Und irgendwie geht und ging die Wahl beinahe völlig an mir vorbei diesmal. Ist wie ein spannendes Fußballspiel, für das du ein Ticket hast. Mehr aber eigentlich nicht.

Gut, musikalisch war ich eher für die Niederlande, Norwegen und Moldawien. Aber auch den ukrainischen Beitrag fand ich so gut, dass ich mit der eindeutig politischen Wahl selbstverständlich gut leben kann.

Tolle ESC-Party übrigens bei uns, von der auf jeden Fall alles Gesagte für immer im Raum bleiben muss, weil sonst alle Anwesenden für den Rest ihres Lebens sozial geächtet wären (und mehr sage ich dazu selbstverständlich auch nicht). ?

Adriaan!

Daily sort-out. Ich sehne den Tag herbei, an dem ich keine Bilder mehr aussortieren „muss“. Ja gut, ich habe selbst in der Hand, was ich tue und wann. Aber wenn mein Reiseführer irgendwann mal fertig sein soll, sollten auch die Bilder dafür bereit sein. Wie kann ein Mensch so viele Fotos machen? Ich muss da echt umdenken…

Trotzdem, natürlich und immer noch: hach, Singapur!

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OK

Sex

Ich wollte eigentlich heute über was Anderes schreiben, aber dann musste ich an Sex denken.

Spaß. ? Aber was mir in Unterhaltungen mit anderen Menschen, auch Freunden, immer wieder auffällt, ist, dass das Thema irgendwie immer noch ein Tabu für mich ist. Ich rede nicht gerne darüber. Immer wenn es zur Sprache kommt, mache ich blöde Witze darüber und wechsel dann das Thema. Ich habe es in diesem Absatz, den ich gerade schreibe, nicht einmal mehr namentlich genannt, falls euch das aufgefallen ist…

Ich glaube mittlerweile, dass das sogar kontraproduktiv ist. Etwa, wenn es ums Daten geht. Irgendwann wäre es gut, mal über Sex zu reden. Beim Flirten mal gewisse Zweideutigkeiten anklingen zu lassen und vielleicht sogar mal darüber zu reden, was man eigentlich mag.

Das Buch „Selbstmitgefühl“ von Kristin Neff, das ich gerade lese – ja, auch so ein Tabuthema – rät sogar dazu, sich seiner sexuellen Wünsche einmal bewusst zu werden – und nicht dafür zu verurteilen. Vielleicht sogar mit der/dem jeweiligen Partner:in darüber zu kommunizieren. Finde ich trotzdem schwierig. „Schatz, willst du heute Blümchensex, willst du oben liegen oder mal so richtig durchgenommen werden?“ Redet man jetzt auch nicht so direkt drüber.

Findet ihr, dass ich mehr darüber reden sollte? Wie macht ihr das?

Wo ich gerade vom Buch „Selbstmitgefühl“ sprach: Ich lese sehr viel in letzter Zeit, ich mache es mir sogar schmackhaft, indem ich fast nur noch Ebooks auf dem Smartphone lese. Und wer verbringt nicht gerne Zeit mit seinem Smartphone? Ich lese auch sehr gerne, wenn ich einmal damit angefangen habe. Aber es kostet mich jedes Mal wieder verdammte Überwindung, es zu tun (fast so viel, wie über Sex zu reden ?). Ich vermute das Reptiliengehirn dahinter. Aber so langsam dachte ich, hätte ich das eigentlich mit allem, was ich so tue, überlistet. Es scheint ein ewiger Kampf zu bleiben. Wie macht ihr das?

Die Studenten unten auf dem Platz haben die Klampfe rausgeholt und singen gerade mehrstimmig „Keep on rockin‘ in the free world“ von Neil Young. Wenn schon nachts Krach, dann wenigstens High Qualitäty Ruhestörung. Geht doch.

Wenn mein Downgrade auf ein 400-Euro-Smartphone wenigstens eine gute Sache hat, dann: dass ich damit weniger Fotos mache, weil die Kamera einfach nicht so geil ist. In Singapur mit dem iPhone habe ich es einfach übertrieben. Ich mag nicht mehr weitersortieren…

Januar 2022. Als wir mit den Russen noch Bier getrunken haben…

Spaß. Würde ich jeder Zeit wieder. Miss you, Evgeniy!

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Deutschland im Sommer

… ist eins der schönsten Länder, die ich kenne. Plan deswegen: Mal mit dem Rad durchfahren. Sind ja auch bloß 2.500 Kilometer. ?

Unten auf dem Platz gibt es jetzt nicht mehr nur einen, der die ganze Zeit „HÖÖÖYYY“ brüllt, sondern seit einiger Zeit auch noch einen, der besonders laut, filmreif und dazu noch DEN GANZEN TAG „AHAHAHA“ lacht – was spätestens nach dem 5. Mal nicht mehr lustig ist. Ich habe ihn auch mal live gesehen, als er das gemacht hat. Er hat nicht gelächelt dabei, war alleine und es hat definitiv niemand einen Witz erzählt. Jetzt gerade ist einer da, der seit Stunden mehrmals pro Minute „WOOO-HOOOt“. Dann sind da noch die mit dem Muckentoaster, auf dem den ganzen Abend Techno läuft, und ich glaube, das sind teilweise sogar dieselben.

Aber halt, das ist nicht mehr Leidartikel, sondern ein konstruktives Lösungsblog. Und ich bin mittlerweile so weit, dass ich mir das nicht mehr gefallen lassen will. Denn langsam reicht’s auch mal.

Ein Freund von mir, der etwa in meinem Alter ist (ich sag jetzt nicht wer ;), hat es sich mittlerweile zum Hobby gemacht, Leute anzuzeigen, die ihm komisch kommen. So weit bin ich noch nicht, aber ich kann ihn verstehen. Wozu hat man die „Serviceindustrie“, wenn man nicht hin und wieder mal von ihr Gebrauch macht.

Die Stimmung ist gerade so aufgeheizt, dass die sich gegenseitig an den Kragen gehen. Wenigstens das. ?

Daily sort-out: