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Die Leichtigkeit

Manchmal tut sich eine Tür auf und du musst eigentlich nur noch hindurchgehen. Der Weg ist klar vorgezeichnet, nicht ohne Hürden, natürlich, aber das wäre ja auch langweilig. Sag ja und es wird geschehen und höchstwahrscheinlich gut werden.

Zieh nach Cebu City, heirate dort deine Freundin, mach einen Laden für Solarladegeräte auf, verreise viel, blogge ein bisschen (Junglenotes aus dem „Jungle“, verstehscht), genieß das Leben in der Sonne, statt dich hier in der grauen Kälte mit den Miesepetern herumzuschlagen.

Und was ist mit der Aufenthaltserlaubnis, Armut, Korruption, der unterschiedlichen Mentalität, ansteckenden Krankheiten, schlechter Infrastruktur, der öffentlichen Sicherheit, Todesschwadronen und Naturkatastrophen alle paar Wochen?

I know, I know.

Ich finde nur eins interessant: Die Leichtigkeit, wenn ich daran denke. Seltsamerweise überwiegen dabei nicht Gedanken wie: „Was ist dein Plan B? Was ist, wenn du ausgeraubt wirst? Wer macht dir die Steuer? Wovon willst du im Alter leben? Hast du da auch eine gesetzliche Krankenversicherung, die so wunderwunderwunderbar funktioniert wie in Deutschland?“ Es überwiegen Gedanken wie: „Wie gehe ich das am besten an? Und: Was soll schon schief gehen?“

Warum geht das nicht in Deutschland, obwohl es hier kaum Korruption gibt, nur selten mal eine Naturkatastrophe oder ernstzunehmende ansteckende Krankheiten, das Land größtenteils sicher ist, nachts keine Todesschwadronen durchs Land ziehen? Das kann doch bitte nicht nur am Wetter liegen! Woher kommt die Schwere?

Bis dahin schaue ich mir das einfach mal an. Also Cebu City. Wenn’s klappt, im Mai.

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Goodbye Counter, hello Devotion

Ich bin Journalist von Beruf, also muss ich irgendwie damit Geld verdienen. Das macht es schwer, ein damit verwandtes Projekt nur aus Leidenschaft zu pflegen. Und auch beim Start von Junglenotes habe ich mir überlegt, welchen Stat-Counter ich hier einbauen würde. Etwas, das mir anzeigt, wie viele Besucher täglich kommen, welche Beiträge ihr am meisten lest, ob es wächst. Klar, der Traum eines leidenschaftlichen Schreibers ist es, irgendwann mit seiner Leidenschaft Geld zu verdienen, davon vielleicht sogar leben zu können.

Ich muss gestehen, dass der Counter, den ich vergangenes Jahr auf Leidartikel eingebaut habe, mit Schuld daran war, dass ich das Projekt irgendwann aus Frust „erschossen“ habe. Bei jedem Besuch zeigt Jetpack in einer kleinen Grafik mit hübschen Balken im Backend an, wie viele Besucher pro Stunde in den letzten 24 Stunden kamen. Wenn ich mir für einen Text besonders viel Mühe gegeben hatte und niemand ihn las, war das hochgradig frustrierend. Das wollte ich also für Junglenotes auf keinen Fall wiederholen.

Also kam mir der Gedanke, einfach loszulegen und nach einem Jahr erst zu schauen, wie sich das Ganze entwickelt haben würde. Dafür hätte sich Google Analytics geeignet, was ich vor Ewigkeiten mal benutzt habe. Ich loggte mich ein, sah uralte Accounts von mir und ein völlig verändertes, irgendwie überladenes Interface. Die alten Accounts konnte ich nicht einfach löschen, ich musste eine Löschung erst beantragen (WTF). Ein Projekt würde sich in Kampagnen aufteilen. Die Oberfläche war ganz und gar nicht selbst erklärend. Ich musste einige Einstellungen erst googeln, um sie umsetzen zu können. So ein Driss. Aber irgendeinen Tracker musste ich ja benutzen, nicht wahr? Schließlich wollte ich ja wissen, wie sich das Ganze entwickelt.

Musste ich? Wollte ich?

Ich hielt für einen Moment inne und überlegte, was ich eigentlich wollte und was nicht. Ich mag nicht, was in den letzten Jahren aus dem Internet geworden ist. Praktisch jedes Projekt, dass irgendwie aus Leidenschaft ins Leben gerufen wurde, wurde von kommerziellen Projekten verdrängt. Übrig geblieben sind effekthascherischer Clickbait, Gängelei, Hass oder im besten Falle noch getriebene Kreative, die mit ihrer Leidenschaft berühmt geworden sind und sich jetzt dabei aufreiben müssen, ihre Zahlen zu erfüllen. Und die treibenden Kräfte dahinter sind Facebook und Google. Und genau denen sollte ich mich jetzt ausliefern?

Ja, ich habe den Traum, irgendwann von meinem Herzensprojekt leben zu können, in das mir keiner reinredet und in dem ich alles möchte, aber nichts muss. Brauche ich dafür einen Counter?

Als ich ein kleiner Junge war, gerade so über den Tisch gucken konnte, da nahmen mich meine Eltern mal mit ins Kino in einen Asterix-Film. Müßg zu erwähnen, wer danach der größte Asterix-Fan der Welt war. Ich konnte noch nicht viel lesen und kaum was von dem verstehen, was in der Zeitung stand. Aber nachdem ich lange genug gebohrt hatte, verrieten mir meine Eltern, wo das aktuelle Kinoprogramm zu finden war. Drei Zeilen in jeder Ausgabe der Tageszeitung.

Der alte Asterix-Film verschwand aus dem Kinoprogramm und ich schaute jeden Tag, wann der neue käme. Dass das eine Weile dauern könnte, wusste ich damals noch nicht. So ging das ein paar Tage, Wochen, Monate. Und jeden Morgen schlug ich wieder die Zeitung auf. Nichts, kein Asterix. Aber ich guckte weiter, jeden Morgen, inzwischen verstand ich auch viel mehr von dem, was sonst noch in der Zeitung stand. Eines Morgens dann, es dürfte weit über ein Jahr nach dem ersten Tag gewesen sein, stand da, ich weiß es bis heute: „Kino 3: Asterix bei den Briten“. Ich fiel fast vom Küchenstuhl. Mit Beharrlichkeit hatte ich es geschafft, dass ein Film, von dem ich noch gar nicht wusste, dass es ihn überhaupt gab, ins Kino kommt.

Na gut, eigentlich habe ich nur beharrlich auf etwas gewartet, dessen Fügung überhaupt nicht in meiner Macht stand; das habe ich damals natürlich noch nicht gewusst. Aber denke ich heute zurück, gab es nicht oft in meinem Leben Dinge, die ich mit solcher Beharrlichkeit gemacht habe, ohne zu wissen, ob sie jemals erfolgreich werden würden. Genau genommen hat eben diese Beharrlichkeit im Alter immer weiter abgenommen.

Dabei ist Beharrlichkeit genau das, was Leidenschaft befeuert. Bleib hartnäckig, bleib am Ball, hoffe nicht auf schnelle Erfolge, hinterfrage dich nicht all zu oft selbst und mach täglich geilen Scheiß. Dann hast du zumindest die Chance, davon auch irgendwann leben zu können. Und wenn ich auch nicht bei allem im Leben die Möglichkeit dazu habe, hier bei Junglenotes habe ich sie.

Von daher gibt es hier bis auf Weiteres kein Jetpack, kein Google Analytics, keinen Counter, aber Leidenschaft.

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Hochsensibilitäts-Dinner

Ich will nicht sagen, es wäre in Mode gekommen. Aber mehrere Freunde kamen in den vergangenen Jahren auf mich zu und berichteten von der Erkenntnis, hochsensibel zu sein und das jetzt endlich entdeckt zu haben. Und ziemlich wahrscheinlich wäre ich es auch.

Bin ich? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht genau und es ist für mich auch nicht wichtig. Irgendwann habe ich auch mal einen Test dazu gemacht und das Ergebnis lautete sinngemäß: schon deutlich mehr Anzeichen als der Durchschnittsmensch, aber die krasseste Nummer bist du nicht.

Ja, würde ich so unterschreiben. Ich kenne mindestens zwei Menschen, die besagte krasseste Nummer sind und deswegen mit erheblichen Nachteilen durchs Leben gehen. Da würde ich um kein Geld in der Welt mit tauschen wollen.

Ich weiß, dass an mir irgendwas anders ist als an der Masse. Aber ich habe mich mit den meisten meiner Eigenarten arrangiert. Ich brauche zum Beispiel deutlich mehr Schlaf als der Durchschnitt, vielleicht weil ich mehr Sinneseindrücke verarbeiten muss, vielleicht aber auch aus ganz anderen Gründen, die ich noch nicht erkannt habe. Aber irgendwann habe ich aufgehört, mich dagegen zu wehren. Ich schlafe jetzt einfach viel. Mir gehen Kriegsfilme näher als andere, weil ich mit den Protagonisten mitfühle, und ich mag besonders brutale Filme nicht, in denen die Statisten reihenweise über den Jordan gehen – was Freunde von mir wiederum eher amüsant finden. Weil, ist ja nur ein Film.

Früher bin ich auf Märkten (Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt, Orient-Markt…) völlig kollabiert. Das Geschrei der Händler, das Dickicht der Menschen, ständiges Stop-and-Go, die nicht auszurechnenden Bewegungen der Besucher (unzählige Vektoren in verschiedensten Geschwindigkeiten). Heute bekomme ich es etwas besser hin, mache mir weniger Gedanken, akzeptiere das Marktgeschrei und das Gedränge als Eindrücke, die dazugehören, und bewege mich selbst wabenförmig vorwärts, während ich akzeptiert habe, dass ich die Bewegungen der Anderen nicht alle ausrechnen kann, aber auch nicht muss. Eine Stunde halte ich es auf einem Markt jetzt ganz gut aus, danach ist der Puffer leer.

Hat das jetzt mit Hochsensibilität zu tun, mit Sozialisierung, mit Erfahrungen, mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften? Eben. Man kann es nicht genau sagen. Die Menschen sind unterschiedlich aufmerksam, Frauen wird nachgesagt, länger shoppen gehen zu können als Männer, auch viele andere kommen mit Gedränge nicht klar, der eine ist maulfaul, der andere redselig und trotzdem introvertiert, jeder weint mal, jeder ist mal traurig (außer ein guter Freund von mir, den ich noch nie traurig erlebt habe. Er kann sich ärgern, aber irgendwie nicht traurig sein, was ich irre finde. Netter Typ übrigens, einer zum Pferdestehlen.)

Soll heißen: Es ändert nichts daran, dass man lernen muss, mit dem eigenen Typ umzugehen. Und da probiere ich seit ein paar Tagen etwas Neues. Wenn ich von mir weiß, dass mich zu viele Sinneseindrücke wahrscheinlich müde machen, dann wäre es doch vernünftig, sie zumindest da zu reduzieren, wo ich es selbst in der Hand habe. Etwa beim Essen. Für mich bislang völlig selbstverständlich, dass ich bei jeder Mahlzeit entweder eine Netflix-Folge oder ein YouTube-Video gucke, Radio oder Musik höre oder auf WhatsApp chatte. Links die Gabel, rechts das Smartphone. Irre eigentlich.

Seit ein paar Tagen esse ich im Stillen. Nichts hören, nichts gucken, nichts lesen. Nur Essen. Ich weiß noch nicht, wohin das führt, aber bisher fühlt es sich definitiv nicht schlecht an.

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Short-distance Relationship

Since being in a long-distance relationship right now we had a talk the other day. And came to think about what would be the opposite. A short-distance relationship?

Nope, never had one of those before. What would it mean? If it’s the opposite of long-distance it would mean seeing the other person 24 hours a day almost every day of the year. Except for those weeks when you’re apart, as in really far apart. Long-distance relationship-kind of far apart. Would it feel like you’re on a holiday?

When you’re close, you’re close. It might mean more than a traditional relationship. Think of not just spending your free-time with that other person but also your time at work. Won’t you miss time for yourself, a lot?

Tell me please, cos I honestly don’t know. 🙂

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My new decade’s resolutions

  • Save the world (from itself)
  • Write in English (sometimes)
  • Write English good
  • Write English well 🙂
  • Become a true minimalist
  • And a hipster as well
  • Kidding, both done in the 2010s already
  • Save the world (this really is an issue)
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Hi World

It was time and time it was.