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Auf Unmut freundlich reagieren

Vorgestern sprach ich ja schon über die überraschende De-eskalation vor meinem Haus. Heute kam mir der Gedanke, das noch weiter zu professionalisieren.

Für gewöhnlich geht man ja aus dem Haus und wappnet sich für die ganzen Idioten, die man unterwegs zweifellos treffen wird. Und man reagiert dann auch entsprechend, wenn einer nicht bei Drei zur Seite gesprungen ist, wenn man gerade vorbei möchte. Ich zumindest. Hin und wieder wird man sogar angepflaumt für irgendwas, obwohl man gar nichts getan hat. Ich brülle dann für gewöhnlich zurück.

Müsste man nicht, klar. Aber noch besser wäre es ja eigentlich, sich erst gar keinen Schuh irgendeiner Art anzuziehen, komplett über allen Dingen zu stehen, Verständnis zu zeigen, über den Affront des anderen herzlich zu lachen, freundlich aber bestimmt zu antworten, vielleicht sogar ein wenig Eigenverschulden einräumen und dem Anderen entgegenkommen statt ihn kleinzumachen.

Es sind ja eben nicht nur alles Idioten da draußen. Die meisten Menschen sind eigentlich auf Zack, sie sind nur genauso genervt von allem und jedem, und das potenziert sich dann, wenn man es nicht stoppt.

Ich versuche das mal, und ich ahne, dass das hammerhart werden wird, besonders wenn ich Ende des Monats für eine Woche nach Berlin fahre.

Ergänzung zu gestern: Auf CGTN ist heute zu lesen, dass die von der Firma Maxa bereitgestellte Satellitenbilder über Butcha die russische Argumentation klar widerlegten, die Toten stammten aus der Zeit nach dem russischen Abzug. Gleichzeitig trafen sich der chinesische mit dem ukrainischen Außenminister, und auch China fordert nun Friedensgespräche für die Ukraine. Wenn nicht einmal mehr dein Best Buddy dein Gesülz hören will, dann wird’s auch langsam einsam um dich.

Und wenn Wolodymyr Selenskyj den UN-Sicherheitsrat fragt, wo eigentlich der UN-Sicherheitsrat ist und wozu es ihn gibt, wenn Russland ja eh jedes Veto blockieren könne. Dann frage ich mich, warum das nicht schon längst mal jemand gesagt hat. Der UN-Sicherheitsrat ist in der Form ein Witz.

Energiesparen mit Guns N’Roses: Ich habe mir die letzten Tage angewöhnt, schnell zu duschen und den Hahn dabei einfach weitestgehend zuzudrehen, statt wie früher voll auf. Ist das Wasser zu kalt, drehe ich den Kaltwasserhahn weiter zu und nicht den Heißwasserhan auf. Also kurz duschen und dabei wenig heißes Wasser verbrauchen – sollte ja eigentlich schon was bringen. Wie time ich das? Indem ich Songs über den Google Nest Audio abspielen lasse. Ich empfehle die Powerballaden von Guns N’Roses wie Patience oder Sweet Child o‘ Mine, weil die um die 6 Minuten dauern. Das reicht für duschen, abtrocknen, einkremen, wieder anziehen. Vorher ausziehen natürlich auch.

Daily sort-out: lekker vacantie met de fiets op Nederland, zomer 2021:

Amsterdam zonder veel toeristen <3:

Rotterdam <3:

De mooie Nederlandse landschap:

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Hm

Narrative und Wahrheit

Jetzt einfach nur mal angenommen, Russland hätte Recht: Man würde da eine Militäroperation fahren, um Russen in den „Donbass-Republiken“ (sic!) beizustehen, die seit Jahren vom ukrainischen Regime drangsaliert würden (Quelle: SNANews)… Dann frage ich mich doch, warum man deswegen eine Stadt wie Mariupol, die gar nicht in den beanspruchten Gebieten liegt, dem Erdboden gleichmachen musste. Warum man Städte wie Charkiw bombardierte, in denen hauptsächlich russischstämmige Menschen wohnen. Warum man Flüchtlingsbusse nicht passieren lässt. Oder warum von Russland gelenkte Medien in den News auf den Vorwurf mit 400 Toten Zivilisten in Butscha gar nicht eingehen, noch nicht einmal das russische Narrativ, das sei vom Westen „inszeniert“, um Russlands Ruf zu schaden. Dann ergeben 1 und 1 nicht so wirklich 2.

Aber nur mal angenommen, entweder eine oder beide Seiten lügten. Und weil in einem Krieg ohnehin die Wahrheit zuerst stirbt. Wo würde man dann eigentlich noch unabhängige Nachrichten finden? Bei den Chinesen?

Ich habe mich tatsächlich mal auf CGTN umgeschaut, dem englischsprachigen Auslandsnachrichtensender Chinas, der direkt der Kommunistischen Partei untersteht und von ihr betrieben wird. China steht hier interessanterweise zwischen mehreren Stühlen, hatte selbst eine kriegerische und expansive Vergangenheit (Tibet), wird Menschenrechtsverletzungen beschuldigt (Uiguren), befindet sich mit den USA im Handelskrieg, steht international oft auf der Seite Russlands, braucht aber auch Europa und den Nahen Osten als Absatzmarkt. Und jetzt kommt der Ukrainekrieg. Wie reagiert CGTN?

Überraschend objektiv:

  • In einem Video besucht ein TV-Team verwüstetes Kriegsgebiet nach dem Abzug russischer Truppen. Der Reporter berichtet objektiv über das, was er sieht, zerstörte Ortschaften, von Panzern plattgewalzte Autos, aber auch tote russische Soldaten, die wohl gerade auf dem Rückzug waren.
  • Ein Kommentar befasst sich damit, dass Kriege wie der in der Ukraine auch ein Krieg der Medien um die Wahrheit sei.
  • Ein Nachrichtenbeitrag thematisiert Butcha und dass ein Kreml-Sprecher Videos und Bilder über Tote als „Fake News“ bezeichne, während einzelne Europäische Länder und die Ukraine Russland dafür verantwortlich machten.
  • Der Live-Ticker rattert ohne Meinung die Nachrichtenlage runter. Dass russische Truppen sich aus einzelnen Gebieten zurückgezogen hätten, dass aber auch der Bürgermeister von Mariupol beschreibt, dass die Stadt zu 90 Prozent zerstört sei. Jede Nachricht mit Hinweis auf die Quelle, die es gesagt hat. Der Nachrichtenticker selbst trägt den Begriff „Ukraine Russia Border Crisis“ in der URL.

Der Rest der Nachrichten über die Ukraine auf CGTN ist ähnlich neutral von chinesischer Seite her. Etwa dass Sanktionen weit reichenden Einfluss auf die Weltwirtschaft hätten. Geht es um die USA und Joe Biden, werden die Kommentaren auch schon mal deutlicher und kritischer. Was die Geschehnisse in der Ukraine anbelangt: objektiver geht es kaum. Interessant!

Könnte das die Lösung sein, über einen Krieg medial zu berichten? In unseren Medien herrschen in der Tat derzeit Meinungen vor. Es beeinflusst uns, wenn die Nachrichten mit einem Politiker aufmachen, der schärfere Sanktionen fordert, damit sollten wir uns unsere Meinung doch selbst bilden, so gut es eben geht. Die offensichtlichen Gräueltaten in Butscha wurden von Journalisten belegt. Bilder und Videos dazu gingen heute um die Welt. Dass Russland hier „Fake News“ schreit oder von einer amerikanischen Inszenierung spricht, klingt billig und ist es wahrscheinlich auch. Kann eine unabhängige internationale Kommission hier die „Wahrheit“ aufdecken? Aber welche Organisation ist schon wirklich unabhängig? Die Chinesen? Natürlich auch nicht. Es ist schwer…

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Yeah

Freundlich sein ist anstrengend, aber möglich

Das habe ich auch noch nicht erlebt. Ich komme vom Sport mit dem Rad wieder und wechsle kurz vor unserem Haus auf den Bürgersteig, weil von der Straße aus meist alles zugeparkt ist. Natürlich steige ich für die letzten 20 Meter nicht mehr ab. Ausgerechnet jetzt kommt mir aber ein Fußgänger entgegen, ein älterer Herr.

Er wechselt von links nach rechts und wieder nach links und sieht allgemein unzufrieden aus, dass ich da jetzt fahre. „Und wo soll ich hin?“, fragte er schließlich, als ich weiterfahre und wir Augenkontakt aufgenommen haben. „Na ja, an den Rand oder so“, entfällt es mir. „Die Straße ist da vorne, da müssen Sie hin“, wehrt er sich. „Ja, aber ich wohne hier, ich muss hier lang“, entgegne ich und fahre an ihm vorbei.

Ich bin eigentlich aber gut drauf, und vielleicht liegt es daran, dass ich zur Abwechslung meinen letzten Satz recht freundlich formuliert hatte, dass nun etwas Überraschendes passiert.

„Ah“, höre ich es plötzlich einige Meter laut hinter mir, als ich vor unserem Haus absteige und mich neben mein Rad stelle. „Sie wohnen ja wirklich da“, ruft der Mann mir hinterher. „Das habe ich nicht gewusst. Entschuldigung!“

Ich drehe mich zu ihm um, hebe die Hand und rufe: „War auch nicht böse gemeint. Tut mir Leid!“

Wir nicken uns zu, lächeln tatsächlich ein wenig dabei, und dann geht jeder seines Weges.

Holla, die Waldfee! Normal bin ich im Straßenverkehr kein Kind von Traurigkeit, ärgere mich über anderer Leute Marotten und brülle auch schon mal einen an, der meint, mir sein Verständnis der Straßenverkehrsordnung aufdrücken zu müssen. Aber etwas derart de-eskalieren lassen, das habe ich noch nie.

Und meine Güte, war das anstrengend!

Heute bei den Bonn International Toastmasters. Ist etwas anders, als ich mir das vorgestellt habe. Zum einen folgt die Gruppe (wie wohl alle Toastmasters) einem relativ streng formalisierten Programm. Zum anderen halten sie ihre Präsentationen auf Englisch. Ganz angenehm war das eigentlich trotzdem, und auch mein englischer Vortrag aus dem Stegreif zum spontan vorgegebenen Thema „What is the one thing that made a big change in your life you last year“ funktionierte recht gut und kam gut an. Hab als (sehr freundliches) Feedback bekommen, ich könnte beim nächsten Mal vielleicht noch etwas mehr meine Zuhörer:innen angucken statt der Decke. Okay, werde ich versuchen… ?

Es gibt aber auch eine deutschsprachige Gruppe. Hätte vielleicht auch was, es erst einmal mit der zu probieren. Bin auf jeden Fall nach wie vor überrascht, wie selbstverständlich ich mittlerweile neue Dinge ausprobiere und überhaupt keine Angst mehr habe, zu so etwas zu gehen. Seltsam.

Die Veranstaltung war in den neuen Design Offices (ziemlich cool!) in der Nähe des Hauptbahnhofs. Nach der Veranstaltung unterhalte ich mich draußen noch ein wenig mit dem anderen Gast, einer Kroatin. Wir gehen ein Stück zusammen, die Ampel vor dem Gebäude ist rot. Aber weil es schon spät abends ist und weit und breit kein Auto kommt, gehe ich einfach bei Rot über die Straße.

Die Kroatin kann es kaum fassen und hält sich vor Freude den Bauch: „Dass hab ich ja noch nie gesehen, dass ein Deutscher bei Rot über die Ampel geht! Und ich wohne seit 13 Jahren hier.“

„Ja nun“, entgegne ich. „Da war ja niemand, auf den wir hätten warten müssen. Außerdem war ich jetzt viel im Ausland.“

Wir kommen noch ein wenig auf Deutschland und den Straßenverkehr zu sprechen. Manchmal, sagt sie, schimpfen andere Leute auch hinter ihr her, wenn sie eine Verkehrsregel missachtet. Oh ja, sage ich, das kenne ich aber auch wirklich nur aus Deutschland. Bei Rot über die Ampel gehen, kostet auch anderswo eine Strafe, weswegen es dann kaum einer tut (in Singapur zum Beispiel). Aber andere Leute auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind? Habe ich selten bis nie im Ausland mal erlebt.

Ihr?

Auf dieses Blitzrezept bin ich jetzt fast ein bisschen stolz:

  • Auflaufform füllen mit: Gnocchi, Sauerkraut, Veggi-Hack, Kräuter-Creme-Fraiche. Alles vermengen.
  • 1-2 Scheiben Höhlenkäse auseinanderzupfen und damit garnieren.
  • Für 20 Minuten bei 200°C in den Ofen.
  • ??

2 Minuten Zubereitungszeit!

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Hm

Rezession oder Menschenleben?

Heute Abend ein Makroökonom (Namen leider vergessen) im Programm von Deutschlandfunk Nova. Was denn wäre, fragt die Moderatorin, wenn Russland uns wirklich den Öl- und Gashahn abdrehen würde. Was würde das für die deutsche Wirtschaft bedeuten?

Nun, dann würde Deutschland in die Rezession schlittern, sagt der Ökonom. Sein Institut hätte errechnet, dass die Wirtschaft dann 2022 um 2 Prozent schrumpfen würde. Das wäre in etwa vergleichbar mit 2020, als die Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie in die Rezession schlitt.

Und was würde das für die Bürger bedeuten? Blieben dann im nächsten Winter die Wohnungen kalt? Nun, das hänge davon ab, was jetzt wirklich passieren würde. Einen Teil des russischen Gases (macht 55 Prozent der aktuellen Liefermenge aus) könne ersetzt werden. Aber wenn es nicht anders ginge, dann könnten die nächsten Monate noch für eine Kraftanstrengung verwendet werden, um möglichst viele Gebäude mit alternativen Heizmethoden umzurüsten. Unmöglich wäre das zumindest nicht.

Nichts ist einfach in der Politik. Ob ein Verzicht auf russisches Öl und Gas wirklich dafür sorgt, dass Putin schon nächste Woche kein Geld mehr hat, um seinen hirnlosen Krieg zu finanzieren – ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Und ja, es mehren sich die Anzeichen, dass das alles gar nicht nötig sein könnte, dass die Ukraine und Russland sich in Bälde vielleicht auf einen Waffenstillstand einigen und die Ukraine sich damit zufrieden gibt, ein blockfreier Staat zu sein.

Aber es wirft ein richtig schlechtes Licht auf Deutschland. Wir wägen ab. Menschenleben gegen leichte Rezession. Irgendwo las ich auch, wir hätten uns mit diesem Krieg abgefunden und würden nur noch seine Folgen verwalten. Gelb-blaue Flaggen hissen, Flüchtlinge aufnehmen, Trost spenden, Waffen liefern. Wegen 2 Prozent Wirtschaftsabschwung? Das ist uns also wirklich wichtiger, als dass ein paar Kilometer von uns entfernt Tausende sterben? Ich verstehe das alles nicht. Wo ist unser Mitgefühl, wo ist unsere Moral? Was ist denn bloß los mit diesem Land?

„Lara“: Schade, dass Jan-Ole Gerster nur alle paar Jahre einen Film dreht. Sein Erstlingswerk „Oh Boy“ ist seitdem einer meiner Lieblingsfilme. „Lara“ erzählt eine ganz ähnliche Geschichte, aber diesmal aus Sicht einer 60-jährigen Frau, die Geburtstag hat, mit der aber keiner irgendwie feiern will. Ist wohl schon von 2019, mir irgendwie durchgerutscht, aktuell aber in der Arte-Mediathek verfügbar. Lohnt sich, ist toll!

Hab meinen GMail-Speicher geleert. Beitrag dazu in Kürze im Trendblog. Früher warb Google mal damit, man müsse nie mehr eine E-Mail löschen. Heute musste ich das doch. Ich war bei 14,81 von 15 freien GB, nach ein paar Klicks sind es jetzt nur noch 6,29 GB.

Es waren allerdings ein paar Klicks mehr, als ich dachte, und Google hat es mir nicht erspart, E-Mails mit großen Anhängen noch einmal von Hand durchzugehen. Darunter waren auch Mails vergangener Liebschaften; gemeinsame Fotos, eine bedankte sich für das schönste Geburtstagsgeschenk, dass sie jemals bekommen hätte… Heute passiert mir sowas nicht mehr, man schreibt sich irgendwie einfach nicht mehr. Na, schönen Dank jedenfalls, Google, für die Erinnerung……

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Hm

In Würde altern, wie geht das eigentlich?

Eine Frage, die ich mir so stellte, als ich mir vorhin beim Tischtennistraining irgendwie müde und unfit vorkam. 3-4 Kilo habe ich auch wieder zugelegt, seit ich aus Singapur zurück bin, das hilft auch nicht gerade (und das ist, leider, normal, im tropischen Klima läuft der Stoffwechsel schneller).

Also, Problemstellung: Man wird alt und fühlt sich manchmal auch so. Ich sprach mit Olaf aus meinem Tischtennisverein heute darüber, was Tischtennisspieler im hohen Alter so machen. Wenn es gut läuft, profitieren sie von der Erfahrung und einem „Händchen“, schicken dann den Gegner von links nach rechts, nach vorne und hinten, ohne selber laufen zu müssen.

Wenn es schlecht läuft, spielen sie mit langen Noppen, hoffen damit, das Spiel des unerfahrenen Gegners zu zerstören (was oft genug gelingt), und lassen sich irgendeine mehr oder weniger faire Marotte einfallen, um den Gegner einzuwickeln. Zum Beispiel, den gebrechlichen alten Mann zu spielen, der Knie, Hüfte und Schulter gleichzeitig hat, beim Gegner Mitleid erwirkt und im dritten Satz plötzlich wie Phönix aus der Asche steigt und jeden Ball trifft. Dazu vielleicht noch den Gegner blöd anmacht, sich vor jedem Aufschlag 30 Sekunden Zeit lässt, immer wieder Pausen erwirkt, die er eigentlich gar nicht braucht. So etwas. Alles schon erlebt… Besonders würdevoll ist das nicht.

Vielleicht ist die Lösung: Gelassenheit und Weisheit. Alles nicht mehr so ernst nehmen, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, aber sich doch Fähigkeiten und Fertigkeiten angeeignet haben, die Kraft und Geschwindigkeit ersetzen.

Ich fange schon einmal an, daran zu arbeiten.

A propos in Würde altern: Ich habe gestern und heute meine ersten echten Reels gedreht. Kurze, vertikale Videos für TikTok, YouTube Stories oder Instagram. Bin anscheinend dafür noch nicht zu alt.

Tom Cruise im Übrigen auch noch nicht für Top Gun: Maverick, scheint es. Sieht gut, aus der Trailer!

Ich wollte hier eigentlich noch zwei Bilder gepostet haben, aber das führte dazu, dass WordPress den ganzen Beitrag nicht anzeigen wollte. Dann halt nicht. Stellt euch ein verregnetes Haltern am See und einen sonnigen Kanal bei Nordhorn vor. Bilder von meinem Urlaub letzten Sommer. WordPress will mir damit wohl sagen, dass die eh keiner sehen will. ?

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Hoppla, wo ist meine Menschenscheu hin?

Ein Journalist, der menschenscheu ist – das ist nicht unmöglich, aber keinesfalls ideal. Als Reporter auf die Straße würdest du schon eher nicht gehen. Interviews führen? Nicht, wenn es nicht nötig ist. Irgendwas telefonisch erfragen? Doch lieber per E-Mail. Bei mir kommt neben der Schüchternheit auch noch ein gewisses Desinteresse dazu: Dinge interessieren mich, Persönlichkeiten so gut wie gar nicht.

Heute fiel mir auf, dass zumindest diese Menschenscheu bei mir kaum noch da ist. Ich gehe wie selbstverständlich auf Veranstaltungen, Meetups, Abende mit Leuten, von denen ich niemanden oder nur einige kenne. Und ich habe kaum noch Angst vor Ablehnung, davor irgendwie „falsch“ zu sein oder nicht reinzupassen.

Für mich ein völlig unbekanntes Gefühl. Woher das kommt? Gute Frage. Klar, in Singapur wird einem das einfach gemacht. Es versucht einfach jeder, so gut es geht, nett zu jedem zu sein. Hier in Deutschland ist das nicht unbedingt so. Aber auch hier ist die Frage: wie oft wirst du reell wirklich ausgegrenzt, wie oft passt du wirklich wo nicht rein? Wie oft könnte man sich viel mehr herausnehmen und damit sogar das Gegenteil von Ablehnung erreichen?

Na ja, dass ich jetzt auf die Straße gehe und jede Frau anspreche, die mir gefällt, so weit bin ich jetzt noch nicht. Aber zumindest so weit, dass, wenn jemand auf mich zu käme, mich von oben herab behandeln würde oder mir komisch von der Seite käme, ich zumindest eher mal mit dem Schultern zucken würde. Bin gespannt, wohin das noch führt.

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Das wär’s ja noch

Dass der russische Vormarsch in der Ukraine wegen Unvermögens derart zum Erliegen gekommen wäre, dass Russland sich nur noch auf militärische Ziele im Osten der Ukraine konzentrieren kann. Schlimm genug ist das schon noch. Mariupol muss aktuell die Hölle auf Erden sein. Trotzdem bietet die neue Nachrichtenlage ein wenig Hoffnung für Optimismus, und ich male – zur Abwechslung – mal ein positives Bild:

  • Russland muss sich aus der Ukraine zurückziehen, und das schon nächste Woche
  • Der Dritte Weltkrieg findet nicht statt
  • Putin ist nach diesem blamablen Eigentor erledigt
  • Auf der Welt sieht jeder aktuelle oder potentiell kommende Despot ein, dass ein Krieg im 21. Jahrhundert sinnlos und nicht zu gewinnen ist.
  • Wir halten trotzdem an der Abkehr von Gas und Öl fest und beeilen uns mit der Klimaneutralität
  • Wir merken, dass wir die 100 Milliarden gar nicht in die Armee stecken müssen und investieren sie statt dessen in Solarzellen auf allen Dächern Deutschlands.
  • Demokratische Reformen in Russland

Klingt vielleicht etwas zu positiv, aber darf ja ruhig auch mal sein.

Minimization today: alle iPhone-Fotos bis Juli 2021. Kann es kaum glauben, aber die 27.000 Bilder sind alle aus weniger als einem Jahr. Und, ja, der Bart war zu lang…

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Back to Minimization

Es nützt wohl nichts, der Alltag muss erstmal weiter gehen. Nutze ich die Zeit bis zum 3. Weltkrieg eben, hier mir dem fertig zu werden, was ich eigentlich machen wollte:

  • Endgültiges Ausmisten
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Ideal(stmögliche)figur

Zum finalen Ausmisten sind noch geschätzt 400 Micro-Tasks offen, die machen sich auch nicht von selbst. Zur Persönlichkeitsentwicklung… wohl mindestens genauso viele, aber schwerer abzuschätzen. Das mit der idealsten noch möglichen Figur Mitte 40 ist im Grunde viel einfacher: weiter Sport machen, vielleicht langsam mal wieder in ein Fitnessstudio übersiedeln, im Sommer eine Deutschlandtour machen.

Heute davon geschafft:

  • Meine Dropbox leerräumen

Klingt nach nichts, aber da waren hunderte Fotos und noch einige andere krude Dateien drin. Muss man auch erstmal wegschaffen.

Das Problem beim finalen Minimieren ist, dass da immer wieder Dinge neu dazu kommen, die auch erstmal gemacht werden wollen. Zum Beispiel das Aussortieren der Fotos vom jetzt wegzugebenden iPhone. Sind auch mal eben schnell 27.000 (!) aus anderthalb Jahren, was jetzt wohl auch wieder Wochen in Anspruch nehmen wird. Ich werde hier berichten.

Furztrocken auf gewollte Provokationen reagieren. Kann ich:

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Heute mal etwas weniger Schaum vor dem Mund

… es bringt ja nichts. Ich ende hier sonst noch als verbitterter, alter Mann. Wobei ich schon glaube, dass ein Energieboykott alleine vielleicht nicht die Lösung ist, aber Putin mit der Ukraine noch lange nicht genug haben wird. Wir werden uns nicht für immer raus halten können, auch wenn wir jetzt noch so tun, als ginge uns das alles nichts an… Lösungen dringend erbeten. Das Baltikum, Polen und Moldawien schnellstmöglich bis an die Zähne bewaffnen?!

Ich wollte/musste die Bilder von meinem iPhone 12 Pro Max löschen und stellte verblüfft fest, dass der Speicher halb voll ist. Fast 190 GB alleine an Fotos und Videos –  die muss man erstmal vom Gerät runter kriegen. Ich buchte 200 GB iCloud-Speicher und wollte die Bilder dorthin laden, was die iCloud auch in einer stolzen Geschwindigkeit von etwa 1 Bild/Minute bewerkstelligen wollte. Hab den Kauf storniert und lade die Bilder jetzt mit „Digitale Fotos“ via Kabel vom iPhone auf die externe Festplatte, die ich eigentlich schon längst nicht mehr haben wollte. Minimalismus ist manchmal gar nicht so einfach.

Mein neues Phone, das Xiaomi 12X. Erster Eindruck: ziemlich gut, aber dem Prozessor (SDG 870) merkt man an, dass er nicht mehr der jüngste ist! Zweiter Eindruck: Sie haben Android 12 versprochen, es ist nur Android 11 drauf! Im Angesicht eines dritten Weltkriegs zwar nicht lebenswichtig, aber trotzdem ja nicht ganz korrekt.

Kultur: „Dazed and Confused“: Teenagerkomödie von 1993. Kann gar nicht genau sagen, worum es da eigentlich genau geht, aber Spaß hat’s irgendwie schon gemacht, vor allem die Tatsache, spätere Weltstars wie Matthew McConaughy und Ben Affleck mal in jungen Jahren zu sehen. (7/11)

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Argh

Putin trockenlegen

Ein Embargo von Öl- und Gaslieferungen könnte den Krieg in der Ukraine stoppen, rechnen die beiden russischen (!) Ökonomen Sergej Gurijew und Oleg Itskhoki im „Spiegel“ vor:

„… [D]a wir keine deutschen Staatsbürger sind, können wir die deutsche Regierung nicht dazu auffordern, Entscheidungen zu treffen, die erhebliche Kosten für die deutsche Bevölkerung mit sich bringen. Wir sind uns als Ökonomen jedoch sicher, dass ein europäisches Embargo gegen russisches Öl und Gas der schnellste Weg ist, um Putins Krieg in Europa zu stoppen.“

Ich bin mir da zwar nicht ganz so sicher, dass das reicht, den Krieg auch zu beenden, aber ich bin auch kein Ökonom. Vor allem aber denke ich mir: Wenn die Sache wirklich so einfach ist, dann: machen! Machen, machen, machen!

Es kann doch nicht sein, dass die Topmeldung in den Nachrichten heute schon wieder unsere hohen Energie- und Benzinpreise sind und nicht die Bombardierung ukrainischer Städte durch die russische Armee. Dass unser grüner (!) Wirtschaftsminister gerade durch Golfstaaten mit zweifelhaftem Ruf tingelt, um dafür zu sorgen, dass uns unser Erdgas nicht ausgeht. Wie tief wollen wir für unsere Bequemlichkeit denn noch sinken?

Wenn wir gerade die Chance haben, das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden und einen dritten Weltkrieg mit bescheidenen Mitteln zu verhindern, dann sollten wir sie gefälligst auch nutzen1 Wie Ex-Bundespräsident Gauck neulich noch sagte: „Wir können auch einmal frieren für die Freiheit“.

Ist uns unsere Bequemlichkeit wirklich wichtiger als Menschenleben?