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Berlin – Porto mit dem Zug

Bei meinen fixen Ideen muss man vorsichtig sein; ich neige dazu, sie umzusetzen.

Hier in Porto dachte ich, ich könnte das nächste Mal ja auch eigentlich mit dem Zug anreisen. Von Berlin, wenn ich da gerade bei meiner Freundin bin, und dann mit Zügen weiter bis nach Porto. Müsste gar nicht mal schnell gehen. Dürfte gerne ein paar Tage dauern, und unterwegs schaue ich mir so die Städte an, in denen ich umsteigen muss.

Mögliche Route: Berlin – Köln/Bonn (oder Frankfurt) – Paris – Bordeaux (oder Girona) – Madrid – (Lissabon) – Porto.

Vielleicht im Mai oder so. Google Maps spuckt folgende Strecke aus:

Morgen erstmal nach Berlin…

Porto:

Stileto – Cravin (2020):

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Lernen

Ich habe mir ein bisschen was für 2023 vorgenommen, unter anderem wieder regelmäßig, möglichst täglich, zu bloggen, und dabei auch mal neue Stile auszuprobieren. Vor allem aber soll 2023 ein Jahr des Lernens werden. Bildungslücken schließen und viel Neues hinzulernen, möglichst ein neues Studienfach zu finden. Die ersten Tage werde ich aber nicht viel Zeit haben, deswegen werden die Beiträge hier etwas kürzer.

Kaleidoscope (Netflix): Schon jemand gesehen? Eine Serie aus 8 Teilen, die ihr in beliebiger Reihenfolge sehen könnt:

Erste Kritiken sind nicht überwältigend („The Verge“ sieht eine klischeehafte Story, „Der Standard“ ein „heilloses Durcheinander„), aber auf die veränderte Dramaturgie bin ich sehr, sehr gespannt. Und auch darauf, Giancarlo Esposito mal als den Guten zu sehen. Den Bösen hatte ich ihm in „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ ohnehin nie abgekauft.

Moritz Bleibtreu wird Mr. Pommeroy in einem geplanten Prequel (!) zu Dinner for One. Kannste dir (nicht) ausdenken…

Friedrich Merz auf Twitter über den verstorbenen, emeritierten Papst Benedikt XVI:

Papst Benedikt hat vor allem in seinem Heimatland Deutschland eine neue Hinwendung zur katholischen Kirche über alle Generationen hinweg auslösen können.

Bitte was soll der gemacht haben? Die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland steigt seit Jahren, auch bereits in den letzten Amtsjahren Benedikts bis zu seinem überraschenden Amtsverzicht 2013. „Hinwendung zur katholischen Kirche“… na ja.

Silvester in Porto:

Stoned Jesus: Black Woods (2010):

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Mal ein Buch schreiben

Die letzten Tage habe ich ein wenig Pause gemacht und offenbar auch gebraucht. Ich bin selbst verwundert, wie lange das jetzt letztendlich gedauert und wie viel Kraft es gekostet hat, dieses Buch zu schreiben. Mein ursprünglicher Plan war ja mal: Reiseblog schreiben , copy-paste machen, Buch fertig sein. So war es jetzt schon nicht.

Um es nicht wieder zu vergessen, versuche ich mal zu rekapitulieren:

  • August 2022 bis etwa zum 20.: Die Zeit, in der ich im Urlaub war, und täglich abends das Reiseblog geschrieben habe.
  • Hinterher ein paar Tage durchschnaufen
  • Dann mal informieren: Wie geht das eigentlich mit diesem Direct Publishing auf Amazon? Erstmal einlesen
  • Dann Copy-Paste der Texte in ein Google Doc
  • Drüberlesen
  • Dabei feststellen: Da fehlen noch viele, viele Erinnerungen. Ich muss noch mal drübergehen.
  • Danach feststellen: Infos sind jetzt zwar alle drin, aber das liest sich viel zu fad. Das wird ja ein Buch, keine Loseblattsammlung. Da muss noch irgendwie ein kleiner Spannungsbogen rein.
  • Nochmal drüber gehen, Fehler weitestgehend ausmerzen.
  • Mittlerweile haben wir schon Mitte September.
  • Ich erstelle die Karten. Dazu schaue ich mir ein Tutorial auf YouTube an. Im Grunde ist es recht einfach: Den jeweiligen Abschnitt auf Google Maps aufrufen und dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm abpausen. Bisschen formatieren, fertig. Es braucht allerdings etliche Anläufe, bis das einigermaßen aussieht.
  • Die Fotos müssen ja auch noch rein. Vom Handy runterladen, sortieren, auswählen. Es dauert mehrere Tage, bis das erledigt ist.
  • Entwerfen von Klappentext und Autorentext. Diese beiden Infos stehen erstaunlich schnell.
  • Experimentieren mit Kindle Create. Hochladen, setzen, immer wieder neu probieren. Mittlerweile haben wir Ende September.
  • Die Bilder kann man mit dem uralten Tool nicht einfach anschauen und dann einbauen. Du musst wissen, wie sie heißen. Ich geb den Bildern also Namen und sortiere sie noch einmal, bevor ich sie einbaue.
  • Shit, vergessen, sie zu beschneiden, also die richtigen Ausschnitte zu wählen. Kostet noch mal einen Tag.
  • Das fertige Dokument hat etliche hundert Megabyte. Das ist zu viel. Ich muss die Bilder verkleinern und dann noch einmal neu einbauen.
  • Nebenbei geht es ans Cover. Das ist der einzige Teil, den ich mir nicht selbst zutraue, und so vergebe ich ihn an einen Profi auf Fiverr. Es dauert ein paar Tage, bis das gemacht ist und ich mit den Re-dos zufrieden bin. Aber immer wieder in den kommenden Tagen bis praktisch zum Ende hin werde ich daran selbst herumbasteln, Schriften, Farben und Proportionen verändern.
  • Lese das Skript noch einmal. Merke: Da fehlt immer noch was. Ein bisschen Konflikt, ein bisschen Charakterentwicklung, vor allem aber: ein paar Hard Facts, um die Suppe zu würzen. Entscheide mich dazu, Infokästen zu schreiben und einzubauen. Als das fertig ist, ist es Anfang November.
  • Setze alles und lade es im Kindle Bookshelf hoch. Im Grunde ist jetzt alles fertig.
  • Bis jetzt habe ich aber eigentlich nur am E-Book gearbeitet. Der Inhalt für das Taschenbuch soll zwar weitgehend identisch sein. Der Satz ist aber nochmal ein ganz anderer.
  • Das mit Google Docs erstellte und formatierte Doxc-Dokument sieht in der Vorlage furchtbar aus, ebenso das exportierte KDP-Dokument. Dazu müssen die Bilder ganz anders gesetzt werden. Lasse ich Gedankenstriche zwischen allen Notizen?
  • Aber im Grunde ist hier schnell alles so weit fertig, dass ich im Grunde den Probedruck bestellen könnte. Nur: Das Kindle Bookshelf akzeptiert mein Cover ums Verrecken nicht. Zerschießt das Design jedes Mal völlig, egal, was ich versuche.
  • Weil zu der Zeit auf meiner eigentlichen Arbeit sehr viel los ist und ich beim Googeln keine echte Lösung dafür finde (ich scheine das Problem exklusiv zu haben), ziehen tatsächlich zwei Wochen ins Land, an denen ich nicht weiter komme. Mittlerweile haben wir Mitte November.
  • Auf einer Bahnfahrt von Berlin nach Bonn kommt mir endlich selbst die Lösung: Der Kindle Cover Creater. Das ist ein uraltes, schlechtes, Bildbearbeitungsprogramm mit Raster, das vorgefertigte Designs hat. Mit ein paar Handgriffen kann ich hier mein Cover als Hintergrundbild einfügen und alle übrigen Textfelder einfach leer lassen. Es funktioniert! Ich bestelle den Probedruck, der drei Tage später erscheint.
  • … und in dem ich noch etliche Fehler oder sagen wir: Verbesserungsmöglichkeiten finde. Ist eben doch was Anderes, die Sachen mal gedruckt zu lesen, die man sonst immer nur auf dem Bildschirm gesehen hat. Ich überarbeite alles noch einmal.
  • Beim Probedruck fällt mir außerdem auf, dass das mit den schwarzen Karten nicht gut aussieht. Ich wechsle auf weiß, bearbeite alle Karten noch einmal nach.
  • Ich schicke Britta ein Foto vom Probedruck und sie bemerkt nebenbei: Da ist ganz schön wenig Rand um den Text.
  • In der Tat: Aber ich weiß gar nicht, wie ich das mit dem Kindle Create ändern könnte, es ist in dem Tool nicht vorgesehen, irgendwelche Seitenränder anzulegen. Ein direktes Doc hochzuladen, würde das Design völlig zerschießen. Ich informiere mich, was ich machen kann. Lande schließlich bei Apple Pages als Zwischentool zwischen Google Docs und dem Kindle Publisher.
  • Basti meldet sich, dass das Cover in der Form Assoziationen an die Reichsbürgerszene auslösen könnte. Seine Empfehlung wäre, andere Schriftfarben zu verwenden. Hat er Recht, also noch einmal ans Cover.
  • Wir haben längst Ende November.
  • Ein paar Tage später ist alles fertig. Bestellung des 2. Probedrucks, der drei Tage später erscheint.
  • Jetzt noch einmal in Ruhe das Ganze lesen, feststellen, dass es gut ist. Die letzten Mini-Fehler ausbessern, auch am Cover.
  • Ich bin mit meiner Tagline noch nicht zufrieden. „Tagebuch einer besonderen Radtour“ ist es irgendwie doch nicht. Ich experimentiere einen weiteren Tag hin und her. Letztendlich kommt mir auf einer Radfahrt die Idee: „Ein urbanes Sommerabenteuer“. Nicht perfekt, aber passt. Ich klicke endlich auf „Veröffentlichen“. Es kann 1-2 Tage dauern, bis das Buch geprüft sei, heißt es. Es dauert dann einen halben Tag.
  • In der Zwischenzeit setze ich mich ans E-Book. Hier muss ich auch noch einmal die schwarzen gegen weiße Karten tauschen und im Grunde alles noch einmal neu setzen. Aber dafür reicht mir ein Tag. Am Tag der Veröffentlichung des Taschenbuchs (7.12.) klicke ich auch beim E-Book auf „Veröffentlichen“.
  • Am 7.12. mache ich das Ganze publik und informiere die ersten, blogge hier auch darüber. Die ersten von euch bestellen. ? Ich bestelle mir zur Sicherheit auch ein Exemplar.
  • Als es ankommt, merke ich, dass beim Cover eine Kleinigkeit schief gelaufen ist. Es ist leicht verrutscht, so langgezogen sollte es nicht aussehen. Ich tausche es für die künftigen Bestellungen noch einmal aus. (Sorry an die Erstbesteller! Ich mache es wieder gut!)
  • Das Buch ist bei Amazon kaum zu finden. Ich starte die erste Werbekampagne mit Start 12.12. und werde noch eine folgen lassen. Die Kosten waren bisher tatsächlich überschaubar. 100-150 Euro könnte ich noch in Werbung fließen lassen.

Tja, jetzt wisst ihr’s. Mal eben schnell ein Buch schreiben – is‘ nich. Ist zumindest gar nicht so wenig Arbeit. Beim zweiten Mal wird’s schneller laufen, klar. Ich bin dankbar für die Erfahrung, froh, dass es fertig ist und irgendwo auch glücklich: Das war trotz allem eine sehr schöne Arbeit, die Spaß gemacht hat. Mache ich gerne wieder. 🙂

Spox über Donata Hopfen, die erste Frau an der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL), die nach einem Dreivierteljahr im Amt ihren Posten räumen muss:

Große Teile der DFL-Gremien und der 36 Profiklubs waren mit der Arbeit Hopfens unzufrieden. Das lag vor allem daran, dass sie bei zahlreichen Baustellen wie der 50+1-Regel, der Digitalisierung, dem Einstieg eines Investors, der Auslandsvermarktung, dem neuen Grundlagenvertrag mit dem DFB und der kommenden Ausschreibung der Medienrechte nach Ansicht ihrer Kritiker nicht entscheidend vorangekommen ist.

Spox.com (Hervorhebung von mir)

Von den gefühlt 270 Aufgaben hat sie also keine schon abgeschlossen, nach einem Dreivierteljahr im Amt. Ersetzt wird sie jetzt durch eine kommissarische Doppelspitze – bestehend aus zwei Männern.

Kann es unter Umständen sein, dass man ihr von Anfang an keine echte Chance gegeben hat und sich bloß damit schmücken wollte, mal eine Frau auf dem Chefposten einer Männerdomäne gehabt zu haben?

Für die linke niederländische Tageszeitung „De Volkskrant“ war der vereitelte Putsch der Reichsbürgerszene in Deutschland ein viel größeres Thema als hier:

Neben diesem erschienen noch viele weitere Beiträge dazu, mehr als ich in deutschen Medien dazu gelesen habe. Ich geb auch zu: Ich habe das schnell abgenickt, nach dem Motto: Rechte Spinner haben mal wieder den Untergrund aufmischen wollen.

Kann es sein, dass wir da wirklich nur haarscharf zumindest an einem neuen NSU vorbeigeschrappt sind?

Kraftklub & Blond: So schön (2022):

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Gedanken sortieren

Ich hab nichts zu schreiben, im Moment, aber ich vermisse das Bloggen. Denn es sortiert mich für gewöhnlich vor dem Schlafengehen. Deswegen also heute trotzdem ein paar kurze Gedanken, planlos hier veröffentlicht:

  1. Dass Deutschland schon wieder das erste Spiel der WM-Vorrunde völlig unnötigerweise verliert, ist vielleicht noch gar nicht mal so überraschend. Auch nicht, dass man die WM jetzt nicht nur schon gedanklich abgehakt hat, sondern dass wirklich keiner irgendeine Sache daraus gemacht hat. Niemand, der gefragt hat, ob man das Spiel gucken will, auch niemand, der davon sprach, es gucken zu wollen. Ja nicht einmal jemand, der groß darüber reden wollte. Kein Torschrei hier im Haus oder in der Nähe beim zwischenzeitlichen 1:0. Abends bei unserem TT-Spiel sprachen wir kurz darüber. Aber es war mehr so eine Randnotiz: Deutschland im Fußball? Jaja, verloren…

    Wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen, ach, was sag ich: noch vor 10.
  2. Insgeheim fällt dem einen oder anderen vielleicht sogar ein Stein vom Herzen. Mir auf jeden Fall. 🙂 Sollte Deutschland wirklich wieder in der Vorrunde scheitern (und das könnte nach einer Niederlage gegen Spanien schon am Sonntag so weit sein), dann kommt man ganz easy raus aus dem moralischen Dilemma, die WM nicht mehr gucken zu müssen, die man ja eigentlich boykottieren sollte, aus Neugier aber doch einschaltet. Die Neugier ist dann weg.
  3. Nur sportlich kann man es mal nicht auf die Fifa oder Katar schieben. Dieses sportliche Armutszeugnis haben wir uns selbst zuzuschreiben.
  4. Lesen erdet. Derzeit lese ich vier Bücher gleichzeitig, es sind quasi meine Schulfächer. Und es macht bisher unglaublich Spaß. Erstaunlicherweise vor allem „Chemie für Dummies“. Der Autor kann richtig gut erklären. Bin gespannt, was passiert, wenn die Themen beginnen, bei denen ich in der Schule ausgestiegen bin. Kovalente Bindung, ich blicke in deine Richtung…
  5. Ich lese gerade auch ein Buch über Sex!

    So, jetzt ist es raus. Der Grund ist, dass ich die Autorin neulich in einem Podcast gehört habe und dachte: Hey! Die erklärt das aber gut! Völlig unaufgeregt, völlig unschlüpfrig. Ganz wissenschaftlich, beinahe – menschlich. Liest sich bisher auch ziemlich gut. Und hat den schönen Titel „Keep it coming“ (von Dania Schiftan).

Mehr habe ich heute nicht, nicht mal einen Song. Aber ich kann die 1. Folge der 2. Staffel des Podcasts „Cui Bono“ von Khesrau Behroz empfehlen. Von der es bisher nur 1 auf Spotify gibt, die ersten 4 zeitgleich auf RTL+. Es wird alles immer komplexer. Diese verrückte Welt…

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Abends

Abends denke ich mir manchmal: Worüber du da am Nachmittag schreiben wolltest, das ist doch eigentlich jetzt gar nicht mehr relevant.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich gerade – wieder einmal – vergessen habe, was es eigentlich war…

Meine Gedanken kreisen nur noch um das Buch, sorry…

Welches ich jetzt übrigens noch einmal um einige Bilder entschlackt habe. Weniger ist mehr. Teilweise waren mehr Bilder als Text, das muss ja auch nicht.

Das E-Book ist also eigentlich fertig. Bis auf die Preise… Und dann muss ja noch das Taschenbuch…

So nach Halloween wirkt manche, kommentarlos übrig gebliebene Deko schon beinahe wieder cool:

Branding is everything…

Es gibt doch eh keinen einzigen Menschen mehr in diesem Land, der den Tipp noch nicht kennt…

Schon süß, die Tüte mit alten Wilhelm-Busch-Zeichnungen. 🙂 Aber mein innerer Monk will da einfach nur ein s hintersetzen…

Thea Gilmore: Bad Moon Rising (2010):

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„Positiv ist, dass es kaum Hinweise auf den Ku Klux Klan gab“

Puh, gerade noch mal Glück gehabt…

Hinweise auf den NSU hat der Verfassungsschutz Hessen aber auch nicht gefunden. Den geheimen Bericht, den die Behörde erst für 120 und dann immer noch für 30 Jahre unter Verschluss halten wollte, haben das ZDF Magazin Royale und FragDenStaat am Freitagabend geleakt.

Und was ich an der ganzen Sache am interessanten finde ist, dass sich kaum jemand darüber aufgeregt hat. Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen hat protestiert, ebenso die CDU, die dort an der Regierung ist. Sonst erstmal keiner.

Vielleicht lohnt die Aufregung eh nicht, denn es steht darin nicht viel Neues. Dass der Verfassungsschutz V-Männer aus der rechten Szene mitfinanziert hat, ist lange bekannt. Dass er vor dem Selbstmord der beiden Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos und deren Bekennervideo keine Ahnung vom NSU hatte, ist ebenso nichts Neues. Dass die Behörde Hinweise von Waffenbesitz bei mutmaßlichen Rechtsterroristen hatte, aber derartige Informationen nicht an die Polizei weitergegeben hatte, oder so etwas schlicht versandet ist: peinlich, aber beinahe schon erwartbar. Wie konnten die sonst so lange im Dunkeln tappen? Informationen zu neuen V-Leuten? Keine Spur.

Es stellt sich also heraus, dass die geplante Geheimhaltung wohl einfach nur das Versagen des Verfassungsschutzes decken sollte. In 30 Jahren wären die Verantwortlichen kaum noch zu ermitteln gewesen, längst verstorben oder das Interesse daran erkaltet. Der Leak geht so für mich in Ordnung. Jetzt müssen sich die Angehörigen des NSU-Opfer wenigstens nicht mehr mit der Ungewissheit quälen. Sie haben es hier nämlich schwarz auf weiß: Der Verfassungsschutz hat schlicht versagt oder sogar: absichtlich weggeschaut.

Schafe ??‍♂️

Spiegelungen:

Jerry Lee Lewis: Whole lotta shakin‘ goin‘ on (1964). RIP, Killer! Es gab wohl kaum einen Musiker, der seinen Fans – im wahrsten Sinne des Wortes – so nah war:

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Wiederaufbautraining

Ich hab meine Bronchitis heute offiziell für beendet erklärt. Auch wenn sie es streng genommen zu 100% noch nicht ist. Tischtennis-Training ging auch schon problemlos. Die Anfahrt den Propsthof rauf war schon noch über die Maßen anstrengend. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass das schlicht das neue Normal für mich ist.

In den zwei Monaten seit meiner Radtour habe ich mich kaum bewegen können, mein Rad war ja zudem noch fast 1 Monat bei der Inspektion (und die Nabe verliert jetzt Öl ?). Ich habe über 5 kg zugenommen! Und mich dabei gar nicht einmal über die Maßen ungesund ernährt. Ich hab weiterhin intervallgefastet und ziemlich viel selbst gekocht. Es waren mehr Cheat Days dabei als früher, aber eigentlich bin ich im Schnitt bei 2 Mahlzeiten pro Tag geblieben. Es scheint schlicht der Sport zu sein, in dessen Abwesenheit ich mit meinem normalen Ernährungsgewohnheiten zunehme.

Nicht gut. Wenn man in 2 Monaten 5 Kilo zunimmt, dann wären das aufs Jahr gerechnet 30. Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist. Aber jetzt werden natürlich wieder andere Saiten aufgezogen.

Meine Kondition scheint wirklich gelitten zu haben, meine Genauigkeit beim Tischtennis auch. Ich komme dazu schnell aus der Puste, die Wampe ist zurück. Es gibt viel zu tun. Wiederaufbautraing – der Name ist nicht übertrieben.

Ich sehe aber auch ein paar Chancen darin. Laut dem Sportarzt bin ich ja immer falsch gelaufen. Vielleicht ist es jetzt die Zeit, das mal von Grund auf neu zu lernen, wenn ich eh wieder mehr oder weniger bei null anfangen muss. Im Tischtennis mal versuchen, die Grundschläge richtig zu lernen. Wollte ich eh. Vielleicht wird das ja sogar gut, besser als vorher.

Ringe der Macht (Amazon Prime): Ich weiß jetzt, was mich die ganze Zeit gestört hat. Es ist diese GRAUENHAFTE Musikuntermalung. Viel zu laut, viel zu betont, viel zu schnell schwankend, viel zu viel.

Die Hobbits finden ein grünes Tal, in dem endlich wieder Äpfel wachsen – fröhliche Musik – ach nee, doch nicht, da ist ein fauler Apfel dazwischen – dramatische Musik – aber halt! Da ist ein Schmetterling, ein Zeichen der Hoffnung – hoffnungsvolle Musik.

Die Musikrichtung ändert sich alle 5 Sekunden, das nervt wie die Sau und tötet die Stimmung komplett!

Ansonsten – das große Finale gucke ich mir gleich noch an – fand ich das gar nicht sooo schlecht. Halt ein Prequel der Herr-der-Ringe-Filme. Und einige der Charaktere hat man schnell lieb gewonnen. Spannend ist es irgendwo auch. Aber, bitte! Macht in Staffel 2 nicht mit dieser Musiksülze weiter!

Buch: Das Layouten wird noch ne Menge Arbeit werden. Die Kindle Create-App, die man benutzen muss, ist irgendwie von gestern, die angebotenen Layouts sind nicht hübsch. Bilder kannst du nur aus einer Liste auswählen (und ich habe sie nicht benannt, sie heißen alle 20220801_165436.jpg oder ähnlich) und nicht als Thumbnail anzeigen. Na, mal sehen. Wird schon klappen, aber da brauche ich noch mal ein paar ruhige Stunden für.

Doch, das Pixel 7 Pro macht gute Bilder. Sogar mit 2,9x-Zoom:

Chris Staples: Park Bench (2016):

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Im Rhein

Ich war heute im Rhein spazieren. Ja, richtig gelesen, im Rhein. Seit rund einem halben Jahr begnügt sich Deutschlands größter Strom mit kaum mehr als der Hälfte seines eigentlichen Bettes. Du kannst problemlos einige hundert Meter im eigentlichen Flussbett spazieren gehen.

Einige Leute haben dort mit Steinen feste Plätze angelegt und auch Lagerfeuerstellen erschaffen. Es blühen Blumen dort:

Viele Naherholungstouristen genießen die Ruhe da unten. Angler – ja, was fangen die da eigentlich noch an Fischen?

Ja, sicher, das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Aber was ist eigentlich, wenn das jetzt das neue Normal ist. Der Rhein ist noch schiffbar, es könnte alles schlimmer sein. Aber wenn Deutschland langsam austrocknet – und danach sieht es aus – ja, wo sollen wir dann eigentlich alle noch hinziehen, wo es dann noch Wasser gibt und noch bewohnbar ist?

Dahmer (Netflix) ist super! Die Macher haben die Geschichte um den ruhigen Serienkiller Jeff Dahmer stark aufbereitet und aus allen Perspektiven erzählt. Die Sicht des Täters, seiner Angehörigen, der Opfer und wiederum deren Angehörigen.

Und die Geschichte hat einfach so viele Unglaublichkeiten. Wie die Nachbarin einen von Dahmers Morden durch die Lüftungsanlage hört, zum wiederholten Male 911 wählt, aber die Polizei einfach nicht kommen will. Wie Polizisten einen von Dahmer fliehenden 14-jährigen Jungen zurück in dessen „Obhut“ bringt. Wie dessen Vater später von Polizisten regelmäßig am Telefon schikaniert wird. Wie die Polizei im ganzen Fall überhaupt komplett versagt hat, weil Dahmer sich hauptsächlich schwule People of Color als Opfer ausgesucht hat, für die sich die Polizei nicht interessierte. Wie Dahmer im Gefängnis Fanpost bekommt und sich am Ende noch taufen lässt, damit seine Sünden „weggewaschen“ werden, während die Kirche für die Opfer keinen Trost bereithält.

Das Ganze mit durchgehend tollen Schauspielern – allen voran Evan Peters – fesselnd und sehr kurzweilig erzählt. Can recommend!

Fast 6 Wochen schleppe ich die Scheißbronchitis jetzt mit mir rum. Und abgesehen davon, dass es mir mental erstaunlich gut geht (meine besten Freunde sind weggezogen, mir fehlt die Perspektive, ich kann mich nicht bewegen, es ist Krieg, alles wird teurer, wir heizen das Klima eher noch mehr an -> mir geht es super ??‍♂️), sind die Folgen fatal. Ich habe mehrere Kilos zugenommen (hab mich noch nicht auf die Waage getraut, aber ich kann es auch an meinem Bauch ablesen), kaum noch Fitness, bekomme langsam Rücken, will mich bewegen, darf nicht…

Ich kann nicht mehr tun, als einen Post-Bronchitis-Sportplan zu entwickeln, der immerhin etwas nachhaltiger wäre als zuletzt. Man hat ja viel nachgedacht und ist jetzt auch in einem gewissen Alter. Ich muss weg von diesem Brute-Force, hin zu: mehr Köpfchen. Heißt auch: Mehr Theorie pauken (klingt trocken, aber im Falle von TT sind es hauptsächlich spannende YouTube-Videos) und sich mal ernsthaft mit HIIT beschäftigen. Ich mach mal…

Guy has a point:

Also, mal abgehen davon, dass das ganz plumpe Eigenwerbung ist, komme ich über das mit der „tägliche[n] Kunst Dosis“ nicht hinweg. Tägliche Dosis Kunst, täglich Kunst Dosis. Tägliche Kunst Dosis. Jach! Er hat’s geschafft, dass mein Gehirn draufrum kaut. Und wenn das sein Ziel war, dann ist es ja schon Kunst. ???‍♂️

Jeder Film auf Apple TV+ ist irgendwie gleich. Alleinerziehendes Elternteil kommt zurück in die Heimat, muss sich der Vergangenheit stellen, hat keine Bezugsperson außer früherem besten Freund, blablabla. Könnte trotzdem immer wieder einschalten und werde ich hier wohl auch. ?

Es gibt Belgizismen, wie „anbefohlen“ oder „Fritüre“. Nice!

Ohne Worte:

Mirel Wagner: What Love Looks Like (2014):

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Zufluchtsort

Sehe ich das richtig, dass Deutschland eigentlich das letzte Land dieser Größe ist, in der Demokratie noch funktioniert? Das nicht völlig gespalten ist, wie die USA, das nicht droht, zu einer Diktatur zu werden, wie es in Türkei und Russland schon passiert ist, oder in der Rechtspopulisten an der Macht waren oder sind wie in Italien, Schweden, wieder den USA, Ungarn, Brasilien, Japan, bald vielleicht auch Frankreich…

Der Demokratie geht es nicht besonders gut, dieser Tage, aber hier funktioniert sie noch. Könnte Deutschland dann nicht eigentlich all in gehen und zur Zufluchts-Demokratie werden. Also das, was die USA einmal waren? Ein Land, das sich Menschenrechte nicht nur auf die Fahnen schreibt, sondern auch handelt, schneller handelt, und nicht etwa frühere Helfer in Afghanistan den Taliban überlässt, sondern sie dort rausholt. Ein Land, das klarer und deutlicher anspricht, wenn anderswo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, selbst wenn das Nachteile mit sich bringt. Ein Land, das zur dauerhaften Zuflucht für politisch Verfolgte werden könnte, in der gut ausgebildete Fachkräfte dauerhaft bleiben könnten, selbst wenn es mit der Sprache schwierig ist. Ja, ich weiß, wird teilweise schon gemacht. Aber es ginge noch mehr, deutlich konsequenter und vor allem: schneller. Würde ich mir wünschen.

Buch: Gestern 2 Infokästen, heute 4 Infokästen, morgen vielleicht nochmal 3, dann wäre das meiste geschafft.

Ganz schön was los neuerdings vor dem Namenlos und dem Bla in Bonn. Die Ecke scheint zu alten Zeiten zurück zu finden:

Manchmal wundert man sich über sich selbst und die eigene Ignoranz. Zum Beispiel, dass es einen überrascht, wenn man Dinge besser kann, die man mehrmals am Tag übt, statt nur einmal. Selbst wenn man nur kurze Pausen zwischendurch macht. Eigentlich ja logisch, trotzdem habe ich das jahrelang mit nichts praktiziert.

Zum Beispiel das vermaledeite D auf der Ukulele. Drei Seiten auf demselben Bund gleichzeitig greifen. Das ist auch ohne Wurstfinger akrobatische Schwerarbeit…

Gelang mir aber immerhin beim vierten Versuch heute ein paar Mal, und ich konnte Strophe (warum nach der Rechtschreibreform eigentlich nicht „Strofe“?) und Refrain von „Every Single Night“ von The Harmaleighs nachspielen. Was übrigens Lied des Tages ist (hatte ich das hier noch gar nicht?!). Enjoy:

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Schule in geil

Ukulele-Unterricht heute, die dritte Stunde. Wir sind bisher ziemlich planlos vorgegangen und haben trotzdem eigentlich schon ganz schön was geschafft. Töne, Anschläge, Grifftechnik, Aufbau von Akkorden, Tonleitern, Oktaven, Halbtöne (und noch einige Fachbegriffe mehr, die ich schon wieder vergessen habe). Zuletzt ging es darum, wie man Tabs eigentlich richtig liest und spielt.

Weil er selbst auch keinen Plan hatte, fragte mich Sascha heute, ob ich derzeit noch einen Song zu spielen probiert hätte. Und ich sagte: ja, den Song, den ich gestern hier im Blog gepostet hatte, habe ich heute Morgen noch versucht, nachzubauen. Welcher war denn das, fragt Sascha?

Und dann haben wir den Rest der Stunde damit verbracht, „Open Passageways“ von All Them Witches zu analysieren, nachzubauen und zu spielen. Sascha hat mir noch einmal genau erklärt, wie ich Ukulele-Tabs im Netz lesen kann und wie Töne die Grundlagen von Akkorden bilden. Ich habe die ganze Zeit auf den Moment gewartet, an dem er sagt: „So, genug rumgespielt für heute, wir müssen jetzt ernsthaft Theorie lernen.“ Aber der Moment kam einfach nicht.

Auf dem Nachhauseweg kam mir der Gedanke, wie es eigentlich wäre, noch einmal in der Schule zu sein. Aber mit solchen Lehrern, mit einem freien Lehrplan und mit echter Motivation.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber ich habe Schule nur als diesen Druckkessel kennengelernt. Immer müde hin, alle mies gelaunt, viel Stoff, der dich gar nicht interessiert und schlecht erklärt wird, Lehrer, an denen zum Teil Diktatoren verloren gegangen sind.

Was wäre, wenn man das anders aufzöge? Mit Bock, ohne Druck, mit modernen Lernmitteln und viel Spaß bei der Sache. Vielleicht hätten dann sogar die Lehrer noch einmal Lust, den Stoff anders zu vermitteln. Hätte ich beinahe noch mal Lust drauf, um meine ganzen Defizite ein für alle Mal aufzuholen oder noch etwas Neues zu lernen. Musikunterricht mit der Ukulele, Deutschunterricht mit moderner Literatur, na ja, und halt noch irgendwas Technisches. Vielleicht zur Abwechslung mal mit YouTube-Videos und an anschaulichen Beispielen/Projekten erklärt.

Nur bitte nicht morgens um 0750 Uhr. Die ersten beiden Stunden würde ich schwänzen. Vielleicht kann man auch gleich erst um 1000 Uhr anfangen, wie meist auf Fortbildungen.

iCloud, ich hasse dich:

Wechselt Apple jetzt ernsthaft auf Pfund, weil der Euro so schwach ist? ?

Mache ich übrigens nicht. Ich finde iCloud so mies, dass ich dafür keinen Cent ausgeben möchte, wenn ich nicht muss. Meine freien 5 GB sind anscheinend auch nur deswegen voll gewesen, weil das neue iPhone ungefragt Updates dort abgelegt hat und WhatsApp sich automatisch dort sichert. Brauche ich aber beides nicht.

Buch: Die vertikalen Bilder habe gestern Abend doch noch alle auf 3:4 umgemodelt. Sieht wirklich besser aus, du bist näher am Geschehen:

Ansonsten war es heute ein grässlich unproduktiver Tag. Ich wollte eigentlich heute Abend ein ganzes Stück weiterkommen mit den Infokästen zu jedem Kapitel, aber mir ist einfach nichts eingefallen, worüber ich zu Baden-Württemberg hätte schreiben können. Und statt andere Kapitel vorzuziehen, habe ich es irgendwann drangegeben. Nee, das heute war nichts. Vielleicht muss so ein Tag aber einfach auch mal sein.

Holt eure Lupe raus und sucht den Content auf dieser Seite vom Bonner Generalanzeiger:

Wenn man wenigstens scrollen könnte, wäre es ja nicht so schlimm. Kann man aber nicht…

Ja, nee. 10 Prozent Inflation pro Tag oder was?

Es gab auch Tomaten für 10 Euro, das Kilo.

Und ob er das muss!

Ach Scheiße. Ich kann den Tag nicht abhaken, ohne zumindest einen Infokasten geschrieben zu haben. Dann erstmal zum Kapitel danach über Neuschwanstein:

Hooded Fang: Graves (2013):