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OK

109: Grün

Gibt Tage, da hat man das Gefühl, nichts erlebt zu haben, obwohl man eine ganze Menge gemacht hat. Habe heute etliche E-Mails geschrieben, zusammen mit Daniel 1 Podcast-Folge aufgenommen, versucht, Linux auf einem neuen Rechner zu installieren (erstmal erfolglos), gekocht und schließlich Tischtennis gespielt. Hier diesmal auch nicht das Gefühl gehabt, dass ich mich hätte anstecken können bei ganzer Zeit geöffneter Tür, aber schauen wir mal. Immerhin mein erstes Einzel gewonnen, gegen einen Gegner, der ganz offensichtlich mindestens genauso lange wie ich nicht trainiert hatte.

Unser Podcast drehte sich um Serien. Dabei fiel mir auf, dass ich eigentlich kaum noch Serien schaue. Selbst „The Handmaid’s Tale“, dessen 3. Staffel ich gerade gucke, lässt mich inzwischen relativ kalt. Es gibt immer mal wieder was, was mich reizt. Aber ansonsten ist der große Serienhype für mich vorbei.

Habe beschlossen, dass bei der nächsten Bundestagswahl die Grünen gewinnen müssen. Es geht nicht mehr anders. Ja, ich könnte mich mit Söder als Kanzler anfreunden, aber der Rest der CSU geht gar nicht. Schaut man sich heute an, wer da alles wichtige Ministerposten bekleidet und dabei von einer Peinlichkeit in die nächste schlittert (nehmt exemplarisch Scheuer und Seehofer), dann muss ich sagen, reicht mir das nicht. Wir brauchen eine familienfreundlichere Politik, wir brauchen klare Kante gegen die AfD, wir brauchen natürlich auch eine grünere Politik. Außerdem kann es überhaupt nicht sein, dass keine Frau nachts rausgehen kann, ohne Angst zu haben, überfallen zu werden, und dass das allen scheißegal ist. Wo sind wir denn eigentlich inzwischen hingekommen? Warum gibt es keine echte wählbare Alternative zur CDU, die mal etwas wirklich anders machen würde? (Nein, nicht die AfD, die ist nicht wählbar.)

Rauft euch zusammen, Grüne, und bietet noch irgendwen Wählbares als Kanzlerkandidatin auf! Ja, ich schreibe bewusst Kandidatin, weil Frauen die besseren Staatslenker*innen sind. Wir brauchen einen Wechsel, und die SPD taugt dafür nicht.

Den „Aufmacher“ von Günter Wallraff nachgeholt. (Danke fürs Ausleihen, Mattes!) War ganz anders, als ich erwartet hatte. Wallraff präsentiert sich hier viel angriffslustiger als in seinen späteren Werken. Bis auf ein Kapitel (in dem Bild-Redakteure Selbstmordkandidaten ermutigen, es durchzuziehen) gingen mir die Geschichten auch nicht besonders nahe. Es ist sogar zum Teil amüsant zu lesen, wie Wallraff als Hans Esser zu einer schon feststehenden Schlagzeile einen Beitrag erschaffen muss, der dann mit der Realität auch gar nichts mehr zu tun hat. Das Buch ist 43 Jahre alt und auch, wenn viele der Methoden sicher heute noch gelten, könnte ich mir vorstellen, dass die Aufdeckung damals recht revolutionär war. Heute ist die dargestellte Vorgesehensweise Alltag, bei Bild immer noch, besonders aber auch in vielen Online-Medien. Daran ist man mittlerweile gewöhnt und gewissermaßen abgestumpft. Ein gutes Werk von Wallraff, aber „Ganz unten“ fand ich im Nachhinein wesentlich beeindruckender.

Ein Bild noch, mehr habe ich heute nicht. Ein Verkeherschaos mit einer gewissen Ästhetik:

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Right

108: Was ist schon endgültig?

Ich hab meine Mitgliedschaft im Fitnessstudio gekündigt und irgendwie fühlt sich das an, wie das Ende von etwas. Gekündigt habe ich, weil ich den Laden irgendwie verschlafen fand, sie die Einrichtung trotz neuen Konzepts nur halbherzig verbessert haben, weil ich mich irgendwie immer nur als Kunde gefühlt habe, nicht als Mitglied und weil sie immer noch auf Drinnen bestehen, trotz Corona.

Dabei sind Kündigungen in der heutigen Wirtschaftswelt längst nichts Endgültiges mehr. Sie sind mehr eine Notwendigkeit geworden, um den Preis neu zu verhandeln, ein neues Angebot vorgelegt zu bekommen oder einfach nur mal ernst genommen zu werden. (Vodafone, ich blicke in deine Richtung.)

So oder so brauche ich jetzt eine neue Sportart. Ich dachte an Outdoor-Gym, sehe da auch immer wieder Gruppen auf den Wiesen am Rhein rumturnen. Gucken wir mal, was es da gibt.

Year-End-Challenge, so oder so: Jeden Morgen 5 Minuten Frühsport auf der Matte, 2x Bauch, 2x Rücken, 2x Planking. Muss reichen, ist auch schon eine ganze Menge, wenn ich das drei Monate lang jeden Morgen machen will.

Ladies and gentlemen, we have ourselves a non-reactive Corona-Testergebnis:

Bin tatsächlich ein wenig überrascht. Ich war so viel unterwegs, dass es fast ein Wunder ist, sich das nicht versehentlich irgendwo eingefangen zu haben. Und jetzt? Ändert sich erstmal nichts. Und es sagt mir, dass ich entweder Glück hatte oder die ganzen halbherzigen Maßnahmen von Bund, Land, mir selbst und dem Westdeutschen Tischtennisverband bisher mindestens ausreichend waren. Immerhin.

Das Google-Event gecovert. Beim neuen Smart Speaker Nest Audio war der Tenor: Egal ob Corona oder nicht: Es muss immer Musik da sein.

Das geht mir längst nicht mehr so. Es ist vielleicht eine Alterserscheinung und/oder liegt daran, dass es kaum noch neue Musik gibt, die mir gut gefällt. Aber immer häuftiger nervt mich Musik. Ein, zwei Songs, und ich hätte lieber wieder gerne meine Ruhe.

Ja, dann werd ich halt alt…

Ironischerweise trotzdem wieder entdeckt und heute mehrmals gehört: Tori Amos: Silent all these years. Was für ein fantastischer Song das eigentlich war. 28 (!) Jahre her…

Lars getroffen. Lars hat mit mir zusammen Abi gemacht und nach seinem Studium noch drei Studiengänge erfolgreich abgeschlossen. Nacheinander, neben der Arbeit, bei weit mehr als 40 Stunden die Woche in leitender Position. Es sagt, das hat ihn entstresst.

Das ist… beängstigend.

Es wird ernst, ich muss mich damit befassen. 🙁 Hat mal einer 48 Stunden, die er mir schenken kann?

Bilder. Der Herbst ist da, der Herbst ist klar:

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Yeah

107: Optimistische Internationale

Ich habe hier gestern ganz schön vom Leder gezogen und im Anschluss eine ganze Menge geträumt. Gute Dinge eigentlich. Wodurch sich der Bogen zu diesem Beitrag spannen lässt. Wir sind durch die letzten Jahre geneigt, immer vom Schlimmsten auszugehen. Aber lassen wir doch mal ein paar positive Töne anklingen, etwa was wäre, wenn alles einfach mal gut würde. Eine optimistische Internationale sozusagen. Und zwar eine, die gar nicht so unrealistisch ist.

  • Joe Biden gewinnt Anfang November die US-Präsidentschaftswahl. Dass Trump ein Pleitegeier ist, kaum Steuern gezahlt und Corona verharmlost hat, wird selbst seinen treuesten Anhängern zu viel. Sie sägen ihn ab und wählen den Anderen.
  • Biden bringt ein paar gute erste Gesetze auf den Weg. Dann stirbt er plötzlich eines natürlichen Todes. Seine automatische Nachfolgerin wird die Vize-Präsidentin Kamala Harris.
  • Und plötzlich stellt Amerika fest, die perfekte Staatslenkerin im Weißen Haus zu haben. Nicht-weiß, weiblich, klug und mit dem Herz am rechten Fleck. Sie schafft es, die beiden zerstrittenen Lager zu versöhnen.
  • In Deutschland hat derweil die AfD fertig. Selbst abgehängte Merkel-Hasser sehen ein, dass die Partei schlicht menschenverachtend und nicht mehr tragbar ist. Was von ihr noch übrig ist, kommt bei der Bundestagswahl auf unter 5 Prozent.
  • In Brasilien treten bei Jair Bolsonaro plötzlich Corona-Spätfolgen auf. Er sieht sich außer Stande, die Regierungsgeschäfte weiterzuführen. Es gibt Neuwahlen, eine indigene Staatslenkerin gewinnt.
  • Die Bundesregierung entschließt sich zu einer deutlich weiter reichenden Förderung von Solarstrom und verlängert auch die Förderung von Windkraft. Für den Bau neuer Windparks finden Bund, Länder und Kommunen eine gemeinsame Lösung.
  • Auch die Förderung für E-Autos geht weiter und wird ausgedehnt auf E-Bikes, Lastenfahrräder und normale Fahrräder.
  • Als Abschiedsgeschenk beschließt Merkel den deutlich früheren Ausstieg aus der Braunkohle. Hambi darf bleiben, Datteln 4 geht nicht mehr ans Netz.
  • Die Forschungen am Wasserstoff-Flugzeug werden erheblich intensiviert. Erste Prototypen gibt es bereits 2025; 2030 heben die ersten Maschinen damit ab. Aufgrund der Verluste durch Corona des heimischen Freizeit- und Hotelgewerbes bleiben Europäer für ein paar Jahre in Europa. Reisebusse und Bahnen feiern eine Renaissance.
  • Plastik zu vermeiden wird zum Trend. Unverpacktläden boomen so sehr, dass auch normale Supermärkte umdenken und Unverpackttheken einführen.
  • Um eine 2. Corona-Welle kommen wir derweil herum, ebenso wie um einen zweiten Lockdown, weil die Leute doch noch rechtzeitig vernünftig werden und sich wieder am Riemen reißen. Der Preis wäre einfach zu hoch. Im März 2021 ist Covid-19 Geschichte.
  • Es regnet den ganzen Herbst durch, die drei Dürrejahre bleiben die einzigen. Und überhaupt endet die Klimaerwärmung plötzlich. Die Energiewende verfolgen wir trotzdem bis zum Ende. Die „Wir haben’s doch gesagt“-Sager bleiben ungehört, weil wir inzwischen Social Media 2.0 haben, dezentrale, nicht-kommerzielle Lösungen, in denen ein grundfreundliches Klima herrscht.

Ja. Das hätte doch Hand und Fuß so. Und überhaupt: warum nicht! Was sind eure Ergänzungen?

<3 🙂

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Hm

106: „Wenn ich der Staat wäre, würde ich meine Veranstaltung auch verbieten lassen“

Die groß angekündigte Reportage „Rechts. Deutsch. Radikal.“ auf ProSieben lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Kronzeugin Lisa Licentia, die sich anfangs stramm rechts positioniert und mitten in der Doku plötzlich zusammenbricht und das Opfer gibt, kommt mir im Ganzen unglaubwürdig vor. Sonderbar auch, dass das Abschlussinterview mit dem mittlerweile deswegen entlassenen AfD-Pressesprechers Christian Lüth nur als Gedächtnisprotokoll wiedergegeben wird und dennoch bereits personelle Konsequenzen nach sich gezogen hat. Migranten erst ins Land lassen, um sie hinterher noch zu erschießen oder zu vergasen, wie er es demnach gesagt hat… Und so einer war bis gestern Pressesprecher der AfD-Bundesfraktion.

Interessant auch die Aussage des bekennenden Rechtsnationalisten Alexander Deptolla, der für die rechte Szene Kampfsport-Events organisiert und darüber sagt: „Wenn ich der Staat wäre, würde ich die auch verbieten lassen.“

Ganz neu und exklusiv ist sind die Einblicke des Reporters Thilo Mischke nicht. Im Dortmunder Nazi-Kiez hat etwa Y-Kollektiv vor einigen Jahren auch schon einmal mutig recherchiert. Und was mir auch nicht gefiel, ist sein Fazit am Schluss, in dem er vor den menschenverachtenden Neurechten warnt. Die Meinung kann sich nach dem Gesehenen doch eigentlich jeder selbst bilden.

Trotzdem braucht es solche Reportagen, immer wieder. Einfach um zu zeigen, dass die braune Szene in Deutschland aktiv ist, stärker wird und die AfD mitnichten auf dem Weg ist, eine bürgerliche Partei zu werden. Man muss ProSieben jetzt keinen Ehrenpreis dafür verleihen, dass sie die Reportage mit viel Werbetamtam in die Primetime gehoben haben. Aber mir immer noch dreimal lieber so, als wenn es sie mitten in der Nacht versendet hätten.

Technischer Einschub: Als ich heute von der Reportage gehört habe und sie sehen wollte, stand als nächstes die Frage: Wie eigentlich? Ich habe keinen Fernseher mehr, meine USB-Fernsehkarte von Hauppauge ist nur Windows-kompatibel und ich habe einen Mac, die allermeisten Live-Sendungen, die ich sonst noch sehe, laufen in den Mediatheken oder Live-Streams von ARD und ZDF. Für Zattoo und ähnliches möchte ich für nur eine Sendung kein Geld ausgeben. Stellte sich heraus: Joyn ist die beste Lösung. TV-Livestream für umme und weiterhin ohne Anmeldung, okaye Bildqualität, hallllbwegs zuverlässig. Noch eine gute Investition, die ProSieben da getätigt hat. Schauen wir mal 2021, ob das auch EM-tauglich ist.

Bleiben wir beim Thema: Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass die Rechte in den letzten Jahren so erstarkt ist und in den sozialen Medien gefühlt jeder Zweite mittlerweile rechts ist (ist er nicht)? Das liegt daran, dass soziale Netzwerke unsere Wahrnehmung steuern, Ängste schüren und politische Meinungen bilden können. In dem Zuge sehr interessant ist die Reportage auf Netflix „The Social Dilemma„. Im ersten Teil der Docu-Fiction geht es darum, wie Social Media uns süchtig macht. Da dachte ich noch: Ja selber Schuld, das ist doch jetzt nichts Neues mehr. Dann löscht’s halt eure Accounts und legt’s eure Smartphones mal beiseite, ist ja jeder selber für verantwortlich. Zum Problem wird’s aber, und das zeigt der zweite Teil sehr eindrucksvoll, dass sich zwar jeder im Prinzip selbst da rausziehen kann, wir aber kaum beeinflussen können, dass die anderen es auch tun. Zurück bleibt eine tief gespaltene Gesellschaft, die sich in mehrere Richtungen radikalisiert. Das zeigt sich längst in Wahlergebnissen, Straßenschlachten, hierzulande in den ersten, teils tödlichen Angriffe auf Politiker, in anderen Ländern gar Pogrome. Und das schnürt einem schon den Hals zu.

Ihr wollt da nicht auch noch von mir belehrt werden, aber einen Rat muss ich verteilen. Steht mal vom Rechner auf und dreht eine Runde durch euer Viertel. Wie schlimm ist es da wirklich?

Markus Söder hat gestern auf dem virtuellen CSU-Parteitag fünf Minuten lang Hassbotschaften vorgelesen, die er selbst erhalten hat (via turi2).

Finde, er präsentiert sich da sehr besonnen, ruhig und versöhnlich. Ganz ehrlich: Sollte der Mann nächstes Jahr Kanzler werden, es wäre nicht das Allerschlimmste, was diesem Land passieren könnte.

Auch wenn er den Atommüll am liebsten nach dem Sankt-Florian-Prinzip verteilen würde. Überall bitte, aber doch nicht zuhause in Bayern!

Ohnehin glich das heute einem „Deutschland sucht den Superstandort„. Eine Empfehlung, die ebenso mit Spannung erwartet wurde, wie man hoffte, die eigene Region sei bitte nicht dabei um die Verlosung für den Standort des künftigen Atommüllendlagers.

Solange das sonstwohin kommt außer nach Bonn (oder dahin, wo meine Freunde und Familie wohnen), ist mir das auch ziemlich egal.

Und noch einmal Politik, dann ist aber auch gleich Schluss damit: Bonn hat also künftig eine Grüne Oberbürgermeisterin. Viel Erfolg, Frau Dörner!

Mir war es ja am Ende fast egal. Wobei ich mit Sridharan jetzt schon etwas mitleide. So schlecht war er nicht, vieles konnte er nicht durchbringen, das eine oder andere hat er wohl auch vermasselt, klar. Es wäre zwar gerecht und eigentlich auch vernünftig gewesen, ihm noch einmal 5 Jahre zu geben, weil 5 Jahre als OB wirklich nicht die Welt sind. Aber, so ist Fußball nun einmal das poltische Geschäft. Haste nicht brilliert oder biste in der falschen Partei, wirste abgesägt. Frau Döner wird sich aber noch wundern, wie wenig sie am Ende durchgesetzt bekommt in den 3 Jahren, die ihr vielleicht noch bleiben, nachdem sie sich in den ganzen Driss eingearbeitet hat.

Jetzt möchte ich nämlich auch bitte die Fahrradhauptstadt Bonn haben! Oder zumindest eine deutliche Verbesserung der Fahrradinfrastruktur bis 2025. Wir können ja gerne wetten, ob wir das auch bekommen, und wenn ja, wie viel davon dann auf ihrem Mist gewachsen sein wird. Ich prophezeie: nein, und: nicht besonders viel. Nicht weil sie nicht will, sondern weil sie am Ende nicht können wird.

Und dann war da heute noch ein Corona-Antikörper-Test für mich. Und so viel gibt’s da eigentlich gar nicht zu erzählen. Sie schicken dich ins Gewerbegebiet in Nähe des Straßenstrichs, lassen dich kurz draußen warten, holen dich dann ins allererste Zimmer hinter der noch offenen Tür, du desinfizierst kurz vorher deine Hände, setzt den Atemschutz auf, legtst ab, setzt dich und dann zapfen sie dir auch schon Blut ab. Ergebnisse dauern jetzt natürlich noch etwas.

Und nach Aussage der Mitarbeiter ist ihr Test natürlich sehr aussagekräftig. (Nimm das, Boris! ;). Zumindest würde ich eine Einladung zu einem weiteren Test bekommen, sollte er positiv ausfallen, und wenn er negativ ausfällt, dann hätte ich auch ziemlich sicher nichts gehabt. Bin gespannt.

Nach 30 Spielen ohne Niederlage ist der FC Bayern gestern von der TSG Hoffenheim gleich mit 1:4 abgewatsch worden. Und als wäre das nicht schon lustig genug, leuchtete heute die Aufschrift „TSG“ auf der Außenfassade der Müncher Allianz-Arena. Nanu, denkt sich der Beobachter im ersten Moment, bedanken sich die Bayern jetzt schon dafür, wenn sie verlieren?

Bild: Telekom

Leider nein, das war eine wunderbar verunglückte Werbung der Telekom für „T-5G“. Das hat man dann davon, wenn man großspurig für 5G wirbt, den kleinen Mann da aber nicht ran lässt.

Bild des Tages noch, dann habt ihr auch für heute genug getan. 🙂 Längster und politischster Post seit langem. Danke, dass ihr bis hierhin durchgehalten habt!

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Hm

105: Die Medien

„Wenn ich sehe, was die Medien online schreiben… das stimmt doch alles nicht. Ich habe Familie zuhause im Irak, von denen hatten viele Corona. Keiner hatte das so schlimm, wie die Medien immer schreiben.“

„Na ja, die Medien schreiben ja schon nichts auf, was nicht stimmt. Sie dramatisieren, sie zeigen nur einen Teil des Ganzen, bauschen manchmal auch ein wenig auf. Aber sie schreiben ja nur Geschichten über Krankheitsverläufe, die auch tatsächlich stattgefunden haben.“

„Aber wissen Sie, wenn Sie eine Grippe haben, also eine echte, schlimme Grippe, dann schmecken und riechen sie auch nichts und liegen ein paar Wochen flach. Die ganze Wirtschaft, so viele Geschäfte gehen pleite… das kann auch Deutschland nicht verkraften.“

„Aber das sind ja Entscheidungen, die die meisten Staatslenker treffen, und die lassen sich kaum von den Medien beeinflussen. Und die Entscheidungen beruhen auf dem Respekt vor einem noch kaum bekannten Virus.“

„Ja, aber, was die Medien schreiben, online, heute. Das ist doch alles verrückt…“

Ich habe das Gefühl, der Ruf der Medien hat so sehr gelitten, der ist so schnell nicht mehr zu kitten. Zur Not müssen sie mittlerweile auch den Kopf für Dinge hinhalten, für die sie eigentlich nichts oder nur wenig können. Mein Taxifahrer zumindest hat sich auf sie eingeschossen.

Dann wiederum schreiben die Medien auch wirklich viel Mist…

Genau, Mein-MMO, bei dem Begriff „2. Welle“ denken die Leute als erstes an die blöde Playstation…

Medien ey…

Auszug aus den News von Spiegel Online:

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit setzte am Freitag auch Dänemark, Irland, Island, Luxemburg, Portugal, Slowenien und Ungarn auf seine Corona-Risikoliste.

Daneben Teile Frankreichs, Norditaliens, Österreichs. Einige Westschweizer Kantone werden selbst gerade also Risikogebiete für andere eingestuft.

Mit anderen Worten: Die 2. Welle rollt längst, und zwar nicht die für die Playstation 5. Warum wir in Deutschland bislang immer noch recht gut dabei wegkommen, ist mir wieder mal ein Rätsel.

Öhö…

Bild des Tages, wobei, ist bisschen grün:

Schönes Wochenende euch!

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Möh

104: Wo sind meine Gedanken hin?

Das ist ungewöhnlich: Heute Morgen war ich noch in Meppen, seitdem bin ich gut 2h30min auf der Autobahn unterwegs gewesen, habe einiges auf der Arbeit weggeschafft, ein neues Testgerät bekommen, neue Amzon-Geräte bestaunt, Podcasts gehört, viel gelesen, Dinge ausprobiert.

Und ich habe absolut nichts zu erzählen. Dabei war mir noch so, als hätte ich ein großes Thema gehabt, über das ich schreiben wollte. Einfach vergessen.

Entweder ist das beginnende Senilität, etwas Überarbeitung im Moment oder schlicht Verchecktheit. Heute muss ich es auf jeden Fall mal kurz machen.

Das eine Video zeige ich euch trotzdem. Denn die fliegende Indoor-Überwachungsdrohne, die Amazon (Ring) hier vorgestellt hat, läutet für mich eine neue Ära ein. Also klar, im Prinzip wäre sowas schon lange umsetzbar gewesen. Reell aber nicht, dann an irgendwas wäre es gescheitert. Wenn man sowas jetzt wirklich umsetzen kann, dann geht es hier langsam auch voran:

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Yeah

103: Life and Death

Bin gerade mal wieder in der Heimat und wo, wenn nicht hier, kommt mir der Gedanke, was ich tun würde, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte. Den Spruch kennt jeder, aber habt ihr da jemals einen wirklichen Plan aufgestellt? Meiner sieht aktuell so aus:

  • Meine Family zuhause anrufen, mich verabschieden, für alles danken, sie bitten, den Rest der engeren Verwandtschaft zu informieren und möglichst nicht traurig zu sein.
  • Paar Kollegen, Freunde und Ex-Freundinnen noch mal anrufen oder anschreiben und ihnen für die gemeinsame Zeit danken.
  • Lecker Craftbeer kaufen und mit Nicky, Juan und Hendrik auf der Terrasse die Nacht durchsaufen (ja, da müssen sie durch). Paar torfige Whisky sollten auch dabei sein. Zwischendurch Schnitzel bestellen. Hinfahren würde ich mit dem E-Bike, um mir noch einmal den Wind um die Ohren sausen zu lassen. Und irgendwann nachts um 0500, es dämmert schon langsam, kommt der Sensemann und trinkt noch einen mit, bevor wir dann gehen.

Das ist alles? Ja, das ist alles. Kein Überdiesträngeschlagen, kein Auto zu Schrott fahren because: who cares, keinem Ex-Chef die Meinung geigen, keiner Frau, für die ich immer schon heimlich geschwärmt habe, meine Liebe gestehen, keinen Ferrari mit 300 Sachen über die Autobahn jagen oder das letzte Geld noch irgendwie verprassen (oder jemandem überweisen).

Denn all das hätte ich ja auch vorher schonmal irgendwie machen können, wenn ich es wirklich gewollt hätte. Aber irgendwie ist mir sowas gar nicht mehr so wichtig. Selbst wenn ich meinen von langer Hand geplanten, pazifistischen Weltroman, dessen Plot eigentlich schon feststeht, nicht mehr aufgeschrieben bekomme, ich am Ende nichts erreicht haben werde und nicht in den Geschichtsbüchern auftauche, ja im Leben nicht mal irgendwas Großes gerissen habe: Dann wäre das halt so. Ist mir mittlerweile relativ wurscht. 🙂 Und euch so?

Sollte ich aber doch noch alt werden, dann weiß ich, was ich mache: Ich nehme einen Podcast auf und blicke klugscheißerisch auf mein eventuell vorhandenes Lebenswerk zurück, so wie Gerhard Schröder in seiner „Agenda“. Dort trifft er in der aktuellen Folge Uwe Bahn, die Stimme des völlig weltfremden Fußballsenders NDR2 und beide ziehen vom Leder, was Fußball mit Politik zu tun hat und so weiter:

Und ja, ich gebe zu, ich hab mir das nur angehört, um mich darüber aufzuregen…

Und nein, so schlimm war es dann, leider, gar nicht.

Witzige Geschichte: Nicht wenige wollten in den letzten Tagen die Xbox Series X (neue Konsole) vorbestellen und haben statt dessen die Xbox One X (alte Konsole) erwischt. Denn, ja, bei all den X-en kommt man schonmal durcheinander, und das ist kein Vorwurf an die Kunden.

Mit dem Branding war Microsoft noch nie besonders gut… Auch dazu fiel mir vorhin ein, dass letztlich der einzige Grund, warum Windows Phone damals gefloppt ist, der Name gewesen sein könnte. Das System war frisch, ganz anders als die anderen, teilweise seiner Zeit voraus. Aber kein Mensch wollte damals auch nur irgendwas mit Windows oder Microsoft zu tun haben. Hätten sie es doch nur ausgegründet und „Sense“ oder sowas genannt…

Mein Schwager hat einen Playmobil DeLorean mit Doc Brown, Marty McFly, Plutonium-Kiste, dem Hund Einstein und dem Fluxkompensator, der Reisen in die Zeit überhaupt erst möglich macht:

Bin jetzt schon ein wenig neidisch.

Wir können hier nicht halten, das ist Eichenprozessionsspinner-Land!

(Aber wir können einen Aufkleber unseres jeweiligen Fußballvereins drunter anbringen.)

Und noch 1 Bild, weil: Blömsche bei Nacht:

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Yeah

102: Zweite Welle mit Ansage

Wenn jetzt alle wütend sind, wenn einige Hochzeit feiern und dabei so tun, als dass es Corona nicht gäbe, dann muss ich fragen: Was genau habt ihr denn eigentlich erwartet? Dass die Braut nicht mit ihrem Vater tanzt, keine Spiele stattfinden, keiner mal eine Zeitlang vergisst, dass es Corona nicht gibt?

Ich hab mich bei Zeiten schon genug darüber aufgeregt, jetzt tue ich es nicht mehr.

Auch darüber nicht.

Oder darüber.

Nee, bin tiefengechillt heute Abend. Wetter war auch gut, mein E-Bike läuft wieder, auch ganz ohne Reparatur. Mit „Felix Krull“ bin ich jetzt endlich durch, siehe gestern. Kann und mag mich über nichts beklagen.

Hrhr:

Hab seit Ewigkeiten keine Serien mehr geguckt. Werd das jetzt mal nachholen. Seht zu!

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Right

101: Kaufen!

Wenn man sich einem neuen Thema widmet, dann am besten – so habe ich jetzt die Erfahrung gemacht – wenn man die konkrete Absicht hat, etwas davon zu bestellen.

Denn das bedeutet, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Jeder bestellt gerne online, aber keiner lässt sich gerne Schund andrehen, also recherchiert er gründlichst vor dem Kauf und bringt so das in Erfahrung, worauf es ankommt.

Blendle (oder genauer gesagt: Paid Content) habe ich einst die Pest an den Hals gewünscht. Mittlerweile denke ich mir, sollte man sich noch einmal damit befassen. Denn Paid Content hat sich durchgesetzt und scheint bleiben zu wollen. Ich konnte bisher alles recht gut umgehen oder dachte mir: „Ach, das interessiert dich gar nicht sooo sehr…“ Aber spätestens seit der Bonner Generalanzeiger auf Paid umgeschaltet hat, sehe ich kaum noch eine Alternative. Weil gleichzeitig die Bonner Regionalausgabe des Express zum Jahresende die Pforten schließt (und eben der Express gewesen sein wird), hat der GA mittlerweile ein Monopol auf die Lokalnews.

Ich sehe aber nicht ein, für jede Online-Nachricht, die mich interessiert, gleich ein Abo für 20 Euro im Monat abzuschließen. Hier wird Blendle mit dem Einzelverkauf von Artikeln nochmal interessant. Auch wenn gar nicht mal so viele Zeitungen und Online-Magazine da mitmachen.

Apple Silicon: Nachdem ich neulich las, dass man auf dem geplanten neuen Apple-MacBook mit ARM-Architektur auch iPad-Apps wird laufen lassen können, wird die Sache für mich langsam interessant, da ich gerade ja noch auf einer Suche nach einem schlanken Bildbearbeitungsprogramm bin und eigentlich alle Mac-Apps dafür völlig überladen sind. Jetzt noch eine stattliche Akkulaufzeit dazu, und noch einen Touchscreen (okay, den werde ich nicht bekommen), das alles für 1.000 Euro (werde ich auch nicht bekommen) und ich bin dabei. Das MacBook Pro, das ich seit ein paar Monaten habe, war ein Schnellschuss und irgendwie kein perfekter. Die Akkulaufzeit ist enttäuschend, die TouchBar überflüssig wie ein Kropf und außerdem nervig. Es tippt sich ganz gut auf dem Keyboard und der Bildschirm ist wirklich toll, aber das war’s dann auch.

Wo wir gerade von neuer Technik reden. Auch ein neues Smartphone könnte ich mir noch einmal vorstellen. Das Galaxy S10 und ich sind die besten Freunde, aber für eine Hochzeit wird es nicht reichen, weil der Akku einfach nichts taugt. Es ist tatsächlich alles, was ich an dem Ding überhaupt kritisieren würde (und dass die Telekamera sehr schnell rauscht und bisschen näher noch ranzoomen könnte), aber sonst eigentlich nur der Akku. Auch hier könnte ich mir noch einmal ein iPhone vorstellen, auch in Bezug auf Apps und dem gesamten Ökosystem. Gebt mir eins mit 3x-Tele, mit einer starken Kamera, mit OLED und mit einer 2-tägigen Akkulaufzeit für <1.000 Euro (werde ich auch wieder nicht bekommen), vor allem: gebt mir 1.000 Euro! Und dann wäre ich wohl dabei.

Bilder mit dem Motorola Moto G9 Plus. Man muss es Motorola lassen: die Bilder overperformen. Sehen auf dem Display immer nach nix aus und auf dem Rechner dann um Längen besser:

„Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“… Nein! Nein, nein und nochmals nein! Die Geschichte ist irgendwo witzig, die Hauptfigur ene lustische Jesell. Hut ab auch vor Thomas Manns Wortschatz, da geht Deutschlehrern das Messer in der Tasche auf. Aber rechtfertigt das diese geschwollene Sprache mit kaum Handlung über hunderte Seiten? Ich hab jetzt Wochen dafür gebraucht, mich immer wieder neu motivieren müssen, ein paar Seiten davon zu lesen. Ein Buch, bei dem man den Eindruck nicht los wird, dass hier nur der Schreibende Spaß hatte und der Leser gequält werden sollte. Andererseits nicht einmal das: Mann hat den Roman schon zwischen 1910 und 1913 begonnen und dann bis zu seinem Tod 40 Jahre später nicht vollenendet. Hier könnte man böse sein und ihm unterstellen, dass er selbst keinen Bock mehr auf den Quatsch hatte.

Ne, war nicht meins. Ich wage mich natürlich weiter an Weltliteratur, aber wenn die immer so geschrieben ist, dann brauche ich zwischendurch was Leichteres.

Emmys: Zwei von mir hoch geschätzte Serien haben abgeräumt: Watchmen und The Last Dance. Vom Gewinner der besten Dramaserie „Succession“ hatte ich bisher nur gehört, von der Best Comedy „Schitt’s Creek“ nicht einmal das. Und ihr?

Gesundheit: Nicky schlug vor, ich könnte ja mal einen Antikörper-Corona-Test machen. Sollte der, aus welchen Gründen auch immer, positiv ausfallen (und simmer ehrlich, ich war vor, während und nach Corona viel in der Weltgeschichte unterwegs), dann könnte ich sorgenlos sämtliche Turnhallen in Bonn und Umgebung stürmen, um da Tischtennis zu spielen oder sonstwas zu machen. Gute Idee. Ich hab mich auch direkt umgeschaut und für kommenden Montag einen Termin ausgemacht. Soll auch kaum mehr als 30 Euro kosten. Bin sehr gespannt!

Mario erzählte nebenbei die Geschichte, wie sein Arzt ihm einen Großteil des Meniskus‘ entfernt hatte (und was ein Meniskus eigentlich nochmal war). Die Geschichte hat mich derart geschockt, dass ich mittlerweile allen Ernstes Knieschmerzen habe. Bisschen gemuckt hat das linke Knie sowieso schon lange. Und seit seiner Schilderung kriege ich den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, dass ich auch einen Meniskusschaden haben könnte, und bewege mich deswegen im Schongang, was die Probleme wohl erst verursacht hat… Soll noch einer sagen, ich wär kein Hypochonder…

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Tech

100: Eure Chance, mal Early Adopter zu sein

Vorhin mal den neuen Podcast von Don Dahlmann und Richard Gutjahr auf T-Online gehört. Ist sehr professionell produziert, auch wenn man merkt, dass sie die Fragen und Antworten schon vorgeplant haben und natürlich beide für Elektroautos sind.

Jedenfalls kamen mir dabei folgende Gedanken:

  • Das übernächste Auto, das ihr euch kaufen werdet, wird in jedem Fall ein Elektroauto sein.
  • Die Technik wird gewinnen, im Grunde hat sie das sogar schon. Es gibt abertausende Ladepunkte in Deutschland. Im benachbarten Ausland sieht die Situation meist sogar noch besser aus. E-Autos sparen Geld, sind wartungsärmer, umweltfreundlicher, fahren sich besser. Die Technik wirkt fortschrittlicher und ganz nebenbei sparen sie Feinstaubemissionen im Innenstadtverkehr und sind deswegen auch von der Politik gewollt.
  • Teslas sind iPhones, die Fabrikate anderer E-Autos sind frühe Android-Smartphones, der E-Porsche ist Vertu. Benziner sind Nokia Symbian. Diesel ist Windows Mobile.
  • Schon in ein paar Jahren werden alle das iPhone haben wollen. Weil sich das nicht jeder leisten kann, greifen andere auf Androids zurück, die sind ja fast so gut. Symbian- und Windows-Mobile-Geräte werden technisch aufholen und trotzdem wie Bleifüße in den Schauhäusern stehen bleiben.
  • Um bei E-Autos Innovatoren zu sein, müsstet ihr die Uhr mittlerweile ein paar Jahre zurückdrehen. Wenn ihr euch jetzt eins kauft, habt ihr aber noch kurzzeitig die Chance, zur den Early Adopters zu gehören. Ihr bekommt dann noch (!) ein wenig Coolheitsbonus, werdet aber auch noch als Exoten betrachtet und müsst mit einigen Anfeindungen rechnen.
  • In zwei Jahren hat sich das aber längst relativiert. Da werden E-Autos schon weit verbreitet sein und auch die anfänglichen Zweifler werden umsteigen.
  • In drei Jahren werden sich die Manfreds und Udos als cool feiern lassen, wenn sie sich ein E-Auto zulegen, obwohl sie längst nur noch die Early oder schon Late Majority sind. Spätestens hier beginnt der Tipping-Point. E-Autos werden Alltag und sind nichts Besonderes mehr.
  • Nochmal zwei, drei Jahre später, so 2026 rum, werden mehr E-Autos als Verbrenner auf den Straßen rollen.
  • 2030 wird es fast nur noch E-Autos geben. Einige wenige werden beim Verbrenner bleiben, weil sie E-Autos als Teufelszeug ansehen, nicht überwacht werden wollen oder behaupten, keins zu brauchen.

Oder anders gesagt: Kauft euch schon jetzt eins, dann seid ihr mal früh mit dabei, habt früher Spaß und profitiert gerade noch von Umweltbonus und Mehrwertsteuersenkung.

Echt jetzt, Jürgen? Ein Plädoyer für Autos, nicht dagegen? Was ist mit der Umwelt und der Rettung der Welt?

Ja, so einfach ist das alles nicht. Klar retten wir die Welt nur mit weniger, und Fahrräder wären besser als Autos. Aber keine Weltrettung, wenn ich deswegen meinen Arbeitsplatz verliere, keine Arbeitsplätze ohne Wirtschaft. Keine Wirtschaft ohne die Autoindustrie. Und wenn Autoindustrie, dann wenigstens eine etwas sauberere Autoindustrie.

Passend dazu, der Parking Day heute direkt vor meiner Tür:

Radfahrer besetzen einen Nachmittag lang ein paar Parkplätze und machen daraus einen Park für die Bewohner. Klares Motto: Es muss nicht jede Fläche für Autos draufgehen. Wir könnten unsere Städte so viel hübscher machen. Finde ich sehr gut!

Na, was jetzt?! Neue Autos anschaffen oder weg damit? Beides geht nicht!

Doch, es geht beides! Ich sage nicht, wir sollen alles wie die Niederlande machen. (Wobei: Warum eigentlich nicht?) Aber auf jeden Fall können wir uns dort abgucken, wie Autos und Fahrräder friedlich koexistieren, alles für das Fahrrad getan wird und Autofahrer trotzdem nicht benachteiligt werden. Es geht. Und simmer mal ehrlich: Ohne Autos können wir mittelfristig nicht leben und wollen das auch irgendwo gar nicht. Die Dinger sind eine Errungenschaft, die geben wir freiwillig nicht mehr her. Dann lasst uns wenigstens halbwegs saubere Autos bauen.

Wasserstoff?!

Wäre noch besser, aber so weit sind wir noch nicht.

Neues Testgerät. Ist das noch Mittelklasse?

Ich weiß, man muss über den Käufer gehen. Der hat den Einfluss. Und wenn er nichts von dem weiß, was da abgeht, ändert er nichts…

Finde das trotzdem irgendwo pervers. Nach dem Motto: Was nehme ich denn heute mal? Eier aus Bodenhaltung mit gekürzten Schnäbeln aber ohne Kükenschreddern, oder doch lieber die aus Freilandhaltung mit Kükenschreddern aber ohne gekürzte Schnäbel.

Warum muss alles, was wir essen, so eine Sauerei sein?

Muskelkater vom Tischtennis… Hatte ich auch seit Jahren nicht. Im Übrigen würde es anscheinend doch draußen gehen: