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Meh

Vom Wesen(tlichen) her

Ich werde in diesem Leben keine Frohnatur mehr. Ich habe in den letzten Jahren viel analysiert, ausprobiert, umgesetzt und schlichtweg an mir verändert. Was das Gewicht anbelangt, bin ich auf dem Weg zurück zu den Wurzeln. Ich habe meinen Kleidungsstil verbessert, meine Umgangsformen, meine Arbeit professionalisiert, bin meinem eigenen Wesen auf den Grund gegangen. Und, nope, ein paar Dinge lassen sich anscheinend nicht ändern.

Dass ich introvertiert bin, wusste ich schon länger. Das habe ich mittlerweile ebenso akzeptiert wie mein überdurchschnittlich hohes Schlafbedürfnis.

Dass ich sehr nachdenklich bin, manchmal überkritisch, auch mir selbst gegenüber, manchmal lethargisch, gerade im Winter oft eher mies als gut gelaunt. Ich hatte gedacht, dass sich das eigentlich auch ändern ließe. Inzwischen glaube ich nicht mehr dran.

Ist aber vielleicht auch gar nicht so schlimm. Trotz allem bin ich (vorsichtiger) Optimist, kein Vergangenheitsromantiker, wie so viele andere. Ich freue mich über so manche Veränderung, sehe schöne Dinge, habe kaum noch Ängste, kein übersteigertes Anspruchsdenken, bin der Meinung, dass jeder (in der 1. Welt) selbst Dinge zum Guten verändern kann, habe meinen Humor nicht verloren, halte sogar die Welt für gar nicht so schlecht. Bin ich halt ein positiv gestimmter Miesepeter.

Heute habe ich Karin zur Lunch-Challenge getroffen. Karin betreibt das beliebteste Gastroportal Bonns und ist eine Frohnatur. Dabei kamen wir auch darauf zu sprechen, dass das Leben eines lokalen Instagram-„Stars“ mit einer eigenen Radiosendung keinesfalls nur Glamour ist, dass sie davon alleine nicht leben kann, dass auch sie mit vielen Dingen zu kämpfen hat. Trotzdem sehe ich sie eigentlich immer gut gelaunt.

Und leider habe ich vergessen sie zu fragen, wie sie das macht…

Wie seid ihr drauf? Habt ihr euch so akzeptiert mit allen Stärken und Schwächen? Und wenn ihr Frohnaturen seid, wie macht ihr das und warum seid ihr keine Miesepeter? Würde mich interessieren!

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Yeah

Flowride

Immer wenn ich über längere Strecken Auto fahre, denke ich mir, ich sollte eigentlich auch sonst viel öfter Radio und Podcasts hören. Wird leider selten was draus, weil mir die Ruhe dazu fehlt. Podcasts ab und an mal, wenn ich Wäsche falte oder die Wohnung saubermache, Radio eigentlich nur noch im Auto, was ich selten fahre.

Die 2,5h-Strecke Bonn-Meppen und zurück ist dabei ideal. Früher hatte ich immer noch das Navi laufen, mittlerweile kann ich die Strecke im Schlaf (Einmal auf die A3 und dann immer geradeaus), was mich in eine Art Flow-Zustand bringt. Endlich mal Zeit für Audio. Diesmal gehört und für toll befunden:

Hat alles gepasst, hab von allem ein Stückchen mitnehmen können. Überlege, das jetzt immer so zu machen und vielleicht ab dem nächsten Mal sogar jemanden über BlaBlaCar mitzunehmen, mit dem ich das Programm dann teile. Flowride with Junglenotes.

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Yeah

Abnehmen mit Minimalismus

Es gibt ja viele Diäten da draußen. Und meistens nehmen die Leute danach wieder zu. Warum? Weil sich im Kopf nichts verändert hat und der danach versucht, den Normalzustand wiederherzustellen. Könnte sich also lohnen, im Kopf was zu verändern. Aber was?

1 Jahr schwimme ich jetzt auf der Minimalismus-Welle mit und komme gerade ans Ende. Bis auf einen kleinen Rest, der gerade drankommt, habe ich alles aber auch wirklich alles rausgeschmissen, was ich nicht mehr brauchte. Unmengen an Technikkram, Klamotten, Taschen, Möbel, Dinge, die ich doppelt und dreifach hatte. Geschätzt besitze ich jetzt nur noch 40 Prozent der Sachen wie vor einem Jahr, und nach dem endgültigen Ende dürften es so 30 Prozent sein. Fun Fact: In meiner Wohnung seht ihr gar nicht so viel davon. Die sieht jetzt einfach nur etwas aufgeräumter aus.

Aber zurück zum eigentlichen Thema: In diesem Jahr habe ich 5-10 Kilo abgespeckt. Ich kann es nicht genau sagen, weil meine Waage ihren eigenen Willen hat. Neulich abends waren es noch 77kg, heute früh dann 74,5kg. Vor einem Jahr etwa 84kg, aber klar: bei derart „verlässlichen“ Werten, könnten es auch damals schon etwas weniger gewesen sein. Tatsache ist: Ich bin jetzt was leichter und schlanker. Weil ich nebenbei auch beim Arzt neulich noch erfahren habe, dass ich in Wahrheit zwei Zentimeter größer bin, als ich immer dachte (neu: 1,84 cm), kommen 74-78kg dem Idealgewicht auch so schon ziemlich nahe. Ich bin da auch zufrieden mit. Das letzte bisschen Bauchspeck versuche ich in den nächsten Wochen noch wegzutrainieren.

Aber was habe ich eigentlich gemacht?

  • Dinge wegschmeißen im großen Stil. Alles, was ich nicht mehr wirklich brauchte, kam und kommt weg. Was mir nicht mehr oder noch nie wirklich gefallen hat, aber notwendig war, wurde mit was Passenderem ersetzt.
  • Intervallfasten (16:8). Die meisten Tage des letzten Jahres habe ich nur in einem Zeitraum von 8 Stunden etwas gegessen und 16 Stunden gefastet. Das ist mittlerweile Normalzustand bei mir geworden.
  • Süßigkeiten-Diät. Ich habe mir 1 Jahr lang keine Süßigkeiten gekauft und keine gegessen. In meinem Falle eine ziemliche Entwöhnung. Wer sich das Rauchen abgewöhnt, wird es damit nicht viel leichter gehabt haben als ein Ex-Zucker-Junkie wie ich.
  • Begleitender Sport. Sofern ich nicht krank oder sonstwo in der Weltgeschichte unterwegs war, habe ich mehrmals die Woche Sport gemacht. In der Regel 2x Fitnessstudio, 2x Tischtennis, 1x Laufen.
  • Mein Mindset verändert.
  • Und, ach so: Besonders gesund habe ich ansonsten gar nicht mal gegessen.

Nun könnte man vermuten: Hätte ich nur Intervallfasten und Sport gemacht und dabei auf Süßigkeiten verzichtet, wäre ich aufs gleiche Ergebnis gekommen. Kein Minimalismus nötig.

Glaube ich aber nicht. Denn das alles hängt zusammen. Mit dem Intervallfasten startete ich ungefähr zur selben Zeit, ebenso wie mit der Süßigkeiten-Sperre. Alles irgendwie unabhängig voneinander und doch miteinander verwandt. Ich wollte plötzlich auch ein paar Kilos loswerden, was mir vorher gar nicht soo wichtig war. Gut und viel zu essen, war mir wichtiger. Und – du lieber Himmel – habe ich viel gegessen! Drei volle Mahlzeiten am Tag und dazwischen noch Kuchen, es könnte ja eine Dürre gleich vor der Tür stehen. Heute komme ich meist mit zwei Mahlzeiten am Tag aus, oft reicht eine.

Mal eben nen Container bestellen, alles rein und fertig – so einfach ist es im Übrigen auch nicht. Ihr müsst euch ja erst einmal mit jedem einzelnen Ding beschäftigen: Brauche ich es noch, möchte ich es behalten? Und an nicht wenigen Dingen hängen nicht zu knapp Erinnerungen. Ich glaube, das ist ein notwendiger Prozess. Körper und Geist verabschieden sich dann von dem Gegenstand und werfen Ballast ab. Das kostet mehr Energie als manch einer denkt, und es kann weh tun! Und die wunderbare Mülltrennung in Deutschland zwingt euch ohnehin dazu, das alles schön geordnet aufzuteilen. Also nix mit Container.

Wichtig finde ich deswegen auch zu wissen: Das alles geht nicht mal eben schnell. „Rank und schlank in 5 Wochen“ – ja, sowas habe ich auch mal mitgemacht. Und hatte die meisten Kilos schnell wieder drauf. Es ist ein Prozess, der eine Weile dauert. Vielleicht sogar Jahre. Dafür bleibt es dann ein Dauerzustand. Hoffe ich zumindest. 🙂

Denn, wie gesagt, noch bin ich nicht ganz fertig. Die letzten Sachen müssen weg, 300.000 Fotos wollen noch durchkämmt werden, meinen Papierkram, Finanzen und Altersvorsorge… möchte ich regeln (ja, auch das gehört dazu!). Und dann kann ich hier ein abschließendes Fazit ziehen. Ich werde berichten!

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Allgemein

Das kommt dabei herum, wenn ihr jemand Anderen euer Essen auswählen lasst

Christian war so gnädig, mir das gleiche zu bestellen wie für sich selbst. Also den Western- und doch nicht den veganen Burger, wie er eigentlich wollte. Danke! Hätte ich aber auch gegessen. 🙂 Und ja, ich geb zu, ich hab ihn ein wenig beeinflusst. Christian hat außerdem ein cooles T-Shirt und war eine vortreffliche Lunch-Begleitung. Vielen Dank!

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Tech

Fell in love with a Razer Blade

I’m considering making my new laptop a gaming laptop. There is plenty of fish in the sea. But I never thought it would come to this. I don’t even play (anything other than indie games like twice a year). I’ve been using a Mac for 12 years. Now I’ve stumbled upon the Razer Blade.

The Razer Blade Stealth 13 is a gaming ultrabook, flat, portable. Since I don’t play, I obviously don’t need the best graphics engine or even a decent one. Won’t hurt though. I like the design, I can even feel, the seperately lit colour zones could make me more productive when writing. Who ever said pseudo-creatives like me could use nothing but a Mac?

There’s Windows on it though. Guess that’s the only reason I haven’t pressed the „order“-button yet.

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OK

Messiah

Wie wäre das wohl, wenn der Messias heute (noch einmal) auf den Plan träte? In der Netflix-Serie Messiah ruft da plötzlich einer in Damaskus zu Glauben und Zusammenhalt auf, just als der Islamische Staat beginnt, die Stadt zu beschießen. Ein Sandsturm biblischen Ausmaßes zieht auf und beendet den Angriff. Der Mann wird fortan als Prophet gefeiert, beginnt einen Marsch nach Israel und ist schon bald in die USA unterwegs. Ist es Isa, ist es Jesus, ist er ein Scharlatan oder gar der Antichrist?

Ich habe schon hochwertigere Serien gesehen, und viele Schwächen sind offensichtlich. Die Serie glänzt aber immer dort, wo sie die Nebencharaktere in den Fokus rückt. Verlorene Seelen wie den Priester, in dessen Kirche sich nur noch eine Handvoll Leute verirren und der nun plötzlich voller Hoffnung ist, ohne zu wissen worauf. Der toughe Grenzpolizist, der allabendlich im Alkohol die Zuflucht sucht und für den nach einem simplen Verhör des vermeintlich Auserwählten alles in Wanken gerät. Während dessen bekämpfen sich neue Jünger und Gegner, während andere den Star für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Und am Ende…

Am Ende kann man sich vorstellen, wie die Sache wohl schon vor 2.000 Jahren abgelaufen sein muss. Die eine Hälfte, die den Messias gefunden zu haben glaubt und die andere, die ihn rigoros ablehnt. Dazwischen gibt es nichts. Weil eben nichts wirklich klar ist und Glauben auch bedeutet, über das eine oder andere hinwegzusehen. Ich habe jetzt tatsächlich Lust bekommen, noch einmal das Neue Testament durchzuarbeiten – und den Koran gleich mit.

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OK

Minimalismus-Endstufe

Okay, ich bin so weit. Alles kommt raus – obwohl gar nicht mehr so viel da ist. Minimalismus Endstufe. Es kommen weg:

  • Mein Dell Laser-Multifunktionsdrucker (nerviges Ungetüm)
  • Mein Philips 40“-Fernseher (alt, langsam und lineares Fernsehen ist quasi tot)
  • Damit verbunden: Chromecast und Fire TV Stick
  • Playstation 4. Ich zocke zu selten dafür, es gibt Alternativen. Evtl. behalte ich den Controller.
  • Die Kommode aus Sheesham-Holz, auf der all das steht
  • Devolo Mi-Fi Mesh System (hat bei mir nicht funktioniert)
  • iPad Mini 4. Letztes Jahr in einem Anflug einer kreativen Zeichenphase gekauft und letztendlich auch nur dafür. (Festgestellt, dass ich nicht zeichnen kann und mag. 3 Monate lang nicht benutzt)
  • Mein jetziges MacBook Air von 2013 (its time has come)
  • Mein Kärcher Hartbodenreiniger (in der Theorie praktisch, in der Praxis ein unzuverlässiges Ungetüm)
  • Mein tragbarer Bose Blutooth-Lautsprecher (brauche keinen tragbaren, zu wenig Raumklang, mag einen anderen lieber)
  • Nochmal geschätzt 25% meiner Klamotten (obwohl in den vergangenen Monaten schon um 50% reduziert)
  • Alte Karnevalskostüme (immer noch nicht wieder Lust zu feiern)
  • Nochmal ca. 30% aller Kommoden- Schubladeninhalte, weil doch nicht gebraucht.

Wackelkandidaten:

  • Mein Küchentisch. Hübsch, aber er passt irgendwie nicht. Es gäbe dann Ersatz.
  • Amazon Echo Dot (2. Gen) in der Küche. (Ist mit einem Marshall Stanmore verbunden und dafür theoretisch eigentlich ganz praktisch, beherrscht aber einfachste Dinge nicht, die ich dann doch mit dem Smartphone machen muss.)

Ersatz-Anschaffungen:

  • 1 neues Notebook (Wahl ist noch lange nicht getroffen, aber ich liebäugle derzeit sogar mit einem Gaming-Notebook. Ja, auch wenn Windows drauf läuft)
  • 1 Harman-Kardon Onyx Studio 4-Lautsprecher (it’s love)

Und dann wäre ich auch fertig mit dem Minimalismus-Dingen. Abgenommen habe ich damit auch schon, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn jemand Interesse hat: meldet euch. Alles in gutem Zustand. Nur den Drucker habe ich noch Lust, vorher zu zertrampeln.

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Tech

Solar Challenge 1/2 January

Der halbe Monat ist rum und gerade brutzelt meine 100-Watt-Solarzelle in wunderschöner Abendsonne – um 4 Uhr nachmittags 🙁 – und lädt meine fast leere Powerbank auf (aktuell bei 3/4). Die letzten Tage war wegen des Wetters an Laden nicht zu denken. Und neben mangelnder Sonne kommt aktuell ein weiteres Problem hinzu: starker Wind, der eine nicht fest montierte Zelle immer mal wieder von der Fensterbank pustet. Die nächsten Tage sollen sonnig sein, und weil die letzte Ladung ein paar Tage gehalten hat, bin ich immer optimistischer: Die Challenge wird ein Erfolg. Bis Ende Januar halten wir hier durch, meine Gerätschaften und ich!

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Allgemein

05:30 Concert

Thanks guys! Next time: Why not make it an 08:30 concert? 😉

Update, 09:15

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Meh

Motor

Himmel, Herrgott, ich wollte doch aus Junglenotes eigentlich was ganz anderes machen! Eine Sammlung cooler Ideen und Erfindungen. Und jetzt heule ich jeden Tag rum, gehe in Restaurants und schreibe über sonstwas. So nicht mehr, Freunde! (Ja, ich gebe euch dafür die Schuld, wie sich das in Deutschland gehört. ;). Stellt euch darauf ein, dass das hier langfristig ganz anders aussehen wird als jetzt (auch optisch, das Grün ist noch zu grün). Da muss noch ein Motor ins Auto!

Die Challenges laufen natürlich weiter.

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OK

Die Leichtigkeit

Manchmal tut sich eine Tür auf und du musst eigentlich nur noch hindurchgehen. Der Weg ist klar vorgezeichnet, nicht ohne Hürden, natürlich, aber das wäre ja auch langweilig. Sag ja und es wird geschehen und höchstwahrscheinlich gut werden.

Zieh nach Cebu City, heirate dort deine Freundin, mach einen Laden für Solarladegeräte auf, verreise viel, blogge ein bisschen (Junglenotes aus dem „Jungle“, verstehscht), genieß das Leben in der Sonne, statt dich hier in der grauen Kälte mit den Miesepetern herumzuschlagen.

Und was ist mit der Aufenthaltserlaubnis, Armut, Korruption, der unterschiedlichen Mentalität, ansteckenden Krankheiten, schlechter Infrastruktur, der öffentlichen Sicherheit, Todesschwadronen und Naturkatastrophen alle paar Wochen?

I know, I know.

Ich finde nur eins interessant: Die Leichtigkeit, wenn ich daran denke. Seltsamerweise überwiegen dabei nicht Gedanken wie: „Was ist dein Plan B? Was ist, wenn du ausgeraubt wirst? Wer macht dir die Steuer? Wovon willst du im Alter leben? Hast du da auch eine gesetzliche Krankenversicherung, die so wunderwunderwunderbar funktioniert wie in Deutschland?“ Es überwiegen Gedanken wie: „Wie gehe ich das am besten an? Und: Was soll schon schief gehen?“

Warum geht das nicht in Deutschland, obwohl es hier kaum Korruption gibt, nur selten mal eine Naturkatastrophe oder ernstzunehmende ansteckende Krankheiten, das Land größtenteils sicher ist, nachts keine Todesschwadronen durchs Land ziehen? Das kann doch bitte nicht nur am Wetter liegen! Woher kommt die Schwere?

Bis dahin schaue ich mir das einfach mal an. Also Cebu City. Wenn’s klappt, im Mai.

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Yeah

Lunch Challenge

Es kann losgehen. 1 Monat lang darf ich nicht dort mittagessen, wo ich es sonst immer tue. Mehr als 10 Minuten Fußweg sollten es nicht sein. Das wird interessant! Der Kopf raucht. Wie, was… innere Stimme, was willst du denn jetzt?

Das ist lame, Jürgen! Leg noch was obendrauf! Geh nur in Läden, in denen du noch nie was gegessen hast, oder so.

Okay, könnte ich machen. Und alle Bäckereien ausschließen, das wäre sonst zu einfach. Fast Food auch. Also… was, was ist jetzt schon wieder?

Ist auch noch keine echte Herausforderung, oder? Da muss noch irgendwas dazu. Dass du nur in verranzten Läden isst, immer jemanden zum Essen triffst, immer das billigste Essen nimmst, eine fremde Person ansprichst oder jemand Unbekanntem ein Essen ausgibst.

Ich soll jemanden von der Seite anlabern und ihm das Essen ausgeben? Einfach so? Das ist ganz schön viel verlangt! Außerdem würde das ganz schön ins Geld gehen, jedes Mal.

Ausreden, Ausreden! Dann mach es doch so, dass du immer versuchst, mit jemandem, den du schon kennst, Essen zu gehen. Und wenn sich keiner findet, dann sprichst du zumindest 3x fremde Leute an, ob du ihnen das Essen ausgeben darfst.

Und lass mich raten: Mit den verranzten Läden fange ich an?

Exakt!

Na, wunderbar. Okay, das wird eine echte Challenge. Ich ordne das mal in zwei Kategorien ein: weniger und mehr einladend. Durchgestrichen sind die Läden, in denen ich in den letzten 5 Jahren schonmal mittags essen war, die fallen also raus:

Ich will nicht sagen: „Verranzt“, aber zumindest nicht übermäßig einladend wirkend (willkürliche Reihenfolge):

Döner Haus
Bistro Flott
Montis
Imbiss Eriwan (((am 14.1. besucht. Nett war’s!)))
Pizzeria Pronto
Miss Siam (renoviert gerade)
Cream Company
Café Jaz (Abenteuerlustige Begleiter*innen höchst willkommen!)

Stilvoll oder zumindest solides Ambiente (willkürliche Reihenfolge):

Stadthaus Kantine
Tuscolo
Burgermanufaktur
Metzgerei Haupt
Mr. and Mrs. Hummus
Der Spanier (?) (mittags noch geöffnet?)
DejaVu
(((20.1. mit Karin)))
Black Veg
Hanedan
Fisch Meyer
Nazar
City Express 2
Frittebud
Café Frida
Saigon
Rosa Lu
Asia Viet Thai

C’est la vie (Kölnstraße)
Kaiserhütt’n
Landgericht Bonn
Bönnsch
Makiman
Café Spitz
Hans im Glück (((am 17.1. besucht mit Christian)))
Pendel
Im Sudhaus (((am 15.1. besucht, ich war gerade in der Gegend)))
Arco
Nanking
Burrito Rico
Herr Lehmann
Tains Banh Mi
Frau Holle
Tasty Sumo
China Haus
Sila
Metzgerei Runkel
Rocko
Cala d’Or

Das sind noch genau 30 Läden, die zum Mittagsessen einladen, also mehr als genug. (Am Wochenende esse ich mittags meist nichts, ich frühstücke erst.)

Ein Lunch-Date steht bereits fest: Mit Karin von BonnGehtEssen nächsten Montag ins DéjaVu. Wer Lust auf ein Lunch-Date mit mir hat, möge sich einfach melden und mir seinen/ihren Wunsch mitteilen. Darf auch gerne eine der besseren Etablissements sein. Aber die verranzten Läden haben natürlich Priorität.

Und fremde Leute auf ein Essen einladen, hab’s verstanden. Zumindest 3x. Sonst ist es nicht real. Zufrieden, innere Stimme?

Ja, zufrieden!

Update: War noch zu harmlos und hat mich deswegen nicht schlafen lassen! Zusatzregel: Wer mich auf ein Lunch-Date trifft, darf entscheiden, was ich esse. Und ich muss mich dann fügen. (Alles über 20 Euro ausgenommen, das kann ich mir nicht leisten. ^^) So, jetzt aber! Oder, innere Stimme?

Zzzzzzzzzzz…

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Yeah

Die drei ??? und der Sonntagabend

Nach ihrem letzten großen Fall wollten die drei ???, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, in Bonn feiern gehen. Leider war es ein Sonntagabend…

Bob: Peter!
Peter: Justus!
Justus: Bob!
Bob: Schon klasse, wie wir das Rätsel um den gelben Kakadu gelöst haben!
Peter: Ja! Und dann noch dieser überraschende Plot-Twist kurz vor dem Ende.
Justus: Jetzt haben wir uns auf jeden Fall ein kühles Bier verdient. Wo sind wir denn und wo kann man hier gut feiern gehen?
Peter: Ich meine, „Bonn“ hieß der Ort. Und war da nicht neulich was mit ner Reisewarnung?
Bob: Reise-Empfehlung! Vom Lonely Planet höchstpersönlich. Hier, ich hab ihn zufällig dabei. Mal sehen, was er schreibt. Seht mal, da steht:

„Anschließend schlendert man zum Ausklang des Tages noch ein wenig durch die Bonner Altstadt, die besonders bei den Bonner Studierenden als Kneipenviertel beliebt ist.“

https://www.lonelyplanet.de/smartmag/bonn-beethoven-und-mehr.html#wochenend-trip

Justus: Ich würde vorschlagen, Freunde, wir machen genau das!
Peter: Ich habe von einer Altstadtkneipe namens „Nyx“ gehört. Die soll die ganze Nacht geöffnet haben.
Justus: Na dann hoffe ich, dass sie genug für uns zu trinken hat!
Bob: On y va!

So schlugen sich die drei Freunde durch den Bonner Asphaltdschungel, genehmigten sich vorher noch einen Döner beim Falafelmann und schlugen schon bald darauf im „Nyx“ auf. Oder besser gesagt: davor. Denn als sie dort ankamen, mussten sie erstaunt etwas feststellen.

Bob: Hm, sieht verschlossen aus.
Justus: Zieh mal an der Tür, Peter, ob geöffnet ist.
Peter: Na, du machst mir Spaß, Just! Die Rollladen sind unten. Ich komme nicht mal an die Tür ran.
Justus: Hat denn der Lonely Planet dazu etwas gesagt, Bob?
Bob: Leider nicht. Vielleicht hat die Kneipe ja inzwischen dicht gemacht? In einer Metropole wie Bonn herrscht viel Fluktuation.
Peter: Na, hier trinken können wir jedenfalls nicht. Was gibt es denn sonst noch?
Bob: Der Reiseführer schlägt noch das Machold vor. Die hätten ihr eigenes Fassbier.
Peter: Na dann, versuchen wir es doch dort!

Doch als sie vor dem Machold standen, stellten sie verwundert fest, dass auch das leider verschlossen war.

Peter: Nanu, auch hier ist zu! Ist vielleicht irgendwo ein geheimes Treffen der Bonner Kneipenwirte, von dem wir nichts wissen?
Justus: Aber irgendeine der berühmten Lokalitäten wird doch geöffnet haben. Ist ja immerhin nicht Troisdorf hier.
Bob: Das Flynn’s Inn soll es noch geben. Uriges Irish Pub mit Craftbeer vom Fass und einer riesigen Whisky-Auswahl.
Peter: Genau richtig für uns!

Aber als sie das Flynn’s Inn erreichten, war die Tür erstaunlicherweise verschlossen. Drinnen brannte kein Licht. Ein altes, hippes Männlein, das einen Hund spazieren führte, kam zufällig vorbei.

Bob: Sagen Sie, guter Mann! Was ist denn los, dass alle halbwegs interessanten Läden in Bonn heute geschlossen haben?
Alter Mann: Ihr seid nicht von hier, oder? Sonst würdet ihr das nämlich vermutlich gar nicht fragen.
Justus: Nein, das nicht, wir kommen aus Rocky Beach in Kalifornien, da wo praktisch immer Sommer ist. Peter, gib ihm doch unsere Karte.

Peter reichte die Visitenkarte rüber. Der alte Mann las vor:

Alter Mann: „Die drei ???, Detektive. Wir übernehmen jeden Fall. 1. Detektiv: Justus Jonas, 2. Detektiv: Peter Shaw. Google-Suche für Fortgeschrittene, Archivsuche auf Facebook, Twitter und Friendscout24: Bob Andrews“… Also Detektive seid ihr?
Bob: Kann man so sagen. Aber was ist denn hier los und wo kommen Sie denn zum Beispiel her?
Alter Mann: Nun, ich drehe hier abends so meine Runden mit Jennifer, meinem Boston Terrier, weil die Hunderasse in Berlin vor fünf Jahren hip war. Oh, und ich habe mir gerade ein Tattoo stechen lassen, weil man das hier jetzt so macht. Also das Tattoo-Studio hatte auf…
Justus: Das ist ja alles sehr interessant, guter Mann, aber gibt es denn gar keine Kneipe hier, in der man mal gepflegt einen über den Durst trinken kann?
Alter Mann: Das ist in Bonn an manchen Tagen etwas schwierig. Aber versucht’s doch mal in der Pinte. Die kommt einer Craftbeer-Bar am nächsten.
Peter: Vielen Dank, alter Mann! Eine Craftbeer-Bar wird uns nicht im Stich lassen.

Voller Vorfreunde gingen sie der Pinte entgegen. Und als sie dort ankamen – hatte auch die geschlossen.

Peter: Mensch, das darf doch alles nicht wahr sein!
Bob: Was ist denn los in dieser komischen Stadt? Wo sollen denn all die Touristenströme abends einkehren?
Justus: Ich halte das alles nicht mehr aus, Jungs. Ich hätte nicht übel Lust, in den Tresor zu gehen und mich abzuschießen.
Peter: Na, worauf warten wir noch!
Bob: Aber nicht dass der auch noch geschlossen hat!

Hatte er. Die drei Jungs sahen sich ratlos an.

Peter: Was machen wir denn jetzt?
Bob: Nun, hier feiern können wir auf jeden Fall nicht.
Justus: Was machen wohl die Bonner, wenn sie mal so richtig auf den Putz hauen wollen?
Peter: Wahrscheinlich nach Köln fahren.
Justus: Könnten wir eigentlich auch machen. Wann geht der nächste Zug?
Bob: In einer halben Stunde. Ist zwar meistens überfüllt, schreibt Google Maps, aber wenigstens kommt man hier weg und nie wieder zurück.
Justus: Na dann, auf nach Köln, Jungs.
Peter: Auf geht’s!

Und so fuhren die drei ??? nach ihrem ersten ungelösten Fall nach Köln und wurden in Bonn nie wieder gesehen.

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OK

Goodbye Counter, hello Devotion

Ich bin Journalist von Beruf, also muss ich irgendwie damit Geld verdienen. Das macht es schwer, ein damit verwandtes Projekt nur aus Leidenschaft zu pflegen. Und auch beim Start von Junglenotes habe ich mir überlegt, welchen Stat-Counter ich hier einbauen würde. Etwas, das mir anzeigt, wie viele Besucher täglich kommen, welche Beiträge ihr am meisten lest, ob es wächst. Klar, der Traum eines leidenschaftlichen Schreibers ist es, irgendwann mit seiner Leidenschaft Geld zu verdienen, davon vielleicht sogar leben zu können.

Ich muss gestehen, dass der Counter, den ich vergangenes Jahr auf Leidartikel eingebaut habe, mit Schuld daran war, dass ich das Projekt irgendwann aus Frust „erschossen“ habe. Bei jedem Besuch zeigt Jetpack in einer kleinen Grafik mit hübschen Balken im Backend an, wie viele Besucher pro Stunde in den letzten 24 Stunden kamen. Wenn ich mir für einen Text besonders viel Mühe gegeben hatte und niemand ihn las, war das hochgradig frustrierend. Das wollte ich also für Junglenotes auf keinen Fall wiederholen.

Also kam mir der Gedanke, einfach loszulegen und nach einem Jahr erst zu schauen, wie sich das Ganze entwickelt haben würde. Dafür hätte sich Google Analytics geeignet, was ich vor Ewigkeiten mal benutzt habe. Ich loggte mich ein, sah uralte Accounts von mir und ein völlig verändertes, irgendwie überladenes Interface. Die alten Accounts konnte ich nicht einfach löschen, ich musste eine Löschung erst beantragen (WTF). Ein Projekt würde sich in Kampagnen aufteilen. Die Oberfläche war ganz und gar nicht selbst erklärend. Ich musste einige Einstellungen erst googeln, um sie umsetzen zu können. So ein Driss. Aber irgendeinen Tracker musste ich ja benutzen, nicht wahr? Schließlich wollte ich ja wissen, wie sich das Ganze entwickelt.

Musste ich? Wollte ich?

Ich hielt für einen Moment inne und überlegte, was ich eigentlich wollte und was nicht. Ich mag nicht, was in den letzten Jahren aus dem Internet geworden ist. Praktisch jedes Projekt, dass irgendwie aus Leidenschaft ins Leben gerufen wurde, wurde von kommerziellen Projekten verdrängt. Übrig geblieben sind effekthascherischer Clickbait, Gängelei, Hass oder im besten Falle noch getriebene Kreative, die mit ihrer Leidenschaft berühmt geworden sind und sich jetzt dabei aufreiben müssen, ihre Zahlen zu erfüllen. Und die treibenden Kräfte dahinter sind Facebook und Google. Und genau denen sollte ich mich jetzt ausliefern?

Ja, ich habe den Traum, irgendwann von meinem Herzensprojekt leben zu können, in das mir keiner reinredet und in dem ich alles möchte, aber nichts muss. Brauche ich dafür einen Counter?

Als ich ein kleiner Junge war, gerade so über den Tisch gucken konnte, da nahmen mich meine Eltern mal mit ins Kino in einen Asterix-Film. Müßg zu erwähnen, wer danach der größte Asterix-Fan der Welt war. Ich konnte noch nicht viel lesen und kaum was von dem verstehen, was in der Zeitung stand. Aber nachdem ich lange genug gebohrt hatte, verrieten mir meine Eltern, wo das aktuelle Kinoprogramm zu finden war. Drei Zeilen in jeder Ausgabe der Tageszeitung.

Der alte Asterix-Film verschwand aus dem Kinoprogramm und ich schaute jeden Tag, wann der neue käme. Dass das eine Weile dauern könnte, wusste ich damals noch nicht. So ging das ein paar Tage, Wochen, Monate. Und jeden Morgen schlug ich wieder die Zeitung auf. Nichts, kein Asterix. Aber ich guckte weiter, jeden Morgen, inzwischen verstand ich auch viel mehr von dem, was sonst noch in der Zeitung stand. Eines Morgens dann, es dürfte weit über ein Jahr nach dem ersten Tag gewesen sein, stand da, ich weiß es bis heute: „Kino 3: Asterix bei den Briten“. Ich fiel fast vom Küchenstuhl. Mit Beharrlichkeit hatte ich es geschafft, dass ein Film, von dem ich noch gar nicht wusste, dass es ihn überhaupt gab, ins Kino kommt.

Na gut, eigentlich habe ich nur beharrlich auf etwas gewartet, dessen Fügung überhaupt nicht in meiner Macht stand; das habe ich damals natürlich noch nicht gewusst. Aber denke ich heute zurück, gab es nicht oft in meinem Leben Dinge, die ich mit solcher Beharrlichkeit gemacht habe, ohne zu wissen, ob sie jemals erfolgreich werden würden. Genau genommen hat eben diese Beharrlichkeit im Alter immer weiter abgenommen.

Dabei ist Beharrlichkeit genau das, was Leidenschaft befeuert. Bleib hartnäckig, bleib am Ball, hoffe nicht auf schnelle Erfolge, hinterfrage dich nicht all zu oft selbst und mach täglich geilen Scheiß. Dann hast du zumindest die Chance, davon auch irgendwann leben zu können. Und wenn ich auch nicht bei allem im Leben die Möglichkeit dazu habe, hier bei Junglenotes habe ich sie.

Von daher gibt es hier bis auf Weiteres kein Jetpack, kein Google Analytics, keinen Counter, aber Leidenschaft.

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Meh

Die Schwere

Eigentlich sollte das hier ein Gute-Laune-Blog werden. Nicht ein Haha-alles-ist-schön-Gute-Laune-Blog. Aber eine Sammlung positiver Ideen, kluger Lösungen, Anleitungen, wie sich das Leben verbessern lässt. Für mich selbst, aber auch für andere. Vor zwei Wochen kam ich mit einem Strahlen auf dem Gesicht zurück nach Deutschland. Mittlerweile ist dieses Lächeln eingefroren.

Es geht jedem so, wenn er zurück aus dem Urlaub kommt. Aber warum eigentlich?

  • Die Temperaturen? Klar, kommst du aus den Tropen in die kalte Realität, murmelst du dich erst einmal ein, siehst zu, dass du schnell von der Kälte wieder ins Warme kommst. Deine Muskeln ziehen sich zusammen. Du hast weniger Energie, um Sport zu treiben, den Mund zu einem Lächeln zu verbiegen. Woran sich die nächste Frage anschließt.
  • Worüber denn auch lachen? Der Himmel ist grau, das Wetter ist eisig, keiner ist gut drauf. Ein Lachen kann sich potenzieren, aber wenn gar kein Lachen da ist, bleibt null eben null. Es ist längst nicht so, dass in Südostasien jeder den ganzen Tag vor sich hin lacht. Aber ich meine, dort durch die Bank entspanntere Gesichter gesehen zu haben. Warum auch nicht, bei 30 Grad…
  • Ein Berg voller Arbeit? Das Jahr beginnt meist direkt mit einem Batzen an Aufgaben. Im Urlaub liegen Gebliebenes muss abgearbeitet, neue Ideen fürs Jahr wollen diskutiert und direkt skizziert werden. Im Falle unserer Redaktion kam noch die CES dazu. Ich schrieb über alle neuen Notebooks der CES 2020 und nahm mir vor, mich generell durch den (haha) Dschungel aller Notebook-Hersteller, ihrer Produktlinien und Geräte zu kämpfen (es gibt hunderte!). Sprich: Direkt die erste Arbeitswoche hatte es in sich.
    Am Freitag musste dann auch noch meine Umsatzsteuervoranmeldung raus. Meine allerliebste Beschäftigung der ganzen Welt… Ich schob den Driss auf den Freitagabend und konnte live verfolgen, wie sich meine gute Laune immer mehr verabschiedete. Als ich fertig war, fiel ich auf die Couch, streckte alle Viere von mir und muss eine halbe Stunde nur an die Decke gestarrt haben.
  • „Der Spiegel“: Las man in den vergangenen Tagen den „Spiegel“ oder seine neue Online-Version, dann konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, ein Krieg zwischen dem Iran und den USA sei unausweichlich. „Faktisch eine Kriegserklärung„, schrieb der Spiegel am 3.1. zur Tötung des iranischen Topgenerals Qasem Soleimani durch die USA, oder gleich „Trumps Kriegserklärung„.

    Dann allerdings geschah so etwas wie ein Wunder: Der Iran spielte nicht mit, sondern setzte auf Deeskalation. Der harmlose Raketenangriff auf US-Stellungen, bei denen niemand zu Schaden kam: nichts mehr als ein Schritt, um das eigene Gesicht zu wahren, nicht um Rache zu üben. Der „Spiegel“ titelt in seiner aktuellen Print-Ausgabe trotzdem: „Auge um Auge„. Oder: „Iran wird Wege finden, sich zu rächen„. Den Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine vielleicht? Nicht auszuschließen, dass es Absicht war, um der Welt zu zeigen: wir haben auch andere Mittel.

    Könnte aber genauso gut wirklich ein tragischer Fehler gewesen sein. Der Iran immerhin entschuldigte sich bei der Ukraine, stellt die Verantwortlichen vor Gericht und versprach Entschädigungen. Trotzdem schreibt der „Spiegel“, „Im Nebel des Krieges“ mache die Katastrophe die Irankrise noch komplizierter. Tut sie das? Eigentlich hat doch genau die Katastrophe allen Beteiligten vor Augen geführt, welche Folgen so ein Säbelrasseln haben kann. Also besser, man lässt es. Der „Spiegel“ möchte seine Leser aber nicht gehen lassen, ohne wenigstens den „vertagte[n] Krieg“ heraufzubeschwören.

    I get it: You have to make money. Online verdienst du nichts, wenn die Leute nicht wiederkommen, das weiß ich auch. Und das tun sie vielleicht eher, wenn sie Angst haben. Aber nur deswegen den Teufel an die Wand malen? Macht die Welt kein Stück besser. Führt vielleicht sogar zu unüberlegten Kurzschlusshandlungen.

Ich hatte eigentlich nicht vor, zum „Spiegel“-Watchblog zu werden. Aber wachgerüttelt wird man hier schnell genug auch so: In Deutschland ticken die Uhren anders als anderswo. Die Schwere nagt an einem, tagtäglich. Und wenn ich aus Junglenotes das machen will, was ich eigentlich vorhatte, dann werde ich täglich dagegen ankämpfen müssen.

Oder auswandern? Schien lange nicht mehr so attraktiv wie jetzt. Aber zu Übertreibungen neige ich eigentlich auch nicht.

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Tech

Solar Challenge, Tag 11

Heute war eigentlich Sonne angekündigt. Was es gab, war eine Dunstglocke, hinter der man die Sonne erahnen konnte. Das brachte meinen Smartphone-Akku an der 100-Watt-Zelle in einer Stunde von 45 auf 54%. Danach, die Sonne war noch etwas besser zu sehen, gab ich der Powerbank die Chance, noch etwas Bräune zu bekommen. Aber trotz 2 Stunden sprang die Anzeige nicht weiter als 2/5. Nach einem Videotelefonat mit Kristine ist der Smartphone-Akku jetzt bei 37 Prozent und nachher wollte ich noch lesen. Eine Ladung dürfte die Powerbank noch schaffen. Heißt: Morgen, allerspätestens übermorgen, muss Sonne her. Sonst kriegen wir ein Problem.

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Yeah

Welcome to the Jungle!

Hallo! Schön euch zu sehen. Was ist Junglenotes? Gute Frage! Ein bisschen von allem…

  • Ein Lotse durch den urbanen Dschungel
  • Oder auch den echten (ich bin immer ganz gerne dort)
  • Eine Seite für eine positive Weltsicht und den Blick nach vorne. Katastrophenjournalismus, Destruktion und Hass gibt es schon genug.
  • Constant Beta: Es gibt weder ein festes Konzept, noch ein festes Design. Hier wird ausprobiert.

Und mehr kann ich dazu erst einmal gar nicht sagen. Außer: Schön dass ihr hier seid! Let’s go!

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Hochsensibilitäts-Dinner

Ich will nicht sagen, es wäre in Mode gekommen. Aber mehrere Freunde kamen in den vergangenen Jahren auf mich zu und berichteten von der Erkenntnis, hochsensibel zu sein und das jetzt endlich entdeckt zu haben. Und ziemlich wahrscheinlich wäre ich es auch.

Bin ich? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht genau und es ist für mich auch nicht wichtig. Irgendwann habe ich auch mal einen Test dazu gemacht und das Ergebnis lautete sinngemäß: schon deutlich mehr Anzeichen als der Durchschnittsmensch, aber die krasseste Nummer bist du nicht.

Ja, würde ich so unterschreiben. Ich kenne mindestens zwei Menschen, die besagte krasseste Nummer sind und deswegen mit erheblichen Nachteilen durchs Leben gehen. Da würde ich um kein Geld in der Welt mit tauschen wollen.

Ich weiß, dass an mir irgendwas anders ist als an der Masse. Aber ich habe mich mit den meisten meiner Eigenarten arrangiert. Ich brauche zum Beispiel deutlich mehr Schlaf als der Durchschnitt, vielleicht weil ich mehr Sinneseindrücke verarbeiten muss, vielleicht aber auch aus ganz anderen Gründen, die ich noch nicht erkannt habe. Aber irgendwann habe ich aufgehört, mich dagegen zu wehren. Ich schlafe jetzt einfach viel. Mir gehen Kriegsfilme näher als andere, weil ich mit den Protagonisten mitfühle, und ich mag besonders brutale Filme nicht, in denen die Statisten reihenweise über den Jordan gehen – was Freunde von mir wiederum eher amüsant finden. Weil, ist ja nur ein Film.

Früher bin ich auf Märkten (Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt, Orient-Markt…) völlig kollabiert. Das Geschrei der Händler, das Dickicht der Menschen, ständiges Stop-and-Go, die nicht auszurechnenden Bewegungen der Besucher (unzählige Vektoren in verschiedensten Geschwindigkeiten). Heute bekomme ich es etwas besser hin, mache mir weniger Gedanken, akzeptiere das Marktgeschrei und das Gedränge als Eindrücke, die dazugehören, und bewege mich selbst wabenförmig vorwärts, während ich akzeptiert habe, dass ich die Bewegungen der Anderen nicht alle ausrechnen kann, aber auch nicht muss. Eine Stunde halte ich es auf einem Markt jetzt ganz gut aus, danach ist der Puffer leer.

Hat das jetzt mit Hochsensibilität zu tun, mit Sozialisierung, mit Erfahrungen, mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften? Eben. Man kann es nicht genau sagen. Die Menschen sind unterschiedlich aufmerksam, Frauen wird nachgesagt, länger shoppen gehen zu können als Männer, auch viele andere kommen mit Gedränge nicht klar, der eine ist maulfaul, der andere redselig und trotzdem introvertiert, jeder weint mal, jeder ist mal traurig (außer ein guter Freund von mir, den ich noch nie traurig erlebt habe. Er kann sich ärgern, aber irgendwie nicht traurig sein, was ich irre finde. Netter Typ übrigens, einer zum Pferdestehlen.)

Soll heißen: Es ändert nichts daran, dass man lernen muss, mit dem eigenen Typ umzugehen. Und da probiere ich seit ein paar Tagen etwas Neues. Wenn ich von mir weiß, dass mich zu viele Sinneseindrücke wahrscheinlich müde machen, dann wäre es doch vernünftig, sie zumindest da zu reduzieren, wo ich es selbst in der Hand habe. Etwa beim Essen. Für mich bislang völlig selbstverständlich, dass ich bei jeder Mahlzeit entweder eine Netflix-Folge oder ein YouTube-Video gucke, Radio oder Musik höre oder auf WhatsApp chatte. Links die Gabel, rechts das Smartphone. Irre eigentlich.

Seit ein paar Tagen esse ich im Stillen. Nichts hören, nichts gucken, nichts lesen. Nur Essen. Ich weiß noch nicht, wohin das führt, aber bisher fühlt es sich definitiv nicht schlecht an.

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Yeah

Constant Challenge

Neulich wurde ich gefragt, welche Challenge ich aktuell verfolge. Es stimmt ja auch: Irgendwas mache ich da eigentlich immer, sonst würde das Leben langweilig. Vergangenen Herbst etwa war es die Coffee Challenge, der Versuch, alle Bonner Innenstadtcafés mit einem Besuch zu beehren. Mittlerweile war ich in allen außer dem Café Jaz. Die haben den Ruf, Leute einfach rauszuschmeißen, die ihnen nicht passen, und irgendwie habe ich mich deswegen da noch nicht reingetraut.

Aber sollte ich eigentlich, denn genau so etwas ist eine Challenge: Dinge tun, die man sich eben nicht traut, die man für gewöhnlich nicht tun würde. Etwas, was einen auf Trab hält und dazu zwingt, die eigene Bequemlichkeit abzulegen. Aktuelle Challenges bei mir:

  • Solar Challenge: Mitten im Winter mein Smartphone nur noch mit Solarstrom laden (mindestens 1 Monat, läuft)
  • Junglenotes aufbauen und zumindest im 1. Monat täglich bloggen (läuft).
  • Mittagschallenge: 1 Monat nicht da essen gehen, wo ich sonst immer esse (ab nächster Woche). Update: Das Café Jaz kommt auf den Alternativplan.
  • 1 Wochenende spontaner Städtetrip ins Ausland. Belgien oder Niederlande z.B. Irgendwo, wo ich noch nie war und kein Deutsch sprechen kann. (bis April)
  • Zum Finanzgenie werden. Zumindest die Altersvorsorge sicher regeln (mindestens bis April)
  • Minimalismus galore. All in gehen, endgültig abnehmen, alle Sammelnester ausmisten, final alles wegschmeißen, was ich nicht wirklich brauche (bis April).

Ich kann nicht mal genau sagen, warum oder wozu das alles. Hendrik zum Beispiel fragte mal, warum ich sowas mache. Ich weiß es nicht. Nur, dass ich mich besser fühle, wenn ich mich selbst herausfordere. Es ist ja, wie ihr oben seht, auch nichts Unmögliches oder allzu Wagemutiges darunter. Es sind nur kleine Dinge, um mal kurz aus dem Alltag auszubrechen. Und ich weiß, dass es verdammt schwer ist, damit anzufangen. Gerade, wenn man wochen- oder monatelang immer völlig gleichförmig gelebt hat.

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I could watch this for hours..

@stockinger_

♬ original sound – sandcastle81
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Allgemein

Trust No1

Ich hatte einiges nachzuholen in den letzten Jahren, und mein Leben zu ordnen. Mittlerweile komme ich hier ans Ende (des Ordnens, des Lebens hoffentlich noch nicht.) Ein paar harte Brocken warten noch, wie die Wohnungsrenovierung und das Ausmisten alter Daten und von geschätzt 300.000 Fotos auf meinen Datenträgern (ooha). Und dann lauert noch der Endgegner: die Altersvorsorge.

In einem Anflug von Torschlusspanik habe ich vor zwei Jahren etwas abgeschlossen, was anfangs gut klang. Wo sich aber immer mehr zeigt, dass es wohl nicht das richtige war. Einige Beratungstermine später weiß ich nun, dass ich gar nichts mehr weiß, außer dass ich keinem Menschen mehr traue.

Bleibt mir nichts Anderes übrig, als mich da selbst reinzukämpfen. Von daher auch der Elchtest für die eigene Ausbildung. Gut recherchieren und am Ende Dinge verstehen, von denen man vorher keine Ahnung hatte. Journalismus. Jetzt zeigt sich, was das Ganze wert war.

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Moin

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Weil nicht sein darf, was nicht ist

Auch Spiegel Online, was seit heute nicht mehr Spiegel Online heißt, springt jetzt auf den Zug auf und erklärt Bonn zu einem der Top Reiseziele für 2020. Und zitiert dabei aus dem Lonely Planet:

Und wer schon mal da sei, der dürfe nicht die Nordstadt verpassen mit ihren „Boutiquen, Kaffeeröstereien, Craft-Beer-Kneipen und New-Wave-Galerien“.

So wie es sich für eine hippe Trendstadt im Jahr 2020 gehört… Stimmt so allerdings nicht. Die Nordstadt hat 1 Kaffeerösterei, den Kaffeekontor Bonn, der auch wirklich guten Kaffee verkauft. Boutiquen gibt es, okay, keine Ahnung, was eine New-Wave-Galerie ist. Was es in der Nordstadt noch nicht gibt, sind Craftbeer-Kneipen.

Bonn hat 1 echte Craftbeer-Kneipe, das ist die Bar Balthasar in der Innenstadt. In der Nordstadt (oder genauer: der „Altstadt“) gibt es zwei Läden, die neben dem Standard-Bier auch jeweils ein Craftbeer vom Fass haben. Die Pinte kommt dem Ambiente einer Craftbeer-Bar am nächsten, traut sich aber nicht so wirklich all in zu gehen. Und das Flynn’s Inn ist eigentlich eher ein Irish Pub, noch dazu für ein etwas älteres Publikum (mein Alter). Ich bin da sehr gerne, derzeit gibt es sogar zwei Craftbeers vom Fass, aber mit einer Craftbeer-Bar, wie man sie aus anderen Städten der Welt kennt, hat das wenig zu tun. Was es noch gibt, ist einen Craftbeer-Shop, die Craftquelle. Besitzer Christoph Steinhauer veranstaltet dort auch Tastings, bezeichnet das Geschäft aber als seinen Nebenberuf. Eine Bar ist das (noch) nicht und soll es auch erst einmal nicht sein.

Wer eine Million Dollar Idea braucht, hier ist sie: Macht in der Bonner Altstadt noch schnell eine Craftbeer-Bar auf. Nach so viel Publicity von außen werden die Touristenströme schon kommen (allerspätestens zur Kirschblüte Mitte April). Und oft genug wächst eine Stadt ja in das hinein, was man schon vorab auf sie projiziert. Von daher geht für mich in Ordnung, was „Spiegel“ und „Lonely Planet“ schreiben. Ich werde in Bälde eine echte Craftbeer Bar in meiner Hood bekommen. Yeah!

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Yeah

Why I write in English

My girlfriend reads my postings on her phone. Google Chrome auto translates the texts for her. So she didn’t even know which of my posts were originally in German and which in English. I take this as a compliment. My English is not worse than the nonsense Google Translate offers sometimes. It also means that I wouldn’t have to write in English just so my gf can read the posts. Google fixes it for her.

Which brings me to the reasons why I write some of my texts on junglenotes.com in English in the first place.

  1. I like to. I like the sound of it and some things are better said in English.
  2. I have just returned from a holiday in an English-speaking country. It took me two weeks to finally get fluent. I don’t want to lose it again.
  3. It’s good to add new skills to your skillset. Being able to write copy in proper English. It would take me some time to become good at it. But I’d like to learn.
  4. A larger audience? Sure, why not. The German market is rather small and for some reason the audience tends to be different. I wouldn’t say more negative but different.

The last time I actually wrote texts in English is ten years ago. We tried to localize a newsletter for an international audience. I was supposed to write the English copy while an American would proofread the whole thing. The first time I sent him my texts, I received an answer that had more red in it than I’ve seen in my entire life. I gave up that day. I would never be as good as a native.

Fast forward ten years and here’s a different me who’s not afraid of trying and failing. I like how things have changed. So you will see me writing some of my posts in English from time to time. Whenever it’s appropriate. Please bear with my poor command of words and sense of grammar. It will get better over time.

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Tech

Solar Challenge, Tag 7

Es war Regenwetter angekündigt, trotzdem strahlt die Sonne am späten Vormittag. Mein Smartphone hatte von gestern noch 70 Prozent, aber man muss feste feiern und so. Bis Mittag bringt die 100-Watt-Zelle es auf 100 Prozent. Hier zeigt sich auch: Arbeit bedeutet mehr Akku. Im Urlaub verbringe ich viel mehr Zeit mit dem Smartphone, allein durch Lesen, Video- und Bildergucken. Dass mein Urlaub nun vorbei ist, dürfte sich also positiv auf die Challenge auswirken.

Jetzt am Nachmittag scheint schon wieder die Sonne. Ich könnte versuchen, noch einmal von 90 auf 100 Prozent hochzugehen, aber bringt’s das? In den nächsten Tagen laut Wetterbericht genau 1 Sonnenstunde, morgen. Gutes Wetter erst wieder in fünf Tagen am Samstag. Bin gespannt.