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Alright!

Selbstwahrnehmung trifft Fremdwahrnehmung

Ein Kurs mit dem oben genannten Titel habe ich vergangenen Sonntag in der VHS Bonn belegt. Es war spannend!

Wir waren zehn Teilnehmerin:innen. Die Kursleiterin bat uns, zunächst nicht mit den anderen Teilnehmenden zu sprechen. Wir setzen uns im Kreis hin, aber abgewandt, also mit den Stühlen in Richtung Wand oder Fenster gedreht.

Die sonst obligatorische Begrüßungsrunde ließen wir aus, dafür bat uns die Kursleiterin eine:r nach dem anderen für 12 Sekunden aufzustehen, nichts zu sagen und sich wieder zu setzen. Die anderen sollten sich jeweils Notizen zu jeder Person machen. Gleich anschließend sollte jede:r eine Minute lang etwas erzählen, etwa, was er/sie am gleichen Morgen gemacht hatte. Hier gab es schon die ersten Überraschungen, denn viele klangen ganz anders als gedacht.

Es folgten einige Impro-Spiele, um die anderen (und sich selbst) in Aktion zu sehen. So sollten wir etwa über eine Postkarte eine Geschichte erzählen, die wahr oder erfunden ein durfte.

Wir stellten eine Situation in einem Café nach. Person 1 sitzt am Tisch und hat gegenüber den letzten freien Stuhl stehen, Person 2 kommt dazu und bittet, sich dazusetzen zu dürfen, weil es der letzte freie Stuhl sei. Person 1 möchte das aber nicht. Wir sollten beide Personen einmal spielen.

Noch vor dem Mittag bekamen wir eine der anderen Personen zugelost und sollten uns unsere bisherigen Eindrücke über sie auf eine Karte schreiben, die später aufgedeckt würden. Am Nachmittag folgten einige weitere Spiele, nun gab es auch die Möglichkeit, sich in den Pausen ein wenig mit den anderen auszutauschen und sie so nun doch etwas besser kennenzulernen. Am Schluss die große Auflösungsrunde, wo jeder jedem schilderte, was er anfangs über denjenigen dachte und was am Schluss.

Bei mir hatte sich der Eindruck von vier Personen im Laufe des Kurses deutlich geändert. Drei fand ich auf den ersten Blick eher unsympathisch, weil sie teils abweisend guckten oder mich an jemanden aus meiner Vergangenheit erinnerten, die ich nicht mochte. Alle drei revidierten den Eindruck, entpuppten sich nämlich als sehr nett, teils durchaus geistreich und umgänglich. Einer von ihnen allerdings konnte so sympathisch sein, wie er wollte, sein ganzes Auftreten gefiel mir einfach nicht und löste in mir negative Assoziationen aus. Ich glaube ihm, dass er ein netter Kerl ist, aber trotzdem würde ich ihn nicht auf einen Kaffee oder ein Bier treffen wollen (die Frage wurde anfangs wirklich gestellt).

Die vierte Person, eine Frau, war mir beim ersten und zweiten Eindruck sympathisch, relativierte diesen Eindruck allerdings im Laufe des Tages durch ihre Art, weil sie sich in alles einmischte und für mich wenig Geistreiches aus ihr herauskam.

Ziemlich gespannt war ich darauf, was die anderen schließlich über mich sagten:

  • Für die meisten war ich auch das, was sie anfangs erwarteten
  • Mehrere sagten mir, ich würde auf sie seriös und kompetent wirken, elegant und klug und so, als würde ich in mir ruhen
  • Und so, dass ich gut und begeistert erzählen könnte
  • Meine Stimme wäre sehr angenehm
  • Ich wirke freundlich
  • Wahrscheinlich hätte ich aber zu Weilen Schwierigkeiten, meine Gefühle zu zeigen
  • Ich wirke auch ein wenig abweisend
  • Auf einen wirkte ich sogar leicht arrogant.
  • Anfangs hätte ich eine leichte Unsicherheit ausgestrahlt, die hätte ich aber – laut einer Kursteilnehmerin – gut verborgen.
  • Die Dozentin schließlich sagte, sie hätte sich anfangs gewundert, warum ich den Kurs überhaupt mache, ich hätte gewirkt, als wüsste ich schon, wie ich auf andere wirke.

Und was denke ich nun selbst darüber?

Ich war überrascht, als mir mehrere Kursteilnehmer sagten, dass ich seriös wirke und in mir ruhen würde. Ich habe manchmal eher das Gefühl, dass ich unter Dauerstrom stehe. Aber alleine der Gedanke daran sorgte am gleichen Abend noch dafür, dass ich wirklich in mir ruhte. 😅

Alle anderen Dinge kamen für mich weniger überraschend und zeigen mir sogar ein wenig, dass ich offenbar in großen Teilen schon so wirke, wie ich auch denke, dass ich wirke.

Insgesamt war der Kurs aber schon auf Freundlichkeit angelegt. All zu negative Dinge sparten wir aus, und das ist auch gut so. Mit dem gewonnenen Feedback allerdings gehe ich seitdem sehr freudig um, und der ganze Kurs hat definitiv geholfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken. Woo-ha!

Und ach ja, die Karten vom späten Vormittag, die wir später noch aufdeckten. Ich weiß leider nicht, wer sie geschrieben hat (war anonym), aber, hui, wie nett!

Also wenn ihr mal über einen solchen Kurs stolpert: unbedingt machen! Es lohnt sich!

*

Nahostkonflikt hier, dort und global

Die Welt ist seit ein paar Tagen irgendwie nicht mehr dieselbe. Schlimm genug, was da im Nahen Osten passiert, noch schlimmer, dass es auch hier passiert. Dass wir uns in Deutschland gesagt hatten, wir würden das nie wieder passieren lassen. Und jetzt sind wir mittlerweile so weit, dass sich Juden in Deutschland nicht mehr sicher fühlen.

Weil Juden in Deutschland für das, was gerade in Israel und dem Gaza-Streifen passiert, hierzulande angefeindet werden. (Was bitte können die denn für irgendwas davon?!)

Auch weil Deutsche ein klares Bekenntnis für die Politik Israels vermeiden und das den Juden in Deutschland bei Diskussionen den Rückhalt nimmt. Und hier wird es in der Tat schwierig zu differenzieren, aber genau das muss man in meinen Augen: differenzieren.

Umso schlimmer finde ich es, wenn sich Menschen klar auf die eine oder andere Seite schlagen. Denn auch das geht in meinen Augen kaum. Man kann für die Freiheit Palästinas sein, aber man kann doch keine Terroranschläge wie den der Hamas vom 7. Oktober mit 1.400 größtenteils zivilen Toten gutheißen, mit irgendwas rechtfertigen oder ihn in der Diskussion einfach auslassen. Oder so etwas tun, wie Palästina – frei vom Fluss bis ans Meer – zu wünschen.

Genau das hat jetzt einer meiner Lieblings-Instagrammer getan. 🙄😔 @thetinywisdom, der immer sehr coole Comics gezeichnet hat über selbstunsichere und/oder introvertierte Menschen in der heutigen lauten Leistungsgesellschaft, hat sich heute mit einem Comic mit dem Titel „Watermelon Field“ klar auf die Seite Palästinas geschlagen. Er beschreibt er den Konflikt zwischen Israel und Palästina, wie er ihn sieht, stellt Israel darin klar als Aggressor dar und endet mit den Worten „From the River to the Sea: Palastine will be free“.

Worauf er nicht eingeht: Den Terroranschlag der Hamas, oder: was sein Wunsch eines vom Jordan bis zum Mittelmeer freien Palästina dann für Israel und seine Bewohner bedeuten würde, was bekanntlich genau in diesem Gebiet liegt.

Weil er just heute Abend ein AMA (Ask me Anything) in seinen Stories gepostet hat, habe ich ihn genau das dort gefragt. 💁🏻‍♂️ Ich habe enttäuscht unter seinem Post kommentiert – der sonderbarerweise keine großen Wellen geschlagen hat, trotz seiner 115.000 Follower. Und dann habe ich seinen Beitrag gemeldet, weil ich ihn schlicht nicht in Ordnung fand.

Entfolgen werde ich ihm wohl – leider – auch müssen. Aber erstmal will ich noch seine Antwort abwarten.

Und dann habe ich gestern, am 9. November, am Mahnmal unten am Rhein eine Kerze angezündet. 💁🏻‍♂️ 85 Jahre nach der Reichsprogromnacht – die die meisten offenbar vergessen haben. Ich war nicht alleine dort, immerhin, aber besonders viele Kerzen brannten dort leider nicht.

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Alright!

1 Stunde

Mir heute erst mal wieder aufgefallen, wie sehr ich diese Zeitumstellung im Herbst eigentlich genieße:

  • 1 Stunde geschenkt für jeden
  • Endlich mal ausschlafen und zwar so richtig
  • Am Abend darauf auch super einschlafen, weil man dann eher müde ist, weil es ja „eigentlich schon später“ ist.

Ich hab den Tag der Zeitumstellung tatsächlich herbeigesehnt, weil ich seit Wochen irgendwie ein Schlafdefizit mit mir rumschleppe und das jetzt endlich mal kuriert werden könnte.

Ja, die Zeitumstellung an sich nervt eigentlich. Man weiß nie, in welche Richtung sie geht, zahlreiche, gerade öffentliche Uhren gehen danach tagelang falsch oder weniger intelligente Uhren (wie bei mir am Backofen oder im Auto) müssen dann doch von Hand umgestellt werden. Und klar, im Frühling klaut man uns dann wieder eine Stunde.

Aber um die Stunde jetzt bin ich mega dankbar.

A propos 1 Stunde. Wochenlang mit dem Schlafdefizit, mit dem Herbst und auch so einigen anderen Wehwehchen kämpfend habe ich mich auf der Arbeit zuletzt nur so durchgeschleppt. Bis ich irgendwann gemerkt habe: So geht das nicht mehr, du kommst zu nichts, wenn du dir nicht wenigstens 1 Stunde am Tag für die Kernarbeit wirklich reservierst.

Kernarbeit, das ist die Arbeit neben dem Planen, Kommunizieren, Lesen, Fortbilden und Organisieren. Also die Zeit, die bleibt, um die eigentliche Arbeit zu erledigen. Bei mir waren zuletzt einige dringende Testberichte auf der Agenda. Ich habe mich da jetzt zuletzt so organisiert, dass ich in dieser 1 Stunde alles andere ausgeblendet und mich alleine dem Schreiben des jeweiligen Testberichts gewidmet habe.

1 Stunde am Tag klingt wenig, meistens wurden es auch mehr, aber sich alleine mal die Zeit dafür zu nehmen und in dem ganzen Chaos wenigstens mal eine Stunde zu reservieren. Glaubt mir: das ist viel.

Getestet habe ich übrigens unter anderem das Fairphone 5:

The point is: Lerne, eine Stunde schätzen zu lernen. Seit der Zeitumstellung am Samstag fällt mir das deutlich leichter.

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König von Scheißegalien

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An der Ahr

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Schönes Licht heute in Bonn

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Fatboy Slim: Build it up, tear it down (1997)

Aus irgendeinem Grund wiederentdeckt. Kann ich wunderbar bei arbeiten.

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Alright!

Zeitfüller

Zum ersten Mal sehe ich mittlerweile wirklich Licht am Ende des Tunnels. Ich lese meine letzten Bücher weg, ich organisiere meine Finanzen, gehe alte Erinnerungsstücke durch. Das Final-Minimieren wird schon noch ein paar Monate dauern (und ich weiß, genau das schreibe ich hier immer wieder), aber das Ende ist diesmal wirklich absehbar. Mittlerweile deutet sich sogar an, dass ich am Ende auch mental gestärkt da herauskomme. Es ändert sich gerade viel, und das ist gut so.

Was ich mich angesichts der anstehenden Freiheit neulich mal gefragt habe, ist: Wenn weder materieller noch seelischer Ballast da sein sollten, was wird aus der freigewordenen Energie? Gehe ich neuen Hobbys nach und, wenn ja, welchen? Dinge ausmisten, also Minimieren, ist ja schon auch irgendwo ein Hobby geworden. Auch wenn das wegfällt, dürfte Potential freiwerden. Lese ich dann lieber als jetzt, zeichne ich, sammle ich etwas oder erfreue ich mich am Nichtstun? Jemand hier unter euch, der in der Lebensmitte noch ein völlig neues Hobby für sich entdeckt hat?

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Zum Sport verdammt

Zum x-ten Male habe ich mir gerade mal wieder den Nacken verzogen. Ärzte, Physios, meine Ex (Ergotherapeutin), sie alle sagten im Grunde dasselbe: Stärke deine Körpermitte, und das machst du am besten mit entsprechendem Sport: Rückenkurs, Core-Training, Yoga, Pilates, wenn es sein muss.

Ich bin auch schon drauf und dran, mich wieder für ein Fitnessstudio anzumelden, sobald das abgeklungen ist. Es ist nur das erste Mal, dass ich zum Sport wirklich gezwungen bin, weil es aufgrund von Alterserscheinungen nicht mehr anders geht. Oha.

(Na gut, das zweite Mal. Vor ein paar Jahren hatte ich dauerhaft so starke Rückenschmerzen, dass ich irgendwann mit dem Radfahren und allgemein Bewegen, sprich: Spazieren, anfing. Es hat Wunder gewirkt und viele spannende Reisen seitdem begünstigt. Man kann das also durchaus positiv sehen. Ich bewege mich ja auch gerne.)

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Bereit sein

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Mit dem iPhone 15 Pro Fotos machen

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Alright!

270 km

Ja, wahrscheinlich bin ich wahnsinnig. Aber ich hab auch nichts Besseres zu tun derzeit. ??‍♂️ Erkenntnisse daraus:

  • Es ist möglich.
  • Über die bekannten Grenzen zu gehen, scheint problemlos möglich.
  • Ich hatte Angst davor, diese Grenze zu überschreiten. Warum, weiß ich noch nicht genau.
  • Wo die eigentliche Grenze liegt, habe ich noch nicht herausgefunden.
  • Am Ende hat eher der Kopf schlapp gemacht als der Körper.
  • Ich scheine dabei eine Menge Dinge verarbeitet zu haben.
  • Am nächsten Morgen habe ich so in mir geruht wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
  • Das allerdings hielt nicht lange an.

Könnte sich lohnen, das auch noch für weitere Bereiche im Leben auszuprobieren oder sogar festzustellen, dass es gar keine Grenzen gibt. ?

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Wenn ich schlecht drauf bin, es akzeptiere und mich nicht verstelle, sehe ich so aus:

War neulich mal der Fall.

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Alright!

Der Urlaub und die Wut, die Wut, die Wut

Manchmal kommt eins zum anderen. Der Traum von einem neuen Fahrrad, und wie ich heute „Morgen“ nach dem Aufstehen (1300 Uhr!) das Internet nach einem Fahrrad durchgeschaut habe. Meine Nachbarin Jessi und ich lagen gestern noch bis 0400 auf Liegestühlen bei Lagerfeuer im Garten und haben Sternschnuppen beobachtet. Eine Nacht nach dem großen Perseidenregen. ? Aber es gab noch welche! Und vielleicht werden die Wünsche ja wahr.

Beim Suchtreffer „Fahrrad Bonn“ kam eine Werbung von einem Radshop in Süddeutschland und ein Trekking-Rad für 799 statt 1.799. Und es sah gut aus! Kleine Lust auf ein Abenteuer: Deutschlandticket lösen und da einfach hinfahren und das wegshoppen. Aber die Realität, die Realität! Es war schon viel zu spät, um es da vor Ladenschluss noch hinzuschaffen. Das Internet noch einmal durchforstet: Zweirad Feld hier um die Ecke hat das gleiche Rad zwar für 500 Euro mehr, aber showroomen könnte ich es da, und bei Gefallen das Rad in Süddeutschland reservieren und dann morgen noch dahin… ist ja Urlaub.

Deutschlandticket so oder so gelöst und nach Sankt Augustin gefahren. Aber dort steht neben dem Discount-Fahrrad in der Auslage plötzlich noch ein anderes. „Diamant“, ganz in Schwarz, Riemenantrieb, leicht! Unter 15kg – ist selten heutzutage. Reduziert auf 1.000 Euro. Ich bin instantan verliebt. Dass es dann nur 8 Gänge hat und nach der Probefahrt klar ist, dass es selbst im ersten Gang schwierig wird, einen Hügel raufzuklettern… „Sie sind ja noch jung und superfit“, umschmeichelt mich der schon etwas ältere Verkäufer. Na ja, na ja. Aber wenn man einmal verliebt ist, sieht man ja sowieso gerne über mögliche Nachteile hinweg. Ich bin spontan und kaufe das Ding:

Und zumindest die Fahrt zurück nach Bonn nahe der Sieg entlang schnurrt es wie eine Katze und fährt sich fast von selbst. Damit werde ich auch Berge raufkommen, das steht fest. War eigentlich mal jemand in Sankt Augustin-Meindorf? Ist erstaunlich hübsch:

Aber der elendige Kapitalismus: Etwas Neues kaufen, obwohl man noch etwas (beinahe!) voll Funktionsfähiges da stehen hat, das kein Joy mehr sparkt. Macht irgendwie jeder mittlerweile. Geld ausgeben, das wir eigentlich gar nicht mehr haben (na gut, ich eigentlich schon): Willkommen in Amerika…

Ich bin gestresst dieser Tage, auch noch vier Tage nach Urlaubsbeginn. Auf lange Touren habe ich diesmal keine Lust. Aber mal sehen, wo ich damit noch lande. Hab richtig Bock, mit dem Ding zu fahren!

Abends meldet sich Jens (!) per WhatsApp und schlägt mir das neue Funny-van-Dannen-Album vor. Ich hab bisher kaum mehr als die „Basics“ (1996) von ihm gehört. Und das neue – klingt fast genauso. Sind die letzten 25 Jahre bei Funny nicht passiert? Aber gegen Mitte kommen ein paar richtig gute Songs. „Die Wut“ ist der Hammer! Habe ich selbst nicht in mir, wenn, dann Stress – und ein kleines bisschen Resignation. Und du?

Es wird heiß, die nächsten Tage. Heiß und gewittrig. Bestes Wetter für aufs Rad. 🙂

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Sich einen Wikipedia-Eintrag bauen

Unser neuer Suchmaschinenoptimist hat mir zu einem Wikipedia-Eintrag über mich selbst geraten. Gäbe unserer Seite mehr Credibility, wäre auch für mich selbst nicht schlecht.

And this got me thinking: Was würde in einem solchen Beitrag stehen? Man darf den offiziell gar nicht selbst anlegen oder muss, wenn, dann alles mit Quellen belegen. Wie beläge (sic!) ich, wann ich Geburtstag habe? ?

Die eigentliche Frage kann man sich aber auch abseits davon stellen oder auch, sich als Trockenübung mal einen Eintrag schreiben, wie er in der Wikipedia stehen könnte. Wie würde man das formulieren? Was kämen da als Stationen rein? Als Errungenschaften? Wie schafft man es, sich möglichst neutral zu beschreiben?

Spannend würde es auch noch, wenn der Eintrag dann online wäre und andere daran herumdoktern, zum Beispiel auch Kritik einbauen könnten. Wie klänge die? Welche Ex-Freundin würde vom Leder ziehen? Wie käme man damit klar, Kritik über sich selbst auf Wikipedia zu lesen? ??

Ich werde mich mal damit befassen. Vielleicht erdet sowas einen ja auch. ??‍♂️

Könntest du dir einen eigenen Wikipedia-Eintrag über dich vorstellen?

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Christian und Christoph brechen morgen zum Nimwegenmarsch auf (4x 50 km). Und so absurd das klingt: Ich bin ein wenig neidisch, nicht dabei sein zu können. An die beiden: „Succes!“ – wie der Niederländer sagt. Ihr packt das! ??

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Bonn auf dem Kreuzberg:

Etwa da, wo das rechte Drittel beginnt, kannst du den Kölner Dom sehen.

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Golem.de über Threads ?:

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Alright!

Nightrunning

Die Fahrt von Düsseldorf zurück nach Bonn hat Verspätung und dauert ewig, ich bin ganz schön geschafft. War klasse, mit Duc ein paar Altbier zu trinken und über das große Ganze zu sprechen; Duc ist ein kluger Mann! Aber jetzt bin ich irgendwie nachdenklich, ziellos. Weil die Fahrt ewig dauert, komme ich auf die Idee, bei Skyscanner nach Flügen nach Toronto und zurück von Vancouver zu schauen. Teuer, aber bezahlbar. Von A nach B dann mit einem Camper, das wär’s. Aber alleine?

Als wir in Bonn ankommen, ist mir irgendwie nicht nach Partypeople in der Innenstadt; ich gehe den etwas längeren Weg durch das Musikerviertel. Da kommt mir auf einmal eine Joggerin entgegen. Jetzt? Um die Zeit? Es ist 2330 Uhr. Sie sieht vergnügt aus. Clever eigentlich. Jetzt brennt die Sonne ja nicht mehr, es stehen weniger Fußgänger herum als am Tag. Ich überlege kurz: Wann habe ich eigentlich zum letzten Mal etwas Spontanes gemacht oder etwas Beklopptes? Etwa, joa, nachts joggen zu gehen? Aber wenn ich das jetzt täte, wäre das nicht irgendwie gefährlich? Ich habe auf dem Weg noch ein paar Haribo gegessen und dürfte vom Altbier noch Restalkohol haben. Was ist, wenn besoffene Jugendliche mir im Dunkeln auflauern? Oder ich den Weg nicht finde? Oder… oder?

Only one way to find out!

Zuhause angekommen, schmeiße ich direkt meine Sachen in die Ecke und ziehe mir Sportklamotten an. Das Handy lasse ich da, die Sportuhr muss den Weg aufzeichnen. Schuhe an, noch ein Glas Wasser trinken, Haustür abschließen und los. Es ist kurz vor Mitternacht. Auf dem Weg nach unten treffe ich meinen Nachbarn aus dem Erdgeschoss, der mit seinen Jungs im Garten chillen war, und weihe ihn kurz in meine Pläne ein. „Joa“, sagt der, „Jetzt ist ja auch endlich was kühler. Viel Spaß!“. Vor der Tür schalte ich die Sportuhr ein und laufe direkt los.

Der Tuscolo hat schon geschlossen, zwei Typen eine Ecke weiter gehen überrascht zur Seite, als sie mich hören. Sonst ist wenig los auf den Straßen und den Bürgersteigen. Den ersten Kilometer fliege ich nur so dahin. Ein klein wenig merke ich im Magen die Haribos von der Fahrt, aber noch ist das kein Problem. Hundert Meter hinter dem Römerkran runter zum Rhein läuft ein Igel über den Weg, ansonsten sehe ich bis zum Schänzchen nichts und niemanden. Erst da sind die ersten kleinen Gruppen von jungen Leuten, die dort abhängen, aber von mir keine Notiz nehmen, oder zumindest nichts sagen.

Es ist gar nicht so viel anders, als würde ich an einem Wintertag nach Feierabend laufen gehen. Die Wege sind belechtet, ein paar Leute sind halt unterwegs, aber niemand interessiert groß, was ich mache. Hoch in Richtung Kennedybrücke sind nur drei Mädels, die etwas zu viel getankt haben und mich erst im letzten Moment kommen sehen, erstaunt zur Seite weichen, aber ebenfalls nichts sagen.

Drüben in Beuel ist ein wenig Beschallung am Rhein, in den Anwesen entlang der Promenade klingt es nach Gartenpartys. Auf Höhe Schwarzrheindorf nach fünf gelaufenen Kilometern dann etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Hier enden plötzlich die Straßenlaternen, und es wird bis zur Brücke zappenduster. Ist das im Winter auch so? Ich kann mich eigentlich nicht an so viel Dunkelheit erinnern, freue mich auf jeden Fall über jeden Radfahrer, der mir entgegenkommt oder mich überholt und ein wenig der Strecke ableuchtet.

Es ist sternenklar an diesem Abend und sehr angenehme Luft. Es duftet ein wenig nach Heu, nach Blüten, hinter dem Klärwerk in Bonn ist es dann zwar dunkel aber auch himmlisch ruhig.

Womit ich auch nicht gerechnet hatte: Auch auf der Nordbrücke ist das Licht aus. Hier sind ja tatsächlich Scheinwerfer über der Fahrbahn, die für gewöhnlich auch die beiden Fußwege links und rechts ableuchten. Sie waren mir nie aufgefallen, solange sie angeschaltet waren. Nun sind sie aus – und ich sehe nicht mehr, wo ich hintrete. Als ich einem Radfahrer ausweiche, knicke ich fast um, weil neben dem Fußweg ein Loch ist. Die entgegenkommenden Autos leuchten zwar die groben Umrisse aus, doch die Lichtkegel reichen nicht bis zum Boden. Zwei Kilometer laufe ich dadurch nur auf Verdacht. Zum Glück kenne ich die Strecke von früheren Laufen und weiß, dass sie im Großen und Ganzen eben ist.

Die Bonner Seite ist dann wieder beleuchtet. Der Rhein ist derart niedrig im Moment, dass es einige Grüppchen es sich am Ufer bequem gemacht haben. Vier Jungs haben dort einen Tisch aufgestellt, ihn mit Lichtkringeln beleuchtet und spielen dort allen Ernstes Bierpong. ?

Ansonsten passiert nicht mehr viel. Ein wenig fühlt es sich in meinem Magen nach Sodbrennen an, aber nach keinem all zu schlimmen. Mein Knie schmerzt weniger als sonst. Ich bin wie immer durchgeschwitzt, als ich zuhause ankomme, aber vielleicht sogar etwas weniger, als wäre ich am Tag gelaufen.

Alles in allem hat das Spaß gemacht. Een klein avontuurtje, nicht mehr, nicht weniger. Aber ich strahle bis über beide Ohren, während ich die Geschichte jetzt aufschreibe. Einfach toll, mal eine spinnerte Idee spontan umzusetzen. 🙂

Ach so, und die Zeit? Nicht der Rede wert: 59:22 min für genau 10 km. Ich war schonmal schneller, auch schonmal langsamer. Alles unter 1 Stunde freut mich eigentlich immer, also bin ich ganz zufrieden damit.

*

Düsseldorfer Altstadt: Schwer zu erklären warum, aber irgendwie mag ich es, alle paar Monate ausgerechnet da ein wenig durch die Straßen zu streifen, die Atmosphäre aufzusaugen und ein paar leckere Alt zu trinken (Kürzer hat ein ziemlich gutes). Und ich weiß ehrlich gesagt gar nicht warum. Klar, ein kleinen Asi wohnt in jedem von uns, aber ich kann mit der Kölner Altstadt recht wenig anfangen, mit dem Ballermann auch nicht. In Düsseldorf ist es nicht weniger stumpf, oberflächlich, bekloppt, viel zu laut und verrückt. Als wir im Kürzer am Fenster sitzen, ist draußen die vielleicht sechsköpfige Gruppe von Expats derart laut, dass ich mein eigenes Wort nicht mehr verstehe. Sie brüllen sich bei jedem Satz an. Warum, weiß ich nicht. Es herrscht Massenabfertigung im Kürzer, im Fünfminutentakt folgt ein Altbierspaziergang auf einen Junggesellin:nenabschied. Ich komme nicht schnell genug weg und muss einer Zukünftigen für 5 Euro ein Stück aus dem Party-T-Shirt schneiden. Nach dem zweiten Alt stört mich das aber alles kaum noch. Es ist laut, es ist primitiv, ich fühle mich da irgendwie wohl. Verrückt.

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Camper Van Beethoven: Take the Skinheads Bowling (2007):

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Alright!

Lieber gewinnen oder nicht verlieren?

Manche Lebensweisheiten entnimmt man Tischtennis-Newslettern. 🙂 Die letzte Ausgabe empfahl einen Trainingstipp von einem Mentalcoach. Christian Zepp, der auch sportpsychologischer Berater des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) ist, analysiert in seinem Video, wie es passieren kann, dass man gegen vermeintlich schlechtere Gegner verliert (was mir andauernd passiert ? oder ich halte mich einfach nur für den Größten und bin es dann doch nicht…). Das Video lässt sich leider hier nicht einbetten, deswegen hier der Link auf die Webseite, wo es zu sehen ist.

Was ich interessant finde: Zepp unterscheidet in seinem Video eine interessante Sache: Willst du gewinnen oder willst du nicht verlieren?

Klingt im ersten Moment wie dasselbe. Aber es gibt einen feinen, entscheidenden Unterschied: die Herangehensweise. Wer gewinnen will, spielt auf Sieg. Er ist aktiv, idealerweise locker, er kämpft und versucht das Heft in der Hand zu behalten. Wer nicht verlieren will, etwa um sich nicht zu blamieren oder dem Abstieg zu entgehen, agiert ganz anders. Die Angst spielt eine viel größere Rolle, man ist gelähmt, wird passiv, vergibt sich Fehler viel weniger.

Spannend, weil das eben nicht nur für Tischtennis gilt, sondern auch viele andere Lebenslagen. Bürokratie, Gesundheit, Arbeit, Dating… ??‍♂️ Behalte das Heft in der Hand und agiere. Finde ich gut!

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Von Tauben und Menschen

Tauben hatten ja hinter meinem Blumenkübel auf dem Balkon ein Nest gebaut und dann auch flugs ein Ei gelegt:

Ich wollte das eigentlich nicht, aber hab mir vor zwei Wochen dann gesagt: Pfeif drauf, du bist ja jetzt eh erstmal in Porto. Vielleicht hat sich das danach von selbst erledigt.

In der Zwischenzeit waren Hitzewelle, Tage über 30 Grad, Unwetter, Sturm, starker Regen…

Anfang der Woche gucke ich dann nochmal hinter den Pott, und: whale hello there…

Nebenbei ist da das meiste bisher sehr ordentlich und noch nicht alles vollgekackt. Auch mit den Mauerseglern nebenan scheinen sie sich ganz gut zu vertragen. Also, warum nicht.

Heute am späten Nachmittag, ich esse gerade eine Schale Müsli halb auf dem Balkon, sehe ich die Taubenmutter, wie sie kurz das Nest verlässt. Sie fliegt aber nicht davon, sondern setzt sich auf den Mauervorsprung neben dem Nest, minutenlang. Es sieht mir fast so aus, als würde sie einfach nur ein bisschen Pause machen, den Blick in die Ferne schweifen lassen oder über was nachdenken…

Was war nochmal so schlimm an Tauben?

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ChatGPT: Zu höflich, um die Wahrheit zu sagen

In meinem Technikbuch stand heute das hier. Und ich so: WTF?!

Ich hab jetzt erst vor Kurzem angefangen, mich überhaupt ein wenig mit Chemie zu befassen (und sehr viel davon habe ich direkt wieder vergessen…). Aber eins habe ich mir gemerkt: Organische Verbindungen sind die, die Kohlenstoff enthalten. Wie um alles in der Welt kann Kohlenstoffdioxid (CO2) dann anorganisch sein?

Ich gehe wutschnaubend zu ChatGPT, was für mich das neue Google ist, und beschwere mich direkt mal:

Hä?

Nee, ChatGPT, die Antwort gefällt mir nicht. Ich hake nochmal nach:

Und ChatGPT so… gibt klein bei…

Ja, aber Moment mal, ist ja nett, dass du so diplomatisch bist, KI, aber nur weil ich dagegen bin, wird es dadurch ja noch lange nicht richtig (oder? ?). Entschuldigt sich für den vermeintlichen Fehler, der eigentlich keiner ist…

Ich bin dann doch noch zu Google, um mir das genauer erklären zu lassen. Eine Seite namens Cumschmidt.de hat es gut erklärt, finde ich:

CO2 enthält also zwar Kohlenstoff, wird aber aufgrund seines Reaktionsverhaltens eher zu den anorganischen Stoffen gezählt. Na gut, damit kann ich leben…

Und immer die Frage nach dem Warum, die in so vielen Technikbüchern (und von meinem damaligen Chemielehrer) nie beantwortet wird. „Isso, müsster auswendig lernen“. Ahja.

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A propos Chemie. Gestern gab es Tapas mit Mary, Jazzy und Christian, diesmal beim Portugiesen. 🙂 Und es war toll. Mary erzählte von Redoxredaktionen (ich weiß nicht mehr, wie wir darauf kamen) und dass es dafür ganze Konferenzen gäbe. Und ich so: bitte was?!

Ja, denn obwohl Sauerstoff für uns Menschen so ein wichtiger Stoff ist, ist es für andere Objekte und Lebewesen ein ziemliches Problem, sagte Mary, sogar eher schädlich. Er sorgt für Rost, er klaut Pflanzen und Tieren im wahrsten Sinne des Wortes Energie. Freie Radikale etwa sind aggressive Verbindungen ungepaarter Sauerstoffatome, die sehr reaktionsfreudig sind, sprich: anderen Zellen Elektronen klauen. Das kann die Zelle schneller altern oder sogar sterben lassen. (Ich hoffe, ich habe das richtig wiedergegeben? ?)

Teufelszeug! Fott domett!

Und: Was es nicht alles gibt…

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Wiederentdeckt: The Subways: Young for Eternity

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Das Glas ist halb

Wir waren in Köln in einer sehr netten Runde Tapas essen und das eine oder andere Getränk dabei trinken, als Mary sagte: „Das Glas ist halb“.

Wie, halb? Da fehlte doch noch was. Halb voll oder halb leer? Optimist oder Pessimist? Jeder kennt wohl den Vergleich. Aber wenn das Glas einfach nur halb ist…

Dann entspricht der Inhalt 50 Prozent der möglichen Füllmenge von 100 Prozent. ??‍♂️ 1/2. Rein mathematisch die Zahlen betrachtend. Nicht wertend.

Ist der Urlaub zur Hälfte rum, liegt dann noch eine tolle Hälfte vor dir oder ist der Urlaub einfach halb? Ist das Leben halb gut oder halb schlecht oder ist es einfach das Leben?

Ich mag die Idee, nicht zu werten. Es wird dazu geraten, nicht zu werten, auch wenn ein sehr, sehr schweres Unterfangen ist. Aber das mit dem halben Glas ist schon mal ein sehr guter Anfang.

Sehr cooler Gedanke! 🙂

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Ach so und ach ja, in bin gerade mal wieder in Porto, und es ist hübsch hier:

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Eigenes Tempo

Ich wollte heute in der Eifel pilgern gehen. Bis Bad Münstereifel war ich ja schon gekommen, aber gestern wurde es spät, ich kam heute entsprechend spät raus, hatte dann doch noch ein paar Dinge auf der Arbeit zu erledigen. Ich setzte mir 1200 als Ziel, um loszufahren. Dann wurde es hektisch, noch dazu hatte ich noch gar keine Wanderschuhe. Die schon am Montag bestellten sollten erst zwischen 1400 und 1600 Uhr kommen, meldete die Sendungsverfolgung. Aber darauf warten?

Beim zweiten Kaffee plötzlich die „Eingebung“: Wozu eigentlich der ganze Stress. Ich hatte das Hotel zwar für heute Abend gebucht, aber ob ich vorher schon eine Etappe laufen würde oder nicht: doch eigentlich egal. Warum nicht erst am späten Nachmittag aufbrechen, erstmal nur akklimatisieren und dann in aller Ruhe morgen nach dem Frühstück los?

Und so legte ich mich beim zweiten Kaffee auf die Couch. Plötzlich einen ganzen Nachmittag zu verbraten, der nicht eingeplant war. Was tun? Etwas weiter zeichnen lernen, lesen, die Steuer… aber am ehesten war mir schon nach Bewegung… Ich könnte spazieren gehen, aber wäre das sinnvoll?

Auf einmal klingelte es an der Tür: die Trailrunner kamen doch jetzt schon. Ich schaute auf die Uhr: kurz vor 1200. Jetzt nur noch eben zum Penny, paar Snacks einkaufen, Bargeld abheben (es sollte ja in die Eifel gehen), noch einmal aufs Klo, den Rucksack – und dann könnte ich eigentlich doch schon los.

Auf dem Rückweg vom Penny sah ich zwei Jungs verzweifelt mit Starterkabeln an einer alten Rostlaube herumhantieren. Sollte ich… den einen von beiden kannte ich sogar flüchtig, aber jetzt wurde es auch Zeit, wenn ich da jetzt auch noch, aber eigentlich… ach verdammt!

Ich ging rüber und bot ihnen meine Hilfe an. Wie oft auch MIR schon geholfen wurde, wenn die Karre mal nicht ansprang… Die beiden Jungs sahen begeistert aus, ich bat sie, fünf Minuten zu warten und sie sagten okay.

Und jetzt ging es schnell. Hoch, die Einkaufssachen in die Schränke geworfen, den Rucksack geschultert (verdammt! Beinahe die Kulturtasche vergessen) und mit Sack und Pack in den Wagen gestiegen. An den beiden Jungs hätte ich eh vorbei gemusst. Motorhaube auf, die Kabel angeschlossen, dem Typen Starthilfe gegeben, noch schnell Navi und Musik angemacht und dann los.

Insgesamt wurde es so eine Stunde später als ursprünglich geplant. Aber es fühlte sich besser an, weil es nach meinem Tempo ging und nach dem Tempo von… ja wem eigentlich? ? Dem gestessten Overachiever in mir?

Und wären die Schuhe überhaupt schon so früh gekommen, wenn ich verzweifelt gewartet hötte?

Sie passten dann übrigens nicht und gingen direkt wieder zurück. ? Darauf zu warten, hätte sich also so oder so nicht gelohnt.

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Kohle

Nicky und Juan fragen mich manchmal, wann ich mal wieder nach Porto käme. Ich finde dann viele Gründe dagegen: wenig Zeit, anstrengender Flug, Flightshaming. Aber natürlich auch Geld. Bei meinem letzten Besuch dort hatte der Flug über 200 Euro hin und zurück gekostet, wenn ich jetzt im Juni mal wieder rüberfliege (ick freu mir!) sind es immerhin noch 130, also 65 Euro pro Strecke.

Genau den gleichen Preis, 65 Euro, habe ich heute für eine zwanzigminütige Fahrt im Taxi von Blankenheim bis Bad Münstereifel bezahlt. Weil es keine Busverbindung ohne dreimal umsteigen zwischen den beiden 20 km entfernten Orten gibt.

Ich wollte das so, ich hatte das schon eingeplant (na gut, eigentlich eher 50€), aber es ist schon verrückt, wenn man die Distanzen vergleicht. Die schnellstmöglichen Verkehrsmittel zischen Bonn und Porto (2000 km) sowie zwischen Blankenheim und Bad Münstereifel (20km) kosten dasselbe.

Und ja, die Eifel ist völlig abgehängt. Aber dazu demnächst mal mehr.

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Schön ist die Eifel aber! Blankenheim: wow!

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Mein Hotelzimmer hat ein Lehnstuhl mit Blick auf den Parkplatz. Hab den ganzen Abend darin verbracht, organisiert und gechillt. Ich glaube, so einen hätte ich auch ganz gerne.