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Right

Urlaubsfeeling in den Alltag rüberretten

Klar, das klappt sowieso am Ende nicht. Ganz einfach deswegen, weil einem im Alltag die viele Erholungszeit fehlt, die man im Urlaub hat.

Aber wer hat nicht im Urlaub – frei von allen Sorgen – schon einmal Pläne geschmiedet, wie er (oder sie) künftig alles anders machen würde? Spätestens drei Wochen später stellt man dann resigniert fest: Hat nicht funktioniert, der stressige Alltag lässt schlicht zu wenig Freiräume zu. Am Ende bleibt alles mehr oder weniger beim Alten, nur von der schönen Erinnerung kann man noch zehren.

Bei mir wird’s natürlich so ähnlich laufen. Aber irgendwo zwischen dem saftigen Grün an den Weinbergen der Mosel und dem Bildschirm meines Laptops heute nach dem ersten Arbeitstag dachte ich mir: das muss doch irgendwie anders laufen können. Nur wie?

Ein paar Dinge, die ich mir vorgenommen habe:

  • Nur noch morgens Nachrichten hören. Abends vor dem Schlafengehen lieber abschalten und den Freiraum nutzen, um über den Tag nachzudenken, die Gedanken sacken zu lassen.
  • Kuchen backen lernen. ??‍♂️
  • Den Mut haben, auf der Arbeit Unwichtiges zu vertagen oder wegzulassen.

Und mehr auch erst einmal nicht; mehr wäre zu viel. Warum jetzt gerade das?

  • Ich hab im Urlaub keinerlei Nachrichten gehört und scheine nichts verpasst zu haben. Einige Nachrichtenmagazine, die sich zu wichtig nehmen schießen gegen andere Nachrichtenmagazine, die sich zu wichtig nehmen – habe ich heute beim Nach-Lesen einiger Newsletter erfahren. Die Fußballergebnisse habe ich hinterher mitbekommen, das war früh genug. Über den Tod von Prigoschin habe ich von einer Nebencamperin am Tag danach erfahren. Ich war überrascht – und wann ist man das von News schon wirklich mal? Dass es von Donald Trump nun ein ikonisches Polizeifoto gibt, ist witzig, aber gehört für mich außerhalb des Wahlkampfs ins Reich des Boulevards. Sagt mir, wenn ich sonst noch etwas verpasst habe in der einen Woche, aber mir scheint, da war sonst nichts. Und was ist letztlich wirklich wichtig?
  • Die Idee mit dem Kuchen kam mir gestern beim zweiten Kaffee, den ich mir vor dem Rüngsdorfer Freibad gegönnt habe. Der war saftig, der war schokoladig, der war perfekt. Wie geht das? Das muss doch zu lernen sein. Keine Süßigkeiten mehr kaufen, nur noch selbst backen, bis ich zum Kuchenheld geworden bin. Ist wahrscheinlich sogar auch etwas gesünder.
  • Auf der Arbeit Fokus auf das Wichtigste geht jetzt sowieso erstmal gar nicht anders. Ich bekam heute ein Testgerät, für das ich nur zwei Tage Zeit habe. Da muss ich alles Andere weglassen.

Was ich gestern schon getan habe: alles ausgepackt, saubergemacht, meine Campingausrüstung nachgebessert (wärmeren Schlafsack und Ladeplug bestellt, der vier Geräte schnell gleichzeitig laden kann), die Adresse des Winzers von der Weinprobe aus Traben-Trarbach gespeichert (aber erstmal dort noch nicht bestellt, ein paar Wochen ohne Alkohol wären nämlich mal ganz gesund).

Wie ich das anstellen will, die drei Dinge zu erreichen:

  • Keine Nachrichten hören, sollte einfach sein: einfach beim Zähneputzen abends Musik hören oder sogar gar nichts: die Gedanken kreisen lassen. Hat gestern und heute immerhin schon einmal funktioniert.
  • Bei Leerlauf während des Tages lieber nach Kuchenrezepten googeln, als auf Spiegel Online oder Instagram rumzudaddeln. Hat heute leider noch nicht funktioniert, mir fehlte sowohl für das eine wie auch das andere die Zeit.
  • Mal gucken, wie das geht mit dem Fokussieren auf der Arbeit. Hab es für den ersten Tag mal versucht, indem ich mir gestern und heute schon einen Plan jeweils für den nächsten Tag mit drei To-Dos gemacht habe. Alle Andere versuche ich wegzulassen. Es klappte recht gut, aber jeder einzelne Task dauerte viel länger als geplant. Vor allem das Nach-Lesen von 150 Mails (hauptsächlich Newsletter) und mehreren hundert Feedmeldungen.

Natürlich zu früh, um jetzt schon ein Fazit zu ziehen, aber ich glaube: mit zwei bis drei Vorhaben könnte das halbwegs funktionieren. Um das auf eine Formel runterzubrechen:

Die Veränderung sollte eine Reduktion oder ein Ersatz für etwas sein, dann kann es funktionieren. Wenn die Idee ist, etwas zusätzlich zu machen, dann wird es wahrscheinlich eher schief gehen.

Ich werde berichten, wie das läuft.

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Yeah

Trier-Bonn an 1 Tag

Kleines Aventure am Schluss des Urlaubs, und ich gebe zu, ich musste mir vorher ein wenig Mut antrinken. Na ja, am Abend vorher gab es ein großes Guinness und ein kleines Hophouse in einem Trierer Irish Pub, während ich auf dem Handy die Route absteckte, mehr dann auch nicht. Die Kellnerin hat mich die ganze Zeit gesiezt, das weiß ich noch.

Der Ursprungsplan war, die Strecke durch die Eifel an 2 Tagen anzugehen, und mich am ersten irgendwie bis zum Nürburgring durchzuschlagen. Dort gibt es einen Zeltplatz, und das wären etwa 100 km Wegstrecke mit 1.300 Höhenmetern. Ich sah auf meinen bereits gespeicherten Strecken nach: Auch bei meinen ersten Etappen in den und im Westerwald waren es jeweils 1.100 Höhenmeter, wenn auch nur 70 km Strecke. Bisschen weniger, aber das war machbar gewesen. Die Alternative wäre die Bahn bis Koblenz und von da mit dem Rad nach Hause, aber das wäre lame und keine echte Rundreise. Ich beschließe, es zu versuchen.

Morgens um 0630 geht der Wecker, um kurz nach 0800 gebe ich den Chip an der Rezeption am Trierer Campingplatz ab und fahre los. Die ersten 50 km sind tatsächlich fast kerzengerade. Es geht über den Trierer Norden und Schweich an der Mosel entlang und dann über das Salmtal nach Wittlich. Unterwegs stoppe ich einmal für ein kleines Frühstück und kaufe ein paar Snacks im Supermarkt für später.

Als ich im Salmtal ankomme, bin ich aus dem Häuschen, als ich das Stadion des FSV Salmrohr entdecke. Ich bin kein Groundhopper, aber ein kleiner Fußballnostalgiker: Salmrohr ist wohl der kleinste Verein, der jemals in der 2. Bundesliga gekickt hatte, damals in den 80ern, als ich anfing mich für Fußball zu interessieren. Doch das Stadion sieht ziemlich verwaist aus. Am Hintereingang fange ich einen Bauarbeiter ab, der dort gerade zu Werke ist. Nein, da würde derzeit niemand spielen, da gäbe es irgendwie Probleme mit einem Finanzier. Er würde sich ansonsten gar nicht für Fußball interessieren, er kenne keinen einzigen Spieler. Ich kann es kaum glauben und zähle ein paar deutsche Nationalspieler auf. Er winkt ab: nie gehört. Aber er sei Fernfahrer gewesen und wäre 5 Millionen Kilometer gefahren in seinem Leben. Hört, hört! Ich darf kurz auf den Platz und ein Foto schießen:

In Wittlich geht es dann den Berg hinauf, aber ich habe Glück: Komoot leitet mich etliche Kilometer über den fantastisch ausgebauten Maare-Mosel-Radweg. Die Steigerung ist stetig und nur moderat bei 2-3 Prozent. Es geht sogar durch einige Tunnel hindurch. Hinter dem alten Bahnhof Plein sehe ich die Werbung für einen Biergarten um die Ecke. Es ist 1200, es ist heiß, die Hälfte der Strecke habe ich. Ich kehre kurz dort ein und gönne mir ein fantastisches Hanfbier. Hätte er selbst gebraut, sagt nickend der Wirt, in Personalunion auch Braumeister der kleinen Brauerei.

Der Weg danach führt durch kleine Dörfer, Wald, viele Felder. An einem kleinen Ort mache ich Mittagspause, irgendwo nahe Mehren auf einem Friedhof fülle ich meine Trinkflaschen wieder auf. Es ist merklich kühler hier oben und da ich durch die Steigungen schwitze, wird mir bei den Abfahrten ganz schön kalt. Aber bisher ist das alles moderat und gut machbar mit den Steigungen. Irgendwo hier beschließe ich: Ich ziehe das durch mit dem Eintagestrip nach Bonn, wird schon klappen!

Gegen 1600 komme ich in die Nähe des Nürburgrings – und werde ihn nicht in allerbester Erinnerung behalten. Zum ersten schickt mich Komoot über die alte Südschleife, die heute nur noch bei Events als Parkplatz genutzt wird und ansonsten brach liegt. Die Asphaltdecke ist aber formidabel, und das ist tückisch, denn sie verschleiert die auf einmal enorme Steigung. Mein Fahrradcomputer zeigt 6, 8, später auch teils 15 Prozent Steigung an, und das über mehrere Kilometer. Mir läuft die Soße, und als ich die Steigung überwunden habe, hat Komoot nichts Besseres im Sinn, als mich 2 Kilometer über die Bundesstraße zu schicken, die keinen Bürgersteig oder Fahrradweg hat. Das wäre anderswo zu verkraften, aber hier fahren die Jungs mit ihren getuneten Maschinen auch abseits des Rings megasportlich. Ich gebe Gas, dass ich da schnellstmöglich rauskomme und habe Glück, dass ich als einziger Radfahrer unter Mobilisten offenbar besonders auffalle und deswegen nicht übersehen werde.

Kurz nach 1700 erreiche ich Adenau – ein hübsches Städtchen, in dem auch gerade ein kleines Fest stattfindet. Die 100 km habe ich mittlerweile geschafft, und ab jetzt soll es viele Kilometer nur bergab gehen. Ich rufe am Zeltplatz an: bis 2100 hätte die Rezeption auf, sagt der Mann. Es ist da 1730, und das Navi zeigt noch 3:20h an. „Ich komme“, sage ich ihm. Das werde ich jetzt schaffen!

Die Strecke von Adenau bis Altenahr ist nicht nur beinahe eben, sie ist auch wunderwunderschön. Ich war an der Ahr selten mal weiter gekommen als (von Bonn aus gesehen) Altenahr, aber hier bietet sich dem Auge noch einmal richtig etwas, von ruhigen Flussauen über toll erhaltene Fachwerkhäuser bis hin zu Bergkapellen. Dazu ist der Radweg hier bis auf einige Flutschäden richtig gut ausgebaut.

Hinter Altenahr aber ist der Spaß vorbei, denn Komoot schickt ich den Berg hinauf. Und zwar erst im Ort und danach – verdammt, schon wieder – kilometerweit über die seitenstreifenfreie Bundesstraße. Auf der es jetzt natürlich auch noch bergauf geht. Ich versuche, den doch zahlreichen Autos und mir selbst einen Gefallen zu tun, indem ich in der immerhin halbwegs gut ausgebauten Gosse nach oben hechte. Spaß macht es trotzdem keinen, und obwohl keiner hupt, weiß ich natürlich, dass ich den Autofahrern hier gehörig auf die Nerven gehe. Aber anders geht es den Berg hier nicht hoch.

Nassgeschwitzt aber immerhin unversehrt komme ich in Hilberath an, und werde mit diesem magischen Ausblick versöhnt:

Ab jetzt geht es bis auf einige Kleinigkeiten nur noch bergab, hinter Berkum sogar 10 Kilometer bei formidablem Gefälle in einem hinunter Richtung Mehlem. Bonn-Mehlem natürlich. Ich hab’s geschafft und freue mich wie ein kleines Kind, als ich das Ortsschild passiere.

Jetzt nur noch weiter bis Rolandswerth, wo ich auf dem Campingplatz unterkommen möchte. Die 15 km bis nach Hause hätte ich zwar jetzt auch noch geschafft, aber ich würde viel lieber noch eine Nacht campen und morgens mit Siebengebirgsblick aufwachen. Um kurz nach 2030 erreiche ich die Rezeption und werde draufgelassen. Ich baue das Zelt auf, mache mich frisch und bekomme dann sogar noch sehr netten Besuch.

Etwas über 150 km zeigt der Fahrradcomputer an, etwa 1.600 Höhenmeter (meine Smartwatch sagt sogar: fast 2.000). Gut 12 Stunden war ich also unterwegs; im Hellen gestartet, noch im Hellen angekommen. Und der Witz ist: Ich bin noch nicht einmal besonders kaputt von der ganzen Reise. Sooo schlimm war’s nämlich am Ende gar nicht. Hart, aber weniger hart als befürchtet. Und doch bin ich da jetzt schon ein wenig stolz drauf: Einmal ohne Motor durch die ganze Eifel an nur einem Tag – muss mir erstmal einer nachmachen. 🙂

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Yeah

Nahweh

Seit einer Woche habe ich Urlaub, und ich bin immer noch in Bonn. ??‍♂️ Ich hätte in der Zeit schon den Kilimandscharo besteigen, in die Karibik jetten oder zumindest durch halb Europa mit dem Rad touren können. Aber irgendwie… war mir da nicht nach.

Statt dessen habe ich jetzt einfach gemacht, worauf ich Lust hatte, darunter:

  • Einen tollen Abend bei den Dropkick Murphys in sehr netter Begleitung verbringen
  • Ein Tischtennis-Workshop Aufschlag-Rückschlag besuchen
  • Ein Bierchen mit Christian trinken
  • Mit meiner Nachbarin ein Lagerfeuer machen und Sternschnuppen gucken
  • Ein neues Fahrrad kaufen und damit die Gegend erkunden
  • Endlich mal in der Pommesbude an der Fähre unten in Godesberg was essen
  • Laaaange schlafen
  • Viel, viel abhängen und dabei ein Handyspiel spielen
  • Einen Coming-of-Age-Roman lesen („Hard Land“ von Benedict Wells)
  • Idee für einen eigenen Coming-of-Age-Roman entwickeln. Muss ein Protagonist dafür unbedingt 15 sein? Warum nicht mal 45? ?
  • Zuhause Kaffee trinken, Kekse essen, alkoholfreien Aperol-Spritz trinken, mich wundern, wo die Nachmittage geblieben sind.
  • Dinge weiter wegminimieren. Freunden wie Jens dabei alte Bilder von der Oberstufenfahrt nach London rüberschicken.
  • Vergangenheitsbewältigung vorantreiben.
  • Den Bundesliga-Auftakt Werder-Bayern nebenher laufen lassen (0:4 – aber das habe ich auch nicht anders erwartet).

Heute war ich noch drauf und dran ins Kino zu gehen. Barbenheimer interessiert mich tatsächlich auch. Liefen aber keine passenden Vorstellungen.

Nachdem ich mit dem Rad durchs Siebengebirge, das Ahrtal, die Grafschaft und Wachtberg gefahren und dabei auch mehrfach nass geworden bin, muss ich sagen: Wow! Erstaunlich, was ich noch gar nicht gesehen hatte hier in der Gegend. Jetzt aber dafür so ziemlich alles.

Und ja, langsam könnte ich mir eigentlich auch noch mal was anderes anschauen. Es zieht mich in den Westerwald, auch wenn das anstrengend wird. Hab heute schon mal angefangen zu packen. Morgen könnte es losgehen.

Oder auch übermorgen…

Urlaub soll ja entspannen. Am Ende gibt man Kopf und Geist am besten das, was sie brauchen. Bei mir in diesem Jahr also eher Nahweh als Fernweh.

Fühlt sich aber alles andere als verbraten an, die Woche Urlaub.

Und gibt ja noch eine.

*

Schlafsack-Meditation

Bei der Hülle meines Schlafsacks war die Kordel aus der Öse. Also wieder reinfriemeln, das Ding, sonst kriegst du den nicht platzsparend verpackt. Es gibt den alten Trick mit einer Sicherheitsnadel oder zumindest Büroklammer. Tja, doof, wenn man die alle wegminimiert hat. Sicher, irgendwo fliegt bestimmt noch eine rum, oder ich hätte beim Nachbarn fragen können. Da fiel mir aber eine Übung ein, die der Andy von der Meditations-App Headspace in seinem Ashram mal machen musste: in brütender Hitze mit einer Schere den Rasen mähen.

Gut, brütende Hitze war in meinem Schlafzimmer zum Glück nicht, aber kühl war es auch nicht. Und die Kordel musste da schon wieder rein. Also beschloss ich, mich hinzusetzen und die ohne Hilfsmittel da in aller Ruhe wieder reinzubugsieren. Und nichts anderes dabei zu machen. Ein Geduldsspiel.

In den ersten Minuten lief mir die Soße. Ich war noch aufgeheizt vom hektischen Packen und Durchdiewohnungrennen. Und nun sollte ich mich hinsetzen und diesen Quatsch machen, der mit einem Hilfsmittel nur ein paar Augenblicke dauern würde.

Nach etwa drei Minuten hatte ich rund ein Viertel der Kordel zurück in die Schlaufe bekommen. Ich wollte aufspringen, rüber ins Wohnzimmer, den üblen Film anstellen und nebenher laufen lassen, den ich neulich angefangen habe zu streamen – um die Zeit irgendwie sinnvoll (?) zu nutzen. Ich riss mich zusammen und blieb auf der Bettkante sitzen.

Nach ein paar Minuten schossen mit Gedanken durch die Kopf, Musik, ich plante die Tour in den Westerwald und überlegte mir, wie ich meine Sachen am besten packen könnte, dachte an alte Freunde und überlegte mir, wie ich das Zurückfriemeln der Schnur weiter optimieren könnte.

Nach etwa zehn Minuten war ich deutlich ruhiger. Ich schwitzte nicht mehr, hatte keine Eile mehr. So, als wäre ich voll in der Tätigkeit aufgegangen. Ich will nicht sagen, es kamen Ruhe, Bestimmung und grenzenlose Zufriedenheit über mich, aber zumindest die Hektik war weg.

Zwanzig Minuten waren rum, da konnte ich das Ende der Kordel schließlich durch das andere Ende der Öse ziehen. Am Ende war ich zufrieden über das Erreichte, vor allem, dass ich es so durchgezogen und mich mit nichts anderem abgelenkt habe.

Moral von der Geschicht? Keine, aber machen kann man das ruhig mal so. War eine interessante Erfahrung.

*

Was gibt es da zu lachen? ??

(Nichts ins Bild reinmontiert, übrigens, der Smiley ist wirklich da auf dem Anhänger.)

*

Funny van Dannen: Wenn du zur Ruhe kommst (2022):

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Alright!

Der Urlaub und die Wut, die Wut, die Wut

Manchmal kommt eins zum anderen. Der Traum von einem neuen Fahrrad, und wie ich heute „Morgen“ nach dem Aufstehen (1300 Uhr!) das Internet nach einem Fahrrad durchgeschaut habe. Meine Nachbarin Jessi und ich lagen gestern noch bis 0400 auf Liegestühlen bei Lagerfeuer im Garten und haben Sternschnuppen beobachtet. Eine Nacht nach dem großen Perseidenregen. ? Aber es gab noch welche! Und vielleicht werden die Wünsche ja wahr.

Beim Suchtreffer „Fahrrad Bonn“ kam eine Werbung von einem Radshop in Süddeutschland und ein Trekking-Rad für 799 statt 1.799. Und es sah gut aus! Kleine Lust auf ein Abenteuer: Deutschlandticket lösen und da einfach hinfahren und das wegshoppen. Aber die Realität, die Realität! Es war schon viel zu spät, um es da vor Ladenschluss noch hinzuschaffen. Das Internet noch einmal durchforstet: Zweirad Feld hier um die Ecke hat das gleiche Rad zwar für 500 Euro mehr, aber showroomen könnte ich es da, und bei Gefallen das Rad in Süddeutschland reservieren und dann morgen noch dahin… ist ja Urlaub.

Deutschlandticket so oder so gelöst und nach Sankt Augustin gefahren. Aber dort steht neben dem Discount-Fahrrad in der Auslage plötzlich noch ein anderes. „Diamant“, ganz in Schwarz, Riemenantrieb, leicht! Unter 15kg – ist selten heutzutage. Reduziert auf 1.000 Euro. Ich bin instantan verliebt. Dass es dann nur 8 Gänge hat und nach der Probefahrt klar ist, dass es selbst im ersten Gang schwierig wird, einen Hügel raufzuklettern… „Sie sind ja noch jung und superfit“, umschmeichelt mich der schon etwas ältere Verkäufer. Na ja, na ja. Aber wenn man einmal verliebt ist, sieht man ja sowieso gerne über mögliche Nachteile hinweg. Ich bin spontan und kaufe das Ding:

Und zumindest die Fahrt zurück nach Bonn nahe der Sieg entlang schnurrt es wie eine Katze und fährt sich fast von selbst. Damit werde ich auch Berge raufkommen, das steht fest. War eigentlich mal jemand in Sankt Augustin-Meindorf? Ist erstaunlich hübsch:

Aber der elendige Kapitalismus: Etwas Neues kaufen, obwohl man noch etwas (beinahe!) voll Funktionsfähiges da stehen hat, das kein Joy mehr sparkt. Macht irgendwie jeder mittlerweile. Geld ausgeben, das wir eigentlich gar nicht mehr haben (na gut, ich eigentlich schon): Willkommen in Amerika…

Ich bin gestresst dieser Tage, auch noch vier Tage nach Urlaubsbeginn. Auf lange Touren habe ich diesmal keine Lust. Aber mal sehen, wo ich damit noch lande. Hab richtig Bock, mit dem Ding zu fahren!

Abends meldet sich Jens (!) per WhatsApp und schlägt mir das neue Funny-van-Dannen-Album vor. Ich hab bisher kaum mehr als die „Basics“ (1996) von ihm gehört. Und das neue – klingt fast genauso. Sind die letzten 25 Jahre bei Funny nicht passiert? Aber gegen Mitte kommen ein paar richtig gute Songs. „Die Wut“ ist der Hammer! Habe ich selbst nicht in mir, wenn, dann Stress – und ein kleines bisschen Resignation. Und du?

Es wird heiß, die nächsten Tage. Heiß und gewittrig. Bestes Wetter für aufs Rad. 🙂

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Right

„Eure lächerliche Nutzlosigkeit!“

Bemängele nicht ich, bemängelte ein Typ heute Abend lautstark auf der Kaiserstraße. Ganz Bonn schien draußen zu sein, 22 Grad, strahlender Sonnenschein. Endlich mal wieder ein bisschen Sommer. Und schon kommen sie alle aus ihren Löchern.

Weil ich niemanden in der näheren Umgebung erkennen konnte, an den oder die er die Worte richten konnte, ist der Kontext natürlich Gegenstand von Interpretation.

Und da kann man schonmal drüber nachdenken. Nutzlosigkeit von Menschen in der Mehrzahl (oder Pluralis Majestatis? „Euer Nutzlosigkeit haben den Thron besudelt“ ?). Das setzte voraus, dass der Mensch an sich eine Art von Nutzen hätte, sei es generell oder auf eine Sache bezogen.

Generell würde ich behaupten: Nein, der Mensch hat an sich keinen Nutzen. Er pflanzt sich fort oder auch nicht und zerstört dabei seinen und den Lebensraum vieler anderer Lebewesen. ??‍♂️

Auf eine Sache bezogen können Menschen sich gegenseitig nützlich sein. Die/der Beauftragte am Schalter oder hinter dem Tresen kann mir oder anderen nützlich sein, indem sie/er mein Anliegen möglichst schnell bearbeitet. Sei es, meinen Anwohnerparkausweis zu verlängern, mir eine Käsestulle rüberzureichen oder mir einen guten Tag zu wünschen. Von generellem Nutzen ist das aber noch lange nicht.

Ich sehe hier mehr Inselnutzen. Ein Mensch kann schon vorübergehend (nicht ständig!) anderen Menschen nützlich sein. Da der Mensch aber an sich keinen Nutzen hat (s.o.), ist das eine Division durch 0, der Unnütz nähert sich dem Unendlichen an.

Bleibt abschließend die Frage, wie jemand sich über den Unnütz anderer echauffieren kann, wenn er ja selbst auch keinen Nutzen haben kann. Von der Formulierung her nimmt er sich von diesem Unnütz ja aus oder weiß von seinem eigenen Unnütz, wirft ihn aber anderen vor. Das ergibt für mich keinen Sinn.

Unsere lächerliche Nutzlosigkeit!“ wäre der richtige Ausruf gewesen. Chance vertan, leider.

*

Urlaubsbarometer

Es schlägt aktuell stärker in Richtung Radtour mit dem ollen E-Bike aus. Hab heute mal die Nabe inspiziert: Sie verliert Öl an der Seite. Mit der Werkstatt telefoniert: Ja, nee, die sollte man sich genauer anschauen, wenn man die nicht völlig ruinieren wolle, sagte der Mechaniker, und ich wisse ja wahrscheinlich, was so eine Nabe koste. (Tue ich: 400-500 Euro + Versand und Einbau). Nächster freier Termin aber erst nächste Woche Freitag.

Na ja, aber wenn die Nabe eh hin ist und ausgetauscht werden müsste, kann ich ja bis dahin noch damit fahren. ??‍♂️ Hab im Forum den Tipp gefunden: So wenig Öl nachgießen, dass es nur die inneren Bauteile bedeckt, aber nicht auslaufen kann.

Hab jetzt noch schnell ein Nachfüllset bestellt.

*

Filme von der Festplatte: Dead Man

„Dead Man“ von Jim Jarmusch mit Johnny Depp ist schon toll. Schräg, aber toll. Ein eigentlich komödiantischer Western als Metapher für die brutale Entstehung der USA. Dafür sehr unterhaltsam.

*

Abendstimmung

Bin heute mal die B9 bis nach Godesberg lang geradelt. Irgendwie schick. Bin der Meinung, dass da noch viel zu viel Autoverkehr herrscht. Zwei Fahrspuren nebeneinander innerstädtisch – sind irgendwie 80er.

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Right

Rad der Zeit

Jetzt bin ich also auch noch krank. Kein Husten oder Schnupfen, aber schlapp, irgendwie angeschlagen, komischen Geschmack im Mund, schnell aus der Puste, mir ist kalt, ich schwitze schnell, brauchte zehn Stunden Schlaf gestern Nacht, um heute wieder halbwegs fit zu sein. Gegen Nachmittag ging es dann besser, und weil ich länger arbeitete, wollte ich danach noch kurz aufs Rad. Anschließend bei meinem neuen Nachbarn an der Bushaltestelle vorbei, der wie immer Besuch hatte. Diesmal jemanden, der auch ein E-Bike dabei hatte.

Der schwärmte davon, dass er sein E-Bike absichtlich hässlich gemacht hätte (fand ich jetzt gar nicht), damit es keiner mehr klaue. Außerdem hat er einen Alarm daran angebracht. Immerhin 2.500 Euro rum hätte das gekostet. Oh, sagte ich: meins auch.

Nur dass ich meins überhaupt nicht wirklich hege und pflege, wie eigentlich keinen Gegenstand, den ich besitze. Ich rocke nichts absichtlich runter, behandle alles pfleglich. Aber ich habe keine Versicherung für das Rad oder den Hausrat, wie der andere mit dem E-Bike. Wat fott es, es fott. ??‍♂️

Trotzdem lobte ich danach auch noch kurz die Vorzüge meines E-Bikes. Der Riemenantrieb! Mit 11-Gang-Nabenschaltung. Nie wieder etwas anderes, höchstens noch mehr Gänge (oder stufenlos)! Dazu ist es nahezu unkaputtbar. Der Motor läuft wie am ersten Tag, der Akku hat noch volle Kapazität. Na gut, die Nabe ist halt hin. Und eigentlich will ich gar kein E-Bike mehr, lieber ein leichtes, schlankes Trekkingrad ohne E.

Mit Blick auf den Urlaub schwirren mir ja bekanntlich viele Ideen durch den Kopf: Neues Rad kaufen und damit eine Radtour machen, doch lieber wandern gehen, wenn der Fuß noch wieder gesund wird. Oder, neueste Idee: Den alten Gaul noch reiten, bis er ganz zusammenklappt (auch wenn er das wahrscheinlich niemals wird).

Problem ist nämlich auch: Ich habe mich im Grunde schon für ein neues Rad entschieden. Also genau das, das gestern ausverkauft war:

Bild: Rosebikes.de

Hab kurzzeitig überlegt, mir ein anderes, günstigeres zu kaufen, aber das wäre keine Liebesheirat. Sparkt nicht genug Joy. Dann lieber jetzt nochmal das alte nehmen – es sind ja auch nur drei von elf Gängen kaputt – und danach irgendwann ohne Hektik das neue kaufen. She IS a beauty, isn’t she? Nur gerade eben nicht verkrijgbaar…

Ist das nicht irgendwie immer so? An einem technischen Gerät ist ein wichtiges Bauteil defekt. Dann überlegt man lange hin und her, ob man das für viel Geld noch einmal austauscht oder gleich ein besseres, neues, aber teureres Gerät kauft. Entscheidet man sich für den Austausch – kauft man ein paar Wochen später meist doch das Neue, zusätzlich.

Ich glaube, ich kaufe diesmal einfach gleich das neue, ohne das alte zu ersetzen, aber dann ohne Hektik.

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Biber Nutrias

Fuhr heute durch die Rheinaue und entdeckte dabei zwei Biber (laut Jessi: Nutrias) im Tümpel, die – ja, was machen die da eigentlich?

Sahen aus wie tot, umarmten sich dabei aber irgendwie halb, und tauchten minutenlang nicht auf.

Wie lange können Biber/Nutrias wohl unter Wasser bleiben, fragte ich erst mich selbst und dann Google. Und… ach, Google…

Vielleicht gibt es auch unter Bibern Normalos und Extremsportler:innen?

Bei Nutrias ist sich das Netz irgendwie viel einiger: fünf Minuten.

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Arbeit

Das Samsung Galaxy Z Flip5 kann um die Ecke fotografieren:

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Sommer

In den n-tv-Nachrichten heute auf meinem Google Nest Audio:

„… und im Südwesten sind sogar bis zu 28 Grad möglich“.

„Sogar“… Wir haben Anfang August…

Heute war zumindest der erste Tag seit drei Wochen, der wieder ein bisschen wie Sommer aussah. So sehr ich mich über den Regen gefreut habe: warmes, sonniges Wetter im Sommer ist mir dann irgendwie doch lieber. ?

Schönen Sonnenuntergang gab es!

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OK

Der alte Mann, der in der Bushaltestelle wohnt

… tut das jetzt seit ungefähr zwei Wochen mehr oder weniger direkt vor meinem Fenster. Das geht gewissermaßen problemlos, weil für die nächsten Jahre keine Busse hier lang fahren, weil die Bornheimer Straße umgebaut wird. Herrlich übrigens, ohne Busse schläft es sich viel ruhiger.

Aber zurück zu dem alten Mann. Der ist offensichtlich obdachlos, entspricht allerdings so gar nicht dem Klischee eines Obdachlosen. Zum Beispiel trägt er Chucks, einen recht hippen Bart und eine modische Brille, wenn er liest. Und das tut er viel, was ich so sehe, auch ziemlich dicke Schinken von Dan Brown und Co.

Nachdem ich ihn zwei Wochen lang umkreist habe, die letzten Nächte aber übel kalt waren, dachte ich heute nach dem Sport: Komm, sprichste ihn einfach mal an und fragst, ob er was braucht.

Er saß da nicht alleine, ein anderer Mann aus der Nachbarschaft sitzt da öfter mit ihm. Der Alte sagte, er sei hier nett aufgenommen worden, die meisten Bonner seien nett. Jeden Morgen brächte ihm einer einen Kaffee von der Bäckerei mit. Warm genug wäre ihm auch. Auf seinem Sack und Pack lag ein Fladenbrot. Wir unterhalten uns noch keine zwei Minuten, da kommt eine Asiatin vorbei und drückt ihm eine Box mit gebratenen Nudeln in die Hand. Na sowas.

Er erzählt noch ein wenig davon, wie er dort gelandet ist und fragt, ob mein E-Bike ein Besseres wäre. Das sähe so aus. 🙂 Meine Hilfe brauch er aktuell nicht, aber: vielen Dank!

Ich glaube, ich werde ihm mal Hummus vorbeibringen, ist kurzfristig das Beste, was ich für ihn tun kann. Wer ist denn schon gerne Fladenbrot ohne alles?

Und, ach ja, einem Redakteur vom Generalanzeiger habe ich auch Bescheid gestoßen.

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Urlaub

Auch noch nicht erlebt: Ich fand im Netz nach etwas Suche ein richtig schickes und noch bezahlbares Trekking-Rad mit 11-Gang-Nabenschaltung. Und noch während ich mich heute Abend auf mein altes Rad schwang, um einmal darüber nachzudenken, ob ich bereit wäre, so viel Geld dafür auszugeben, waren alle verfügbaren Modelle ausverkauft und erst wieder in 6 Wochen lieferbar. ?

Macht aber wahrscheinlich eh nichts, weil ich mir gerade offenbar etwas eingefangen habe. Scheine krank zu werden. Dabei hat der Urlaub doch noch gar nicht angefangen…

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Rechtschreibung

Sieht man ja oft so geschrieben, sieht für mich falsch aus, aber die Regel musste ich auch erst einmal im Duden suchen (Zusammen- und Getrenntschreibregel D59 (!)):

„Wenn der substantivische Bestandteil aus einer Wortgruppe verkürzt worden ist, schreibt man zusammen. Oft ist der Artikel und/oder eine Präposition weggelassen worden.“

Gilt demnach für Wörter wie „mondbeschienen“ (eigentlich: vom Mond beschienen) und „sagenumwoben“ (eigentlich: von Sagen umwoben) und für mein Verständnis auch für „videoüberwacht“ = per oder von (einer) Video(kamera) überwacht.

Also klein und zusammen. Aber wer beherrscht schon all diese Regeln…

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Live-Kunst

Der Hund ist echt und lag da am Fenster des Ateliers rum. Ob Teil der Ausstellung, konnte ich auf die Schnelle nicht ermitteln. Passte aber irgendwo. ?

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Ich, oder was? ?

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Right

Buch 1.1

Es war ein halbes Jahr offline, weil ich es überarbeiten wollte. War mit einigen Stellen unzufrieden. Und eigentlich auch mit der Story an sich… Es fehlte was, irgendwas passte nicht. Das Buch könnte sich lesen wie eine Heldengeschichte, aber das war es ja nicht. Ich bin einmal mit dem E-Bike durch Deutschland gefahren. Ja, muss man auch erstmal machen, aber schafft am Ende jeder™️ in zwei Wochen. Also nicht besonders heroisch, das Ganze. Und es fehlte ein wenig der Anreiz für Dritte. Wer mich nicht kennt, könnte sich schon fragen: Aha, und was soll mir das Ganze jetzt geben? Warum sollte ich das lesen?

Buchcover neu und alt

Im Großen und Ganzen habe ich die Geschichte gleich gelassen, kleine Stellen nur verändert, Teile gekürzt, anderswo etwas ergänzt. Das Cover habe ich nun selbst gestaltet (s.o.). Ist es besser? Na ja, es ist auf jeden Fall reduzierter. Und im Grunde, ja, habe ich 99,9% des Buches alleine erstellt. Nur eine Karte im Buch ist von Open Street Map, alles andere von mir selbst. Verändert habe ich das – neudeutsch – Framing. Es bleibt natürlich mein Erlebnis, aber ich stehe eigentlich nur noch exemplarisch für jemanden, der mit sich hadert, seine Bedenken überwinden muss, am Ende aufbricht, unterwegs einiges erlebt und schließlich verändert wiederkommt. Der Tenor ist klarer: Hab keine Angst vor dem da draußen! Wag dich raus!

Ach so: Kaufen kann man das, wenn man will, auf Amazon. Ich bekomme Tantiemen für jeden Buchkauf, aber reich werde ich damit nicht, keine Sorge. 🙂

Ist übrigens irgendwo zum Lachen, dass ich jetzt ein Jahr später wieder hier stehe und den Arsch nicht hochkriege, mich frage: Wat soll ich dann woanders? Dat hät doch keene Sinn! ?

*

Urlaub

Liegt aber nicht nur an mir. Ein Problem ist, dass der Fuß immer noch zickt und das – ich hab’s heute getestet – wahrscheinlich ausgerechnet an meinen neuen Trailrunnern liegt. Die sind eigentlich gut und waren gar nicht mal so billig, sind aber eben so steif, wie Trailrunner/Wanderschuhe nun einmal sind. Dadurch rollt mein platter Fuß vorne nicht richtig ab, und das scheint die Entzündung herbeigeführt zu haben. In den Barfußschuhen geht es besser, aber da läuft man sich viel schneller die Füße platt.

Außerdem ist die Nabe an meinem E-Bike mehr oder weniger hin. Ja, hätte man auch früher mal reparieren lassen können, aber eigentlich wollte ich ja eh vom E-Bike weg und hin zu einem neuen Trekking-Rad ohne Motor. Finde natürlich auf die Schnelle keins, das hübsch ist, 11-14 Gang mit Nabenschaltung und Riemenantrieb hat (nie wieder ohne!). Also sind Wandern und Radfahren gerade kompliziert. Das wird noch ein Drama geben, die nächsten Tage. Kann ich gleich das nächste Buch schreiben. ?

*

Technikbuch

Die Amerikaner mit ihrem dämlichen Imperialsystem! Was ein Meter ist, ist viel logisch-äääh…

Oder eine Sekunde… ?

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Tauben

Jungs! Kleiner Finger, ganze Hand und so… Da lasse ich euch gnädigerweise auf meinem Balkon eine neue Taube machen. Dann ist der Nachwuchs aus dem Haus, und dann macht ihr das hier… ?

Na gut, jetzt ist eh schon alles vollgekackt…

Aber ich wehe, ich finde auch nur einen Klecks auf meinem Autodach!

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Müsli und gesund

Müsli ist eigentlich auch nur eine Süßspeise. Gehe ins Geschäft und finde tatsächlich mal eins, das weniger als 20 Prozent Zucker hat! Gar nicht so einfach.

Der einzige, der das Problem erkannt und gelöst hat, ist leider der, den ich wegen der Radiowerbung seit rund einem Jahrzehnt boykottiere (was ich auch jedem anderen empfehle). Verflucht!

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Spam

Hier werden Sie gef*. Und wer oder was ist Kamun?

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Cocoon: Hummingbird (2008):

Wäre mal eine Herausforderung, das auf der Ukulele zu lernen. Aber das ist schwiiierig…

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Argh

Friendshipping*

Es war ein recht emotionales Wochenende, und nicht alles war hübsch. Ich hadere mit dem Älterwerden, und das liegt nicht nur daran, dass ich heute Morgen total gerädert und mit Muskelkater aufgewacht bin. Dabei hatte ich gestern nur bei einem Tischtennisturnier mitgespielt… **

Es sind auch andere Dinge. Mir wurde bewusst, was alles nicht mehr geht, was nicht mehr so einfach geht und dass sich gewisse Dinge nie wieder aufleben lassen. Dass man einige Dinge aber schon noch macht, für die man eigentlich längst zu alt ist. 🙁

Einiges geht dann schon noch, und vielleicht sogar besser als jemals zuvor, man kann immer noch verdammt gute Zeiten haben, und das werden wir auch. 🙂 Aber das müssen wir forcieren.

Heute ging ich durch die Innenstadt und sah einen Typen von hinten, bei dem ich dachte: „Ach, hey, das ist doch der Dings!“ Man guckt noch mal und erinnert sich: Ach nee, der ist ja längst weggezogen, und genau genommen sind wir auch gar nicht mehr befreundet. Irgendwie hatten wir uns aus den Augen verloren, oder etwas war vorgefallen. Verdammt, dabei hatten wir eine richtig gute Zeit zusammen.

Vielleicht erzähle ich euch da nicht viel Neues, aber im hektischen Alltag geht das zumindest bei mir oft unter und ich vernachlässige Freundschaften. Note to self, deswegen, and maybe to others:

  • Halte Kontakt zu den Menschen, die dir lieb und teuer sind.
  • Mach dir zur Not eine Liste mit den Top 20+ Menschen, mit denen du gerne regelmäßig Kontakt halten würdest.
  • Melde dich bei ihnen regelmäßig. Ja, geh du selbst den ersten Schritt!
  • Biete ihnen was an, schlage zum Beispiel gemeinsame Events vor (Konzertbesuch, Brauhaustour etc.) oder lade sie zu dir ein. Schmeiß auch ab und zu mal eine kleine Party (habe ich seit über zehn Jahren nicht ?).
  • Stelle Freunde und Familie über alles, auch über deinen Job.
  • Nutze die Zeit, die bleibt. Vielleicht gibt es kein nächstes Mal. ***

Jemand, der das in meinen Augen sehr gut macht, ist der Mattes. Muss ihn bei Gelegenheit mal fragen, wie er das macht.

* Friend und Shipping – mir fiel erst nach dieser Überschrift auf, dass das ein interessantes Wortspiel ist. Freunde verschicken, mal überlegen, wohin…

** War aber auch wirklich beinhart diesmal. 3 Stunden Angriffsspiel ohne echte Pause und ein richtig heftiges Teilnehmerfeld. Kein Gegner, bei dem man sich mal „ausruhen“ konnte. ? Na gut, der eine vielleicht…

*** Ja, das mag fatalistisch klingen, und wir sind noch keine 80. Das heißt auch nicht, dass jetzt alle wegsterben (obwohl einige gute Bekannte schon tot sind…), es kann auch sein, dass sie wegziehen oder man sich sonstwie aus den Augen verliert. Lieber mal was wagen, als sich hinterher über verpasste Chancen zu ärgern.

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Urlaub

Nachdem ich online kein Fahrrad gefunden habe, das Joy sparkt, tendiere ich aktuell zu einer Selbstfindungswanderung an der Mosel, also doch den Moselsteig, aber mit anderen Vorzeichen. Ich würde erst wiederkommen, wenn ich weiß, wer ich selbst bin. ?

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Spanisch

Nachdem ich neulich im Straßencafé zwei Lateinamerikanerinnen hab reden hören, hab ich mich wieder daran erinnert, dass Spanisch eine verdammt schöne Sprache ist und dass ich sie jetzt mal langsam ernsthaft lernen möchte. Kommt als nächstes.

Komt er achteraan, wie der Niederländer sagt, was auch bedeutet, dass ich damit langsam gerne mal fertig werden würde. Werde das im Herbst mal etwas intensivieren und abschließen. Dann Spanisch.

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It’s not me, taking those nice pics, it’s the Galaxy Z Flip5:

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The Dead South: In Hell I’ll Be in Good Company (2017)

Just wow!

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Right

Beißen für Deutschland

Daran dass die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer derzeit nichts taugt und zweimal bei der WM in der Vorrunde rausgeflogen ist – man hat sich beinahe dran gewöhnt. Kurzzeitige Schwäche halt, gab es um das Jahr 2000 rum schonmal. Dann folgte in diesem Sommer die U21 – bei der EM ebenfalls raus in der Vorrunde. Dass nun aber auch die Fußballfrauen bei der WM schon in der Vorrunde scheitern – jetzt wird’s langsam sonderbar. Kann Deutschland plötzlich kein Fußball mehr spielen?

Ich sehe mehrere Gründe, hab da seinerzeit auch schonmal drüber gebloggt, will mich da jetzt nicht wiederholen. Ich sage nur: Vergleicht einfach mal. In diesem Spiel kämpft eine Deutsche mit letzter Konsequenz (namentlich: Alexandra Popp <3):

https://www.youtube.com/watch?v=jH8t5me3vY8

Und dann habe ich nochmal diesen Historienschinken hier rausgekramt: Achtelfinale 1990 Deutschland vs. Niederlande. Hier kämpfen 11 Spieler bis zum Umfallen 90 Minuten lang um jeden Millimeter:

Deutschland hat nie besonders schönen Fußball gespielt. Technisch und spielerisch waren andere Teams besser. Aber die Spieler:innen haben gebissen und gekämpft wie die Löwen und deswegen (und wahrscheinlich auch nur deswegen) die meisten ihrer Spiele gewonnen. Dieses Beißen sehe ich jetzt einfach nicht mehr, weder bei den Männern noch bei den Frauen (außer, wie gesagt, bei Alexandra Popp).

Warum, ist noch die Frage. Warum beißt keiner mehr für Deutschland?

Oder andersrum: Warum hat man eigentlich früher für Deutschland gebissen? ?

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Regen

Okay, der Sommer ist verregnet. Das ist nicht hübsch, war er früher aber auch schon öfter. Die Frage ist also jetzt, warum sich jeder Regenschauer gerade wie etwas Besonders anfühlt. Ach guck, wieder ein Schauer – man fühlt sich jedes Mal fast bemüßigt, etwas dazu zu sagen.

Ich glaube, es liegt daran, dass Regen einfach etwas verdammt Seltenes geworden ist, nicht nur in den Sommern. Früher musstest du eigentlich immer eine Regenjacke und besser noch -hose dabei haben, mindestens aber einen Regenschirm. Öfter mal nach dem Online-Wetter schauen, ob Regen angekündigt ist. Das habe ich hier in Bonn tatsächlich seit Monaten nicht getan. Es regnete einfach nicht mehr, allenfalls mal kurz, und man konnte sich mittlerweile schon darauf verlassen.

Der Regen ging und man hatte ihn nicht vermisst. Wer ist schon gerne nass geworden? Nur dass wir ihn leider brauchen, um zu überleben. Verfluchter Klimawandel.

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Urlaub

Übernächste Woche soll’s losgehen. Ich hab immer noch keinen Plan wohin, aber täglich neue Ideen. Aktueller Favorit: den Moselsteig wandern. Gestern war es noch die Eurovelo-R2-Route mit dem Rad: Amsterdam-London-Dublin-Galway (oder anders herum). Keine Ahnung, was es morgen ist. Vielleicht bleibe ich aber auch einfach hier. ??‍♂️

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Saint Motel: Sisters (2021)

Die Welt schwimmt auf der Retrowelle und nach den 20ern und 80ern sind hier mal die 50er dran. I like!