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Möh

Wenn ich noch einmal irgendwo vom „neuartigen“ Corona-Virus lese, raste ich aus!

Ja, diese Form des Virus‘ ist verhältnismäßig neuartig. Es gibt aber kaum noch 1 Menschen auf dieser ganzen Welt, der bis zum heutigen Tage nichts davon gehört hat. Kommt eine neue Form von Grippe-Virus, sagen auch alle nur „Grippe“. Die Medien wollen wohl nur irgendwie gelehrter klingen, indem sie ein „neuartig“ davor setzen. Sagt doch einfach: „das Corona-Virus“, oder „SARS CoV-2“, wenn ihr als schlau gelten wollt. Und fertig. Bitte!

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Yeah

Paar Kopfhörer und noch ein Auto dazu

Unabhängig davon, dass es meine Arbeit ist und ich hier gerade über ein Projekt meines Hauptauftraggebers schreibe, bin ich gerade mal richtig stolz auf meine Kollegen. Sie haben es angeleiert, dass ihr künftig in Euronics-Geschäften neben Fernsehern, Küchengeräten und Smartphones auch Elektroautos kaufen könnt. Ja, richtige Elektroautos. Den chinesischen Elektro-SUV Aiways U5.

Aiways U5

This is funny on so many levels: Mitten im Hoheitsgebiet von Daimler und Porsche verkauft Euronics also bald Autos, noch dazu eben nicht gute deutsche Wertarbeit von Daimler und Porsche (die bei dem Thema ja auch etwas hinterherhinken), sondern von einem chinesischen Anbieter. Ich stelle mir gerade einen 50-jährigen schwäbischen Fabrikarbeiter vor, der (wie gefühlt 2/3 der Leute da unten) beim Daimler schafft, morgens die „Eßlinger Zeitung“ aufschlägt und dann was davon liest, dass die Chinesen jetzt da sind. Dass man sich damit nicht nur Freunde macht, dürfte klar sein.

Zur Strafe funkt auch erst einmal Corona dazwischen (aber wo tut Corona das gerade nicht). Los geht’s mit dem Verkauf deswegen erst ein paar Monate später als geplant. Trotzdem voraussichtlich noch in diesem Jahr. Ich bin sehr gespannt!

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Mit dem Fahrrad zum Flughafen

Neulich beim Spazierengehen gesehen:

Mit dem Fahrrad zum Flughafen? Darauf muss man erstmal kommen…

Klar, CO2 sparen, wo immer es geht. Ich stelle mir nur gerade vor, du fliegst zwei Wochen in die Domrep, hinterlässt mit allem einen gigantischen ökologischen Fußabdruck, aber sparst immerhin 0,1% ein, wenn du nicht den blöden Flufhafenbus nimmst, sondern mit dem Fahrrad zum Flieger fährst. Wie auch immer du dann deinen Koffer transportierst…

Die viel wichtigere Frage ohnehin: Geht das überhaupt? Google Maps sagt ja:

Man käme ungefähr da raus, wo der Flughafenbus hält. Gibt es da einen Fahrradständer, vielleicht sogar einen überdachten für das Ökohipster-Lastrad oder Muttis E-Bike? Ich habe ehrlich gesagt nie drauf geachtet.

Der Flughafen Köln-Bonn gibt sich sehr fahrradfreundlich, sieht sich aber mehr als Destination für Ausflügler:

Das war’s dann aber auch schon an Infos. Nix zu Fahrradständern. Hast du einen Roller, kannst du ihn zu den gleichen Mondpreisen im Parkhaus abstellen.

Nicht unbedingt sinnvoll (außer vielleicht wenn ihr nur leichtes Gepäck für den Wochenendausflug dabei habt), sehr weite Anreise, ungewisse Parksituation. Ihr ahnt es bereits: Ich werde das ausprobieren wollen. Mal sehen, ob am Wochenende schönes Wetter ist…

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Möh

Sorry, mir war nach Lila.

Konnte kein Grün mehr sehen.

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Hm

Purpose

Du brauchst nen Purpose (alt-deutsch: Bestimmung oder Berufung) im Leben, sagen die Influencer. Brauchst du nicht, sagt Ralf Senftleben aktuell im „Zeit zu Leben“-Newsletter. Den Newsletter habe ich vor Ewigkeiten mal abonniert und nie abbestellt, auch wenn er mittlerweile zu einer grenzwertigen Verkaufsveranstaltung verkommen ist. Hin und wieder erinnern sie sich aber mal daran, was sie mal waren und worum es in dem Letter eigentlich ging. Heute also, direkt von der Leber weg die Einleitung:

„Liebe Leserin, lieber Leser,

du brauchst keine Vision.

Du brauchst auch keine Berufung.

Ziele brauchst du eigentlich auch nicht, obwohl Ziele manchmal schon nützlich sind, um deine Energie auf einen Punkt zu fokussieren.

Damit du Orientierung und Richtung im Leben bekommst, brauchst du nur eine Sache:

Du brauchst eine klare Idee davon, wer du bist und was dir wichtig ist im Leben. Dann ergeben sich die nächsten Schritte automatisch.“

Hells yeah! Geht doch!

Wobei ich mir manchmal schon denke, dass so eine Bestimmung ganz nett wäre. Viel können, aber gar nicht wissen, was man damit eigentlich anstellt, das wirkt wie verschenktes Potenzial. Irgendwie habe ich meinen Purpose noch nicht gefunden. Und ihr?

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Yeah

Serienflow

Woran ihr eine gute Serie erkennt? Daran, dass ihr zwischendurch nicht immer wieder auf stoppt drückt oder hofft, dass es endlich weitergeht mit der Geschichte. Bei den ersten beiden Folgen der 5. Staffel von „Better Call Saul“ ging es mir so. Ich wunderte mich, als Folge 1 schon vorbei war und ärgerte mich, als Folge 2 zu Ende ging und ich wusste, ich würde jetzt eine Woche auf die nächste Folge warten müssen. Auch wenn keinesfalls alles schlecht ist, was gerade sonst noch so läuft, hatte ich das schon lange nicht mehr bei einer Serie. Nicht einmal beim gerade beendeten „Hunters“ auf Amazon Video, was mir eigentlich auch gut gefallen hat.

Tony Dalton als Lalo Salamanca in Better Call Saul. Bild: Netflix
Tony Dalton als Lalo Salamanca in Better Call Saul. Bild: Netflix

Woran’s bei Saul liegt? Zum einen natürlich an der insgesamt vortrefflich absurden Story, zum anderen auch daran, dass es die Vor- und Nebengeschichte von „Breaking Bad“ ist und deswegen immer mal wieder der eine oder andere von dort schon bekannte Charakter ins Bild läuft. In der 5. Staffel gefällt mir aber besonders die schon Ende der 4. Staffel kurz eingeführte Figur des Lalo Salamanca, der nun mehr Sendezeit zu bekommen scheint. Herrlich gespielt von Tony Dalton. Ein Typ, der immer gut gelaunt wirkt, nie mehr redet, als er muss, und Widersachern wie Mitarbeitern betont charmant auf die Nerven geht. Mir huscht immer ein Lächeln über das Gesicht, wenn ich ihn sehe.

Das hatte ich zuletzt bei „Once Upon a Time in Hollywood“, wo es einfach Spaß gemacht hat, den beiden „alten“ Recken Leo und Brad dabei zuzusehen, wie sie einfach nur ihr Ding drehen. Und bei „JoJo Rabbit“ beim leider viel zu kurzen Gastspiel von Stephen Merchant als Gestapo-Offizier:

https://www.youtube.com/watch?v=EyF_XafkUCk

Also vielleicht sind es einfach nur gute Schauspieler, interessante Charaktere, eine gute Plotverdichtung oder ein Mix aus allem. Kriegt auf jeden Fall längst nicht jeder Film oder Serie hin.

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Yeah

Luddie and the Moon

Macht ganz anständige Bilder, die Canon EOS RP..

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Möh

Kein Entrhynnen

Corona ist in Deutschland angekommen. Ich weiß gar nicht mal, ob ich den Medien jetzt Schuld geben mag, dass das Thema nach ganz oben auf die Agenda gerutscht ist, denn irgendwie ist das Informationsbedürfnis auch bei mir recht hoch. Verwiesen sei trotzdem zuvorderst auf die Statistik von China CDC Weekly, die der „Spiegel“ tabellarisch hübsch aufgearbeitet hat:

„Spiegel“

Kurz zusammengefasst: Alte Menschen sterben eher an Corona als junge Menschen, genauso wie auch alte Menschen eher an Grippe-Viren sterben als junge Menschen. Sterblichkeitsrate für meine Altersgruppe: 0,4%, wenn ihr euch infizieren würdet.

So weit zu gehen, das Corona-Virus als harmlos abzutun, würde ich jetzt auch nicht. Laut dem Robert-Koch-Institut ist es „tödlicher als Grippe“. Und schon krass, wie schnell es sich ausbreitet und wie ansteckend es offenbar ist. Und, klar, liest man von tausenden Toten und darüber, dass sogar der junge Arzt, der das Virus als erster entdeckt hatte, mittlerweile daran gestorben ist, wird einem schon ganz anders. Besonders dann, wenn man um sein eigenes schwaches Immunsystem und die Vorgeschichte seiner Lungenerkrankungen weiß. Außerdem ist das gerade so etwas wie ein Stresstest der vollglobalisierten Welt. Maßnahmen, wie ganze norditalienische Städte abzuriegeln, mögen überzogen klingen, aber der Test ist eigentlich gut für den Fall, dass beim nächsten Mal ein richtig gefährliches Virus ausbricht.

Aber muss ich jetzt losrennen und auf Vorrat den Pennymarkt leerkaufen? Wohl eher nicht. Atemmasken könnten zwar Sinn ergeben, aber die auf der Straße oder im Fitnessstudio zu tragen, käme ich mir auch lächerlich vor.

Um zurück zu den Medien zu kommen: Informationen sind wichtig, Beruhigung wäre angebracht, aber langweilig. Lasst uns doch lieber ein bisschen Panik schüren:

"Welt"
„Welt“
"ntv"
„ntv“
"Express"
„Express“
"Bild"
„Bild“

Wobei das mit den Aktien leider stimmt. Die rauchen gerade wirklich ab. 🙁 Es hängt zu viel von China ab.

"Generalanzeiger Bonn"
„General-Anzeiger Bonn“
Der "Focus" schreibt sogar davon, dass Abschiebungen nach Italien jetzt ausgesetzt sind.
Der „Focus“ berichtet sogar davon, dass Abschiebungen nach Italien jetzt ausgesetzt seien.

Abschiebungen nach Italien?! „Raus mit dir aus unserem gelobten Land der Schwermütigkeit, auf dass du künftig unter blauem Himmel zu leben hast, echte Pasta essen musst statt überteuerte Nudeln mit Tiefkühlgemüse, und nur noch 1,20 Euro für einen Cappuccino bezahlst!“

(Die Regelung gibt es offenbar wirklich, dass Flüchtlinge, die zunächst in Italien Asyl beantragt haben und dann nach Deutschland weitergereist sind, zurück nach Italien müssen.)

Also was jetzt tun? Öfter mal zuhause bleiben, Virenschleudern aus dem Weg gehen, alles nicht so ernst nehmen.

Gut auf jeden Fall, dass wir Karneval schon hinter uns haben.

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Understanding Germans: Mustard

A good German enjoys his mustard especially on his Bratwurst im Brötchen (call it German hot dog if you will). Or on his grilled neck steak when watching an amateur football game or the annual Schützenfest parade (i.e. a sports riflemen’s parade, which has a long tradition in Germany, arming the public to defend villages against frightful militia in the Thirty Year’s War, that ended in 1648, and hence gives its members the only non-official opportunity in Germany to legally own guns, which can then be used for shootings in, let’s say, a shisha bar in Hanau or the assassination of a liberal politican in the same state but that’s a different story, I guess).

However, the German tongue cannot take spicy food so the traditionally hot mustard from Düsseldorf one day finally came out in a mild flavour. Its customers soon felt bored though, so the edgier ones started testing medium-spiced mustard instead. Yet that alone didn’t help. And now there’s mild medium hot mustard and spicy medium hot mustard:

So basically now there is a much larger variety to choose your mustard from. As well as there’s a much larger variety of Galaxy S20s and S10s to choose your next Samsung phone from. And that’s most likely not just a German but a whole first world thing now, isn’t it? And why it is? I don’t know. Maybe because simple is just too simple for us.

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OK

Ein Jahr ohne Süßigkeiten

Ein Kumpel erzählt gerne herum, ich hätte 1 Jahr kein Alkohol getrunken, und ich ernte dann respektvolle Blicke. Wenn ich dann einwerfe, dass es „nur“ Süßigkeiten waren, ist der Respekt schon nicht mehr ganz so groß. Zucker ist (noch) nicht allgemein als Droge anerkannt, sollte es in meinen Augen eigentlich aber.

Aber nun, wie war es denn so, dieses Jahr als Ex-Junkie? Kurz gesagt: Anfangs verdammt hart, und schwer ist es bis heute. Ihr müsst euch vorstellen, dass mein Süßigkeitenkonsum schon etwas Suchtartiges hatte. Ich aß Süßigkeiten eigentlich täglich und kannte kein wirkliches Maß. Was da war, habe ich meistens auch vertilgt. Egal ob die Schokolade dann 100 oder 300 Gramm hatte. Im Nachhinein betrachtet, ist es ein halbes Wunder, dass sich mein Gewicht noch halbwegs im Rahmen hielt. Mein „Rekord“, sofern ich mich erinnere, lag bei 93-94kg bei 1,84m Körpergröße. Das ist drüber, aber nicht exorbitant. Mittlerweile bin ich bei 76kg angelangt, womit ich mir deutlich besser gefalle.

Die ersten Wochen waren eine langsame Entwöhnung. Ich begann mit dem Verzicht noch in Singapur und gestand mir zwar keine „festen“ Süßigkeiten zu, wohl aber gesüßte Drinks. Und in Singapur gibt es da nicht nur die fantastischen Teh C oder Kopi C (jeweils mit reichlich gesüßter Kondensmilch und dazu noch Zucker aufgeschäumter Tee oder Kaffee) und dazu noch Snickers oder Mars als Drink. Aber im Endeffekt gar nicht so viel davon. Nach ein paar Monaten gab ich auch die gesüßten Drinks auf, statt Süßes zum Nachtisch gab es Nüsse. Ich betrieb eine Art Methadonprogramm. Und es wirkte. Es wurde weniger.

Mein Retter, wenn es ganz schlimm kam, waren zuckerfreie Zahnpflegekaugummis. Gerade nach dem Essen teilen die dem Körper anscheinend mit, dass er gerade Nachtisch bekommt. Dann ist erstmal Ruhe.

Anfangs musste ich die Augen schließen, wenn ich im Supermarkt am Süßigkeitenregal vorbei lief. Hundsgemein, was in dem Jahr alles auf den Markt kam! Oreos eingebaut in praktisch allem, von der Milka-Schokolade bishin zur Festtagstorte, roher Keksteig zum Löffeln, M&Ms in Erdnussbutter- oder Kaffeegeschmack. Ich stand vor dem Regel und muss geweint haben wie ein Präriehund.

Es dauerte ein ganzes verdammtes halbes Jahr bis ich halbwegs von dem ganzen Mist kuriert war. Ich ging dann etwas gelassener durch den Supermarkt. Das Zeug interessierte mich immer weniger. Angebote nach Kuchen schlug ich viel leichter aus.

Nach dem überstandenen Jahr begann ich das langsame Wiedereingewöhnen mit ein paar Stücken filipinischem Yema Cake zu Weihnachten (fantastisch!) und aß die Tage darauf nur ein paar kleine süße Snacks, wobei es blieb und was problemlos ging.

Wieder zurück in Deutschland durchstreifte ich das Süßigkeitenregal. Ich gestand mir zu, einmal richtig zuzuschlagen mit all dem, was ich in dem Jahr versäumt hatte. Ich ging das Regal auf und ab, durchsuchte alles genau, fand aber bei Gott nichts, was ich unbedingt kaufen wollte. Die Sache hatte ihren Reiz völlig verloren. Ich kaufte schließlich eine Packung Mars mit Brownie-Füllung – und war am Ende ziemlich enttäuscht. Coole Idee eigentlich, aber schmeckte wie purer Zucker ohne wesentlichen Hauptgeschmack. Dazu gummiartig in der Konsistenz. Und darauf hatte ich nun ein Jahr gewartet?

Mittlerweile ist der Alltag eingekehrt, ich kaufe mir hin und wieder jetzt was Süßes, wenn ich Bock drauf habe, oder esse ein Eis, wenn es lecker aussieht. Das alles längst nicht mehr täglich. Und doch, tatsächlich versuchen die alten Geister immer wieder durchzurufen. „Iss die ganze Tafel!“, „Du brauchst mehr!“. Ich weiß nicht einmal, woher das überhaupt kommt. Vor allem schreit mein Körper nach jeder größeren Mahlzeit immer noch lauthals „NACHTISCH“, warum auch immer. Ich hatte vor, es einfach natürlich handzuhaben, zu hoffen, der Körper gebe sich auch mit weniger zufrieden. Aber das ist gar nicht so einfach. Ohne Disziplin geht es nicht. Ich habe mir nun auferlegt, nichts mehr über 200 Gramm zu kaufen und nie mehr als die Hälfte davon auf einmal zu essen. Eine Art zweite Entwöhnung. Es ist hart, aber bisher klappt’s.

Aktuell liegt in meiner Vorratsschublade eine Tafel Kinderschokolade, die seit vier Tagen täglich um ein paar Riegel schrumpft. Früher hätte sie keinen Tag überlebt. Ganz klar ein Fortschritt. Und doch frage ich mich, wie das sein kann, dass Zucker eine derartige Sucht entfachen kann, die bei einem Raucher oder Alkoholiker kaum größer sein kann. Ganz ohne Zucker wäre es schon ein fades Leben, aber ob es klug ist, Süßigkeiten weiterhin als normale Mahlzeit zu betrachten und das Zeug in rauen Mengen zu Spottpreisen kaufen zu können? Irgendwie scheint mir das gar nicht gut zu sein.