Daran dass die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer derzeit nichts taugt und zweimal bei der WM in der Vorrunde rausgeflogen ist – man hat sich beinahe dran gewöhnt. Kurzzeitige Schwäche halt, gab es um das Jahr 2000 rum schonmal. Dann folgte in diesem Sommer die U21 – bei der EM ebenfalls raus in der Vorrunde. Dass nun aber auch die Fußballfrauen bei der WM schon in der Vorrunde scheitern – jetzt wird’s langsam sonderbar. Kann Deutschland plötzlich kein Fußball mehr spielen?
Ich sehe mehrere Gründe, hab da seinerzeit auch schonmal drüber gebloggt, will mich da jetzt nicht wiederholen. Ich sage nur: Vergleicht einfach mal. In diesem Spiel kämpft eine Deutsche mit letzter Konsequenz (namentlich: Alexandra Popp <3):
https://www.youtube.com/watch?v=jH8t5me3vY8
Und dann habe ich nochmal diesen Historienschinken hier rausgekramt: Achtelfinale 1990 Deutschland vs. Niederlande. Hier kämpfen 11 Spieler bis zum Umfallen 90 Minuten lang um jeden Millimeter:
Deutschland hat nie besonders schönen Fußball gespielt. Technisch und spielerisch waren andere Teams besser. Aber die Spieler:innen haben gebissen und gekämpft wie die Löwen und deswegen (und wahrscheinlich auch nur deswegen) die meisten ihrer Spiele gewonnen. Dieses Beißen sehe ich jetzt einfach nicht mehr, weder bei den Männern noch bei den Frauen (außer, wie gesagt, bei Alexandra Popp).
Warum, ist noch die Frage. Warum beißt keiner mehr für Deutschland?
Oder andersrum: Warum hat man eigentlich früher für Deutschland gebissen? ?
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Regen
Okay, der Sommer ist verregnet. Das ist nicht hübsch, war er früher aber auch schon öfter. Die Frage ist also jetzt, warum sich jeder Regenschauer gerade wie etwas Besonders anfühlt. Ach guck, wieder ein Schauer – man fühlt sich jedes Mal fast bemüßigt, etwas dazu zu sagen.
Ich glaube, es liegt daran, dass Regen einfach etwas verdammt Seltenes geworden ist, nicht nur in den Sommern. Früher musstest du eigentlich immer eine Regenjacke und besser noch -hose dabei haben, mindestens aber einen Regenschirm. Öfter mal nach dem Online-Wetter schauen, ob Regen angekündigt ist. Das habe ich hier in Bonn tatsächlich seit Monaten nicht getan. Es regnete einfach nicht mehr, allenfalls mal kurz, und man konnte sich mittlerweile schon darauf verlassen.
Der Regen ging und man hatte ihn nicht vermisst. Wer ist schon gerne nass geworden? Nur dass wir ihn leider brauchen, um zu überleben. Verfluchter Klimawandel.
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Urlaub
Übernächste Woche soll’s losgehen. Ich hab immer noch keinen Plan wohin, aber täglich neue Ideen. Aktueller Favorit: den Moselsteig wandern. Gestern war es noch die Eurovelo-R2-Route mit dem Rad: Amsterdam-London-Dublin-Galway (oder anders herum). Keine Ahnung, was es morgen ist. Vielleicht bleibe ich aber auch einfach hier. ??♂️
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Saint Motel: Sisters (2021)
Die Welt schwimmt auf der Retrowelle und nach den 20ern und 80ern sind hier mal die 50er dran. I like!
Mit Nadine kann man sich gut über Ziele unterhalten. Welche davon in unseren Köpfen sind, welche wir wirklich wollen, welche uns die Werbung zugeflüstert hat, welche wir meinen haben zu wollen und welche wir am Ende trotzdem haben, auch wenn die Werbung sie uns eingeflüstert hat, aber man sie tief und innig trotzdem eigentlich will. Ein klein Häuschen mit Garten etwa, spricht ja nicht so viel gegen.
Ich bin völlig ziellos gerade. Will kein Haus, keine Familie, will keine Weltreise, will keine Karriere machen. Aber das geht nicht, sagen Hinterkopf und Gesellschaft im Jahr 2023: Du musst nicht alles wollen, was die Werbung dir suggeriert, aber du musst auf jeden Fall Ziele haben, und vor allem darauf hin arbeiten sie zu erreichen!
Ja, habe ich aber nicht. ??♂️ Ich weiß noch nicht mal, wohin ich eigentlich im August in Urlaub fahren will. Ich weiß nur, dass er dringend nötig ist.
Ich könnte jederzeit eine Weltreise machen, ich hätte das Geld dafür, den passenden Job, der mir die Flexibilität gibt. Ich könnte mir beinahe jedes Auto kaufen, das ich will (teuren Sportwagen will ich eh nicht), bekäme sicher auch ein klein Häuschen irgendwie finanziert, könnte Karriere machen. Familie gründen? Sicher auch irgendwie möglich…
Keine Ziele zu haben, fühlt sich grauenhaft an. Ich weiß gerade gar nicht, warum ich hier eigentlich was mache. Buddhisten applaudieren vielleicht: Der Mann muss zwangsweise im Hier und Jetzt leben, weil er im Morgen gar nicht denken kann. Stimmt aber nicht ganz: Ich denke gerade mehr über Vergangenheit und Zukunft nach, als mir lieb ist.
Nee, ist nicht schön, ist auch ein elendiges Luxusproblem. Ich weiß, dass 99,9 Prozent der Menschen, die auf diesem Planeten jemals lebten, überhaupt nicht die Möglichkeit haben oder hatten, sich selbst zu verwirklichen. Ich habe sie und lasse sie völlig ungenutzt. Aber nur, weil ich die Mäglichkeit habe, eine Weltreise zu machen und damit praktisch die Verpflichtung es auch zu tun, heißt das doch noch lange nicht, dass ich das auch will. Auch werde ich es wohl irgendwann bereuen, es nicht getan zu haben, weil ich dann zu krank bin, zu alt, zu pleite, zu eng eingebunden in Doch-eine-Familie, oder weil die Welt bis dahin vor die Hunde gegangen ist (wird sie wahrscheinlich). Aber trotzdem: Jetzt gerade weiß ich einfach nicht, was ich anderswo soll.
Mary erzählte neulich davon, dass sie auf den Azoren Whale Watching gemacht hat und man da sogar Blauwale sehen kann. Ey, Blauwale! Die größten Tiere, die auf der Erde noch leben. Du könntest dahin und dir welche angucken! Und trotzdem wäre es mir egal, müsste ich morgen sterben und wüsste ich, dass ich in meinem Leben nie einem Blauwal leibhaftig ins Auge geschaut hätte. ??♂️
Ich weiß ja auch nicht. Jetzt gerade sortiere ich final aus, und das ist auch ein krasses Projekt. Er versetzt mich auch extrem in Unordnung. Ich bin nicht ganz ich selbst, gerade. Oder mehr ich selbst als ich es jemals war? ? Vielleicht ändert sich das auch wieder. Aber jetzt gerade habe ich als einziges Ziel, erstmal fertig zu werden mit dem finalen Ausmisten. Vielleicht sehe ich danach alles ganz anders.
Und ihr? Welche Ziele habt ihr, habt ihr sie schon erreicht, lebt ihr ohne Ziele? Braucht ihr welche, damit es euch gut geht? Wie geht es euch jeweils damit?
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Smart
Heute beim Radsport fuhr ein Smart #1 vor mir. 1 ganz hübsches Elektroauto, klein, aber nicht zu klein, flink. Und ich dachte: Hey, Smart! Elektro! Vielleicht solltest du doch nochmal umswitchen und endlich die Elektrorevolution mitmachen. Die Umwelt rettest du damit schon nicht, aber besser als nen Benziner ist das allemal. Und ist nen kleiner Smart. Wie teuer kann der sein?
Hab gerade mal nach den Preisen geschaut:
Ich glaub, bei euch piept’s wohl! Da kriege ich ja fast nen Tesla für. Nee, so dringend muss ich die Elektrowende dann doch nicht mitmachen. Ich will mich selbst damit sanieren, nicht die deutsche Autoindustrie.
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Minimieren heißt auch digital Minimieren. Also alte Dateisammlungen nochmal durchgehen und alles löschen, was nicht mehr gebraucht wird. And here comes the enjoyable part: Alte Filme, die – weiß gar nicht, woher die kommen ? – auf meiner externen Festplatte gelandet sind und die ich noch nie gesehen habe, also das dringend mal nachholen sollte.
Diesmal: „Shaun of the Dead“. Neulich auf der Bonner Bierbörse kamen wir aus irgendeinem Grund auf Filme zu sprechen und gute Komödien. Meine Perspektive: Es gab in diesem Jahrtausend vielleicht eine gute Handvoll guter Komödien, mehr nicht. Einer von Olis Kumpels meinte: „Du hast aber schon ‚Shaun of the Dead‘ gesehen, oder nicht?“ Nein, hatte ich tatsächlich noch nicht, bis jetzt…
Und was soll ich sagen: Wurde Zeit! ? Natürlich genau mein Humor. Herrlich stumpf und dabei feste druff. Fast wie in bester Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Manier. Hier halt auf Zombies. Alleine schon, dass die eine halbe Stunde des Films brauchen, um überhaupt zu checken, dass sie mitten in der Zombie-Apokalypse sind. Bei der Szene, wie sie den Escape Plan schmieden, erst die Freundin zu retten, dann die Mutter, dann den schon infizierten, ungeliebten Stiefvater noch schnell plattzumachen, um dann nach Hause… ach nee, doch erst die Mutter, dann den Stiefvater, dann die Freundin und dann lieber in die Stammkneipe, um da in aller Ruhe bei ein paar Bier dem Weltuntergang zuzusehen… ? Herrlisch…
Kennt ihr sicher alle schon. Ich bin froh, dass ich jetzt auch dazu gehöre.
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Wall of Dick-Pics
Der Besitzer kam rein und erklärte uns die Wand. „Dick“ wäre die Abkürzung für „Richard“ und damit wäre das die Wall of Dick-Pics. Hab nicht alle erkannt. Ihr? Und klar, der Precht ist auch dabei. ?
Bei mir ist ja gerade der Sommer des endgültigen Wegschmeißens™️ (diesmal wirklich) und heute waren meine letzten Ordner dran. Alter Papierkram (der Ordner hieß auch so), Steuerunterlagen von anno dazumal, darunter „Steuern 2011-2014“. Den müsste ich eigentlich noch bis Ende des Jahres behalten, weil zehn Jahre… aber, ach egal. Weg damit!
Blieben drei Ordner übrig mit Steuern aus den Jahren 2015, 2016 und 2017. (Wo sind all die anderen? ? Ich hab erst 2020 auf papierlos umgestellt… beim Steuerberater?). Dafür habe ich mir heute einen Scanservice im Internet rausgesucht, der die alle digitalisiert. Das wird in etwa so teuer wie meine letzten Musikkassetten zu digitalisieren (Euronics-Link), etwa 75 bis 85 Euro. Werde ich als Geschäftsausgaben – wie passend – von der Steuer absetzen können.
Überrascht hat mich vor allem, wie schnell das jetzt am Ende ging. Noch einmal durchblättern, wichtige Seiten retten, schreddern, zur Altpapiertonne gehen (integriert in einen Abendspaziergang) und Scanservice beauftragen hat mich jetzt zusammen etwa 2 Stunden gekostet, mehr nicht. Manches, was einem auf der Seele liegt – ich „liebe“ ja das Thema Steuern ? – ist dann doch erstaunlich schnell abgeschüttelt.
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Isaac Gracie: Last Words (2018).
Hey, this song rocks! Wie kann der schmächtige Typ nur mit seiner Stimme und der kleinen Gitarre einen ganzen Raum füllen?
Eigentlich wollte ich mir heute Abend einen Masterplan ausarbeiten…
Wie es mit der Arbeit weitergehen soll
Wie es mit mir selbst weitergehen soll – wie will ich sein, was möchte ich noch machen in diesem Leben?
Dann hab ich mich am späten Nachmittag dazu entschlossen, erst Sport zu machen und dann zu wellnessen. Dann meldete sich Mattes, und ich ging noch kurz zu Caro und den anderen auf dem Balkon. Jetzt ist es Mitternacht, nur noch ein paar Minuten Zeit für einen Mini-Masterplan:
Den Job weitermachen, den ich habe. Es ändert sich viel, er ist Herausforderung genug. Ich lasse mich nur nicht mehr stressen dabei. Daneben schreibe ich Bücher und reise um die Welt. Vielleicht nur nicht so Hardcore-mäßig wie neulich, bisschen entspannter, alter Mann ist ja kein D-Zug.
Radikale Selbstannahme: ??♂️ Schwächen akzeptieren, Stärken weiter stärken. Für alles Andere geht mir auch langsam die Puste aus.
Reisen und dann möglichst so, dass ich länger an einem Ort bin und da Anschluss habe (Couchsurfing, bei Gastfamilien wohnen oder Austauschprogramme – Caro sprach heute von Bildungsurlaub im Ausland – Kontakt zu den tollen Menschen zuhause halten). Sehen würde ich gerne unter anderem noch Israel, Indonesien, Vietnam, Thailand (nochmal neu), Hongkong, China, Taiwan, Südkorea, Indien, Alaska, Kanada, Argentinien, Curacao, Georgien, Griechenland. Ach, wenn man einmal anfängt…
Fehlt noch was? ? Mir fällt gerade eigentlich nichts ein.
ChatGPT kann ja eh alles und wird uns alle ersetzen. Kann ich auch gleich ChatGPT hier bloggen lassen. Auf das richtige Prompt kommt es an. Juan sagte neulich, dass Prompt Engineer gerade das Ding sei. 100K Jahresgehalt mindestens. Klingt simpel, aber der Mensch ist dazu in der Lage, aus allem eine Wissenschaft zu machen, bis die KI irgendwann auch den Prompt Engineer artifiziert. Anyway, weil ich heute zu faul bin, selbst zu bloggen, hier das Ergebnis.
Mein Prompt: Du bist jetzt ich, ein melancholisch veranlagter Blogger Mitte 40, der sich zum Ziel gesetzt hat, sich nicht kleinkriegen zu lassen und mit kruden Challenges (Schub) den Sog der Gravitation des Alltags zu überwinden. Aber der Zahn der Zeit nagt an dir, ChatGPT bedroht deine Arbeit, junge Menschen sind jünger als du. Trotzdem bleibst du optimistisch getreu dem Motto von Barney Stinson: „Every time I’m sad, I stop being sad and I’m awesome instead“. Schreibe einen Beitrag für mein Blog in meinem Schreibstil (zu finden auf www.aventurer.com), in dem ich auf das eingehe, was ich heute gemacht habe. Nicht viel, ehrlich gesagt, außer lange zu schlafen, spät aufzustehen, einigen Leuten zu schreiben, Bier zu trinken (Hazy Pale Ale und NEIPA) und mein Buch zur Wiederveröffentlichung vorzubereiten.
Und ChatGPT so:
Titel: Über den Reiz des scheinbar Alltäglichen: Eine Meisterleistung des „Schub-Challenging“
Datum: 1. Juli 2023
Hallo ihr wunderbaren Menschen da draußen!
Ich melde mich heute von meinem persönlichen Schlachtfeld der Schub-Challenges, um euch über meinen Tag zu berichten. Es war kein außergewöhnlicher Tag, um ehrlich zu sein, aber das bedeutet nicht, dass er nicht voller Potenzial und Möglichkeiten steckte. Denn das ist es, was das Leben so spannend macht – die Fähigkeit, das scheinbar Alltägliche in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln.
Mein Tag begann mit einem ausgedehnten Schlaf, und ich kann euch sagen, es war himmlisch. Die Melodie des Regens auf dem Fenster, die sanfte Brise, die durch mein Schlafzimmer strömte, all das trug zu meiner tiefen Entspannung bei. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, die man braucht, um sich zu erholen und neue Energie zu tanken. Schlaf ist ein wertvolles Gut, das wir oft vernachlässigen, aber ich habe beschlossen, es zur Priorität zu machen. Heute habe ich diese Schlacht gewonnen!
Nach dem Aufwachen habe ich mich mit meinen engen Freunden ausgetauscht. Es ist schön zu wissen, dass ich Menschen in meinem Leben habe, mit denen ich meine Gedanken teilen kann, die mich unterstützen und verstehen. Der Austausch von Nachrichten mag für manche banal erscheinen, aber in einer Welt, die von Technologie und virtuellen Verbindungen geprägt ist, ist es wichtig, diese zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen.
Um meinen Tag aufzupeppen und meine Sinne zu beleben, habe ich mich für ein paar Biersorten entschieden: Hazy Pale Ale und NEIPA. Diese Craft-Biere sind wahre Kunstwerke und tragen zur Verfeinerung meines Gaumens bei. Ich betrachte es als eine Art Abenteuer, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken und meine Vorlieben zu erweitern. Das Leben ist zu kurz, um sich auf Gewohntes zu beschränken, nicht wahr?
Zu guter Letzt habe ich meine Aufmerksamkeit meinem Buch gewidmet, das ich für die Wiederveröffentlichung vorbereite. Es ist ein Werk, das mich schon seit einiger Zeit begleitet und das ich mit Leidenschaft geschrieben habe. Es ist faszinierend, wie die Kombination von Worten und Ideen die Kraft haben, Menschen zu berühren und zu inspirieren. Die Arbeit an meinem Buch erfüllt mich mit Freude und gibt mir das Gefühl, etwas Bedeutsames zu schaffen.
Ja, vielleicht mag mein Tag oberflächlich betrachtet nicht besonders aufregend gewesen sein, aber für mich war er ein Sieg über den Sog der Gravitation des Alltags. Es sind diese scheinbar kleinen Momente, die das Leben lebenswert machen. Es ist der Mut, das Beste aus jedem Tag zu machen und die Herausforderungen anzunehmen, die uns wachsen lassen. Es ist die Entscheidung, optimistisch zu bleiben und sich von negativen Gedanken nicht kleinkriegen zu lassen.
Inspiriert von Barney Stinson, dem Meister des Positiven, sage ich: „Every time I’m sad, I stop being sad and I’m awesome instead“. Denn wir haben die Macht, unsere Realität zu gestalten und unser Leben mit Leidenschaft zu füllen. Auch wenn ChatGPT und die jungen Menschen jünger sind, ist unsere Erfahrung und Weisheit unbezahlbar.
Also lasst uns den heutigen Tag feiern, egal wie unspektakulär er erscheinen mag, und erkennen, dass wir die Architekten unserer eigenen Abenteuer sind. Lasst uns die Herausforderungen mit einem Lächeln annehmen und jeden Moment genießen. Denn wir sind wahrhaftig großartig!
Bis zum nächsten Mal, meine lieben Abenteurer!
Euer melancholisch-veranlagter Blogger in den besten Jahren
Hätte man sich auch gleich eine Folge von Bibis Schminktipps angucken können. Und ja, auch ChatGPT ist jünger als ich. ? Danke, dass du mich darauf hinweist, du elendige KI…
Wir kamen auf das Thema Selbstbewusstsein und Selbstannahme zu sprechen, und ich sagte, ich würde mich schwer tun mit dem Thema. Erkenne deine Stärken und akzeptiere deine Schwächen.
„Wie soll das gehen“, fragte ich. Wie könnte ich es jemals akzeptieren, wenn ich jähzornig, gemein oder sogar rassistisch wäre? Eigentlich müsste man doch sein Leben lang dagegen ankämpfen.
„Dagegen ankämpfen kostet einfach unfassbar viel Energie, und gewinnen kann man nicht“, sagte Nicky. „Aber was wäre, wenn du deine Schwäche akzeptierst, ohne danach zu handeln? Dann bist du halt von Natur aus gemein, aber du musst ja trotzdem nicht gemein zu den anderen sein.“
Als Beispiel: Wenn du rassistisch denkst, aber nicht so handelst, hast du niemandem geschadet. Also gibt es auch nichts, wofür du dich verurteilen müsstest.
Musste ich erstmal sacken lassen..
Könnte wirklich helfen, seinen Frieden mit sich selbst zu machen..
Nicky ist der Wahnsinn!
*
Nachtrag zu São João in Porto: Es war noch etwas entspannter als angenommen. Eine Art Straßenfest in der ganzen Stadt. Die Leute stellen überall ihre Tische und Stühle raus, grillen Sardinen oder Schweine (ja, auch gesehen), hauen anderen sanft mit quietschenden Plastikhämmern auf den Kopf, tanzen und schnacken und lassen Laternen steigen. Hübsch, bunt und sehr ungezwungen:
Klingt super, nicht wahr? Zwei Wochen Portugal; tagsüber arbeiten, abends und am Wochenende feiern und Sightseeing. Ich besuche gerade Nicky und Juan in Porto, die hierhin ausgewandert sind. Schon der erste Arbeitstag lief super. Ich beeilte mich, das Wichtigste wegzuarbeiten, am späten Nachmittag wanderten wir ans Meer, genossen den Sonnenuntergang an einer Beach Bar, sinnierten über das Leben, ließen es uns richtig gut gehen.
Schnell schlich sich in dieser ersten Woche eine gesunde Routine ein. Morgens den Tag mit einem Kaffee auf der Couch beginnen, schon einmal eine Runde um den Block drehen, arbeiten, abends Sightseeing und eine sensationell gute Craftbeerbar besuchen. Und am nächsten Tag wieder eine, am übernächsten Tag auch, was essen gehen. Am Samstag erholte ich mich bei einem langen Spaziergang am Douro von einem schönen aber mich völlig überfordernden Freitagabend, bevor es dann am Sonntag nach Lissabon ging.
Wir fuhren erst Sonntag, um zumindest die allergrößten Wochenendtouristenmassen zu umgehen. Dadurch hatten wir nur den halben Sonntag, uns die Stadt anzuschauen. Aber das war eigentlich super. Wir kletterten einen Miradouro hinauf, spazierten durch die Alfama, am Strand entlang und das Barrio Alto, fanden – Überraschung – eine berühmte Craftbeerbar, unterhielten uns prächtig, nahmen noch einen Absacker in einer Kaschemme nahe unserem Hotel mit toller Aussicht auf die Stadt. Wo ein griechischer Student uns um Hilfe bat. Er könne sein Hotel nicht finden, das müsse doch laut Google Maps hier irgendwo sein.
Ich sprang sofort auf. „We’re gonna help you at all costs!“, beschloss ich. Nur einmal im Leben wollten wir etwas Gutes tun. Zwar fanden wir sein Hotel auf Google Maps auch nicht – laut der App standen wir direkt davor, aber da war nichts. Ich öffnete einen Hotspot für ihn, über den er seinen Freund anrufen konnte, der im gleichen Hotel abgestiegen war. Der Grieche bedankte sich freundlichst, sagte, er wüsste nun Bescheid, ging los und versprach wiederzukommen. Was er dann auch tat, und wir ihm noch ein Bier ausgaben. Erst um zwei lag ich im Bett.
Am nächsten Morgen, dem Montag, schaffte ich auf der Arbeit erstaunlich viel weg, beeilte mich wieder, um noch etwas Zeit für Sightseeing zu lassen. Nicky war da schon weniger produktiv, sagte sie. Aber wir zogen noch einmal voll durch durch die Stadt, sahen die berühmte Brücke des 25. April, gingen durchs Künstlerviertel und erhaschten einen wunderbaren Blick auf den Tejo am immerhin schon letzten Abend in Lissabon.
Am nächsten Tag, dem Dienstag, bekam ich gar nichts mehr auf die Reihe. Den für den Tag geplanten Videocall auf der Arbeit musste ich verlegen, weil auch das WLAN nicht so wollte wie ich. Jeder Handgriff dauerte länger als sonst. Ich bekam alles nur zur Hälfte fertig, verlegte die Hauptarbeit auf Rückfahrt im Zug am Nachmittag, wo wir 1. Klasse gebucht hatten (in Portugal gar nicht teuer), weil dort stabiles WLAN sein soll.
War auch, aber der Zug schaukelte dermaßen, dass ich nach anderthalb Stunden seekrank wurde. Ich musste das Arbeiten einstellen, Musik hören und ruhig aus dem Fenster gucken. Auch nach Ankunft erholte ich mich nur sehr langsam. Abends trafen wir dann sogar noch Kathrin und Michael, die mit dem Camper zufällig gerade in der Nähe waren und spontan nach Porto rüberkamen. Es gab ein paar Drinks in Gaia und unten am Douro. Der Plan war, dass wir uns am nächsten Abend wiedertreffen würden.
Am nächsten Tag, dem Mittwochmorgen, war ich dann komplett erschossen. Ich kam kaum aus dem Bett, und die Aussicht auf die sich türmenden Aufgaben machten mich nicht gerade produktiv. Ich kam mit kleinsten Dingen kaum hinterher, brauchte nach dem Call erst einmal einen langen Spaziergang am Fluss entlang, um wieder halbwegs klarzukommen. Aber so einsilbig und emotionslos hatten selbst Nicky und Juan mich wohl selten erlebt. Ich hatte das Gefühl, mein Endorphinspiegel wäre direkt auf null gesunken. Als es abends daran ging, Kathrin und Michael zu treffen, lag ich gerade auf dem Bett, um mich ein bisschen auszuruhen, und ich kam einfach nicht mehr hoch. ? Musste am Ende absagen. Mein Respekt, vor allem an Nicky, die trotzdem noch die Power hatte hinzugehen.
Heute beschlossen wir, einfach mal nur zu arbeiten und gar niemanden zu sehen, außer gerade noch uns selbst. Den anderen beiden ging es genauso wie mir, eindeutiger Social Overflow. Ich bekam die wichtigsten Sachen noch weggearbeitet oder zumindest auf kommende Woche verlegt. Mein Future-Self wird sich freuen…
Und jetzt ist mein Akku in etwa wieder zur Hälfte aufgeladen, aber ich habe starke Stimmungsschwankungen. Ein Spaziergang vorhin endete im Touristenviertel, und die vielen Menschen waren mir eigentlich schon wieder eine Nummer zu viel. Schnell weg da…
Und morgen ist dann São João, das Fest des Jahres in Porto. Die ganze Stadt soll im Ausnahmezustand sein, überall liegt der Geruch von gegrillten Sardinen in der Luft, man haut sich gegenseitig mit Plastikhämmern auf den Kopf, was jedes Mal ein lautes Quietschgeräusch verursacht, und wie man hört, wird sogar der sonst eher zurückhaltende Portuenser an diesem Tag laut und geht aus sich heraus und feiert die ganze Nacht durch. Es muss der Wahnsinn werden, und ich weiß jetzt schon, dass es mich komplett überfordern wird. ?
Dann haben wir den Samstag zum Ausruhen, Sonntag ist dann schon der letzte Abend und Montag ganz ganz früh, viel zu früh, geht es dann zurück ins heiße Deutschland.
Workation – my ass. ? Es gilt als DAS Ding, als die Befreiung, als große Chance, gerade für digitale Nomaden, die Welt zu bereisen, Arbeit und Urlaub zu verbinden. Aber eins von beiden leidet dann doch, oder am Ende du selbst. Ich feiere das Konzept, aber entweder bin ich da langsam zu alt für, oder es ist längst nicht so toll, wie es im Katalog steht. Ich hab zumindest die richtige Work-Travel-Balance dafür noch nicht gefunden…
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Irgendwie ist meine Handynummer auf diversen Spamlisten gelandet, und jetzt bekomme ich andauernd sonderbare Nachrichten, entweder von Bitcoin-Tradern oder von – angeblich – jungen Frauen, die „aus Versehen“ eine Nachricht an meine Adresse geschickt haben. Etwa sowas:
Ich bin kein Papa und hab demzufolge keinen Sohn und keine Tochter.
Nach dem dritten Bier neulich meinte Juan mal: Antworte doch mal drauf! Und am ersten Abend in Lissabon tat ich das tatsächlich mal. Spoiler: eine Antwort kam dann nicht mehr, aber ich war erstaunt, wie die Worte aus mir herausflossen, ich verschiedene Ansätze kombinierte, die sich ich in 25 Jahren Junkmail gesammelt hatten, und gnadenlos zurückspamte:
Wird zu nichts führen, aber hat Spaß gemacht zu schreiben. 🙂
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Und, ach ja, Lissabon. Vor genau zehn Jahren war ich zum ersten und bis jetzt einzigen Mal dort und kürte die Stadt damals – neben Florenz – zur schönsten Stadt der Welt. Ich wollte noch einmal hin, um zu sehen, ob ich das heute auch noch so sehen würde.
Und ja, trotz allem: wunderschön! „Trotz allem“ bedeutet: Trotz der Menschenmassen, trotz der Hektik, auch wenn die Lissaboner nicht ganz so zuvorkommend sind wie die Portuenser, auch wenn Tourihotspots teilweise schon ganz schön runtergerockt aussehen mittlerweile, man in die historischen Straßenbahnen nur noch per Touriticket einsteigen kann (Massenabfertigung, die Schlange davor ist hundert Meter lang), und eben an jeder Straßenecke einer mit ner Klampfe steht und amerikanischen Touristinnen mit „No woman, no cry“ die Herzen bricht, wonach sie in zwielichtigen Restaurant Tapas und Paella inhalieren, weil Portugal und Spanien ja dasselbe sind. ?
Aber doch, die helle Architektur, die Miradouros, die verwinkelten Gässchen, der Blick auf den Fluss, die Brücken, die Aufzüge, der Charme. Immer noch eine verdammt tolle Stadt! Ob die schönste der Welt – ich bin mit Superlativen mittlerweile vorsichtig. Schon deswegen, weil ich ja noch kaum was von der Welt gesehen habe. Aber ein paar schöne Bilder bekommt ihr trotzdem:
Was einem so durch den Kopf geht, wenn man mal kurz spazieren geht, was ich derzeit oft mache (da muss mal ein eigener Beitrag für her): Ordne dich niemandem unter.
Egal ob du dich zu dick fühlst, zu hässlich, zu unerfahren, zu schlecht in einem Metier, zu schwach, zu … irgendwas. Du bist so auf die Welt geschickt worden, du bist suchend, du bist ein Mensch. Niemand ist etwas Besseres oder Schlechteres als du. Handle deswegen auch danach. Lass dich von niemandem wie Luft behandeln, blöd anmachen, benutzen. Kniee vor niemandem nieder, krieche niemandem in den Arsch, kusche nicht einfach so, wenn jemand mit dem Finger schnippt. Triff jeden auf Augenhöhe.
Mach das alles natürlich umgekehrt auch mit niemand anderem. Hilf anderen, aber nicht bis zur Aufopferung, mach demjenigen klar, woher die Hilfe stammt. Lass mal jemanden vor, der es augenscheinlich sehr eilig hat und der gute Gründe dafür haben könnte. Lass aber nicht jeden vor. Du selbst bist auch noch da. Ordne dich niemandem unter.
So, und jetzt weiter im Text.
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Na, ist die Apple Vision Pro jetzt wirklich die Zukunft? 🙂 Ach, ganz ehrlich: Das könnte spannend werden! Sieht wie die erste wirklich gelungene und angenehm zu tragende AR/VR-Brille aus. Und das mit dem Fingertippen als Eingabe könnte ein ähnlicher Erfolg werden wie Multitouch damals im ersten iPhone.
Bild: Apple
Vielleicht kaufen die Leute sie aber auch nur, weil sie mindestens 4.000 Euro kostet. Wenn das von Apple kommt und so teuer ist, dann muss es ja gut sein. 😉
Eine Erscheinung in Bonn, in etwa so selten wie eine offene Schranke, wenn man gerade eine braucht: eine Bahn der Linie 65:
Hab mich all die Jahre gefragt, was das eigentlich soll. Die fährt vom Endpunkt der Strecke der Linie 61 bis zu der der 62, aber nur ein paar Mal überhaupt am Tag, darunter ganz früh morgens, ganz spät abends und noch zweimal mittags.
Dabei geht es mittags tatsächlich darum, den Schülerverkehr zu entlasten. Die Fahrten ganz früh morgens und ganz spät abends sind Fahrten, um die Wagen aus dem Depot zu holen und an die Endpunkte zu bringen, wo sie für die Linien 61 und 62 gebraucht werden. Spät am Abend dann wieder ins Depot zurück. Wisster jetzt Bescheid. Ist bei anderen so seltenen Linien in anderen Städten wahrscheinlich auch so.
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Das war mal ein Sonnenuntergang! Die Wolken standen so bestimmt ein paar Stunden lang. Völlig windstill:
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Hab den Song neulich schon einmal erwähnt, weil er nach den Rolling Stones klingt, aber er ist schlicht Spitze. Ich wusste gar nicht, dass Puddle of Mudd so coole Songs aufgenommen hat:
Und es macht immer noch sooo fassungslos, dass solche Songs heute nicht mehr im Radio rauf und runter gespielt werden, die Jungs keine Hallen füllen und gerade mal 1 Million Aufrufe damit auf YouTube haben, und dafür Namika und so ein Schrott im Radio läuft.
Wenn das Puzzle falsch zusammengesetzt ist, könnte man es zerschlagen, damit man es besser neu zusammensetzen kann.
Oft hält man dennoch am Alten fest, weil es irgendwie ganz okay geht. Man ist einer halbwegs glücklichen Beziehung, man ist in einem halbwegs zufriedenstellenden Job, man ist ein halbwegs erfolgreicher Tischtennisspieler. Man hat zu viel Angst vor dem Verlust und dem Danach.
Für euch ausprobiert: Single werden macht keinen Spaß, aber man lernt daraus, und das Leben geht weiter, eröffnet plötzlich sogar Möglichkeiten, die man nie für möglich gehalten halt. Man wächst.
Für euch ebenfalls ausprobiert: Im Tischtennis völlig abkacken. Dazu müsst ihr wissen, dass es im Tischtennis eine Zahl gibt, die in etwa die Stärke eines Spielers angibt, ähnlich wie bei einem Handicap im Golf. Verlierst du ein Einzel, geht dieser Wert runter, bei einem Sieg entsprechend hoch. Diesen so genannten TTR-Wert hütet man wie seinen Augapfel. Man sieht zu, dass man immer weiter nach oben steigt und verlorene Punkte schnell wieder ausgleicht.
Bei mir sank dieser Wert schleichend seit Jahren. Trotz Trainings, trotz vieler Spiele. Das hat mir zu denken gegeben. Bin ich zu doof, bin ich zu alt, ist meine Zeit vorbei? Ich habe lange erfolglos versucht, den Wert wieder auszugleichen, wieder dahin zu kommen, wo ich einmal war. Lange vergebens. Bis ich neulich beschlossen habe, es komplett zu eskalieren. Ich will sehen, wie tief der Wert geht, ob es nur an mir liegt oder auch an den anderen. Und wie es einem eigentlich damit geht, wenn der gehütete Augapfel schutzlos daliegt.
In der letzten Woche habe ich 85 TTR-Punkte verloren. Das ist ein astronomischer Wert. Ich habe bei vier Turnieren mitgespielt und die meisten meiner Spiele verloren. Nicht absichtlich, aber mal abgesehen davon, dass ich derzeit extrem viele Fehler mache und einige Schläge verlernt zu haben scheine, habe ich nicht in jedem Spiel Vollgas gegeben, sondern versucht, es locker runterzuspielen. Das hat mir natürlich noch mehr Niederlagen eingebracht – drei Einzel gegen schwächere Gegner habe ich so aber auch gewonnen.
Meine Laune war anfangs am Boden, nach und nach wurde es weniger schlimm. Tatsache ist aber auch: Es fällt mir schwerer als gedacht zu verlieren. Warum, habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Es ist ja eigentlich klar: Du kannst nur gewinnen oder verlieren, also verlierst du manchmal. Wieso ärgert eine Niederlage also derart? Welche andere Emotion liegt darunter? Das versuche ich gerade bei mir herauszubekommen. Auch hier ist natürlich jeder Spieler anders. Es gibt sehr viele, die nehmen es erstaunlich gelassen, während für andere der Tag gelaufen ist. Ich neigte bisher tatsächlich eher zur letzten Kategorie. Warum eigentlich?
Auf eine erstaunliche Art war das Verlieren der Punkte auch irgendwo befreiend. „Was soll jetzt noch passieren?“, dachte ich mir heute. „Tiefer kannst du eigentlich nicht mehr fallen.“ Nun, kann ich schon noch. Die Punkteskala geht noch um einiges tiefer. Aber es hat mir ein wenig den Druck genommen. Jetzt muss ich nicht mehr gewinnen, niemand erwartet das noch von mir, ich selbst muss es auch nicht.
Was noch ein wenig bleibt, ist der Neid. Man tendiert leider auch im Tischtennis (wie im restlichen Leben) dazu, sich mit anderen zu vergleichen. Was man tunlichst lassen sollte, raten Psychologen aller Orten. Trotzdem: Mir fällt es schwer zu akzeptieren, wenn jemand mit weniger Training besser wird als ich, weil er jünger ist, mehr Talent hat oder gar sich mit einem deutlich kleineren Repertoire erfolgreich durchmogelt. Also Neid, und was noch? Stolz. Ego. Und sogar irgendwo Dummheit. Warum es nicht einfach auch so machen wie derjenige, der mit weniger mehr schafft? Oder mal zu schauen oder sogar konstruktiv zu fragen, was der andere genau gemacht hat, um besser zu werden. Was ist sein Geheimrezept?
Mein Gefühl sagt mir, dass ich das Schlimmste zwar hinter mir habe, dass ich aber eigentlich gar noch ein bisschen tiefer fallen sollte. Um auf der anderen Seite mein Training zu verbessern und daran zu arbeiten, wirklich so gut zu werden, wie ich glaube, dass ich mal war. Ich glaube nämlich, da hatte ich mich in Wahrheit selbst nur hingemogelt. Auch eine Erkenntnis, die ich vorher noch nicht hatte.
Also ja, wenn man die Möglichkeit hat, das Puzzle zu zerschlagen und neu zusammenzusetzen, dann braucht es Mut – auch zur Selbstzerstörung. Bei Beziehungen kommt es manchmal, wie es kommt. Im Job sehe ich noch keine Veranlassung dafür. Und im Tischtennis – habe ich das jetzt eben mal forciert. Wie ein Fehler fühlt es sich nicht an. Selbst wenn ich nie wieder da lande, wo ich einmal war.
*
Tauben
Ein Taubenpärchen hält es für eine gute Idee, auf meinem Balkon hinter meinem Gummibaum ein Nest zu bauen. Vorgestern ging es los:
Ich will das nicht haben, habe es nach reiflicher Überlegung, recht schweren Herzens und Rücksprache mit meinem „Team“ einfach runtergekickt. Sie haben es dann noch einmal neu aufgebaut, ich hab es wieder entfernt.
Heute, als ich vom Wandern komme, dann das…
Fuck…
Und außerdem ist das doch kein tolles Nest jetzt so… Och Mensch…
*
Wandern
Warum fehlt der Wegweiser eigentlich immer da, wo gerade kein Netz ist? ?
Zum Wandern ist das Siebengebirge aber wieder einmal wunderschön gewesen.
*
Der Rheinsteig beginnt tatsächlich auf dem Bonner Marktplatz und geht dann, äh…
Bisschen staubig isser auch:
*
Begegnungen
Was mir selten passiert: Mit fremden Menschen ins Gespräch kommen.
Was mir noch seltener passiert: Dass andere Menschen auch mit mit ins Gespräch kommen wollen. ?
Heute aber passiert im Löwenburg-Biergarten. Die – ich vermute – gleichaltrige Frau hatte ihren Hund dabei. Ich fragte, ob ich mich an ihren Tisch setzen dürfte, wollte nur schnell mein alkoholfreies Radler trinken (war am verdursten, hatte zu wenig Wasser dabei), sofort bezahlen und dann weiter. Sie bestellte ebenfalls ein alkoholfreies Bier, wollte sofort zahlen und dann weiter. Und so kamen wir dann ins Gespräch. Und sie begann zu erzählen und zu erzählen.
Und ich fand’s eigentlich sehr charmant. Und irgendwie hat mir das gezeigt, dass ich zumindest nicht mehr der allerschlechteste Gesprächspartner der Welt bin (da war ich früher auf Platz 1, hands down) und dass ich das vielleicht sogar öfter mal versuchen sollte.
The camino provides, heißt es. Er gibt dir genau das, was du gerade brauchst.
Nur dass das gar nicht der Camino war, sondern halt der Rheinsteig. ?
Und dass ich dann wirklich los musste. Es wurden am Ende 42km im fast 9 Stunden. Musste mich beeilen, dass es nicht dunkel wird…
Okay, die Erkenntnis ist nicht besonders revolutionär. Aber mir ist aufgefallen, dass ich bei tiefergehenden Fragen in letzter Zeit lieber ChatGPT benutze als Google. Das sind Fragen, von denen ich im Grunde schon vorher weiß, dass mir das Ergebnis bei Google nicht viel bringen wird. Als Beispiel:
Wie kann ich besser im Tischtennis werden? oder
Wie kann ich empathischer werden?
Google zeigt dir dann eine Wüste aus überoptimierten Seiten, Angeboten, schlecht beantworteten Fragen an und du musst dir das, was du willst, erst mühsam zusammensuchen. Also eigentlich das, was eine Suchmaschine eigentlich liefern sollte. Google wird dann zur Such-Maschine.
Während dessen liefert dir ChatGPT schlicht die Antwort und tut dabei nicht viel mehr, als verschiedene Quellen clever zu verbinden.
Ist nur eine von hunderttausend Möglichkeiten, was dieses Tool kann, aber zumindest eine Killerfunktion davon und ein echter Segen. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass Google ausgerechnet dadurch Konkurrenz entstehen könnte?
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Mein Spotify-Mix der Woche hat in letzter Zeit einen Lauf. In dieser Woche drei Songs direkt hintereinander, die wie ein Rock’n’Roll-Revival klingen.
Led Zeppelin! (eigentlich: Rival Sons)
Rolling Stones! (eigentlich: Puddle of Mudd)
Faith No More! (eigentlich: Peeping Tom ft. Rahzel & Dan the Automator. Erst beim Einbetten des Videos erfuhr ich, dass das ein Projekt von und mit Faith-No-More-Sänger Mike Patton ist. Dann hinkt der Vergleich natürlich bzw. ist gar keiner.)
Na ja, alle immerhin aus diesem Jahrtausend. Noch lieber wäre mir gewesen: aus diesem Jahrzehnt.
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Oppenheimer von Nolan. Das sieht gut aus!
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Der HSV tut mir langsam fast leid. Wird wohl jetzt auch im fünften Anlauf nichts mit dem Wiederaufstieg:
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Dat ziet zo treurig eruit! ?
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